Zum Hauptinhalt springen ... Alle Themen & Ziele
  (03 52 04) 92 112 / Mo – Fr: 07:00 – 19:00 Uhr + Sa: 10:00 – 15:00 Uhr
Eberhardt TRAVEL GmbH
Testsieger 2025
Banner-Hero

Madeira – Die Blumeninsel im Atlantik

Reisebericht: 01.06. – 08.06.2026

Eine unvergessliche Reise zwischen Meer, Bergen, Genuss und gemeinsamen Erlebnissen.

Rebecca Biegert

Ein Reisebericht von
Rebecca Biegert


Willkommen auf Madeira

Heute startet unsere gemeinsame Reise nach Madeira (sprich: Mad-ei (wie das Hüherei)-ra). Die Gäste reisen aus verschiedenen Richtungen an, der Großteil der Gruppe trifft sich aber mit der Reisebegleitung am Flughafen in Leipzig. Die Anreise aus Leipzig war schon ein echtes Erlebnis. Während der Gepäckaufgabe am Check-In Schalter bleibt das Gepäckband stehen. So muss die Gruppe ihr Gepäck mitnehmen und bei der Gepäcksonderabfertigung aufgeben. Als die Gruppe anschließend zur Sicherheitskontrolle geht und davor ihren Boarding Pass scannen muss bemerkt die Reisebegleitung, dass sie einen doppelten Boarding Pass bekommen hat. Also geht die Gruppe alleine durch die Sicherheitskontrolle und die Reisebegleitung zurück zum Check-In Schalter für den richtigen Boarding Pass. Doch auch diese Schwierigkeit wird gut gemeistert. Die Reisebegleitung trifft dann wieder auf die Gruppe am Gate, pünktlich zum Boarding.
Gemeinsam fliegen wir ca. 4,5 Stunden nach Madeira. Nach der Landung und dem Abholen des Gepäcks werden wir schon von unserer Reiseleitung Fátima, von der Agentur Travel One, in der Ankunftshalle erwartet. Am Bus werden wir von unserem Busfahrer Brito, sowie dem Chef der Agentur Hilario, herzlich in Empfang genommen. Durch den Abendverkehr, einer Baustelle und einer Panne unterwegs fahren wir etwas länger als geplant zu unserem Hotel Vila Baleira. Dort angekommen treffen wir auf zwei weitere Gäste der Reisegruppe, die jeweils aus München und Hamburg angereist sind. Der letzte Gast aus Düsseldorf hatte Verspätung und sollte am Abend eintreffen. Nach einer Vorstellung unseres Ablaufs der Reise beziehen die Gäste ganz schnell ihr Zimmer und wir treffen uns an der Rezeption, um gemeinsam zum Abendessen im Nachbarhotel, Hotel Allegro, zu gehen. Dort bekommt auch die Reisebegleitung die Nachricht, dass der letzte Gast aus Düsseldorf aufgrund der starken Winde nicht auf Madeira landen konnte und der Flug nach Teneriffa umgeleitet wird. Beim gemeinsamen Abendessen werden erste Bekanntschaften geschlossen. Einige Gäste gehen nach dem Abendessen auf ihr Zimmer, um sich von dem langen Anreisetag zu erholen, während andere im Supermarkt einkaufen oder die Gegend rund um das Hotel bei einem ersten Spaziergang erkunden.

