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Jahreswechsel in der ewigen Stadt Rom

Reisebericht: 30.12. – 03.01.2026

Man brauche ein Leben, um die Spuren aus der mehr als 2000 jährigen Geschichte Roms zu erkunden, klagte einst ein Archäologe.
Für nachhaltige Eindrücke reicht auch ein Kurztripp über Silvester

Irmela Körner

Ein Reisebericht von
Irmela Körner


Annäherung an caput mundi

Bei Horaz heißt es: "Lebenspendende Sonne, du kannst wohl nichts Größeres erblicken als die Stadt Rom."
Und in ähnlichem Duktus schwärmt Johann Joachim Winckelmann: „Außer Rom ist fast nichts Schönes auf der Welt“
Johann Gottfried Seume sieht dagegen in Rom die Kloake der Menschheit und Martin Luther war überzeugt, gäbe es eine Hölle, dann steht Rom darauf. Sigmund Freud dagegen klagt: "Das Schwerste in Rom, wo nichts leicht ist, bleibt das Einkaufen".
Wir kommen aus unterschiedlichen Richtungen und zu unterschiedlichen Zeiten am Flughafen Fumicino an, treffen uns im Hotel und beginnen unsere Romeindrücke mit einem köstlichen und üppigen Abendessen (Fisch), lassen uns den Wein schmecken und feiern die Vorfreude auf gemeinsame Erkundungen in Rom.

Erste Eindrücke von einer einmaligen Stadt

Zu Fuß gehen wir gemeinsam zur Metrostation Cipro, drängen uns mit den vielen anderen Fahrgösten in die Bahn und werden an der Station Spagna von unserer Stadtführerin Agnieszka erwartet. Über diese spanische TReppe hat der Dichter Hans Christian Andersen damals geschrieben: "Einst war diese Treppe wegen der Überfälle, die dort bei Abend und bei Nacht vonstatten gingen, sehr verrufen. Jetzt hat man hier Laternen angebracht und einen Soldaten als Wache aufgestellt, seitdem hat man von dergleichen nicht mehr gehört, obwohl die Laternen schlecht brennen und der Soldat des Abends stets m Schilderhaus sitzt. Bei Tage wimmelt es hier von Bettlern mit welken Gliedern, einige stützen sich auf ihre Hände und hüpfen wie Frösche, andere liegen der Länge nach auf den Steinen und zeigen ihre Gebrechen vor“.
Rom ist grau verhangen, es nieselt, aber Agnieszka zieht mit ihren Erläuterungen und Geschichten über das Alktagsleben in Rom alle in ihren Bann und da sind ein paar Regentropfen schnell vergessen. Das Pantheon, vor mehr als 1700 Jahren in meisterhafter Präzision und beeindruckender Kenntnis errichtet, lässt uns in andächtigem Staunen klein werden unter der riesigen offenen Kuppel. Ungeheuerliche Kenntnisse über Statik, Material, Mathematik stecken in diesem Gebäude. Wahrscheinlilch ist es ein Abbild des pythagoreischen Kosmos in mathematischer Umsetzung. Hier hat aus gutem Grund der göttliche Raffael seine letzte Ruhestätte gefunden.
Nachdem wir im Pantheon bereits Bekanntschaft mit Hadrian gemacht haben, sehen wir nach unserer Mittagspause auch das Hadrianeum, heute Sitz der Industrie- und Handelskammer. Vor dem Gebäude kann man mit einem Blick nach unten sehr gut erkennen, wo früher das Straßenniveau Roms verlief. Unser Spaziergang führt uns dann zur Fontana di Trevi, jenem Brunnen, in den man derÜberleiferung nach eine Münze über die Schulter werfen soll, um das Glück zu haben, wieder nach Rom zu kommen.
Dass Rom auf Hügeln erbaut wurde, merken wir beim Aufstieg auf den Hügel des Kapitols. Eine steile, lange Treppe führt hinauf, sie wird flankiert von zwei Rossbändigern, die in der winterlichen Sonne leuchten. In der Mitte des Platzes, geplant von Michelangelo, sehen wir Marc Aurel auf seinem Pferd. Auf dem Kapitolshügel steht das Rathaus, Sitz des Bürgermeisters von Rom und von der Rückseite öffnet sich der Blick auf das Forum Romanum, einst Ort zur Diskussion der politischen und lokalen Ereignisse.
Der Besuch im Amphitheater Flavium, dem Colosseum, lässt uns nochmals ganz intensiv in die Zeit der römischen Antike eintauchen. Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und andere Wettspiele und Spiele fanden hier zur Belustigungn der Imperatoren und der Besucher statt. Am Colosseum wird uns nochmals deutlich, welche hervorragenden Baumeister die Römer waren und wie sie mit Fertigbauteilen in kurzer Zeit enorme Bauwerke aus dem Boden stampfen konnten.
Reste aus der Zeit sind in der erst vor kurzem eröffneten Metrolinie C ausgestellt und wir nutzen die Gelegenheit, um uns die Ausgrabungen und Videos innerhalb der neuen Metrostation anzuschauen, ehe es mit der LInie B wieder Richtung Hotel geht.
Das Jahr ist nur noch wenige Stunden alt, wir lassen es mit einem mehr als üppigen Buffet im Hotel ausklingen, kosten uns durch sechs verschiedene Vorspeisen, zwei erste Gänge und müssen bei den beiden zweiten Gängen leider fast passen. Schließlich wartet ja auch noch das Dessert. Rechtzeitig zum Jahreswechsel gehen wir auf die Terrasse des Hotels, haben von dort die Kuppel des Petersdoms im Blick und können rundum die Feuerwerke über den Dächern Roms bestaunen. Happy new year, buon anno nuovo!!!

