Mit den Fahrrädern über die Inseln hüpfen
Reisebericht: 01.05. – 09.05.2026
Wenn man sich bei einer kleinen Kreuzfahrt etwas mehr bewegen möchte, dann ist diese Radkreuzfahrt eine schöne Alternative. Das kristallklare Wasser der kroatischen Küste lädt zum Baden ein.
Ein Reisebericht von
Jürgen Müller
Fluganreise nach Split
Die Anreise zu unserem Schiff und Radreise erfolgt in 3 Gruppen jeweils von unterschiedlichen Flughäfen. Die Gruppe die als Erster am frühen Morgen starten muss das waren die Gäste aus der Dresdner Region, sie flogen über Frankfurt nach Split. Dann ebenfalls sehr früh mussten all die Gäste aufbrechen die von Berlin aus losfliegen und schlussendlich eine kleine Gruppe aus der Gegend von Stuttgart, konnten ihre kurze Anreise etwas später starten.
Unser Treffpunkt war das Hotel in Split, wo wir die erste Nacht verbringen. Alle 3 Gruppen hatten ein wenig Zeit, um durch die schöne Stadt zu bummeln, hindurch durch die Altstadt bis zur Meerpromenade am Hafen, sich die Zeit in den schönen Lokalen in den schmalen Gassen zu vertreiben und einen ersten Urlaubs Kaffee zu trinken. Dann gegen 16:00 Uhr kamen wir alle zurück in unser Hotel, denn hier trafen wir Josepha unsere Stadtführerin für Split.
Jetzt gingen wir nochmal alle gemeinsam hinunter in die Altstadt, aber diesmal direkt hinein in die vielen Paläste die hier seitdem Jahre 300 nach Christus erbaut wurden, jeweils durch andere Herrscher wurde Palast über Palast gebaut so wie es jeder der aktuellen Herrscher haben wollte. Der alles überragende Palast ist dabei der Diokletian Palast
Dann an der Riesenstatue vorbei des bekannten Bischofs Gregor von Nin, der im 11. Jahrhundert sich stark dafür einsetzte, dass die Kirche in einer Sprache predigte, die die Menschen auch verstanden und sich damit in Rom beim Papst auch durchsetzen konnte.
Diese 2 Stunden in der Stadt mit sehr viel Information gaben uns ein gutes Gefühl die Stadt Split und ihre traditionellen Gebäude ein bisschen zu verstehen und auch zu ahnen, worauf die Leute hier in Split stolz sind und weshalb sie ihre Stadt so lieben.
Wir hatten alle einen langen Tag und waren mittlerweile auch sehr hungrig, deswegen war das nächste Ziel das Restaurant im Hotel zu einem ausgiebigen Abendessen das uns als Buffet zur Verfügung stand. Besonders war der Thunfisch und das süß-sauer eingelegte Fleisch das dalmatinische Pašticada.
Wir hatten alle zusammen einen sehr schönen Start in unseren Urlaub und sind nun alle gespannt, wie es morgen auf dem Schiff weitergehen wird.
Ankommen auf der MS Paradis und erste Tour zum Eingewöhnen
Nach der ersten Urlaubsnacht in Kroatien und einem entspannten Frühstück im Hotel bringt uns der gebuchte Transfer gegen 10:00 Uhr zu der nördlich von Split gelegenen Inselstadt Trogir, dort wo unser Kreuzfahrtschiff auf uns wartet. Am Hafen Soline werden wir schon erwartet und wir rollen mit unseren Koffern die letzten Meter bis zum Anleger. Hier werden uns von David und Dario, unseren 2 Reiseleitern, gleich die Kabinen zugeteilt und sie organisieren, dass unsere Koffer dorthin gebracht werden. Das ganze Check-in verläuft zügig und mit viel Routine. Schon bald sind wir eingezogen auf dem Schiff, das uns die nächsten 7 Tage begleiten soll. Schon nach einer Stunde legen wir vom Hafen ab, versammeln uns im Salon und bekommen eine ausführliche Einweisung in die Abläufe hier an Bord. Nun freuen wir uns auf das erste 3 Gänge Menü, mit dem wir nun die kulinarische Reise durch die Inseln Dalmatiens beginnen. Wir werden nicht enttäuscht die Küche an Bord ist ausgezeichnet und wir werden sicher noch viele schöne Überraschungen bekommen.
