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Reisebericht: Rundreise Griechenland - Inselhüpfen auf den Kykladen

17.05. – 27.05.2019, 11 Tage Rundreise auf den griechischen Inseln Santorin - Naxos - Delos - Mykonos - Paros - mit Aufenthalt in Athen

Die Inselgruppe der Kykladen gilt als beliebtestes Ferienziel Griechenlands. Vor Augen hat man weiße Häuschen mit blauen Kuppeln und Fensterläden - und natürlich die schönsten Sonnenuntergänge der Welt. Doch die Inseln haben weitaus mehr zu bieten...

Tag 1 Anreise nach Athen


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Die Reise beginnt für die meisten von uns am Flughafen Berlin Tegel, wo wir zunächst erfahren dürfen, dass moderne Technik und Automatisierung nicht unbedingt dazu führen, dass Abläufe vereinfacht und beschleunigt werden. Der Stresspegel wird so zu Beginn der Reise erst noch einmal ein wenig in die Höhe getrieben, bevor wir schließlich im Flugzeug nach Athen sitzen und uns endlich zurücklehnen können. Trotz etwas verspätetem Abflug landen wir pünktlich und auch unsere Gepäckstücke haben es entgegen so mancher Befürchtung alle zum Ziel geschafft. Nun geht es mit dem Bus ins Stadtzentrum der griechischen Hauptstadt, wo sich unser Hotel Titania befindet.
Vor Ort werden wir schon von unserer Reiseleiterin Sevastianna erwartet. Nach dem Check In bleibt zunächst eine kleine Verschnaufpause, bevor wir uns zu einem gemeinsamen Willkommens-Ouzo treffen. Nun stoßen auch die restlichen Reisegäste zur Gruppe und wir können vor dem Abendessen schon einmal einige organisatorische Details besprechen. Nach dem langen Tag sind dann schließlich alle froh in die Betten fallen zu können, denn…

Tag 2 Überfahrt nach Naxos – Naxos Chora


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… früh am nächsten Morgen klingeln schon wieder die Wecker. Nach einem schnellen Frühstück mit einer wunderbaren Aussicht auf die beleuchtete Akropolis geht es auch schon los nach Piräus. Glücklicherweise ist am Samstagmorgen fast kein Verkehr, sodass wir nach etwa einer halben Stunde schon die riesige Hafenanlage erblicken. Der Hafen von Piräus ist einer der größten Häfen im Mittelmeerraum und größter Hafen Griechenlands. Jedes Jahr werden hier rund 20 Millionen Menschen abgefertigt – darunter heute auch wir. Unsere Fähre, die Blue Star Delos, steht schon am Pier zum Einsteigen bereit.
Auf dem Schiff gibt es allerhand Annehmlichkeiten für die bis zu 2400 Passagiere und so ist die etwa fünfstündige Überfahrt durch die Inselwelt der Kykladen recht kurzweilig.
Am Mittag erreichen wir den Hafen von Naxos und befinden uns auch schon im Zentrum von Naxos Chora, der Inselhauptstadt. Unsere Koffer werden direkt zum Hotel gebracht, sodass wir uns gleich auf Erkundungstour begeben können. Nach etwas Freizeit für einen kleinen Mittagsimbiss an der Hafenpromenade beginnen wir unseren gemeinsamen Spaziergang durch die Altstadt.
Obwohl Naxos schon während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit besiedelt gewesen ist und Überreste der mykenischen und klassischen Periode der Antike aufzuweisen hat, erinnert die Inselhauptstadt nicht zufällig ein wenig an eine mittelalterliche italienische Stadt. Im 13. Jahrhundert eroberte der Venezianer Marco Sanudo die Kykladeninsel und ließ über den Resten der antiken Akropolis eine Burganlage mit zwölf Türmen erbauen, von denen heute nur noch der Glezos-Turm erhalten ist. Durch enge malerische Gassen mit bunten Geschäften, über marmorne Treppenstufen erklimmen wir langsam den 30 Meter hohen Burgberg und stoßen dabei immer wieder auf antike Bauteile, die in der mittelalterlichen Architektur wiederverwendet wurden. Oben angekommen finden wir die Paläste der Aristokratenfamilien, sowie die katholische Bischofskirche aus dem 13. Jahrhundert vor.
Nach dem kurzen Abstieg besichtigen wir noch das Wahrzeichen der Insel Naxos, die sogenannte Portara. Auf der einst vorgelagerten Insel Palatia ist ein gewaltiges Portal des unvollendeten Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. erhalten. Der Legende nach soll Theseus, nach seinem Sieg über den Minotaurus auf Kreta, mit der Königstochter Ariadne auf dem Weg zurück nach Athen eine Rast auf Naxos gemacht haben. Die eigentlich dem Weingott Dionysus versprochene Ariadne blieb zurück auf Naxos und wird aus diesem Grund hier als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt.
Von einem Kleinbus werden wir anschließend zu unserer Hotelanlage Alkyoni Beach gebracht. Das Resort liegt wenige Minuten außerhalb der Hauptstadt, direkt am Strand. Wir beziehen unsere Zimmer und haben anschließend Zeit uns ein wenig zu entspannen, bevor wir uns zu einem Willkommensdrink an der Poolbar treffen. Bei leckerem griechischem Essen und einem schönen Sonnenuntergang lassen wir dann den ersten Abend auf den Kykladen gemütlich ausklingen.

