Madeira– die portugiesische Insel des ewigen Frühlings
Reisebericht: 20.04. – 27.04.2026
Diese Reise führt uns in ein vulkanisches Paradies mit subtropischem Klima, bekannt für üppige Blumenpracht, dramatische Steilküsten und steile grüne Berge.
Ein Reisebericht von
Carola Gastmeier
Flug nach Funchal
Aus verschiedenen Richtungen trifft die Reisegruppe heute in Funchal, der Hauptstadt Madeiras ein. Einige starten bereits sehr zeitig am Morgen und haben dementsprechend viel Zeit, die Stadt schon auf eigene Faust zu erkunden.
Alle beziehen wir nach und nach das wunderschöne Hotel TURIM Santa Maria und am frühen Abend treffen wir uns gemeinsam zur Vorstellungsrunde und zum Absprechen des organisatorischen Ablaufs der Reise. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe, die mit viel Freude und großen Erwartungen die Reise startet. Wir lernen auch Hilarius kennen, der uns den Ablauf der Woche erklärt und Fragen beantwortet.
Danach erwartet uns ein gemeinsames Abendessen, wo wir viel Gelegenheit haben, uns näher kennenzulernen.
Nach dem 3 Gänge Menü bleiben wir nicht mehr allzu lange sitzen. Alle sind von dem langen Tag müde und verabschieden sich.
Funchal mit Markthalle, madeirischem Wein und wilder Küstenlandschaft
Nach einer erholsamen Nacht und dem reichhaltigen Frühstück des Hotels starten wir um 9 Uhr mit dem Bus zum botanischen Garten, der oberhalb Funchals liegt. Auf dem Weg dorthin bekommen wir interessante Informationen über die Stadt und wie wir uns am besten orientieren können.
Angekommen im botanischen Garten bewundern wir erstmal die herrlichen Lage und die stufenförmige Anlage. Paula, unsere örtliche Reiseleiterin erklärt uns viele Pflanzen und deren Bedeutung.
Obwohl wir stundenlang dort bummeln könnten, verlassen wir diese herrliche Anlage zugunsten des nächsten Programmpunktes, der Weinverkostung des berühmten madeirischen Weines. Er wird zur Haltbarmachung mit Schnaps vermischt und dann auf 45 Grad erwärmt, wo er anschließend ein viertel Jahr in Palisanderfässern gelagert wird. Dadurch bekommt er seinen vollen Geschmack und die Prozente. Aus den Kernen und der Haut der Weintrauben macht man dann Grappa.
Bei der Weinverkostung können wir uns von der guten Qualität des Weines überzeugen.
Es gibt noch eine zusätzliche Überraschung von der Reisebegleiterin Carola. Wir probieren jeder ein Stück Honigkuchen, welcher für Madeira typisch ist.
Anschließend geht es zur Markthalle, wo uns Paula in die Welt der Blumen, Obst und Gemüse, sowie die einheimischen Fische einführt. Wir bekommen einen guten Überblick über regionale Produkte und haben anschließend Freizeit, um etwas zu probieren und uns für den Nachmittag zu stärken.
Nach dem Mittag geht es weiter zu einer gigantischen Felsküste bei Gabo Girao. Über die Steilküste wurde ein Skywalk gebaut, auf dem wir unter unseren Füßen in den Abgrund schauen können. Gleichzeitig bekommen wir einen schönen Überblick über die Küstenlandschaft.
Danach fahren wir in Serpentinen hinab zur Küste in das beschauliche Fischerdorf Camera de Lobos. Hier ließ sich schon Winston Churchill inspirieren, dessen Bronzestatue wir auch bald entdecken.
Der Ort liegt malerisch in einer Bucht, die von steilen schwarzen Felsen umgeben ist und wo bunte Fischerboote im Hafen liegen. Im Ort gibt es viele kleine Kneipen und unsere Reisebegleiterin Carola hat wieder eine kleine Überraschung. Für jeden gibt es einen Poncha, ein traditionelles alkoholisches Getränk von der portugiesischen Insel Madeira, das aus Aguardente de Cana (Zuckerrohrschnaps), Honig und Zitronen- oder Orangensaft besteht. Der kräftige Cocktail wird oft mit einem speziellen Holzquirl (Caralhinho) zubereitet, hat etwa 25 % Alkoholgehalt und wird für seinen frisch-süß-säuerlichen Geschmack geschätzt. Er bekommt uns sehr gut und Paula versichert uns, dass er auch zu unserer Gesundheit beitragen wird.
Gut gelaunt verlassen wir das Lokal und treten die Heimreise zum Hotel an.
Für den Abend ist bereits ein Tisch in der berühmten Straße Rua de Santa Maria reserviert. Gemeinsam nehmen wir unser Abendessen ein und haben viel Spaß und gute Unterhaltung zusammen.
Wanderung entlang der Levada von Marocos
Heute treffen wir uns wieder 9.00 Uhr zur Abfahrt. Es steht eine fakultative Wanderung auf dem Programm, an der fast alle teilnehmen.
