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Kreuzfahrt Schätze Japans mit Mein Schiff 6

Reisebericht: 30.03. – 16.04.2026

Eine faszinierende Reise vom tropischen Hongkong zur Kirschblüte in Südkorea und Japan.

Frank Nimschowski

Ein Reisebericht von
Frank Nimschowski

Cruise Terminal Hongkong – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Lantau Island, Tian Tan Buddha – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Einfuhrverbote Taiwan – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) 2. Seetag – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) unterwegs in Naha auf Okinawa – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) 3. Seetag – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Haedong Yonggungsa-Tempel – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Haedong Yonggungsa-Tempel – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) unterwegs in Busan – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Durchfahrt Kanmon Brücke – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Burg Kochi – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL) Tokio, kaiserlicher Garten – © Frank Nimschowski (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag, 30. März 2026, Flug nach Hongkong

Am Abend trifft sich unsere Gruppe in Frankfurt am Gate Z15.
Die Gäste, welche mit mir von Dresden angereist sind, kamen mit zwei Stunden Verspätung an, da das Wetter den Flugplan in Frankfurt durcheinander gebracht hat. Die Abflugtafeln zeigen viele Verspätungen an und ich frage mich, ob wir noch vor dem Nachtflugverbot abfliegen werden. Aber alles ist gut, unser Flieger startet glücklicherweise pünktlich.
Mit dem Dreamliner werden wir über 9.200 km in ca. 11,5 Stunden zurücklegen.

2. Tag, 31. März 2026, Ankunft in Hongkong

Nachmittags schweben wir über Hongkong ein und können schon einiges von der Stadt beim Landeanflug sehen. Am Hongkonger Flughafen erwartet uns Vincent. Er wird sich als Glücksfall für uns herausstellen.

Nach einer Pause im Hotel haben wir heute noch einen ganz entspannten Punkt im Programm: regionales Abendessen mit Peking-Ente.
Wir sitzen an zwei runden Drehtischen und haben so ungefähr 10 Gänge, welche nach und nach serviert werden. Gern kann/könnte man da auch mit Stäbchen essen. Das Essen in der Mitte können wir uns bequem mittels Drehscheibe heranholen. Auch die begehrte Peking-Ente wird zwischen den vielen Gängen serviert. Nach diesem üppigen Essen unternehmen wir noch einen Spaziergang entlang der Uferpromenade durch das abendliche Hongkong mit Blick auf die gegenüber liegende Skyline. Dann geht´s zurück ins Hotel, jetzt erstmal schlafen…

3. Tag, 1. April 2026, Stadtrundfahrt Hongkong und Einschiffung auf Mein Schiff 6

Die 6 Stunden Zeitverschiebung sind von uns noch nicht so richtig verarbeitet. Aber darüber denken wir jetzt nicht lang drüber nach. Erstmal versorgen wir unsere Koffer im Hotel mit den Anhängern von Mein Schiff. Dann geht es mit Vincent auf Erkundungsreise durch Hongkong. Vincent erzählt im Bus schon wieder spannende Sachen, so dass nach meinem Eindruck die meisten gar nicht mitbekommen, dass wir mal eben die Meerenge zwischen Kowloon und Hongkong Island unterqueren. Unser erstes Ziel ist die berühmteste Aussicht von Hongkong – Victoria Peak. Für hiesige Verhältnisse haben wir ganz gute Sichtbedingungen. In der Ferne kann man auch schon unser Schiff im Hafen erkennen. Gut zu sehen sind markante Gebäude wie der CC Tower (International Commerce Center, 484 m, 118 Etagen) oder die Bank of China sowie andere Bankgebäude.
Anschließend fahren wir mit der legendären Doppeldeckerstraßenbahn, „Ding Ding“ genannt, ins Finanzzentrum, wo wir am HSBC Buildung aussteigen. Es folgt ein längerer Rundgang durch Hongkong Island, zwischendurch mal mit dem „Escalator“, der längsten Rolltreppe der Welt. Nach Trödelmarkt und Abstecher in eine Räucherkammer, genannt Man Mo Tempel, wo Unmengen von Räucherstangen abgebrannt werden. Etwas sonderbar für unsere Augen und Nasen ist der Dry Food Market mit allerlei chinesischer Medizin, meistens Getrocknetes aus dem Meer. Wir machen tatsächlich auch eine Pause. Dabei haben wir ein leckeres Mittagessen mit großer Auswahl am runden Drehtisch.
Gestärkt schaffen wir es, jetzt noch zwei Tempel zu besichtigen: Erstens den Wong Tai Sin Tempel. Zur Erinnerung: das ist der Tempel mit den zwölf Menschen großen Bronzefiguren, welche alle 12 Tierkreiszeichen symbolisieren. Hier gibt es auch die vielen Stände, wo Wahrsager für einen Obolus die persönliche Zukunft voraussagen. Der zweite Tempel ist genau genommen ein buddhistisches Kloster mit dem Namen Chi Lin. Diese ist besonders durch seinen großen Garten bekannt. U. a. stehen hier viele Bonsai, darunter die schön blühenden Bonsai- Bougainvilleas.
Neben den vielen faszinierenden Eindrücken und Sehenswürdigkeiten kommen noch spannende Beiträge von Vincent zum Leben in Hongkong dazu. Ich denke da so an Sozialwohnungen mit 7 qm Anspruch pro Mieter, an die eigenwillige Berechnungsweise einer Wohnfläche oder an die wahrscheinlich höchsten Benzinpreise der Welt aufgrund einer hohen Ökosteuer (Benzinpreis ca. 3,40 EUR je Liter). Auch sehr interessant ist das Thema „Fallobst“ in Bezug auf die weiblichen Ü30 Singels.
Am frühen Abend erreichen wir das Cruise Terminal und können unsere Kabinen auf Mein Schiff 6 beziehen.

