Zwischen Gipfeln und Genuss – Winter in den Südtiroler Bergen
Reisebericht: 31.01. – 07.02.2026
Bergluft, intensive Naturerlebnisse und wohltuende Wellnessmomente verschmelzen mit Herzlichkeit, Komfort und hervorragendem Essen zu einer Auszeit, die zum Durchatmen einlädt.
Ein Reisebericht von
Natalie Hady
Tag 1: Anreise
Nachdem wir alle aus unterschiedlichen Städten angereist waren, fanden wir uns schließlich gemeinsam in unserem Reisebus wieder und freuten uns auf die Fahrt in Richtung Süden. Bereits ab München hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Alpen. Die Sonne meinte es gut mit uns und schien fast den ganzen Tag, sodass wir das beeindruckende Bergpanorama durch die Fensterscheiben genießen konnten. Der Schnee auf den Gipfeln glitzerte in der Sonne, ein wirklich schöner Anblick, der unsere Vorfreude noch steigerte.
Wir durchfuhren Österreich und Tirol und fuhren schließlich über den Brenner bis nach Feldthurns, unserer Unterkunft für die nächsten sieben Nächte. Nach einer kurzen Erholung trafen wir uns am Abend wieder gemeinsam.
An diesem Abend lernten wir Sepp kennen, unseren Wander-Guide, der uns in den kommenden Tagen begleiten würde. Gemeinsam stießen wir mit einem Willkommensgetränk auf die bevorstehende Woche an. Das anschließende Abendessen war wirklich vom Feinsten. In ruhiger und gemütlicher Atmosphäre ließen wir uns jeden einzelnen Gang schmecken. Abgerundet wurde alles durch ein Eis in Herzform, besser hätte der erste Tag kaum enden können.
Tag 2: Weingut, Kastanienweg und Klausen
Wie an jedem Morgen begann der Tag mit einem sehr entspannten Frühstück im Hotel. Die Atmosphäre war ruhig, und es zeigte sich, dass hier an viele Details gedacht wurde, unter anderem auch an frisch gepressten Orangensaft.
Daraufhin machten wir einen gemeinsamen Spaziergang durch Feldthurns, unseren kleinen, aber sehr schönen Heimatort für diese Woche. In ruhigem Tempo erkundeten wir den Ort, gingen durch die Gassen und verschafften uns einen ersten richtigen Eindruck von der Umgebung. Auch die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt besuchten wir, in der gerade ein Gottesdienst stattfand.
Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Radoar Hof, einem Weingut oberhalb von Feldthurns. Dort wurden wir vom Besitzer Norbert herzlich empfangen. In entspannter Atmosphäre erzählte er uns von den Rebsorten, der Ernte und der Weinherstellung. Man merkte schnell, wie viel Erfahrung und Leidenschaft hinter seiner Arbeit steckt. Danach gingen wir in einen gemütlichen Raum, der bereits liebevoll für unsere Gruppe vorbereitet war.
Es folgte eine Weinverkostung, bei der wirklich nicht gespart wurde. Ein Wein nach dem anderen wurde eingeschenkt, zuerst Weißwein, dann Rotwein. Zum Abschluss wurden auch selbstgebrannte Schnäpse wie Zwetschke oder Kastanie angeboten. Begleitet wurde die Verkostung von einer Südtiroler Jause mit Brot, regionalen Spezialitäten und einem hausgemachten Apfelchutney, das von Norberts Frau zubereitet worden war.
Von dort aus entschied sich der Großteil der Gruppe, den Weg nach Klausen zu Fuß über den Kastanienweg zurückzulegen, eine Entscheidung, die sich als genau richtig erwies. Der Weg führte uns vorbei an Kastanienbäumen, immer wieder mit Blick ins Tal. Die Sonne begleitete uns durchgehend und wir genossen die Landschaft, die Ruhe und das gemeinsame Unterwegssein.
In Klausen empfingen uns die restliche Gruppe und unser Guide Peppi, der uns die Stadt näherbrachte. Gemeinsam spazierten wir durch die Straßen, erfuhren interessante Details zur Geschichte Klausens und besuchten unter anderem die St.-Andreas-Kirche sowie den Walthersaal. Zum Abschluss der Stadtführung kehrten wir im Gasslbräu ein. Nach den vielen Kilometern zu Fuß waren wir alle froh, im Warmen zu sitzen, etwas zu trinken und kurz zur Ruhe zu kommen.
