Rundreise Süd–Indien– faszinierender Süden mit Mumbai
Reisebericht: 08.03. – 24.03.2026
Süd-Indien zeigt sich von seiner farbenfrohen, warmen und spirituellen Seiten. Tempel, Tropennatur und lebendige Kultur macht diese Reise zu einem intensiven Erlebnis.
Ein Reisebericht von
Sabine Reckord
Anreise nach Asien, Flug in den Süden Indiens nach Chennai
Die Lufthansa fliegt uns von unseren Heimatflughäfen über Frankfurt nach Chennai. Die Mini-Gruppe trifft sich zum ersten Mal im Frankfurter Flughafen mit der Reisebegleitung, Sabine. Wir alle sind ganz aufgeregt und freuen uns auf die bevorstehenden Erlebnisse. Gute 9 Stunden geht es non-stop nach Chennai, wo wir gegen Mitternacht landen.
Ankunft in Chennai, Busfahrt nach Muthukadu ins Hotel und erste Erkundungen
Etwas müde vom Flug, aber voller Erwartungen durchlaufen wir ohne Probleme die Einreise und sammeln unsere Koffer ein. Bhawani, unser indischer Reiseleiter wartet schon auf uns und begrüßt uns herzlich mit einem Willkommensgeschenk. Wir steigen in den Bus und machen uns auf zum Hotel in Mathukadu. Wir fallen in unsere Betten und dürfen erst mal ausschlafen, in Ruhe frühstücken und die Anlage erkunden, die am Golf von Bengalen liegt. Mittags machen wir uns dann auf dem Weg nach Kanchipuram. Die Tempel in Indien haben meistens eine Mittagsruhe zwischen 13:00 und 16:00 Uhr. Am westlichen Rand der Stadt Kanchipuram besuchen wir den Tempel Kailasanatha. Es ist eines der ältesten Shiva Tempel aus dem 8. Jahrhundert und wurde von der Pallava Dynastie erbaut. Reich verzierte Reliefs im warmen, fast goldig gelben Sandstein gehauen Darstellungen von Shiva – mal tanzend, meditierend oder kämpfend verleiht der dravidischen Architektur eine einmalige Eleganz. Viele kleine Schreine positionieren sich um das Hauptheiligtum (Vimana) wie ein steinerner Berg, dem mystischen Wohnsitz Shivas -Kailash. Im inneren des Heiligtums befindet sich der 16-eckige schwarz Lingam.
Im Stadtzentrum laufen wir auf den großen Gopuram (ca.60m) des Vaikunteswara Tempels zu. Errichtet 1509 vom Krishnadevaraja Herrscher. Das Inneren wird mit einem Bambus Gerüste aufgebaut. Barfuß laufen wir über Teppiche zum Ekambareshvara Tempel. Das größte Sakrale Bauwerk der Stadt Kranchipuram ist Shiva und dem Element Erde gewidmet.
Laut der Legende formte Parvati unter einem alten Mangobaum ein Lingam aus Sand, um Shiva zu verehren. Shiva jedoch prüfte Parvati und schickte Feuer und eine Flut. Parvati jedoch schützte das Lingam durch eine Umarmung. Shiva daraufhin segnete Parvati.
Der Tag ist voller neuer Eindrücke und mit einem leckeren abendlichen Menü im Hotel inklusiver live Musik (nur für uns in doppelter Manier 😉) zu Ende gegangen.
Pondicherry, Altstadt mit französichem Charm– Yogi– Meditationszentrum– Aurobindo Ashram – Rikschafahrt
Der heutige Tag ist ein Feiertag. Wir betreten den Bus und der Tag beginnt mit einem Geburtstagsliedchen für unseren Ehrengast. Luftschlangen fliegen durch den Bus und Glückwünsche werden ausgesprochen. Wir verlassen Muthukadu und fahren Richtung Süden nach Mahabalipuram. Die Besichtigung des berühmten Shore Tempels aus der Pallava Dynastie steht an. Der Tempel mit der spektakulären Lage direkt am Ufer des Golfs von Bengalen wirkt wie ein steinernes Schiff mit einer Reihe aus Nandis, dass seit 1300 Jahren den Wellen trotzt. Das UNESCO Weltkulturerbe mit drei Schreinen, zwei für Shiva, einer für Vishnu diente nicht nur als Heiligtum, sondern auch als Navigationspunkt für Seefahrer. Die aus Granitblöcken gehauenen pyramidenförmigen Türme sind ein Teil der versunkenen sieben Pagoden. Wind und Wetter legen immer wieder versunkene Teile frei. Der Weg führt uns vorbei an Essensständen zur Zisterne. Das Wasser schimmert grün-türkis. Bhawani erkälte uns die Nutzung des Wassers bei den verschiedenen Festlichkeiten. Die nächste Station des Tages sind die Felsenheiligtümer mit mythologischen Szenen in Mahabali. Es gibt 14 solcher Höhlentempel in dem Gebiet. Der Tempel zeigt ein Relief mit Krishna, der den Govardhana Berg hebt, um die Dorfbewohner zu schützen mit vielen bäuerlichen Bildern. Beeindruckend ist das 14m hohe und 30 m lange Relief mit dem Titel Arjunas Buße (Herabkunft des Ganges) um eine natürliche Felsenspalte sind Szenen aus der Zusammenkunft von Göttern, Menschen und Tieren, darunter 2 riesige Elefanten in Stein gemeißelt. Es gibt mehrere Geschichtsinterpretationen zu dem Relief. Entlang dem Felsenhang laufen wir auf einen ruhenden Felsklotz zu. Krishnas Butterkugel- scheinbar schwerelos balanciert der Granitfelsen seit über 1200 Jahren unverändert auf dem Bergrücken. 250 Tonnen soll er wiegen und hat eine Höhe von 6 m. Kinder und Erwachsene posieren mit dem Block und rutschen die Rinne am Hang herunter. Der tamilische Name verweist auf die göttliche Herkunft. Krishna soll als Kind Butter gestohlen haben und dabei einen Klecks fallen gelassen haben - der heutige Felsen. Wir erkunden nun mit ein weinig Freizeit auf eigene Faust die Umgebung bis es heißte, nächster Programmpunkt ruft…
