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Rundreise Wales – Natur & Kultur

Reisebericht: 04.06. – 14.06.2026

Bei nur 8,5% der Landesfläche des Vereinigten Königreichs bleibt Wales oft unbeachtet - völlig zu Unrecht, wie diese Reise zeigen soll.

Sinah Witzig

Ein Reisebericht von
Sinah Witzig

Lacock – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Cardiff Castle – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Cardiff: Animal Wall – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Caerphilly Castle – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Tenby – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Martin's Haven – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Blaenau Ffestinog Bahnhof – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Caernarfon Castle – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Bodnant Garden – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Conwy: Kleinstes Haus in Großbritannien – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Conwy – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Eryri (Snowdonia) Nationalpark – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL)

04.06.2026 Anreise nach Hoek van Holland

Unsere Reise beginnt am Flughafen Dresden pünktlich und wir reisen mit Zwischenstopps in Siebenlehn, Chemnitz; Meerane, Jena und Weimar weiter in Richtung Westen. Schon vor der Mittagspause erreichen wir unseren vorletzten Zustieg in Nordrheinwestfalen und am frühen Nachmittag ist unsere Reisegruppe mit 23 Personen vorerst komplett.
Unsere Fahrt führt uns schon bald über die niederländische Grenze. Hier wird der Verkehr nun dichter und die letzten Kilometer in Richtung Rotterdam ziehen sich - aber kein Grund zur Sorge, wir haben genügend Zeit.
Der Hafen von Rotterdam ist bis heute einer der größten der Welt und so fahren wir fast eine Dreiviertelstunde entlang verschiedener Hafenanlagen und Industriegebäude bis wir schließlich unseren Fährhafen in Hoek van Holland erreichen. Der Check In geht schnell von Statten und so können wir schon bald unsere Kabinen beziehen. Beim Abendessen tauschen wir erste Erwartungen und Wünsche zur Reise aus und fallen danach auch recht bald in die Betten.

05.06.2026 Reise durch England nach Wales

Früh am Morgen erreichen wir die englische Küste bei Harwich. Nach dem Frühstück geht es dann für uns mit unserem Bus an Land und nach der Passkontrolle direkt weiter in Richtung London. Am Freitag Morgen herrscht eine Menge Berufsverkehr, also entscheiden wir, die große Metropolregion in südlicher Richtung zu umfahren, was erstaunlich gut gelingt. Von der Autobahn aus können wir dann sogar kurz einen Blick auf Windsor Castle erhaschen. Nun geht es weiter durch die Grafschaft Wessex, vorbei an schier endlos erscheinenden grünen Wiesen und Feldern. Gegen Mittag erreichen wir den südlichen Teil der Cotswolds. Die Region im Südwesten Englands umfasst etwa 2000 km² und gilt auch als „Herz Englands“. Die Landschaft wird bestimmt durch sanfte Hügel und kleine pittoreske Dörfchen mit aus Stein gebauten anderthalb-geschossigen Häusern, die zum Teil bis heute noch mit Stroh gedeckt sind. Als eines der schönsten Beispiele besuchen wir Lacock, ein Ort, der sowohl für seine ehemalige Abtei, die zum Herrenhaus umgestaltet wurde, als auch als Drehort für viele Serien und Filme bekannt geworden ist. Allen voran natürlich Harry Potter - und da es keine Reisegruppe ohne Harry Potter-Fans gibt, unternehmen wir einen kleinen Spaziergang zu den verschiedenen bekannten Gebäuden, bevor dann jeder selbst noch auf Erkundungstour gehen kann.
Schon bald nach unserer Weiterfahrt am Nachmittag erreichen wir den Fluss Severn. Mit 394 Kilometern ist er der längste Fluss Großbritanniens. Er entspringt in den Cumbrian Mountains in Wales, fließt dann durch England, um am Ende als Grenzfluss zwischen Wales und England in den Bristol Chanel zu münden. Bevor wir feierlich Wales erreichen, legen wir noch einen kurzen Stopp ein, um die 1966 eingeweihte, erste Autobahnbrücke über den Severn näher zu begutachten. Endlich auf der anderen Seite angekommen, besuchen wir dann noch kurz das Örtchen Chepstow. Es ist die östlichste Siedlung in Wales, direkt am zweiten Grenzfluss Wye gelegen. Direkt nach der normannischen Eroberung, noch gegen Ende des 11. Jahrhunderts, ließ William FitzOsbern hier eine Burg erbauen, die heute nur noch als pittoreske Ruine erhalten ist. Für die Dresdner ist jedoch etwas anderes gerade noch interessanter: hier in Chepstow gibt es eine alte gusseiserne Brücke, die über den Wye führt und Wales mit England auf der anderen Seite verbindet. Zumindest theoretisch. Denn im letzten Jahr wurde die Brücke als baufällig entlarvt und nun ist sie nach einer Sperrung für Fahrzeuge, seit einigen Wochen vollständig gesperrt. Wir fühlen uns schon wie Zuhause...
Noch einem kurzen Aufenthalt heißt es jetzt aber: Kurs West - die Hauptstadt ruft. Nach einer guten Stunde und dem üblichen Berufsverkehr um Newport und Caerleon erreichen wir Cardiff. Unser Hotel liegt direkt neben dem Hauptbahnhof und in perfekter Ausgangslage, um nach dem Check In noch einen kleinen Entdeckungsspaziergang am späten Nachmittag zu machen. Vor dem Abendessen stößt dann auch das letzte fehlende Mitglied unserer Reisegruppe zu uns, so dass wir wenig später alle gemeinsam den Tag ausklingen lassen können.

