Rundreise Malta & Gozo – Schatztruhe im Mittelmeer vom 23.05.2026 –29.05.2026 • MT–MAL10
Reisebericht: 23.05. – 29.05.2026
Malta – das funkelnde Schatzkästchen des Mittelmeers! Wir lüften sein Geheimnis und entdecken ein zauberhaftes Inseltrio: Malta, Gozo und Comino – drei Kleinodien voller Geschichte, aber auch Lebensfr
Ein Reisebericht von
Susanne Hofen
1. Tag: Anreise
Individuelle Anreise nach Malta. Die meisten unserer Reisegruppe fliegen ab oder via Frankfurt. Dort treffen wir uns für den gemeinsamen Weiterflug nach Malta.
Gegen Mittag kommt der Maltesische Archipel in Sicht. Die Landung erfolgt auf dem Flughafen Luqa, im Süden von Malta.
Nachdem wir „Frankfurter“ uns alle, wie verabredet, am Gepäckband zusammengefunden haben, begeben wir uns gemeinsam in den Ankunftsbereich. Hier werden wir von unserer lokalen Repräsentanz bereits erwartet und begrüßt. Ferner erwartet uns „Verstärkung“ durch eine Reiseteilnehmerin mit Flug ex Düsseldorf, der schon früher gelandet ist. Nun ist unsere Gruppe vollständig.
Bereits auf dem kurzen Weg zu unserem komfortablen Reisebus spüren wir die sommerlichen Temperaturen, die uns während unseres gesamten Aufenthalts begleiten werden.
Merhba Malta – herzlich willkommen auf Malta!
Die Republik Malta liegt zwischen Sizilien und Tunesien und besteht aus den Hauptinseln Malta und Gozo sowie dem kleinen Eiland Comino dazwischen. Malta selbst misst gerade einmal 27 Kilometer in der Länge und 15 Kilometer in der Breite. Gemeinsam mit den Nachbarinseln erstreckt sich der Archipel lediglich über 316 Quadratkilometer. Er ist damit das kleinste Mitgliedsland der Europäischen Union, der Malta seit 2004 angehört.
Dank seiner strategisch günstigen Lage war Malta seit jeher ein begehrter Stützpunkt und zog im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Völker, Händler, Piraten und Seefahrer an. Auch der Johanniterorden fand hier nach seiner Vertreibung aus Rhodos im Jahr 1530 für rund 250 Jahre eine neue Heimat.
Wir verlassen den Flughafen in nordwestlicher Richtung und erreichen nach etwa 45 Minuten Fahrt unser Zuhause für die kommenden Tage: das Hotel AX Odycy in zentraler Lage des Ortes Qawra nahe der St. Paul’s Bucht, nur durch eine Straße und die Uferpromenade vom Meer getrennt.
Im Hotel werden wir herzlich willkommen geheißen. Unser Raum für die kleine Begrüßungsrunde und den Welcome-Drink sind vorbereitet. Serviert wird Kinnie, die typisch maltesische Kräuterlimonade aus Bitterorangen- und Wermutextrakten – alkoholfrei, angenehm bittersüß und wunderbar erfrischend.
Im Anschluss werden die Check-in-Formalitäten erledigt und die Zimmerkarten verteilt. Dann geht es auf die Zimmer zum Ausräumen der Koffer und zum Frischmachen.
Wer mag, trifft sich am Nachmittag, um die nähere Umgebung gemeinsam zu erkunden.
Es bleibt auch Zeit zu einer ersten Erfrischung im Meer oder in einem der Hotelpools.
Zum Abendessen erwartet uns das Buffet-Hotelrestaurant mit einer abwechslungsreichen und köstlich schmeckenden Auswahl an Speisen. Dazu gibt es Bier, Wein oder Softdrinks, ganz nach Belieben.
In angenehmer Atmosphäre genießen wir den ersten gemeinsamen Abend und nutzen die Gelegenheit für nette Gespräche. Schließlich verabschieden wir uns voneinander und lassen den ersten Urlaubstag entspannt ausklingen.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
2. Tag: Süden Maltas: Blaue Grotte – Fischerdorf Marsaxlokk – Besuch der „drei alten Städte“
Nach einer ersten erholsamen Nacht beginnt der Tag ganz entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück vom abwechslungsreich garnierten Buffet, das keine Wünsche offenlässt. Es gibt sogar „german bread“.