Altstadtspaziergang, Markthalle, Blandy’s Wein Lodge, Botanischer Garten, Câmara de Lobos, Cabo Girão

Nach dem Frühstück trifft sich die Gruppe mit der Reiseleitung Fátima an der Hotelrezeption. Dort werden Kopfhörer für die heutige Stadtführung ausgegeben und getestet. Anschließend beginnt der Ausflug des heutigen Tages. Wir fahren mit unserem Bus in die Innenstadt von Funchal (sprich: Funschal), die rund 105.000 Einwohner zählt. Bei einer Stadtführung erhalten wir erste Eindrücke der Altstadt. Nach der schweren Überschwemmung am 20. Februar 2010 wurde die Altstadt durch das Kunstprojekt „Arte de Portas Abertas“ neu belebt. Ab April 2011 begannen Künstler, die Türen der Altstadt bunt zu bemalen, sodass heute zahlreiche kreative Kunstwerke in den Gassen zu finden sind. So schlendern wir gemütlich durch die engen Gassen und bewundern die Kunstwerke an den Türen. Unser Spaziergang endet an der Markhalle, die wir anschließend gemeinsam besichtigen. Wir lernen über die exotischen Früchte, die dort verkauft werden und sehen die ersten Blumen auf Madeira. Wer möchte, kann hier einige Blumenzwiebeln als Andenken mit nach Hause nehmen. Ebenso besichtigen wir die große Fischhalle am Ende der Markthalle. Hier wird vor allem der Schwarze Degenfisch, eine Spezialität aus Madeira, typisch mit Maracujasoße und Banane serviert, angeboten. Im Anschluss haben die Gäste Zeit, die Markthalle noch eigenständig weiter zu erkunden.
Danach geht es weiter zu unserem nächsten Programmpunkt, der Blandy’s Wein Lodge. Unterwegs gehen wir durch die Innenstadt vorbei an der Kirche Sé Catedral do Funchal, die wir ebenfalls besichtigen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich die Wein Lodge. Hier lernen wir über den landestypischen Madeirawein. Gegründet wurde das Unternehmen 1811 von John Blandy und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Die Lodge gehört zu den bekanntesten und traditionsreichsten Weinhäusern der Insel. Madeirawein ist ein Likörwein, bei dem die Gärung durch die Zugabe von Weindestillat gestoppt wird. Dadurch bleibt ein Teil des natürlichen Restzuckers erhalten und der Wein erreicht einen höheren Alkoholgehalt, von 17-22%. Anschließend folgt die für Madeira typische Reifung unter Wärmeeinfluss. Madeirawein wird als einziger Wein, neben dem Glühwein, zum Reifen erhitzt. Der Wein wird dabei in Holzfässern abgefüllt und reift langsam auf dem Dachboden, wo er den natürlichen Temperaturschwankungen der Insel ausgesetzt ist. Daneben gibt es auch eine schnellere Methode, bei der der Wein kontrolliert erhitzt wird. Selbstverständlich darf eine Kostprobe am Ende der Führung nicht fehlen und wir bekommen zwei verschiedene Weine gereicht.
Zurück am Bus fahren wir weiter in den botanischen Garten. Hier wachsen über 2.000 verschiedene Pflanzenarten aus verschiedenen Erdteilen. In den verschiedenen Bereichen des Gartens besichtigen wir den Bereich mit der einheimischen Flora, die ornamental gestalteten Beete, das Orchideenhaus und den Kakteengarten. Immer wieder eröffnet sich uns ein wunderschöner Panoramablick auf Funchal und die Bucht.
Unser nächster Programmpunkt ist das bekannte kleine Fischerdorf Câmara de Lobos an der Südküste. Bei einem Spaziergang entlang der malerischen Bucht wird uns schnell bewusst, weshalb das Dorf zur berühmten Kulisse für Winston Churchills berühmtes Gemälde wurde und auch als sein Lieblingsort auf Madeira bekannt ist.
Unser letzter Programmpunkt führt uns nach Cabo Girão, der höchsten Steilklippe Europas, die 589 Meter über dem Atlantik aufragt. Das Besondere ist die Aussichtsplattform mit dem Glasboden, dem Skywalk. Bei unserem Besuch wird die Steilküste jedoch von Wolken umhüllt und wir werden von einer Wolkenwand begrüßt. Somit können wir uns die schöne Aussicht nur mit sehr viel Fantasie vorstellen.
Am Nachmittag kommen wir zurück in unser Hotel, wo wir etwas Zeit zur freien Verfügung haben. Wir treffen uns am Abend an der Rezeption und gehen zum gemeinsamen Abendessen zur Leeno’s Bar & Restaurant.

