Rundreise und Kreuzfahrt Ozeanien: Australien und Neuseeland mit Singapur–Vorprogramm
Reisebericht: 04.02. – 03.03.2026
Wir haben beschlossen, ins Warme zu fliehen, zuerst erkunden wir Singapur mit seinem Glamour, danach Australien mit seiner Weite und am Ende Neuseeland mit üppigem Grün, wir sind gespannt...
Ein Reisebericht von
Simone Willner
Anreise, Nachtflug nach Singapur
Sternförmig bewegen sich 18 Reisefreudige nach Frankfurt zum Flughafen. Die Gäste trifft Simone, die Reisebegleiterin, am Gate der Singapur Airlines und wir begrüßen und beschnuppern uns erst einmal neugierig. Vier Gäste kommen aus Dresden, weitere vier aus Berlin, die restlichen Gäste sind mit dem Zug oder dem Auto nach Frankfurt gereist.
Am Abend geht es dann endlich los mit dem Check-in in die große Maschine der Singapur Airlines, uns erwarten ein umfangreiches Entertainmentprogramm, leckeres Abendessen und eine ruhige Nacht, zwar im Sitzen, aber dafür gut gesättigt.
Singapur, wir kommen ...
Löwenstadt Singapur
Leider machen Wetter und ungünstige Winde einer pünktlichen Ankunft in Singapur einen Strich durch die Rechnung und aufgrund der umfangreichen Vorbereitungen für das nahende Chinesische Neujahrsfest und den vielen Baustellen, erreichen wir erst am Abend unser Hotel.
Der Stadtstaat Singapur liegt in Südostasien und wurde 1819 von Sir Thomas Stamford Raffles als Handelsposten der Ostindischen Handelskompanie gegründet. Bis 1959 war der einst kleine Ort britische Kolonie, wenig später fusionierte er mit Malaysia und nochmals zwei Jahre später entschied man sich für die Unabhängigkeit. In rasend kurzer Zeit entwickelte sich Singapur seitdem zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder weltweit und hat heutzutage einen Lebensstandard, der dem Westeuropas in nichts nachsteht.
Am Abend entdecken wir die Skyline der Megacity mit ihren knapp sechs Millionen Einwohnern und sind gebannt von der Kulisse, den vielen Lichtern und natürlich der imposanten Show an den Gardens by the Bay, dem größten botanischen Garten der Welt. Wir schauen uns die riesigen stählernen hell beleuchteten "Bäume" an und lauschen chinesischen und indischen Popmelodien. Danach laufen wir durch das berühmte Marina Bay Sands Hotel und sind von der schieren Größe, dem Luxus, den vielen Lichtern, der absoluten Sauberkeit und der Freundlichkeit der Menschen hier begeistert. Die Handykameras laufen heiß und wir genießen das Spektakel.
Danach sind die meisten Gäste müde und wollen ein wenig Schlaf nachholen und wir fahren ins Hotel zurück.
Jetzt freuen wir uns auf die bequemen Hotelbetten und bevor wir morgen einen weiteren Tag in der faszinierenden asiatischen Metropole verbringen werden, heißt es für heute: gute Nacht ...
Stadtrundfahrt zur Erkundung der Löwenstadt Singapur
Morgens bewundern wir das reichhaltige und teilweise exotische Frühstücksbuffet im Grand Park Hotel und brechen danach gestärkt zu den Gardens by the Bay auf. Dort schauen wir uns den Nebelwald (Cloud Forest) und den Blumenpavillon (Flower Dome) an. Diese zwei riesigen überdachten Gewächshäuser sind Heimat von vielen uns nur als Balkonpflanzen bekannten Blumen, die wir zu Hause mühevoll versuchen zu züchten und zu hegen. Hier wachsen sie meterhoch und überwuchern alles! Momentan präsentiert man Frühjahrsblüher und wir schwelgen in einem Meer aus Farben und Blütenformen.
