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Reisebericht: Rundreise Malaysia & Singapur

10.03. – 23.03.2020, 14 Tage Rundreise Asien mit Singapur und Malaysia: Malakka - Kuala Lumpur - Taman Negara-Nationalpark - Cameron Highlands - Insel Penang - Georgetown

Tempel und Märkte, Tradition und Moderne, Regenwälder und Plantagen, traumhafte Strände, boomende Wirtschaftszentren, Schmelztiegel der Kulturen: all dies erwartete uns in den beiden südostasiatischen Staaten Singapur und Malaysia.

1. Tag: Dienstag, 10.03.2020: Flug nach Singapur


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17 Gäste und eine Reisebegleitung aus verschiedenen Bundesländern hatten sich auf den Weg gemacht, um vom Flughafen Frankfurt aus mit Singapore Airlines den etwa 12-stündigen Flug nach Südostasien anzutreten. Auch ein Mega-Stau auf dem Weg zum Flughafen konnte schließlich nicht verhindern, dass sich letztendlich doch alle rechtzeitig am Flieger einfanden. Das Abenteuer konnte beginnen! Singapore Airlines gehört seit Jahren zu den besten Fluglinien der Welt und tatsächlich verlief der Flug aufgrund des exzellenten Service- und Entertainment-Angebots an Bord recht kurzweilig. Eine Gruppe ohne Unterbrechung aufgeregt schnatternder Spanierinnen sorgte allerdings dafür, dass im weiteren Umkreis an ein Nickerchen gar nicht zu denken war.

2. Tag: Mittwoch, 11.03.2020: Ankunft in Singapur - Stadtrundfahrt mit Chinatown, Little India und historischem Zentrum


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Um kurz vor 07.00 Uhr landeten wir in Singapur und die Einreise verlief trotz der erwarteten Einreisekontrollen wegen Corona problemlos. Unsere örtliche Reiseleiterin Alexandra erwartete uns bereits und nach dem ersten Geldwechseln begaben wir uns auf unsere Stadtrundfahrt. Leicht übernächtigt und überwiegend in zu warmer Kleidung machte uns die tropische, feuchte Hitze an diesem ersten Vormittag etwas zu schaffen. Tapfer folgten wir jedoch Alexandra zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Metropole.

Singapur präsentiert sich heute mit seinen knapp 6 Millionen Einwohnern als boomendes Handels- und Finanzzentrum mit atemberaubenden Wolkenkratzern und einer hochmodernen Infrastruktur. Die Bürger der Stadt gelten als diszipliniert, arbeitsam und achten peinlich genau auf Sauberkeit und Ordnung. Daneben leben aber auch die chinesischen, malaiischen und indischen Traditionen in den jeweiligen Stadtvierteln weiter.

Schon seit Jahrhunderten verkehrten chinesische Handelsschiffe in den Gewässern um das heutige Singapur auf ihrem Weg nach Indien. Prägend für die weitere Stadtentwicklung war Sir Stamford Raffles, der als amtierender Gouverneur von Java 1819 in Singapur landete und zunächst eine von den Briten beherrschte Handelsniederlassung errichtete, bevor die Insel wenig später in den Besitz der Britischen Ostindien-Kompanie gelangte. Es folgte ein rasanter Aufschwung mit großen Einwanderungswellen und der Ort entwickelte sich erfolgreich zum Gegenpol der Hafenstadt Melaka, die von den Niederländern regiert wurde und ihre Kunden mit hohen Zöllen belegte. In jüngster Vergangenheit führte der erste Premierminister Lee Kuan Yew Singapur zu bespielloser wirtschaftlicher Blüte, die bis heute anhält.

Wir begannen unseren Stadtrundgang mit einem Besuch des Buddha Tooth Relic Temple (Tempel der Buddhazahn-Reliquie). Der imposante buddhistische Tempel wurde erst 2007 eingeweiht und beherbergt angeblich den in Myanmar entdeckten linken Eckzahn Buddhas. Hier kann man auch 10.000 Buddhafiguren und eine riesige Gebetsmühle bestaunen.