4. Tag, 2. April 2026, Ausflug nach Lantau Island in Hongkong

Nach dem Frühstück treffen wir Vincent für weitere Erkundungen in Hongkong. Mit dem Bus geht´s Richtung Westen nach Lantau Island in der Nähe des Flughafens. Hier ist das Wetter angenehmer, kein Regen wie im Hafengebiet. Während der Busfahrt hören wir von Vincent auch heute erstaunliche Dinge über das Leben in Hongkong. Kaum ein Bewohner hat eine Krankenversicherung, weil der Staat das meiste regelt. Durchschnittsverdiener zahlen im Jahr nur 60,- EUR Lohnsteuer und beklagen sich dennoch darüber. Vom Durchschnittsbruttoverdienst von ca. 2.500 € gehen nur 5% für die Rente ab, sonst nichts. Ein wirkliches Problem stellen allerdings die sehr hohen Mieten dar.
Als wir die Seilbahnstation erreichen, müssen wir feststellen, dass der Andrang sehr groß und einiges aus den Fugen geraten ist – ein Typ hat unverschämt viele Tickets für zig Gruppen gekauft. Die Folgen sind die vorübergehende Einstellung des Ticketverkaufs und lange Wartezeiten. Nach über 1,5 Stunden haben wir es dann endlich in die Gondel geschafft und schweben am Flughafen vorbei übers Meer hinein in den Nebel, bzw. in die tief hängenden Wolken zur Bergstation auf ca. 500 m Höhe auf Lantau Island. Auf der Bergspitze thront ein 34 Meter großer Bronzebuddha, welcher aber meistens von Wolken bedeckt ist. Vielleicht wird das Wetter nachher noch besser, wir fahren erst einmal runter ans Meer, zum Fischerdorf Tai O. Traditionell leben die Bewohner hier in Pfahlhäusern, welche küstennah im flachen Meer errichtet wurden. Nach einem Rundgang im Dorf unternimmt ein Teil von uns noch einen Bootsausflug durch das sogenannte „Venedig Hongkongs“ sowie hinaus aufs Meer zum Delfinwatching. Meine Hoffnung, dass wir als Entschädigung für die lange Wartezeit an der Seilbahn jetzt mit Sichtungen der hier lebenden rosafarbenen Delfine belohnt werden, erfüllt sich allerdings nicht. Zurück auf dem Hochplateau mit Seilbahnstation beschränken wir uns auf einen Fotohalt mit Buddha-Blick, statt diesem über 268 Stufen ganz nah zu kommen.
Mit der Seilbahn geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Noch ein letztes Mal hören wir gern den Erzählungen von Vincent gespannt zu, auch wenn es jetzt um ein kruseliges Thema geht – das sonderbare Schönheitsideal kleiner Frauenfüße in der chinesischen Gesellschaft. Wenigstens ist diese schmerzhafte Sitte seit einigen Jahrzenten verboten. Einen herzlichen Dank an Vincent, der uns seine Stadt auf eine ganz wunderbare Art näher gebracht hat.
Damit endet unser Aufenthalt in Hongkong. Um 19.00 heißt es bei leichtem Regen „Leinen los“ mit Kurs Taiwan.

