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Italien – Rundreise durch die Toskana und Insel Elba

Reisebericht: 19.04. – 30.04.2026

Hach, die Toskana! Prächtige Kathedralen, berühmte Renaissance-Kunst, schiefe Türme, Hügel voller Weinreben und Olivenhaine, leckeres Gelato ... Wir freuen uns auf eine schöne Kultur- und Genussreise!

Dr. Andreas Wolfsteller

Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller

1. Hotelanlage in Arco in der Nähe des Gardasees – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 2. Tag: Weinverkostung auf einem Bauernhof bei Empoli – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 2. Tag: Terme Tettuccio in Montecatini Terme – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 3. Tag: Führung durch den Zitronengarten „Oscar Tintori“ – Marmeladenverkostung – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Mittagessen auf einem Safran-Bauernhof – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Ausflug nach Montecatini Alto – Spaziergang durch den historischen Ortskern – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Stadtführung in Siena – Gasse in der Altstadt – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Stadtführung in Siena – Piazza del Campo – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Stadtführung in Siena – Piazza del Campo – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 6. Tag: Freizeit in Montalcino – Gassen der Altstadt – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 8. Tag: Ausflug nach Elba – Mittagspause in Marina di Campo – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 10. Tag: Zweiter Besuch in Florenz – Führung durch die Uffizien – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL)

1. Reisetag (Sonntag, 19. April 2026): Anreise zum nördlichen Gardasee

Der Morgennebel liegt noch auf den Feldern, als wir Dresden früh um 6 Uhr verlassen. Zeitig, aber wir wollen ja heute auch bis zum Gardasee! So leer haben wir die Autobahn selten erlebt. Auch unser Anfahrer Andreas staunt — und er ist schon lange im Geschäft. Am Rasthof Vogtland wird dann gewechselt: Andreas fährt wieder nach Hause und unser Stammfahrer André übernimmt. Vom Namen her müssen wir uns also nicht groß umstellen. Auf der fast leeren Autobahn vergeht die Zeit wie im Flug. Die letzten Zustiege in Ingolstadt und München erreichen wir jeweils eine Stunde vor dem Zeitplan. Zum Glück sind die Gäste telefonisch erreichbar und flexibel — danke dafür! Hinter Nürnberg, München und auch in Österreich regnet es jeweils für einige Minuten, doch insgesamt haben wir auch wettertechnisch Glück. Sogar die Sonnenbrille muss schon mehrmals zum Einsatz kommen. Die Fahrt über die Brennerautobahn führt an vielen Schlössern, Burgen und Klöstern vorbei, die als wunderschöne Akzente vor der herrlichen Bergkulisse fungieren. Auch über die Europabrücke und den Brennerpass rollt der Verkehr weitgehend reibungslos. So schnell war ich noch nie in Bella Italia! Südtirol empfängt uns mit Temperaturen von über 20 Grad, Weinreben an Weinreben und sich endlos ersteckenden Apfelplantagen. Schnell kommt Urlaubsstimmung auf. Und dann sehen wir von der erhöhten Straße nach Arco aus den Gardasee und sind überwältigt. Um 17:30 Uhr sind wir diesmal (schon!) am Ziel, beziehen unsere Zimmer im Hotel San Giorgio, das für eine Zwischenübernachtung mehr als ok ist, und freuen uns schließlich nach einem langen Anreisetag auf unser erstes typisch italienisches Abendessen mit vier Gängen. Ja, der Urlaub hat jetzt wirklich begonnen!