Schon bald erwartet uns unsere Reiseleiterin, die uns mit viel Fachwissen, Herzlichkeit und ihrem ganz besonderen Humor während der kommenden Tage ihre Wahlheimat Malta näherbringen wird.
Gut gelaunt starten wir zu unserer ersten großen Erkundungstour, die uns zunächst in den Südosten der Insel in den malerischen Fischerort Marsaxlokk führt. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir St. Julians, Paceville, das Zentrum des Nachtlebens, es geht vorbei am eindrucksvollen Friedhofsgelände Adolorata, dann durch die Küstenstadt Birżebbuġa – mit einem kleinen aufgeschütteten Sandstrand. Unmittelbar an der Küstenstraße und Meerespromenade befindet sich das „End of the Cold War Memorial“, das an den legendären Gipfel von Malta Anfang Dezember 1989 erinnert. Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer trafen sich hier US-Präsident George H. W. Bush und der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow auf neutralem Boden, um das formelle Ende des Kalten Krieges zu besiegeln. Das Treffen fand bei teils hohem Wellengang unter anderem auf Schiffen statt, daher wird es auch gern als „Seasick Summit“, Gipfel der Seekrankheit bezeichnet.
Immer wieder säumen prachtvolle Oleanderbüsche den Wegesrand, die Blüte hat erst vor kurzem begonnen und dauert bis in den November.
In Marsaxlokk angekommen fallen die typisch maltesischen „Luzzi“ ins Auge – bunt bemalte Fischerboote, die im Hafenbecken schaukeln. Viele tragen am Bug die berühmten Augen des Osiris, die den Fischern Schutz und Glück bringen sollen.
Hier haben wir Zeit für einen Spaziergang entlang der breiten Uferpromenade, auf der nahezu täglich ein Markt stattfindet. An Sonntagen locken zwischen frischem Obst und Gemüse, auch Stände mit Souvenirs und lokalen Spezialitäten. Einige von uns entdecken hier schon erste Mitbringsel. Besonders verführerisch sind das traditionelle maltesische Gebäck und der Feigenlikör „Bajtra“.
Zahlreiche Cafés und Restaurants laden ebenfalls zum Verweilen ein.
Dann setzen wir unsere Tour in Richtung Grand Harbour zu den historischen „Drei Städten“ von Cottonera auf der Südseite des großen Hafens fort: Vittoriosa (Birgu), Senglea (L-Isla) und Cospicua (Bormla). Diese Orte spielten eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Johanniterordens. Bis heute spiegeln sie den Einfluss dieser Epoche wider.
Nachdem die Johanniter 1530 von Kaiser Karl V. die Insel Malta zum Lehen erhielten, machten sie die Insel zu ihrer neuen Heimat. Als symbolischen Tribut überreichten sie dem Kaiser jährlich einen Falken – eine Geschichte, die später weltberühmt wurde. Zunächst ließen sie sich in Birgu nieder, das nach der erfolgreich überstandenen Belagerung durch die Türken den Namen Vittoriosa – „die Siegreiche“ – erhielt. Später entstand auf der gegenüberliegenden Seite des Grand Harbour die neue Hauptstadt Valletta.
Unser Rundgang bringt uns die bewegte Geschichte des Johanniterordens näher. Aus dem ursprünglichen religiösen Ritterorden entwickelte sich später der bis heute bestehende „Souveräne Malteserorden“, der weltweit vor allem in den Bereichen Katastrophenhilfe, Rettungsdienste und medizinische Versorgung tätig ist.
Der Weg führt entlang der Waterfront mit ihren stilvollen Yachten und einladenden Lokalen, mächtigen Bastionen bis hin zum imposanten Fort St. Angelo – hier kann man erahnen, welch große strategische Bedeutung Malta über Jahrhunderte hinweg besaß –, durch hübsche enge Gassen vorbei an Kirchen, traditionellen Wohnhäusern, eleganten Palästen.
Gegen Mittag erwartet uns eine typisch maltesische Spezialität: frisch gebackene Pastizzi. Die herzhaften Blätterteigtaschen, gefüllt mit Ricotta- und Erbsenpüree, genießen wir entspannt auf dem schön gestalteten Victory Platz im Schatten unter Sonnenschirmen.