06.06.2026 Ein Tag in der Hauptstadt: Cardiff

Unser erster richtiger Tag in Wales ist natürlich zunächst einmal der Hauptstadt Cardiff gewidmet. Sie zählt heute als Großraum über eine Million Einwohner. Ursprünglich war der Ort an der Cardiff Bay ein römischer Stützpunkt, der später in Vergessenheit geriet. Im Mittelalter neu gegründet, blieb Cardiff bis zur Industrialisierung ein unbedeutendes kleines Städtchen, das dann aber dank Bergbau und Industrie einen ungeahnten Aufschwung erlebte. Der schottischen Adelsfamilie Bute, gehörte damals fast die ganze Stadt und sie sorgte für kräftigen Wachstumsschub, als sie beispielsweise den Hafen an der Cardiff Bay ausbauen ließ, so dass er kurzzeitig zum größten Kohlehafen der Welt wurde. Erst im Jahr 1905 erhielt Cardiff erneut Stadtrechte, seit 1955 ist die Stadt Hauptort und Verwaltungszentrum des Landes Wales innerhalb des Vereinigten Königreichs. Grund dafür war weniger die historische Bedeutung, als vielmehr die beste Infrastruktur im Land.
Unser erstes Ziel ist am Morgen Cardiff Castle. Auf den Resten eines römischen Kastells wurde es im 12. Jahrhundert zunächst als normannische Burg errichtet. Nach mehreren Ausbaustufen schließlich verfallen, wurde es seit Ende des 18. Jahrhunderts von der Bute-Familie in historisierendem Stil restauriert und erneuert. Wir besuchen den Innenhof und das darin befindliche viktorianische Herrenhaus, von den Butes fast wie ein Märchenschloss außen und innen ausgebaut. Speisesaal, Smoking Room und Bibliothek zeugen vom Geschmack und dem finanziellen Vermögen der Burgherren. Jeder kann nun jeder noch ein wenig auf eigene Faust die Burg erkunden, eine Mittagspause einlegen oder eines der umliegenden Museen besuchen, bevor wir uns am Nachmittag mit unserem Stadtführer David treffen. Während es über Mittag geregnet hat, scheint das Wetter sich nun gebessert zu haben und wir entscheiden uns, einen ersten Teil der Besichtigung zu Fuß zu machen. David nimmt seine Aufgabe sehr ernst und beginnt ganz am Anfang - in der Steinzeit. Auch der einsetzende Regen kann den abgehärteten Waliser nicht abschrecken - und auch nicht die vielen jungen Menschen, die in sehr sommerlichen Outfits durch die Straßen zum Castle strömen, wo bald ein Konzert beginnen soll. Irgendwas machen wir Deutschen wohl falsch... Nachdem wir uns durch die verschiedenen historischen Passagen der Innenstadt, sowie durch die Markthalle geschoben haben und David uns versucht hat, ganz Wales in einer Stunde zu erklären, machen wir uns dann zur Erleichterung der meisten, langsam doch auf den Weg zum Bus. Dort gibt es warme Getränke zum Aufwärmen und wir machen uns auf den Weg durch das Civic Centre nach Cardiff Bay. Entsprechend der heutigen Bedeutung der Stadt wird seit den achtziger Jahren das lange vernachlässigte Hafengebiet in ein Dienstleistungs- und Vergnügungsviertel umgewandelt, welches wir nach einer kurzen Busfahrt hinaus aus dem Zentrum erreichen. Hier an der Cardiff Bay fand nicht nur kurz nach dem Jahr 2000 das neue Parlamentsgebäude seinen Platz, sondern auch zwei weitere Standorte der walisischen Nationalversammlung und ein preisgekröntes, architektonisch bemerkenswertes Kulturzentrum, in dem auch die Nationaloper von Wales ihren Sitz hat.
Nach einem kleinen Spaziergang machen wir uns dann auf den Weg zurück zum Hotel, wo wir uns von David verabschieden und uns vor dem Abendessen noch ein wenig frisch machen können.

07.06.2026 Walisischer Whisky und der Bannau–Brycheiniog–Nationalpark

Bevor wir am nächsten Morgen Cardiff in Richtung des Bannau–Brycheiniog–Nationalparks verlassen, machen wir noch mal einen kleinen Abstecher nach Cardiff Bay. Heute ist das Wetter viel angenehmer und wir nutzen die Gelegenheit, noch eine andere Perspektive auf die vielen modernen und auch historischen Gebäude zu bekommen. Besonders schön ist die Norwegische Kirche, die heute als Erinnerung an die vielen norwegischen Einwanderer im 19. Jahrhundert noch an ihrer alten Stelle im ehemaligen Hafen steht. Der berühmteste Waliser mit norwegischen Wurzeln ist der Schriftsteller Roald Dahl, der 1916 in Cardiff geboren wurde.
Anschließend machen wir uns dann auf den Weg nach Norden.

