Nizza und Karneval, Sie denken an Alaaf und Helau und Schunkeln mit einem Plastikbecher Bier in der Hand? Weit gefehlt...
Reisebericht: 15.02. – 21.02.2026
Nizza war schon immer eine Reise Wert und zu Zeiten des Karnevals und des Zitronenfestes in Menton ist es das allemal. Und das noch außerhalb des Saison mit viel Platz in Cafes und engen Gassen.
Ein Reisebericht von
Wolfgang Kowalewski
Ein Traumanflug auf Frankfurt und die Alpen schneebedeckt.
23 Personen starteten in Dresden und die restlichen acht kamen aus Berlin, Leipzig, Kassel und Hamburg. Der Großteil der Gruppe traf sich dann in Frankfurt am Gate. Von dort aus ging es über die schneebedeckten Alpen und über Norditalien - wir sahen leider nichts von den Olympischen Winterspielen von oben - nach Nizza. Ein Koffer fehlte, der kam dann einen Tag später ins Hotel. Und so durften wir schon am Flughafen unseren Chauffeur Abdi kennenlernen, der uns die Tage gekonnt an der Cote d`Azur entlang transportieren sollte. Schnell noch die Koffer aufs Zimmer gebracht und dann aber zackig zum ersten Abendessen in Nizza. Der Reiseleiter hatte noch nicht ganz die Orientierung, so gab es einen kleinen Umweg zum Kennenlernen der Stadt. Endlich kamen wir an und dann gab es das provenzalische Abendessen mit der Salade Nicoise als Vorspeise. Willkommen in Nizza.
Saint Paul de Vence und Monaco, das Künsterlerdorf und das Fürstentum
Punkt 9.00 Uhr drückte Abdi aufs Gas und lenkte den Bus über die Promenade des Anglais. Zum ersten Mal das Meer sehen bei Tageslicht mit einem unvergesslichen Blick über die Engelsbucht. Wir fuhren am Flughafen vorbei auf die Autobahn, es dauerte keine halbe Stunde mehr und wir waren angekommen in Saint Paul de Vence. Vor vielen Jahrzehnten schien das Schicksal des Bergdorfes beendet gewesen zu sein. Die Häuser und Gassen entsprachen nicht mehr dem modernen Leben mit Zufahrt zum Haus, Balkonen und Dachterrasse. Da kamen als Retter Künstlerinnen und Künstler, sie hatten selbst kein Geld; die vor sich hin verfallenden Häuser waren billig. Und siehe da, sie lockten weitere Gleichgesinnte und später natürlich Kunstinteressierte und Touristen in das Bergdorf. So durfte es seine Wiedergeburt feiern und lebt heute nach wie vor quicklebendig vor sich hin.
Ein Teilnehmer übernahm die Initiative und bat darum, den Besuch in Saint Paul de Vence um eine halbe Stunde zu verkürzen, um die Zeit zusätzlich in Monaco zu investieren. Gesagt getan, eine Stunde Fahrt und dann war es vorbei mit der lässigen Gemütlichkeit eines Bergdorfes. Wo Fürstin und Fürst residieren und Luxusautos vor der Spielbank an die Concierges übergeben werden, da will man gesehen werden und sehen. Protziger geht immer. Zudem sollte an diesem Tag eine Überraschung auf uns warten. Just als wir vor der Spielbank in Monaco waren, kamen vom gegenüberliegenden Hotel de Paris die Spieler von Paris-Saint-Germain heraus, bestiegen ihren Bus, um damit um Training zu fahren. Schließlich spielte man am Abend gegen den AC Monaco. Das war gutes Timing.
Die Parfümerie von Fragonard in Eze und das Zitronenfest in Menton, allerdings ohne acht Gäste und den Reiseleiter
Eigentlich war alles wunderbar vorbereitet und geplant. Die Reisegruppe erwartete einen Besuch der Parfümerie von Fragonard in Eze und den Besuch des Zitronenfestes in Menton. Für 23 Gäste ging der Plan auch auf. Acht Gäste konnten leider an diesem Ausflug nicht teilnehmen und auch für den Reiseleiter waren heute andere Aufgaben vorgesehen. Er sollte einen Gast ins Krankenhaus begleiten.
So wurden nicht nur die Fahrkünste unseres Chauffeurs Abdi benötigt, auch seine organisatorischen Fähigkeiten musste er unter Beweis stellen und 23 Personen nach Eze in die Parfümerie von Fragonard fahren und von dort zum Zitronenfest in Menton. Das hat auch alles geklappt mit kleiner technischer Unterstützung übers Handy vom Krankenhaus aus und die glücklichen Teilnehmer wurden mit einem wunderschönen Tag belohnt, inklusive Fahrt entlang der mittleren Corniche, eine Straße, von der aus man die ganze Küste bestaunen kann.
Und die anderen Gäste? Gegen 14.00 Uhr verzogen sich die dunklen Wolken über ihnen. Es ging allen gesundheitlich besser. Auch der ambulant betreute Gast konnte mit dem Reiseleiter wieder den Rückweg zum Hotel antreten und eine weitere kurzzeitig hospitalisierte Teilnehmerin traf zur selben Zeit im Hotel ein. Das sollte wohl zu dieser Reise dazugehören.
