Reisebericht: Rundreise Südtirol - Erlebnisse vom Gardasee bis zu den Dolomiten

01.09. – 08.09.2020, 8 Tage Rundreise von den Gipfeln der Dolomiten bis zum Gardasee mit Bozen - Meran - Seiser Alm - Sterzing

Südtirol – Dolomiten: Man kann schon oft dieses herrliche Fleckchen Erde besucht haben, es gibt jedoch immer wieder neue Eindrücke, die einen faszinieren, Begegnungen mit Menschen die unseren Hochizont erweitern…

1. Tag Anreise   


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Pünktlich 5:00 Uhr starteten wir mit den ersten Gästen in Pirna. Den letzten Zustieg in Chemnitz verließen wir gegen 7:30 Uhr. Verkehrsbedingt fuhren wir die A 93, die Regensburgautobahn, um am neuen Rastplatz Fürholzen unsere erste größere Pause zu verbringen. Es gab Kaffee und die berühmten Würstchen. Geringes Verkehrsaufkommen ließ uns rasch vorankommen. Einen kleinen Stau auf dem Autobahnostring um München umfuhren wir, indem wir durch die Stadt fuhren. Der Reiseleiter, der selbst zwei Jahre in München gelebt hat, konnte viele interessante Dinge erzählen. Weiter ging es über das Inntal und den Brenner, bis wir die Autobahn bei Brixen verließen. Zwischendurch beeindruckte uns der Bau des Brennertunnels, der allgegenwärtig war. Riesige Berge Gestein aus den Tunnelröhren türmten sich neben der Autobahn, um zu Schotter verarbeitet zu werden. Das neue Wirtschaftskreislaufgesetz zwingt zur Weiterverarbeitung des aufgebrochenen Gesteins. Wir fuhren einige Kilometer durch das Pustertal und staunten über das neue Betonwerk im Eisacktal (Brennertunnelelemente) und die vielen Bauarbeiten, die dazu dienen die Fernstraße Richtung Toblach und Lienz (Österreich) durchlässiger zu machen und vor allem das Nadelöhr in Kliens zu entschärfen.
Gegen 17:00 Uhr erreichten wir unser Hotel im Ortsteil Mantana von Sankt Lorenzen.
Die freundliche Dame von der Rezeption begrüßte uns sehr herzlich und informierte uns über das Wichtigste zum Hotel. Auch der Begrüßungssekt fehlte nicht.
18:30 Uhr gab es Abendessen und uns war sofort klar, diese Woche ist untrennbar mit Gewichtszunahme verbunden. Allein schon das vielfältige Vorspeisenmenü könnte satt machen, aber danach kamen ja noch drei Gänge, wobei immer zwischen zwei Gerichten ausgewählt werden konnte. Der Tag ging dann schnell zu ende. Lange waren wir bereits unterwegs.