Der Bannau-Brycheiniog-Nationalpark wurde 1957 als letzter der drei walisischen Parks gegründet. Mit seinen 1344 Quadratkilometern deckt er bedeutend mehr Land ab als nur die Brecon Beacons selbst. Während der Industrialisierung waren die Gebiete des heutigen Nationalparks das Zentrum des Eisen-, Kohle- und Kupferabbaus und vor allem die Kleinstadt Merthyr Tydfil im Taff Valley wurde zur Boom-Town. Mit dem immer weiter sinkenden Absatz von Steinkohle ab dem frühen 20. Jahrhunderts ging die Schwerindustrie jedoch langsam aber sicher zurück. Heute wird nur noch an zwei Standorten im Tagebau Kohle abgebaut. Also war man gezwungen neue Erwerbsquellen zu finden - oder alte wieder zu beleben.
Wie überall auf den britischen Inseln hatte Whisky auch in Wales eine lange Tradition, die schon auf die frühchristlichen Mönche des 6. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Allerdings sorgten die Abstinenzbewegung im 19. Jahrhundert sowie das riesige Angebot an Scotch Whisky für einen Niedergang der walisischen Produktion, sodass die letzte Brennerei im Jahr 1900 verkauft und wenig später geschlossen wurde. Erst im Jahr 2000 begann die Renaissance des Whisky in Wales mit der Gründung der Welsh Whisky Company in Penderyn. Mit einer völlig neuen Destilliermethode und ganz neuen Ideen des Whisky Virtuosen Dr. Jim Swan begann man hier am Rande des Bannau-Brycheiniog-Nationalparks wieder walisischen Single Malt Whisky herzustellen. Wir dürfen bei einer Führung einen Blick hinter die Kulissen der Brennerei werfen und uns die einzigartige Destilliertechnik ansehen. Anschließend lernen wir eine ganze Menge über die Lagerung des Alkohols und die Unterschiede zwischen irischem, schottischem und walisischem Whisky. Am Ende dürfen natürlich auch eine Vorstellung aller Produkte und eine ausführliche Verkostung nicht fehlen.

Gut gelaunt geht es anschließend weiter mit einer Panoramafahrt durch den Nationalpark. Zwischen den sanften grünen Hügeln weiden jede Menge Schafe - einige davon stehen auch recht unerschrocken mitten auf der Straße. Wir haben sogar das Glück, einige der hier wild lebenden Ponys zu entdecken, bevor wir zurück auf die Hauptstraße kommen. Vorbei an mehreren Stauseen kommen wir dann zu einem großen Parkplatz, von wo aus sich eine Ameisenstraße von Wanderern den Weg hinaufschlengeln auf den höchsten Berg Pen y Fan mit seinen immerhin 886 Metern.
Wenig später erreichen wir den größten Ort der Region, Brecon. Der Grund der uns in dieses beschauliche Örtchen führt, ist der Monmouthshire & Brecon Canal. Dieser Kanal ist Teil eines noch größeren Transportsystems und wurde 1796 begonnen zu bauen. Es gab zwei damals wichtige Gründe dafür, einerseits Kohle, Kalk und lokale Landwirtschaftsprodukte billig bereitzustellen und andererseits sollten Eisen und Kohle für den Export nach Newport gebracht werden. Und so leiteten der Ingenieur Thomas Dadford, sein Vater und seine Brüder die Arbeiten. Die letzten Arbeiten waren 1812 vollendet. Es begann eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, bis die Eisenbahn der Schifffahrt den Rang ablief. Der Kanal geriet in Vergessenheit und erst als 1952 eine erfolgreiche Zusammenkunft der Inland Waterways Association organisiert wurde, war ein Wendepunkt für die Zukunft des Kanals geschaffen. National interessierte man sich nun für den Zustand des Kanalsystems, um es für Freizeit und Tourismus zu gestalten. 1968 begannen Restaurierungsarbeiten und wurden 1997 in Brecon abgeschlossen. Nun ist der liebevoll Mon&Brec genannte Kanal weithin bekannt und wir können eine gemächliche Bootsfahrt unter grünen Bäumen, durch historische Brücken, Schleusen und Aquädukte unternehmen. Während wir gemütlich vor uns her schippern ist auch mit einem üppigen Afternoon Tea für unser leibliches Wohl gesorgt. Besonders begeistert uns aber die vierbeinige Schleusenwächterin Daisy, eine sehr flauschige Schäferhunddame.
Zurück in Cardiff geht es am Abend für uns zu einem Tapetenwechsel in benachbarte Restaurant Browns, wo wir sehr gut zu Abend essen.