Vor dem Tor der Provence erwartet uns schließlich wieder unser Bus und wir fahren zur berühmten Blauen Grotte bei Wied iż-Żurrieq. Heute meint es das Wetter besonders gut mit uns: Das Meer ist ruhig, die Boote können fahren und wir haben Glück und können umgehend an Bord. Zwar sind wir für das spektakuläre Farbenspiel der ersten Morgensonne ein wenig zu spät, dennoch begeistert uns die Bootsfahrt entlang der schroffen Felsküste mit ihren eindrucksvollen Höhlen und Grotten. In der Ferne entdecken wir die unbewohnte Insel Filfla, und auf der Rückfahrt fällt unser Blick auf einen der historischen Wachttürme an der Küste.
Einst gab es insgesamt 26 solcher Türme rund um Malta – immer so angeordnet, dass jeweils zwei benachbarte Türme sichtbar waren. Sie dienten dem Schutz der Insel vor Angriffen vom Meer aus.
Zurück an Land laden kleine Lokale und Souvenirgeschäfte zum Stöbern ein, bevor wir zurück zum Hotel fahren. Dort klingt der Tag entspannt aus – einige genießen ein erfrischendes Bad in den Infinity Pools auf der Dachterrasse und den herrlichen Weitblick über die Bucht.
Später treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen. Im Anschluss bieten sich die Hotelbars und etliche Lokale in der Nähe des Hotels für einen Gute-Nacht-Trunk an.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
3. Tag: Hauptstadt Valletta mit Hafenrundfahrt der beiden Häfen Marsamxett und Grand Harbour – Barrakka–Gärten – St. Johns Kathedrale – Archäologisches Museum
Nach einem genussvollen Frühstück steht heute ein besonderer Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: der Besuch der maltesischen Hauptstadt Valletta. Aber vorher werden wir die Stadt vom Wasser aus sichten.
Auf dem Weg zum Ausgangspunkt unserer Hafenrundfahrt zeigt unser Busfahrer zunächst beeindruckend seine Fahrkünste und manövriert den großen Reisebus gekonnt um enge Kurven mit querparkendem Motorrad und einem Kran mitten auf der Straße.
Am Schiffsanleger in Sliema liegt unser Schiff einstiegsbereit, so dass wir uns unseren Wunschplatz sichern können.
Die Fahrt führt durch die beiden großen Hafenbecken rund um Valletta. Zunächst passieren wir den malerischen Marsamxett Harbour mit Manoel Island und zahlreichen eleganten Yachten, bevor wir die Landzunge des Monte Sciberras umrunden und die imposanten Bastionen und Festungsmauern Vallettas vom Wasser aus bewundern können.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich das sternförmig angelegte Fort St. Elmo aus dem Jahr 1553 an der Spitze Vallettas. Direkt daneben liegt die ehemalige Sacra Infermeria, das einstige Hospital der Johanniter. Es galt seinerzeit als eines der modernsten und größten Krankenhäuser Europas und war für seine fortschrittlichen Hygiene-Standards und Behandlungsmethoden bekannt. Heute befindet sich dort das Mediterranean Conference Centre. In unmittelbarer Nähe vermitteln die „Malta Experience Show“ sowie die Ausstellung „The Knights Hospitallers“ spannende Einblicke in die Geschichte Maltas und des Johanniterordens.
Der Grand Harbour zählt mit seinen tief ins Land reichenden Buchten zu den größten Naturhäfen Europas. Die Anlage spielte in der Geschichte Maltas stets eine bedeutende Rolle. Vom Wasser aus genießen wir beeindruckende Ausblicke auf die bereits gestern besuchten „Drei Städte“ von Cottonera, besonders eindrucksvoll wirkt Vittoriosa mit dem Fort St. Angelo. Aber auch Senglea mit dem Senglea Point und das große Trockendock und die modernen Kreuzfahrtanleger präsentieren sich als attraktive Fotomotive.
Nach der Rückkehr zum Anleger in Sliema geht es nun nach Valletta.
Die Stadt verdankt ihren Namen dem französischen Großmeister Jean Parisot de Valette, der Malta während der großen Belagerung von 1565 gemeinsam mit den Johanniterrittern erfolgreich gegen die Osmanen verteidigte. Im Anschluss begann man mit dem Bau der neuen Hauptstadt Valletta – einer Stadt, die bis heute zu den schönsten historischen Hauptstädten Europas zählt.
Für die Planung entsandte Papst Pius IV. den renommierten Festungsbaumeister Francesco Laparelli, einen Schüler Michelangelos. Die streng geometrisch angelegte Stadt beeindruckt bis heute mit ihren auf- und absteigenden Straßen, prachtvollen Gebäuden und ihrem einzigartigen kulturellen Erbe aus Geschichte, Kunst und Architektur.