Am Mittag machen wir uns gemeinsam mit Alvin auf den Weg zum Botanischen Garten, der sich auf Orchideenzüchtungen spezialisiert hat. Hier wuchern diese wunderschönen Gewächse regelrecht, hängen in meterlangen Rispen an Wasserfällen oder begrünten Wänden herunter, wir haben das Glück, einen Waran und sogar einen Eisvogel im Dschungeldickicht zu entdecken und die Orchideen sind unbeschreiblich, besonders die Draculaarten. Sogar ein stark gekühltes Gewächshaus gibt es, welches für die Sorten errichtet wurde, die das tropische Klima nicht vertragen.
Am Merlin, dem Wahrzeichen von Singapur fotografieren wir die spektakuläre Kulisse. Es handelt sich bei dieser schneeweißen wasserspeienden Figur um ein Mischwesen aus einem Löwen und einem Fisch.
Mittlerweile ist es schon Nachmittag geworden und unsere Mägen melden sich. So kommt uns der Besuch im Hawker Center in China Town gelegen und wir versuchen uns an den hervorragenden Dim Sum, den gefüllten Teigtaschen, chinesischen Nudelgerichten, indischen Currys oder am Eisstand. Hier essen auch die Einheimischen gern, es geht schnell, alles wird frisch zubereitet, man zahlt wenige Dollar und die Gerichte sind sehr schmackhaft.
Am späten Nachmittag drehen wir noch eine Runde in Chinatown, wo die Vorbereitungen für das bevorstehende chinesische Neujahr in vollem Gange sind. Überall hängen die roten Lampen und rote Dekoration in jeglicher Form wird am Straßenrand verkauft. Einige Gäste sind mutig genug, sich an die Stinkfrucht Durian zu wagen, sie schmeckt cremig, ein wenig wie Avocado und ist sehr gesund, die Schale verbreitet allerdings einen muffigen Geruch, daher hat sie ihren Beinamen.
Am Abend verabschieden wir uns schweren Herzens von Alvin und dem pulsierenden Stadtstaat und machen uns auf den Weg zum Flughafen, wo wir weiter nach Australien fliegen. Vorher schauen wir noch schnell am Jewel vorbei, dem Wasserfall innerhalb des Changi Flughafens, der in verschiedenen Farben angestrahlt wird. Das Design dieses Besuchermagneten hat Singapur Moshe Safdie zu verdanken, dem Architekten, der auch das Marina Bay Sands Hotel kreiert hat.
Morgen werden wir den fünften Kontinent erreichen - Australien, wir kommen ...
Ankunft in Cairns, Hallo Australien
Nach dem Nachtflug erreichen wir zuerst Brisbane in Australien und müssen dort erstmal die Einreiseformalitäten für Australien erledigen, bevor wir mit einem Inlandflug weiter nach Cairns in den tropischen Nordosten Australiens reisen. Alle hatten sich auf eine umfangreiche Kontrolle eingestellt, aber es geht recht schnell, trotz der langen Schlangen und wir werden nur nach den mitgebrachten Medikamenten gefragt, Schuhe interessieren heute nicht und es läßt sich weit und breit kein Spürhund ausmachen.
Auf dem Weiterflug nach Cairns genießen wir traumhafte Blicke auf das berühmte Great Barrier Reef und die verschiedenen Blautöne über denen teilweise Regenbögen schweben sind magisch - ein einmaliger Anblick.
Cairns befindet sich mit seinen fast 160.000 Einwohnern im oberen Nordosten Australiens und liegt somit in der Region Tropical North von Queensland, direkt an der wunderschönen Korallensee. Tropisch warmes Meer, bunte Unterwasserwelten, endlose Sandstrände, Berge mit umwerfender Aussicht, uralte Regenwälder, zahlreiche Wasserfälle, reißende Flüsse und eine überaus exotische Tierwelt sind die Charakteristika dieser Region. Dank dieser Vielfalt der gesamten Umgebung ist eine ungeheuer große Palette an verschiedenen Aktivitäten möglich. Darüber hinaus wird Cairns oftmals als Australiens Tauchhauptstadt bezeichnet, da die Entfernung zum Great Barrier Reef recht gering ist. In nur einer dreiviertel Stunde gelangt man bereits zum etwa 50 Kilometer entfernten Außenriff. Aber auch zu den Regenwäldern der „Wet Tropics of Queensland“ (von denen fast 9.000 Quadratkilometer zum Weltkulturerbe gehören), den fruchtbaren Atherton Tablelands und der abenteuerlichen Cape York Peninsula ist die Stadt der ideale Ausgangspunkt.