2. Reisetag (Montag, 20. April 2026): Gardasee – Besuch auf einem Bauernhof bei Empoli – Montecatini Terme

Bei unserer Fahrt entlang des Gardasees nimmt die Urlaubsstimmung immer weiter zu. In Garda finden wir sogar einen Parkplatz für den Bus und können uns für eine halbe Stunde am Seeufer die Beine vertreten, während wir das herrliche Panorama und ein paar Sonnenstrahlen genießen. Wir durchqueren nun im weiteren Verlauf des Vormittags die flache Po-Ebene und in einer Abfolge mehrerer, teils sehr langer Tunnel den Gebirgszug der Apenninen und erreichen schließlich am frühen Nachmittag unser Zielgebiet: die italienische Region Toskana! Das muss gefeiert werden! Wie gut, dass Bauer Mauro auf seinem Bauernhof/Weingut Montaioncino bei Empoli schon jede Menge Flaschen Wein zur Verkostung für uns bereitgestellt hat. Dazu reicht die Mama leckeren Schinken, Käse und Brot, während Tochter Sara beim Übersetzen bzw. Erklären hilft. Vier gut gefüllte Gläser Wein (plus Dessertwein) und die tolle Aussicht auf Weinreben und Olivenbäume heben die Stimmung auf neue Höhen. Sie trägt uns auch noch die letzten Kilometer durch das toskanische Hinterland bis in den einst sehr mondänen Nobelkurort Montecatini Terme, wo wir die nächsten vier Nächte bleiben werden. Unser Hotel liegt ganz in der Nähe des Kurparks und der Innenstadt. Da wir auch heute gut durchgekommen sind und vor dem Zeitplan liegen, können wir die nähere Umgebung bis zum Abendessen ausgiebig erkunden.

3. Reisetag (Dienstag, 21. April 2026): Besuch eines Zitronengartens – Ausflug nach Pisa

Mit einem Ausflug nach Pisa wollen wir heute die Geheimnisse der Toskana weiter erkunden. Zuvor steht jedoch der Besuch eines Zitronengartens auf dem Programm. Spätestens seit den Medici ist auch die Zucht von Zitrusplanzen untrennbar mit der Toskana verwachsen. Über 200 verschiedene Sorten sehen wir während des Rundgangs mit Elisa, von kirsch- bis fast melonengroß — und das ist nur die Hälfte der Sorten, die es bei Oscar Tintori gibt. Entsprechend groß ist auch die Variation der Düfte und des Geschmacks, wie wir bei der Verkostung verschiedener Marmeladen feststellen können. Entgegen der Wettervorhersage kommt nun doch mit Macht die Sonne raus, sodass ich mich auf dem Platz der Wunder in Pisa noch schnell mit Sonnencreme einreibe. Hätte ich doch eigentlich wissen müssen, denn „wenn Engel reisen …“ Das größte Wunder ist ja, dass Dom und Turm überhaupt noch stehen. Mit Instruktionen und Tickets ausgestattet, können meine 25 Wetterengel Baptisterium, Dom, den Friedhof Camposanto und wahlweise auch den Turm auf eigene Faust und in eigenem Tempo erkunden. Erst beim Aufstieg auf den Campanille wird einem die Stärke seiner Neigung so richtig bewusst. Von oben hat man einen herrlichen Überblick über Pisa und die Menschenmassen, die wie Ameisen über den Platz krabbeln und alle ähnliche Fotos und Selfies knipsen. Wer seine Ruhe (und das beste Eis in Pisa) sucht, der findet beides am Ufer des Arno — oder folgt dazu einfach unauffällig dem Reiseleiter. Nachdem wir uns an Architektur und Kunstschätzen sattgesehen und an Eis und leckerem italienischen Essen sattgegessen haben, laufen wir entlang der mittelalterlichen Stadtmauer und anschließend entlang der Eisenbahnschienen zum Busparkplatz zurück. André hat derweil die günstigen Preise genutzt und den Tank bis zum Anschlag aufgefüllt. Dank Autobahn sind wir schnell zurück in Montecatini Terme und haben noch ein bisschen Freizeit bis zum Abendessen.