Tag 3 Fakultativer Ausflug nach Delos & Mykonos


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Nach dem Frühstück verlassen wir die Insel Naxos zunächst wieder. Mit dem Ausflugsschiff Alexander fahren wir zuerst über Paros zur Insel Delos. Was heute auf den ersten Blick wie eine unscheinbare, unbewohnte kleine Insel inmitten berühmter Ferienziele wirkt, war einst das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Kykladenwelt – tatsächlich hat die Inselgruppe auch ihren Namen erhalten, weil die Inseln wie ein Kreis um das Heiligtum Delos, mythologischer Geburtsort der Götter Apollon und Artemis, gelegen sind. Heute ist das etwa 3,5m² große Eiland, bis auf einige Wächterfamilien und Archäologen, unbewohnt und die größte antike Ausgrabungsstätte Griechenlands. Aufgrund der mythologischen Bedeutung wurde Delos, die „Sichtbare“, seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. zum wichtigsten Heiligtum der hellenischen Welt, dessen Mittelpunkt drei prachtvolle Apollon-Tempel waren. Bei einem kleinen Spaziergang sehen wir uns zunächst den heiligen Bezirk an, in den alle Stadtstaaten ihre Weih- und Opfergaben brachten, so zum Beispiel der sogenannte Koloss von Naxos, eine Statue die einmal über neun Meter groß gewesen ist. Der größte Kouros der je aufgestellt worden ist. Heute finden sich noch einige Teile davon auf dem Gelände und im archäologischen Museum von Delos.
Im Museum befinden sich ebenfalls fünf der Wahrzeichen der Insel Delos. Bis zu 16 Marmorlöwen könnten es einmal gewesen sein, die über das Heiligtum wachten. Direkt gegenüber befindet sich der Heilige See, wo dem Mythos nach die Geburtsstätte der Götter Apollon und Artemis lag. Heute ist der See trockengelegt und füllt sich nur selten, sodass wir durch die Oase zum Museumsgebäude gelangen.
Politische Wichtigkeit erlangte Delos als Mittelpunkt des Attischen Seebundes, der 478 v. Chr. zur Verteidigung gegen die Perser geschlossen wurde. Aufgrund der Heiligkeit des Ortes wurde die Bundeskasse im Apollon-Tempel aufbewahrt. Nach der politischen folgte auch die wirtschaftliche Macht: die Insel die stets Zentrum des Friedens gewesen und von allen Mächten respektiert wurde, wurde zum größten Sklavenmarkt des Mittelmeers. Gehandelt wurden ebenfalls Getreide, Holz, Pech, Teer und Silber und der Tempel wurde zu einer Art Kreditinstitut für die Handelstreibenden.
Südlich des Heiligen Bezirks entwickelte sich eine florierende Handelsstadt, die ihre Blütezeit im 2. Jahrhundert v. Chr. erlebte und bis zu 30.000 Einwohner hatte. Wir besichtigen die antiken Straßenzüge und können anhand einiger großzügiger Wohnhäuser mit kunstvollen Höfen und Mosaikfußböden nur erahnen, über welchen Reichtum die Bewohner verfügt haben müssen. Unser Weg führt uns bis zu den Überresten des Theaters aus dem 3. Jahrhundert, das einst Platz für über 5.000 Zuschauer bot. Direkt gegenüber sehen wir eine große Zisterne, in der Regenwasser gesammelt wurde, denn auch zu antiker Zeit war die Wasserversorgung der Inseln ein großes Problem. Am frühen Nachmittag geht es mit der Alexander dann weiter nach Mykonos. Nach einer kurzen Überfahrt erreichen wir den alten Hafen der Insel und spazieren zusammen ins Zentrum der Hauptstadt. Schon von weitem können wir die typischen gekalkten Häuser mit den bunten Türen und Fensterläden, sowie die berühmten Windmühlen aus dem 16. Jahrhundert sehen. Zunächst am Hafen entlang, an der Panagia-Paraportiani Kirche vorbei, dann durch die engen Gassen durch Klein Venedig geht es zu den Windmühlen. Danach haben alle Zeit noch ein wenig durch die pittoresken Gässchen zu schlendern und das bunte Treiben auf sich wirken zu lassen, bevor es dann mit dem Schiff zurück nach Naxos geht.
Den Abend verbringen wieder bei gutem Essen und geselliger Stimmung im hoteleigenen Restaurant.