Zusätzlich zum ausgeschriebenen Programm machen wir einen Stopp an den dravidischen, monolithischen Five Rathas, die nur einen halben Kilometer weiter liegen. Die Rathas aus dem 7.Jh. ähneln Prozessionswagen, so wie sie bei den Festen genutzt werden. Die Funktion ist bis heute nicht geklärt. Wahrscheinlich symbolisieren sie die 5 Pandava Helden aus einem Epos. Draupadi Ratha ist der kleinste der 5 in der Form eines Strohhüttentempels, gewidmet Durga mit Löwenfigur davor. Arjuna Ratha ist Shiva gewidmet. Hier findet man reich verzierte Götter und Tierdarstellungen. Bhima Ratha hat eine langgestreckte Form und ist Vishnu gewidmet. Hier sind keine figürlichen Reliefs zu finden. Nakula Sahadeva Rahta wird von einem Elefanten bewacht und soll Indra gewidmet sein. Dharmaraja Ratha ist dreistöckig und Harihara gewidmet. Wir verlassen nun die Pallava Kunstlandschaft und brauchen erst mal eine Pause mit Kaffee, um dann in Auroville den Muttertempel Matrimandir mit seinem spirituellen Meditationszentrum zu besuchen. Eine Einführung in diese Welt gibt das kleine Museum, dann laufen wir durch einen Parkähnlichen Wald bis zur goldenen Kugel, die als stiller Meditationsort dient. Das Zentrum ist umgeben von einem im Bau befindlichen Wassergraben. Wir überlegen, wo so viel Wasser herkommen soll, um den Graben zu befüllen. Eine Infotafel erklärt uns die Finanzierung dieser Anlage. Bhawani berichtet uns von den Abläufen eines Aufenthaltes, den Prinzipien und der Mutter, Gründerin Mirra Alfassa, die auf den Lehren Sri Aurobindos die experimentelle Stadt in Tamil Nadu 1968 gegründet hat.
Es ist bereits Nachmittag, als wir Pondicherry erreichen. Wir machen einen Sparziergang durch die ehemalige französische Kolonialstadt an der Koromandelküste. Hier verbindet sich europäische Kolonialarchitektur mit tamilischer Kultur. Puducherry, wie es heute heißt, ist die Hauptstadt des Unionsterritoriums. Die charmante Altstadt mit vielen Bäumen und Kopfsteinpflaster beheimatet das Grab des Yogis Sri Aurobindo. Welches wir still besuchen. Der letzte Programmpunkt für heute ist die Rikscha Fahrt durch das französiche, hinduistische und muslemische Viertel. Die Fahrer müssen kräftig in die Kette treten, was mir ein schlechtes Gewissen einbringt. Als wir die Gandhi Statur an der verkehrsfreien Uferpromenade erblicken, machen wir eine Fotopause. Nach einer Stunde sind wir wieder am Hotel. Der Abend verläuft ruhig mit gesponsorten Getränken vom Geburtstagskind und leckeren Geburtstagskuchen, den Bhawani zum Abendessen vorbeibringt. Der Abend klingt schön aus.
Chidambaram mit Nataraja Tempelkomplex – Swamimalai
Der Tag beginnt mit unserem zum Ritual werdenden, Frühstück, Kofferpacken, vor die Tür stellen, pünktlich in der Lobby zur Abfahrt erscheinen!
Heute geht es nach Kumbakonam, was im fruchtbaren Cauvery Delta in Tamil Nadu liegt. Erstes Ziel, Chidambaram mit dem Nataraja Tempelkomplex. Auf dem Weg erzählt uns Bhawani, wie eine hinduistische Beerdigung abläuft mit seinen Ritualen und die damit verbundenen familiären und beruflichen Gegebenheiten. Wir fahren am heiligen Kalveri Fluss vorbei. Der südliche Fluss ist genauso heilig, wie der Ganges im Norden, jedoch nicht so verschmutzt. Die Chola Dynastie brachte eine leicht andere Bauweise mit sich. Der Tempelkomplex ist der Reinkarnation Shivas als Nataraja (Herrn des Tanzes) geweiht. Der kosmische Tanz, der die Schöpfung und Auflösung symbolisiert. Ursprünglich vor dem 7.ten Jh. erbaut und in der heutigen Struktur zwischen 10.-13. Jh. unter den Cholas erweitert. Vier monomentale Gopurams (Eingangstürme), das goldbedeckte Heiligtum und 108 Tanzdarstellungen, die in Stein gemeißelt sind. Sie stellen die Körperhaltung mit Arm und Beingestiken da. Die Darstellungen sind genaue Ablaufpläne der ältesten systematischen Tanzgrammatiken der Welt, sozusagen der Grundbaustein aller klassischen indischen Tanzformen. Wir beobachten die Brahmanen, wie sie mit ihren Henkelmännern zur Arbeit kommen. Natürlich oberkörperfrei, damit die kosmische Energie fließen kann. Wir sind beeindruckt von den wunderschönen bunten Decken und Gemälden an den Wänden. Auf dem Gelände wachsen Kanonenkugelbäume, die wunderschöne Blüten hervorbringen.