4. Tag (Mittwoch, 22. April 2026): Stadtführung in San Gimignano – Safran–Anbau in der Toskana

Natürlich fahren wir in erster Linie nach San Gimignano, um uns die mittelalterliche Altstadt mit ihren Geschlechtertürmen anzuschauen. Ganz zauberhaft ist aber ebenso der Blick in die umliegende, typisch toskanische Landschaft mit grünen Hügeln und Weinreben so weit das Auge reicht. Da fällt es unserer Stadtführerin Janine trotz ihres liebenswerten schwäbischen Akzents sehr schwer, unsere Aufmerksamkeit auf das Stadttor zu lenken. Wir treten hindurch und werden ins Jahr 1563 zurücktransportiert, als die Zeit in San Gimignano stehengeblieben ist. Zwar waren auch hier die meisten der 72 Türme abgerissen oder zurückgebaut worden, jedoch stehen — je nach Definition — noch 13–15 von ihnen und damit mehr als in jeder anderen toskanischen Stadt. Die Überbleibsel der zurückgebauten Geschlechtertürme lassen sich im Mauerwerk der Gebäude entlang der alten Pilgerstraße gut erkennen. Janine macht ihre Sache richtig gut, vermittelt uns anschaulich die Geschichte von San Gimignano, führt uns zum Zisternenplatz, Domplatz, Rathaus und zur alten Medici-Festung, hält zwischendurch aber auch immer wieder an, wenn sie in den Geschäften eine lokale Spezialität entdeckt, die sie uns unbedingt zeigen will. Der Wettergott zeigt sich bei alldem erneut von seiner gnädigen Seite. Zwar klettern die Temperaturen heute hier auf dem Hügel nur auf 17 Grad, doch es bleibt schön sonnig. Unsere Stadtführung endet in einer glücklichen Fügung des Schicksals direkt vor der Gelateria Dondoli, sodass wir quasi fast gezwunden sind, schnell noch beim Weltmeister (oder der benachbarten, qualitativ durchaus ebenbürtigen Konkurrenz) ein Eis zu verkosten, ehe wir langsam in Richtung Busparkplatz zurückschlendern. Die Anfahrt zum Safran-Mittagessen gestaltet sich dann unerwarteterweise sehr schwierig, weil der Agriturismo auf legalem Wege kaum zu erreichen ist. André ist sehr erleichtert, als der Bus nach einem schwierigen Parkmanöver endlich vor dem Bauernhof zum Stehen kommt. Donna Titiana — ein typisch italienische, resolute Dame — wartet derweil schon auf uns und stapft in die Küche, während ihre Tochter Adele uns begrüßt. Wir werden gut mit leckeren Köstlichkeiten und Wein „abgefüllt“, bevor uns Adele in die Geheimnisse der Safran-Produktion einweiht, auf der einst der Wohlstand von San Gimignano beruhte. Die Silhouette der Stadt mit ihren charakteristischen Türmen sehen wir passenderweise am Horizont auf dem Hügel thronen. Wir sehen leider auch, wie eine Gruppe amerikanischer Touristen im Umgang mit einer Vespa eingewiesen wird, und bemühen uns rasch, mit ausreichend Abstand vor ihnen zurück auf die Straße zu kommen. Wir sind zeitig genug zurück in Montecatini, um doch noch vor dem Abendessen die Auffahrt mit der Standseilbahn nach Montecatini Alto zu wagen. Die rührende, dramatische Liebesgeschichte zwischen Gigio und Gigia zerbricht uns fast das Herz, während wir in etwa acht Minuten hinauf auf den Hügel gezogen werden. Belohnt werden wir mit einer fantastischen Aussicht auf Montecatini Terme unten im Talkessel. Ein kurzer Spaziergang führt uns einmal quer durch den Ort bis zum kleinen Hauptplatz mit hübschen Cafés und Restaurants. Individuell geht es dann mit der Funicolare wieder hinab in Richtung Hotel, wo wir uns pünktlich zum Abendessen alle wieder versammeln. Zwei Gäste besuchen später am Abend noch einen Opernshow und kehren sehr angetan zurück. Sie sind damit perfekt auf die morgige Begegnung mit Puccini in Lucca vorbereitet!