Fakultativer Ausflug: Wanderung Levada dos Maroços & Fakultatives Abendessen

Heute stand ein fakultativer Ausflug auf unserem Tagesprogramm, an dem fast die ganze Gruppe teilgenommen hat. Bei der Hinfahrt sind wir unter der Flughafenlandebahn durchgefahren, die auf 180 Betonpfeilern ins Meer gebaut ist, mit einem jeweiligen Durchmesser von rund 3 Metern. Die Landebahn wurde ursprünglich mit einer Länge von 1.6 km gebaut. Durch die kurze Länge war es nicht allen Flugzeugen möglich, auf Madeira zu landen. Im Jahr 2000 wurde die Landebahn auf 2.8 km verlängert, sodass nun alle Flugzeugtypen landen können.
Angekommen an unserem Ausgangspunkt hat unsere Wanderung entlang der Levada von Maroços gestartet. Madeira wird von der zentralen Gebirgskette von Ost nach West durchzogen. Diese Kette bildet eine natürliche Barriere gegen die Winde. Dadurch entsteht ein niederschlagsreicher Norden (rund 3.500 mm im Jahr) und ein trockenerer Süden (ca. 700 mm im Jahr). „Levada“ kommt vom portugiesischen Verb „levar“ und wird übersetzt mit „mitnehmen“, also das Wasser mitnehmen. Levadas sind künstliche Bewässerungskanäle auf Madeira, die mit einem sehr sanften Gefälle Wasser aus den regenreichen Gebieten im Norden in den trockenen Süden transportieren. So können die Felder auch in der regenarmen Zeit von April-Oktober bewässert werden. Ebenso werden Elektrizitätswerke mit dem Wasser betrieben. Das Gesamte Levadanetz auf Madeira ist rund 2.000km lang.
Vorbei an gepflegten Ackerflächen, die auf Terrassenfeldern angebaut sind, wandern wir entlang der Levada im Machico-Tal. Hier wird Spinat, Avocado, Kartoffeln, Fenchel, Banane, Zuckerrohr, weiteres Obst und Gemüse und Blumen angebaut. Immer wieder eröffnet sich uns ein wunderschöner Blick über die Bucht von Machico (sprich: Maschiko). Nach rund 1.25 Stunden erreichen wir am Ende der 6.5 km langen Wanderung die Bar Jacaré, wo wir uns bei Kaffee und kleinen Snacks stärken. Danach erfolgt der recht steile Abstieg. Dort wartet schon unser Bus, der uns zurück ins Hotel fährt.
Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung. Einige Gäste ruhen sich auf den Zimmern aus, während andere die Gegend rund um das Hotel erkunden. Eine kleine Gruppe fährt mit dem Bus in die Stadt, um die bemalten Türen erneut zu bewundern und das belebte Treiben der Hauptstadt zu erleben. Danach besichtigt die Gruppe den Stadtpark Santa Catarina. Die kleine Pause wird auch genutzt, um von unserem Hotel nach Câmara de Lobos zu laufen. Der Weg schlängelt sich entlang der Küste und man erreicht das kleine Fischerdorf nach rund 1.5 Stunden.
Am Abend treffen wir uns an der Hotelrezeption und fahren zum fakultativen Abendessen in der Quinta Estancia. Hier können wir einige Spezialitäten des Landes probieren. Als Willkommen bekommen wir einen landestypischen Madeirawein. Dann startet unser Abendessen mit Boca de Toca, der regionalen Spezialität, Knoblauchbrot. Als Vorspeise wird uns eine Tomaten-Zwiebelsuppe mit pochiertem Ei serviert, der Sopa de tomate e cebola. Als Hauptgang werden klassische Espetada mit Polenta, Pommes und Salat gereicht. Espetada ist ein Rindfleischspieß, der mit Knoblauch, Meersaltz und Lobeerblättern gewürzt und über einer Holzkohleglut gebraten wird. Als Dessert durften wir ein fruchtiges Maracuja-Mousse genießen. Nach dem Abendessen bewundern wir noch die Aussicht über die leuchtende Stadt, die uns vom Restaurant aus eröffnet. Dann geht es nach einem schönen und geselligen Abend zurück ins Hotel.