Mit dem Segen des Papstes durch Rom bis nach Trastevere

Am 1. Tag des neuen Jahres 2026 führt uns ein Spaziergang hinunter bis auf dem Petersplatz. Wir überqueren also eine Staatsgrenze, reisen aus Italien aus und in den 44 Hektar großen Vatikanstaat ein. Es gibt keine Grenzkontrollen, dafür lediglich die zur Sicherheit dienenden Taschenkontrollen an den Eingängen auf den riesigen Petersplatz. Viele Gäste sind schon da, man hört die unterschiedlichsten Sprachen und alle scheinen guter Stimmung, voller froher Erwartung zu sein. Oben an einem der Fester des Papstpalastet wird ein roter Läufer ausgehängt. Damit wissen wir die Blickrichtung, von dort wird Papst Leo XIV. das traditionelle Angelusgebet sprechen und die Anwesenden zum Schluss mit einem Segen verabschieden. Ein Jahr das so beginnt, kann eigentlilch nur behütet und gut weiter gehen.
Für uns schließt sich nach der Zeremonie auf dem Petersplatz und einer kleinen Mittagspause im Borge Pio ein Außenbesuch der Engelsburg an. Hier sind wir wieder in Italien und bei Hadrian, für den das Gebäude einst als Grabmal errichtet wurde. Dann wurde es in eine Festung umgewandet, diente bei Sacco di Roma als Fluchtburg für den Papst, gilt als Schauplatz der Oper Tosca von Giuseppe Verdi und ist heute Museum. Über die Engelsbrücke mit ihren wunderbaren Skulpturen von Gian Lorenzo Bernini wandern wir durch die Via Coronari vorbei an Palästen und über festlich beleuchtete Plätze. Das neue Jahr bringt uns gleich Glück, am Palazzo Spada können wir vom Innenhof aus einen Blick auf die galleria perspettiva von Borromini werfen. Hier erkennt man wie es Borromini gelang, die Illusion von einem sehr langen Gang zu schaffen, der jedoch viel kürzer ist, als man ihn je nach Standpunkt sieht. Ein wunderbares Beispiel für das Ringen um die Zentralperspektive im 17. Jahrhundert. Weiter geht es zu einem weiteren Kleinod aus der Werkstatt Berninis, dem Vier- Ströme- Brunnen auf der Piazza Navona. Unweit des ovalen Platzes, zur Zeit der Römer einst eine Sportarena, liegt der Campo dei Fiori, ein quirrliger Markt mit vielen Ständen und einer Statue des Mönchs und Philosophen Giordano Bruno, der auf diesem Platz verbrannt wurde.
Das Wetter hätte strahlender sein können an diesem ersten Tag eines neuen Jahres. Doch der zeitweilige Regen hindert uns nicht, auch noch über Ponste Sisto auf die andere Seite des Tibers zu gehen, nach Trastevere. Hier, einst ein Viertel der armen Leute mit kleinen Häusern und engen Gassen, treffen sich heute die Straßenkünstler und Musiker, es gibt viele Bars und Lokale, alles hell erleuchtet und voller Vitalität. Der zentrale Platz in Trastevere wird beherrscht von der wunderbaren Kirche Santa Maria in Trastevere. Ehe der abendliche Gottesdienst beginnt, können wir noch einen Blick auf die eindrucksvollen Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert werfen. Müde, hungrig, etwas durchgefroren, aber voller Eindrücke geht es mit der Regionalbahn zurück ins Hotel und zum Abendessen.