Bei unserem Bummel durch Chinatown durfte auch der Besuch einer Markthalle nicht fehlen, wo wir an den bunten Obstständen allerhand exotische Früchte verkosten durften. Frische Fische und Meeresfrüchte boten willkommene Fotomotive. Etwas befremdlich für unsere Begriffe waren dann doch die Käfige mit hunderten lebenden Fröschen, die hier als Spezialität gelten.

Weiter ging es in das traditionelle Viertel der Inder „Little India". Hier ist es chaotisch und bunt und der Duft von indischen Gewürzen durchzieht die engen Gassen. Wir streiften durch die Straßen mit ihren zahllosen Ladengeschäften, ließen uns von den Blumenbindern duftende Kränze aus Jasmin flechten und bewunderten die farbenfrohen, reich verzierten hinduistischen Tempel.

Ganz andere Aspekte zeigten sich uns im Heritage District, dem einstigen Mittelpunkt der britischen Verwaltung. Hier beeindruckten uns großartige historische Gebäude, wie das Parlamentsgebäude oder die neue Nationalgalerie, welche das alte Rathausgebäude mit dem ehemaligen Gerichtsgebäude unter einem auffälligen Dach aus Aluminium und Glas miteinander verbindet.

Da wir zu diesem Zeitpunkt schon relativ erschöpft waren, fiel der Spaziergang am Ufer des Singapore River auf allgemeinen Wunsch recht kurz aus und alle freuten sich, als uns unser Hotel Park Regis am frühen Nachmittag endlich grünes Licht zum Einchecken gab. Die anschließende Freizeit bis zum Abendessen nutzten die meisten Gäste für eine langersehnte Dusche und einen kleinen Erfrischungsschlaf oder einen ersten Erkundungsgang rund um das Hotel.

Nach dem Abendessen im Hotel wollten die Wenigsten noch etwas unternehmen und alle freuten sich, den versäumten Schlaf nachzuholen.

3. Tag: Donnerstag, 12.03.2020: Ausflug auf die Freizeitinsel Sentosa


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Heute stand der Besuch des bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebten gigantischen Freizeitparks auf der Insel Sentosa auf dem Programm. Hier stehen eine Fülle von Fahrgeschäften, Shows, Aktivitäten und künstlich angelegten Stränden zur Auswahl. Unser Bus fuhr uns zum Mount Faber, der uns ein unvergleichliches Panorama auf den Business District von Singapur bot und von hier aus nahmen wir die Seilbahn nach Sentosa.

Die meisten Gäste entschieden sich für den Besuch des Aquariums und wurden nicht enttäuscht. In dem hochmodernen Komplex leben mehr als 800 Arten von Meeresbewohnern in ihren jeweiligen nachgebildeten maritimen Lebensräumen. Am spektakulärsten ist der Open Ocean, dessen Sichtfenster mit 36 m Länge eine der größten Aquarienscheiben der Welt ist.
Im Schmetterlings- und Insektenpark tummeln sich verschiedene exotische Arten und man kann die Schmetterlinge live beim Schlüpfen aus dem Kokon beobachten. Hier gibt es auch eine Ausstellung von toten Käfern, Schmetterlingen und Insekten und lebende Papageien zu bewundern.

Im ganzen Park fiel das weitgehende Fehlen von Besuchern auf, was, wie man uns sagte, auf die Corona-Krise und das Ausbleiben der sonst so zahlreichen chinesischen Touristen zurückzuführen war. Die Strände sind zwar recht schön angelegt, aber unmittelbar dahinter liegen die gigantischen Hafenanlagen der Stadt mit über 1000 Liegeplätzen und so kommen doch Zweifel an der angeblich hervorragenden Qualität des Badewassers auf.