08.06.2026 Caerphilly Castle und Reise durch Südwales ins Pembrokeshire

Wir verabschieden uns heute von der Hauptstadt Cardiff. Unser erstes Ziel liegt jedoch nicht weit entfernt: Caerphilly Castle wurde sogar errichtet, um die normannische Eroberung Cardiffs zu verteidigen. Die Wehrburg war die erste von vielen Burgen, die unter der Regentschaft Eduard I. errichtet wurde und war als vollkonzentrische Burg mit zwei Ringmauern ein glänzendes Vorbild für die spätere Militärarchitektur. Die Mutter aller walisischer Burgen sozusagen. Mit einer Grundfläche von 1,2 Hektar ist sie nach Windsor Castle die zweitgrößte Burg in Großbritannien. Insgesamt umfasst das Gelände von Caerphilly Castle mit den umgebenden Wasserflächen über 12 Hektar und lädt heute zu Spaziergängen ein.
Bei herrlichem Wetter führt uns unser Weg dann gegen Mittag zu einem kleinen Extra-Programmpunkt. Im Museum of Welsh Life befindet sich ein wunderbares Freilichtmuseum, in welchem Gebäude aus ganz Wales wiederaufgebaut wurden und welche uns heutzutage die Lebensrealität der Menschen in den letzten Jahrhunderten zeigen können. Von einfachen Cottages über Verwaltungsgebäude und Kirchen bis hin zu schnell verfügbarer Nachkriegsbehausung ist hier alles ausgestellt - wirklich interessant.
Auf den Spuren des Nationaldichters Dylan Thomas reisen wir nun weiter entlang der walisischen Südküste. Geboren wurde der Schriftsteller 1914 in der zweitgrößten Stadt Wales, in Swansea. Dort verbrachte er auch den Großteil seines Lebens und verpasste seiner Heimatstadt den Titel "ugly, lovely town". Inspiriert wurde der junge Dylan Thomas von der düsteren Atmosphäre der Industriestadt, dem Meer und den Bergen, die sie umgeben und der tristen Stimmung, die die Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise hinterließen. In Deutschland ist der Schriftsteller heute eher weniger bekannt, doch zu seiner Zeit beeinflusste er eine Generation an neuen Künstlern - unter anderem Robert Alan Zimmermann, der sich selbst den Künstlernamen Bob Dylan gab.
Unser letztes Ziel ist heute das Seebad Tenby, welches reizvoll an der Steilküste des Pembrokeshire liegt. Bekannt ist das Städtchen vor allem für seine bunten Häuser und die gut erhaltene Stadtmauer, die schon im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Jan manövriert uns mit dem Bus gekonnt durch die engen Straßen bis zu unserem Hotel, welches direkt zwischen Stadtmauer und Steilküste liegt. Wir beziehen unsere Zimmer und begeben uns vor dem Abendessen bei herrlichem Sonnenschein auf Erkundungstour durch das kleine Städtchen.