Der Vatikan und seine Kunst

Der Fußweg zum Vatikan ist uns jetzt schon vertraut. Wir lassen uns von den Schlangen der Besucher entlang der vatikanischen Mauern nicht abschrecken. Es ist alles gut organisiert und unser Einlass um 12.00 Uhr klappt fast auf die Minute genau. Wir bestaunen die Meisterlichkeit der Laokoon- Gruppe, den Apoll von Belvedere, eine riesige Porphyrschale, Sarkophage, römische Köpfe, Fußbodenmosaiken aus Lapislazuli, etruskische Kunst und enorme Wandgemälde mit gewonnenen Schlachten, kostbar gewebte Wandteppiche nach Zeichenvorlagen von Raffael, geographische Karten von Italien in einem langen Korridor . Am Ende wartet als Höhepunkt und Krönung die Sixtinische Kapelle mit dem Deckenfresco von Michelangelo. Gottvater gibt Adam den Lebenshauch. Die Bilder der Genesis sind tausendfach kopiert und auf Tassen, Postern oder T- Shirst gedruckt, der eigene Augenschein in der abgedunkelten Kapelle aber ist atemberaubend und lässt uns still und andächtig werden. Auch der Sündenfall an der Rückwand der Kapelle ließe sich stundenlang bestaunen, doch die Zeit in der Kapelle ist begrenzt. Nach etwa 15 Minuten werden wir freundlich hinaus gebeten. Über eine lange Treppe vorbei an den Schweizer Gardisten geht es hinaus auf den Platz und über die grotte vaticane gleich wieder hinein den Petersdom. Was für ein Bauwerk, welche enorme Ausdehnung, wie klein werden wir Menschen unter diesem Gewölbe.
Nach der Besichtigung der Petersbasilika ist die gemeinsame Zeit mit unserer wunderbaren Stadtführerin Agnieszka leider schon wieder vorbei. Im Regen sagen wir arrivederci, fahren mit der Regionalbahn zum Aufwärmen ins Hotel. Den Abend beschließen wir wieder im Restaurant Nuraghe sardo, wo wir wie alte Bekannte begrüßt und wieder auf das Köstlichste mit frischem Fisch verwöhnt werden.

Arrivederci Roma

Viele zu schnell sind die Tage vergangen, doch wir haben vielfältige Eindrücke, Anregungen und schöne Erinnerungen aufgesogen. Wer einen späten Rückflug hat wie die Teinehmeden aus Berlin, hat noch Gelegenheit, Santa Maria Maggiore und San Pietro in Vincoli zu besichtigen. Und so lässt sich abschließend feststellen: Ein Romaufenthalt ist wie das Verweilen in einem Roman, an dem viele mitschreiben und morgen noch mitschreiben werden. Auch wir werden wiederkommen und weiterschreiben.


Das Schlusdswort gönnen wir dem römischen Historiker Publius Tacitus und unserem Dichter Johann Wolfgang von Goethe: Ersterer sagt "In Rom fließen alle Sünden und Laster zusammen, um verherrlicht zu werden."
Und Letzterer erkennt: "Ich kann sagen, daß ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei."


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