Nach dem Abendessen im Hotel unternahmen etliche Gäste mit der Reisebegleitung noch einen Spaziergang zum Clarke Quay, einem der beliebtesten Ausgehviertel der Stadt mit seinen zahlreichen Bars, Restaurants und Clubs. Auf einer der Terrassen am Wasser genehmigten wir uns dann auch einen Singapore Sling, der nicht weit entfernt im legendären Raffles Hotel erfunden wurde.

4. Tag: Freitag, 13.03.2020: Orchideengarten, Orchard Road, Arabisches Viertel, Aussichtsplattform Marina Bay Sands Hotel, Bootsfahrt auf dem Singapore River, Lichtershow Gardens by the Bay


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Nachdem der heutige Vormittag für eigene Unternehmungen zur freien Verfügung gestanden hatte, stand als erste gemeinsame Unternehmung des Tages der Besuch des Orchideengartens auf dem Programm, der uns mit seinen über 1000 Arten und 2000 Hybriden in ihrem natürlichen Lebensraum bezauberte. Seit 1928 gibt es hier ein bedeutendes Zuchtprogramm und ein Spaziergang durch die blühende Pracht ist ein einzigartiger Genuss.

Bei einem Besuch Singapurs darf natürlich auch ein Bummel über die Orchard Road, die ultimative Shopping-Meile, nicht fehlen. Hier reiht sich ein überdimensionales Einkaufszentrum an das andere und man bekommt ein Bild von der gigantischen Wirtschaftskraft des „Kleinen Tigers". Sehr lohnend sind hier auch gelegentliche Blicke in die Seitengassen, wo wunderschön restaurierte historische Geschäftshäuser mit den modernen Konsumtempeln auf der Hauptstraße kontrastieren.

Ganz außerplanmäßig zeigte uns Alexandra auch das arabische Viertel. Das einst den muslimischen Händlern zugewiesene Gebiet zaubert mit seinen kleinen Gassen, hippen Läden und zahlreichen Restaurants, Garküchen und angesagten Bars einen Hauch von Orient in die Stadt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Viertels aber ist die beeindruckende Sultan Moschee, eine der schönsten der Stadt, deren goldener Zwiebelturm weithin sichtbar ist.

Der Singapore Flyer, das weltberühmte Riesenrad, war während unseres Besuchs leider wegen eines technischen Defekts nicht in Betrieb und so fuhren wir stattdessen auf die Aussichtsplattform des Marina Bay Sands Hotels. Der knapp 6 Mrd. S$ teure Komplex Marina Bay Sands umfasst das Hotel, ein Casino, Theater und Einkaufszentren sowie Kongresshallen und ein Museum. Die beiden Türme des Hotels sind von aufeinandergereihten Kartenstapeln inspiriert und werden in schwindelnder Höhe von dem 1,2 ha großen Sky Park verbunden. Die Besucherplattform bietet einen atemberaubenden Rundumblick auf die Stadt. Der legendäre Infinity Pool allerdings ist leider nur für Hotelgäste zugänglich.

Als nächstes stand an diesem Nachmittag eine Bootsfahrt auf dem Singapore River auf dem Programm, die uns die Gelegenheit bot, den Financial District, das Marina Bay Sands Hotel und vor allem eines der Wahrzeichen der Stadt, den Merlion, vom Wasser aus zu betrachten.

Von hier aus ging es direkt zum Abendessen in ein Restaurant am Quay, dem Quayside Dining. Die Spezialität sind hier Meeresfrüchte, wie die Chili Crabs, an die sich allerdings nur wenige Gäste heranwagten.

Als zusätzlichen Programmpunkt boten wir den Gästen zum Ausklang des Abends einen Besuch der Lichtershow in den Gardens by the Bay, bei der die Hightech-Super-Trees zu einem Potpourri von Opernmusik in den herrlichsten Farben erstrahlten.