Tag 4 Inselrundfahrt auf Naxos


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Heute dürfen wir endlich ein wenig länger schlafen und in Ruhe das reichhaltige Frühstücksbuffet des Hotels genießen. Danach steht endlich die Erkundung der Insel Naxos auf dem Programm, denn die größte der Kykladen hat einiges Interessantes zu bieten. Mit dem Bus werden wir von Fahrer Vaggelis abgeholt und verlassen Naxos Chora Richtung Osten. Nach wenigen Minuten legen wir oberhalb der Stadt einen Stopp ein an einem der vielen Pyrgi, burgartige Gebäude aus venezianischer Zeit, die gleichzeitig Landsitze und Wachtürme der Adelsfamilien gewesen sind. Von hier hat man eine fantastische Sicht auf die Inselhauptstadt und ihren Burgberg. Weiter geht es anschließend in das traditionelle Dorf Chalki. Hier besuchen wir zunächst die Destille der Familie Vallindra, die hier seit 1896 den Likör Kitron herstellt, den es nur hier auf Naxos gibt. Die Geschäftsinhaberin erklärt uns, wie der Kitron aus den Blättern des Zedratbaumes hergestellt wird. Anschließend darf natürlich eine kleine Verkostung nicht fehlen. Später bleibt noch Zeit für einen kleinen Rundgang durch das malerische Dorf und man sieht, dass die richtige Menge an Tourismus kleinen Dörfern durchaus das Überleben erleichtern kann. Unser Weg führt uns weiter zu einer kleinen Kirche in Mitten eines Olivenhains. Die Panagia Drossiani gilt als eine der ältesten frühchristlichen Kirchen des Balkanraumes, der älteste Bauteil stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts. Besonders interessant sind die zum Teil sehr gut erhaltenen Wandmalereien, die uns Sevastianna ausführlich erklärt. Anschließend geht es weiter zum Bergdorf Apiranthos, dessen Straßen und Häuser zu großen Teilen aus Naxos-Marmor gebaut wurden. Bei einem kleinen Spaziergang lernen wir das Dorf kennen, bevor wir Zeit für eine kleine Cafépause haben. Wie viele andere Dörfer in der Umgebung lebte auch Apirathos im 19. und frühen 20. Jahrhundert vom Schmirgel-Abbau. Das Konglomerat-Gestein, das hauptsächlich auf Naxos vorkommt, wurde lange Zeit als Schleifmittel benutzt. Kurz nachdem wir das Dorf verlassen haben, halten wir auch an der engen Serpentinenstraße an und jeder darf sich als Souvenir ein Stückchen des besonderen Gesteins mitnehmen. Auch einige Brocken Naxos-Marmor landen in unseren Rucksäcken.
Unsere Mittagspause verbringen wir im kleinen Fischerdorf Apollonas, an der Nordspitze der Insel direkt am Wasser. Frisch gestärkt geht es danach weiter zum nächsten Highlight. Etwas oberhalb des Dorfes liegt in einem antiken Steinbruch der Torso eines Kouros, der mit 10,5 Metern noch größer als der Koloss von Naxos in Delos hätte werden sollen. Der Bildhauer bemerke jedoch schon während der Arbeit einen Riss im Marmor und ließ die monumentale Statue unvollendet liegen. Besonders imposant ist für uns die Vorstellung, wie diese riesigen Kouri zu antiker Zeit bewegt und sogar verschifft wurden.
Über die Serpentinenstraße geht es nun an der Nordwestküste zurück nach Naxos Chora, sodass vor dem Abendessen noch ein wenig Zeit zum Ausruhen bleibt.