Pico do Areeiro, Ribeiro Frio, Santana, Wanderung auf den Pico Ruivo & Machico

Unser heutiger Tag startet mit der Fahrt zum Pico do Areeiro (sprich: Pico do Are-ei (wie das Hüherei) -ro). Während der Fahrt lernen wir über das Schulsystem auf Madeira. Die Kinder besuchen hier auch eine Kita und einen Kindergarten. Die Einschulung erfolgt mit 6 Jahren und von der ersten zur vierten Klasse besuchen sie die Grundschule. Von der fünften bis zur neuen Klasse wird dann die Aufbauschule besucht. Darauf folgt Das Lyzeum bis zur 12. Klasse, das mit dem deutschen Gymnasium zu vergleichen ist.
Der Pico do Areeiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Berggipfel Madeiras. Ebenso ist er der höchste Berg, der mit dem Auto erreichbar ist. So können wir bequem bis ganz nach oben fahren. Neben einem Café befindet sich hier eine Militärradarstation, die wie ein großer Golfball aussieht. Wir haben an diesem Tag fantastisches Wetter und von der Aussichtsplattform bietet sich uns ein beeindruckender Panoramablick über das zentrale Bergmassiv Madeiras sowie der Nachbarinsel Porto Santo.
Nach vielen Bildern und atemberaubenden Aussichten geht es weiter nach Riberio Frio. Auf der Fahrt sehen wir am Straßenrand ein Beton-Iglu. Hier oben wurde Eis für die Hotels gelagert. Durch die Höhe des Berges und die damit einhergehenden kühlen Temperaturen waren eine gute Umgebung für die Lagerung des Eises. Die Arbeiter mussten das Eis schnell ins Tal runter tragen, da dieses erst unten gewogen wurde. Aufgrund der unebenen Wege und dem starken Gefälle gab es sehr viele Unfälle und Todesfälle.
Unser nächster Stopp ist Riberio Frio. Hier besichtigen wir eine Regenbogenfischzucht. Bei einem Kaffee können wir die Sonne genießen, bevor wir zurück zum Bus gehen.
Wir fahren weiter nach Santana. Die kleine Stadt an der Nordküste Madeiras ist bekannt für seine traditionellen strohbedeckten Häuser. Die Palhoças (auch Casas de Colmo) sind dreieckige Holzhäuser mit strohgedeckten Dächern, die fast bis zum Boden reichen. Küche und Badezimmer befinden sich dabei immer außerhalb des Strohdaches, sodass dieses geschützt bleibt. Heute existieren nur noch wenige belebte Strohhäuser, aber sie sind zu einem Postkartenbild Madeiras geworden.
Im Anschluss geht es weiter zu unserer heutigen Wanderung auf den Pico Ruivo, der mit 1.862 Metern der höchste Berg auf der Atlantikinsel ist. Wir fahren nach Achada do Teixeira, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Bei dem rund eineinhalbstündigen Aufstieg zum Gipfel des Berges bietet sich uns ein atemberaubender Panoramablick über den Wolken. Da der Aufstieg und der Abstieg der gleiche Weg ist, können die Gäste selbst entscheiden, wie lange sie gehen wollen. Der Großteil der Gruppe schafft es bis zur Hütte auf der Wanderung, während einige Mutige bis sich nach ganz oben auf den Gipfel wagen. Nach dem Abstieg trifft sich die ganze Reisegruppe wieder am Parkplatz und wir werden dort von unserem Bus abgeholt.
Auf unserer Rückfahrt vom Hotel legen wir noch einen kurzen Fotostopp ein. Von diesem haben wir einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Machico (sprich: Maschiko). Der gelbbraune Strand der Bucht ist einer der beiden künstlichen Strände der Insel. Der Sand wurde aus Marokko auf die Insel gebracht. Machico ist die zweitälteste Stadt Madeiras und gilt als der Ort, an dem die Geschichte der Insel begann. Hier erfahren wir über die Legende von Mchico, der Liebesgeschichte vom englischen Adelmann Robert Machim und der Adligen Anne d'Arfet. Da ihre Liebe von Annes Familie nicht akzeptiert wurde, flohen die beiden heimlich mit einem Schiff nach Frankreich. Während der Überfahrt gerieten sie jedoch in einen schweren Sturm und strandeten auf Madeira. Anne starb kurz nach ihrer Ankunft, und auch Robert überlebte den Verlust seiner Geliebten nicht lange. Der Name der Stadt Machico soll sich von „Machim“ ableiten und bis heute an diese tragische Liebesgeschichte erinnern.
Nach einem langen Tag kommen wir erschöpft zum Hotel zurück und treffen uns für das gemeinsame Abendessen im O Dragoeiro.

