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Paris in kleiner Reisegruppe

Reisebericht: 28.04. – 03.05.2026

Frühjahr in Paris - wo sonst kann man den kommenden Sommer besser feiern? Bei einem Glas Champagner
unter dem Eiffelturm oder an einem der vielen attraktiven Orte der Stadt.

Gina Egenolf

Ein Reisebericht von
Gina Egenolf

Bronzekopf von Charles Aznavour – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Kreativität in St. Germain-des-Prés – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Place de la Concorde  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Auf dem Weg zum Moulin Rouge Paris – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Unter dem Louvre – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Friedhof St.Vincent am Montmartre Paris  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) alte Familiengräber Paris  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Calvarienberg am Montmartre Paris  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Blick Richtung Süden vom Montmartre Paris – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Trikolore mit Sternen Paris  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Nächtliche Stimmung auf der Seine Paris  – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL) Musée d'Orsay Paris – © Gina Egenolf (Eberhardt TRAVEL)

Dienstag, 28.04.2026: Anreise – St.Germain–des–Prés

Das Wetter verspricht schön zu werden und so starten die meisten von uns ohne Verspätung in Richtung der Hauptstadt Frankreichs, die mit einer Einwohnerzahl von ca. 2,2 Mio. Menschen auf ca. 100 qm zu den am dichtest besiedelten Hauptstädten Europas gehört. Trotzdem der
Verkehr in Paris ja sprichwörtlich ist kommen alle schließlich bis zum Nachmittag in unserem schönen Hotel im Viertel "St.Germain" an. Wir wohnen genau auf der Grenze zum ebenfalls sehr bekannten "Quartier Latin", dem Viertel der Bildung und der Wissenschaften - und das seit
dem 12. Jahrhundert.
Bei einem Gläschen "Crémant" begrüßen wir uns alle gemeinsam und starten dann anschließend zu unserem ersten Rundgang!
Das Wetter ist prächtig und die Vorhersage lässt ahnen, dass es so bleiben wird.
Wir wohnen in der Straße in der der berühmte Chansonier Charles Aznavour mit seinen Eltern seine ersten Jahre verbrachte und deshalb hat man ihm zu Ehren eine Bronzebüste am Ende der Straße errichtet. Ihm statten wir als erstes einen Besuch ab. Auch bekommen wir eine kleine Orientierung denn hier in der Nähe ist unsere Metro-Station.
Wir laufen entlang des "St.Germain-de-Près" wo damals und heute wichtige Treffpunkte der Literaten und Künstler waren und vereinhzelt noch sind. Das „Café-de-Deux-Magots“ einst ein chinesisches Handelskontor mit zwei chinesischen Händlerfiguren und das „Café-de-Flore“ waren einst Treffpunkt der nationalen und internationalen Schickeria seit Ende des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg.
Wir erreichen die älteste Kirche von Paris, die Kirche „St. Germain“, die nach einem Heiligen benannt ist mit ihrem aus der romanischen Zeit stammenden Glockenturm grüßt.
Nach einem kurzen Besuch biegen wir in ein ruhigeres Viertel ab und erreichen den ruhigen „Place Furstemberg“, an dem der Maler Delacroix sein Atelier hatte und wo sich heute ein Museum befindet. Es ist ein ruhiger Ort in einem sehr belebten Stadtviertel. Danach werfen wir noch einen Blick auf die letzte Bleibe des Schriftstellers Oscar Wilde, der hier nach einem Gefängnisaufenthalt und seiner Flucht nach Paris seine letzten Jahre verbrachte. Hier befindet sich heute ein sehr kleines Luxushotel. Damals war es allerdings eine ziemlich billige Herberge, die Herr Wilde allerdings nicht bezahlen musste. Der Wirt war wohl ein Fan von ihm. Seinen snobistischen Lebensstil behielt er aber bei.
Weiter geht es in Richtung Seine um schon einmal einen ersten Blick auf diesen schon seit historischer Zeit wichtigen Verkehrsweg zu werfen. Sie ersetzte im "römischen Paris" den Decumanus, eine Straße welche fast jede römische Stadt von Ost nach West durchzog. Die Römer, welche die Stadt "Lutecia" von den Kelten eroberten, errichteten diesem linken Seine-Ufer ihre Stadt und auch Thermen, welche heute in einem Museum integriert sind.
Wir sehen jetzt vor uns den "Louvre", den wir übermorgen besuchen werden. Gegenüber auf der "Ile-de-la-Cité" kommen die Conciergerie und der Turm der Sainte Chapelle in Sicht. Und natürlich grüßen die beiden Türme der gotischen Kathedrale "Notre-Dame", die ein Opfer der Flammen wurde und nach dem Wiederaufbau über insgesamt 5 Jahre im Jahr 2024 feierlich wiedereröffnet wurde.
Wir schlendern jetzt langsam zurück in Richtung Hotel und zu unserem Restaurant welches ganz in der Nähe liegt. Im Restaurant "La Ferrandaise“ lassen wir den Tag bei einem guten Abendessen ausklingen.