5. Tag: Samstag, 14.03.2020: Singapur - Malaysia - Melaka


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Heute hieß es Abschied nehmen vom Stadtstaat Singapur. Im Hinblick auf Corona hatten wir uns hier ziemlich sicher gefühlt: in ihrer effizienten Art hatten die Singapurer schon früh ein gut funktionierendes Schutzsystem errichtet: vor allen Geschäften, Sehenswürdigkeiten, Tempeln und Hotelrezeptionen wurde bei allen Besuchern Fieber gemessen, es gab an allen Eingängen Desinfektionsmittel zur freien Benutzung und in den Apotheken waren Schutzmasken und Desinfektionsmittel in großer Menge verfügbar. Die bis heute verhältnismäßig niedrigen Infektionszahlen sprechen für sich. Aus der Heimat allerdings kamen beunruhigende Nachrichten und etliche Gäste fühlten sich verunsichert. Sollten wir nicht lieber die Reise abbrechen? Werden wir überhaupt noch nach Hause kommen? So lauteten die bangen Fragen.

Der Grenzübertritt nach Malaysia lief schneller und problemloser als erwartet, da die Grenze menschleer war, was wohl schon an den beginnenden Reisebeschränkungen lag. Unser malaysischer Reiseleiter Sam erwartete uns bereits und wir machten uns mit unserem neuen Busfahrer auf den 3,5-stündigen Weg nach Melaka.

Nach einer recht eintönigen Fahrt vorbei an endlosen Palmplantagen erreichten wir Melaka und hielten zunächst an einem Einkaufszentrum zum Mittagessen und Geldwechseln, anschließend konnten wir in unserem Hotel Hatten einchecken und uns etwas von der Fahrt erholen.

Am späten Nachmittag erwartete Sam uns dann zu einem Stadtrundgang in der alten Hafen- und Handelsstadt. Melaka war bis ins 15. Jh. einer der größten Handelsstützpunkte Südostasiens, bevor es von Singapur überflügelt wurde. Die Stadt geriet in Vergessenheit und dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass die alte Architektur fast vollständig erhalten blieb. 2008 wurde das historische Zentrum von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und seither wurde Melaka zum beliebten Ziel für einheimische wie ausländische Besucher.

Wir begannen unseren Rundgang in Chinatown, wo wir die ehemaligen Wohnhäuser der reichen chinesischen Händler bestaunten und schlenderten über die farbenfrohe Jonker Street mit ihren vielen Läden und Restaurants, wo an den Wochenenden der bekannte Nachtmarkt stattfindet. Der taoistisch-buddhistische Tempel Cheng Hoon Teng ist der älteste noch aktive chinesische Tempel in Malaysia aus dem 17. Jh. Besonders daran ist, dass er originalgetreu nach traditionellen Methoden restauriert wurde. Das historische Stadtzentrum von Melaka wird dominiert von den knallrot gestrichenen Gebäuden und einer Vielzahl von Museen. Das Stadthuys stammt aus der holländischen Zeit im 17. Jh. und diente als Rathaus und Gouverneursresidenz. Der belebte Dutch Square ist gesäumt von karmesinrot gestrichenen Gebäuden aus der Kolonialzeit, einer schönen Gartenanlage und den im Stadtbild allgegenwärtigen grell und kitschig dekorierten Fahrradrikschas, die ihre Gäste mit laut grölender Musik durch die Stadt fahren. Von der auf einem Hügel gelegenen Ruine der St. Paul's Church hat man einen schönen Blick auf das Zentrum der Stadt. Auch von der ehemaligen portugiesische Festung Porta de Santiago sind nur mehr Reste erhalten.

Nach diesen schönen Eindrücken der historischen Stadtteile Melakas begaben wir uns zum Abendessen ins Hotel. Das Abendbuffet mit live-cooking bot eine reichliche und sehr leckere Auswahl an frischen Meeresfrüchten und Fisch.

