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6–Tage Reise – In der Lagune von Venedig

Reisebericht: 15.05. – 20.05.2013

Aqua alta und Frühlungssonne - Stiefel und Sandalen 15.05. - 20.05.2013 Reisebericht

Ein Reisebericht von
Dr. Jutta Petzold-Herrmann


15.05.2013 Anreisetag – Lido di Jesolo und stürmisches Meer

Nach einer recht angenehmen, aber trotzdem langen Fahrt über Nürnberg, München, vorbei an Innsbruck, Verona und Padua gelangten wir am späten Abend in unserem Hotel am Lido di Jesolo an, einem sich am Ufer der Adria immer länger ausstrecken­den Bade-und Erholungsort, der natürlich auch viele Venedig - Besucher aufnimmt.  
Unser Hotel, dicht an der Küste gelegen, wurde schon bei unserer Ankunft von einem Sturm, der kräftig aus dem Süden blies, durchgerüttelt und die Wellen, die ans Ufer brandeten, entwickelten beträchtliche Kraft. Jedoch war uns das in Anbetracht der weichen Betten nach einer Fahrt von 1000 km doch irgendwie egal, wir hatten Venedig erreicht, komme da, was wolle....  

16.05.2013 2. Tag, Venedig geht unter und wir springen in das kalte Wasser am Markusplatz

Der nächste Tag zeigte keine Änderung der Wetterlage - unser Bus brachte uns an die Anlegestelle Punta Sabbioni, schon dort brauste der Wind und an Deck der Fähre nach Venedig suchte jeder Schutz in der kleinsten Ecke. Trotzdem gelangten wir bald ans Ziel. Sturmumtost trafen wir in der Nähe des Markusplatzes ein und unsere örtliche Führung Barbara hatte wie wir die gleichen Probleme: wie kann ich meinen Schirm bei den starken Böen und Regen retten!!
Trotzdem schritten wir tapfer zur Führung und besichtigten zunächst den Markus-Dom, die Piazetta San Marco mit ihren Säulen und von außen die Fassaden des Dogenpalastes. Nach einem Blick auf Uhrturm und Campanile verließen wir diesen prächtigen Platz. Viele Touristen waren nicht unterwegs - so hatten wir Gelegenheit, alles ausgiebig zu betrachten, wenn es die Beschaffenheit der jeweiligen Schirme zuließ.
Über viele Brücken und Gässchen gelangten wir zum Grand Teatro la Fenice und man vermeinte, einige leichte, im Sturm verhauchte Töne des Rigoletto zu hören. Nicht nur Wagner, sondern auch Verdi hat im Jahr 2013 einen runden Geburtstag!!!
Der Blick auf die Rialto-Brücke, unter der der Verkehr um die späte Mittagszeit wegen des Sturms zum Erliegen kam, bot ein seltsames Bild: kaum Besucher, wenige Boote, eine Stadt in Deckung vor dem Sturm.
Gegen 17 Uhr hatten wir unseren Treffpunkt zur Überfahrt nach Punta Sabbioni geplant, an der Piazetta. Aber der Markusplatz war bis zu einer Höhe von 70 cm überschwemmt, Aqua alta - Alarm, aber keine Stege, da man städtischerseits das Hochwasser um diese Zeit nicht vermutete!!  Was blieb uns übrig, als barfuß oder mit Schuhen und Strümpfen in das Wasser zu steigen und zum Bootssteg zu waten. Alle Gäste taten das - jedenfalls legte das Boot von der Kooperative San Marco pünktlich ab.
Unser Busfahrer hatte schon das Schlimmste befürchtet, aber wir kamen alle gesund, jedoch patschnass im Hotel an. Jeder hatte nun erlebt, wie sich Aqua alta anfühlt und die Empfindungen waren gemischt, zunächst. Manche Reisegäste hatten nur ein Paar Schuhe mit!!  

17.05.2013 3. Tag – Ausflug nach Triest und Miramare – es regnet noch immer!

Nach zwei Stunden Fahrt um die nördliche Adria gelangten wir in Triest an und wurden von Pietro auf einer Stadtrundfahrt begleitet. Triest lag uns zu Füßen, vom Aussichtspunkt am Dom di San Giusto aus kann man die gesamte Bucht gut überschauen. Die Innenstadt Triests ist österreichisch-habsburgisch geprägt, durch Architektur des Klassizismus und Jugendstils und vielleicht auch ein wenig in der Lebensweise. Ganz nahe ist die Grenze zu Slowenien.
Nach ausgiebigem Stadtbummel, auch im Regen, gelangten wir im Schloss Miramare an, das einst samt Garten von Erzherzog Maximilian errichtet wurde. Er lebte da nicht lange, sein trauriges Schicksal in Mexiko ist bekannt. Leider verausgabt der italienische Staat, der Eigentümer des Schlosses und Gartens ist, keine Millionen Euro zur Erhaltung der sehenswerten Anlage.  
Auf der Rückfahrt nach Lido di Jesolo gab es vereinzelt Sonnenstrahlen, nicht nur ein Hoffnungsschimmer für die Seele und noch feuchten Schuhe.  

