Edinburgh– Schottlands Hauptstadt kennen– und lieben lernen
Reisebericht: 08.04. – 12.04.2026
Frühling in der schottischen Metropole, unglaublich reich, vielseitig und immer wieder überraschend!
Ein Reisebericht von
Marlies Thrum
Mittwoch, 08. April 2026
Wir machen uns früh am Morgen auf den Weg. Von Berlin, München, Dresden und Frankfurt geht es für uns nach Edinburgh. Im Landeanflug auf Schottlands Hauptstadt schon der erste Blick auf die drei Forth- Brücken, die wir noch näher kennenlernen werden. Pünktlich sind unsere Transfers vor Ort, wenn auch nicht unbedingt am vereinbarten Ort, aber nach einiger Zeit sitzen alle im Auto und schon nach einer halben Stunde sind wir mitten in der Altstadt von Edinburgh. Unser Hotel liegt zentral direkt an den Waverley Steps im City Centrum. Die kurze Wartezeit auf das Check In vertreiben wir uns in der Hotelbar mit einem Kaffee Cappucino oder Tee, lernen uns kennen und genießen den Blick auf die Altstadt von unserem Hotel aus. Am frühen Nachmittag folgen alle meiner Einladung zu einem ersten Bummel zur Royal Mile. Die "königliche Meile" heißt so, weil es vom Castle auf dem Burgberg bis zum Holyrood- Palast am anderen Ende genau eine schottische Meile ist. Wir schlendern hinauf und werfen einen Blick in die St. Giles Kathedrale. Wow- das hat so niemand hier erwartet. Unglaublich schön im Innern, vielseitig und natürlich auch Sitz des höchsten schottischen Ordens- des Distelordens. Wir erfahren einiges über den heiligen Ägidius (St. Giles), Schutzpatron der körperlich Versehrten. Er soll einen Pfeil, den ein König auf ein von ihm gezähmtes Reh abschoss, mit der Hand aufgehalten haben, daher wird er immer mit dem Pfeil in der Hand dargestellt. Wir erfahren von Covenantern und von John Knox, dem schottischen Martin Luther, bewundern die wunderschönen Fenster und Deckengewölbe. Über die Royal Mile geht es dann ein Stück weiter, an Denkmal für David Hume vorbei, einem schottischen Philosoph und Ökonom. An Deacon Brodies Tavern erfahren wir die Geschichte des räuberischen Stadtrates und biegen dann in die wohl schönste Straße Edinburghs ab: die Victoria Street. Sie führt uns direkt zum Grassmarket. Ehemaliger Markt und auch Hinrichtungsstätte. Namen der Pubs ringsherum erzählen eine eindeutige Sprache: "Last Drop" und auch "Maggie Dicksons", deren Geschichte ich erzähle. Ab hier geht es individuell weiter, aber viele folgen mir ins Biddy Mulligan, ein irisches Pub. Hier probieren sie mutig "Haggis" und sind überrascht, wie gut es schmeckt. Am Abend treffen wir uns noch einmal vor dem Hotel und spazieren gemeinsam zum nahmen Calton Hill. Von dieser Erhebung haben wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt, auf die Mündung des Forth , den Hafen in Leith und auch das neue Einkaufszentrum ist mit seinem "Wahrzeichen" auf dem Dach weithin sichtbar. Auf der anderen Seite gibt es einen Blick auf Holyroodhouse und Arthur´s Seat, den Hausberg von Edinburgh. Das schottische National-Monument erinnert an die Akropolis, die Säule daneben trägt den Namen von Admiral Nelson. Die Sonne geht unter und nur zum Schluß verwehren uns Wolken den perfekten Sonnenuntergang. So endet unser erster Tag in Edinburgh und wir verabreden uns auf einen Drink in der Hotel-Bar.