5. Tag, 3. April 2026, Seetag – Entspannung an Bord und Vorfreude auf Taiwan

Am Vormittag treffen wir uns alle zu einem Briefing auf Deck 4. Ich habe einiges mitzuteilen und möchte auf Taiwan einstimmen. Zwischenzeitlich macht Kreuzfahrtdirektorin Christine das Motto für den heutigen Tag klar: Durchatmen, zurücklehnen und ausruhen.
Ich denke, jeder von uns hat sich nach den ersten drei Tagen auf einen Ruhetag an Bord gefreut.
Auch die See ist ganz entspannt – kaum Wellengang und ein leichter Wind bei etwas über 20 Grad und bedecktem Himmel.
Wir befinden uns im Südchinesischen Meer mit Kurs Taiwanstraße.
Zu den interessantesten Veranstaltungen heute zählt aus meiner Sicht der Vortrag über Taiwan von Lektor Marcus Kummerer.
Am Abend sind dann einige von uns zum Essen im Bedienrestaurant Atlantik Classic auf Deck3 und verbringen hier einen schönen Abend. Dann wären noch die vielen Bars an Bord mit der großen Auswahl an Cocktails zu erkunden, heute oder an den kommenden Abenden.

6. Tag, 4. April 2026 – Taiwan – Eberhardtausflug nach Taipeh

Seit Tagen verfolgen wir die Wetteransagen für Taiwan. Diese verheißen einen regnerischen Tag mit Regenmengen von bis zu 50 Litern. Der Lektor an Bord meinte schon, dass die Region Keelung/Taipeh sehr regenreich wäre, vielleicht noch mehr als das norwegische Bergen. Glücklicherweise müssen Vorhersagen nicht immer genauso eintreten und wir werden heute letztendlich meistens trocken durch den Tag kommen. Und ich muss auch nicht meine Schuhe gegen Badeschlappen eintauschen. Ausgestattet mit einer Kopie unseres Reisepasses inkl. taiwanesischem Einreisestempel, was kein Mensch sehen will, gehen wir in der Hafenstadt Keelung an Land und fahren pünktlich 8.00 Uhr mit unserem Doppeldeckerbus Richtung Taipeh. Unser Reiseleiter Lee spricht Deutsch, man muss allerdings genau hinhören, weil die Aussprache etwas eigenwillig ist…strengt also an, zuzuhören. Die Agentur war bei der Planung der Fahrtzeiten etwas übervorsichtig bzw. hat für den verkehrsarmen Sonnabend die Zeiten eines verkehrsreichen Wochentages kalkuliert. So sind wir schon nach 30 Minuten in Taipeh und warten noch etwas, bis das Palastmuseum öffnet. Das Nationale Palastmuseum beherbergt eine sehr umfangreiche und bedeutende Sammlung chinesischer Kunstschätze. Wir sind gut beraten, uns innerhalb einer Stunde auf eine kleine Auswahl zu beschränken. Anschließend besuchen wir den Konfuzius- und den gleich daneben liegenden Bao-An-Tempel. Im erst genannten Tempel erwecken eine traditionell gekleidete Frau mit Fächer beim Fotoshooting sowie ein Brautpaar unsere Aufmerksamkeit. im zweiten Tempel finde ich besonders die Malereien an der Fassade interessant. Gewaltig ist die weitläufige Parkanlage mit großem Eingangsportal, Opern- und Theaterhaus sowie der alles überragenden Gedächtnishalle für Maos Gegenspieler Chiang Kai-shek. Wir erreichen die Anlage gerade noch rechtzeitig zur Wachablösung.
Taipeh ist in erster Linie natürlich bekannt für seinen 508 Meter hohen Tower Taipeh 101, den wir zum Abschluss unseres Ausfluges besuchen. Von der 89. Etage aus haben wir trotz des trüben Himmels einen relativ guten Rundumblick. Außerdem können wir auch hier oben den riesigen Schwingungsdämpfer in Form einer goldenen Kugel sehen. So kehren wir am Nachmittag mit vielen Eindrücken zurück zum Schiff.
Nachdem wir in Keelung abgelegt haben, gibt es auf der kleinen Bühne im Studio noch eine lustige Lesung – die „Innenkabine mit Balkon“.