Weiter geht es nach Gangaikondacholapuram. Der Brihasisvara Tempel ist ebenfalls aus der Chola Dynasty und wurde im 11. Jh. vom Rajendra Chola I als Herzstück seiner neuen Hauptstadt errichtet. Das politische Manifest aus Stein, UNESCO Weltkulturerbe ist in strenger Ost-West Achse gebaut, auf den Sonnenaufgang gerichtet. Der Nandi Bulle ist natürlich auch perfekt auf das Heiligtum ausgerichtet. Wir wissen von unserem Reiseleiter, wo Nandis sind, ist Shiva nicht weit 😉
Wir fahren nun nach Swamimalai zu unserem Hotel. Hier werden wir mit duftenden Blumenketten, einer Segnung und einem leckeren Willkommensgetränk begrüßt. So herzlich empfangen beziehen wir unsere Zimmer und nehmen die Einladung zur Ochsenkutschenfahrt gern an. Zwei weiße Bullen mit Höcker und buntem Gescher ziehen den Karren durch den kleinen Ort. Überall winken uns Menschen zu und beäugen uns genauso wie wir diese Menschen. Abends feiern wir den Ehrentag für unser nächstes Geburtstagskind und genießen das im Garten aufgebaute Buffet mit Live Musik und anschließendem Tanz.
Yoga – Trichy – Felsenfestung – Chettinadu
Heute Morgen beginnen wir mit Yoga. 30 Minuten dauern die Übungsabfolgen mit viel Lob unseres Trainers. Die Mücken hatten auch ihren Spaß, bevor dann auch wir unser Frühstück einnahmen. Fit, satt, und mit einem Puja-Ritual gesegneten Zeremonie des Hotelangestellten setzen wir unsere Reise Richtung Chettinadu fort. 180 km liegen vor uns. Im Bus verteilt Bhawani Zeichnungen des Tempels, welches den Aufbau erklärt. Unser erstes Ziel heute ist der aus Granit erbaute Brihadisvara Tempel in Thanjavur. Auch dieser Tempel wurde nicht nur als religiöser Ort gebaut, sondern war ein politisches Monument der Chola Dynasty. Der Turm misst über 60 m und ist dem Göttersitz Shivas nachempfunden. Die Krönung ist der 80 t schwere Kuppelstein, der angeblich über eine 6 km langen Rampe auf den Turm mit Hilfe von Elefanten gezogen wurde. Der große schwarze Nandi mit einer Höhe von fast 4 m beeindruckt uns sehr. Leider können wir unsere Wünsche nicht in seine Ohren flüstern, da er abgesperrt ist. In den Akazienbäumen hängen Kurkumawurzelamulette. Sie sind vergleichbar mit unseren Schlössern an Monumenten, um Wünsche zu platzieren.
Da Thanjavur das Zentrum der Kupferkunst ist, machen wir einen weiteren Stopp bei einem traditionellen Kupferschmied. Wir bekommen eine eindrucksvolle Vorführung. Beeindruckend ist die kunstvolle Feinarbeit, der aus Wachs und Ton gefertigten Rohlinge. Metall wird gemischt und erhitzt und in die Rohlinge gegossen. Wunderbare Figuren werden so nach alten Methoden hergestellt.
Nun fahren wir weiter nach Trichy. Bhawani erzählt uns unterwegs über die Stellung der Frau im Hinduismus und Indien auf. Mittags kommen wir in Trichy (Tiruchirappalli) an. Unser Ziel ist die Felsenfestung, die wir bereits vom Bus sehen konnten, denn sie thront über der Stadt. Auf dem Weg zum Aufgang hören wir Musik. Es findet vor dem Aufgang eine Zeremonie statt. Leute drängen sich vor einem kleinen Gebäude. Der Brahmane segnet die Menschen mit Feuer. Wir machen uns jedoch auf, die 423 Stufen mit Socken und bei 34 Grad zu erklimmen. Die Aussicht auf die Stadt ist großartig. Wir besuchen über die nächsten Stufen den kleinen Ganesha Tempel. Als wir wieder runter kommen, sitzt die Gesellschaft der Gläubigen im Aufgang und feiert zusammen. Für uns geht es durch die baufälligen Straßen an Verkäufern vorbei zum Bus. An einem Stand mit Pakora Bällchen bleibt Bhawani stehen, der Verkäufer backt für uns frisch die Kichererbsenbällchen und wir kosten. Da die Bällchen frisch aus dem sprudelnden Fett kommen, haben wir keine Bedenken, an einem Straßenstand zu probieren, was die Inder als Zwischenmahlzeit verspeisen. – echt lecker! - Es geht weiter, letzte Stelle für heute; Chettinadu. Unser Hotel ist ein wunderschönes, restauriertes, palastartiges Gebäude. Chidambara Vila, ein Gebäude der Händlerkaste. Hier lernen wir bei einer Kochdemonstration die Rezeptur der Chettinad Küche mit den wunderbaren Gewürzmischungen kennen. 2 Gäste durften der Köchin behilflich sein das Chicken Chettinad und die Süßspeise Pongel herzustellen. Wir anderen verkosten gern. Mit dem Abendessen klingt der Tag aus.
