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Rom und die Sorrentinische Halbinsel

Reisebericht: 05.05. – 12.05.2012

eine erlebnisreiche, wunderbare Reise, gepaart mit vielen Eindrücken, Erlebnissen, interessierten Gästen und einem stets gut gelaunten und versierten Fahrer.

Ein Reisebericht von
Walburga Lindner


AUF IN DEN SONNIGEN SÜDEN

sagten sich 45 Reisefreudige aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen, als sie am 05.05.2012 in den Bus via "Bella Italia" einstiegen.
Auf dem "Kutschbock" des Busses der Fa. Kretschmar saß voller Elan und Tatendrang Matthias, der uns während der ganzen Reise souverän chauffierte.
Der erste Tag - ein ausgesprochener "Bustag" erforderte von allen Gästen viel Geduld und noch mehr Sitzfleisch.
Abwechslung auf dieser Fahrt, die uns zunächst durch Sachsen und Bayern, dann in Österreich durch Tirol und später in Italien durch Südtirol, das Trentino nach Venetien führte, brachten die schnell wechselnden und äußerst beeindruckenden Landschaftsbilder.
Über die Inntalautobahn, über die imposante Europabrücke und über die Brennerautobahn erreichten wir den Brenner, den mit 1.374 m am meisten frequentierten Alpenpass und zugleich Grenze zwischen Österreich und Italien.
Benvenuti in Italia!
Herzlich Willkommen in Alto Adige / Südtirol, der autonomen Provinz, die mit der autonomen Provinz Trentino seit 1946 eine gemeinsame Region Italiens bildet.
Bei der Fahrt durch Südtirol passierten wir das Eisacktal, in dem einst die Sachsen an der Seite der napoleonischen Truppen kämpfend, von den Tiroler Freiheitskämpfern in die Klemme genommen worden waren. Anschließend tangierten wir die Franzensfeste, dann die ehemalige Bischofsstadt Brixen, das Kloster Säben und die von Burgen und Burgruinen eingerahmte Provinzhauptstadt Bozen.
Weiter ging die Fahrt durch das Etschtal, unterhalb der Südtiroler Weinstraße.
Normalerweise verbindet man mit Südtirol in erster Linie Berge, schroffe Felsformationen, die sog. "Bleichen Berge", sprich die Dolomiten, zahlreiche Seen und Burgen. Aber das Bild der Südtiroler Landschaft wird - wie wir uns überzeugen konnten - nicht nur von einer Bergwelt geprägt, sondern ebenso von zahlreichen Weingärten und Obstplantagen. Nicht umsonst bezeichnet man diese autonome Provinz auch als den Obstgarten von Italien.
Das Tagesziel schon vor Augen, durchquerten wir noch die autonome Provinz Trentino und einen Teil der Region Venetien.
Gegen Abend erreichten wir San Zeno di Montagna oberhalb des Gardasees. Im Hotel "Jolanda" angekommen, wurden wir am Ende eines langen Tages mit einer grandiosen Aussicht auf den Lago di Garda oder Lacus Benacus, wie ihn die Römer nannten, überrascht.
Nach einem guten Abendessen winkte für alle, die sich nicht mehr zu einen Verdauungsspaziergang aufrappeln konnten, der Bettzipfel...
Am Vormittag des nächsten Tages stand der Besuch von Verona auf dem Programm.
Während einer kombinierten Stadtrundfahrt / Stadtrundgang erfuhren wir recht viel über die Geschichte der Stadt, in der insbesondere die Skaliger, die Venetianer, aber auch die Habsburger ihre Spuren hinterlassen haben.
Natürlich besuchten wir auch das Haus einer gewissen Giuletta Capuleti, Shakespeares Julia.
Eine anschließende kurze Freizeit bot Gelegenheit zum Besuch der ARENA, dem drittgrößten Amphitheater Italiens, der Skaligerburg (Castelvecchio) oder nur zu einem Bummel über die Piazza Brà.
Auf unserer anschließenden Fahrt Richtung ROM durchquerten wir weitere sechs der zwanzig Regionen Italiens: Venetien, Lombardei,  Emilia - Romagna, Toskana, Umbrien und Latium.
Während dieser Tour überquerten wir auch den Po, den mit 652 km längsten und bedeutendsten Fluss Italiens. Wir bestaunten die recht zahlreichen Reisfelder in der Poebene, die wir dort nicht vermutet hätten und begrüßten den am Horizont auftauchenden Apennin. Leider zog der Himmel während der Fahrt über den Apennin immer mehr zu, so dass weitere Höhepunkte, vor allem auf der Strecke Toskana - Umbrien vorerst  im Verborgenen blieben. Petrus wollte es so!
Am Abend allerdings hatte er Erbarmen mit uns, denn bei der Fahrt durch die Albaner Berge gewährte er uns einen tollen Blick auf den "Lago di Albano" und die Sommerresidenz des Papstes, das "Castel Gandolfo".
Im Hotel "Monte Artemisio" in Nemi Velletri angekommen, ließen wir uns das Essen munden und  den Tag bzw. Abend bei einem guten Tropfen (eine Spende des Hauses) ausklingen.