Während wir das Mittagessen genießen, navigiert der Captain das Schiff in Richtung der Insel Šolta. Hier wollen wir die erste Testfahrt mit den E Bikes machen und uns an diese Fahrräder gewöhnen. Unter Mithilfe der gesamten Mannschaft werden die Fahrräder von Bord geschafft vor dem Schiff am Kai der Reihe nach aufgestellt, und mittels einer Fahrrad Liste kann jeder die Fahrradnummer, die ihm zugeordnet ist, entnehmen. So gleich checkt jeder sein Fahrrad, stellt Sattel und Lenker auf seine Körpergröße ein, testet die Gangschaltung und wenn jemand etwas Hilfe braucht, ist unser Reisebegleiter Jürgen gerne zur Unterstützung bereit.
So nun kann die erste Fahrt beginnen. Kurz nach dem Start geht es sogleich einen langen Berg hinauf, weg vom Hafen hinauf auf die Berge der Insel, der kleinen Passstraße folgend. Sogleich sind wir froh, dass wir den Elektromotor zur Unterstützung dazuschalten können. Wie noch öfter in den nächsten Tagen schrauben wir uns gleich mal 400 Höhenmeter nach oben, das ist etwas schweißtreibend jedoch werden wir durch eine wunderbare Aussicht über die vorgelagerte Inselwelt belohnt. Wir fahren bis zur westlichen Spitze der Insel und machen bei der Stadt Maslinica, in einer schön gelegenen Strandbar, eine Kaffeepause. Für die Rückfahrt nach Rogac, wo unser Schiff liegt, nehmen wir fast denselben Weg wie wir gekommen sind, nur dieses Mal rollen unsere Fahrräder die Küstenserpentinen ohne Mühe flott hinunter zum Hafen.
Nachdem wir die Fahrräder am Kai abgestellt haben, begeben wir uns auf das Schiff nehmen die erste Dusche und treffen uns anschließend im Salon, wo uns David und Dario informieren, wie der nächste Tag geplant ist. Noch während dem Briefing streckt der Captain seinen Kopf in die Tür und bereitet uns darauf vor, dass wir für die nächste Stunde kräftigen Seegang haben werden. Das kommt dann auch so. Wir bleiben alle im Salon auf unseren Plätzen und an der Bar ist das Personal damit beschäftigt die Gläser festzuhalten. Wir kümmern uns um den Blumenschmuck, der auf den Tischen steht und anfing sich im Takt der Wellen zu bewegen. Wir haben die Überfahrt schlussendlich gut überstanden, sind aber auch froh als wir in die ruhige Bucht der Insel Hvar einlaufen. Wir legen im Hafen von Stari Grad an. Mittlerweile ist es schon dunkel geworden, aber wir gehen von Board und machen noch einen gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt. Hier ist vom Wind und von den Wellen nichts zu spüren die Bucht und die Stadt sind durch die hohen Berge geschützt.
Über den westlichen Teil der Insel Hvar
Heute Morgen steht das Schiff schon an dem Startpunkt der geplanten Radtour. Die Fahrräder werden schon frühzeitig ausgeladen, so dass wir gleich nach dem Frühstück beginnen können. Bei sonnigem Wetter geht es erst flach in östlicher Richtung über die Insel bis zu dem schönen Ort Jelsa, den wir nach 10 km erreichen. Bei fast allen Städtchen, die wir besuchen ist immer der Hafenbereich der zentrale Ort, so ist auch bei diesem Ort für uns der attraktivste Punkt am kleinen Hafenbecken mitten in der Stadt. Wir stellen die Fahrräder ab und schwärmen aus und wie ein Magnet zieht uns die zentrale Gelateria an. Vermutlich schmeckt das Eis nach einer Radtour am allerbesten.