5. Reisetag (Donnerstag, 23. April 2026): Pasta Experience mit Mittagessen – Stadtführung in Lucca

Wir beginnen den fünften Tag unserer Toskana-Reise mit einem etwas späteren, ausgiebigen Frühstück im Speisesaal unseres Hotels, den wir heute fast für uns allein haben. Erst um 10 Uhr verlassen wir Montecatini Terme und schon an der nächsten Ausfahrt auch wieder die Autobahn, um meine „italienische Mama“ Nada aufzunehmen. Nicht nur mein Mikrofon bekomme ich ab diesem Moment erstmal nicht wieder in die Hände, nein, auch um mein Eberhardt-Fähnchen muss ich später noch mit ihr kämpfen. Als erste Eberhardt-Gruppe überhaupt besichtigen wir die kleine Pasta-Manufaktur der Firma Morelli. Das 1860 gegründete Unternehmen ist immerhin ein Jahr älter als der Staat Italien. In zwei Gruppen aufgeteilt schauen wir uns abwechselnd das Museum und die Produktionshalle an. Wie uns da die frischen Spaghetti vor der Nase baumeln, bekommen wir langsam Hunger. Zum Glück gibt es über dem Museum ein Restaurant, in dem schon eine lange Tafel für uns reserviert ist. Zum Glück gibt es als „leichtes Mittagessen“ nicht nur drei Gänge himmlisch leckerer Pasta mit verschiedenen Soßen, sondern begleitend dazu ein Glas Rot- oder Weißwein, damit wir gar nicht erst aus der Übung kommen. Ein kleines Schälchen Tiramisu darf ebenfalls nicht fehlen sowie ein Espresso zur Verdauung. Auf jeden Fall erhalten wir mehr als genug Kalorien für unseren anschließenden Stadtrundgang mit Nada durch „ihre Stadt“ Lucca. In den engen Gassen innerhalb der Stadtmauer, zwischen den vielen ähnlich aussehenden Pallazi, könnte man leicht die Orientierung verlieren. Zum Glück gibt es einige größere Plätze mit markanten Bauwerken wie dem Puccini-Theater, dem Dom, den Überresten des Amphitheaters sowie der Kirche San Michele in Foro, die uns Orientierung und immer wieder neue interessante Fotomotive bieten. Natürlich muss die Stadtführung am schönsten Mann von Lucca enden: Giacomo Puccini als in bronze gegossener Gott der italienischen Oper. Nachdem Nada sich von uns verabschiedet hat, begeben wir uns in kleinen Grüppchen auf die Suche nach göttlichem Eis und werden gleich an zwei Stellen fündig. Die restliche Freizeit nutzen wir zum Bummeln durch die umliegenden Gassen oder kaufen von Souvenirs. Dann schlendern wir zur Stadtmauer zurück, wo uns André abholt und für eine letzte Nacht nach Montecatini Terme zurückbringt.

6. Reisetag (Freitag, 24. April 2026): Siena – Montalcino – Roccamare

Um den vielen Elterntaxis zu entgehen, die auch in Italien zum Alltag geworden sind, müssen wir Montecatini Terme heute schon um 07:45 Uhr verlassen — von 07:50 bis 08:20 Uhr ist nämlich Sperrstunde. Das klappt dank meiner disziplinierten Gäste prima und wir kommen außerdem super an Florenz vorbei und erreichen Siena — trotz Kaffeepause unterwegs — überpünktlich. Wenig später trifft auch schon unsere Stadtführerin Luise ein, sodass wir unsere Stadtführung in Siena sogleich an der Fortezza beginnen können. Die große Rivalin von Florenz liegt auf drei Hügeln hoch über der Toskana und muss von uns ebenfalls zu Fuß entdeckt werden. Schon von weitem sehen wir den mächtigen Dom, der das Stadtpanorama prägt, sowie die Dominikanerkirche Basilica di San Domenico. Beide Bauwerke werden von uns besichtigt, wobei uns vor allem der Dom mit seiner Pracht regelrecht überwältigt. Die Marmorsäulen, die Mosaike im Boden, die beiden Orgeln, die Statuen von Michelangelo und die Kanzel von Nicola Pisano wollen von uns bestaunt und bewundert werden. Doch zu Siena gehören auch die älteste noch existierende Bank der Welt sowie die Piazza del Campo genau im Zentrum, auf der zweimal jährlich das Pferderennen Palio ausgetragen wird. Hier endet nun unsere Führung durch Siena mit Luise, der wir herzlich danken. Meine Gäste dürfen nun in die umliegenden Straßen ausschwärmen und auf eigene Faust weitere Eindrücke sammeln. Eine Kleinigkeit zum Mittagessen wäre vielleicht auch nicht schlecht — als Grundlage im Magen für eine mögliche individuelle Verkostung des berühmten Brunello-Weins am Nachmittag in Montalcino. Beim gemütlichen Spaziergang durch den kleinen Ort, im 16. Jahrhundert die letzte Bastion der Republik Siena in ihrem Kampf gegen Florenz, entdecken wir viele schöne Fotomotive, finden einen herrlichen Aussichtspunkt und zufälligerweise auch zwei Eisdielen. Wer mag, kann darüber hinaus in einem Lokal einkehren und den Brunello probieren — oder einfach nur einen Espresso trinken. Bis zu unserem Strandhotel in Roccamare sind es noch 1,5 Stunden Fahrt, die bei so viel schöner Landschaft, die es zu bewundern gilt, aber schnell vergehen. Von den Hügeln der südlichen Toskana gelangen wir in die flache Ebene der Maremma und erreichen schließlich die Pinienwälder an der Küste. Dahinter wartet das blaue Meer — und im Hotelrestaurant erwartet uns schon das nächste Glas Wein.