Am Abend trafen wir uns wieder im Hotel zum gemeinsamen Essen. Nach dem Salatbuffet folgten immer vier oder fünf Gänge. Schon bei der Präsentation zeigte sich, wie viel Wert auf Qualität und Details gelegt wurde. Die Portionen waren bewusst eher klein gehalten, sodass man viele verschiedene Speisen probieren konnte. Die Atmosphäre war stets ruhig, entspannt und sehr angenehm.
Tag 3: Villanderer Alm und die Kapelle am Toten
Am heutigen Tag fand unsere erste Winterwanderung statt. Einmal mehr zeigte sich, wie gut in Südtirol alles organisiert ist. Bereits bei der Anreise wird an vieles gedacht: Wer hier übernachtet, kann alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen, ebenso die Wander- und Skibusse, die morgens in die schönsten Gebiete fahren und am Nachmittag wieder zurückbringen. Alles lief reibungslos, unkompliziert und zuverlässig. Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich das selbst in einem kleinen Ort funktioniert.
Unser Ziel an diesem Tag war die Villanderer Alm. Der Ausgangspunkt der Wanderung war die Gasser Hütte. Von dort starteten wir gemeinsam, Schritt für Schritt, im ruhigen Tempo. Rund 400 Höhenmeter lagen vor uns. Die Gruppe blieb gut zusammen, jeder ging in seinem eigenen Rhythmus und immer wieder blieb Zeit, kurz innezuhalten und die Umgebung zu genießen. Ein Teil der Gruppe entschied sich, noch weiter hinauf bis zur Kapelle am Toten zu gehen. Oben angekommen, bot sich eine besondere Ruhe und eine schöne Aussicht.
Auf dem Rückweg machte sich bei allen langsam der Hunger bemerkbar. Wir kehrten in einer Hütte ein und ließen es uns gutgehen. Wie so oft wurden wir auch hier mit sehr freundlichem Service und ausgezeichnetem Essen verwöhnt. Das rustikale, gemütliche Ambiente passte perfekt zur Alm und machte die Pause besonders angenehm.
Gestärkt machten wir uns anschließend wieder auf den Weg und wählten noch eine kleine zusätzliche Runde über einen alternativen Weg zurück zum Parkplatz, an dem unsere Wanderung begonnen hatte.
Zurück im Hotel wartete neben dem hervorragenden Essen am Abend auch immer ein großzügiger Spa-Bereich am Nachmittag auf uns, in dem wirklich an alles gedacht war: verschiedene Saunen, Wasserbetten, Whirlpool und viele Möglichkeiten zum Entspannen. Nach der Bewegung an der frischen Luft tat die Wärme an den Nachmittagen immer besonders gut.
Tag 4: Schnee, Nostalgiebahnfahrt und die Gondel nach Bozen
Der heutige Tag begann wettertechnisch etwas anders als die Tage zuvor. Da wir unseren Wanderleiter Sepp stets an unserer Seite hatten und er sich in der Region bestens auskannte, vertrauten wir ganz auf seine Einschätzung. Er informierte uns, dass das Wetter für die geplante Wanderung eher ungünstig sei, und schlug kurzerhand ein Alternativprogramm vor. Seine Flexibilität und Erfahrung überzeugten uns alle, und schnell war klar, dass auch dieser Tag wieder etwas Besonderes bereithalten würde.
Aufgrund des starken Schneefalls unternahmen wir zunächst nur eine kurze Wanderung von Mittelberg nach Klobenstein. Die Landschaft präsentierte sich dabei wie ein echtes Winterwunderland. Alles war mit Schnee bedeckt, und trotz der Kälte hatte die Umgebung eine ganz eigene, ruhige Stimmung.
Unterwegs machten wir Halt bei den Erdpyramiden von Lengmoos, die wir durch den Schnee aus der Ferne erkennen konnten. Diese bizarren Formationen sind über Jahrtausende durch Erosion entstanden: Regen und Schmelzwasser haben den lehmhaltigen Boden abgetragen, während große Steine an der Spitze die darunterliegenden Säulen schützten.
In Klobenstein erwartete uns bereits die sogenannte Nostalgiebahn, eine schmalspurige Bahn aus dem frühen 20. Jahrhundert, die bis heute zwischen Klobenstein und Oberbozen verkehrt. Während der Fahrt genossen wir den Blick hinaus auf die verschneite Landschaft.