Wir setzen unsere Tour fort und folgen für die nächsten 5 Kilometern dem wunderschönen Uferweg in nördliche Richtung bist du der Stadt Vrboska, solche Strecken sind ein absolutes Genuss-Highlight für Radfahrer. Nun geht es in westliche Richtung zurück nach Stari Grad wir folgen einer kleinen asphaltierten Straße, die fast keinen Autoverkehr hat und durchqueren eine unberührte Steppenlandschaft gesäumt mit den typischen Natursteinmauern, die den Wind brechen sollen und die wertvolle Erde festhalten. Zurück in Starigrad durchqueren wir die Stadt, ohne anzuhalten. Unser Schiff hat inzwischen schon abgelegt zum Endpunkt unserer heutigen Radtour. Wir folgen dem Uferweg in westliche Richtung und verlassen die Stadt erneut nach einer genussreichen Meerblicktsrecke. Am Ortsausgang überqueren wir die Hauptstraße und schon bald fahren wir Richtung Inselmitte einen langen steilen Pass hinauf, für die nächsten 7 Kilometer benötigen wir kräftige Beine und eine gut geladene Batterie. Wir schrauben uns immer weiter in die Höhe, bis wir die Passhöhe bei 450 hm erreicht haben. Hier hatte David den Besitzer einer Bar überzeugen können, dass er für uns öffnet und Kaffee und Getränke zur Verfügung stellt. Nach einer Pause geht es weiter erstmal für einige Kilometer auf dieser Höhe, bis wir dann bald den Inselrücken auf der gegenüberliegenden Seite hinabfahren in Richtung der Stadt Hvar. Die Abfahrt hinunter in die Stadt für die nächsten 10 Kilometer fällt uns leicht, aber erfordert sehr viel Achtsamkeit, denn in einer Radgruppe muss man immer gefasst sein, dass sich einer der Radfahrer anders verhält, wie man das erwartet. Wir kommen gut in der Stadt an und fahren vor zum Hafen, wo schon unsere MS Paradies auf uns wartet. Wie immer können wir einfach die Räder am Kai abstellen unsere persönlichen Sachen schnappen und auf dem Schiff in unseren Kabinen verschwinden. Inzwischen haben wir frühen Nachmittag und sind eindeutig ziemlich hungrig. Nach einer erfrischenden Dusche treffen wir uns im Salon, wo die Küchen-Crew ein leckeres 3 Gänge Menu serviert, das ist ein perfekter Tag. In der Zwischenzeit hat der Captain das Schiff auf das offene Wasser versetzt und dort gab es die Möglichkeit im Meer zu schwimmen, eine Runde um das Schiff. Nun wir sind halt doch eher Radfahrer als Schwimmer, und so hat sich tatsächlich nur eine Person überwunden in das 16 Grad Wasser zu steigen. Sie hat es offensichtlich genossen und der Respekt aller anderen war ihr sicher.
Nun müssen wir nach vorne denken und uns mit einem ausgiebigen Briefing für den morgigen Tag vorbereiten. Dann am frühen Abend schlendern wir durch die Stadt, unser Ziel ist die hoch oben gelegene Festung von Hvar, hier oben wollen wir den Sonnenuntergang beobachten. Uns erwartet ein sehr schöner Blick über die Stadt und den Hafen, großartige Fotomotive und noch bei guter Sicht und bei einsetzender Dämmerung steigen wir wieder ab und gönnen uns noch einen letzten Drink an der Hafenpromenade.
Von Vela Luka bis zur Stadt Korcula
Unser Schiff legt heute schon vor dem Frühstück im Hafen ab und nimmt Kurs auf die Insel Korcula. Während der Fahrt entsteht langsam Betrieb in den Kabinen und später trifft man sich beim Kaffee und wartet gemeinsam, bis das Frühstück fertig ist, alle tragen schon ihre Fahrradkleidung und wir sind startklar, sobald das Schiff in Korcula an der Westspitze, im Hafen von Vela Luka angelegt hat. Dann werden auch gleich die Fahrräder von Bord genommen und wir können unsere lange Tour in Angriff nehmen.