Tag 5 Naxos – Überfahrt nach Paros



Auch der heutige Tag startet entspannt mit einem gemütlichen Frühstück und Freizeit, um noch ein wenig in der Hotelanlage oder bei einem Strandspaziergang die Seele baumeln zu lassen. Mittags geben wir unsere Koffer an der Rezeption ab und spazieren zusammen noch einmal in die Inselhauptstadt. Hier bleibt nun noch einmal Zeit durch die kleine Gassen zu spazieren, noch das ein oder andere Souvenir einzukaufen oder eine Kleinigkeit in einer der zahlreichen Tavernen und Cafés zu essen.
Am Abend fahren wir dann mit der Fähre zur nahegelegenen Insel Paros, die als Drehkreuz der Kykladen fungiert und vor allem bei Individual- und Rucksacktouristen sehr beliebt ist. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den Hafen der Inselhauptstadt Parikia. Von hier ist es nur eine kurze Fahrt zu unserem Hotel Saint Andrea, etwas außerhalb des Fischerortes Naoussa gelegen. Nach dem Bezug unserer Zimmer treffen wir uns wenig später im hoteleigenen Restaurant und lassen den Abend gemeinsam bei einem hervorragenden Essen ausklingen.

Tag 6 Inselrundfahrt auf Paros


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Der heutige Tag ist ganz der Erkundung der Insel Paros gewidmet. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel fahren  wir zurück nach Parikia, um die Inselhauptstadt zunächst etwas besser kennenzulernen. Der erste Weg führt uns zur Inselkathedrale Ekatontapiliani. In der Kirche aus dem 4. Jahrhundert erklärt uns Sevastianna einiges über die Ausübung des orthodoxen Christentums. Im Anschluss besuchen wir noch das angeschlossene älteste Baptisterium Griechenlands und das kleine Museum, in dem verschiedene kunstvolle Ikonen und wertvolle Weihgaben ausgestellt werden.
Im Anschluss machen wir einen kleinen Spaziergang durch die engen verwinkelten Gassen, vorbei an einladenden Cafés und Boutiquen, bis hinauf zur ehemaligen fränkischen Festung, die auch hier auf antiken Ruinen gebaut wurde. Von hier hat man eine wunderbare Aussicht über die Hafenpromenade und bis hin zur gegenüberliegenden Insel Antiparos.
Nach einer gemütlichen Pause, in der wir die Inselhauptstadt noch ein wenig auf eigene Faust erkunden können, geht es mit dem Bus weiter ins Landesinnere.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir Marathi, das noch heute für seine antiken Steinbrüche bekannt ist. Seit vielen Jahrhunderten ist hier kein Marmor mehr zu finden, aber es ist dennoch interessant zu sehen, woher der wertvolle Stein kam, der die Insel schon in der Antike zu Ruhm und Reichtum verholfen hatte. Im Anschluss geht es weiter in die Berge, in das kleine Dorf Lefkes. Hier kann man noch ein wenig das echte Leben der Inselbewohner kennenlernen. Die kleinen pittoresken Gassen mit den typischen weißgekalkten Häusern und blauen Fensterläden bieten zahlreiche interessante Fotomotive und mittlerweile zeigt sich auch die Sonne, die sich am Morgen noch ein wenig versteckt hatte. Unser letzter Besichtigungspunkt ist schließlich das ehemalige Fischerdorf Naoussa, wo wir erneut wunderschöne malerische Gassen durchschlendern und die kleinen bunten Boote im Hafen beobachten können. Von hier aus kann man auch zu Fuß zurück zu unserem Hotel spazieren, das lassen sich einige aus der Gruppe nicht zweimal sagen zu genießen noch ein wenig Zeit in Naoussa, bevor wir uns dann im Hotel zu einem weiteren hervorragenden Abendessen wiedertreffen.