7. Tag, 5. April 2026 – Ostersonntag auf See

Es ist wie ein Déjà-vu: vor einer Woche war in Deutschland die Zeitumstellung auf Sommerzeit. Jetzt hatten wir in der letzten Nacht wieder die Zeiger eine Stunde vorgestellt und sind nun 7 Stunden vor Deutschland. Da kann ich heute meiner Familie schreiben wie ich den Ostersonntag verbracht habe, während sie zu Hause noch gar nicht aufgestanden sind….
Auf See im Ostchinesischen Meer, irgendwo zwischen Taiwan und Okinawa haben wir heute den ersten sonnigen Tag der Reise bei ungefähr 27 Grad. Entsprechend sind der Pool und das Pooldeck gut besucht. Das fühlt sich dann eher nach Sommer an, dabei haben wir heute Ostersonntag. Für das Ostergefühl sorgt zum Glück die fleißige Besatzung (oder vielleicht doch der Osterhase, das weiß man nicht so genau…): die öffentliche Bereiche sind mit Osterhasen und -eiern dekoriert und jede Kabine hat ein schönes Osternest bekommen. Und Abend wird im Buffetrestaurant noch ein extra Osterbuffet angeboten. Im Theater tritt Terri Green mit ihrer beeindruckenden Soulstimme auf.

8. Tag, 6. April 2026 – Okinawa, Japan

Konnichiwa Okinawa! Es ist in der Regel nicht viel, was man als Europäer über Okinawa weiß. Vielleicht hat man mal von der großen amerikanischen Invasion 1945 gehört oder vom subtropischen Inselparadies, welches die Japaner aus dem Kernland gern für ein paar Tage Erholung aufsuchen.
Nach der Einreise mit Zollerklärung und Passkopie verteilen wir uns heute auf 5 verschiedene Ausflüge von TUI Cruises, mit letztendlich ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Ich kann an dieser Stelle kurz über den Ausflug „Orte des Gedenkens“ berichten, welche mit mir 6 Gäste unternommen haben. Eigentlich möchte man in diesen Zeiten eskalierender Auseinandersetzungen in der Welt im Urlaub nicht unbedingt an Krieg erinnert werden. Wie auch immer, wir erleben einen sehr interessanten Ausflug, welcher von einer pensionierten Lehrerin aus Naha geführt wird. Wir haben folgende Punkte angefahren:
• das frühere Untergrundhauptquartier der japanischen Marine mit verschiedenen Räumen wir Funkerraum, Kommandostab, Hospital etc. und einem angeschlossenem Museum;
• Peace Memorial Park an der Küste nahe des südlichsten Punktes von Okinawa; hier sind auf wellenförmigen Steintafeln die Namen von 240.000 Opfern beider Seiten festgehalten;
• Himeyuri Peace Museum, gewidmet 240 Schülerinnen der Mädchenschule, welche hauptsächlich im Nothospital (Kalksteinhöhlen) im medizinischen Dienst gearbeitet haben. Nur 13 von Ihnen überlebten.
An dieser Stelle ein paar interessante Fakten zur amerikanischen Invasion 1945 und ihren Folgen:
• 550.000 US Soldaten waren an der Invasion beteiligt – gegen 111.000 japanische Soldaten;
• bis 1972 gehörte Okinawa zu den USA, nicht aber ihre Bewohner, sie waren de facto staatenlos und benötigen einen Pass/eine Genehmigung wenn sie ins japanische Kernland reisen wollten;
• noch heute sind ca. 30.000 US-Soldaten auf Okinawa studiert, es ist einer der größten US-Stützpunkte überhaupt und der wichtigste in Ostasien.

Nach den halbtätigen Ausflügen wäre eigentlich noch Gelegenheit, die Haupteinkaufsstraße von Naha zu erkunden, die Kokusai-Dori. Allerdings zieht es die meisten zurück an Bord.

Die geplante Poolparty am Abend wird Wetter bedingt auf die Innendecks 4 und 5 verlegt. Das Küchenpersonal hat mit viel Fleiß und Kreativität ein Nachtischbuffet bereitet.

9. Tag, 7. April, Seetag mit Kurs Südkorea

Heute spürt man mal, dass wir uns auf See befinden – die Wellen haben Schaumkronen und sind bis 3,5 Meter hoch. Der Nordwind bringt kühlere Luft von ca. 15 Grad mit sich. Damit dürfte sich heute der Andrang rund um die Liegen am Pool in Grenzen halten. Alternativen zum Pool gibt es reichlich an Bord. Nach unser Einstimmung am Morgen auf die nächsten Reiseziele informieren auch die Bordlektoren Marcus Kummerer und Jana Reyer über Korea bzw. Japan.
Am Abend gibt es für ABBA Liebhaber eine Revivalshow.