Heute steht die längste Tour der ganzen Woche auf dem Plan. Von West nach Ost durchqueren wir die Insel, unser Endziel ist die Stadt Korcula. In den Städten machen wir jeweils kurze Pausen, um Toiletten Stopps und Getränke nachzufüllen. Wir übersteigen Berge und haben dabei wunderschöne Ausblicke auf die Nachbar Inseln und auf das Meer, wir haben rasante Abfahrten, die allen Radfahren grundsätzlich viel Freude und Adrenalin gibt. Leider haben wir in der Gruppe, bei einer der Abfahrten einen Unfall. Eine unserer Gäste kommt beim Bremsen in der Gruppe Zufall und überschlägt sich über den Lenker. Der Schreck ist bei allen groß, es sieht schlimm aus und der gerufene Krankenwagen kommt. Aber Gott sei Dank am Ende des Tages, nach ausführlichen Untersuchungen im Krankenhaus kann sie wieder zu uns zurück aufs Schiff kommen und hat keine ernsthaften Verletzungen. Aber Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper die sie die nächsten Tage vom Fahrradfahren abhalten werden. Wir anderen machen uns nochmal bewusst wie schnell es beim Fahrradfahren auch zu einem Unfall kommen kann, nehmen wir uns vor bei Abfahrten noch achtsamer zu sein.
Am späten Nachmittag kommen wir am Hafen in Korcula an unser Schiff, es hat schon angelegt und wartet auf uns. Zur Freude aller hat der Koch schon ein superleckeres 3 Gänge Menü für uns gekocht und wir sitzen direkt von den Fahrrädern ab, hinein an den gedeckten Tisch, denn der Hunger ist mittlerweile sehr groß geworden. Wir haben eine lange ausgiebige Radtour mit 63 Kilometern und über 1000 Höhenmetern hinter uns und kommen verspätet um 15:30 Uhr am Schiff an und genießen nun ein sehr spätes Mittags- oder ein frühes Abendessen.
Den Abend verbringen wir alle in der verwinkelten kleinen Inselstadt Korcula beim Schlendern durch die engen Gassen und genießen die Ausblicke von der Insel und suchen uns dann ein schönes Weinlokal, um den berühmten und leckeren Rotwein hier zu kosten. Den restlichen Abend lassen wir noch bei einem letzten Drink auf dem Heck des Schiffs ausklingen.
Nationalpark Mljet
Etwas süd-östlich von Korcula befindet sich die Insel Mljet, sie ist seit 1960 einer der 8 ausgewiesenen Nationalparks in Kroatien. Den heutigen Tag wollen wir auf dieser Insel verbringen.
Jedoch bekamen wir eine Wetterwarnung das wir mit hohem Seegang und Regen an diesem Nachmittag und in der Nacht rechnen müssen. Es handelt sich um den Südwind Jugo der in die Adria von Süden kommend bläst und über die gesamte Länge der Adria die Wellen zu hohen Bergen aufbauen lässt. Diesem Problem wollte der Captain natürlich entgehen, deswegen legen wir zeitig am Morgen von Korcula ab, um möglichst bald die Radtour auf Mljet zu machen. Der Plan ist, dass wir heute die Insel des Nationalparks schon am frühen Nachmittag wieder verlassen, um an einem geschützten Hafen etwas weiter nördlich, das Wetter abzuwarten.
Wir starteten unsere Radtour im Nationalpark Mljet gleich am Morgen, machen dann den ersten längeren Stopp an dem großen Salzwassersee der Insel und setzten mit einem kleinen Boot über auf die dort im See befindlichen Klosterinsel. Das Kloster liegt in einem verwunschenen Klostergarten mit vielen besonderen Pflanzen, die jetzt im Frühling alle eine schöne Blüte zeigen. Von der Klosterinsel aus kann man hier im See auch gut baden, durch die geschützte Lage ist der See gut 4 bis 5 Grad wärmer als das umliegende Meer. Unsere Margit nimmt tatsächlich wieder die Chance wahr und dreht einige genüssliche Runden in dem frischen Wasser mit klarer Sicht bis auf den Meeresgrund.