6. Tag: Sonntag, 15.03.2020: Melaka - Gartenstadt Putrajaya - Hauptstadt Kuala Lumpur


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Nach einem ausgiebigen Frühstück vom reich bestückten Buffet machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt Kuala Lumpur. Sam hatte spontan die Idee, in Melaka noch bei dem malaiischen Dorf Kampung Morten vorbei zu fahren. Es handelt sich um ein bezauberndes traditionelles Dorf im Melaka-Stil, das malerisch in einer Biegung des Melaka River liegt. 52 Häuser sind noch im alten Stil erhalten. Das Herzstück des Dorfes, die Villa Sentosa aus den 1920er Jahren, wird als kleines Museum geführt, wo sich Besucher über den Lebensstil der Epoche informieren können. Leider tauchte die Besitzerin nicht auf (da wir ja auch nicht angemeldet waren) und so konnten wir ihr schönes Haus und den tropischen Garten nur von außen bewundern.

Als kleines Extra zeigte uns Sam auch die Formel-1-Rennstrecke von Sepang vor den Toren der Hauptstadt. Hier wurden bis 2017 regelmäßig Rennen gefahren und Fans erinnern sich noch and die vielen Siege von Sebastian Vettel auf dieser Strecke. In dem kleinen angeschlossenen Museum ging den Liebhabern von Oldtimern das Herz auf.

Unser nächster Programmpunkt war Putrajaya, die 25 km südlich von KL gelegene künstlich angelegte Verwaltungsstadt. Anfang der 1990er Jahre sollte hier auf dem Gebiet ehemaliger Öl- und Gummiplantagen eine auf dem Reißbrett geplante Verwaltungsstadt für über 300.000 Bewohner entstehen. Diese Dimensionen wurden nie erreicht, aber eine große Anzahl von monumentalen Verwaltungspalästen, Moscheen und gepflegten Grünanlagen sind entstanden. Von diesem fast ausschließlich von Muslimen bewohnten Verwaltungszentrum aus wird das Land regiert. An den Ufern des Sees legten wir unsere späte Mittagspause ein, aber das Areal war menschenleer und blieb eigenartig seelenlos.

Inzwischen hatten wir erfahren, dass der geplante Besuch auf der Aussichtsplattform der Petronas Towers entfallen musste, weil der Hausherr ein Betretungsverbot für Besucher aus vom Corona-Virus besonders betroffenen Ländern verhängt hatte und dazu zählte leider auch Deutschland. Am Nachmittag erreichten wir KL und machten als erstes einen Fotostopp von dem aus man die Petronas Towers besonders gut fotografieren konnte.

Als Ersatz für die Petronas Towers schlug Sam einen Besuch auf der Aussichtsplattform des Fernsehturms vor. Dort angekommen, war das Außendeck jedoch wegen schlechter Witterungsbedingungen vorübergehend gesperrt (Wind und Regen). Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, beschlossen wir, unser Glück am nächsten Tag von neuem zu versuchen und checkten im Hotel ein. Das Meliá Hotel liegt sehr zentral in KL gegenüber der größten Mall in Malaysia und bot viele Möglichkeiten für die anschließende Freizeit. Das Abendessen wurde uns im Hotel serviert.

7. Tag: Montag, 16.03.2020: Royal Palace - Heilige Grotten von Batu – Stadtrundgang Kuala Lumpur


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Kuala Lumpur, die pulsierende Hauptstadt von Malaysia, ist, ähnlich wie Singapur, eine Stadt der Kontraste: supermoderne Wolkenkratzer neben historischen Gebäuden, riesige Einkaufszentren und traditionelle Läden, schöne Grünanlagen und geschäftige Straßenmärkte prägen das Stadtbild. Den offen zur Schau getragenen Wohlstand verdankt die Metropole dem Zinnabbau, der vor über 160 Jahren im Urwald begann.