Am Nachmittag unternehmen die meisten einen Spaziergang am Strand entlang und zum Abendessen treffen wir uns alle und holen nun endlich unsere Vorstellungsrunde nach.
Wir sind gespannt auf den Regenwald ...
Besuch des Künstlerdorfes Kuranda mit Seilbahn– und Eisenbahnfahrt sowie Kulturerlebnis
Annette, die Reiseleiterin, holt uns am Morgen im Hotel ab und wenig später schweben wir mit der Skyrail über dichten Regenwald hinweg auf unserem Weg nach Kuranda. Wir machen immer wieder Spaziergänge durch das faszinierende Dschungeldickicht, entdecken dornige und farbintensive Pflanzen, Spinnen, Ameisen, große bunte Schmetterlinge und quietschgrüne Frösche.
Nach diesen vielen Eindrücken erreichen wir Kuranda in den Bergen westlich von Cairns. Dieser Ort ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Gegend. Wenn es in Cairns erdrückend heiß und schwül ist, ist es in Kuranda angenehm kühl und frisch. Vor allem die Lage mitten im Regenwald macht den Ort ideal für Wanderungen. Hier haben wir die Möglichkeit, einen ECHTEN KOALA auf den Arm zu nehmen und Fotos mizunehmen - ein unglaubliches Erlebnis.
Bei den Ureinwohnern, den Aborigines, werden wir in die Tanzkunst eingeführt, dürfen uns im Bumerangwerfen üben, lauschen den Klängen einer Digeridoo und sehen ihnen beim Speerwurf zu.
Den Nachmittag verbringen wir in dem kleinen Regenwaldort, bummeln über den Handwerkermarkt und genießen einfach das Flair bevor wir uns am Nachmittag zu einem recht viktorianisch anmutenden Bahnhof begeben, von wo aus wir mit einem nicht weniger englisch aussehenden nostalgischen Zug mitten durch den Regenwald zurück nach Cains fahren.
Wir lassen den Abend auf dem Nachtmarkt ausklingen und genießen Thai Food oder Fisch und Chips, bevor wir voller wunderschöner Eindrücke in unsere Betten fallen.
Morgen werden wir das Great Barrier Reef näher kennenlernen ...
Erkundung des Great Barrier Reef mit Katmaran und Glasboden–Boot
Am heutigen Morgen fahren wir mit einem großen Katamaran raus in die Korallensee zum Great Barrier Reef. Das Riff liegt an der belebten Ostküste des fünften Kontinents, neben dem Bundesstaat Queensland. Es gilt als das weltweit größte Korallenriff und erstreckt sich vom 10. bis zum 24. südlichen Breitengrad. James Cook, der britische Seefahrer, entdeckte es im Jahr 1770. 1981 wurde es schließlich von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.
Als wir ankommen, sehen wir eine schneeweiße Sandbank mit Tölpeln aller Altersgruppen, die wir gut beim Füttern ihrer Brut beobachten können. Mit einem Tenderboot setzten wir über, schlüpfen in die Schnorchelanzüge, probieren Masken und Schnorchel, stellen alles für uns passend ein und nachdem wir unsere Füße in die Flossen geschoben haben, paddeln wir los. Am Riff gibt es mehr als hundert Haiarten, angefangen vom kleinsten, dem Wobbegang, bis hin zum größten, wie dem Walhai. Leider läßt sich heute keiner von ihnen blicken. Die berühmten orangefarbenen Clownfische - auch Nemos genannt - sind ebenfalls nicht auszumachen. Dafür treffen wir auf etliche Maori-Lippfische, die mit ihrem eigenartigen Maul und dem intensiven Blau sehr auffällig sind. Am Boden glänzen in Lila- und Blautönen Riesenmuscheln. Das Riff ist die Heimat von sechs der sieben weltweit vorkommenden Meeresschildkröten, allerdings sind auch sie heute nicht zu erblicken.