Zurück zum Anleger der kleinen Fähre die uns zu den Fahrrädern bringt. Wir umrunden den See komplett, genießen die Landschaft und haben immer wieder schöne Blicke auf die Klosterinsel und einzelne Brücken, die es ermöglichen den Weg, um den langen See abzukürzen. Nach zirka 20 Kilometern kehren wir zurück zum Schiff, schnell werden die Fahrräder verladen und dann legt der Captain auch schon ab. Wir schaffen es noch rechtzeitig in den Schutz der südlich gelegenen Inseln zu gelangen, um dem Wind und den Wellen des Jugos zu entgehen.
Während das Schiff sich in sichere Gewässer bewegt, nehmen wir eine Weinprobe im Salon, ergänzt mit einer Verkostung von kroatischem Olivenöl. Die Qualität des lokalen Olivenöls ist sehr überzeugend, und die erklärenden Worte berichten von dem Stolz der Erzeugerfamilien auf ihr eigenes Olivenöl, das über mehrere Jahrzehnte hinweg gepflegt wird.
Wir verbringen einen geruhsamen Nachmittag und Abend an der Insel Podgorje, machen einen ausgiebigen Spaziergang an der Uferpromenade und finden tatsächlich noch ein Lokal, um einen schönen kroatischen Rotwein zu genießen.
Über den östlichen Teil der Insel Brac
Der heutige Tag beginnt wie gewohnt mit dem ersten Kaffee und einem Frühstück im Salon, aber draußen haben wir starken Regen so das erst einmal das Schiff hier im Hafen liegen bleibt und wir abwarten, wie sich die Wetterlage weiter verändert. Für einige ist es eine willkommene Pause und sie nutzen die Zeit, um sich auszuruhen von den letzten Tagen die doch ziemlich getaktet waren. Die anderen treffen sich oben an Deck wir tauschen Reiseerfahrungen aus, beschäftigen uns mit Ratespielen und Black Stories.
Am späten Vormittag trifft der Kapitän die Entscheidung das wir für den Nachmittag weiterfahren zur Insel Brac und das Ziel ist der Ort Sumartin.
Während der Überfahrt hatten wir zwar einen kräftigen Wind, jedoch war die Sonne angenehm warm, so dass sich einige von uns oben auf dem Sonnendeck, an einem Platz mit Windschutz, sehr wohl fühlten.
Die Radtour für heute ist erst nach dem Mittagessen geplant, so konnten wir nach der Ankunft in Sumartin noch ein wenig die Stadt erkunden und in dem kleinen Supermarkt schauen, was man noch gebrauchen kann.
Nach einem fahrradtauglichen, kleinen Mittagessen machen wir uns dann alle bereit einen Teil der Insel Brac zu überqueren. Wir verlassen den Ort, und sehr bald beginnt ein langer Anstieg hinauf zu dem Ort Gomji Humac der auf einer Höhe von 450 Metern über dem Meer liegt. Hier machen wir eine Pause im Ort, entweder bei einem Kaffee oder einem Kurzrundgang im Ort.
Dann gehen wir den zweiten Teil der Tour an, wir wollen an die Ostküste von Brac in die Stadt Pucisca, wo unser Schiff nun auch angekommen ist und auf uns wartet. Die zuvor hochgefahrenen Höhenmeter müssen wir nun nach unten über die Serpentinen mit wunderschönem Ausblick auf das Meer und die benachbarte Inselwelt.