Auf unserem Weg nach Batu legten wir einen Stopp bei dem imposant auf einer Anhöhe gelegenen Bauwerk Istana Negara Jalan Duta ein, das seit 2011 königlicher Palast und Amtssitz des Königs von Malaysia ist.

Die Höhlen von Batu gelten als malaysisches Nationalheiligtum und werden von der vergoldeten monumentalen Statue einer hinduistischen Gottheit bewacht. Die Tropfsteinhöhlen beherbergen verschiedene Hindu-Tempel in denen mythische Szenen aus indischen Epen dargestellt sind. Um zum Eingang der Höhlen zu gelangen, muss man 272 Stufen zurücklegen. Begleitet wird man dabei von einem Heer von Affen, die den unvorbereiteten Touristen alles klauen, wonach ihnen der Sinn steht. In der zentralen Tempelhöhle befindet sich die mit knapp 43 m höchste Statue der Welt, die den Gott Murugan darstellt.

Bei unserem nächsten Programmpunkt wurden uns in einer Zinnfabrik die Geschichte und die Methoden des für Malaysia sehr einträglichen Zinnabbaus nahegebracht. Wir konnten auch den Arbeitern bei der Herstellung der Produkte über die Schulter schauen und am Ende im Showroom deren Erzeugnisse erwerben.

Nach unserem gestrigen vergeblichen Versuch stand heute bei schönstem Wetter einem Besuch auf der Aussichtsplattform des Fernsehturms nichts im Wege. Die Petronas Towers sind zwar noch höher, aber der Fernsehturm Menara KL bietet mit seinen 421 m die beste Aussicht auf die Stadt, die man von einer offenen Aussichtsplattform in 300 m Höhe genießen kann. Ein besonderes Highlight sind die Sky Boxes, eine Art Balkon, der rundum nur aus Glas besteht und der schwindelfreien Besuchern für einige Minuten zur Verfügung steht.

Nach der wohlverdienten Mittagspause besuchten wir noch das bombastische Nationaldenkmal, das auf einem palmengesäumten Platz an die Opfer der malaysischen Unabhängigkeit erinnert und spazierten durch eine wunderschöne tropische Parkanlage. Wir schlenderten vorbei an der modernen Zentralmoschee und der von einem britischen Architekten im Kolonialstil erbauten Masjid Jamek Sultan Abdul Samad Moschee mit ihrer zwiebelförmigen Kuppel und den drei Minaretten, bis wir am Fluss entlang das Hotel erreichten.

Zum Abendessen ging es heute in ein chinesisches Restaurant in der bombastischen Shopping Mall der Petronas Towers, an deren Eingang uns am Ende eine Lichtershow mit Wasserspielen zu moderner Musik erwartete.

Leider hatte sich inzwischen die weltweite Corona-Krise derart zugespitzt, dass das Management von Eberhardt Travel sich gezwungen sah, alle Reisegruppen baldmöglichst nach Hause zu holen. Da unser geplanter Rückflug über Singapur unmöglich geworden war, weil Singapur seinen Flughafen auch für Transitpassagiere gesperrt hatte, konnten wir von Glück sagen, dass es der Flugabteilung von Eberhardt gelang, für uns Flüge mit der Thai Airways über Bangkok nach München zu ergattern.

8. Tag: Dienstag, 17.03.2020: letzter Tag vor dem Reiseabbruch, alternatives Programm: Ipoh - Kuala Kangsar


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Unsere lokale Agentur hatte in Windeseile und über Nacht ein Programm für den heutigen Tag zusammengestellt, da die geplante Fahrt zum Regenwald wegen der für den nächsten Tag geplanten Heimreise nicht mehr stattfinden konnte.