2. Tag Ausflug nach Sterzing und Fahrt zum Durnholzer See über das Penser Joch


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9:00 Uhr starteten wir wieder durch das Pustertal um dann die alte Brennerstraße bis Sterzing zu genießen. Vielfältige Eindrücke, vor allem zum Obst- und Weinanbau konnten wir gewinnen. Wo früher Tomatenzelte standen, sind es jetzt die Erdbeeren, die auf ca 1,20 m hohen Stahlkonstruktionen ergonomisch erntegünstig aufgeständert waren. Das Örtchen Sterzing überraschte uns mit den sehr schönen Häusern in der Fußgängerzone. Überrascht wurden wir auch von der Maskenpflicht im Ort. Von einem Polizist ließen wir es uns erklären. Jeder Bürgermeister kann das individuell entscheiden. Und der von Sterzing hat es aufgrund der hohen Durchmischung mit Touristen aus Sicherheitsgründen für seinen Ort so entschieden.
Weiter ging es durch enge Kurven, der Reiseleiter assistierte dem Busfahrer, indem er die Kurven versuchte vorausschauend zu beobachten. Bei 2.215m hatten wir uns bei 9 Grad auf dem Penser Joch eine Pause verdient. Bergab war es dann nicht mehr ganz so dramatisch, die Kurven waren weiter geschnitten. Das schöne Sarntal forderte nun unsere ganze Aufmerksamkeit. Felder, Viehherden, schöne Häuser und die Bergwelt faszinierten uns. Die Mittagspause legten wir am Durnholzer See ein und spazierten zum See, der reichlich mit Fischen, vor allem Forellen, bestückt war. Es kam zu einer netten Begegnung mit der hochbetagten Parkplatzwächterin, die Einigen von uns selbstgenähte Hausschuhe aus Filz verkaufte.
Wir fuhren das Sarntal noch bis Bozen zu Ende, durchquerten die Stadt Bozen und gewannen so einen ersten Eindruck von der Hauptstadt Südtirols, in der nur noch von 25% der Bevölkerung Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Heimwärts ging es dann überwiegend die alte Brennerstraße, wo wir schon den Schlern bewundern konnten, der sich uns dann am nächsten Tag in seiner ganzen Dominanz zeigen wird. Nach 231 km waren wir 17:30 Uhr wieder am Hotel, nachdem uns Jörg noch über die Sonnenstraße (oberhalb und parallel zur Pustertalstraße) gefahren hat. Traumhafte Aussichten ins Tal.
Aber ein weiteres Highlight sollte noch folgen. Der Seniorchef hatte eingeladen zu Erzählungen aus seinem Leben (harte Anfangsjahre in der Jugend mit Geldverdienen in Deutschland und anschließendem Aufschwung durch den Tourismus und die Landwirtschaft in seiner Heimat dem Gadertal). Hochinteressant war es und dann wurde es auch noch lustig. Zusammen mit seinem Cousin gab es Hausmusik, auch mit frivolen Liedern. Ein ereignisreicher Tag ließ uns wiederrum todmüde in die sehr bequemen Betten fallen.

3. Tag Gardatal, Grödnertal und Seiser Alm – 135 km


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Heute ging es anders rum aus dem Tal heraus. Wir fuhren das Gardatal bis Corvara, durchquerten viele kleine Orte, wie La Villa (Stern) und Badia(Abtei) um in Corvara einen ersten Fotostopp ein zu legen. Das Sellamassiv mit der höchsten Erhebung dem Piz Boe (3152m) hatte es uns besonders angetan. Wir wollten ins Grödnertal, eine der bekanntesten Urlaubsregion in Südtirol sommers wie auch im Winter, wandern und Skifahren ist hier angesagt. Besonders bekannt ist die Sellaronda, wo man durch Unterstützung von 16 Liftkilometern 26 Pistenkilometer bei der Umrundung der Sella zurücklegt.
Also ging es über das Grödnerjoch (2121m) hinunter nach Wolkenstein. Wir durchquerten St Christina, St. Ullrich, Kastelruth und gelangten schließlich in Seis am Schlern zur Umlauf-Gondelbahn, die uns auf die mit 56 km² größte Hochalm Europas führte. Die Seiseralm war unser Ziel. auf 1850 m angekommen, bot sich uns ein überwältigender Blick auf die umliegenden Berg (Langkofel 3.181 m, Plattkofel 2.958 m, Schlern 2.450 m und die Geislergruppe). Auch war in der Ferne die schneebedeckte Ortlergruppe zu sehen.
Jeder verbrachte die Freizeit individuell, Nutzung der Pferdekutsche, Spaziergang, Kaffeegenuß oder auf einer Bank die herrliche Umgebung genießen war angesagt.
Im Hotel erwartete uns das Galadinner. Bei der anschließenden Lifemusik wurde versucht durch mitsingen und schunkeln die Gewichtszunahme in Grenzen zu halten.