Tag 7 Überfahrt nach Santorin – Sonnenuntergang und Abendessen in Oía


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Schon wieder ist es Zeit Abschied zu nehmen. Nach dem Frühstück geht es für uns erneut zum Hafen von Parikia, zur Weiterfahrt nach Santorin – das Highlight der Reise, auf das die meisten doch schon lange hin gefiebert haben. Die etwa dreistündige Fahrt mit der Blue Star Delos bringt uns über Naxos und Ios zur wohl bekanntesten der Kykladen. Schon von weitem kann man Santorin erkennen mit ihren steilen Klippen auf denen die weißgekalkten Häuschen wie angeklebt wirken. Als wir die Insel erreichen, wird deutlich wie sehr die Menschen hier vom Wetter abhängig sind. Ein Sturm hat im letzten Winter große Teile des Hafens Athinos zerstört, sodass das Ausschiffen bei so vielen Menschen doch ein wenig chaotisch verläuft. Als wir jedoch unseren Fahrer Vassilis mitsamt Bus erreicht haben, geht alles doch sehr viel schneller als erwartet. Die Griechen beherrschen eben doch das geordnete Chaos. Schon geht es die enge Serpentinenstraße hinauf und wir überqueren die Insel hin Richtung Osten. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Badeort Kamari, wo sich unser Hotel für die nächsten drei Nächte befindet. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es dann gleich weiter, denn wir haben heute noch etwas vor: mit dem Bus fahren wir nun ganz in den Norden der Insel, in das ehemalige Fischerdorf Oía. Über zwei Kilometer erstrecken sich hier am Caldera-Rand in einer Höhe von bis zu 100 Metern die typischen pittoresken Häuschen mit weißgekalkten Fassaden und blaugestrichenen Kuppeln und Fensterläden. Aus aller Welt kommen tausende von Touristen hier her um das wahrhaftige Klischee Griechenlands zu erleben – und den, wie man sagt, schönsten Sonnenuntergang der Welt zu sehen. Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Dass wir hier nicht allein sein werden, das zeigt sich schon als wir das Dorf erreichen. Einige Mutige und Entschlossene kämpfen sich nichtsdestotrotz mit Sevastianna durch die Gässchen, Trepp‘ auf, Trepp‘ ab, bis wir am nördlichsten Punkt der Insel eine kleine Kastellruine erreichen – von hier hat man den allerbesten Blick! Wir sind leider nicht die einzigen, die das wissen, und so muss man sich geduldig zu den anderen Wartenden gesellen. Doch eine gute Stunde später wird deutlich, dass sich das heute auf jeden Fall gelohnt hat, denn der Sonnenuntergang ist wirklich atemberaubend schön und für wenige Sekunden blendet man aus, dass man in Mitten eines großen Pulks von Menschen steht.
Das fleißige Ausharren wird wenig später noch einmal belohnt, denn, nun ganz gemütlich, lassen wir den Abend in der Taverne Skala bei einem traditionellen Essen ausklingen.
Heute geht es ein wenig später zu Bett als normalerweise, aber das stört niemanden. Der Abend hat sich gänzlich gelohnt!

Tag 8 Alt-Thira – Fira – Weinprobe


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Nachdem wir Santorin nun schon von der bekanntesten Seite kennengelernt haben, wird es höchste Zeit etwas tiefer in die Geschichte einzutauchen.
Der Sage nach entstand die Insel durch einen Klumpen Erde, der von Euphemos ins Meer geworfen wurde und sie bekam den Namen Kalliste – die Schönste. Später erhielt sie den Namen Thera, nach dem mythischen Herrscher Theras. Der heutige Name, Santorini, ist sehr viel jünger. Ihn hinterließen die Venezianer, die die Insel nach einer frühchristlichen Basilika Santa Irini (Heilige Irene) nannten.
Wir beginnen unsere Erkundungstour ganz in der Nähe unseres Hotels, auf dem etwa 360 Meter hohen Berg Mesa Vouno. Die Sonne scheint und eine steife Prise weht uns um die Nase, als wir am Ende der engen Serpentinenstraße aus dem Kleinbus steigen um die Antike Siedlung von Alt-Thera zu besichtigen.
Die Siedlung wurde im 9. Jahrhundert n. Chr. von dorischen Siedlern aus Sparta gegründet und wurde bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. bewohnt. Wir wandern langsam den Berg hinauf und fragen uns wie deutsche Archäologen Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Idee gekommen sein könnten, hier Ausgrabungen zu beginnen… doch die Arbeit hat sich gelohnt. Nach einigen Minuten erreichen wir das Herz der antiken Stadt, die Agora mit den Überresten der Stoa, einer dorischen Säulenhalle. Umliegend, am Hang gebaut waren ehemals die Wohnhäuser angesiedelt und wenige Meter weiter sehen wir den Ruinen des Theaters, das bis zu 1.500 Besucher fassen konnte. Ein deutliches Zeichen für die Bedeutung, die diese Stadt einst gehabt haben muss. Neben den griechischen Göttern, allen voran Apollon, wurden hier auch Heiligtümer für ägyptische Gottheiten gefunden – ein klarer Beweis dafür, dass enge Handelsbeziehungen nach Nordafrika bestanden. Zu dieser Jahreszeit ist es herrlich, durch die Ausgrabungsstätte zu schlendern, denn überall blühen die Mohnblumen und bilden wunderschöne Farbtupfer zwischen den alten Gemäuern.
Unser nächster Stopp ist die Inselhauptstadt Fira. Zunächst besichtigen wir hier das Prähistorische Museum, wo wir allerhand Fundstücke der minoischen Kultur sowohl Alt-Thiras, sowie auch aus der noch älteren Stadt Akrotiri, die wir morgen besichtigen werden, bewundern können. Anhand dieser Artefakte kann man sich das alltägliche Leben der Antike noch sehr viel besser vorstellen.
Am Mittag bleibt Zeit um das gegenwärtige Fira noch ein wenig zu erkunden und die vielen wunderschönen Blickwinkel auf die Caldera zu genießen. Weiter geht es schließlich zum Weingut Argyros, wo uns erklärt wird, wie auf der Insel Santorin mit ihren schwierigen klimatischen Bedingungen und dem unfruchtbaren vulkanischen Boden ganz besonderer Wein hergestellt wird. Um die Reben zu schützen, werden diese meistens in Korbform gezüchtet, sodass die Trauben vor Sonneneinstrahlung und Austrocknen geschützt werden. Santorin ist vor allem bekannt für die Weißweinsorten Assyritiko, Athiri und Aidani Aspro. Natürlich dürfen wir nach der Besichtigung der Produktionsstätte nun auch probieren worum es geht: neben vier ganz unterschiedlichen Weinen wird landestypisch auch eine Platte mit Mezze, griechischen Vorspeisen, gereicht. Ein wunderbarer Aperitif für das spätere Abendessen im Hotel!