In Oberbozen wechselten wir anschließend auf die Seilbahn, die uns hinunter nach Bozen brachte. Auch diese Fahrt ist Teil des öffentlichen Personennahverkehrs und konnte problemlos genutzt werden. Unten angekommen, zeigte sich das Wetter überraschend von seiner freundlicheren Seite: Die Wolken lockerten auf, und sogar ein wenig Sonne ließ sich blicken.
Spontan bot uns Sepp eine kurze Stadtführung durch Bozen an, sodass wir die Gelegenheit hatten, die Hauptstadt Südtirols kennenzulernen. Wir spazierten über den Waltherplatz, besuchten den Dom Maria Himmelfahrt, schlenderten durch die historischen Laubengassen und über den Obstmarkt, auf dem frisches Obst, regionale Produkte, Gewürze und Spezialitäten aus der Umgebung angeboten werden.
Zum Abschluss kehrten wir in ein uriges Restaurant ein und stärkten uns mit typischen Südtiroler Gerichten, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.
Tag 5: Villnössertal
Am heutigen Tag hatten wir die Möglichkeit, das Villnössertal im Rahmen einer Winterwanderung kennenzulernen. Wir bewegten uns erstmals in den Dolomiten. An den Tagen zuvor waren wir in den Sarntaler Alpen unterwegs gewesen.
Auch heute schneite es wieder kräftig und die Landschaft zeigte sich vollständig in Weiß. Trotz der winterlichen Bedingungen genossen wir die Bewegung an der frischen Luft und das Unterwegssein in der Gruppe.
Besonders das letzte Teilstück vor unserer Mittagsrast hatte es in sich. Der Anstieg hinauf zur Gampen Alm war noch einmal recht steil und fordernd. Dennoch schafften wir es alle erfolgreich nach oben. Oben angekommen, waren wir spürbar erleichtert, zufrieden und auch ein wenig stolz, diesen Abschnitt gemeinsam gemeistert zu haben.
Nach der Pause machten wir uns auf den Rückweg und wählten den Naturerlebnisweg Zans. Auf diesem Weg hatten wir sogar die Möglichkeit, etwas Wild zu beobachten, was den Spaziergang zusätzlich bereicherte und für ruhige, besondere Momente sorgte.
Abgerundet wurde der Tag mal wieder im Wellnessbereich und bei einem wunderbaren Abendessen.
Tag 6: Seiser Alm
Unser Ziel war die Seiser Alm, die als größte Hochalm Europas gilt. Entsprechend belebt war es dort zunächst, denn viele Skifahrer nutzten das gute Wetter und die idealen Bedingungen auf den Pisten. Sobald wir jedoch unsere Wanderung starteten, verteilten sich die Menschen rasch, und die Landschaft wurde wieder deutlich ruhiger.
An diesem Tag teilte sich unsere Gruppe. Ein Teil war mit Sepp unterwegs und machte eine Schneeschuhwanderung, die noch einmal ein ganz anderes Erlebnis bot als die bisherigen Wanderungen. Die Teilnehmer berichteten später begeistert von dieser Erfahrung. Die übrigen Gäste schlossen sich mir an und wir entschieden uns für eine klassische Winterwanderung, bei der wir uns viel Zeit nahmen und den Tag bewusst genossen.
Zu Beginn begleiteten uns noch Wolken und etwas Schneefall. Doch nach einiger Zeit änderte sich das Wetter überraschend: Die Wolken lösten sich auf und für mehrere Stunden zeigte sich die Sonne. Die ohnehin beeindruckende Berglandschaft wirkte im Sonnenlicht noch einmal ganz anders. Wir genossen den Blick auf die Bergformationen und setzten unseren Weg in ruhigem Tempo fort.
Unser Ziel war die Laurinhütte, wo der Ausblick so schön war, dass wir spontan auf der Terrasse einkehrten und ein Getränk genossen, bevor wir den Rückweg antraten. Später kehrten wir in der Ritsch Schwaige Alm ein, wo wir wieder auf den anderen Teil unserer Gruppe trafen. Alle waren gut gelaunt und erzählten von ihren Erlebnissen.