4. Ausflug zum Gardasee


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Heute geht die Fahrt etwas weiter, es werden am Ende 380 km und heute lockt der Gardasee. Bilderbuchwetter erwartet uns und wir fahren die Autobahn bis Trient um dann die alte Gardaseestraße durch das Valle die Laghi zu wählen. Es geht vorbei an den Seen Terlango, Toblino und Cavedine bis wir den Ort Arco (benannt nach einem österreichischen Kaiser) erreichen. Arco ist bei den Sportkletterern der ganzen Welt bekannt, bietet er über 1000m Kletterlänge und jährlich findet im September der älteste Kletterwettkampf statt. Der Rockmaster wird auch als inoffizielle Weltmeisterschaft bezeichnet.
Am Gardasee angekommen erwarte uns bereits das Schiff, welches uns zunächst nach Limone bringt. In Limone hatten wir reichlich Zeit einen Bummel durch den Ort zu unternehmen und/oder uns mit typisch italienischer Kost zu stärken. Weiter ging es dann mit dem Schiff bis Malcesine. Vom Kapitän erfuhren wir viel über den See und die umliegenden Orte. Beeindruckt haben u.a. die vielen Surfer, Gleitschirmflieger und die alten Zitronenanbaugebiete. Nach dem Bummel durch Malcesine ging es mit dem Bus Richtung Hotel und wir stoppten zweimal zu Shoppen. Die Destilleria Marzadro hat es uns besonders angetan. Trotz Corona konnten wir mit Abstand den guten Grappa verkosten und es wurde auch gut gekauft. 379 Buskilometer waren es heute.

5. Tag Ausflug nach Meran und nach Kaltern 254 km


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Über die A 22 (E 45) und die Schnellstraße ab Bozen erreichten wir recht flink Meran. Als erstes besuchten wir die Gärten von Schloss Trautmannsdorf. Die Gärten erstrecken sich auf 12 Hektar und sind in 80 Gartenlandschaftsteile thematisch ausgerichtet. Jahreszeitbedingt konnten u.a. besonders die Blühten vom Staudenflox, den Herbstanemonen, Bergastern, Bartblumen, diversen Seerosen, Dahlien und Krötenlilien bewundert werde. Nach einem kurzen Mittagsimbiss ging es durch die berühmten Laubengänge der 40.000 Einwohner zählenden Kurstadt Meran. Im Gegensatz zu Bozen ist hier der Anteil der Deutschmuttersprachler mit über 50 % noch recht hoch. Interessierte besuchten die Pfarrkirche St. Nikolaus oder waren beeindruckt von den reichlich vorhandenen fliegenden Ständen mit unendlicher Gürz-, Pasta- und Pilzvielfalt. Heiß war es geworden in den letzten Tagen in Südtirol. Und so erfreuten wir uns auf der Weiterfahrt, vorbei auch an der berühmten Pferderennbahn am Stadtrand von Meran, des gut klimatisierten Busses. Der große Preis von Meran im Ippodromo ist im Pferde(renn)sport der Wettkampf, das der Grand Prix von Monte Carlo in der Formel 1 darstellt und wird jährlich seit 1935 ausgetragen. Der Wettkampf stellt eine Mischung aus Hindernisrennen und Sprintrennen dar. Ein Sieg in Meran führt direkt in die Ruhmeshalle des Pferderennsportes. Weiter ging es und kurz vor Bozen bogen wir von der Schnellstraße ab, um einen Teil der Südtiroler Weinstraße zu benutzen. Vorbei an den bekannten Weindörfern Eppan und St. Michael erreichten wir Kaltern. Es war uns gelungen kurzfristig eine Weinverkostung typischer Südtiroler Weine zu organisieren. Gewürztraminer, Vernatsch und ein für sächsische Geschmäcker viel zu lieblicher Rosèwein erfreute sich unserer Bekanntschaft. Auch hier wurde die Geldbörse gezückt und manche Flasche wechselte den Besitzer. Heim ging es dann Richtung Hotel, nicht zu versäumen einen der wärmsten Seen Südtirols und die vielen Obstplantagen zu bewundern. Am Abend gab es dann auf Einladung des Hotels ein Gaudikegeln. Ja Spaß hatten wir, vor allem deshalb, da die Bahn schwer zu beherrschen war, echte Profies, wie ein Ehepaar aus Dresden, waren gefragt.