18.05.2013 4.Tag – Venedig im Sonnenschein, als wäre nichts passiert!

Heute nahmen wir erneut Ansatz, nach Venedig zu fahren und einige der Stadtviertel zu erkunden, die nicht unbedingt bei einem ersten Besuch dieser großartigen, aber schon etwas morbiden Stadt auf der Tagesordnung stehen. Uns empfing bei heiterem Wetter Alessia zu diesem Bummel. Wir erkundeten vor allem das Stadt­viertel Castello mit vielen Gassen, Kanälchen und Kirchen. Ein wenig wandelten wir dabei auch auf den Spuren von Kommissar Brunetti, dessen Dienststelle sich von außen als ungenutzter Klosterzugang entpuppte. Auch können wir uns nun vorstellen, wo Donna Leon wohnt und ihre nicht ins italienisch übersetzten Romane schreibt. Bei ihrer Verfilmung wünschten wir uns aber alle mehr Qualität, denn es gibt Reisegruppen, die nur auf den Spuren vom Comissario wandeln.....   Nach der nachmittäglichen Freizeit reiste unsere Gruppe, mit fast trockenen Schuhen zurück nach Lido di Jesolo.    

19.05.2013 5. Tag – Lagune und Inseln im Regenbogen

Am nächsten Tag setzen wir unsere Erkundungen fort - die Lagune und ihre wichtigsten Inseln standen auf dem Programm: Torcello, Burano und Murano. Der Blick zum Himmel verhieß nichts Gutes - niedrig dahinziehende Wolken, kräftiger Wind und gelegentlicher Regen.
Es war erstaunlich, wie die sonst landschaftlich so schöne Insel Torcello, die wir zunächst erreichten, unter dem Dauerregen litt. Der Besuch des Domes Santa Maria Assunta entschädigte uns, doch die Gemüter litten unter Kälte und Regenschauern.
Doch während wir die Mittagspause beendeten, weil auf der Lagune eine Segel­regatta buchstäblich ins Wasser fiel, klarte sich der Himmel schlagartig auf und bei strahlendem Sonnenschein legte unser Boot im Hafen von Burano an. Wunderhübsche Häuschen in vielen Farben glänzten im Sonnenschein, Stickerinnen zeigten überall ihr Hand­werk und über allen wachte der sich langsam, aber sicher neigende Kirchturm. Wie lange wird er wohl noch Haltung bewahren?
Unsere Reise über die Lagune war noch nicht zu Ende - am späteren Nachmittag erreichten wir Murano. Gleich vom Boot geleitete man uns in eine Glasbläserwerk­statt. Vor unseren Augen entstanden Tiere und Vasen aus zartem Glas - ein per­fektes, aber schwieriges und schweißtreibendes Handwerk präsentierte sich. Anschließend konnte man nach Herzenslust im Glas-Shop einkaufen oder zum Kanal spazieren.
Murano aber ist und bleibt eine Industriestadt - geprägt vom und für das Glas.  

20.05.2013 6. Tag – Heimreise

Beladen mit vielen kleinen Geschenken (Spitzen und Glas) und auch noch nassen Schuhen und Kleidungsstücken fuhren wir wieder in Richtung Norden, diesmal über Udine, an Salzburg und dem Chiemsee vorüber, nach Dresden. Der Rückblick auf die vergangenen Tage gestaltete sich milder, unsere Reisegäste waren beeindruckt von ihrer eigenen Entschlossenheit, sich ohne Rücksicht in die Fluten an der Piazetta gestürzt zu haben, Aber auch die vielen interessanten Erlebnisse, historische Monumente, kleinen Stadtecken, Gärten und vieles mehr haben dazu beigetragen, dass sich unsere Reisegäste ein vielseitiges Allwetterbild von Venedig bilden konnten.  
Ich wünsche allen Reisegästen Gesundheit, weiterhin gute Fahrt bei Sonnenschein und möchte mich herzlich bei allen bedanken.  
Dr. Jutta Petzold-Herrmann 21.05.2013


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