Wir fuhren zunächst in die Stadt Ipoh, der Hauptstadt des Sultanats Perak. Sie ist umgeben von einer Karstlandschaft, deren Höhlen eine große spirituelle Bedeutung haben und zahlreiche Tempel beherbergen. Die zentrale Höhle des chinesischen Tempels Kek Look Tong wird von einem lächelnden chinesischen "Buddha des zukünftigen Glücks" beherrscht. Hinter der Höhle erwartet den Besucher ein Lotosblumenteich mit malerischen Gärten inmitten einer bewaldeten Karstlandschaft. Die zahlreichen Miniaturstatuen am Wegesrand zeigen Darstellungen aus dem Leben Buddhas.

Zum Mittagessen erwartete man uns im "Miners' Arms Pub and Grill Room", einem im Kolonialstil eingerichteten Lokal, das an die Geschichte des Zinnabbaus in Perak erinnert. Auf diesem beruhte auch der einstige Wohlstand der Stadt, den man noch heute an den stattlichen kolonialen Gebäuden erkennen kann.

Unser nächstes Ziel war die Stadt Kuala Kangsar. Sie ist Sitz des Sultans von Perak und besticht durch prunkvolle Paläste und die wunderschöne mit goldenen Zwiebeltürmen ausgestattete Moschee. Ende des 19. Jh. nahm hier Malaysias Gummiindustrie ihren Anfang und noch heute kann man uralte Gummibäume aus dieser Zeit bewundern. Die 1917 von einem britischen Architekten erbaute Masjid Ubudiah Moschee gilt mit ihrer Dekoration aus italienischem Marmor und den zahlreichen goldenen Kuppeln als die schönste Moschee Malaysias. Auch der Palast des Sultans von Perak soll der schönste in Malaysia sein, Besucher können aber nur von der Straße aus einen kurzen Blick auf das imposante Gebäude erhaschen, das arabische und Art-Déco-Elemente miteinander vereint.

Im Anschluss bekamen wir noch einen Einblick in zwei malaysische Handwerkskünste: im ländlich gelegenen Sayong Pottery Village konnten wir den geschickten Töpferinnen bei der Arbeit zusehen und sogar selbst Hand an die Töpferscheibe legen. Bei unserem anschließenden Besuch in einer Dolchschmiede führte uns der Schmied vor, wie die kunstvollen Dolche für die königliche Familie in aufwändiger Handarbeit hergestellt werden.

Da es nach den zahlreichen Programmpunkten recht spät geworden war und uns eine lange Heimfahrt erwartete, beschlossen wir, noch einmal in dem Restaurant vom Mittag einzukehren, bevor wir nach 22.00 Uhr wieder unser Hotel in Kuala Lumpur erreichten.

9. Tag: Mittwoch, 18.03.2020 und 10. Tag: Donnerstag, 19.03.2020: Heimreise


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Da wir zu den Glücklichen gehörten, die nicht vom Auswärtigen Amt heimgeholt werden mussten, sondern im Besitz regulärer Tickets von Kuala Lumpur über Bangkok nach München waren, konnten wir unserer Heimreise relativ gelassen entgegensehen. Leider mussten wir einen sehr langen Zwischenaufenthalt am Flughafen in Bangkok in Kauf nehmen, bevor wir endlich an Bord unseres Fliegers gehen durften, der uns ohne Zwischenfall und sogar eine Stunde zu früh nach München brachte. In Anbetracht der Lage waren wir froh, wieder in Deutschland zu sein, aber wir sollten ja ursprünglich nach Frankfurt zurückfliegen und so erwartete die meisten Gäste noch eine längere Bahnfahrt nach Hause.

Insgesamt sind wir inmitten der sich zuspitzenden Corona-Pandemie mit einem blauen Auge davongekommen und haben schöne und ereignisreiche Tage in zwei der interessantesten Länder Südostasiens erlebt. Aber es bleibt eine gewisse Enttäuschung über das, was uns von dem wunderschönen Reiseprogramm entgangen ist. Singapur und Malaysia sind auf jeden Fall immer eine Reise wert!

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