6. Tag Große Dolomitenrundfahrt


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Das Wetter sollte heute kippen, doch dies konnte die gute Stimmung in keinster Weise beeindrucken. Unserem regionalen Guide berichteten wir zuerst über die von uns bereits gefahren Strecken und so fuhren wir etwas alternativ. Zuerst holten wir gen Osten aus, durch das Pustertal ging es bis Toblach und weiter Richtung Misurinasee. Dabei wurde nicht versäumt am Drei Zinnen Blick Halt zu machen. Weiter ging es durch den Parco Naturale delle Dolomiti d´Ampezzo nach Cortina d'Ampezzo und am Fuße des Lagazuois war Mittagsrast. Der Berg ist bei Wanderern aber mehr noch bei Skifahrern bekannt. Eine lange Abfahrt führt eindrucksvoll an Eiswänden ins Tal und dennoch reicht der Schwung nicht um einen Lift zu erreichen. Deshalb wartet zur Überraschung mancher Abfahrtsläufer im Tal ein Pferdeschlitten mit zwei langen Seilen. Für eine kleine Gebühr kann man das Seil fassen und sich zur nächsten Aufstiegshilfe ziehen lassen. Unsere nächsten Ziele waren Arabba, der Campolongopass und Corvara um bald das 2.239m hohe Pordijoch zu erreichen. Dabei streiften wir auch kurz das Fasatal. Bemerkenswert ist die Seilbahn zum Sass Pordoi auf der Sella. Diese überwindet 700 Höhenwetter fast senkrecht, so dass nur eine Seilbahnstütze notwendig ist. Weiter geht es übers Sellajoch (2.218 m), vorbei am berühmten gelben Stehgondellift zur Toni Demetzhütte auf der Langkofelscharte, zum Grödnerjoch. Mit der Absolvierung dieser vier Pässe haben wir die bei Skifahrern beliebte Sella Ronda mit dem Bus absolviert und unsere Hochachtung galt an diesem Tag unserem Busfahrer Jörg aus Bielatal. Heim ging es nun recht schnell durch das Gardatal. Der angkündigte Regen hatte ein Einsehen mit uns und setzte erst mit Erreichen des Hotelparkplatzes ein.

7. Tag Ahrntal und Berggasthof Häusler


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Ein Kurzausflug führte uns über Bruneck in ein Sackgassental, das Ahrntal, der Heimat des berühmten Bergsteigers Hanns Kammerlander. Vorbei an Sand in Taufers erreichten wir den Holzschnitzer Klaus, der uns eine Einführung in diverse Holzarten und das Schnitzen im Allgemeinen gab. Lustig wurde es dann, als wir gemeinsam auch mit der Teufelsgeige musizierten. Käuflich wurde auch das eine oder andere erworben. Der Renner war das Säckchen mit Zirbelspänen. Sputen mussten wir uns rück zu, denn auf uns wartete eine Fahrt mit Kleinbussen in die Höhe. Im Gasthaus Häussler konnten wir gute regionale Küche und einige Kaltgetränke sowie einen wunderschönen Ausblick genießen. Nicht genug der Völlerei, erfreuten wir uns noch einer Einladung unserer Gastgeber, Kaffee und Kuchen (inkl. Schlagsahne) mundeten. An diesem Nachmittag blieb noch etwas Zeit, das Schwimmbad und die Sauna zu nutzen. Und irgendwann ließ sich das Thema Koffer packen nicht mehr verdrängen.

8. Tag Heimreise


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Zu einem frühen Start entschieden wir uns und wählten die Route über Garmisch. Unterwegs bestaunten wir die Berge links und rechts der Brennerautobahn um bald deutschen Boden zu erreichen. Hier haben wir besonders das Karwendel und das Wettersteingebirge mit der Zugspitze bewundert. Bei der Durchfahrt von Garmisch kam es dann noch zu einer besonderen Begegnung. Eine Bekannte des Reiseleiters winkte mit der Bayernfahne und erfreute sich an unserem Bus und unserem gemeinschaftlichen Zurückwinken.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben und erzählen
Wenn man in einem sehr serviceorientiertem Hotel beherbergt wird, kommt man als Gast und geht als Freund, so erlebten wir die acht Tage im Wirtshaushotel Alpenrose.
Danke gilt es zu sagen:
Allen, die am sehr guten Gelingen dieser Reise beteiligt waren.
Und recht bald auf ein Neues mit Eberhardt Travel, vielleicht bei einer Tagesfahrt oder ab 27.6.2021 mit dem Bus nach Wien oder ab 16.10.2021 mit dem Flieger nach Kalabrien.

Bildergalerie zur Reise

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