Unser Bus hält außerhalb der mächtigen Stadtmauern. Zu Fuß gelangen wir vorbei am imposanten Tritonenbrunnen über den ehemaligen Festungsgraben durch das City Gate in die Altstadt. Die moderne Gestaltung des Stadttors stammt vom berühmten italienischen Architekten Renzo Piano. Gleich dahinter erhebt sich das 2015 fertiggestellte Parlamentsgebäude, ebenfalls nach seinen Plänen entstanden. Auch am Wiederaufbau des benachbarten Open-Air-Opernhauses Pjazza Teatru Rjal war Renzo Piano maßgeblich beteiligt. Das ursprüngliche Opernhaus aus dem 18. Jahrhundert war im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden.
Weiter geht es zur Pjazza Jean de Valette mit der Statue des Stadtgründers. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Castille Place mit der prachtvollen Auberge de Castille et Léon aus dem Jahr 1744, einem der repräsentativen Ritterpaläste Maltas. Heute dient der elegante Barockbau als Amtssitz des Premierministers. Daher kann er nur von außen besichtigt werden.
Nicht weit davon entfernt betreten wir die Oberen Barrakka-Gärten, einst Exerzierplatz der Ritter. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick über den Grand Harbour, die Bucht und die gegenüberliegenden „Drei Städte“, die wir bereits erkundet haben. Am Eingang des Hafens erkennen wir unter anderem das Fort Ricasoli sowie das gegenüberliegende Fort St. Elmo, die einst gemeinsam die Hafeneinfahrt sicherten.
Durch die Merchant Street gelangen wir schließlich zur römisch-katholischen St. John’s Co-Kathedrale, dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmet. Sie ist die ehemalige Hauptkirche des Johanniterordens. Das Gotteshaus wurde ab 1573 nach Plänen des maltesischen Architekten Gerolamo Cassar errichtet, vom Großmeister Jean de la Cassière gestiftet. Für unseren Besuch erhalten wir Audiosysteme, sodass wir den Erläuterungen unserer Reiseleitung bequem folgen können.
Die schlichte Außenfassade erinnert eher an eine Festung, doch im Inneren erwartet uns eine überwältigende barocke Pracht. Fast alle Großmeister des Malteserordens fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Etwa 400 kunstvoll gestaltete Grabplatten aus kostbarem Marmor schmücken den Boden der Kirche. Spätere Erweiterungen und Ausschmückungen wurden unter anderem von den Großmeistern Raphael und Nicholas Cotoner sowie António Manoel de Vilhena veranlasst.
Von den neun Kapellen der Kathedrale sind acht jeweils einer der historischen „Zungen“ des Johanniterordens gewidmet, die neunte der Muttergottes von Philermos, der Schutzpatronin der Ritter. Ein besonderer Höhepunkt erwartet uns im Oratorium: Caravaggios Meisterwerk „Die Enthauptung Johannes des Täufers“, das einzige vom Künstler signierte Gemälde und eines der bedeutendsten Werke europäischer Malerei.
Weg mag, trifft sich im Anschluss an die Mittagspause zum Besuch des Archäologischen Museum oder nutzt die Zeit zu einem Bummel in Eigenregie.
Sitz des Archäologischen Nationalmuseums ist die ehemalige Auberge de Provence aus dem Jahr 1574. Dort erhalten wir spannende Einblicke in die maltesische Frühgeschichte von etwa 5000 bis 2500 v. Chr. Besonders eindrucksvoll sind die berühmten Statuetten der „Schlafenden Frau“ aus dem Hypogäum, einer unterirdischen Bestattungsanlage, sowie die sogenannte „Venus“ beziehungsweise „Fat Lady“ von Hagar Qim.
Entlang der lebhaften Republic Street bestaunen wir auf dem Rückweg zum Treffpunkt vor dem Parlamentsgebäude das besondere Flair Vallettas: traditionelle Balkone und Erker, elegante Geschäfte und gemütliche Lokale in den Seitenstraßen.
Unser Bus erwartet uns bereits. Im Hotel angekommen, lädt der Pool auf der Dachterrasse erneut zum Entspannen ein. Wer möchte, kann vor dem Abendessen noch entlang der Promenade spazieren und den Blick auf das glitzernde Meer genießen.