Auffällig sind die über 400 hier vorkommenden Korallenarten. Das ganze Riff besteht aus 2.900 Einzelriffen und 900 Inseln, die alle von diesen Korallen, die übrigens Lebewesen sind, geschaffen wurden. Durch seine unglaubliche Größe kann man es aus dem Weltraum sehen.
Zum Mittag kehren wir voller Eindrücke zum Katamaran zurück und stärken uns erst einmal am Mittagsbüffet, bevor wir am Nachmittag gemeinsam mit einer Art U-Boot erneut über das Riff gleiten, diesmal mit Motorkraft. Aus den Fenstern sehen wir die beeindruckenden Korallen nochmal aus nächster Nähe und hier kommen auch die Gäste auf ihre Kosten, die am Vormittag nicht mit geschnorchelt sind.
Abends kehren wir nach einem wundervollen Tag auf dem Meer zurück nach Cairns und müssen erneut Koffer packen. Morgen werden wir ins Landesinnere fliegen und den weltberühmten Uluru zu Gesicht bekommen...
Einzigartiges Outback, Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock)
Am ganz frühen Morgen holt uns Annette im Hotel in Cairns ab und wir fahren wieder auf den Flughafen. In Australien fliegt man auch innerhalb des Landes, da die Distanzen sonst viel zu weit wären. Heute haben wir glücklicherweise weder Formulare auszufüllen noch Medikamente zu deklarieren und heben ganz pünktlich ab. Die Landschaft verändert sich, aus dem üppigen Grün des Regenwaldes gleiten wir hinüber in das Rotbraun des Landesinneren. Ganz ungewöhnlich für die Region ist es, daß es seit etwa einer Woche üppige Regengüsse gegeben hat, was nur etwa aller drei Jahre vorkommt. Von oben schauen wir auf Flüsse und Wasserlöcher, die sonst nicht da sind.
Am Ayers Rock (Uluru) angekommen, empfängt uns Eve und wir fahren ins Hotel. Einige wollen in den Ort etwas essen gehen, andere bummeln durch den Garten der Anlage. Manche ruhen sich auch etwas aus und wieder andere planschen im Pool.
Am Nachmittag treffen wir uns alle wieder, um nun gemeinsam das Terrain zu erkunden. Zuerst fahren wir zu einem Fotostop, von wo aus man den Uluru sehr gut fotografieren kann. Da es seit einer Woche etliche Regenfälle gegeben hat, ist die Landschaft grün, und sogar Pilze entdecken wir am Boden. Unser Busfahrer Dave zeigt uns ein Video vom Vortag in dem Wasserfälle den Ayers Rock hinunter rauschen, hier in der Wüste ein seltenes Ereignis.
Für die Ureinwohner ist dieser riesige Sandstein mitten in Australien ihr wichtigstes Heiligtum und die UNESCO hat ihn zum Weltkulturerbe erklärt. 348 Meter dieses Giganten ragen über dem Erdboden heraus, geologische Forschungen haben ergeben, daß bis zu 16 Meter unterirdisch liegen.
Im Kulturzentrum der Aborigines sehen wir ihre Kunst und lernen einige ihrer Traumzeitmythen kennen. Danach spazieren wir um den Fels herum, sehen ein Wasserloch, eine Höhle und die Spuren der Übermütigen am Fels, die den Riesen bestiegen haben. Seit 2019 ist das glücklicherweise verboten, wer hat es schon gern, wenn die Gäste über die eigenen Heiligtümer trampeln.
Leider können wir unseren geplanten Snack am Fuße des Uluru nicht draußen genießen, zu bedrohlich sind die herannahenden Regenwolken, Blitz und Donner sind bereits in der Ferne zu sehen und zu hören, so kehren wir zum Sonnenuntergang ins Hotel zurück. Dort empfängt man uns mit Sekt und am Abend haben wir die Chance, Kamel-, Emu- und Känguruwürstchen zu probieren, manche entscheiden sich auch für ein Rindersteak. Da wir allerdings morgen früh noch einen Versuch mit dem Spektakel des Sonnenaufgangs am Uluru unternehmen wollen, brechen wir kurz nach dem Essen auf und fallen müde in unsere Betten.