Mittwoch, 29.04.2026: Stadtrundfahrt per Métro– Moulin Rouge

Nachdem wir uns bei einem üppigen Frühstück gestärkt haben, geht es erst einmal zu Fuß los, denn die Sonne scheint und es verspricht ein sonniger und warmer Tag zu werden.
Wir laufen ein wenig früher über den Boulevard St. Michel zur "Notre Dame", denn wir wollen so früh wie möglich dort hinein gelangen. Wir stellen uns vor, dass es sehr viele Besucher gibt, sind aber überrascht, da wir überhaupt nicht warten müssen. Ganz fertig sind die Restaurierungsarbeiten noch nicht. Immer noch trübt ein Baukran die Blicke. Wir bewundern das gotische Bauwerk welches auch durch das Buch von Victor Hugo und in dem gleichnamigen Film mit Gina Lollobrigida weltberühmt wurde. Jeder hat individuell eine Stunde Zeit um sich das Gebäude von Innen anzusehen.

Danach machen wir noch einen Spaziergang zur Conciergerie. Wir bewundern die goldene Uhr aus dem 14. Jahrhundert an der „Tour d’Horloge „(Uhrturm) und stellen uns vor wie hier in der Conciergerie die Gefangenen einst nach der französischen Revolution auf ihr tödliches Schicksal warteten. 2700 Gefangene wurden hier verurteilt und später hingerichtet. Auch "Marie-Antoinette" die als Frau von "Ludwig XVI." ebenfalls unter dem Fallbeil landete, verbrachte hier ihre letzten Stunden.
Die Kirche "Ste. Chapelle", die mit ihren gotischen Fenstern als eine der schönsten Kirchen von, Paris wenn nicht von ganz Frankreich, gilt, grüßt als ein Musterbeispiel gotischer Kunst. Hier werden heilige Reliquien verwahrt. Die riesigen Glasfenster sorgen für ein besonderes Licht.
Wir verlassen die Insel und gehen zu Fuß zu dem Ziel der Jakobspilger sollten sie nach Paris kommen. Der "Tour St.Jacques", welcher ein Überbleibsel der gleichnamigen Kirche ist, gehörte zur offiziellen Kirche der Schlachter. Trotz ihrer Widmung war sie die Versammlungskirche der Pilger die sich hier auf dem Weg nach „Santiago de Compostela“ trafen. Blaise Pasqual führte hier Luftdruckmessungen durch.
Wir werfen noch einen Blick auf das "Hotel-de-Ville" aus dem 16.Jahrhundert, dem Rathaus von Paris. Es wurde im 19.Jahrhundert nach einem Brandanschlag im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut. Hotel hat in Frankreich in den meisten Fällen nichts mit einem Hotel in herkömmlichem Sinne zu tun, sondern bezeichnet ein großes Palais. In dem hier beginnenden Viertel des Marais gibt es zahlreiche solcher Stadtpaläste, deren Besuch wir an einem anderen Tag auf unserem Programm haben.
Jetzt ist uns allen nach einer kleinen Stärkung und wir finden in einer nahe gelegenen Brasserie für uns alle Plätze für einen Kaffee oder ein anderes Getränk.