Und dann folgte ROM...

besser gesagt, wir wollten es an diesem gemeinsamen dritten Tag erobern - scheiterten aber zunächst schon am unvorstellbaren Verkehrschaos. Alle Römer schienen sich an diesem Morgen auf den Straßen zu tummeln. Dass es dann doch noch zu einem Treffen mit unserer Stadtführerin kam, grenzte schon nahezu an ein Wunder...
Ja - ROM, die ewige Stadt - was soll man dazu schreiben, wo anfangen - wo aufhören, was nicht unerwähnt lassen?!
ROM - das muss man ganz einfach erleben!
Rom, das heißt: Kolosseum, Forum Romanum, Kaiserforen, Circus Maximus, Engelsburg, Spanische Treppe, Trevi Brunnen, Panthenon und und und...
Ja, Zeit, viel Zeit müsste man haben! Die unsrige jedoch wurde an diesem Nachmittag durch eine kleine Suchaktion etwas eingeschränkt. Einer der Gäste wandelte auf Abwegen...
Aber wir schafften ihn noch - ich meine natürlich den Besuch in der Vatikanstadt. Gigantisch, beeindruckend der Petersplatz mit Petersdom - und nur ein weiße Linie überschreitend befanden wir uns in dem Staat, der seit 1929 ein unabhängiger ist und unter der Oberhoheit des Papstes steht. Doch leider hieß es schon bald wieder "Arrivederci Roma"...
Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter Richtung Süden - Richtung Kampanien.
Wir waren äußerst neugierig, denn schon Gottfried Seume hatte in seinen Aufzeichnungen "Der Spaziergang nach Syrakus" diese Region gelobt und gemeint, "dies sei der schönste Platz, den er bis dato gesehen hat und wo die Natur alle ihre Gaben bis zur höchsten Verschwendung ausgegossen hat." Kein Wunder also, dass schon die Römer ihr den Namen "Campania felix - glückliches Land" gegeben hatten.
Nach dem chaotischen Start am Vortag lief am Dienstag verkehrstechnisch alles wie am Schnürchen. Auch Petrus hatte ein Einsehen mit uns und gewährte uns zumindest hin und wieder einen Blick in die Landschaft. Einzigartig der Moment, als sich das Kloster Monte Cassino - wie auf einer Wolke schwebend - kurz zeigte.
Vor Neapel zog Petrus "den Vorhang dann gänzlich auf" und präsentierte uns einen Superblick auf den Golf von Neapel, auf die Stadt - und auf den Vesuv, neben Pompeji ein Anlaufpunkt dieses Tages.
Unvergesslich wird uns die abenteuerliche Fahrt auf den Vesuv bleiben!
Einen gelungenen Abschluss dieses außergewöhnlichen Tages bildete der Besuch von Pompeji, der Stadt, die im Jahre 79  durch den Vulkanausbruch völlig verschüttet worden war.
"Ruinen können schöner sein als mancher Bau aus Glas und Stein…" hat einmal ein gewisser Herr Limpach gesagt. Und wir fragten uns, was sie wohl alles nach rund 2000 Jahren erzählen würden - wenn sie denn könnten.
Unsere Reiseleiterin vor Ort erzählte viel, recht viel über das lockere Leben der ehemaligen Einwohner. Lag es möglicherweise daran, dass sie uns soviel über deren ausschweifendes Leben berichtete, dass "unser Opa" nur noch Augen für die rassige Neapolitanerin hatte???