10. Tag, 8. April, ein Tag in Busan, Südkorea

Es wird ein wunderschöner Tag werden: in den Nachrichten endlich mal was Positives – im Krieg gegen den Iran gibt es einen Waffenstillstand. Und bei uns hier in Busan sind zwölf Sonnenstunden bei ca. 15 Grad angesagt. Mein Schiff hat in Busan den Premiumliegeplatz nah an der Stadt bekommen😊 Dazu werden wir an vielen Stellen in und um Busan die Kirschblüte erleben können.

Je nach Interesse verteilen wir uns auch heute auf verschiedene Landausflüge. Mit mir kommen sieben Gäste auf eine Halbtagstour. Im Rahmen dieses Ausfluges besuchen wir den nach hiesigen Angaben schönsten Tempel des Landes, den Haedong Yonggungsa-Tempel, welcher sich direkt an der felsigen Pazifikküste befindet. Es handelt sich um einen buddhistischen Tempel. Neben der exponierten Lage am Meer faszinieren uns die vielen blühenden Kirschbäume in dieser tollen Kulisse.
Anschließend halten wir am Haeundae Beach, ein bekannter und beliebter Strand Busans. An der angrenzenden grünen Halbinsel besuchen wir das APEC Haus. Anlässlich des Gipfeltreffens der Asia-Pacific Economic Cooperation (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft – APEC) im Jahr 2005 wurde dieses Konferenzgebäude errichtet.

Wer den freien Nachmittag für einen Abstecher in die Stadt nutzt, besucht vielleicht Koreas größten Fischmarkt, den Jagalchi-Markt oder den auf einem Hügel errichteten Busan Tower. Dieser Aussichtsturm ist 120 Meter hoch und ermöglicht einen grandiosen Rundumblick. Auch unser Schiff ist von hier aus zu sehen.

Kurz nach Sonnenuntergang setzen wir unsere Kreuzfahrt fort. In der Abenddämmerung und begleitet von unserer Auslaufmusik „Große Freiheit“ von Unheilig legen wir ab. Wir haben eine grandiose Sicht auf die abendliche Skyline von Busan. Und es gibt noch ein Highlight: die Durchfahrt unter die Busan-Harbor-Bridge (auch Bukhang-Brücke oder Nordhafenbrücke). Sie misst 3,3 km Länge. Am Vormittag hatten wir mit dem Bus eine spektakuläre Auffahrt über eine spiralförmige Auffahrtsrampe erlebt. Es handelt sich um eine zweistöckige Hängebrücke. Jetzt fahren wir mit unserem 55 Meter hohen Schiff durch, da ist nicht mehr viel Platz bei einer Durchfahrtshöhe von 60 Metern.

11. Tag, 9. April, Seetag, Passage der Kanmon–Straße zwischen Kyushu und Honshu

Am Morgen erleben wir eine Premiere der Reederei. Erstmals passiert ein TUI Cruises Schiff die Meerenge zwischen Kyushu und Honshu. Der Verkehr zwischen Kyushu und Honshu erfolgt ober- wie unterirdisch. Unter dem Wasser fahren Shinkansen und eine separate Röhre ist für Fahrradfahrer sowie Fußgänger vorgesehen. Oberirdisch verläuft die Kanmon-Brücke (Kanmonkyo) für den Autoverkehr. Die Hängebrücke ist 1.068 Meter lang. Auch hier passen wir gerade so durch (lichte Höhe 61 Meter).

Nach der Passage treffen wir uns wie an jedem Seetag zu einer Infostunde auf Deck 4 und stimmen uns auf die nächsten Tage in Japan ein.
Nachdem wir gestern von der Sonne verwöhnt wurden, ist es heute den ganzen Tag bedeckt. Wir befinden uns in der sogenannten Seto-Inlandsee, welche gern auch als das „Mittelmeer“ Japans bezeichnet wird. Es gilt als ruhiges Gewässer. Über 3.000 Inseln befinden sich in diesem Gebiet.