Jetzt beginnt unser Metro- Abenteuer auf der modernisierten ältesten Metro-Strecke von Paris, der M1. Hier fahren heute nur noch unbemannte Fahrzeuge und halten an modernisierten Bahnhöfen.
Die Pariser Metro wurde 1900 anlässlich der Weltausstellung eröffnet und war die sechste U-Bahn der Welt überhaupt. Wir nehmen unsere Karte und bekommen erst einmal eine Einweisung für die Benutzung. Die Metro ist das beste Verkehrsmittel der Stadt und man kommt so ziemlich überall hin. Die Züge haben eine hohe Frequenz und auch die Stationen sind nahe beieinander.
Für die Sicherheit der Fahrgäste hat man die meisten Bahnhöfe heute mit Plexiglasbarrieren zu den Schienen gesichert. Auch Selbstmörder sollen so vom tödlichen Sprung abgehalten werden.
Weiter geht es mit der Metro zum "Place de la Concorde". Er ist der zweitgrößte Platz Frankreichs (359m x 212m) und zählt zu den 5 königlichen Plätzen von Paris. Gebäude gibt es nur an der Nordseite, u. A. das berühmte und teure "Hotel Crillon", welches ein echtes Hotel ist. Im Marineministerium, das heute ein Museum ist, wird eine beachtenswerte Ausstellung aus der königlichen Möbel- und Gerätekammer
zeigt.
In der Mitte des Platzes blicken wir auf das 23,50 m hohe Geschenk des "Muhammad Ali Pascha" für König Louis-Philippe als Anerkennung der Leistung von M. Champollion: den Obelisken, ein Granit-Monolith aus dem 13.Jh. v. Chr. (230 Tonnen). Champollion hatte die Hieroglyphen
entziffert und dafür gesorgt, dass man heute weiß, was auf dem Obelisken steht (die ruhmreichen Taten von Ramses II.). Weit leuchtet die Spitze aus vergoldeter Bronze.
Hier befinden wir uns auf der großen Achse, die einst vom Präfekten Haussmann, dem Baumeister von Napoleon III., geschaffen wurde. Er gab der Stadt Paris das damals "moderne Gesicht" mit großen Boulevards und Kanalisation. Paris sollte als moderne Metropole des Industriezeitalters den Anforderungen der wachsenden Bevölkerung und des modernen Straßen- und Schienenverkehrs gerecht werden. 150 km wurden neu gebaut und auch die Grünanlagen wurden neugestaltet.
Der Platz wird heute für verschiedene Zwecke genutzt, denn es gibt nun einmal viel Raum hier. Auch ein Musikant versucht zur Unterhaltung beizutragen. Wir spazieren ein wenig in den Tuilerien und genießen die Sonne. Es ist inzwischen hochsommerlich warm geworden.