Wir beten zu den Wettergöttern ...
Stimmungsvoller Sonnenaufgang am Uluru (Ayers Rock) und Flug nach Sydney
Gaaaanz früh am Morgen begeben wir uns nochmals in die Wildnis zum Uluru, um den Berg und die Landschaft im rosaroten Licht des Sonnenaufgangs zu erleben. Das Glück ist uns hold und ein beeindruckender Sonnenaufgang taucht den riesigen Fels in die schönsten Farben. Von unserer Plattform aus können wir neben dem Uluru bereits die Kata Tjutas, unser nächstes Ziel, erkennen.
Die Olgas, in der Sprache der Aborigines Kata Tjuta genannt, befinden sich im Herzen des roten Kontinents beziehungsweise in der Region Central Australia, im Süd-Westen des Nothern Territory. Sie bestehen aus insgesamt 36 markant aussehenden, kuppelförmigen Bergen, von denen der Mount Olga mit 546 Metern der höchste ist. Genau wie der 36 Kilometer westlich liegende Ayers Rock (Uluru) befinden sich die Olgas im Uluru-Kata Tjuta National Park, circa 350 Kilometer Luftlinie von Alice Springs entfernt.
Kata Tjuta heißt übersetzt „viele Köpfe“ (Kata = Kopf, Tjuta = viele). Woher die Bedeutung des Namens stammt, ist beim Anblick der Steinformation nicht schwer zu erkennen. Die Kata Tjuta sind, genau wie der Ayers Rock, vor circa 550 Millionen Jahren im ungefähr 900 Millionen Jahre alten Amadeus-Becken entstanden Entdeckt wurden sie von dem Abenteurer Ernest Giles, der die Felsgruppe im Jahr 1872 schließlich nach der Königin Olga von Württemberg benannte. Heute gehören der Uluru-Kata Tjuta National Park und somit auch die Olgas zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir laufen gemeinsam über rote Steine, kraxeln über Brücken und erreichen die Walpaschlucht. Die Landschaft ist faszinierend. Der Boden unter unseren Füßen ist rot wie Tomatensauce und porös. Eukalyptusbäume und Sträucher säumen unseren Pfad und rechts und links ragen die riesigen Felswände der Kata Tjutas empor. Als wir eine Aussichtsplattform erreichen, erstreckt sich die fantastische Landschaft vor unseren Augen. In einem kleinen Wasserlauf entdecken wir Kaulquappen.
Zum Frühstück kehren wir dann ins Hotel zurück, und leider heißt es schon wieder Abschied nehmen, was in Australien tatsächlich meist mit einem Weiterflug verbunden ist, da die Entfernungen riesig sind.
Am Nachmittag befinden wir uns bereits im fast 2.900 Kilometer entfernten Sydney. In der Hauptstadt von New South Wales leben etwa fünf Millionen Einwohner und eine davon ist Conny, eine Deutsche, die bereits seit elf Jahen hier ihren Wohnsitz hat. Sie begleitet uns in unser mitten in der Innenstadt gelegenes Hotel und am Abend schwärmen wir aus, um im Hay Markt oder dem gleich ums Eck liegenden Chinatown noch etwas zu Essen zu bekommen.
Morgen sind wir sehr auf die Erlebnisse in dieser Metropole gespannt ...
Die australische Metropole Sydney, Hauptstadt von New South Wales – Besuch der Oper
Nach dem Frühstück holt uns Conny im Hotel ab und wir fahren zum weltberühmten Opernhaus in Sydney. Wie geblähte Segel ragt das Dach 67 Meter hoch in den Himmel - passend zum Standort: Das Opernhaus liegt umtost von Wind und Wetter auf einer kleinen Landzunge direkt am Hafen. Daß es 14 Jahre dauern sollte, bis dieses spektakuläre Bauwerk 1973 eröffnet werden konnte, hat sich anfangs niemand träumen lassen. 1918 wurde in Kopenhagen Jorn Utzon, der Sohn eines Yachtkonstrukteurs geboren, 1937 begann er sein Architekturstudium und 1950 gründete er sein eigenes Büro, wo er sich ausschließlich mit Wohnungsbau beschäftigte. Das sollte sich 1957 schlagartig ändern: Als "Niemand" beteiligte er sich an einem internationalen Wettbewerb für das Design eines Opernhauses, 233 Vorschläge aus 28 Nationen wurden eingereicht, sein Entwurf gewann, er war völlig neu, bahnbrechend, visionär. Obwohl man unsicher war, ob der gezeichnete Entwurf überhaupt umsetzbar sei, begann man 1959 mit dem Bau und die statischen Berechnungen erstellte der junge Ingenieur Ove Arup.