12. Tag, 10. April, Erkundung von Kochi, Japan

Am frühen Morgen erreichen wir bei rauer See und teils heftigen Regen Kochi auf der japanischen Insel Shikoku. Der Regen wird im Laufe des Vormittags glücklicherweise aufhören.
Ausgestattet mit japanischer Zollerklärung, Einreisekarte und Reisepass reisen wir heute offiziell in Japan ein. Obwohl wir uns wieder auf verschiedene Ausflüge verteilen, werden alle die bekannteste Sehenswürdigkeit von Kochi – die Burg, besuchen. Etwas herausfordernd sind die sehr hohen und sehr steil angebrachten Stufen im Inneren der Burg. Der Ausblick in der obersten Etage auf die Stadt lohnt sich dafür. Im Umfeld zeigen Kirschbäume noch ihre letzten Blüten. Die Burg Kochi selbst zählt zu den wenigen erhaltenen historischen ihrer Art (1601 erbaut, 1752 nach Brand wieder aufgebaut).
Während unserer halbtägigen Rundfahrt halten wir außerdem an einer Sake-Brauerei mit Verkostung sowie am Katsurahama-Strand. Dieser malerische Küstenabschnitt ist nur 5 km von unserem Schiff entfernt und für seine wunderschöne Landschaft sowie die Statue des Samurai Sakamoto Ryoma bekannt. Der Pazifik ist hier ziemlich lebhaft, baden deshalb unmöglich.
Mit dem letzten Tageslicht verlassen wir 19.00 Uhr Kochi.

13. Tag, 11. April, Eberhardt Inklusiv–Ausflug in Kobe, Japan

Nach dem trüben Wetter gestern erwartet uns heute ein sonniger Tag bei angenehmen 23 Grad in Kobe. Es ist Sonnabend, so nutzen auch viele Japaner das schöne Wetter und die Kirschblüte für Ausflüge.
Unser Eberhardt-Ausflug beginnt mit einer Fahrt aus Kobe heraus entlang der Küste zur Besichtigung der riesigen Akashi-Kaikyo Brücke. Mit fast 4 km Länge, davon 1990 m frei hängend, ist sie die zweitlängste Hängebrücke der Welt. Mit unserem örtlichen Reiseleiter Hiroyuki, genannt Hiro-san, nutzen wir die Möglichkeit, einen geöffneten Bereich innerhalb der Stahlkonstruktion direkt unter der Fahrbahn zu besuchen. Beim anschließenden Spaziergang entlang der Uferpromenade entdecken wir einen Wochenendmarkt mit Artikeln rund um den Hund und wir haben Kontakt zu japanischen Mädchen und Frauen mit farbigen Kleidern im Südseedesign.
Zurück in Kobe halten wir an der Hakutsuru Sake Brauerei. Sehr anschaulich wird hier die Kunst der traditionellen Sake-Herstellung gezeigt (anders als gestern in Kochi in der Lagerhalle). Natürlich kann man auch Sake probieren und kaufen.
Es folgt eine eindrucksvolle Seilbahnfahrt zum Kobe Nunobiki Kräuter Garten. Der Kräutergarten ist eine weitläufige Park- und Gartenanlage am Hang der Rokko-Berge, welche sich nicht weit vom Meer steil über Kobe erheben. Schon während der Seilbahnfahrt haben wir großartige Ausblicke auf den Hafen mit unserem Schiff, auf Kobe, auf das Meer und sogar bis nach Osaka. In der Gartenanlage findet man nicht nur Kräuter, sondern viele Frühblüher, darunter große Tulpenbeete. Auch einige Kirschbäume blühen. Von der Terrasse an den Glashäusern haben wir einen fantastischen Ausblick.
Zum Abschluss unseres Ausfluges besuchen wir noch den mitten in der Stadt gelegenen Ikuta Shrine, einen der ältesten und bedeutendsten Shinto-Schreine in Kobe. Auch hier können wir uns noch an der Kirschblüte erfreuen.
Am Nachmittag sind wir wieder zurück im Hafen. Ich nehme noch den Shuttle Richtung Kobe Chinatown und stelle Euch ein paar Fotos von meinem Rundgang durch die Innenstadt in die Fotogalerie ein. Irgendwann kommen auch unsere zwei unternehmungslustigen Herren mit dem Shinkansen aus Hiroshima zurück.

14. Tag, 12. April 2026: letzter Seetag – Fahrt entlang der japanischen Küste

Heute haben wir schon unsere letzte Seetagsinformationsrunde an der Galeriebar. Die letzten Ausflüge und die Abreise stehen auf dem Plan. Vor allem hoffen wir auf gutes Wetter, insbesondere morgen, wenn wir uns in der Nähe des Mount Fuji aufhalten werden.