Nach verabredeter Zeit steuern wir unser vorletztes, aber sehr bekanntes Ziel, den Triumphbogen an. Man bezeichnet ihn auch als den „Altar des Vaterlandes. Er wurde von Kaiser Napoleon geplant und veranlaßt. Er gehört zur sog. „historischen Achse“ und bei ihm beginnt der berühmte Champs-Élysées. Zwölf Straßen gehen sternförmig in alle Himmelsrichtungen und manchmal herrschte hier schon ein wahres Verkehrschaos.
Danach geht es zu unserer letzten Station, dem „Trocadero“. Es ist ein krönender Abschluss unserer heutigen Stadttour. Die Gebäude der Weltausstellung 1937 im Bauhausstil geben den Rahmen für einen Balkon auf dem sich Jung und Alt für ein besonderes Foto tummeln. Hier blicken wir direkt auf den gegenüberliegenden Eiffelturm, der heute im Sonnenlicht glänzt. Wir verzehren unseren in einer Bäckerei erstandenen Mittagsimbiss. Es gibt einen Garten und Bänke auf denen man sich ausruhen kann oder man versucht sich als Fotomodell, ganz nach Belieben.
Danach haben wir uns eine Ruhepause verdient und fahren wir in unser Hotel zurück. Wir haben heute noch etwas Besonderes vor: ein Besuch im berühmten Moulin Rouge.
Am Abend nehmen wir für die Hinfahrt wieder die Metro und steigen eine Station früher aus, um ein wenig Atmosphäre zu schnuppern.
Wir laufen von der "Place Pigalle" entlang des "Boulevard de Clichy". Hier warteten einst die Malermodelle auf eventuelle Auftraggeber, die Künstler, die im 19. Und zu Beginn des 20.Jahrhunderts das Viertel Montmartre bewohnten. Wir befinden uns im damal genannten "Keuschheitsgürtel" von Montmartre, wo Theater wie das "La Boule-Noire oder das "Élysée-Montmartre" ständig ausverkauft waren.
Im Moulin Rouge wo der Cancan erfunden wurde, verewigte Toulouse-Lautrec seine Stars und auch die Damen, die sich aus Not etwas hinzuverdienen mussten. Er besuchte zwielichtigen Etablissements die er für uns verewigte.
Wir kommen rechtzeitig zum Empfang im "Moulin Rouge", dem berühmtesten Kabaret der Stadt. Allerdings muss erst ein Foto der Windmühle sein. Die Menschenmenge auf der Mittelinsel zeigt uns den besten Platz zum Fotografieren. Dann aber stellen wir uns in die Reihe und merken, dass es heute eine große Toleranz bezüglich der Kleiderordnung gibt. Vom Paillettenkleid mit High-Heels bis Kapuzenpulli vom Designer ist alles dabei.
Nach dem vorzüglichen Essen mit entsprechendem Champagner erleben wir eine rasante Show mit Tanz und Akrobatik der Weltklasse. Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir fahren diesmal beschwingt von dem Abend in unser Hotel zurück.