Für heute Abend ist das Kapitänsdinner angesagt, der Salon ist dafür umfangreich eingedeckt und die Mannschaft hat sich fein herausgeputzt. Da dürfen wir nicht zurückhalten, jeder findet noch ein frisches Hemd oder hat speziell für diesen Abend ein Kleid eingepackt. Es wird ein schöner Abend mit Ansprache des Käptens, mit kroatischen Liedern, einem leckeren 4 Gänge Menü und anschließend Musik und Tanz am Ende des Abends. Wir bekommen einen guten Einblick wie die Kroaten feiern können und das ist für uns ansteckend. Neben unserer deutschen Radgruppe befinden sich unter den Gästen auch noch ein Freundeskreis aus Singapur, ein Paar aus Belgien, 4 Personen aus Slowenien und einige Franzosen. In der Zwischenzeit sind wir alle sehr gut zusammengewachsen und an diesem Abend auf der Tanzfläche haben wir alle zusammen viel Spaß.
Der westliche Teil der Insel Brac
Leider hat sich die Wetterlage noch immer nicht beruhigt, wir haben an diesem Morgen auch wieder starken Regen, so dass die Entscheidung getroffen wird, erst einmal am Vormittag keine Radtour zu machen. Jedoch benötigt der Kapitän für sein Schiff neuen Treibstoff, und wir legen deshalb ab und fahren zum Festland, dort wartet ein Tankwagen auf das Schiff. Eigentlich wollte der Captain diese Aktion während unserer Radtour erledigen, aber die ist ja nun heute Morgen ausgefallen. Wir gehen dann mit dem Schiff zurück zur Insel Brac aber diesmal an die nord-westliche Seite der Insel und legen an dem Ort Supetar an.
Während dem Mittagessen lässt der Regen deutlich nach und somit fassen wir den Entschluss am Nachmittag unsere geplante Radtour über die Insel bis nach Milna durchzuführen.
Für 15:00 Uhr machen wir uns alle abfahrtsbereit, die Fahrräder werden abgeladen und an den Kai gestellt, und dann geht es los. Die ersten 8 km flach an der Küste entlang bis zur Stadt Sutivan. Hier machen wir einen Stopp und können uns hier etwas umschauen bevor wir weiter fahren, weg von der Küste über die Berge der Insel bis zur Westseite der Insel Brac zu dem schönen Ort Milna. Die Überquerung der Berge war heute nicht so fordernd wie die vorigen Tage, der höchste Punkt der Tour lag heute bei 316 hm. Hier am Hafen hat schon unser Schiff festgemacht und nun mit gewohnter Prozedur wechseln wir von den Fahrrädern auf das Schiff, machen uns frisch und wollen keine Zeit, verlieren bei dem inzwischen schönen Wetter, die Stadt Milna zu besichtigen. Wir schlendern an einer malerischen Hafenpromenade vorbei, im ersten Teil liegen die Arbeitsschiffe der lokalen Fischer, weiter hinten ist der Yachthafen. Einige von uns wollen gern kroatisches Olivenöl direkt beim Bauern kaufen, dafür haben wir von David eine Adresse bekommen, die wir aufsuchen. Der Verkaufsraum ist über und über mit Produkten gefüllt. Im Hintergrund stehen Weinfässer und vorne ist das Thema Olivenöl präsent. Der sprachbegabte Landwirt wechselt fließend von Englisch auf Deutsch oder Polnisch beeindruckend, wie er die internationale Kundschaft beraten kann. Er füllt uns die gewünschten Olivenflaschen von einem großen Olivenölbecken, über einen Trichter direkt in die Flaschen. Also frischer kann man sein Olivenöl nicht nach Hause tragen.
Zufrieden mit dem Einkauf suchen wir im hinteren Teil des Hafenviertels ein Restaurant auf, dessen Wirt uns sehr sympathisch mit seinem frisch gefangenen Fisch überzeugt und wir entschließen uns zu Dorade und Kalamari begleitet mit leckerem Wein und haben meinen wunderschönen gemeinsamen Abend.
