Reisebericht: Städtereise Klassisches Paris 6 Tage mit Flug

28.04. – 03.05.2018, 6-tägige Flugreise nach Frankreich in die Stadt an der Seine

Paris - die Stadt der Liebe, der Kultur und des Geistes der französischen Revolution: Eifelturm, Marais-Viertel, Quartier Latin, Notre Dame, Montmartre und ein Besuch in Versailles

1. Tag (28.04.2018) Fahrt durch Lothringen und die Champagne nach Paris


frankreich

Neunundzwanzig Gäste hatten zum Maibeginn mit Brückenwochenende Lust auf Paris. So fuhren wir ab Dresden zeitlich fast parallel mit einem Bus nach Disneyland und einem zu den Schlössern der Loire. Ab Dresden, Leipzig und Berlin reisten sechs Gäste mit dem Flugzeug und zwei mit eigenem PKW nach Paris.
Bereits auf dieser Fahrstrecke ließen sich zahlreiche Bezüge zu unserem Gastland ziehen. So steht die Assoziationskette Ronneburg – Uranabbau – zur französischen Form der Energiegewinnung oder die für Weimar zu Buchenwald und dem französischen Politiker Leon Blum oder über Bauhaus zu den uns erwartenden Architekturstilen in Paris. Wer durch Lothringen und die Champagne dann, an Metz, Verdun und Reims vorbei fährt, denkt an Teilung des Karolingerreiches und die wechselnde Zugehörigkeit Lothringens zu Frankreich und Deutschland, die Kriege, insbesondere den Grand Guerre mit Verdun oder den Zweiten mit der Kapitulationsunterzeichnung von Reims, vor der in Berlin-Karlshorst. Nach fünfzehn Stunden Fahrt ab Dresden trafen wir nach 21 Uhr am Novotel im 17. Arrondissement von Paris ein und begrüßten die „Flieger". Schlusspunkt für einen langen Reisetag über 1050 Kilometer und Traum auf ein sonniges Paris und Versailles...

2. Tag (29.04.2018) Paris Stadtrundfahrt und Montmartre


Mit dem Bus und Stephanie, unserer örtlichen Reiseleiterin, verschafften wir uns am Vormittag einen Überblick von Paris bei gelegentlichem Nieselregen und zunehmender Kühle: großzügige Wohnbauten der Hausmannzeit, Place de la Concorde, Champs Elyssee, Triumpfbogen , Troccadero mit Blick auf das Marsfeld mit dem Eifelturm, Durchfahrt durch den Louvre, Seineufer, Pariser Ostern, Place Vendome und dann noch ein Aufstieg auf die Galerie Fayette. Am Mittag trafen wir in Montmartre ein, wo das Moulin Rouge, natürlich ein markanter Ausgangs- und Treffort ist. Jeder fand individuell zwischen Baguette, Törtchen, Kebab oder Reisschachtel etwas zu essen. Am Nachmittag bummelten wir in zwei Gruppen hinauf zur weißen Kirche Sacre Coer, einem architektonischen Mischmasch aus der Epoche des Historismus. Anschließend war Zeit zum individuellen Bummeln; die Kühle trieb wohl manchen in ein Kaffeehaus. Wo einst Picasso, Toulouse Lautrec und die Pariser Boheme lebten, wimmeln heute Touristen durch die Gassen; die Pariser sind zum Brückenwochenende auf Ihren Landhäusern. Abendessen dann im ungarisch-französischen Restaurant La Paprika: frische, aromatische Leberpastete und Hähnchenbrust mit pikanter Estragonsoße kamen gut an. Bei der Weinauswahl waren wir verschieden: Was passt wohl am besten? – ein Chablis, ein Rose' aus der Provece oder doch ein Roter aus dem Bordeauxgebiet Medoc oder von der Rhone'?