Im "Hotel degli Ulivi" in Gragnano wurden wir anschließend herzlich empfangen und nach dem Abendessen klang auch dieser erlebnisreiche Tag auf der Terrasse des Hotels, mit traumhaft schönem Blick auf Vesuv und Neapel, bei einem Gläschen Limoncello aus.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Capri. Wir sahen sie zwar nicht untergehen, die Sonne, aber beinahe aufgehen. D.h., wir mussten früh, sehr früh aus den Federn. Doch den Ohrwurm "Wenn bei Capri die rote Sonne..." in Gedanken summend, fiel das nicht allzu schwer. Zuerst per Bus, dann per pedes und schließlich per Schiff steuerten wir die Insel an.
Und dann lag sie vor uns, die Insel - majestätisch, so wie es sich gehört. Verliebte sich doch einst Kaiser Augustus in dieses Kleinod und sein Sohn Tiberius regierte von hier aus bald ein Jahrzehnt das damalige Römische Reich.
Eine Schifffahrt entlang der Insel, bei der wir nicht nur Einblicke in die verschiedenfarbigen Grotten nehmen konnten, sondern auch noch die "Faraglioni", eine nadelförmige Felsformation, zu Gesicht bekamen, begeisterte uns alle.
Einst Heimat von Kaisern, Sitz von Klöstern, aber auch einstiges Reich von Bauern und Fischern wandelte sich die Insel im 19. Jahrhundert, als ihr Charme von Engländern, Deutschen und Russen
entdeckt wurde und aus Bauern Hoteliers und aus Fischern Bootsführer und Gastronomen wurden. Einer, der sich beim Anblick der Insel sofort in sie verliebte und den diese Liebe zeit seines Lebens nicht mehr losließ, war der schwedische Arzt Axel Munthe. Auf Grund seiner zahlreichen Verdienste um die Bewohner der Insel ernannte man ihn zum Ehrenbürger von Anacapri. Sein Refugium, das er sich auf Anacapri geschaffen hat, ist äußerst sehenswert. Mit seinem Buch "Das Buch von San Michele" hat er Capri in der ganzen Welt bekannt gemacht.
Nach unserer Schifffahrt und einem geführten Spaziergang durch Capri fuhren wir mit kleineren Bussen die kurvenreiche Straße nach Anacapri hinauf. Immer wieder faszinierte der Blick auf das Thyrrenische Meer, auf den Golf von Neapel als Teil dessen, auf die Halbinsel Sorrent und auf die Insel Ischia. Nach einer "Stärkung" trennten sich unsere Wege und es gab die Möglichkeit, entweder Axel Munthe einen Besuch abzustatten, mit der Seilbahn auf den höchsten Punkt der Insel, den Monte Solaro, zu schweben (grandios!) oder einfach durch Anacapri zu bummeln.
Ich denke, an diesem Tag kam wieder ein jeder auf seine Kosten. Leider ging auch er viel zu schnell zu Ende. Bei einem guten Tropfen auf der Terrasse ließen einige der Gäste den Tag wieder bestens ausklingen.
Am Donnerstag, den 10.05.2012, stand ein weiteres Highlight auf dem Programm - die Costiera Amalfitana, die Amalfiküste.
Ein einheimischer Bus brachte uns zunächst nach Positano, der Perle an der Amalfiküste. Unmittelbar nach dem Ausstieg aus dem Bus bot sich uns ein atemberaubender Blick auf das terrassenartig angelegte Städtchen oberhalb des Thyrrenischen Meeres. Nach einem kurzen Spaziergang, einer kleiner Verschnaufpause bei einem Espresso oder einem anderen guten Tropfen ging es per Schiff von Positano bis nach Amalfi - entlang der Südküste der Halbinsel Sorrent, einer der bezauberndsten Küstenabschnitte Europas. Während dieser einstündigen Fahrt wurde der Fotokamera keine Verschnaufpause gegönnt. Ob die Faszination der Landschaft oder beeindruckende, technische Meisterleistungen - alles wurde bestaunt und als Erinnerung oder für die Daheimgebliebenen im Bild festgehalten. In Amalfi, der größten Stadt an der Küste, gingen wir schweren Herzens von Bord. Doch auch diese Stadt, die bis Anfang des 12. Jahrhunderts eine große Seemacht darstellte, war recht ansprechend.