7. Reisetag (Samstag, 25. April 2026): Freizeit in Roccamare und Castiglione della Pescaia

Nach sechs Tagen, in denen wir aufmerksam den Ausführungen unserer Stadtführerinnen gelauscht, die Schönheit der Toskana bewundert und ihre kulinarischen Spezialitäten aufopferungsvoll verkostet haben, erscheint es nur recht, dass wir uns heute in unserem schönen Resorthotel am Strand erholen und entspannen können. Trotzdem kommen ausnahmslos alle (!) Gäste auf den freiwilligen Ausflug am Vormittag ins benachbarte Castiglione della Pescaia mit. André hat sich freundlicherweise bereit erklärt, uns die sechs Kilometer zu fahren, da der öffentliche Bus so früh in der Saison noch nicht wieder im Einsatz ist. Ähnlich wie in Montecatini befindet sich der pittoreske historische Ortskern von Castiglione auf einem Hügel, den wir hier allerdings in wenigen Minuten zu Fuß erklimmen können. Vom Aussichtspunkt aus blicken wir zu den Inseln Elba, Giglio und Montechristo und fragen uns, ob auf letzterer noch etwas zu holen ist. Nach einem Besuch in der Kirche spazieren wir durch das ehemalige Stadttor wieder hinunter in die Fußgängerzone. Rein zufällig laufen mir mehrere Eisdielen über den Weg. Bei der letzten, einer ganz traditionellen mit Deckeln auf den Eiskübeln, muss ich dann einfach mal probieren, obwohl es noch Vormittag ist. Meine Gäste lockt vielleicht eher der Wochenmarkt vor unserem Parkplatz mit typischen italienischen Spezialitäten und auch günstigen frischen Erdbeeren. André fährt uns nach zwei Stunden Aufenthalt in unser Resorthotel am Strand zurück, wo wir den Rest des Tages die Seele baumeln lassen können.