Tag 9 Kameni Inseln – Akrotiri – Profitis Ilias – Pyrgos


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Wir begeben uns am heutigen Morgen noch etwas weiter zurück in der Geschichte Santorins und ihrer Entstehung, denn das große uns wichtige Thema heute sind Vulkane. Sieht man sich der Archipel Santorins auf der Karte an, lässt sich deutlich erkennen, dass die vielen kleinen Inseln einst ein großes Ganzes gewesen sind. Bei der sogenannten minoische Eruption im 17. oder 16. Jahrhundert v. Chr. wurde das Land zerrissen und übrig blieben das, was heute Santorin ist – sowie die Inseln Thirasia und Asponisi.
Der Vulkan von Santorin ist auch heute noch aktiv und erwirkte so über die Jahrtausende die Entstehung der Vulkaninseln Palea Kameni vor etwa 2000 Jahren und ihrer jüngeren Nachbarinsel Mikri Kameni 1570-73 in der Caldera. Die jüngste Vulkaninsel Nea Kameni entstand erst zwischen 1707 und 1711, wuchs durch einen erneuten Ausbruch im 19. Jahrhundert und wurde schließlich 1928 durch weitere Eruptionen mit der Insel Mikri Kameni verbunden.
Wir fahren heute zunächst mit einem kleinen traditionellen Schiff namens Odysseus vom Hafen Athinos zum alten Hafen in Fira. Dort steigen wir auf die Poseidon um – vielleicht auch nicht schlecht so, denn es heißt ja ‚Nomen est Omen‘. Mit der Poseidon geht es dann zunächst um die Insel Nea Kameni herum zu einer Bucht vor Palea Kameni, wo, wer mag, sich ins kalte Nass stürzen kann, um zu den – heute nicht so heißen – Schwefelquellen zu schwimmen. Anschließend setzen wir dann über zur Nachbarinsel und wandern durch die außerirdisch anmutende Landschaft den 127 Meter hohen Krater hinauf. Von hier aus hat man eine herrliche 360 Grad-Sicht auf den ganzen Archipel.
Per Privattransport mit der Agio Nikolao – Schutzpatron der Seefahrer, da kann nichts schief gehen – geht es dann zurück zum Hafen Athinos und mit dem Bus weiter zum Hotel um sich erst einmal ein wenig frisch zu machen.
Am Nachmittag geht es dann nach Akrotiri, das griechische Pompeij. Die ehemals blühende Handelsstadt der Minoer wurde bei der großen Eruption im 17. oder 16. Jahrhundert zerstört und bis ins 19. Jahrhundert unter der Vulkanasche konserviert. Anders wie in Pompeij wurden hier jedoch keine Leichen gefunden, sodass man davon ausgehen kann, dass die Menschen durch vorhergehende Erdbeben rechtzeitig gewarnt worden sein müssen und genügend Zeit hatten die Stadt zu verlassen.
Was hier seit etwa 40 Jahren kontinuierlich ausgegraben wird, ist zwar ein Vorzeigeprojekt, jedoch wurden bisher nur lediglich zwei Hektar der ehemaligen Stadt freigelegt, man vermutet dass die Stadt noch sehr viel größer gewesen ist. Wir können jedoch anhand der Bauweise der Häuser und deren Ausstattung, sowie den gefundenen Alltagsgegenständen darauf schließen wie hoch entwickelt die minoische Kultur auf Santorin gewesen sein muss.
Im Anschluss fahren wir auf den höchsten Berg der Insel, den Profitis Ilias. Von 568 Metern Höhe hat man noch einmal einen herrlichen Blick über das ganze Eiland und wir sind buchstäblich über den Wolken. Ein würdiger Abschied. Auf dem Weg zurück zum Hotel machen wir noch einen kleinen Stopp im traditionellen Dörfchen Pyrgos. Wer möchte spaziert noch mit hinauf zur kleinen Burgfestung, wer müde ist bleibt am Dorfplatz um eines der Inselmaskottchen, einen bunt behängten Esel zu streicheln.
Im Hotel Afroditi Venus folgt dann unser letztes gemeinsames Abendessen, denn ein Ehepaar hat noch anschließenden Badeurlaub gebucht und auch Sevastianna wird uns morgen im Laufe des Tages verlassen.