Anfangs bereitete die anspruchsvolle Statik der gekrümmten Schalen des Daches große Probleme, der Ingenieur sah sich außer Stande, diese Formen zu berechnen! In sechs Jahren Bauzeit wurden 12 Neuberechnungen angestellt. Mit Lochkarten gesteuerte Computer brauchten 18 Monate, um die Krümmungen und die Statik aller Dächer zu berechnen, 44 Zeichner waren mit rund 1.700 Planzeichnungen beschäftigt. Eine regelrechte Kostenexplosion war die Folge. Die ursprünglich veranschlagten 3,5 Millionen Dollar wuchsen schnell zu 57 Millionen Dollar an und man schloß Utzon von der weiteren Planung aus, da er sich gegen eine Vereinfachung und damit kostengünstigere Variante sträubte. Danach hat er nie wieder australischen Boden betreten und die Fertigstellung des Opernhauses nicht mehr erlebt.
Australische Architekten und der Ingenieur Ove Arup vollendeten das gigantische Werk. Wir dürfen die verschiedenen Konzert- und Opernbühnen sehen, im Haus finden von Ballett, Oper, Operette, Musical hin zu Wrestling-Veranstaltungen und Rock- und Popkonzerten alles statt, und einige unserer Gäste haben das außerordentliche Glück noch Karten für die heutige Abendveranstaltung "Hänsel und Gretel" zu ergattern, zwei Gäste entscheiden sich für Madame Butterfly am Samstag Abend.
Im Anschluß an die spannende Opernführung fahren wir zum Observatory Hill und genießen die Aussicht auf den Darling Harbour und die berühmte Hafenbrücke. Leider ist uns heute das Wetter nicht hold, es nieselt und alles ist Grau in Grau - schade! Am Circular Quay sehen wir die Fähren nach Manly abfahren, wir streifen den Hyde Park mit seinen mächtigen Feigenbäumen, bewundern den viktorianischen Stil am Queen Victoria Gebäude und laufen durch The Rocks, das älteste Viertel Sydneys. Als wir am berühmten eigentlich goldgelben Bondy Beach ankommen, öffnet der Himmel seine Schleusen und wir entschließen uns, einen Kaffee zu trinken und Eis in Innerein eines Cafés zu essen, an einen Strandspaziergang ist nicht zu denken. Wenig später erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem aus wir auf die Halbinsel Manly blicken, ein Viertel, wo die gutbetuchten Einwohner Sydneys leben.
Der Regen will und will nicht weichen und am frühen Nachmittag kehren wir voller Eindrücke aber mit Grau-in-Grau-Fotos zum Hotel zurück und ruhen uns ein wenig aus. Am Abend gehen einige Gäste in die Oper und schauen sich Hänsel und Gretel an und andere bummeln durch China Town oder die Markthallen.
Morgen sind wir auf die Blue Mountains gespannt und beten zu allen Göttern für besseres Wetter ...