Abendessen im Buffetrestaurant des Hotels.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
4. Tag: Ausflug auf die Schwesterinsel Gozo mit Ggantija–Tempel – Zitadelle in Victoria – Xlendi
Heute erwartet uns ein abwechslungsreicher Ausflug auf die Schwesterinsel Gozo, verbunden mit einer kurzen und angenehmen Fährüberfahrt.
Nach einem opulenten Frühstück machen wir uns auf den Weg zur rund sechs Kilometer nordwestlich von Malta gelegenen Insel Gozo. Die kleinere Schwesterinsel misst etwa acht Kilometer in der Breite und vierzehn Kilometer in der Länge. Sie erscheint – zumindest in den regenreicheren Wintermonaten – als deutlich grüner und ursprünglicher als Malta. Der Legende nach soll Gozo die Insel der Nymphe Kalypso gewesen sein, auf der Odysseus nach einem Schiffbruch strandete und von Kalypso sieben Jahre lang festgehalten wurde. Als Schauplatz dieser Sage gilt eine Grotte oberhalb der Ramla Bay.
Unser Bus bringt uns zunächst nach Cirkewwa an der Nordspitze Maltas gelegen. Unterwegs erahnen wir in der Ferne Popeye Village, die Kulissenstadt für den hier gedrehten Film „Popeye, der Seemann“. Wir passieren Mellieha Bay, eine größere Badebucht mit schönem Sandstrand, der seicht ins Meer abfällt. Der Rote Turm, offiziell St. Agatha’s Tower, ein historischer Wachturm aus dem Jahr 1649, zieht wegen seiner auffällig roten Farbe und exponierten Lage immer wieder unsere Blicke auf sich.
Von Cirkewwa setzen wir mit der Fähre über. Bereits nach etwa 20 Minuten Fahrt, vorbei an der kleinen Insel Comino, erreichen wir den Hafen von Mgarr auf Gozo. Über dem Hafen erhebt sich die der Madonna von Lourdes geweihte Kirche. Auf der südlichen Landzunge liegt das im 18. Jahrhundert errichtete Fort Chambray.
Schon während der Fahrt über die Insel fällt auf, dass Gozo einen ruhigeren und ländlicheren Charakter besitzt. Die Landwirtschaft wird hier vielerorts noch als traditioneller Trockenfeldbau betrieben. Typisch sind die Steinmauern, die Felder und Terrassen vor Wind und Erosion schützen.
Unser erstes Ziel ist Xaghra mit der beeindruckenden Tempelanlage von Ggantija. Nach einer Einführung in die Ausstellung konzentrieren wir uns auf die beiden monumentalen Steinzeittempeln, die zwischen 3500 und 2400 v. Chr. entstanden und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Anlage zählt zu den ältesten freistehenden Bauwerken der Welt. Besonders interessant ist die Frage, wie die gewaltigen Steinblöcke damals bewegt und verarbeitet werden konnten. Nicht ohne Grund bedeutet „Ggantija“ übersetzt „Tempel der Riesen“.
Weiter geht es in den Nordwesten der Insel. Auf dem Weg dorthin passieren wir das Dorf Fontana – hier gibt es noch eine historische Frischwasserquelle sowie ein altes Waschhaus, die wir vom Bus aus sehen können.
In der malerischen Xlendi Bay im Südwesten der Insel legen wir einen Fotostopp ein. Xlendi selbst, einst ein kleines Fischerdorf, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Urlaubsort. Hoch über der Bucht wacht der Xlendi Tower aus dem Jahr 1650, der älteste Wachturm Gozos.
Bald erreichen wir Dwejra und den Inland Sea, einem von hohen Felsen umgebenen Salzwassersee, der durch einen natürlichen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Die Landschaft mit ihrer rauen Steilküste bietet eindrucksvolle Ausblicke. Das berühmte „Azure Window“, ehemals eines der bekanntesten Wahrzeichen Maltas, stürzte zwar 2017 ein, doch die Küstenlandschaft bleibt weiterhin beeindruckend.
Vor der Küste erhebt sich außerdem der sogenannte Fungus Rock, ein markanter Felsen, auf dem ein besonderer Pilz wuchs, dem früher heilende Kräfte zugeschrieben wurden. Um ihn zu schützen, wurde das Gebiet in früherer Zeit sogar von den Johanniterrittern bewacht.