Chettinadu – Madurai mit Tempelzeremonie
Am diesem Morgen spazieren wir erst einmal durch das Dorf. Es ist bereits heiß und wir erkennen schnell, dass der Ort um unser Hotel einmal sehr reich gewesen sein muss. Der Baustil verbunden mit der Lebensart ->Teakholz, Säulen aus Granit, Türmchen und geschwungene Linien hinterlassen ein reichhaltiges Kulturerbe. An den Wänden finden wir interessante Amulette, ein Stück Kohle, eine Zitrone und 7 Chillischoten aufgeschnürt. Sie sollen das Böse abhalten, vielleicht aber auch Insekten, denn für den Bösen Blick hängen Teufelsfratzen an den Türen. Unser Reiseleiter gibt uns wie jeden Morgen einen Überblick zu unserem bevorstehenden Programm. Es geht los Richtung Madurai. Gegen 11:00 Uhr auf der Autobahn 35 überholen uns viele Transporter mit Stieren auf der Ladefläche. Bunt bemalt und geschmückt, als sollten sie im Tempel einer Zeremonie beiwohnen. Plötzlich sehen wir 100derte von Männern am Straßenrand, auf Bäumen sitzend und auf einem großen Gelände stehen. Gejubel, wild gewordene Stiere rennen völlig panisch über das Gelände, Männer versuchen die Tiere wieder einzufangen, manches Tier schafft es zu entkommen, andere werden am Seil weggeführt. Dieses Fest heißt Jallikattu, ein traditionelles Stierbändigen nur in Tamil Nadu zu finden. Es war einmal verboten, wurde aber wieder aktiviert, da die Tradition während des Pongal Festes tief verwurzelt ist. Männer tragen den Sport aus, um Mut und Stärke zu beweisen, indem sie sich an den Buckel des Bullen hängen, 15-20 Meter und/oder drei Sprünge aushalten. Sicherlich nichts für Tierliebhaben und auch kritisch zu beäugen aus der Sicht von uns.
Langsam fahren wir weiter, kurz nach Mittag checken wir in Madurai ein, machen uns frisch und besuchen den Thirumalai Nayakkar Palast. Der Palast war einst 4x größer als heute. Teile wurden im 18. Jh. abgetragen, um einen anderen Palast zu bauen. Unter britischer Herrschaft diente der Palast als Militärlager, Fabrik und Gerichtsgebäude. Erst große Restaurierungsarbeiten Ende des 19.Jh. und später im 20/21. Jh. machten die kulturelle Verschmelzung der dravidischen, islamischen und europäischen Architektur wieder sichtbar. Wir sehen den Hauptsaal, Tanzhalle (Natakasala) mit Stuckarbeiten und riesigen weißen Säulen 20 m hoch und 4 m Umfang verbunden durch hohe dekorative Bögen. Nicht weit vom Palast mache wir einen Fotostopp an der Zisterne und spazieren anschließend durch die Altstadt zum Nord Gopuram des Sri Meenakshi Tempel. Hier erwartet uns ein komplett in Bambus eingerüsteter Turm. Er wird restauriert. Kaum erkennt man die Arbeiter, die fleißig die Figuren neu mit Farbe ausschmücken. Im Tempel ist das Fotografieren nicht erlaubt. Im Herzen der Altstadt ist der mystische Ort der Hochzeit der Meenakshi (Parvati) und Sundareswarar (Shiva) geweiht. Täglich werden Zeremonien abgehalten und viele Menschen besuchen den Komplex mit 12 Türmen und über 33.000 Skulpturen täglich. Wir erleben eines dieser Rituale mit. Meenakshi ist die Gottheit mit 3 Brüsten, nach der Hochzeit verschwindet eine wieder, da der rechte Mann gefunden ist. Zahlreiche Mandapams (Säulenhallen) wie die berühmte 1.000 Säulen Halle liegen um die 2 heiligsten Bereiche. Jede der Säulen hat andere Figuren und klingen beim Anschlagen. Wir machen am heiligen goldenen Lotus Teich eine Pause und lassen die Umgebung auf uns wirken.
Die vielen Menschen und der laute Verkehr in der Stadt lassen uns die Ruhe des Hotels im Anschluss sehr genießen.
Madurai – Peryar National Park – Tierbeobachtungen
Berge, wir fahren in die Berge! Die Western Gaths ist eine Gebirgskette an der Westküste Indiens und vor Millionen von Jahren durch das Abspalten von Gondwana-Superkontinent entstanden. Unser Ziel ist der Periyar Wildlife Park in den Kardamom Hills mit seinem künstlich angelegten See durch die Briten 1895 als Wasserreservat. Heute leben viele geschützte Wildtiere dort auf 777 qkm. Die Fahrt ist lang und wir verlassen Tamil Nadu und begrüßen Kerala. Erst haben einige von uns eine Elefanten Tour gebucht. Wir fahren mit dem Jeep zur Elefant Junction. Meenakshi heißt die große 22-jährige Elefantendame, die uns auf ihrem Rücken durch die Station trägt. Zur Belohnung bekommt sie nachher Bananen von uns zugesteckt. Ruhig und gelassen darf sie nach unserem Ritt in die Pause gehen. Wir haben allerdings nun noch den Termin im Park zur Bootsfahrt. Mit dem Sammelbus geht’s zum Anleger. Wir haben feste Plätze auf dem Boot und zeihen brav die Schwimmwesten an. Die Boote legen ab und gleiten über den See. Rechts und links erblicken wir Hirche, wild Rinder, verschiedenste Vogelarten und da, ein Elefantenbulle, weitere Tiere und weitere Elefanten. Die Ranger machen mit ihren Ferngläsern wunderbare Fotos mit unseren Kameras. Zufrieden mit den Beobachtungen fahren wir nach 1,5 Stunden wieder ins Hotel. Im Nachgang, unser bestes Hotel, superfreundliches Personal, Top Buffet und freche Affen, die uns ein lächeln ins Gesicht zaubern.