Unsere Fahrt geht bis ins malerisch gelegene Machico, von wo aus wir entlang der typischen Levada Bewässerungskanäle laufen. Es begleiten uns eine üppige Natur und viele Blumen.
Im Sonnenschein sieht alles farbenprächtig und freundlich aus. Die Wanderung ist einfach und viel zu schnell vorbei. Zum Schluss erfrischen und stärken wir uns in einem kleinen Café und fahren zum Hotel zurück.
Da der Nachmittag zur freien Verfügung steht, kann jeder seinen Bedürfnissen und Wünschen nachgehen. Einige wollen die Stadt genauer entdecken und andere fahren mit der Seilbahn auf den Berg Monte.
Am Abend treffen wir uns wieder an der Rezeption zum gemeinsamen Abendessen. Diesmal stehen Espetatas, traditionelle Fleischspieße auf dem Menü, die auf Lorbeerzweigen gegrillt werden. Dazu gibt es Knoblauchbrot und Polenta.
Es ist sehr lecker.
Ausflug in den Osten Madeiras mit Wanderung zum Pico Ruiva
Heute früh geht es etwas zeitiger los, denn wir haben ein volles Programm, was bis zum späten Nachmittag dauern wird.
Als erstes fahren wir ins Gebirge bis zur Spitze des Berges Pico do Arieiro,
der 1800 m hoch ist. Da wir heute klaren Himmel und Sonnenschein haben, können wir bis nach Porto Santo schauen, aber auch der Adlerfelsen, das Nonnenal und die zerklüftete Landschaft beeindrucken uns sehr. Wir haben etwas Zeit, um Fotos aus allen Perspektiven zu machen und treffen uns danach am Bus wieder.
Nun fahren wir nach Ribeiro Frio, wo wir einen kurzen Stopp einlegen. Es gibt Souvenire, einen idyllisch gelegenen Wasserfall und Getränke.
Anschließend geht es an der gemütlichen Stadt Santana vorbei bis zum Pico de Ruivo. Hier wird es etwas abenteuerlich, denn wir unternehmen eine Wanderung, die uns von 1580m auf 1862m führen wird.
Der Weg ist steinig, aber gut ausgebaut und bietet uns wunderschöne Ausblicke in die bizarre Felsenwelt. Den letzten Gipfel lassen wir weg, da Nebel aufzieht. Trotzdem war es eine sehr schöne und etwas anspruchsvolle Wanderung bei herrlichem Sonnenschein.
In Santana legen wir eine wohlverdiente Mittagspause ein und fahren gestärkt zum Aussichtspunkt Pico de Facho. Von hier reicht der Blick weit über die Ostspitze Madeiras bis zum tiefblauen Atlantik.
Erst 18 Uhr kommen wir am Hotel an und kehren zum Abendessen in einer der schönen Restaurants in der Altstadt ein.
Nonnental und Wanderung nach Monte– Kräutergarten– Spezialitäten Abendessen
Morgens fahren wir zuerst zu einem bekannten Aussichtspunkt Eira do Serrado, der auf 1050 m Höhe liegt. Unter uns liegt das Nonnental und der Adlerfelsen und wieder bekommen wir einen Einblick in die überwältigende Berglandschaft dieser Insel. Bei sonnigem Wetter haben wir einen Rundblick bis zum Tal und hören den Fluss rauschen, der sich dort unten durchschlängelt.
Danach geht es mit unserem Bus eine aussichtsreiche Panoramastraße entlang nach Monte. Unser Busfahrer schlängelt sich geschickt zwischen Abgrund und Gegenverkehr durch und wir fiebern mit ihm mit.
In Monte besichtigen wir die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte, die im Barockstil erbaut wurde und ein wichtiges Pilgerziel ist. Hier ruht auch der letzte Kaiser Österreichs, Karl der 1.
im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, mit den berühmten Korbschlitten zu fahren. Einige von uns wagen sich, die rasante Talfahrt zu unternehmen und bekommen einen Einblick in frühere Zeiten, wo er ein ganz normales Transportmittel für die Dinge des täglichen Lebens war. Wir finden, die Fahrt hat sich gelohnt und treffen uns alle für die Weiterfahrt zur geplanten Wanderung. Bevor wir diese beginnen, gibt es erstmal zur Stärkung von unserer Reisebegleiterin einen Kirschlikör, der in der Region hergestellt wurde. Er schmeckt allen und tut gut nach der aufregenden Schlittenfahrt.
Die Wanderung führt uns an Levadas zwischen vielen Blumen in aussichtsreicher Höhe entlang.
Es duftet vor allem nach Eukalyptus und wir sammeln deren Samen, weil uns Paula erklärt, dass sie auch in Räumen ihren Duft entfalten. Wir bekommen viele weitere endemische Pflanzen erklärt.
Danach geht es in einen herrlichen Kräutergarten, der sich an einem geschmackvoll angelegten Hotel befindet. Doch vorher gibt es zur Stärkung noch Kuchen und Kräutertee.
Zufrieden kehren wir zum Hotel zurück und bereiten uns auf das heutige Abendessen vor.