Donnerstag, 30.04.2026: Louvre – Jardin du Luxembourg

Heute treffen wir uns wieder rechtzeitig am Morgen um das weltweit größte Museum zu besuchen, jedenfalls einen kleinen Teil davon. Bei wieder schönem Wetter geht es zu Fuß über die „Pont-des-Arts“ eine Fußgängerbrücke welche das linke und rechte Ufer der Seine verbindet und auf einen direkten Zugang zum Louvre hinführt.
Als erste landen wir im Hof des Gebäudes welches ja zeitweise auch der Königspalast und Ludwig dem XIV. zu klein und nicht pompös genug war. Wir durchqueren den Hof und kommen an den Eingang der sich an der Glaspyramide von "Ming Pei" befindet. Sie wurde zur Regierungszeit von François Mitterrand errichtet und war zu Beginn sehr umstritten. Jetzt ist sie nicht mehr wegzudenken.
Hier warten wir in einer Schlange auf unseren Eintritt und wie schon vermutet, sind wir nicht die Einzigen die dieses Museum mit Weltgeltung besuchen wollen. Hier hängt das wohl berühmteste Bild, die „Mona Lisa“ von Leonardo Da Vinci.
Unsere Reiseleiterin Gina begleitet uns in den Denon-Flügel wo wir einen Blick auf „Mona“ werfen können. Zu mehr reicht es leider nicht, da man nicht zu nahe herangelassen wird und meistens hat man beim fotografieren Mobiltelefone im Blick.
Danach hat jeder für sich Zeit, das Museum zu erkunden und wir verabreden uns für den Nachmittag im Hotel um ein wenig die Gegend dort zu erkunden. Gina verspricht und eine kleine Überraschung, die eigentlich nicht auf dem Plan steht. Es handelt sich dabei um die zweitgrößte Kirche von Paris, die sich sozusagen „gleich um die Ecke“ befindet. Die Kirche „St.Sulpice“, die bei Touristen gar nicht so bekannt ist,
beeindruckt durch ihre Größe, die hohen Gewölbe und die Bilder von Delacroix, die man hier ganz unspektakulär und jenseits großen Touristenandrangs besichtigen kann. Dieses Gotteshaus hat seine eigene Atmosphäre. Vielleicht wurde deshalb auch hier einer der erfolgreichsten US-Filme aller Zeiten gedreht: die Verfilmung „Der Da Vinci Code – Sakrileg“ von Dan Brown. Die Handlung ist sehr umstritten und entspricht nicht den historischen Tatsachen. Trotzdem spielte der Film Millionen von Dollar ein.
Wieder am sonnigen Vorplatz bewundern wir den Barockbrunnen, der sich dort befinden. Weiter spazieren wir in den Jardin du Luxembourg der eine grüne Oase in der Stadt ist und von Maria von Medici nach der Ermordung ihres Ehemannes Henry IV. König von Frankreich angelegt wurde. Er war es, der den Hugenotten im Edikt von Nantes Religionsfreiheit gewährte und auch wohl ein sehr genussfreudiges Leben führte. Das allerdings sehr zum Leidwesen seiner Ehefrau. Das dazugehörende Schloss gehört heute zum Senat und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Im Park sind heute sehr viele Menschen unterwegs, strahlt doch immer noch die Sonne. Langsam bewegen wir uns in Richtung Restaurant, nicht ohne vorher den „Medici-Brunnen“ angeschaut zu haben. Ein wenig Italien in Frankreich sollte es für Maria sein, die ja von dort herstammte stammte. Es war das Geld, welches sie als reiche Erbin an den verschuldeten französischen Hof brachte.
Dann aber treibt uns der Hunger in unser Restaurant, welches nur durch einen Zaun und die Straße vom Park getrennt ist. Wir werden von einem köstlichen Mahl und gutem Wein überrascht und beschließen wieder einen wunderbaren Tag mit vielen Eindrücken.