Nonnental, Wanderung nach Monte, Tee und Kuchen in der Quinta Splendida, Degenfisch–Abendessen

Aufgrund der engen Straßen auf unserem heutigen Ausflug werden wir nach dem Frühstück von einem kleinen Midibus abgeholt. Unser erster Stopp für den Tag ist das Nonnental. Auf der Fahrt erfahren wir über eines der markantasten Wahrzeichen Portugals, den Hahn von Barcelos. Einer Legende zufolge wurde ein unschuldiger Pilger in der Stadt Barcelos des Diebstahls beschuldigt und zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung beteuerte er seine Unschuld vor dem Richter. Als Beweis erklärte er, dass der bereits gebratene Hahn auf dem Tisch des Richters aufstehen und krähen werde. Tatsächlich erhob sich der Hahn und krähte, woraufhin der Richter seinen Irrtum erkannte und den Pilger retten ließ. Heute gilt der Hahn als Symbol für Glück, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit.
Angekommen am Aussichtspunkt Eira do Serrado auf 1.096 Metern bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Nonnental, Curral das Freiras. Das abgelegene Dorf ist von steilen Berggipfeln umgeben. Als französische Piraten 1566 die Insel angriffen und Funchal plünderten, flohen die Nonnen des Klosters Santa Clara in dieses schwer zugängliche Tal und fanden dort Schutz. Heute werden hier aufgrund der fruchtbaren Böden besonders viele Kastanien angebaut, aus denen regionale Spezialitäten wie Kastanienkuchen, Suppen oder Liköre hergestellt werden. Mittlerweile ist das Dorf auch durch einen Tunnel leicht zugänglich.
Unser nächster Stopp ist Curral dos Romeiros. Von hier startet unsere nächste Wanderung nach Monte. Wir laufen durch die grüne Waldlandschaft des Eukalyptuswaldes. Am Ende kommen wir an der kleinen Kapelle Capela de Nossa Senhora da Conceição an. Dann laufen wir weiter zur Wallfahrtkirche Igreja de Nossa Senhora do Monte. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist der Schutzpatronin Madeiras, der Jungfrau Maria von Monte, gewidmet. Jedes Jahr am 15. August pilgern Tausende Gläubige zur Kirche, um das Fest der Nossa Senhora do Monte zu feiern. Vor der Kirche führt eine eindrucksvolle Freitreppe hinauf, von der sich ein schöner Blick über Funchal bietet. Im Inneren befindet sich das Grabmal des letzten Kaisers von Österreich, Kaiser Karl I.
Als nächsten Programmpunkt stand eigentlich die berühmte Korbschlittenfahrt auf dem Plan. Durch die Ankunft zweier Kreuzfahrtschiffe an diesem Tag war allerdings die Wartschlange so lange, dass wir uns dazu entschlossen haben, nicht anzustehen. Dafür hat unser Busfahrer eine kleine Überraschung für uns geplant. Er hat uns auf der Strecke der Korbschlittenfahrt abgeholt und wir sind die gleiche Strecke, die auch die Korbschlitten fahren, mit dem Bus hinunter gefahren – es war fast so, als ob wir in einem Korbschlitten säßen. Zwischen Funchal und Monte gab es früher eine Zahnradbahn. Nach einem schweren Unfall wurde die Bahn eingestellt und seit 2000 mit einer Seilbahn ersetzt.
Am Nachmittag werden wir zu Tee und Kuchen in der Quinta Splendida eingeladen. Als wir dort ankommen, machen wir zuerst einen Spaziergang über die Anlage und deren beeindruckenden Garten. Von hier haben wir auch einen wunderschönen Blick auf den Atlantik. Zu Zitronengrass- oder Pfefferminztee bekommt jeder ein Stück Apfel-Wallnusskuchen und Schokoladenkuchen gereicht. Wir genießen unseren Nachmittag bei der schönen Aussicht, bevor wir zum Hotel zurückkehren.
Am Abend treffen wir uns an der Hotelrezeption und fahren gemeinsam in die Stadt für das heutige Degenfisch-Abendessen in der Cidade Velha. Als Vorspeise bekommen wir das landestypische Boco de Taco mit einer Gemüsesuppe mit einem Glas Madeirawein gereicht. Die Hauptspeise ist der Schwarze Degenfisch. Dieser ist eine der bekanntesten kulinarischen Spezialitäten Madeira wird mit gebratener Banane und Maracujasoße serviert. Das Abendessen wird musikalisch begleitet.