8. Reisetag (Sonntag, 26. April 2026): Tagesausflug auf die Insel Elba

Am nächsten Morgen geht es für uns vom Frühstück quasi direkt in den Bus, denn wir sind mit einer Fähre und meiner zweiten italienischen Mama namens Jo verabredet. Wir sammeln sie am vereinbarten Treffpunkt 15 Minuten vor Piombino auf, nachdem sie auch schon 100 Kilometer Anfahrt hinter sich hat — mehr als wir! Die staatliche Fährgesellschaft Toremar setzt uns eine ihrer ältesten Fähren vor die Nase, die uns aber schnell und sicher nach Portoferraio bringt. Auf dem Oberdeck genießen wir die Einfahrt in den Hafen vorbei an den beiden Festungen auf dem Hügel. Würde Napoleon noch in seiner Sommerresidenz leben, hätte er unsere Ankunft von seiner „Villa“ aus gut beobachten können. Es war dann wohl auch die Lage und die Aussicht, die ihn zum Kauf des Bauernhaus in San Martino bewegt haben, denn ein zweites Versailles ist das längliche Häuschen wahrlich nicht. Mit den Mitteln der Malerei wurde trotzdem ein staatstragender Eindruck erweckt. Doch mit aufgemalten Tapeten und Gardinen wollte Napoleone sich nicht begnügen und ergriff alsbald die Flucht. Wir fliehen ebenfalls — zurück in unseren Bus. Bei schönstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen setzen wir unsere Inselrundfahrt mit einem Fotostopp an der Bucht von Procchio fort und gelangen schließlich nach Marina di Campo. Hier hat Jo freundlicherweise bei einem Restaurant in bester Strandlage Tische für uns reserviert. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und es geht schnell genug, dass wir auf dem Rückweg zum Bus noch einen Zwischenstopp an der besten Eisdiele auf Elba einlegen können. Sogar André kann diesmal zu uns stoßen und bekommt sein erstes Gelato auf dieser Reise. Der arme! Was ist ihm nicht alles schon entgangen … Die nächste Pause machen wir im malerischen Porto Azzuro, das gerade nicht von Piraten, sondern von Comic-Fans erobert wurde. Zwischen Star-Wars-Robotern, Meerjungfrauen und dem DeLorean aus Zurück in die Zukunft suchen wir nach Mineralien, schönen Fotomotiven und/oder einem Espresso. Nach etwa sechs Stunden geht unsere Zeit auf Elba mit Jo leider schon wieder zu Ende. Während wir wieder zu Fuß an Bord der Fähre gehen (die sogar noch älter ist), muss der arme André unseren Bus rückwärts auf das Schiff fahren. Wir schwitzen insgeheim mit ihm mit. Sehnsüchtig blicken wir während der Rückfahrt vom Oberdeck nach Elba zurück, denn die Insel hat uns allen sehr gefallen. Im Hotel in Roccamare bekommen wir vom aufmerksamen zum dritten und leider auch schon wieder letzten Mal ein leckeres Abendessen serviert.

9. Reisetag (Montag, 27. April 2026): Fahrt nach Florenz und Freizeit – Spaziergang durch Pistoia

Ein sehnsüchtiger Blick vom Balkon zum blauen Meer — dann heißt es Abschied nehmen von unserem Hotel in Roccamare. Auf uns wartet nun mit zwei Besuchen in Florenz der (kunsthistorische) Höhepunkt unserer Toskana-Reise. Bei einer Pause grüßt uns aus der Ferne der Schiefe Turm von Pisa. Wir winken zurück und setzen dann die Fahrt auf der uns bereits bekannten Strecke vorbei an Lucca und Montecatini Terme fort. Da der übliche Ausstiegspunkt in Florenz wegen Bauarbeiten (Ausbau des Straßenbahnnetzes) gesperrt ist, hat das A-Team gemeinsam einen alternativen Plan entwickelt. Sollte er funktionieren, machen wir es morgen genauso. Als Ausstiegsstelle haben wir den Aussichtspunkt Piazzale Michelangelo am südlichen Arnoufer gewählt. Hier liegt uns Florenz im herrlichsten Sonnenschein wortwörtlich zu Füßen. Vor den grünen Bergen im Hintergrund präsentieren sich uns die Ponte Vecchio, der Dom mit Glockenturm, die Uffizien und die Kirche Santa Croce von ihrer besten Seite. Das perfekte Postkartenmotiv. Etwa 20 Minuten laufen wir insgesamt zu den Uffizien, zunächst den Hügel hinab zum Arno, überqueren dann den Fluss und können dabei sehr gut die Ponte Vecchio fotografieren. Von den Uffizien führe ich meine Gäste noch über die Piazza della Signoria bis zum Platz der Republik, denn hier wird später unser Treffpunkt sein. Nun stehen sie für ihre Freizeit vor der Qual der Wahl: zuerst nach Süden zur Ponte Vecchio oder nach Norden zum Domplatz? Florenz ist ein riesiges Freiluftmuseum mit unzähligen historischen Bauwerken, Denkmälern und Palästen. Heute wollen wir uns vor allem einen Überblick und ersten Eindruck verschaffen. Gute Restaurants gibt es viele, Eisdielen ebenfalls, doch leider auch sehr lange Warteschlangen. So fällt mein tägliches Gelato leider der mangelnden Zeit zum Opfer. Vom vereinbarten Treffpunkt am Platz der Republik (alle sind wieder super pünktlich!) spazieren wir zum Hauptbahnhof und fahren mit dem Zug nach Pistoia. (Der ist übrigens auch pünktlich.) Hier pilgern wir noch ein bisschen gemeinsam duch die Altstadt und treffen am Rathaus tatsächlich überraschend auf ein Stück Jakobsweg in Italien. Nur geöffnete Eisdielen, die treffen wir nicht. Aber zumindest konnten wir uns von unserem letzten Übernachtungsort in der Toskana einen Eindruck verschaffen und kostenlos den Dom Sankt Zeno besichtigen. Bevor wir zu André in den Bus steigen, wird noch gemeinsam der Limoncino verkostet, den ich zufälligerweise im Zitronengarten gekauft habe. Bis zum Hotel sind es nur wenige Minuten Fahrt. Nachdem wir uns dort häuslich eingerichtet haben, kommen wir zum Sektempfang im Restaurant alle wieder zusammen, der nahtlos ins Abendessen übergeht.