Freitag, 01.05.2026: Montmartre – Palais Royal – Dinnerkreuzfahrt auf der Seine

Heute fahren wir mit der Metro noch einmal in den Stadtbezirk, der den Umbauten des Herrn Haussmann entging und noch vor der vorletzten Jahrhundertwende Zufluchtsort zahlreicher Künstler war, welche sich die teuren Mieten im Zentrum nicht leisten konnten. Allerdings musste man zu Beginn des 20.Jahrhunderts als Künstler nach Paris, wenn man Erfolg haben wollte und so ist denn der Montmartre mit den ganz Großen des letzten Jahrhunderts verknüpft. Das Dorf "Montmartre" war geeignet, gab es hier doch bezahlbare Ateliers und schon eine Künstlergruppe die sich um "Toulouse-Lautrec" scharte. Van Gogh, Renoir, Chagall, Gauguin, Picasso und viele andere waren hier. Auf dem großen "Montmartre-Friedhof" liegen so bekannte Menschen wie "Heinrich Heine", dem Paris seine Wahlheimat war und auch "Dalida" die hier für 25 Jahre lebte. Da der große Friedhof zu weit entfernt von unserem Weg liegt, begnügen wir uns mit dem auch sehr schönen kleinen "Friedhof St.Vincent" ebenfalls mit alten Familiengrüften und fantasievollem Grabschmuck.
Nun heute scheint wieder die Sonne aber "Der Tag als der Regen kam" war denn auch ein Erfolgsschlager der Sängerin Dalida an deren Büste wir ein wenig verweilen. Sie setzte hier in dem Viertel ihrem Leben ein Ende. Wir erinnern uns an ihre sehr eindrucksvolle Stimme und ihre Lieder.
Wir spazieren, vorbei an dem „Musée de Montmartre“ zur Kirche "Sacré Coeur" und heute sind wirklich eine Menge Menschen hier, welche diese Kirche aus weißem Kalkstein zu Beginn des 20.Jahrhunderts erbaut, von innen besichtigen wollen. Wir gehen weiter um von der Terrasse einen weiten Blick in Richtung Süden zu haben. Da es heute bewölkt ist, haben wir eine schöne dramatische Szenerie vor uns. Wir laufen zum "Place-du-Tertre" wo zahlreiche Künstler versuchen, ihre Werke an den Mann oder die Frau zu bringen. Auch das Porträtbild auf die Schnelle wird angeboten. Wir bekommen jeder eine Stunde Zeit, um uns alles in Ruhe anzuschauen oder in einem der vielen Lokale eine kleine Pause zu machen.
Danach steigen wir über den Treppenweg am Kalvarienberg ab. Wir kommen vorbei am "Bateau Lavoir" wo einst Picasso und seine Zeitgenossen wohnten und arbeiteten und gelangen schließlich zur "Place des Abesses" mit einer der schönen Jugendstil-Metro-Stationen hier am Hügel. Hier können wir uns die "Je t'aime Wand" anschauen mit den über 300 Varianten des "Ich liebe Dich". An der Verwirklichung der Wand, die eigentlich einer Idee eines französischen Sängers entstammt, wirkten zahlreiche Künstler mit. Man beschloss die gesammelten Schriftzüge an einer Wand zu installieren und nicht auf dem Papier. Seit dem Jahr 2000 sind sie hier zu sehen und im Moment werden sie renoviert, da die Wand ziemlich marode zu sein scheint.
Danach geht es in die Metro zu einem weiteren zusätzlichen Programmpunkt. Wir fahren zu Station Madeleine um von dort einen weiteren der sog. Königlichen Plätze, dem „Place Vendôme“ zu gelangen. Schon auf dem Weg dorthin fallen die sehr teuren Geschäfte mit Markennamen auf.
An diesem Platz befindet sich das berühmte „Ritz-Hotel“ in dem Lady Diana ihre letzte Nacht mit ihrem Geliebten verbrachte und auch sonst eine interessante Geschichte hat. Coco Chanell wohnte bis zu ihrem Tod hier. Auch Fréderic Chopin starb hier in einer kleinen Wohnung an diesem Platz.
Hier spielte auch ein Film mit Cathérine Deneuve, die mit ihrem reichen Ehemann der ein Juwelier ist, unglücklich ist.
Die Mitte ziert eine 44 m hohe Säule die von Napoleon eingeweiht und von der Trajanssäule in Rom inspiriert ist.
Wir verlassen den luxuriösen Platz und suchen uns in der „Rue St. Honoré“ eine Crèperie um unseren Hunger und Durst zu stillen.
Wir blicken entlang der "Avenue de l'Opéra" auf die "Opéra Garnier", einem Bau des 19.Jahrhunderts. Sie bot Napoléon III. mehr Sicherheit als das alte Operngebäude. Allerdings wird sie gerade restauriert und die Fassade ist zugehängt.
Die Oper befindet sich in dem Geschäftsviertel von Paris, wo wir auch die großen Kaufhäuser "Galérie Lafayette" und " Printemps" finden.
Wir spazieren zum "Kiosque des Noctambules", ein vom Bildhauer Jean-Michel Othoniel besonders kunstvoll ausgestatteter Metroeingang mit weithin leuchtendem Muranoglas.
Wir wenden uns erst zum "Palais Royal" welcher ursprünglich für den wichtigsten Minister von Ludwig XIII. "Kardinal Richelieu" erbaut worden war. Hier befinden sich im Gebäude die "Comédie Francaise", der Verfassungsrat, der Staatsrat und das Kulturministerium. Im Hof ein begehbares Kunstwerk welches ausgiebig von den Touristen und Parisern zum Posieren genutzt wird.