Peryar – Alleppy – Hausboot – Backwaters in Kerala
Von Periyar geht es nach dem Frühstück Richtung Alleppey und zu den Backwaters.
Aber erst besuchen wir eine Gewürzplantage mit Verkauf. Der Guide führt uns zu den verschiedenen Pflanzen und erklärt uns die Wirksamkeit, Wachstum, Blüte, Frucht und Ernten. Die Kardamom Pflanze blühte und die Kapseln konnten wir bereits erkennen. Einige Tüten der kostbaren Waren landeten in unseren Koffern. Serpentinen führen aus den Bergen mit ihren Malbari-Teeplantagen an die Küste des Arabischen Meeres. Die Backwaters in Kerala entstanden hauptsächlich durch natürliche geologische Prozesse, bei denen Wellen und Küstenströmungen des arabischen Meeres Sandbänke und Inseln bildeten. Diese Barrieren schnitten die Mündung von 44 Flüssen, die aus den Western Gathes fließen ab und schufen ein einzigartiges System aus Lagunen und Kanälen. Den Rest erledigten die Menschen und so entstand das Paradies für Mensch und Tier. Wir schiffen um 14:00 Uhr auf unseren Kettuvallams (Umgebaute Lastenboote) ein. 4 Kabinen sind unsere Unterkunft für die Fahrt auf den Kanälen der Backwaters. Es entschleunigt uns von den Anstrengungen der letzten Tage. Die Schiffsjungen bereiten uns ein einfaches und leckeres Mittagessen zu. Die Ruhe genießen wir auf dem Oberdeck. Das Boot gleitet über die ruhigen Gewässer und wir beobachten Tiere und das Ufer mit einfachen Behausungen zieht an uns vorbei. Frisch gebackene Bananenküchlein und Kaffee versüßen uns den Aufenthalt. Wir legen am Ufer des Hauptortes an und besuchen die St. Maria Basilica am Pamba River. Hier findet am heutigen Sonntag ein Gottesdienst statt. Viele Gläubige strömen in die alte Kirche (im Jahr 427 gegründet). Sie gehört zu den Thomaschristen-Kirchen und der Apostel Thomas soll sie selbst gegründet haben. Zahlreiche Felseninschriften und ein offenes Steinkreutz aus dem Jahr 1150 belegen diese Geschichte. Wir vertreten uns die Beine noch ein wenig und betreten das Boot zur Sonnenuntergangsfahrt Richtung Anker-Platz. Wasserhyazinthen schwimmen überall um uns herum. Das Boot wird mit einem dicken Stromkabel an Land angeschlossen und die Klimaanlage für die Nacht angeschaltet. Langsam geht die Sonne unter, wir bekommen unser Abendessen im „Bugrestaurant“ serviert und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Ausschiffung in Alleppey – Fahrt nach Cochin – Kathakali Tanz
Das Boot legt schon wieder ab als wir am Morgen aufwachten. Das Frühstück wird serviert und wir packen schon wieder die Koffer als das Boot Richtung Alleppey unterwegs ist. Es geht durch schmale idyllische Wassergräben. Die Vögel sind schon aktiv und Menschen am Ufer gehen bereits ihren Beschäftigungen nach. Ein Junge sitzt am Ufer und putzt sich die Zähne. Grinst und grüßt! Das Wasser spielt eine Zentrale Rolle in dieser Gegend. Das Land ist fruchtbar und überall grünt und blüht es. Als wir uns dem Vembandad See nähern, beginnt das Elefanten Rennen der Boote. Von überall strömen die kleinen schwimmenden Hotels Richtung Hafen. Die Gäste werden in Zubringerboote umgeladen und am Hafen wieder dem Landgang überlassen. Bhawani wartet bereits mit unseren Busfahrern auf uns. Wir fahren nach Cochin. Unsere Zimmer im Hotel sind fast fertig und wir beziehen die Unterkunft schon mal bevor wir zu einem Spaziergang im östlichen Viertel aufbrechen. Die Hafenstadt besteht aus mehreren Halbinseln und Inseln. Die Portugiesen, dann die Holländer und schließlich die Briten drückten der Stadt ihren Stempel auf. Wir laufen durch die Gassen der Wohnviertel zur Bazaar Road. Hier werden und wurden die Gewürze und Handelswaren verkauft. Autos und Handkarren versperren die Straße. Wir schauen in die offenen Läden herein und besuchen eine Bilderausstellung der Biennale Kochi an, die zZ in vielen kleinen Ausstellungsräumen stattfindet. Ein Blick in die Bucht mit ihren bunten Schiffen, aber auch die Kanäle mit stinkenden Abwässern gehören zum Bild.
Bhawani holt uns am spätnachmittag im Hotel ab und wir laufen zur Kathakali Tanz Aufführung. Die spektakulären Tanzdramen sind eine Kunstform aus leuchtenden Farben, mächtigen Kostümen und intensiven Gesichtsausdrücken, denn gesprochen wird nicht. Pantomimisch wird eine Geschichte mit Trommelmusik untermalt. Geschichten aus dem Mahabharata und Ramayana werden hier weitergegeben. Wir schauen den Künstlern zuerst beim Schminken zu. Dann werden die Gefühle und Mimiken erklärt und dargestellt, daraufhin beginnt das Drama. Der Teufel in Form einer schönen Frau will den Prinzen verführen. Er merkt es und verjagt das Böse.
Im Hotel sitzen wir beim Essen zusammen und genießen die köstlichen Speisen bis sich der Abend dem Ende zuneigt.