Anschließend fahren wir weiter nach Victoria, der Hauptstadt Gozos. Die Einheimischen nennen die Stadt bis heute häufig bei ihrem früheren arabischen Namen „Rabat“. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1887 zu Ehren des 50-jährigen Thronjubiläums von Queen Victoria.
Zur Mittagszeit erreichen wir den Pjazza Independenza unterhalb der Zitadelle. Hier am Platz oder in den hübschen Seitengassen gibt es etliche Lokale, in denen wir uns ganz nach Appetit stärken können. Einige probieren das landestypische Hobz biz-zejt – maltesisches Brot mit Öl, Tomatenpaste, Tomaten, Thunfisch und Oliven.
Ganz nebenbei erfahren wir auch Interessantes über die maltesische Sprache. Sie ist die einzige semitische Sprache innerhalb der Europäischen Union und vereint in sich nordafrikanisch-arabische Wurzeln mit Einflüssen aus dem Italienischen und Englischen.
Danach bleibt entweder Zeit für eigene Erkundungen durch die verwinkelten Gassen und kleinen Geschäfte Victorias oder für einen gemeinsamen Rundgang mit der Reiseleitung zur imposanten Zitadelle. Die Festungsanlage wurde im 16. Jahrhundert von den Johanniterrittern ausgebaut und diente der Verteidigung der Insel. Innerhalb der Mauern befinden sich bis heute die Kathedrale Mariä Himmelfahrt, Verwaltungsgebäude sowie historische Wohnhäuser und ein ehemaliges Gefängnis. Natürlich dürfen hier auch Andenken-Shops nicht fehlen.
Bei einem Spaziergang entlang der Festungsmauern genießen wir herrliche Ausblicke über weite Teile Gozos. Anschließend bummeln wir durch die charmanten Altstadtgassen zurück zu unserem Bus.
Am späten Nachmittag fahren wir zurück zum Fährhafen und setzen wieder nach Malta über. Im Hotel angekommen, lädt der Pool erneut zum Entspannen ein.
Zum Abendessen treffen wir uns wie gewohnt im Buffetrestaurant des Hotels.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
5. Tag: Fakultativer Ausflug nach Comino ODER Freizeit in Malta
Der neue Morgen beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und bester Stimmung für einen weiteren erlebnisreichen Tag. Heute teilt sich unsere Gruppe: einige möchten den Tag ganz entspannt in Eigenregie gestalten, andere zieht es zur kleinen Nachbarinsel Comino – mit nur zweieinhalb Quadratkilometern die kleinste bewohnte Insel des maltesischen Archipels und zugleich mit lediglich vier Einwohnern die am dünnsten besiedelte.
Für die Comino-Entdeckungstour geht es zunächst nach Cirkewwa, wo bereits das Motorboot – exklusiv für uns – bereitliegt.
„Eine Seefahrt, die ist lustig …“ – Schon kurz nach dem Ablegen genießen wir die Fahrt mit faszinierenden Ausblicken auf das tiefblaue Mittelmeer entlang der eindrucksvollen Küste Cominos. Die hohen Kalksteinfelsen mit ihren zahlreichen Höhlen wirken wild und ursprünglich.
Unser erstes Ziel ist die berühmte Blaue Lagune. Das kristallklare, türkisfarbene Wasser lädt sofort zum Verweilen und Baden ein. Nach der Ankunft nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine Fotopause. Außerdem bleibt Zeit, sich an den Kiosken noch mit Getränken oder kleinen Snacks zu versorgen, bevor wir gut gerüstet zu unserer Wanderung aufbrechen.
Der Weg führt uns entlang der Küste und eröffnet immer wieder herrliche Panoramablicke auf das funkelnde Meer, kleine Buchten und vorgelagerte Felseninseln. Die Strecke verläuft – zwar hier und da über kleine Steine und Geröll – weitestgehend angenehm und ist dank der nur geringen Höhenunterschiede gut zu bewältigen.
Am weithin sichtbaren Wachturm legen wir eine Pause ein und genießen den traumhaften Ausblick über das Mittelmeer bis hinüber nach Gozo. Anschließend setzen wir unsere Wanderung in Richtung Santa Maria Bay fort, die wir nach etwa eineinhalb Kilometern erreichen. Kurz vor der Bucht halten wir noch an dem kleinen Kirchlein von Santa Maria.
An der Santa Maria Bay besteht die Möglichkeit, die freie Zeit für eine ausgedehnte Badepause am schönen Sandstrand zu nutzen.