Nach diesem letzten Besichtigungspunkt verabschieden wir uns und jeder findet individuell den Weg in das Hotel zurück.
Heute Nachmittag ist das Wetter nicht ganz so vielversprechend und tatsächlich geht am Nachmittag ein Regenschauer nieder. Aber wir haben Glück. Als unsere beiden Limousinen vor dem Hotel vorfahren blitzt schon wieder die Sonne vor.
Wir starten zum Schiffsanleger der Bateaux Parisienne und können uns pünktlich anmelden. Wir müssen noch ein wenig warten. Dann aber können wir zu unserem reservierten Tisch und werden freundlich und zuvorkommend zum Platz geleitet. Der Service beginnt sofort und wir beginnen den Abend mit einem Kir, einem traditionellen französischen Aperitif.
Das Schiff legt wenig später ab und wir sehen das abendliche Paris an uns vorbeiziehen. Die Sängerin, obwohl hochschwanger, gibt alles und schon bald kommt eine schöne Stimmung auf, die ausgelassener wird als es zwischen einer amerikanischen Damengruppe und einer chinesischen Herrendelegation zu tänzerischen Annäherungen kommt. Wann kniet schon mal ein Chinese vor einer Amerikanerin?
Wir haben viel Spaß und das Abendessen ist köstlich.
Das inzwischen abendlich leuchtende Paris zieht uns auf das Deck und wir können die beleuchtete Seine mit ihren Lichtern so richtig genießen. In der entgegengesetzten Richtung zieht die Freiheitsstatue an uns vorbei. Der Eiffelturm beschert uns seine stündliche besondere Lichtershow, ein Meer von blinkenden Sternen.
Am Schiffsanleger warten schon unsere beiden Chauffeure um uns wieder sicher und bequem in das Hotel zu bringen. Ein schöner weiterer Abend geht zu Ende

Samstag, 02.05.2026: Musée d'Orsay – Marais–Viertel – Abendessen auf dem Eiffelturm

Heute haben wir wieder einen festen Termin in einem der schönsten Museen von Paris, dem „Musée d’Orsay“. Wir spazieren entlang des Seine-Ufers und können einen Blick nach oben zur ehemaligen Wohnung von Karl Lagerfeld werfen, die wohl mit 10 Mio. Euro versteigert wurde. Irgendjemand sagte mal, dass es dort wie in einem Raumschiff aussehen solle. Nun so ist das mit den Geschmäckern.
Auch am Museum welches wir bald erreichen wird gebaut. Der Eingangsbereich ist verlegt aber die Besucherzahl ist noch überschaubar, haben wir doch den ersten Eintritt bei Öffnung.
Schnell geht es durch die Sicherheitsschleuse, die überall obligatorisch ist. Wir bekommen kurz das Prinzip des Museums erklärt und erhalten einen Plan.
Das Gebäude, als Bahnhof zur Pariser Weltausstellung errichtet ist an sich schon durch sein Bahnhofsgewölbe und den Details der Belle Èpoque beeindruckend. Der ideale Rahmen für die gezeigten Objekte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Abteilung der Impressionisten ziehen die meisten der Besucher an. Gina verweist auf einige Bilder die zu Ihrer Zeit für die breite Öffentlichkeit ein Skandal bedeuteten, z.B. "Das Frühstück im Grünen" von Èdouard Manet. Ursprünglich sollte es wohl "der Flotte Vierer" heißen. Heute stehen wir bewundernd vor dem Bild und finden es einfach nur gelungen und so gar nicht skandalös - nun die Zeiten ändern sich.
Wir sind voll der Eindrücke als wir uns nach 3 Stunden treffen um mit der Metro in das Marais-Viertel zu fahren. An der Metrostation der Kirche „St.Paul“ steigen wir aus und laufen ein Stückchen entlang der Rue Saint-Antoine um vor einer Toreinfahrt halt zu machen. Hier war der offizielle Besuchereingang zu einem der schönsten Hotels des Marais-Viertels, dem „Hotel Bethune-Sully“ welches dem Finanzminister von Henry IV. gehörte und heute die Caisse nationale beherbergt, also im Staatsbesitz ist.