Es wurde eine Gaststätte in der Altstadt reserviert, in der wir den schwarzen Degenfisch, den es nur hier gibt probieren wollen.
Sie liegt am Meer und wir genießen nicht nur das leckere Essen, sondern auch den Sonnenuntergang am Meer.
Zu den Gärten Madeiras
Der heutige Tag ist dem Thema Blumen gewidmet. Am Vormittag haben wir die Möglichkeit, zuerst den großzügig angelegten „Blandys Garten“ zu besichtigen.
Er liegt auf einer Anhöhe östlich von Funchal und ist Teil einer der größten und prächtigsten Quintas (Gutshöfe) der Insel Madeira. Der Palheiro Garten ist berühmt für seinen botanischen Reichtum und seine wunderschönen Landschaften. Wir sind fast die einzigen Gäste und genießen die Stille und die Düfte.
Danach fahren wir zu einem der größten Orchideengärten, Quinta da Boa Vista.
Das historische Anwesen der Quinta und der Orchideengarten sind seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Garton und werden jetzt von Patrick Garton in der Gemeinde Santa Maria Maior betrieben. Wir erfahren interessante Fakten über die Orchideenzucht und erfreuen uns an den Blüten und Düften der Pflanzen.
Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Ein großer Teil der Gruppe unternimmt einen 5 km lange Spaziergang nach Câmara de Lobos. Die Promenade führt immer am Meer entlang und nach einer Stärkung geht es mit dem Bus zurück.
Ein gelungener Tag geht zu Ende.
Ribeira Brava– Wanderung im Lorbeerwald Fanal– Porto Moniz– Sao Vicente
Heute brechen wir wieder etwas zeitiger auf, denn ein umfangreiches Programm liegt vor uns.
Wir fahren zuerst zum beschaulichen Ort Ribeira Brava, der am Meer liegt. Hier wird gerade einiges für das bevorstehende Blumenfest vorbereitet. Es gibt schöne Fotomotive für uns.
Dann geht es auf die Hochebene
Paul da Serra, wo wir auf 1400m Höhe eine kleine Wanderung starten.
Hier ist die Landschaft etwas karger und wird von niedrigen Gewächsen und grünem Gras bestimmt. Auch Kühe fühlen sich wohl. Unser Weg führt uns bis zum Lorbeerwald, der zum UNESCO Weltnaturerbe zählt. Die Wolken ziehen so niedrig vorbei, dass wir den Wald im Nebel erleben dürfen, was ein mystisches Bild ergibt.
Danach geht es weiter an die Nordostküste zum wunderschönen Ort Porto Moniz.
Hier sieht man sehr genau, wie die Lava ins Meer geflossen ist. Die schwarzen Felsen bilden einen wunderschönen Kontrast zum blauen Wasser und den weißen Häusern. Wir laufen die Promenade entlang und haben auch die Gelegenheit, in den sehr natürlich angelegten Meeresschwimmbecken zu baden.
Jeder verbringt seine Mittagsrast nach eigenen Wünschen.
Am Nachmittag fahren wir entlang der Nordküste zurück Richtung Funchal. Es gibt noch einen Stopp bei einem gewaltigen Wasserfall und danach schauen wir uns den Ort Sao Vicente an, der etwas verborgen hinter einer Felwand liegt. Dies diente einst zum Schutz gegen die Piraten.
Am Abend wurde uns ein 3 Gänge Menü im Hotel serviert . Wir genießen das letzte Zusammensein bei leckerem Essen.
Dann heißt es Abschied nehmen. Es fällt allen nicht leicht, weil wir die Reise noch gerne fortgesetzt hätten und wir zu einer lustigen Gruppe zusammengewachsen sind, die sehr viel Spaß gemeinsam hatte. Auch Paula und unser Busfahrer haben zum Gelingen beigetragen.
Wir werden Madeira in bester Erinnerung behalten und kommen vielleicht noch einmal wieder.
Rückflug nach Deutschland
Nach einem letzten Frühstück treten alle die Heimreise an. Einige fliegen schon etwas früher nach Leipzig, andere erreichen ihre Heimatorte später.
Der Rückflug verläuft zum Glück ohne Probleme und pünktlich für alle.
Madeira, dieses grünes Paradies im Atlantik, bekannt als „Blumeninsel“, mit seinem milden Klima und viel Sonnenschein hat uns in seinen Bann gezogen.
Die Insel begeisterte uns mit spektakulären Steilklippen wie Cabo Girão, mystischen Lorbeerwäldern (Fanal) und vulkanischen Badebecken in Porto Moniz. Ideal für Wanderer, Naturliebhaber und Genießer, bietet die Insel eine atemberaubende Kulisse, traumhafte Aussichtspunkte und eine charmante Hauptstadt, Funchal.
Dies alles durften wir in einer kleinen lustigen Gruppe erleben. Wir werden diese schöne Zeit nie vergessen.
Vielleicht kommt der eine oder andere noch einmal zurück.
Auf jeden Fall haben wir die Heimreise mit Sonne im Herzen und guten Erinnerungen angetreten.
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