Für den Rückweg zur Blauen Lagune nehmen wir einen kürzeren Weg, der immer wieder von üppig blühenden Oleanderbüschen gesäumt wird. Nach Ankunft an der Blauen Lagune bleibt noch etwas freie Zeit. Seit unserer Ankunft am Vormittag sind hier deutlich mehr Ausflügler eingetrudelt.
Am frühen Nachmittag holt uns das Boot wieder ab und bringt uns zurück nach Cirkewwa. Dabei fahren wir zunächst recht nah an der zauberhaften Felsküste von Comino entlang, mit eindrucksvollen Aussichten in Höhlen und kleine Buchten. Nach dem wir die Insel hinter uns gelassen haben, nimmt der Captain volle Fahrt auf. Dabei kommt es auch zu aufspritzender Gischt, die zumindest auf den hinteren Plätzen im Boot für eine feuchte Erfrischung sorgt.
Beim Abendessen im Hotel kommt die komplette Gruppe wieder zusammen und tauscht sich zu den Eindrücken des Tages aus.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
6. Tag: Maltesischer Bauernhof mit lokalen Köstlichkeiten – Mdina mit Kathedrale – Katakomben von Rabat – Dingli–Klippen
Vor dem Frühstücksbuffet haben wir bereits Gelegenheit, den heute dreijährigen Geburtstag seit Neueröffnung des Hotels mit einem Glas Prosecco und maltesischem Gebäck zu feiern.
Dann stärken wir uns für einen besonders abwechslungsreichen Ausflugtag.
Zum Auftakt besuchen wir ein traditionelles maltesisches Farmhaus. Dort erhalten wir Einblicke in das Leben und Arbeiten auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Zunächst geht es zu den Gewächshäusern, in denen wir unter anderem einiges zum Tomaten- und Auberginenanbau und zur wichtigen Rolle der Bienen bei der Bestäubung erfahren. Für diesen Zweck werden die Bienen übrigens eigens aus Holland oder Belgien eingeführt.
Im Farmhaus selbst gibt es Informationen zum Betrieb und der Produktion. Anschließend besichtigen wir den in den Kalkstein gehauenen Weinkeller. Nach einer kurzen Filmvorführung genießen wir einen köstlichen Mittagsimbiss mit typisch maltesischen Spezialitäten sowie Weinen aus eigenem Anbau.
Im Anschluss besteht Gelegenheit, einige der regionalen Produkte zu erwerben.
Dann fahren wir weiter zur beeindruckenden Südwestküste Maltas. Die Region ist geprägt von schroffen, steil ins Meer abfallenden Klippen und einer ursprünglichen, wilden Landschaft. An den rund 250 Meter hohen Dingli Cliffs legen wir einen Fotostopp ein und genießen die spektakuläre Aussicht über das in der Mittagsonne glitzernde Mittelmeer.
Einige Gäste begleiten die Reiseleitung zu den nahegelegenen prähistorischen Schleifspuren im Felsboden, deren Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte. Unterschiedliche Theorien beschäftigen sich mit ihrer Entstehung und verleihen dem Ort eine geheimnisvolle Atmosphäre.
Weiter geht es ins Inselinnere Maltas. Schon von weitem erkennen wir die ehemalige Hauptstadt Mdina, die eindrucksvoll auf einem rund 190 Meter hohen Plateau thront und von steil abfallenden Felswänden geschützt wird. Die historische Festungsstadt ist von einem mächtigen Mauerring umgeben und zählt zu den faszinierendsten Orten Maltas.
Über die gelbe barocke Sandsteinbrücke gelangen wir schließlich über den ehemaligen Festungsgraben durch das imposante Villena-Tor in die alte Hauptstadt.
Die eindrucksvolle Kulisse diente übrigens auch als Drehort für Szenen der Serie „Game of Thrones“. Im Innenhof des National Museum of Natural History erhalten wir weitere interessante Informationen von unserer Reiseleitung. Im Souvenirshop gibt es hier sogar einen kleinen „Grandmaster“ als Playmobil zu erwerben.
Bei unserem Rundgang durch die engen, gepflasterten Gassen entdecken wir prachtvolle Wohnhäuser und Paläste aus Mittelalter und Barock, viele davon liebevoll restauriert. Die eher geschlossenen Fassaden erinnern an den Einfluss arabischer Architektur. Nach der Innenbesichtigung der St.-Paul’s-Kathedrale gelangen wir zu den alten Festungsmauern, von denen sich ein herrlicher Blick über weite Teile der Insel eröffnet.