3. Tag (30.04.2018) Paris: Marais-Viertel, Eifel-Turm, Cabaret Cartier Latin


frankreich

Für den Vormittag stand ein fakultativer Stadtbummel im Marais-Viertel, dem bedeutendsten Innenstadtviertel, östlich des Louvre gelegen, auf dem Programm. Bei zunehmendem Regen und Kühle von 7 Grad – gefühlt eher 3 Grad - absolvierten wir die Runde,, beginnend am Centre Pompidou. das eher wie ein Industriekomplex wirkt aber zu den bedeutendsten neuen Kulturbauten Europas zählt. Das Marais-Viertel gilt als eines der ursprünglichsten Viertel von Paris, einst geprägt durch den Templer-Orden, später auch durch jüdische Einwohner. Am schönsten ist der ehemalige Königsplatz Place Vosgue, an dem einst auch Victor Hugo wohnte. Am Place d la Bastille – heute mit moderner Oper – beendeten wir die Tour etwas fröstelnd und freuten uns auf individuelles Einkehren und Wärmen in einem Cafe. Rund um den Platz und im Marais – Viertel finden sich viele Möglichkeiten für ein spätes dejeuner, ein frühes diner oder auch nur für einen cafe´. Nach dieser Pause fuhren wir zum Parken am Trocadero und liefen über Pfützen springend zum Eifelturm , dessen unmittelbare Umgebung baulich neu gestaltet wird und dessen Grundfläche nur nach Sicherheitskontrollen zu betreten ist. Der Regen hatte dazu geführt, dass kaum individuelle Besucher anstanden; so ging es mit unserer Reservation ungewöhnlich schnell zum Lift. Eifelturm – der Traum vieler ging heute in Erfüllung und selbst bei Regen und tiefhängenden Wolken kann man einiges von der Stadt erkennen.
Nach der Rückkehr ins Hotel war noch Zeit sich frisch zu machen und dann stiegen drei Viertel aller Gäste erwartungsvoll in den Bus, der uns – mit einigen Umwegen - in ein richtiges Pariser Cabaret brachte: das Cartier Latin. Am Eingang empfing uns roter Plüsch und bald auch das Personal, das uns an die Tische geleitete. Mit einem Kir, schmackhaften 3- Gänge-Menü, Rotwein und Champagner starteten wir in den Abend bevor die Show mit Tanz – „Oh, die haben ja kaum etwas an!", Gesang, Jongleur und Trapezkünstler begann. Natürlich fehlte auch ein Cancan nicht. Noch vor Mitternacht waren wir mit den gebuchten Transfers nach einem langen und erlebnisreichen Tag im Hotel.

4. Tag (01.05.2018) Versailles, Bootsfahrt auf der Seine, La Defense und Quartier Latin


frankreich

Um rechtzeitig vor massenaften Touristenströmen in Versaille zu sein, starteten wir bereits acht Uhr mit dem Bus. Nach einer knappen Stunde erreichten wir das einstige Königsschloss. Kein Bus stand auf dem sonst üppig besetzten Parkplatz – oh, waren wir heute so zeitig? Am goldenen Tor gelang uns ein unbehindertes Gruppenbild, an der Tür zum Schloss die Einzigsten! Bals Ernüchterung – am Tag der Arbeit ist das Schloss geschlossen! ALos bummelten wir durch einen der großartigsten Parkanlagen barocker Baukunst. Die typisch französische Gartenarchitektur lässt Blickbeziehungen durch geradlinige Sichtachten auf Schloss und zahlreiche Fontänen ausrichten. Noch waren manche Fontänen zwar gefüllt aber nicht sprudelnd.
Den Schlossbesuch verschoben wir zum wiederholten Versuch auf den Nachmittag des kommenden Tages. Da die Sonne schien und gute Sicht ermöglichte, ließen wir uns im Pariser Stadtviertel Montparnasse auf die Höhe von zweihundert Metern mit dem Lift bringen und genossen einen phantastischen Blick auf Paris.
Unsere Bootsfahrt – das klingt für ein Schiff mit vielleicht 300 Plätzen doch recht minimalistisch - auf der Seine startete pünktllich zur vereinbarten Zeit. So gleiteten wir – die meisten auf dem Sonnendeck sitzend – an Louvre, Musee d'Orsay und Notre Dame vorbei. Auf der Brücke am Umkehrpunkt des Schiffes, wütete die Mai-Demonstartions-Randale und Wasserwerfern im Affront. Auf unserem Schiff waren wir aber unbehelligt. Unsere anschließende zweite Stadtrundfahrt führte uns zunächst in die Stadt La Defense am westlichen Rand von Paris – Ansiedlungsort der Zentralen zahlreicher bedeutender Unternehmen Frankreichs mit teilweise spektakulärer moderner Architektur. Schöne Sicht von einer Plattform am neuen Triumpfbogen von La Defense zum napoleonischen und weiter bis zu den Tuillerien. Nach dem kurzen Stopp in LA Defense gelang es uns ohne Staus in das Quartier Latin zu fahren, den Pantheon zu umrunden und am Jardin de Luxemburg vorbeizufahren. Mit Parkstopp an der alten Börse erreichten wir das Traditioslokal der Hochzeit von Jeanette pünktlich mit kleinem Fußweg. Abendessen dann bei Jeanette mit einem guten 3-Gang-Menü - passend dazu vielleicht ein Chablis?