Fakultative Ausflüge: Orchideengarten und Blandy’s Garten, Atlantik–Festival

Heute steht wieder ein fakultativer Ausflug auf dem Programm, an dem der Großteil der Gruppe teilnimmt. Wir fahren zum Orchideengarten und lernen bei einer Privaten Führung alles Wissenswerte über diese Pflanze. Ebenso werden viele Fragen beantwortet, wie man Orchideen am besten pflegt. Mit vielen Tipps und Tricks geht es für uns weiter zum Palheiro Garden, auch als Blandy’s botanischen Garten bekannt.
Der Garten zählt zu den schönsten auf Madeira und gehört seit 1885 der Familie Blandy, die vor allem für ihren Madeirawein bekannt ist. Die historische Gartenanlage vereint exotische Pflanzen aus aller Welt, prachtvolle Kamelien und jahrhundertalte Bäume. Wir erleben die Farbenpracht der Blumen hautnah und kommen aus dem Staunen über die Vielfältigkeit und Schönheit des Gartens kaum wieder hinaus. Mit unzähligen Blumenbildern geht es wieder zurück ins Hotel.
Der Nachmittag steht uns wieder für eigene Erkundungen zur Verfügung. Einige Gäste laufen vom Hotel zum Atlantik, um dort einen Sprung ins Wasser zu wagen. Andere Unternehmen einen Spaziergang in der Hotelumgebung und genießen den Nachmittag bei einem Kaffee oder Poncha. Letzterer ist das traditionelle Nationalgetränk Madeiras und wird aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft hergestellt. Andere Gäste fahren nach Funchal und nehmen von dort die Seilbahn nach Monte. Oben angekommen, besuchen wir den Monte Palace Tropical Garden. Die weitläufige Gartenanlage verbindet exotische Pflanzen, orientalische Kunst und historische Fliesensammlungen. Zwischen Koi-Teichen, Wasserfällen, Flamingos und tropischer Vegetation eröffnen sich immer wieder beeindruckende Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Am Abend trifft sich die Gruppe zum gemeinsamen Abendessen in Funchal. Im urigen Restaurant O Celeiro genießen wir einen schönen Abend in geselliger Runde. Danach machen wir uns auf zum Hafen. Am späten Abend startet hier das Atlantik-Festival mit spektakulären Feuerwerken, Musik und kulturellen Veranstaltungen, das jedes Jahr im Juni stattfindet und den Beginn des Sommers kennzeichnet. Die Hauptattraktion ist der Internationale Feuerwerkswettbewerb, bei dem an den Samstagen im Juni verschiedene Pyrotechnik-Teams ihre musikalisch synchronisierten Feuerwerksshows über der Bucht von Funchal präsentieren. An diesem Samstag sehen wir die Feuerwerkshow von Kanada. Mit einem Taxi fahren wir nach einem erlebnisreichen Abend kehren wir zum Hotel zurück. Während sich der Großteil der Gruppe zum Schlafen aus Zimmer begibt, lässt eine kleine Gruppe den Tag in einer Bar ausklingen.