Es wird schnell verständlich, warum sich hier einst der maltesische Adel niederließ. Heute leben nur noch rund 200 Menschen innerhalb der Stadtmauern. Besonders am Abend, wenn die Tagesbesucher die Stadt verlassen haben, entfaltet Mdina ihre einzigartige Atmosphäre – ruhig, beinahe mystisch – und macht ihrem Beinamen „Die stille Stadt“ alle Ehre.
Wir verlassen Mdina durch das griechische Tor und gelangen zu einem kleinen schattigen Park.
Weg mag, kann die Zeit bis zur Rückfahrt individuell gestalten, sich auf einer der Parkbänke ausruhen, oder gemeinsam mit unserer Reiseleiterin das Mdina direkt vorgelagerte Städtchen Rabat und die Katakomben erkunden. Während Mdina hinter ihren schützenden Mauern eher abgeschieden blieb, entwickelte sich Rabat im Laufe der Zeit zu einem lebendigen Ort mit Wohnhäusern, Geschäften und religiösen Einrichtungen.
Unser Ziel sind die St. Cataldus Katakomben. Diese dienten im späten 2. und frühen 3. Jahrhundert als christliche Begräbnisstätte unterhalb der kleinen St.-Cataldus-Kirche. Nach einer kurzen Einführung steigen wir hinab in die eindrucksvolle unterirdische Anlage.
Nach etwas Freizeit im Anschluss spazieren wir durch die charmanten Gassen von Rabat zurück in Richtung Mdina.
Unser Bus erwartet uns bereits in der Nähe und es geht zurück zum Hotel.
Dann bleibt Freizeit für einen erfrischendes Bad im Pool oder Meer oder erste Vorbereitungen für die morgen anstehende Rückreise.
Unser Abendessen ist heute in einem maltesischen Lokal vorgesehen. Für den kurzen Spaziergang dorthin treffen wir uns am Abend in der Hotellobby.
Es erwartet uns ein Menü aus drei Gängen mit Wahlmöglichkeit aus verschiedenen Speisen. Dabei lassen wir die gemeinsam verbrachten Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren, denn, ja – es ist der letzte gemeinsame Abend in dieser Runde.
Später klingt der Abend bei einem Spaziergang oder einem letzten gemütlichen Schluck in entspannter Atmosphäre aus.
Als Höhepunkt des Abends und unserer Reise werden wir noch von einem Feuerwerk gleich vor dem Hotel überrascht.
Übernachtung im Hotel AX Odycy.
7. Tag: Rückflug von Malta ODER Badeverlängerung möglich
Die Gäste, die heute ihre Heimreise antreten, genießen das letzte ausgiebige Frühstück auf Malta noch einmal ganz besonders.
Im Laufe des Vormittags heißt es dann langsam Abschied nehmen: von den Verlängerungsgästen, von den gemeinsamen Reiseerlebnissen und natürlich von der sonnigen Insel Malta. Anschließend erfolgt der Transfer zum Flughafen.
Viele schöne Erinnerungen an diese gemeinsamen Tage werden uns sicherlich noch lange begleiten – und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns auf einer anderen Reise mit Eberhardt Travel wieder.
Herzlichen Dank an ALLE für die schöne gemeinsame Zeit!
Das war es nun, unser „Schatzkästchen im Mittelmeer“. Wir haben es mit großer Neugier erkundet, seine Facetten entdeckt und es zugleich mit Respekt zurück gelassen – für all jene, die nach uns kommen.
Zwar fanden wir keine versteckten Gold- oder Juwelenschätze in geheimen Höhlen, dafür jedoch weit wertvollere Kostbarkeiten: beeindruckende Zeugnisse einer bewegten Geschichte, charmante Orte voller Charakter, türkisfarbene Buchten und nicht zuletzt die herzliche Gastfreundschaft der Menschen auf Malta.
Diese besonderen Eindrücke und Erinnerungen nehmen wir mit nach Hause – kostbar, unvergesslich und ganz ohne Übergepäck
Das war es nun, unser „Schatzkästchen im Mittelmeer“. Wir haben es mit großer Neugier erkundet, seine Facetten entdeckt und es zugleich mit Respekt zurück gelassen – für all jene, die nach uns kommen.
Herzlichen Dank an ALLE für die schöne gemeinsame Zeit!
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