09.06.2026 Pembroke, Bootsfahrt um Skomer Island und die kleinste City Großbritanniens

So recht wollen wir das hübsche Städtchen Tenby noch nicht verlassen, aber wir haben heute jede Menge auf dem Programm. Das erste Ziel ist heute die Marktstadt Pembroke. Einst bedeutend durch Wollhandel und Textilproduktion, wurde der Ort zunehmend wichtig als Sitz mächtiger Grafen im an die Stadt anschließenden Pembroke Castle.
Diese gewaltige Festungsanlage beeindruckt bis heute. Hier in diese Burg, seinen Geburtsort, zog sich während der Rosenkriege im 15. Jahrhundert der Letzte des Hauses Lancaster, der Earl of Richmond, Henry Tudor zurück. Es gelang ihm, frische Kräfte auszuheben und 1485 in der Schlacht von Bosworth Field den umstrittenen König Richard III. aus dem Hause York zu besiegen. Als Heinrich VII. begründete er die Tudor-Dynastie, deren bedeutendste Vertreter Heinrich VIII. und Elisabeth I. waren. Henry VII. gilt als der Anfang eines „Goldenen Zeitalters" für England. Eintauchen in die Geschichte - das gelingt einem schon beim Besichtigen der mächtigen Burganlage von Pembroke, die mit ihren mehr als fünf Meter dicken Ringmauern, mit mehreren Haupt- und Wohntürmen und an drei Seiten von Wasser umgeben, Stadt und Hafen dominiert und die Umgebung beherrscht. Zu unserer Überraschung treffen wir hier auch noch einmal David, unseren Stadtführer aus Cardiff, doch leider haben wir keine Zeit seiner Führung beizuwohnen, denn wir haben heute noch mehr vor.
Unser Weg führt uns nun vorbei an Milford Haven - einer der größten Naturhäfen der Welt. Heute ist hier vor allem Petrolindustrie angesiedelt, im 18. und 19. Jahrhundert sind von hier Walfangschiffe gestartet um wertvolle Ressourcen für die Industrialisierung unter lebensgefährlichem Einsatz zu erwirtschaften. Und ein Waliser, der es auf seinem Weg besonders weit gebracht hatte, trug den Namen seiner Heimat besonders weit: John Grono taufte 1823 den weltberühmten Milford Sound in Neuseeland.
Wir erreichen nun bald schon den Pembrokeshire Coast Nationalpark - mit knapp 300 Kilometern malerischer Strände und aufregender Steilküste gilt er als einer der schönsten Großbritanniens. Unser Ziel ist jetzt die Bucht von Martin's Haven, wohin uns eine kleine und gewundene Landstraße bringt. Jan kann heute definitiv ein mal mehr sein fahrerisches Können unter Beweis stellen, denn an manchen Stellen ist die Straße kaum breiter als der Bus - und natürlich sind genau das immer die Stellen, an denen uns Gegenverkehr entgegen braust. Nichtsdestotrotz erreichen wir unser Ziel pünktlich und unbeschadet. Bei herrlichem Sonnenschein sind wir nun also bereit zum Highlight unseres Tages: eine Bootsfahrt zum Naturreservat Skomer Island. Die drei Quadratkilometer große Insel ist Naturschutzgebiet und Brutgebiet für zahlreiche Seevögel wie Atlantiksturmtaucher, Lummen, Alken, Kormorane, Möwen und Papageientaucher - vor allem die letzteren sind der Grund für die meisten Besucher nach Skomer zu kommen, denn die kleinen Alkenvögel zu beobachten ist eine wahre Freude. Unsere Bootsfahrt startet mit ordentlich Wellengang, doch wir nehmen es alle mit Humor. Schnell sind wir auch wieder in geschützterem Wasser und können uns nun vollständig der Tierbeobachtung widmen. Neben den vielen Seevögeln entdecken einige von uns auch eine Kegelrobbe, die sich gemütlich am Strand sonnt. Besonders in Erinnerung bleiben wird auch Möwe George, mit der der Bootsguide Jim eine ganz besondere Beziehung zu pflegen scheint.
Gut gelaunt erreichen wir nach einer Stunde wieder den sicheren Hafen von Martin's Haven und machen uns schon bald auf den Weg zum nächsten Ziel.
Die winzige Domstadt St David's ist die am westlichsten gelegene Ort in Wales und wurde benannt nach dem ersten Missionar und gleichzeitigem Schutzheiligen von Wales. Das ihm geweihte Gotteshaus ist der größte Kirchenbau in Wales und verleiht der Stadt, trotz ihrer geringen Größe, den Beinamen „City". Seit dem 6. Jahrhundert soll es an dieser Stelle im Flusstal des Alun eine Kirche gegeben haben. Der heutige Bau stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und ist eigentlich der letzte große normannische Kirchenbau auf der Insel Großbritannien, aber insgesamt 350 Jahre Bauzeit haben vor allem sein Äußeres zur heutigen Mischung normannischer und gotischer Architektur verändert. Beeindruckt besichtigen wir die mittelalterliche Kirche, die etwas außerhalb des kleinen Örtchens in einer Senke liegt. Anschließend bleibt noch ein wenig Zeit für einen nachmittäglichen Bummel durch die Hauptstraße bevor wir unseren Weg nach Norden fortsetzen.
Unser Ziel ist heute das Seebad Aberystwyth, welches gleichzeitig auch der größte Ort auf dem Weg von Süden nach Norden ist. Wir beziehen unsere Zimmer in unserem Hotel direkt an der Strandpromenade und lassen den ereignisreichen Tag beim gemeinsamen Abendessen ausklingen.