10. Reisetag (Dienstag, 28. April 2026): Tagesausflug nach Florenz – Führung in den Uffizien

Das A-Team liebt es ja, wenn ein Plan funktioniert, weshalb wir ihn bei unserem zweiten Besuch in Florenz gleich noch einmal in die Tat umsetzen: Ausstieg oben am Aussichtspunkt, Rückfahrt mit dem modernen Vorortzug. Die Zeit dazwischen verbringen wir mit einem Abstecher zum Dante-Museum sowie einer Führung durch die Uffizien und weiterer Zeit zur freien Erkundung von Florenz. Für die Uffizien-Führung müssen wir uns in zwei Gruppen aufteilen: Gruppe 1 wird von Luciana geführt, Gruppe 2 von Daniela. Beide zeigen uns in etwa 2,5 Stunden die wichtigsten Werke des gut besuchten Kunstmuseums, z. B. von Leonardo, Raffael, Michelangelo und Botticelli, also vor allem die Kunst der Renaissance, für die Florenz zu Recht weltberühmt ist. Zurück in den Straßen und Gassen der Altstadt brauchen wir jetzt erstmal dringend eine Stärkung und suchen deshalb individuell nach hübschen Restaurants mit gutem Essen, von denen es in der Hauptstadt der Toskana natürlich unzählig viele gibt. Und heute komme ich sogar zu meinem Eis, denn die Schlange ist übersichtlich. Die Wartezeit von noch unter zehn Minuten hat sich aber gelohnt — ich schwebe im Gelato-Himmel bis zum Domplatz weiter, um mich mit einem Blick aus der Nähe auf Domkuppel, Glockenturm und Baptisterium bis zur nächsten Toskana-Reise aus Florenz zu verabschieden. Die zweite Zugfahrt nach Pistoia lässt uns einen Blick in die Zukunft werfen, wie sie in Deutschland auch in 20 Jahren im Nahverkehr eventuell anzutreffen sein könnte: großzügige Doppelstockwagen mit Gepäckfächern für Koffer (wie im ICE) sowie Fahrradstellplätze mit Steckdosen für E-Bikes. Diesmal holt uns André allerdings direkt am Bahnhof ab und fährt uns zum Hotel. Zwar gibt es heute keinen Prosecco, doch das Abendessen ist erneut gut und üppig — nach Salatbuffet und Pasta-Vorspeise bin (nicht nur ich) eigentlich schon satt. Für meine beiden Fluggäste endet ihre Toskana-Reise mit dieser Übernachtung; sie fliegen morgen von Florenz aus nach Hause. Für alle anderen beginnt morgen die zweitägige Heimreise über den Brennerpass bis nach Dresden.