Tag 10 Flug nach Athen – Stadtrundfahrt in Athen


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Heute Morgen geht es wieder früh los, denn wir müssen Flug zurück nach Athen erreichen. Es ist nur eine kurze Fahrt von unserem Hotel zum kleinen Flughafen von Santorin. Nach dem Check In und kurzer Wartezeit auf der Terrasse mit Blick auf das wenig belebte Rollfeld ist es auch schon Zeit das Flugzeug zu besteigen. Der Flug über die Inselwelt der Kykladen ist bei wunderbarer Sicht nicht nur kurz, sondern auch kurzweilig und nach nicht einmal 45 Minuten landen wir auch schon wieder.
Da wir aufgrund des frühen Fluges noch fast den ganzen Tag in Athen haben, haben sich die meisten von uns entschlossen an einer Stadtrundfahrt mit anschließender Besichtigung der Akropolis teilzunehmen.
Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt beginnt Sevastianna damit uns die Geschichte der griechischen Hauptstadt zu erzählen. Athen ist zwar schon seit der Jungsteinzeit besiedelt gewesen, wurde jedoch erst als zweite Hauptstadt des unabhängigen Griechenlands 1834 zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes. Über viele Jahrtausende war die heutige Millionenmetropole kaum größer als der Akropolis-Hügel und die Bewohner erlebten viele Aufschwünge und Niedergänge ihrer Stadt.
Die meisten historischen Gebäude der Neuzeit stammen aus dem 19. Jahrhundert, gebaut von deutschen und dänischen Architekten.  Wir fahren zunächst vorbei am ehemaligen Königspalast Ottos I. der heute Sitz des Griechischen Parlaments ist. Am Syntagma-Platz findet sich auch eine Menge Schaulustiger, die dort die Evzonen beobachten, die in der traditionellen Tracht der griechischen Freiheitskämpfer das Grab des unbekannten Soldaten bewachen. Nicht weit entfernt steht die sogenannte Athener Trilogie: Akademie, alte Universität und ehemalige Nationalbibliothek. Unweit liegt auch unser Hotel, wo sich ein Teil der Gruppe bis zum Abend verabschiedet. Wir fahren weiter zum Olympiastadion von 1896, wo jedes Jahr der traditionelle Marathonlauf endet. Vorbei an den Ruinen des niemals vollendeten Zeus-Tempels geht es für uns nun in Richtig Altstadt, die hier Plaka genannt wird.
Nach einer kleinen Mittagspause folgt dann das Highlight: der Aufstieg zur Akropolis.
Schon zu mykenischer Zeit wurden weite Teile Attikas von hier kontrolliert, doch ihr heutiges Aussehen verdankt die Akropolis einem großen Unglück. Zwar siegten die Athener als Vormacht des Attischen Seebundes 480 v. Chr. über die Perser, diese hatten jedoch unterdessen schon weite Teile Athens zerstört. Glücklicherweise wurden viele religiöse Bildnisse respektiert und nicht zerstört, sondern inmitten der Trümmer begraben, sodass sie unbeschadet viele Jahrhunderte überdauerten bis sie im 19. und 20. Jahrhundert von Archäologen wiedergefunden wurden.
Als Zeichen des Triumphes über die Perser veranlasste Perikles unter der Leitung des Phidias und finanziert durch die Bundeskasse einen Wiederaufbau. Zwischen 467 v. Chr. und 406 v. Chr. entstanden unter anderem die Propyläen, das Erechtheion, der Niketempel und der Parthenon.
Bis ins 17. Jahrhundert wurden die Bauten der Akropolis von vielen Herrschen benutzt und umgenutzt, sie blieben jedoch weitestgehend unbeschadet. Erst unter venezianischer Belagerung, als der Parthenon als osmanisches Pulvermagazin genutzt wurde, kam es zur Katastrophe. Unter Beschuss gab es eine große Explosion, die viele der Gebäude stark beschädigte.  Fast 200 Jahre gerieten die antiken Ruinen beinahe in Vergessenheit, bis im 19. Jahrhundert das Interesse daran wuchs, die Überreste des antiken Griechenlands zu erforschen und später auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Nach der ausführlichen Führung über die Akropolis müssen wir uns leider von Sevastianna verabschieden und zum Hotel fahren.
Am Abend treffen wir uns im Dachgeschoss des Hotels, den ausnahmsweise dürfen wir heute im Restaurant mit Blick auf die Akropolis zu Abend essen. Umso schöner ist es, so gemeinsam den letzten Abend der Reise ausklingen zu lassen.