Zurück zum Hafen von Trogir
Wir haben die Nacht im Hafen von Supetar auf der Insel Brac verbracht. Doch schon am frühen Morgen, lange vor dem Frühstück legt der Kapitän ab und bringt uns in den Hafen von Trogir. Nun ist die Wetterlage wieder stabil und wir können wie geplant gleich am Morgen nach dem Frühstück uns auf eine schöne Radtour freuen. In einer langen Kolonne verlassen wir den Hafenbereich, schlängeln uns durch die kleine Stadt und überqueren die Brücke zur nahegelegenen Insel Ciovo. Dann geht es flach entlang der Küste, bis zu der Stadt Okrug Gornji. Nach einem kurzen Stopp in der Stadt, wenden wir uns von der Küste ab und steigen wie gewohnt eine Passstraße zum Zentrum der Insel hinauf. Nach einer Strecke von 6 Kilometern erreichen wir die Höhe von 260 Metern, und haben wieder einen schönen Rundumblick über die Insel und das nahegelegene Festland. Auch hier gibt es wieder die Gelegenheit eine Rast bei einem Kaffee zu machen, anschließend hören wir noch einen Informationsvortrag über die Geologie und die Fauna der umliegenden Inseln, die man von hier oben sehr gut betrachten kann.
Als nächstes nehmen wir die Abfahrt hinunter in die Stadt Slatine, direkt am Meer. Von hier folgen wir der Küste in westliche Richtung zurück nach Trogir und kommen am späten Mittag an unserem Schiff an.
Am Nachmittag haben wir Freizeit und die Gelegenheit die nahe gelegene Altstadt mit den super schmalen Gässchen zu erkunden. Im Zentrum der Stadt befindet sich die berühmte Kathedrale des heiligen Laurentius, aus dem 13.Jh. Ganz in der Nähe diese Kathedrale verabreden wir uns für ein gemeinsames Abschiedsessen, in einem Innenhof eines kleinen Restaurants, etwas abseits der vielen Besucher, finden wir Platz in einer langen Tafel und können uns noch mal gemeinsam die letzten Tage dieser Radreise vor Augen führen. Auf dem Rückweg zum Schiff verlieren wir uns in dem Labyrinth der vielen Gassen, aber schlussendlich finden wir wieder am Schiff zusammen und machen den Abschluss bei einem letzten Glas Wein auf dem Deck. Morgen werden wir das Schiff verlassen und uns von liebgewonnenen Reisefreunden trennen müssen. Schon morgens um 8 geht der Transfer zum Flughafen für die Gruppe, die zurück nach Berlin fliegt.
Abschied und Heimreise
Heute Morgen ist sehr viel Bewegung auf dem Schiff. Gleich nach dem Frühstück wird schon die erste Gruppe zum Flughafen gebracht, der Minibus kommt bis fast an das Schiff gefahren, wir verabschieden alle Gäste, die zurück nach Berlin fliegen.
Die Crew des Schiffs ist damit beschäftigt die Kabinen zu reinigen, das Schiff mit neuem Material auszurüsten und alles vorzubereiten damit nach dem Mittag das Schiff, mit neuen Gästen erneut auslaufen kann. Wir deponieren unser Gepäck am Bug des Schiffes und machen einen letzten Spaziergang in die Altstadt, einen Stopp in der Gelateria neben der Kathedrale und dann geht auch unser Transfer zum Flughafen nach Split. Nach dem Einchecken am Flughafen heißt es Abschied nehmen, nun trennen sich unsere Wege und jeder begibt sich zu seinem Abfluggate.
Die meisten von uns machten das erste Mal eine Radkreuzfahrt. In der Eberhardt Reisegruppe hatten wir eine nette Gemeinschaft gebildet, in der sich jeder wohlfühlen konnte. Eingebettet in die internationale Zusammensetzung des Schiffs hatten wir überraschend viel Spaß mit den anderen Gästen, besonders mit der Reisegruppe aus Singapore. Die englische Sprachbarriere wurde jeden Tag etwas kleiner.
Ich bin sehr froh, dass der Radunfall für Birgit ohne Folgen blieb und hoffe, dass sie sich bald wieder komplett davon erholt. Wir haben uns alle in der netten Radsportgruppe sehr wohl gefühlt und ich bedanke mich bei allen für ein harmonisches Miteinander.
Ich würde mich freuen den einen oder anderen von euch auf einer meiner nächsten Reise wieder begleiten zu dürfen.
Euer RB Jürgen Müller
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