Besuch des Featherdale Wildlife Parks und Ausflug zu den Blue Mountains
Bei recht trübem Wetter und kühlen 17 Grad verlassen wir Sydney und fahren in Richtung der Blue Mountains. Dieses spektakuläre UNESCO-Weltkulturerbe liegt etwa eineinhalb Fahrstunden westlich von Sydney und ist ein Sandsteinplateau mit den berühmten Three Sisters Felsen. Der Name Blue Mountains leitet sich von den weitläufigen Eukalyptuswäldern her, denn das verdunstende ätherische Öl der Blätter läßt bei passendem Tageslicht das Gebiet bläulich schimmern. Bereits vor 14.000 Jahren siedelten die ersten Aborigines hier und noch heute kann man Höhlenzeichnungen von ihnen unter den Felsvorsprüngen finden. Als die ersten Siedler kamen, versteckten sich die Ureinwohner in den dichten Wäldern der Berge und so glaubten die Europäer, das Gebiet sei unbesiedelt. Obwohl die Bergwelt schwer zu durchqueren war, begann ab etwa 1814 die Erschließung der Region, man baute Kohle ab, jedoch erkannte man zur Jahrhundertwende das Erholungspotential der Region und schloß die Mienen um 1940 wieder.
Im Bus haben wir bereits festgestellt, daß heute Freitag der 13. ist und das Schicksal schlägt am riesigen Aussichtspunkt über den Three Sisters Felsen erbarmungslos zu. Wir stehen vor einer Nebelwand, kein einziger Felsen ist zu erblicken und rein gar nichts von der spektakulären Landschaft. Die Felsen bestehen aus unterschiedlichen Sedimentschichten, die durch Erosion entstanden und sind normalerweise von hier aus sehr gut zu sehen.
Unverrichteter Dinge fahren wir ins nah gelegene Katoomba, machen eine Kaffee- und Shoppingpause und versuchen unser Glück nach zwei Stunden erneut. Jetzt ist Freitag, der 13. uns hold und die Nebelschwaden sind verschwunden. Die fantastische Sicht auf die interessante Felsformation ist frei. Wir sehen alle drei der Schwestern, deren Namen Meehni, Wimlah und Gunnedoo lauten, die sich von einer Traumzeitlegende der Ureinwohner ableiten.
Nachdem wir mit Blick auf die fantastische Kulisse ein leckeres Rinderfilet verspeist haben, steht noch der Besuch des Featherdale Wildlife Parks an. Hier kann man nahezu alle in Australien heimischen Tiere aus nächster Nähe beobachten einige sogar füttern. Kurz nach dem Eingang kommen schon die kleinen Wallabys angehoppelt und freuen sich über die ausgestreckten Hände mit dem Futter. Der Wombat sitzt vor uns uns labt sich an frischem Gras. In den Ästen hängen die zuckersüßen Koalas und kauen auf ihrer Lieblingsnahrung, den Blättern des Eukalyptusbaumes, herum. Ein schwarzer Riesenkakadu gibt eine Gesangsprobe, die ohrenbetäubend laut ist und nur noch vom Lachenden Hans, einem großen Eisvogel, an Lautstärke übertroffen wird. Im Reptilienhaus sehen wir Warane, Echsen und Schlangen. Dahinter bekommen die Kängurus gerade ihr Futter, der Kurzschnabeligel läuft aufgeregt in seinem Gehege umher, er ist erst nach den Kängurus mit dem Futter an der Reihe. Da schauen die dahinter stehenden Emus noch etwas neidisch drein und der Tasmanische Teufel zeigt seine Zähne und gähnt erstmal. Dieser Besuch ist faszinierend und wir hätten dort noch viel länger verbringen können, so unglaublich finden wir es, daß wir all diese Tiere zu Gesicht bekommen. Unser Busfahrer allerdings wartet auf seinen verdienten Feierabend und gemeinsam mit Reiseleiterin Conny fahren wir zurück nach Sydney.
Morgen haben wir einen freien Tag und werden mal ein wenig die Seele baumeln lassen ...
Freizeit in Sydney
Endlich mal etwas länger schlafen zu können, begeistert uns ungemein. Einige Gäste haben heute Tickets für das Ed Sheeran Konzert ergattert und sind aufgeregt. Andere haben in der Oper Karten für Madame Butterfly erstanden und freuen sich sehr darauf.