Tag 11 Athen – Rückreise


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Während die Ersten heute schon morgens abreisen müssen, bleibt für diejenigen, die erst nachmittags zurück nach Berlin fliegen noch etwas Zeit in der griechischen Hauptstadt. Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels beschließen einige noch das 2009 eröffnete neue Akropolis-Museum zu besuchen. Direkt unterhalb des Südhangs des Akropolis-Bergs gelegen kddarchäologischen Funde der Ausgrabungen auf dem Hügel, sowie die kostbaren Originale der Statuen und Reliefs der klassischen Tempelanlagen, die in Griechenland verblieben sind. Besonders beeindruckend finden wir es, die berühmten Karyatiden des Erechnatons einmal aus nächster Nähe betrachten zu können. Außerdem bewundern wir die moderne Nachbildung des Parthenon im verglasten Obergeschoss, wo Originale und Repliken der sich in anderen Museen befindenden Reliefteile in originalgetreuer Anordnung angebracht sind. So bekommt man doch einen ganz anderen Eindruck davon, wie das Ganze einmal ausgesehen haben kann.
Beim Bau des Museums ebenfalls berücksichtigt wurde die antike Siedlung, die sich an derselben Stelle befunden hat, und die man heute durch einen Glasfußboden sehen kann. Wir sind alle begeistert von dem tollen Museumsprojekt, das unter anderem durch die jahrelange Bemühung der griechischen Schauspielerin und Politikerin Melina Mercuri, endlich realisiert werden konnte. Am frühen Nachmittag heißt es dann endgültig Abschied nehmen. Wir werden vom Hotel abgeholt und wieder zum Flughafen gebracht. Wenig später sitzen wir auch schon im Flieger Richtung Berlin. Im Gepäck haben wir außer zahlreicher Steine und anderen Andenken auch eine Menge Erinnerungen und neue Eindrücke, die es erst einmal zu verarbeiten gilt. Obwohl wir keine Studienreise gemacht haben, haben wir doch viel Neues gehört und altes, längst verdrängtes Wissen aufgefrischt – und trotzdem viel von Land und Leuten mitbekommen. Eine schöne und ereignisreiche Reise geht langsam zu Ende.  

Liebe Gäste, ich möchte mich ganz herzlich für die schöne und mitunter sehr lustige Reise bedanken. Ich hoffe, dass zumindest ein paar Dinge hängen geblieben sind. Wenn Sie dann demnächst den Fernseher einschalten und die Dokumentation über Delos und Mykonos sehen, werden Sie sich sicher an einiges erinnern. Es war zwar eine Spaßfahrt, aber sicherlich mit ein wenig wohldosierter Studienreise inbegriffen.

In diesem Sinne: Ich bin Grieche. Feta-licherseits.

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