11. Reisetag (Mittwoch, 29. April 2026): Fahrt nach Südtirol – Besuch einer Grappa–Brennerei

Auch der 11. Tag beginnt sonnig — wie sollte es auch anders sein! Traurig sind wir trotzdem, denn wir müssen uns sowohl von der Toskana als auch unseren beiden Fluggästen verabschieden. Unsere Rückreise per Bus führt uns noch einmal an Florenz vorbei (diesmal mit mehr Verkehr), über viele Brücken und durch viele Tunnel durch die Apenninen bis Bologna und schließlich durch die Po-Ebene an den Rand der Berge. Nun verfinstert sich der Himmel, vermutlich weil er ebenfalls ein bisschen traurig ist. Trotzdem ist die Fahrt durch die Berge der italienischen Region Trentino-Südtirol erneut sehr schön. Unsere gute halbe Stunde Zeitpuffer nutzen wir für einen letzten Einkaufsstopp unweit des Gardasees. Einige weitere italienische Spezialitäten wandern in den Kofferraum unseres blauen Eberhardt-Busses. Als abschließender Programmpunkt wartet nun noch die Besichtigung einer Grappa-Brennerei auf uns. Wir sind natürlich pünktlich da und André parkt den Bus bravourös rückwärts auf der Lieferrampe ein, was vor ihm noch nie ein Busfahrer gewagt hat. Aber André hatte ja durch die Elba-Fähre auch Übung. Die kleine aber feine Brennerei ist schnell besichtigt, doch die Verkostung könnten wir ewig hinausziehen. Der Brennmeister scheint die Spendierhosen anzuhaben und bietet uns fast 20 unterschiedliche Spirituosen zum Verkosten an. Nach drei Grappas und einem Beerenlikör ziehen wir aber die Reisleine und setzen unsere Fahrt nach Südtirol fort. Immerhin wollen wir auch noch etwas die schöne Aussicht auf Berge und Täler genießen und nicht nur unseren Rausch ausschlafen! Das Hotel Saxl in Freienfeld erreichen wir planmäßig am Abend und beziehen für eine letzte Zwischenübernachtung unsere Zimmer. An den bemalten Wänden auf den Gängen und in den Räumen hätte der gute Napoleone wohl seine Freude gehabt. Das üppige Buffet verleitet zur Völlerei, noch dazu ist alles — auch der Wein — sehr lecker. Satt und zufrieden gehen wir einmal mehr zu Bett.

12. Reisetag (Donnerstag, 30. April 2026): Heimreise

Die Wolken von gestern haben sich verzogen und die Sonne meint es gut mit uns. Anders ausgedrückt: Wir bringen die Wärme und Sonne aus der Toskana mit nach Deutschland! Denn auch die Wetteraussichten für das vor uns liegende lange Wochenende sind erfreulich positiv. Die etwas zeitigere Abfahrt vom Hotel Saxl bei Sterzing hat sich gelohnt, denn wir kommen sehr gut über die Brennerautobahn nach Österreich und schließlich zurück nach Deutschland. Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus, während das eindrucksvolle Alpenpanorama an uns vorbeizieht. Die Polizisten an der Grenze winken uns nur kurz zu, dann sind wir schon wieder in Bayern. Die Tage in der Toskana sind wie im Flug vergangen. Ein Höhepunkt jagte den anderen. Während wir uns den heimatlichen Gefilden nähern, zieht auch unsere Reise in Gedanken noch einmal an uns vorbei. Die ersten Gäste verlassen uns überpünktlich in Ingolstadt. Auch das Vogtland und Nossen/Siebenlehn erreichen wir noch vor der geplanten Zeit. Erst zwischen dem Dreieck Nossen und dem Dresdner Flughafen mehren sich die Feiertagsstaus, sodass wir bis Dresden doch noch 12 Minuten Verspätung ansammeln. Gemessen an der zurückgelegten Strecke wäre die Bahn auf dieses Ergebnis vermutlich ziemlich neidisch. André hat wie immer sein bestes gegeben und uns auch am letzten Tag sicher ans Ziel gebracht. Sein verlängertes Erholungswochenende im Garten hat er sich nun wirklich verdient.


Liebe Gäste,

an dieser Stelle möchte ich mich von ganzem Herzen bei euch für die schöne Reise in die Toskana bedanken. Als liebenswerte Wetterengel habt ihr für bestes Urlaubswetter gesorgt. Wir haben viel gelacht und geschlemmt. Es war wirklich eine tolle Genussreise! Ein besonderer Dank gilt unserem Chauffeur André, unserem tapferen Ritter der Landstraße, der uns stets sicher durch den Verkehr in Italien (vielleicht als einziger mit Führerschein?) und auch wieder sicher in die Heimat gebracht hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich euch bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-Reise begrüßen darf.

Herzlichst

Euer Andreas


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