Donnerstag, 09. April 2026
Zeitig geht es heute morgen los und da unser Hotel direkt an der Grenze zwischen Alt- und Neustadt liegt starten wir in der Neustadt. Die Princes Street geht es entlang bis zum Denkmal für Sir Walter Scott, einem der Lieblingsdichter der Schotten. Das Denkmal ist das größte, das jemals für einen Schriftsteller erbaut wurde und thront über den Princes Street Gardens. Wir spazieren ein Stück hier entlang, genießen den Blick aufs Castle und die Altstadt. Über die Einkaufsmeile geht es dann durch die Rose Street, etwas abseits gelegen aber mit einmaligem Flair: Bars, Cafes, Läden, Pubs. So erreichen wir den Charlotte Square und ich erzähle von den neuen Häusern, die hier ab 1869 entstanden. Mit viel Licht und Platz, ganz im Gegensatz zur engen Altstadt. So schlendern wir weiter, gegenüber der Johnnie Walker Experience ist eine ehemalige Kirche- heute ein uriger Pub, das Ghillie Dhu. Meinem Vorschlag, hier am Freitag gemeinsam zu Abend zu Essen, stimmen alle zu, also reserviere ich später Plätze für uns. An der St. John´s und der St. Cuthbert geht es vorbei in die Gärten. Ich erzähle die Geschichte der Ross Fountain, des Brunnens, der aus Frankreich stammt und der in den letzten Jahren wunderschön saniert wurde. Jetzt erstrahlt er wieder in seinen alten Farben. Via Royal Mile geht es schließlich zum Castle. Es ist ausreichend Zeit für eine Besichtigung und so spazieren wir gemeinsam durch die Burghöfe, werfen einen Blick auf die 1-o-Clock-Gun, genießen den Blick auf die Stadt von hier und gehen dann weiter hinauf zum ältesten Gebäude der Burg, der St. Margaret´s-Kapelle. Direkt davor Mons Meg- die größte Kanone der Burg. Auf der anderen Seite geht es zu den Staatsgemächern, leider wegen Bauarbeiten nur wenig besuchbar, auch die Kronjuwelen sehen wir nur in der Video-Installation in der Festhalle. Nun ist wieder individuelles Erkunden angesagt, da gibt es die Museen der Regimenter, das Gefängnis, die National War Museen... Nach der Mittagspause treffen wir uns unterhalb der Burg und wenden uns nun dem "Wasser des Lebens"- dem Whisky zu. In der Scotch Whisky Experience erfahren wir viel über Herstellung und Lagerung, die verschiedenen Regionen der Brennereien. Jeder sucht sich eine Region aus, aus der er/sie einen Dram kosten möchte und dann dürfen wir einen Blick in die Schatzkammer werfen: die größte Whisky-Sammlung der Welt. Hier verkosten wir unseren Whisky und viele sind überrascht, wieviel ein einziger Tropfen Wasser ins Glas ausmacht. Der Nachmittag ist noch jung, also spazieren wir gemeinsam weiter, am Grassmarket vorbei, durch die Candlemaker(Kerzenmacher)-Gasse zum Greyfriar Kirkyard mit seinem berühmten Hund, besuchen die kleine Kirche auf den Friedhof und schlendern über die Anlage, die eher an einen Park als an einen Friedhof erinnert. Wer möchte spaziert weiter mit mir zu den Meadows, einer großen Parkanlage mit Kirschbaum-Alleen. Leider sind wir ein paar Tage zu früh: die Blüten beginnen gerade erst, aufzubrechen. Aber man bekommt schon einen Eindruck von der Pracht, die in ein paar Tagen zu sehen sein wird. Den Rest des Tages erkundet jeder individuell Stadt und Pubs, wirft einen Blick ins Nationalmuseum oder die Nationalgalerie. Dann bis morgen.
Freitag, 10. April 2026
Wir lassen uns zum Frühstück wieder verwöhnen und spazieren dann gemeinsam die Royal Mile hinunter zum Palace of Holyroodhouse. An einem Kilt-Maker stoppen wir und ich erläutere einiges zum Kilt, Tartan, Sporran und Messer im Strumpf. Dann wird es geschichtsträchtig: das John-Knox-Haus liegt auf unserer Route wie auch verschiedene Museen der Stadt, die berühmte Talbooth Taverne ebenso wie die Canongate Kirche, in der auch die königliche Familie Gottesdienst feiert, wenn sie in der Stadt weilt. An der Kirche macht uns dann auch ein Kirschbaum die Freude, uns mit Blüten zu empfangen und ein kleiner Spaziergang über den Friedhof eröffnet einen tollen Blick auf den Calton Hill. Gewagte Architektur empfängt uns am Ende der Royal Mile: das Schottische Parlamentsgebäude. Kontrast dazu der Palace of Holyroodhouse, Sitz des Königs, wenn er Edinburgh besucht. Wir haben Zeit, uns umzusehen, passieren die Taschenkontrolle und nehmen unsere Audio-Guides in Empfang. So ausgerüstet erkunden wir die Klosterruine, den Park und natürlich das Schloss selber. Erstaunlich, dass es auch heute noch so genutzt wird, prachtvoll die Ausstattung der Königsgemächer, makaber der ominöse Blutfleck, der die Stelle zeigt, an der der Sekretär von Maria Stuart ermordet wurde. Wer wollte besucht anschließend das Parlamentsgebäude, allerdings "arbeiten" die Parlamentarier heute wohl, Plenarsaal und Besuchertribüne sind heute leider geschlossen. Nach der Mittagspause treffen wir uns am Park des Holyroodpalace und starten unseren Aufstieg auf Arthur´s Seat. Mit 251 Metern Höhe der Hausberg Edinburghs. Teiche und Anlagen gehörten früher zum königlichen Jagdgebiet, heute erholen sich hier Touristen wie Einheimische. Wir meistern den Aufstieg, einige sogar bis zum Gipfel, der allerdings felsig und unbefestigt ist. Unschlagbar der Blick auf die Stadt von hier oben und eine schöne Belohnung für die Anstrengung. Mit dem Abstieg lassen wir uns Zeit, wählen die lange Variante um den Berg herum und genießen (im Windschatten) den Frühling. Für mich gab es ein Eis zur Belohnung am Fusse von Arthur´s Seat und dann schlendern wir individuell weiter. Am frühen Abend treffen wir uns wieder vor dem Hotel und spazieren gemeinsam zum Pub "Ghillie Dhu". Das Ambiente ist super, es gibt Live-Musik und jeder wählt sich aus der Karte ein passendes Gericht aus. Das Essen ist lecker, Getränke sowieso und so klingt ein schöner Tag langsam aus.
Samstag, 11. April 2026
Heute verlassen wir die Stadt und fahren mit dem Bus nach Queensferry.
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