Cochin – St Franziskus Kirche – Mattancherry Palast – Synagoge
Heute beginnen wir den Tag mit einem kombinierten Spaziergang und Busfahrt durch Kochi. Fort Kochi ist das größte Eiland. Die in jedem Reiseführer abgelichteten Spinnennetze der chinesischen Fischer steht zuerst an. Wir schauen den Fischern beim Absenken der Netze zu und sind gespannt, wenn die Netze wieder hochgezogen werden.
Einige kleiner und mittelgroßer Fische sind ins Netz gegangen und nicht nur wir schauen erwartungsvoll auf den Fang, nein, die Katze kann sich kaum zurückhalten. Überall am Strand laufen herrenlose Hunde herum und sogar 3 Welpen suchen im Müll nach Futter.
Wir verlassen die Meeresfischer und laufen durch die Gassen zur St. Franziskus Kirche. Der Bus sammelt uns ein und der Palast von Mattancherry (Holländischer Palast) wird angefahren. Der Palast ist ein Geschenk der Portugiesen an den Raja als Gegenleistung guter Handelsprivilegien wurde er 1557 errichtet. Als die Holländer Kochi übernahmen, renovierten sie den Palast und heute findet man Besitztümer der Herrscherfamilie, aber auch reich verzierte Wandmalereien mit Szenen aus dem Ramayana Epos. Neben dem Palast befindet sich ein Hindutempel, den wir nicht besichtigen dürfen. Nur Hindus haben zutritt. Wir suchen nun die Pardesi Synagoge auf und besuchen das jüdische Viertel. Die Holländer verfolgten die Juden nicht und so siedelten sich jüdische Familien im 17 Jh. an. Kronleuchter und Glaslampen schmücken den lichtdurchfluteten Innenraum der Synagoge. Die Geschichte der Malabar Juden kann man im Nebenraum durch Bildtafeln erfahren. Wir schlendern durch das Viertel mit vielen Touristen Shops.
Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und wer mag, geht mit an die Uferpromenade, um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Fahrt nach Ooty in den Western Gaths
275 km ist die Tagesstrecke nach Ooty heute lang. 7 Stunden wird es wohl dauern. Uns wird noch einmal bewusst, als wir über viele Brücken Kochi verlassen, wie zerklüftet die Hafenregion ist. Bhawani erzählt uns, wie der indische Verkehr rollt und welche Regeln es eigentlich gibt. Prompt wird unser Bus von der Polizei angehalten. Der Fahrer wird kontrolliert. Es geht ohne Beanstandung weiter. Wir sehen, viele Baustellen im Land rund um den Straßenbau. Hier kann man den Aufschwung in Indien deutlicher nicht merken. Nach kurzen Pausen unterwegs, geht es endlich in die Nilgiri Berge. Wir sind erstaunt, dass Plastikflaschen verboten sind. Alle unsere Vorräte werden unsichtbar, da die Kontrolleure schauen. Teeplantagen gibt es auch hier an den Hängen. Die Gegend ist für ihre Schokolade bekannt. Bei einer Pause kaufe ich gleich mal eine Kostprobe für alle. Es wird bereits dunkel, als wir Ooty erreichen. Die Teeproduktion wollen wir aber trotzdem noch sehen. Über schmale Gerüste werden wir zu den einzelnen Herstellungsprozessen geführt. Bhawani erklärt die Schritte bis zur fertigen Tasse Tee. Nah klar kaufen wir für daheim Marsalla Chai oder White Tips. Das La Montana Hotel liegt gediegen an einem Hang mit einer großartigen Aussicht auf das Tal und die Stadt Ooty. Wir sind hungrig und marschieren auch zügig nach dem Check-in zum Restaurant. Hier gibt es keine alkoholischen Getränke, denn dafür benötigen Restaurants in Indien eine Lizenz. Müde von der langen Fahrt fallen wir auch bald schon in unsere Betten.
Ooty – Zugfahrt nach Coonoor
Wir beginnen den Tag mit dem Transfer zum Bahnhof nach Ooty. Hier haben wir genug Zeit zum Fotografieren. Der alte Bahnhof mit den Toy-train Fahrten nach Coonoor gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Nilgiri Mountain Railway fährt zwischen Ooty und Coonoor mit der berühmten Bergbahn, die sich die Briten 1854 ausgedacht haben. Die Idee war die Ebene mit den Nilgiri Hügeln zu verbinden. 1891 wurde der Baubeginn durch den dichten Dschungel, Felsmassiv und extremen Steigungen begonnen und 1908 war die komplette Strecke fertig. Die 19 km lange Teil-Strecke erklimmt die Bahn in einer guten Stunde. Wir beobachten die Dampflokomotive, wie sie langsam in den Bahnhof schnaubt. Die Konstruktion ist einzigartig. Die Lok schiebt bergauf und bremst über die Zahnstange bergab. Das merken die Fahrgäste allerdings nicht. Die Waggons sind mit einfachen Bänken ausgestattet und wir sitzen uns gegenüber im Abteil. Wir fahren an den Teeplantagen, Wäldern und Kolonialbahnhöfen bis Coonoor. Steigen nun von der Bahn in den Bus, um die Stadt Mysuru zu erreichen. (145 km)
Holprige Serpentinen führen uns an Teeplantagen vorbei. Bauern erledigen fleißig ihre Feldarbeit. Endlich kommen wir durch die Tiger Reservate und wir halten unsere Augen auf. Bhawani sieht als erstes den großen Elefantenbullen im Dickicht des Waldes stehen. Wir brauchen einige Zeit bis sich die Augen gewöhnen und ihn im Gestrüpp erspähen. Es gibt viel zu sehen. Viele Axishirsche verweilen am Straßenrand und haben keine Angst vor den vorbeirollenden Waagen. Die Languren mit ihrem weißen Fell und schwarzen Gesichtern sind da etwas ängstlicher unterwegs. In dem Gebiet sollen auch Tiger leben, aber die haben wir nicht gesehen. Macht nichts, wir kommen gut in Mysore an und genießen am Abend unser traditionelles indisches Essen mit den Fingern.