Wanderung im Lobeerwald von Fanal, Porto Moniz, São Vicente

Am Morgen startet unser letzter Ausflugstag. Wir fahren zusammen zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung durch den Lobeerwald von Fanal. Auf der Fahrt erfahren wir über die ganzen Feiertage, die Madeira während eines Jahres feiert. Die Madeirianer sind ein sehr feierfreudiges Volk und wir lernen, dass es jeden Monat einen Grund zu feiern gibt.
Angekommen an dem Ausgangspunkt unserer Wanderung werden wir zuerst einmal von der Polizei angehalten. Doch durch die Kontrolle kommen wir ohne Probleme. Dann kann unserer heutigen Wanderung nichts mehr im Weg stehen. Schon auf unserer Fahrt zum Ausgangspunkt kommen wir ständig durch Nebelschwaden. So findet auch unserer Wanderung im Nebel statt und der Lobeerwald von Fanal wird seinen weiteren Bezeichnungen als „Nebelwald“ und „Märchenwald“ gerecht.
Der Wald ist Teil eines uralten Lobeerwaldes, der seit 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört und gilt dabei als der größte zusammenhängende Bestand dieses Waldtyps weltweit. Auf unserer Wanderung sehen wir die jahrhundertealten, moosbewachsenen Lorbeerbäume in Nebelschwaden mi einer geheimnisvolle, beinahe märchenhafte Atmosphäre.
Unser nächster Stopp ist in Porto Moniz (sprich: Porto Moniesch). Auf dem Weg dorthin legen wir einen kurzen Fotostopp ein und uns eröffnet sich ein wunderschöner Blick über den Atlantik und die Küste Madeiras.
Angekommen in Porto Moniz wird uns bewusst, weshalb viele Einwohner Madeiras in diesem Ort Urlaub machen. Hier befinden sich die Naturschwimmbecken Madeiras, die zu den beeindruckendsten Badeplätzen der Insel zählen. Über Jahrtausende formte erkaltete Lava natürliche Meerwasserbecken entlang der Küste, die durch die Gezeiten ständig mit frischem Atlantikwasser versorgt werden. Einige Gäste wagen sogar einen Gang in das kalte Wasser, während andere ihren Kaffee in der Sonne genießen.
Auf unserer Weiterfahrt nach São Vicente legen wir nochmals einen kleinen Fotostopp ein, dieses Mal beim Brautschleierwasserfall, Cascata do Véu da Noiva. Hier können wir selbst das bekannte Fotomotiv auf Madeira fotografieren. Er liegt an der Nordküste zwischen den Orten Seixal und São Vicente und stürzt spektakulär von den steilen Klippen direkt in den Atlantik.
Nach einer weiteren kurzen Fahrt kommen wir am letzten Stopp für unseren heutigen Tag an, São Vicente. Das Dorf liegt an der grünen Nordküste Madeiras und ist von beeindruckenden Bergen, üppiger Vegetation und dem Atlantik umgeben. Das charmante Dorf hebt durch seine traditionelle Architektur und seiner historische Kirche hervor. Gemeinsam besichtigen wir die Pfarrkirche Igreja Matriz de São Vicente aus dem 17. Jahrhundert, bevor wir etwas Zeit haben, das Dorf selbst zu erkunden. Anschließend fahren wir zurück zum Hotel.
Zum letzten Abendessen treffen wir uns an der Rezeption uns laufen zusammen zum Nachbarhotel Allegro, wo das heutige Abendessen stattfindet. Hier wird von den Gästen eine ganz liebe Rede für die Reisebegleitung Rebecca gehalten, die sich an dieser Stelle noch einmal für die wunderschöne Reise und die tolle Gruppe bedanken möchte. Wir hatten so eine schöne Zeit zusammen und so viel erlebt, das hat sehr viel Spaß gemacht. Nach dem Abendessen haben einige Gäste noch den letzten Abend in einer Bar bei einem Drink ausklingen lassen.