Bevor es zurück zum Parkplatz ging, besichtigten wir noch die Kirche San Francesco. Die moderne Kirche besticht durch ihre klare, schlichte Architektur und den bewussten Einsatz von Holz und Glas, wodurch sie sich harmonisch in die alpine Landschaft einfügt.
Nach diesem Ausflug hieß es leider Abschied nehmen von Sepp, unserem Wanderleiter der vergangenen Tage. Er begleitete uns stets mit einem Lächeln, war sehr entspannt, hilfsbereit und ging auf alle Teilnehmer aufmerksam ein. Seine gelassene Art und positive Ausstrahlung machten jede Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.
Am Abend teilte sich die Gruppe noch einmal. Ein Teil entschied sich für ein Abendessen in der hauseigenen Pizzeria des Hotels, die nicht nur geschmacklich, sondern auch atmosphärisch überzeugte. Andere wollten sich das mehrgängige Menü nicht entgehen lassen. So konnte jeder ganz nach Lust und Vorlieben wählen, ob Pizza oder klassische Südtiroler Küche.
Tag 7: Plose
Am heutigen Tag ging es hinauf zur Plose, dem Hausberg von Brixen. Sie bietet ein weitläufiges Wandergebiet mit beeindruckenden Ausblicken auf die Dolomiten und das Eisacktal.
Oben angekommen entschieden wir uns für eine kleine Wanderung, natürlich wieder bei sehr guten Aussichten. Das Bergpanorama war beeindruckend und wir genossen ein letztes Mal die Bewegung an der frischen Luft sowie die besondere Ruhe der Berge. Viele von uns wanderten bis zur Rossalm und folgten anschließend dem Woody Walk, einem angenehm zu gehenden Themenweg. Einige kehrten jedoch etwas früher um, denn für sie stand später noch ein ganz besonderes Erlebnis bevor.
Nach der Wanderung trafen wir uns im italienischen Restaurant La Finestra, direkt an der Bergstation. Dort wartete bereits ein Teil unserer Gruppe. Wir genossen noch einmal ein letztes Mittagessen in geselliger Runde, auf welches uns Eberhardt Travel einlud.
Kurz darauf wurde es spannend: Die Paragliding-Piloten kamen zu unserem Tisch und teilten uns mit, dass es losgehen könne. Fünf mutige Gäste hatten sich dazu entschlossen, die Berglandschaft aus der Luft zu erleben. Die Nervosität, die einige noch am Vortag gespürt hatten, verflog schnell. Die Piloten strahlten Ruhe und Gelassenheit aus, sodass kaum Zeit blieb, lange über mögliche Ängste nachzudenken und schon waren sie in der Luft.
Der restliche Teil der Gruppe machte es sich währenddessen gemütlich und beobachtete das Geschehen beim Mittagessen von der Terrasse aus. Wir versuchten, die einzelnen Gleitschirme am Himmel zuzuordnen. Unten angekommen trafen wir wieder aufeinander. Es war schön zu sehen, wie glücklich und erfüllt die fünf nach der Landung waren, dankbar für dieses besondere Erlebnis voller Emotionen.
Doch der Tag war noch nicht vorbei. Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Brixen, wo wir gemeinsam einen Feinkostladen besuchten, in dem sich viele mit Wurst, Käse und anderen regionalen Spezialitäten als Souvenir für zu Hause eindeckten. Einige nutzten die Zeit, um den Brixner Dom zu besichtigen, andere schlenderten durch die Gassen, bummelten und entdeckten die älteste Stadt Südtirols auf eigene Weise.
Am Abend stand dann leider schon das letzte gemeinsame Abendessen an. Ein letztes Mal wurden wir kulinarisch verwöhnt, genossen den aufmerksamen Service, die gute Gesellschaft und das außergewöhnliche Essen.
Tag 8: Heimreise
Heute hieß es Abschied nehmen von einer Woche voller Wellness, Wandern, guter Gespräche, der Herzlichkeit der Südtiroler, ausgezeichnetem Essen und beeindruckender Berglandschaften. Wir haben die gemeinsame Zeit in vollen Zügen genossen, jeden Tag auf seine ganz eigene Weise.
Die besondere Gastfreundschaft der Südtiroler, das hervorragende Hotel und unsere harmonische Gruppe haben dazu beigetragen, dass wir alle mit vielen schönen Eindrücken, dankbaren Erinnerungen und gut erholt in unsere Heimatstädte zurückkehrten.
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