10.06.2026 Dampfzüge, ein italienisches Dorf und der längste Ortsnamen Europas

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt in Richtung Norden fort. Schon bald erreichen wir den Eryri-Nationalpark, früher Snowdonia. Was heute der drittgrößte Nationalpark Großbritanniens ist, war noch bis ins 20. Jahrhundert das größte Schieferabbaugebiet der Welt. Unser erstes Ziel heute ist Blaenau Ffestiniog. Im Jahre 1898 waren hier etwa 17.000 Arbeiter mit dem Abbau von Schiefer beschäftigt. Die Produktionsmengen lagen zu diesem Zeitpunkt bei jährlich 500.000 Tonnen Schiefer. Während man anfangs noch Pferdewagen nutzte um das zerbrechliche Gut in den Hafen von Porthmadog zu transportieren, von wo es nach Europa verschifft wurde, wurde ab 1833 eine Schmalspurbahn gebaut - mit einer unglaublichen Trassierung: Man nutzte das natürliche Gefälle aus und so konnte die Bahn nur mittels Schwerkraft den Hafen von Portmadog erreichen. Zurück zogen Pferde den leeren Zug. Später kamen Dampfloks, die extra für die spezielle Spurweite der Trasse entwickelt wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts führten dann der Rückgang der Nachfrage nach Schiefer und der Krieg zur Stilllegung der Bahn 1937. Eisenbahn-Enthusiasten ist es zu verdanken, dass ab den 50er Jahren eine Wiederbelebung der Strecke für touristische Aktivitäten begann und so können wir heute unsere Fahrt durch Snowdonia antreten. Gespannt erwarten wir die Einfahrt der historischen Dampflok Blanche und beobachten das umsetzen im Bahnhof, bevor wir selbst in eines der Abteile steigen. Während der Zug sich nun langsam auf die 27 Kilometer lange Strecke macht, zieht die herrliche Berglandschaft an uns vorbei. Unterwegs treffen wir noch zwei Gegenzüge, die ebenfalls von wunderschönen historischen Loks gezogen werden. Gegen Mittag erreichen wir Portmadog und sind damit auf Meereshöhe angekommen.
Unser nächstes Ziel liegt nur wenige Kilometer entfernt, könnte aber nicht gegensätzlicher sein: das italienische Dorf in Wales, Portmeirion, war die Idee des Architekten Clough William-Ellis. 1925 begann er, inspiriert von Sehnsuchtsorten wie Portofino, mit den Arbeiten an seinem Projekt. Es sollte mehr als 50 Jahre dauern bis alles fertig war - ein mediterranes Dorf über der Bucht von Tremadog. Die Phantasie des Schöpfers inspirierte über die Jahrzehnte wiederum Schauspieler, Musiker und Filmemacher und auch wir staunen über die Utopie des Ortes.
Bevor wir uns am Nachmittag auf den Weg zu unserem Hotel machen, wagen wir einen Abstecher, überqueren per Brücke die malerische Meerenge Menai-Strait und erreichen Großbritanniens zweitgrößte Insel Anglesey. Von hier aus können wir einen fantastischen Blick auf die Snowdon-Range erhaschen und auch auf die beiden Brücken, die die Menai-Strait queren.
Es folgt ein Stopp im vielleicht ungewöhnlichsten Ort des Vereinigten Königreiches, der nur wegen der Länge und Unaussprechlichkeit seines Ortsnamens zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Wales gehört: Llanfairpwll­gwyngyllgogerychwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch. Das bedeutet so viel wie "Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe der Stromschnellen und der Tysiliokirche bei der roten Höhle" - fast nicht kompliziert, oder? Auf das Angebot den Namen für ein Freigetränk auswendig zu lernen verzichten alle freiwillig und drehen stattdessen eine Runde im obligatorischen Souvenirshop.
Am Abend erreichen wir dann unsere nächste Unterkunft im Universitätsviertel des Städtchens Bangor. Die Lage mit Blick auf die Menai-Strait lädt zu einem kleinen Spaziergang vor dem Abendessen ein.

11.06.2026 Caernarfon und Eryri Nationalpark mit Snowdon Mountain Railway

Der nächste Morgen begrüßt uns mit echt britischem Wetter - aber da wir es nicht ändern können, nehmen wir uns vor, das beste daraus zu machen und machen uns auf den Weg nach Caernarfon um die ehemalige Hauptstadt des neuen, im 13. Jahrhundert von Eduard I. errichteten englisch geführten Wales, zu erkunden. Dazu wartet zunächst die Burg auf uns - eine weitere der vier mächtigen Burgen, die während dieser Periode erbaut wurden. Besondere Bedeutung bekam Caernarfon dadurch, dass 1284 wahrscheinlich der spätere Eduard II. hier in der Burg geboren wurde. Der König erhob seinen Sohn 1301 zum ersten englischen Prince of Wales. Diese Tradition re-etablierte man 1911 mit der Einführung des späteren Eduard VIII. als Price of Wales in der um 1870 restaurierten Burg.
Wir haben ausreichend Zeit, die riesige Anlage zu erkunden, steigen nach oben auf die Festungsmauern und können Filme zur Festung und zur Krönung des heutigen Königs Charles III. zum Prince of Wales 1969 sehen. Im Krönungssaal verdeutlicht ein überdimensionales Schachspiel das "Game of Crowns" im Spiegel der Zeiten, wir können den Thron bestaunen und mit den zahlreichen Zeittafeln in die Geschichte zurückreisen. Wer mag verbringt noch etwas Zeit im Ort selbst, denn die kleinen Gassen laden zum Bummeln ein und in den Cafés ist es gemütlich, während es draußen regnet.
Gegen Mittag führt uns unser Weg dann zurück in den Eryri, ehemals Snowdonia, Nationalpark. Mit dem Bus erreichten wir den kleinen Ort Llanberis am Fuße Wales' höchstem Berg. Hier sammeln wir schon einmal die Fahrkarten für unsere Fahrt mit der Snowdon Mountain Railway am Nachmittag ein. Dann fahren wir weiter zu einem der bekanntesten Touristenorte von Nordwales, das Dorf Betws-y-Coed, das als „Tor zu Snowdonia" gilt. Drei Flüsse fließen hier zusammen und vereinigen ihre Täler. Rund um den Bahnhof sind Souvenirläden, Restaurants und Cafés zu finden, die einen Bummel und längeren Aufenthalt wert sind und auch bei britischem Wetter keine allzu schlechte Alternative. Zu unserer Freude hellt sich der Himmel nun zumindest ein wenig auf und es hört auf zu regnen.
Anschließend fahren wir über den Pen-y-Pass zurück zur Talstation der Snowdon Mountain Railway - der einzigen Zahnradbahn in Großbritannien. Schon 1869 hatte man die Idee zum Bau der Schmalspurbahn zum Gipfel des höchsten Berges in England und Wales. Bis zum Baubeginn vergingen jedoch noch 25 Jahre und 1896 eröffnete man die Touristenbahn feierlich.
Mit einem neuen Videofilm im Besucherzentrum werden wir zum 130jährigen Jubiläum vor der Abfahrt des Zuges eingestimmt. Dann geht es los, die etwa 7,5 Kilometer hinauf zum Mount Snowdon oder walisisch Yr Wyddfa. Oft herrschen hier extreme Wettersituationen - ungewöhnlich bei einer Höhe von „nur" 1085 Metern. Diesen Umstand nutzen jedoch bis heute Bergsteiger aus aller Welt, um ihr Equipment für Hochalpintouren zu testen - wie einst schon Sir Edmund Hillary vor seiner Mount Everest Expedition.
Die Kuppe des Berges aus hartem Vulkangestein ist frei von Wald und die erste Hälfte der Auffahrt können wir den Panoramablick in die Bergwelt von Wales genießen, dann werden leider auch wir Opfer der extremen Wetterverhältnisse: zuerst verschwindet unser Zug im Nebel und dann gibt der Zugbegleiter bekannt, dass wir leider nicht bis zum Gipfel fahren können, da der Wind zu stark ist. Wir trösten uns damit, dass wir ohnehin nicht mehr gesehen hätten, vom Gipfel aus. So ist das eben mit dem Wetter in den Bergen, wir müssen es sportlich nehmen. Nach ein paar Minuten Aufenthalt fahren wir also wieder zurück zur Talstation, wo wir zumindest noch Zeit haben, den Souvenirshop zu begutachten. Anschließend machen wir uns auf den Weg zurück nach Bangor. Morgen ist ein neuer Tag...