Ein ganzer Tag in Nizza, mit dem Bus, zu Fuß und auf der Tribüne
Karin, unsere örtliche Reiseleiterin, brachte uns zunächst mit dem Bus nach Cimiez, dem römischen Ursprung von Nizza. Zwischen sehr alten Olivenbäumen finden sich die Reste einer römischen Arena und eines römischen Bades. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Matisse-Museum, ein weiterer Künstler mit dem besonderen Blick für die Cote d`Azur. Danach schloss sich der Rundgang durch das Kloster Cimiez an mit seinen blühenden Parkanlagen und dem herrlichen Blick auf das Meer.
Abdi brachte uns dann mit dem Bus zu einen Aussichtspunkt mit einem unvergleichlichen Blick auf die Stadt und den Hafen. Danach fuhr er uns sicher in die Altstadt, wo wir mit Karin einen Spaziergang über den Blumenmarkt, an der Oper vorbei bis zur Kathedrale genießen konnten.
Nach einer Stunde Freizeit hieß es dann sich bereit machen für den Karneval von Nizza. Die Eingangsprozedur war viel einfacher als angekündigt und so fanden sich alle Gäste pünktlich auf den reservierten Plätzen der Tribüne ein. Alfons, der französische Moderator, auch in Deutschland bekannt als jemand, der die deutsch-französischen Eigenheiten humoristisch auf die Schippe nimmt, heizte das Publikum ein. Punkt 15.00 Uhr begann dann die spektakuläre Show, bestehend aus einem nicht enden wollenden Blumenkorso, Tänzerinnen und Tänzern aus aller Welt und viel Musik. Da war für jeden Geschmack etwas dabei. Belohnt wurden wir an diesem Tag mit besonders viel Sonne und strahlendem Frühlingswetter.
Antibes oder Cannes oder wer ist die Schönste an der Cote d`Azur?
Die beiden Diven Antibes und Cannes konkurrieren schon seit Ewigkeiten darüber, wer wohl die Schönste an der blauen Küste ist. Dabei sind die Rollen klar verteilt. Antibes hat einen Jachthafen für Milliardäre vorzuweisen und natürlich das weltberühmte Picassomuseum. Cannes glänzt jedes Jahr mit seinen Filmfestspielen und Stars und natürlich den monänden Luxusunterkünften an der Croisette. Wir haben uns nicht lange mit den Eitelkeiten der Diven aufgehalten, sondern beide ausführlich erkundet. Acht Gäste packten die Gelegenheit beim Schopfe und statteten dem Picasso-Museum einen Besuch ab, das diesmal außergewöhnlich viel Kunst des Weltstars Pablo Picasso zu zeigen hatte. Er lebte ja nicht unweit von Antibes und ist hier auch gestorben. Die anderen Gästen machten sich auf zum Hafen, zum Fort Vauban, der historischen Befestigungsanlage gegenüber oder sie stöberten über die beiden Märkte der Stadt.
Von Antibes aus fuhr uns Abdi dann gekonnt über die Milliardärsinsel Cap Antibes immer am Meer entlang nach Cannes. Hier gab es dann einen Rundgang vom Festspielhaus über die Luxuseinkaufsmeile zur Gedenktafel, die an die Rückkehr von Napoleon von der Insel Elba erinnert. Wir statteten der Kirche der guten Reise - Eglise du bon voyage - einen Besuch ab, weiter über den Marktplatz von Cannes bis hoch hinauf zur Kirche der Hoffnung, von wo aus wir einen Überblick über ganz Cannes genießen durften.
St. Tropez und die ewige Faszination von Louis de Funes
Was hat St. Tropez zu bieten? Nein, keine bedeutende Kathedrale, keine römische Arena, kein Louvre. Weshalb fährt man dann dahin? Es geht um das Sehen und Gesehen werden, natürlich am besten am Hafen im Restaurant sitzend mit Blick auf die Jachten der Schönen und Reichen. Es war bei unserem Besuch in St. Tropez gar nicht viel los und so genossen wir zunächst standesgemäß einen leckeren Cremant an der goldenen Statue vor der Gendarmerie, die natürlich keiner geringeren als Brigitte Bardot gewidmet ist. Der französische Weltstar ist erst kürzlich gestorben, zeitlebens war sie umstritten, ihrem St. Tropez blieb sie aber bis zu ihrem Tode treu. Sie ist auch hier beerdigt und einige Teilnehmende wagten sogar den Weg zu ihr auf den Friedhof. Für den Großteil der Gruppe stand aber erstmal die Gendarmerie von St. Tropez auf dem Programm, die natürlich auf Louis de Funes und seine Lebensrolle als Gendarm eingeht. Das Museum ist ein Kleinod und viele Gäste haben sich riesig darüber gefreut, an ihre Kindheit erinnert zu werden. Von der Gendarmerie aus gingen wir dann zum Hafen und durch die Gasse, wo die Sandalen von St. Tropez hergestellt werden, auf Wunsch auch maßgeschneidert. Wir statteten dem Denkmal zum D-Day an der Cote d`Azur einen kurzen Besuch ab, gingen über den Fischmarkt zum Strand und dann war der Rundgang schon geschafft. Zum Abschluss durften wir eine Bootsfahrt von St. Tropez nach Ste. Maxime genießen, wo uns Abdi wieder pünktlich zu unserer Rückfahrt nach Nizza abholte.
Au revoir Nizza
Wir hatten noch Zeit, einen kleinen Morgenspaziergang in Nizza zu unternehmen. Um 11.15 Uhr war es dann so weit. Die Abreise zum Flughafen stand an und noch einmal mit dem Bus über die Promenade des Anglais fahren. Und alle erreichten ihre Anschlüsse in Frankfurt. Ob wohl alle Koffer mitgekommen sind?
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