Mysuru
Wir befinden uns nun im Bundesstaat Karnataka und fahren ca. 1 Stunde von Mysore bis nach Somanathapura. Der Shri Chennakeshava Swamy Tempel gilt als Meisterwerk der Hoyasala Kunst. Es ist ein filigranes Steinuniversum aus dem 13. Jh. und natürlich von der UNESCO geschützt. Der Tempel steht erhöht auf einer sternförmigen Plattform. Vishnu wird in drei Formen dargestellt. Drei Schreine sind über einem Sabha-Mandapa verbunden – ein Wald aus künstlich gedrehten Säulen. Die Außenwände sind überdeckt mit Szenen aus dem Ramayana, Mahabharata und Bhagavata Purana -> Miniaturfriesen, Götterdarstellungen, Tänzerinnen, Tiere und Ornamente. Der Ort Somanatha wurde im 13 Jh gegründet als eine Brahmanensiedlung mit Vishnu und Shiva-Tempeln. Dieser Tempel gilt als Mittelpunkt des Ortes. Auch wenn der Tempel immer wieder beschädigt wurde, haben folgende Herrscher den Tempel restauriert und wir können heute die Reliefs detailreich und vollständig stundenlang bewundern und Geschichten daraus erkennen.
Heraus laufen wir durch den Gopuram an einem riesigen Seidenbaum vorbei ins Dorf. Eberhardt Travel spendiert eine frische Kokosnuss und unsere Tour geht weiter.
Der Maharadscha Palast von Mysuru ist deines der meistbesuchten Bauwerke Indiens (3.mio Besucher/Jahr) und Paradebeispiel indo-sarazenischer Architektur. Er wurde zwischen 1897 und 1912 erbaut und diente der Wadiyar -Dynastie als königliche Residenz. Der Brite Henry Irwin arbeitete die Architektur aus, so findet man ein Gemisch aus unterschiedlichen Baustilen wieder. Wir wandern durch die verschiedenen Räume, wie die Durbar Halle, die riesige Audienzhalle mit türkisen Säulen und vergoldeten Elementen. Oder der Ambavilasa, dem privaten Audienzsaal mit Elfenbein-Einlegearbeiten.
Eine Pause im Hotel tut nun gut, doch am Spätnachmittag machen wir uns auf zum Devaraja Markt. Der Historische Markt ist um diese Zeit gut besucht. Kühe fressen Gemüsereste am Rande des Geschehens. Wir steuern erst mal den beliebtesten Stand des Marktes an. Guru Sweets und Verkosten eine Süßigkeit mit Kaffeegeschmack. Es ist nicht so süß, wie erwartet. Jetzt gehen wir in die schmalen Verkaufsstraßen des Marktes und schauen uns die Farben Pracht und die Vielfalt der Auslagen an. Immer wieder fragen wir uns, wer kauft all diese vielen Blumengirlanden, denn lange frisch bleiben werden sie nicht!? Wir verabreden eine Zeit und jeder schaut dort, wo er möchte. Den Markt verlassen wir über einen Elefanten-(Zebra)-Streifen. Der Bus holt uns ab und wir genießen als letzte Tat des Tages unser leckeres Abendessen im Hotel.
Mysore – Bangalore 145 km
Check-out im Hotel und los geht es auf den Chamundi-Hügel (1063 m) am heutigen Tag. Die Fahrt hinauf auf den Berg ist mit einer großartigen Aussicht auf die Stadt Mysuru verbunden. Uns begrüßt am Eingang des Geländes Bhawani als besiegter Dämon, Mahishasura. Die Statur sieht aus wie unser Reiseleiter, rundes Gesicht und Schnurrbart. Was soll uns das wohl sagen..:)))
Stände mit Opfergaben und Armbändchen säumen den Weg zum 7-stöckigen Gopuram des Chamundeshwari Tempels. Die Göttin ist eine mächtige Inkantation der Durga. Sie war die einzige Frau, die den bösen Dämon halb Mensch, halb Büffel bezwingen konnte, denn kein Mann konnte dieses Werk vollbringen. Selbst der Name Mysuru leitet sich aus dieser Bezwingerin ab. Sie wird von den Hindus als Familiengöttin verehrt. Viele Brahmanen segnen die Menschen auf dem Platz vor dem Tempel. Nichtgläubige dürfen nicht in das Heiligste des Tempels, so wie überall in Indien, doch eine Segnung bekommen wir trotzdem. Der Glücksbringer an unseren Handgelenken muss nun von allein abfallen. Der monolithische Granit Nandie befindet sich ca auf halber Höhe des Berges und wir besuchen ihn kurz für ein Foto.
Der Bus bringt uns nun zum nächsten Standort nach Bangalore. Bhawani berichtet uns auf dem Weg dort hin über Unberührbare und dem Kastensystem in Indien. Am frühen Nachmittag erreichen wir Bangalore und unser Reiseleiter lädt uns ein seine Familie Schwesterlicherseits zu besuchen. Nah klar wollen wir das. Wir werden herzlich empfangen und lernen die Gastfreundschaft der Inder kennen. (Danke für diesen ungewöhnlichen Einblick auf unserer Reise.) Anschließend checken wir im Hotel ein. Abends spazieren wir nach dem Essen zum beleuchteten Parlamentsgebäude und fahren mit einem frechen Tuktukfahrer zurück ins Hotel.