12.06.2026 Bodnant Garden, Conwy und weitere Erkundungen im Eryri Nationalpark

... und der neue Tag begrüßt uns mit deutlich schönerem Wetter. Was für eine Freude! Entlang der Küstenstraße machen wir uns am Morgen zuerst auf zu einer der schönsten Park- und Gartenanlagen der britischen Insel - Bodnant Garden. Gegründet 1874 im Park um ein Herrenhaus, warten die, während fünf aufeinanderfolgenden Generationen der Familie gewachsenen und gepflegten, Gartenanlagen mit unglaublicher Üppigkeit und Vielfalt auf. Im Laufe der Zeit - bis die Anlage 1949 dem National Trust zur Verwaltung übergeben wurde - nahm man immer neue Flächen hinzu und Themen der Gartengestaltung in Angriff. So gibt es heute einen wild anmutenden Landschaftspark, der sich dem stark bergigen Relief anpasst, einen italienischen Gartenteil und barock anmutende Garten-Elemente mit einem wunderbaren Rosengarten. Bei nun wieder strahlendem Sonnenschein spazieren wir durch die über acht Hektar große Anlage in der zu dieser Jahreszeit vor allem die Seerosen und Hortensien in voller Blüte zu bestaunen sind.
Am Mittag fahren wir dann durch das Conwy-Tal zurück in das gleichnamige Städtchen. Mit seiner Burg und fast komplett erhaltenen Stadtbefestigung gehört es ebenso wie Caernarfon zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die wuchtige Ruine des Conwy Castle, eine der größten Burgen in Großbritannien, spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte und die Ereignisse in und um Conwy im Mittelalter sorgten auch dafür, dass im späten 15. Jahrhundert das walisische Geschlecht der Tudors auf den britischen Thron gelangte.
Wir interessieren uns jedoch zunächst für etwas Profaneres: das kleinste Haus Großbritanniens. Also spazieren wir gemeinsam zu Hafen und werfen einen Blick auf das kleine rote Haus, eingepfercht zwischen Stadtmauer und Nachbarhaus. Ganze 3,05 Meter tief und 1,8 Meter breit ist das ehemalige Fischerhäuschen vor dem sich schnell eine Schlange an neugierigen Besuchern gebildet hat, die alle einmal hereinschauen möchten. Wir nutzen den sonnigen Nachmittag in Conwy dafür, die Stadt weiter zu erkunden, noch einige letzte Souvenirs zu kaufen oder frischen Fisch und Meeresfrüchte zu probieren.
Als wir dann später die Stadt mit dem Bus verlassen gibt es noch ein wenig Nervenkitzel, denn das Stadttor, durch das wir durch müssen ist ungefähr genau so breit wie unser Bus. Da ist Millimeterarbeit gefragt - aber Jan meistert auch diese Prüfung mit Bravour. Bei dem schönen Wetter bietet es sich an, noch einmal die malerische Strecke durch den Nationalpark zu fahren, denn gestern war die Aussicht ja eher... mystisch. Wir fahren durch das Conwy-Tal durch kleine Dörfchen und erreichen schließlich wieder Betws-y-Coed. Ganz in der Nähe befindet sich der beeindruckende Swallow Wasserfall, wo wir einen Stopp einlegen. Von hier aus geht es dann weiter, noch einmal über den Pen-y-Pass und heute zeigt sich auch der Snowdon wieder. Wir trösten uns damit, dass vermutlich auch heute der Wind so stark wäre, dass wir ohnehin nicht bis zum Gipfel fahren könnten und genießen den Anblick aus dem Tal. Kurz vor Llanberis treffen wir dann noch auf eine sehr fotogene Herde Ziegen, die gegenüber des alten Schiefersteinbruchs für uns Motiv steht.
Zurück in Bangor heißt es langsam Koffer packen, denn am nächsten Morgen heißt es leider schon Abschied nehmen von Wales.