Templer machten ab dem 12.Jahrhundert das sumpfige Gebiet des Marais urbar und begannen es trocken zu legen. Die Blütezeit begann im 17.Jahrhundert mit Henry IV. Es wurde zum Stadtteil der Literaten und Intellektuellen. Er ließ auch die „Place des Vosges“ anlegen. Während der Bourbonenzeit erreichte es seinen Höhepunkt und die Stadtpalais schossen aus dem Boden.
Heute befinden sich die Stadtpaläste in staatlicher Hand und werden teilweise als Museum genutzt.
Durch unseren Eingang am „Hotel Bethune-Sully“ gelangen wir in den Hof für Kutschen. Es geht durch eine weitere Tür in einen schönen Garten bzw. Hof und nach einem nochmaligen Durchgang stehen wir am Place des Vosges, einem besonderen Hausensemble. Wir schlendern zum Haus und heutigem Museum Viktor Hugo der hier eine standesgemäße Bleibe für seine Familie hatte. Leider ist für uns heute der Museumsbesuch aus Zeitgründen nicht möglich und so gehen wir in Richtung „Musée Carnavalet“, dem Stadtmuseum von Paris. Am Beginn der „Rue des Rosiers“, der ehemals sehr jüdisch geprägten und heute sehr bunten lebhaften Straße melden die Reisenden unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich der Mittagspause an uns so trennen wir uns, damit jeder seinen nachkommen kann.
Die vielen Eindrücke seit unserer Anreise sind auch zu verdauen und wir verabreden uns für den Abschlussabend auf dem Eifelturm im Hotel.
Am Abend treffen wir uns wieder ein wenig gestärkt und ausgeruht um mit der RER, der Pariser Schnellbahn zum Eiffelturm zu fahren.
Wir überholen die Warteschlangen für die Auffahrt zum Eiffelturm, denn durch unsere Reservierung für Madame Brasserie haben wir eine besondere Abfertigung. Da auch hier offensichtlich restauriert wird, sind nicht alle Fahrstühle in Betrieb. Wir kommen verhältnismäßig zügig durch die Sicherheitskontrolle. Gina muss ein wenig am Anmeldekiosk warten aber dann bekommen wir die Fahrscheine für die Auffahrt in das erste Stockwerk, wo sich das Restaurant befindet. Auch hier eine zügige Begrüßung und schnelle Platzierung an unseren Tisch. Der Aperitif wird eingeschenkt und das Schlemmen beginnt.
Auch hier werden wir vorzüglich bewirtet und keine Wünsche bleiben offen. Nach dem Abendessen haben alle noch das Bedürfnis, eine Runde um den Eifelturm im ersten Stock zu drehen. Wir können die Gebäude und auch von Weitem den Hügel des Montmartre mit „Sacre-Coeur“ erkennen, den Invalidendom mit seiner goldenen Kuppel, den Pantheon und am Messegelände den noch im Bau befindlichen „Tour Triangle“ von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Sie entwarfen auch die Pläne für die Elbphilharmonie in Hamburg.
In der nördlichen Richtung entdecken wir den modernen Justizpalast, der weithin leuchtet.
So langsam müssen wir uns von Paris verabschieden. 6 erlebnisreiche Tage gehen morgen zu Ende.

Sonntag, 03.05.2026: Heimreise

Heute regnet es am Morgen in Strömen was allerdings etwas später nachlässt. Unsere Transfers sind alle pünktlich. Wir verabschieden uns ein letztes Mal voneinander und fliegen in alle Himmelrichtungen in die Heimat.

Au-revoir Paris, für viele sicher nicht zum letzten Mal!


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"Der Barmann des Ritz" von Philippe Collin 2025, ISBN: 978-3-458-64512-2 /Insel-Verlag


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