5. Tag (02.05 2018) Ile de la Cite´ und ein zweiter Versaille-Besuch


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Mit Andreas, dem Österreicher, unserem heutigen örtlichen Reiseleiter, drehten wir eine Busrunde auf teilweise nicht bekannter Strecke bis an den Canal und dann zum Ausstieg im Marais-Viertel, um von hier die Ile, die „Stadtinsel", städtebaulicher Ursprung von Paris, zu durchqueren. Wir näherten uns der Kathedrale von Osten und durchquerten noch einige nette Gässchen der Insel. Am Vorplatz der Kathedrale an diesem zweiten Mai dann sehr wenige Besucher, so dass alle fluid in die Kathedrale gelangten. Die Kathedrale gehört zu den ersten gotischen Kirchen Frankreichs aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber erst im Laufe von knapp zweihundert Jahren Bauzeit fertiggestellt. Rosette, Pforte, Kreuzgewölbe, hohe Säulen, Mehrschiffigkeit, hohe Buntglasfenster, Skulpturen – alle Elemente der Gotik in herausragender Güte, nur die Höhe der Türme kann mit Amiens oder Chartre nicht mithalten. Von hier ging es zum Place Dauphine, einem recht ruhigen Königsplatz inmitten der City, und dann wieder hinüber auf das Seine-Ufer von Marais. Bei Sonnenschein erreichen wir den Innenhof des Louvre und liefen durch den Jardin de Tuillerin voller Blütenzauber Richtung Riesenrad am Place de la Concorde, wo in den Jahren der französischen Revolution, die Guillotine stand.
Wer individuell anders geplant hatte, startete nun sein Programm mit Louvre, Bummel oder auch Abendessen auf dem Eifelturm. Die andere Hälfte der Gruppe startete nochmals nach Versailles. Dort natürlich heute ein anderes Szenario: dutzende Busse, Wartende in drei Schlangenbögen. Nach ungefähr einer Stunde Anstehen, erreichten wir den Einlass und nahmen uns Zeit für einen Bummel durch die Säle des Schlosses. Besonders beeindruckend der Spiegelsaal – das war auch deutsche Geschichte von 1871 - und der lange Gang mit Schlachtengemälden aus der französischen Geschichte. Die individuellen Zeitbedürfnisse der Besichtigung bei drängenden Menschenmassen sInd unterschiedlich – aber wir fanden zur gemeinsamen Rücktour.
Am Abend hatten alle Gäste Zeit, um sich ganz nach den individuellen Vorlieben durch Paris treiben zu lassen oder es sich im Hotelrestaurant bequem zu machen. .

6. Tag (03.05.2018) Au revoir Paris


frankreich

... klingt doch schöner als „Heimfahrt"? Die Gäste mit Flug oder Selbstanreise hatten noch einige Stunden Zeit zum Verweilen. Wir starteten aus Erfahrung von Staus bereits auf der Pariser Peripherie und bei Frankfurt bereits ein Viertel nach Sieben mit dem Bus zur Rückfahrt. Auf der bekannten Fahrstrecke durch die Champagne, Lothringen und das Saarland, gelegentlich mit Klassik von Berlioz, St. Saint und Bizet – Ravel war nicht an Bord und Debussy hätte man noch spielen können – erreichten wir Grünstadt pünktlich. Leicht verzögert dann am Abend die Ausstiege in Thüringen und Sachsen. Fahrerwechsel in Neudietendorf und Dank an Frank Glöß, der uns sicher und sehr zielgerichtet durch Paris fuhr.
Nach 1050 Kilometern erreichten wir 22:15 Uhr in Dresden .
Au revoir – vielleicht in der Bretagne und Normandie, zum Karneval und Zitronenfest an der Cote d´Azur im Februar, der Provence oder doch nochmals am Eifelturm?

mein Lesetipp:
Ulrich Wickert: Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen. Hamburg 2017
Michel Houellebecq: Die Unterwerfung. Köln 2015

Ihr Dr. Jürgen Schmeißer


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