Heute passt es mit dem Wetter wieder sehr gut – die See ist ruhig, die Sonne scheint und wir haben Aussicht auf die japanische Küste. Damit bestehen auch gute Voraussetzungen für eine schöne Poolparty abends auf dem Außendeck. Da findet die bei Mein Schiff legendäre White Night Party statt.

15. Tag, 13. April 2026: Mt. Fuji–Blick in Shimizu, Japan

In unserem Reiseprogramm steht „Shimizu ist vor allem für seinen atemberaubenden Blick auf den Mount Fuji bekannt, einen der bekanntesten Wahrzeichen Japans.“ Und tatsächlich haben wir Glück, denn die meisten Tage im Jahr ist der Fuji in Wolken gehüllt, heute aber ist er gut zu sehen. Immerhin liegt der heilige Berg ca. 45 km entfernt vom Schiff. Der ganze Tag steht ganz im Zeichen des Mt. Fuji, ganz gleich, welchen Ausflug man unternimmt. Die meisten Gäste sind mit mir auf einem Ausflug unterwegs, welcher uns noch näher an den gewaltigen Berg führt. Wir besuchen:
- den direkt an den Pazifikstrand angrenzenden Pinienwald Miho no Matsubara,
- den Shiraito-Wasserfall, welcher aus Schmelzwasser des Fuji gespeist wird und
- den Fujisan Hongo Sengen Taisha Schrein.
Alle drei Orte gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Während unserer Busfahrt durchfahren wir eine üppig grüne Berglandschaft. Hier wächst viel Bambus, außerdem sehen wir Orangenbäume und bei Fujinomiya City Teeplantagen.
Auch der Hafen von Shimizu wird von TUI Cruises das erste Mal angelaufen. Deshalb verabschiedet man uns am Abend beim Auslaufen besonders freundlich mit einem kleinen Feuerwerk.

16. Tag, 14. April 2026: Ankunft in Tokio, Japan

Wir haben das Glück, einen Top-Liegeplatz am Tokyo International Cruise Terminal zu haben. Hier in der Bucht von Tokio haben wir einen tollen Blick auf einen Teil dieser riesigen Stadt, darunter der riesigen Rainbow-Bridge und den Skytree. Dazu haben wir heute wieder freundliches Wetter bei bis zu 23 Grad.
Die meisten von uns sind heute unterwegs zu einer der alten Kaiserstädte, nach Kamakura. Auf der Hinfahrt kommen wir vorbei am Flughafen Haneda, fahren durch Kawasaki und über die ca. 2 km lange und imposante Yokohama Bay Bridge nach Yokohama. In Kamakura angekommen, besichtigen wir die zweitgrößte Buddha-Statue Japans. Die reichlich 13 Meter hohe Bronzestatue ist in eine schöne Anlage integriert und sogar von innen begehbar. Im Zentrum Kamakuras besuchen wir anschließend den Tsurugaoka Hachiman-gu Schrein.
Dieser befindet sich in einer großen und sehr schön gestalteten Gartenanlage. Hier begegnen wir auch einem Paar mit ihrem 100 Tage alten Baby. Sie sind hier, um den Segen für ihr Kind zu bekommen. Schließlich können wir noch etwas Freizeit in der schönen Einkaufsstraße, der Komachi-dori verbringen, wo es neben diversen Geschäften auch eine große Auswahl an Speisen und Naschereien gibt. Zurück in Tokio kann man es sich auf dem Schiff mit Blick auf Tokio gemütlich machen oder mit der nahe gelegenen Bahn in die Stadt fahren.
Zwischenzeitlich ist bekannt wurden, dass der Lufthansa-Streik von 2 auf 4 Tage ausgedehnt wird und deshalb auch wir hinsichtlich unserer innerdeutschen Zubringerflüge betroffen sein werden. Nach Rücksprache mit Eberhardt halte ich dann am Abend die Bahntickets für die Weiterreise ab München in den Händen.
Unsere Kreuzfahrt neigt sich nun dem Ende zu. Die Koffer müssen gepackt und bis 22.00 Uhr vor die Kabinentür gestellt werden.