Wir fliegen nach Mumbai
Unsere letzte Etappe steht an. Die Verabschiedung vom Busteam am Flughafen ist kurz und knapp. Die Sicherheitsvorkehrungen im Flughafen sind streng und dauern länger als gedacht, so dass wir direkt in den Flieger steigen. Zwei Stunden später sind wir bereits in Mumbai und das neue Busfahrerteam bringt uns gekoppelt mit einer kleinen Stadtrundfahrt zum Hotel. Wir beziehen unsere Zimmer. Als die Hitze ein wenig nachlässt, laufen wir mit Bhawani am Fischerhafen entlang zum Gateway of India. Je näher wir kommen, desto mehr Menschen drängeln sich vor und auf dem Platz zum Gateway. Wir hören die Geschichten zum Taj Mahal Hotel und Tower von Bhawani. Auch die Geschichte zum monomentalen Torbogen, erbaut von dem Briten 1924 ist sehr interessant. Gut, dass die Gruppe so übersichtlich ist, und wir schaffen es zusammen den Platz wieder zu verlassen. Überwältigt von den Massen freuen wir uns im Hotel wieder Ruhe zu finden und genießen das Buffet im Stadthotel.
Sightseeing Mumbai und Rückflug
Der Morgen beginnt mit einem leckeren Frühstück. Entspannt, beginnen wir gegen 9:00 Uhr unsere Sightseeingtour durch die Metropole Mumbai. 12,5 Mio Menschen leben im Stadtgebiet und über 22 Mio. in der Metropolregion. Eine Mischung aus Kolonialarchitektur, Meerespromenade, Tempel, Märkte, Bollywood und moderner Skyeline umgibt den südlichen Teil der Stadt mit den Sehenswürdigkeiten unseres Programms. Im Bundesstaat Maharahtra ist die Stadt „City of Dreams“ 1996 von Bombay, (Ableitung des Namens von der Götting Mumba Devi) in Mumbai geändert worden. Über den Marine Drive geht es zum Malabar Hill. Wir spazieren durch den Park und sehen die Schwarzmilane über dem Parsi Tower of Silence kreisen. Hier dürfen wir leider nicht näher ran. Die Aussicht auf die Stadt Mumbai vom Jains (Händler) Viertel ist ein wenig vom Dunst verdeckt. Die Fahrt stoppt als nächstes an den Dhobi Gahts, dem größten open air Waschplatz der Welt. Fasziniert vom Einblick in Mumbais Arbeitswelt schießen wir unzählige Fotos. Weiter geht es an Slams vorbei zum Treffpunkt der Dabbawala am Churchgate. Wir schauen zu, wie Taschen mit guten Kennzeichnungen, gefüllt mit Henkelmännern und Restaurantspeisen sortiert werden, um sie dann dem Empfänger zukommen zu lassen. Wir besteigen unseren Bus wieder und fahren vorbei am Gerichtshof zum Fotopoint der viktoriansch-gotischen Gebäude - dem Rathaus und der Victoria Station. Mitten im Straßenverkehr ist eine Insel für die Touris gebaut, um die Gebäude zu bestaunen. Nächster Stopp ist die alte Residenz von Mahatma Gandhi. Das Haus ist ein Museum und zeigt Etappen aus seinem Leben. An der verkehrsreichen Straße vor dem Prince of Wales Museum gegenüber der Uni lässt der Bus uns raus. Wir haben nun 1,5 Stunden Zeit uns das Museum genauer anzuschauen, aber auch der Bau selbst ist wunderschön. Puh, wir brauchen mal ne Pause.
Doch wir machen uns vor dem Abendessen vom Hotel nochmals auf, um die Shoppingstraße Shahid Bhagat Singh Rd zu besuchen. Unzähliger Handler stehen vor den richtigen Geschäften mit Ständen und bieten ihre Waren an. Es ist eng und wir marschieren erst mal in eines der Designer-Geschäft hinein. Mal schauen, was die bunten, handgefertigten Saris so kosten…
Es wird uns schnell zu bunt 😉 und wir laufen um den Block zurück zum Hotel. Kofferpacken und Abendessen.
Leider müssen wir auch Abschied nehmen, die Zeit verlief viel zu schnell. Ein letzter Bustransfer zum Flughafen. Umarmungen und Wünsche an unseren lieben Reiseleiter Bhawani und wir winken zum Abschied. Das letzte Prozedere im Flughafen und dann ein Nickerchen im Flieger folgen.
Ankunft in Deutschland
Überpünktlich landen wir in Frankfurt am Flughafen. Im Flieger sagen wir schon – „good bye“- denn es ist nicht viel Zeit zwischen den Anschlussflügen. Wir winken am Transitbereich noch einmal allen zu und schon verstreuen sich die Gäste in alle Richtungen.
Tage voller Farben, Düfte, Geschichten und Begegnungen liegen hinter uns. Jede Station hat ihre eigene Spur hinterlassen – zusammen ergeben sie ein Mosaik, das man nur in Indien erleben kann. Ich hoffe ihr nehmt nicht nur Fotos und Souveniers mit nach Hause, sondern viele Erinnerungen, die bleiben und so großzügig von Indien an uns verschenkt wurden. Vielen Dank euch allen für euer Vertrauen, die guten Gespräche und die wunderbare Zeit.
Alles Gute und auf ein Wiedersehen, Eure Sabine
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