Hier stach besonders der Dom mit seiner reich verzierten Fassade und der langen Freitreppe ins Auge. Nach diesem Aufenthalt führte uns die Fahrt zurück in unser Hotel über eine serpentinenreiche Straße in schwindelerregender Höhe, immer nahe am Abgrund und ließ Menschen und Schiffe wie Spielzeug erscheinen. Nach "überstandener Rückfahrt" wurde im Ladengeschäft einer Pastafabrik das passende Souvenir für zu Hause erstanden. Mit Limoncello, Pasta, Schinken oder anderen leckeren Spezialitäten aus der Region im Gepäck ging es zurück zum Hotel...und wieder auf die Terrasse...
Am Freitag hieß es Abschied nehmen vom herrlichen Süden  - schade, denn sicher hätte noch viel Sehenswertes auf uns gewartet...
Aber wie sagt man doch gleich "wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören" oder "es sollte immer noch etwas bleiben für ein nächstes Mal..."
Bei bestem Wetter und hervorragender Sicht erschien uns die Fahrt Richtung Gardasee relativ kurzweilig. In Umbrien, dem sog. grünen Herz Italiens, bezauberten die romantischen Berglandschaften, die grünen Wiesen sowie einige - von den Etruskern auf Hügel angelegte Orte.
Als bestes Beispiel präsentierte sich die auf einem hohen Felsplateau gelegene Stadt Orvieto mit ihrem Wahrzeichen, dem Dom.
Bei der anschließenden Fahrt durch die Toskana konnten wir dann auch ein wenig die typische
toskanische Landschaft in Augenschein nehmen, einsame "podere" (Landgüter) auf kleinen Hügeln gelegen, eingerahmt von Zypressen oder ganzen Zypressenalleen.
Von "La Belle", der Schönen, wie Florenz auch genannt wird, erhaschten wir wenigstens einen Blick auf die Domkuppel.
Über den Apennin, vorbei an Bologna erreichten wir wieder die Poebene und nicht viel später unsere Zwischenübernachtung, unser Hotel in San Zeno di Montagna.
Nach einem gehaltvollen Abendessen zog es den Großteil der Gäste ein letztes Mal auf die Terrasse...
Am Samstag sagten wir "Arrivederci Bella Italia" und traten mit vielen, neuen Eindrücken im Gepäck die Rückreise (analog zur Hinfahrt) an. Dank einer reibungslosen Fahrt erreichten wir pünktlich unsere Ausstiegsziele.
Eine unvergessliche, wirklich erlebnisreiche Reise, auf der wir insgesamt 3.695 Kilometer zurückgelegt haben, ging somit zu Ende.
Abschließend möchte ich mich bei meinen Gästen herzlich bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß und Freude bereitet, mit einer so aufgeschlossenen, interessierten und auch entscheidungsfreudigen Gruppe zu reisen. Dass auch Sie von der Reise begeistert waren, konnten Matthias, der Busfahrer und ich ihren hinreißenden Dankesworten entnehmen.
In diesem Sinne - "alla prossima volta" - bis zum nächsten Mal


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