17. Tag, 15.04.2026: Ausschiffung – Besichtigungstour in Tokio – Abreise

Am Morgen ein letztes Mal das Frühstück mit dieser tollen Auswahl am Buffet genießen, dann verlassen wir Mein Schiff 6. Bis zum Abflug am Abend wollen wir uns einige Sehenswürdigkeiten von Tokio ansehen. Guide Hiro-san, den wir schon von Kobe kennen, zeigt uns seine Heimatstadt.
Wir beginnen am Meiji-Schrein. Hier erfahren wir, dass der schintoistische Schrein dem 1912 verstorbenem Meiji-Kaiser gewidmet ist, aus Spenden finanziert und nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg 1958 wieder aufgebaut wurde. Untrennbar mit japanischen Tempel- und Schreinanlagen ist das käufliche Glück in Form von Amuletten, passend für jede Lebenslage von der Genesung, glücklichen Geburt bis zur unfallfreien Autofahrt ist alles dabei…
Mit unserem Bus kommen wir über die berühmte Shibuya-Kreuzung, welche als die am stärksten frequentierte Fußgängerkreuzung der Welt gilt.
Als nächstes halten wir im quirligen Asakusa-Viertel. Vom Ufer des Sumida Flusses hat man einen tollen Ausblick auf den Skytree und den Asahi Beer Tower. Nach der Mittagspause folgen wir, bzw. die meisten den Menschenmassen Richtung Senso-ji (auch Kannon- oder Kinryuzan-Tempels). Der Zugang zum Tempel führt durch das eindrucksvolle Donnertor mit seiner 750 kg schweren Laterne und durch die sehr gut besuchte Ladenstraße Nakamise-dori. Uns fällt auf, das viele Japanerinnen in traditioneller Kleidung, also mit einem schönen Kimono den buddhistischen Tempel besuchen. Sie lassen sich mit dieser Kulisse gern fotografieren.
Unser nächster Halt ist ein Bereich des kaiserlichen Gartens, welcher öffentlich zugänglich ist. Im „East Garden of the Imperial Palace“ ist zwar die Kirschblüte weitgehend durch, dafür kann man jetzt hier die blühenden Azaleen bewundern.
Unsere Stadtbesichtigung führt uns schließlich noch ins luxuriöse Stadtviertel Ginza, wo wir etwas Freizeit verbringen. Ich finde in den Kaufhäusern besonders die Lebensmittel-, Obst- und Feinkostabteilungen eine Augenweite.
Damit neigt sich dieser Tag dem Ende und wir fahren zum Flughafen Tokio Haneda. Unser Busfahrer hat einige Mühe, die passende Zuwegung zur Abflugebene des Terminals 2 zu finden, deshalb drehen wir ein paar Runden um das Terminal. Wir fliegen mit All Nippon Airways ANA. Die Check-In-Automaten der ANA tun sich schwer mit den bestreikten Anschlußverbindungen der Lufthansa. So dürfen wir dann doch menschliche Hilfe am Schalter in Anspruch nehmen.
23.00 Uhr starten wir dann pünktlich zu einem der längsten Flüge der zivilen Luftfahrt.

18. Tag, 16. April 2026: Ankunft in Deutschland

Unser Flug zurück nach Deutschland ist genau genommen kein Rückflug, sondern ein Weiterflug, weiter nach Osten, also „einmal rum“ so zu sagen bis wir wieder am Ausgangspunkt in Deutschland ankommen. Es ist eine geographisch interessante Route über die Beringstraße, die Datumsgrenze, das Nordpolarmeer und die Nordspitze von Grönland und über den Nordatlantik nach Europa. Während unseres Fluges geht die Sonne zweimal auf – das erste Mal über den Nordpolarmeer und nach erneuter Dunkelheit dann kurz vor der Landung in München. Der Flug dauert 14 und eine halbe Stunde und wir legen fast genau 13.000 km zurück. In München haben unsere Gäste mit Ziel Berlin trotz Streik das Glück, dass der Flug durchgeführt wird. Alle anderen fahren mit einem Busshuttle zum Münchner Hauptbahnhof, um von da mit der Bahn nach Hause zu kommen.
Mit vielen schönen Eindrücken kommen wir zurück nach Hause. Auch wenn der Ausdruck „eine ganz besondere Reise“ oft verwendet wird, so kann ich das für unsere Reise nur betonen. Es war auch für TUI Cruises etwas Besonderes, da in Japan die Häfen das erste Mal angelaufen wurden. Dazu ein Kapitän, der in Hongkong an Bord kam, um erstmals als Kapitän ein Kreuzfahrtschiff zu steuern.
Es war mir eine Freude, Euch auf dieser Kreuzfahrt zu begleiten. Ich wünsche Euch allen Gesundheit und alles Gute.
Es würde mich freuen, wenn wir uns mal wiedersehen.
Euer Frank

P.S. Eine Bitte an Eberhardt: mit der Innenkabine für die Reisebegleitung ist okay, aber das nächste Mal bitte mit Balkon 😊


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