Zeit zur freien Verfügung und Flughafenerlebnis

Heute ist schon unser letzter Tag auf der portugiesischen Insel. Nach dem Frühstück ist auch schon der erste Gast nach München abgereist. Die anderen Gäste hatten noch etwas Zeit zur freien Verfügung, bevor am Nachmittag und Abend die Flüge der anderen Gäste zurück nach Deutschland flogen.
Einige Gäste nutzten diese Zeit, um mit den Korbschlitten zu fahren, die aufgrund der langen Wartezeit am Freitag nicht möglich war. Andere machten einen Spaziergang entlang des Atlantiks auf dem Küstenweg Richtung Câmara de Lobos. Eine kleine Gruppe sowie die Reisebegleitung fuhren mit dem Bus nach Funchal und stiegen dort auf die Santa Maria de Colombo im Hafen von Funchal. Das Schiff ist ein detailgetreuer Nachbau von Kolumbus’ Flaggschiff und wurde 1998 in Câmara de Lobos gebaut. Wir segelten etwa 3 Stunden entlang der Südküste Madeiras, haben Madeirawein und Honigkuchen genossen und sogar einen Wal gesehen.
Nach und nach wurden dann auch alle Gäste zum Flughafen transferiert. Dieser war sehr voll, denn aufgrund der starken Winde, konnten die Flugzeuge nicht landen und einige Flüge waren ausgefallen. Wir sind dann zusammen zum Check-In und durch die Sicherheitskontrolle und haben dann am Gate auf unseren Flieger gewartet. Der Flug nach Düsseldorf ist mit über drei Stunden Verspätung gestartet und musste aufgrund des Nachtflugverbots in Köln landen. Alle Gäste dieses Fluges wurden aber mit einem Bus nach Düsseldorf transferiert. Die Gäste, die zurück nach Hamburg und Leipzig fliegen wollten, hatten leider nicht so viel Glück. Beide Flüge wurden gestrichen. Der Gast aus Hamburg hat für die Nacht ein Hotel bekommen und ist am nächsten Tag nach Frankfurt geflogen, wo es dann mit dem Zug weiter nach Hamburg ging. Aufgrund der fehlenden Organisation der Fluggesellschaft war es für die Leipziger leider nicht möglich, in ein Hotel untergebracht zur werden. Deshalb mussten die Gäste die Nacht am Flughafen verbringen, bevor am nächsten Tag der Rückflug anstand.


Trotz der Flugkatastrophe zu Beginn unserer Reise haben wir wunderschöne Tage auf Madeira erlebt. Wir haben viel gesehen, gemeinsam viel gelacht und sehr viel Spaß miteinander gehabt. Ein herzliches Dankeschön gilt unserer tollen Reisegruppe für die schöne gemeinsame Zeit sowie allen, die diese Reise möglich gemacht haben.


Kommentare zum Reisebericht