13.06.2026 Abschied von Wales und Reise nach Harwich

Nach dem Frühstück erwartet uns heute wieder eine Fahrt quer durch England, nicht jedoch ohne kurz nach der walisisch-englischen Grenze noch einen Stopp im Städtchen Chester einzulegen.
Einst war Chester eine römische Gründung als „Castrum Deva". Doch es war mehr als nur eine Militärpräsenz und aus der ringsum entstandenen Siedlung entwickelte sich ein Ort für Handel und Austausch. Nach der Römerzeit als prachtvoller Ort von den Angelsachsen neu gegründet, wurde Chester im Mittelalter eine äußerst wichtige Handelsstadt, von der aus besonders der Grenzverkehr und Grenzhandel mit Wales organisiert wurde. Das hinterlässt bis heute seine Spuren, denn nicht umsonst ist Chester bekannt für seine einzigartige Bebauung mit Fachwerkhäusern. Ganze Straßenzüge miteinander verbundener historischer Kaufhäuser findet man hier, in denen man auf zwei Etagen einkaufen konnte. Die prächtige Fassadengestaltung begründete den Ruf des Ortes als eine der schönsten Städte Großbritanniens. Wir machen einen Spaziergang in die Stadt bis wir die Fachwerk-Reihen der Innenstadt erreichen, an deren Kreuzung das historische Marktkreuz steht. Dann ist es Zeit für einen individuellen Bummel durch das Zentrum den Besuch der interessanten Kathedrale.
Am Mittag geht es dann weiter quer durch England. Wir fahren durch die West Midlands, vorbei an Stafford, Birmingham und der Dresdner Partnerstadt Coventry. Am späten Nachmittag passieren wir Cambridge und legen in der Nähe des Flughafens Stansted eine letzte Pause ein. Da wir am Abend erst spät auf der Fähre etwas zu Essen bekommen werden, gibt es noch ein kleines Picknick mit walisischem Käse, damit der Hunger nicht allzu groß wird. Dann treten wir die letzte Etappe nach Harwich an.
Überpünktlich erreichen wir den Fährhafen und machen Bekanntschaft mit einer weiteren sächsischen Reisegruppe und mit der äußerst geschäftstüchtigen Duty Free Shop-Mitarbeiterin Claire. Die Wartezeit ist also einigermaßen kurzweilig. Das eigentliche Check In-Prozedere geht recht schnell von statten, jedoch heißt es dann noch einmal Warten, bis wir auf die Fähre dürfen. Es werden also wirklich die Angebote des Duty Free Shops begutachtet - und dann dürfen wir auch endlich auf das Schiff. Gegen 21 Uhr sind wir dann endlich an Bord und können im Restaurant unser letztes gemeinsames Abendessen einnehmen. Danach geht es dann für die meisten recht bald auf die Kabine, denn auch morgen früh können wir leider nicht ausschlafen.

14.06.2026 Ankunft in Hoek van Holland und Heimreise nach Deutschland

Nach einer kurzen Nacht an Bord der Stena Line erreichen wir früh am nächsten Morgen den Fährhafen von Hoek van Holland. Am Sonntag Morgen ist wenig Verkehr und so haben wir schon schnell die deutsche Grenze erreicht und müssen schon vor dem Mittag die ersten Mitreisenden verabschieden. Auch die weitere Rückreise verläuft problemlos, sodass wir alle Reisegäste überpünktlich zu ihren Ausstiegsstellen zu bringen können.
Eine lange und ereignisreichte Reise geht zu Ende und viele schöne Erinnerungen und Eindrücke sind mit im Gepäck.


Liebe Reisegäste,
Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bedanken, dass Sie sich entschieden haben mit uns die eher unbekannten Pfade Großbritanniens gemeinsam zu begehen.
Uns hat es sehr viel Spaß gemacht mit einer so netten und harmonischen Reisegruppe unterwegs zu sein, so viele bekannte Gesichter wieder zu sehen und auch schöne neue Bekanntschaften zu machen.
Wir würden uns sehr über ein Wiedersehen freuen - bis dahin wünschen wir allen viel Gesundheit und tolle Erlebnisse.
Herzlich,
Sinah & Jan


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