Mit einer kleinen Gruppe macht Simone sich auf und läuft zum Rathaus und dem Queen Victoria Building, einem viktorianisch anmutenden Einkaufszentrum. Dort drinnen erinnert alles an den Baustil Englands unter Königin Victoria. Farbige Scheiben, fein ziselierte Geländer, geschwungene Ornamente, typisch englische Marken wie Burberry, Barbour und Penhaligons haben hier sehr schicke Läden. Es ist ein wenig wie in Windsor und selbst die Toiletten sind stilvoll englisch royal, wie wir feststellen dürfen.
Am Vormittag erreichen wir den Hafen und erklimmen die Treppen, die auf die berühmte Harbour Bridge führen. Von hier oben genießen wir den fantastischen Ausblick auf die Skyline von Sydney und das Opernhaus. Heute sind sogar blaue Abschnitte am Himmel auszumachen und es regnet nicht! Wenig später machen wir eine Pause in The Rocks, dem ältesten Stadtviertel und genießen ein kühles Bier.
Danach fahren wir mit der Fähre hinüber nach Manly, wo die Einwohner der Stadt gern das Wochenende verbringen und am Strand das Leben genießen. Das Flair dort ist ähnlich dem eines Seebades an Ost- oder Nordseeküste. Die kleine Hauptstraße ist rechts und links gesäumt von Lädchen, die alle Arten von Meeresfrüchten und Fisch anbieten, Cafés locken mit Terrassen und Meeresblick. In der Mitte findet gerade der Samstagsmarkt statt und die Straßenmusiker finden begeistertes Publikum. Wir hocken uns an die Strandtreppen mit den erstandenen Meeresfrüchten, müssen diese aber nun gegen die gierigen Möwen verteidigen. Was für ein Anblick: langer puderzuckerfeiner Sandstrand, plätschernde Wellen und Wochenendpublikum. Das könnte ewig so weitergehen ...
So verbringt jeder den Tag nach seinem Geschmack und am Abend findet sogar noch als Sahnehäubchen oben drauf das Chinesische Neujahrsfest exakt neben unserem Hotel statt. Was will man mehr?
Morgen heißt es: Schiff ahoi ...
Letzte Stunden in Sydney und Einschiffung auf dem Kreuzfahrtschiff
Unser absolut traumhaftes Vorprogramm in Australien liegt nun bereits hinter uns und wir gehen im Hafen von Sydney am Nachmittag aufs Schiff. Die MS Noordam liegt vor uns. Sie fast knapp 2.000 Gäste, was für ein Kreuzfahrtschiff heutzutage eher klein ist, die Länge des Schiffes beträgt 285 Meter und die Breite etwas über 30 Meter. Die nach der nördlichen Himmelsrichtung benannte Noordam besticht durch Kunstwerke in Museumsqualität und luxuriöse Kabinen.
Nachdem wir alle Formalitäten erledigt haben, gehen wir gespannt auf unsere Wahlheimat für die nächsten zwei Wochen und erkunden erstmal neugierig alle Decks und Möglichkeiten. Das fleißige Personal hat in der Zeit bereits das Gepäck auf unsere Kabinen gebracht, wir genießen das erste Abendessen an Bord und als wir nachts Sydney verlassen, stehen wir mit gezückten Kameras auf den Oberdecks und dürfen das Spektakel natürlich nicht verpassen.
Adieu Sydney - Melbourne, wir kommen ...
Filmempfehlung für die Gäste, die sich für die Geschichte und das Schicksal der Ureinwohner interessieren:
https://www.youtube.com/watch?v=vJzKCBEUwiM
Seetag, wir bewegen uns in Richtung Süden nach Melbourne
Am frühen Morgen lacht bereits die Sonne vom strahlend blauen Himmel herunter, wir haben also für unseren Tag auf See die besten Voraussetzungen. Jeder wird bei dem umfangreichen Freizeitangebot etwas Passendes finden, egal ob einen Koch- oder Origamikurs, die Sportlichen haben die Wahl zwischen Fitness im Studio oder Kursen mit dem Trainer. Gemütlich und spaßig geht es immer beim Shufflebord zu, auch wenn man nicht dorthin trifft, wo man es geplant hat.
Am Abend werden wir das erste Mal das Entertainmentprogramm des Schiffes ausprobieren und einfach mal die Seele ohne Programm baumeln lassen.
Melbourne, wir kommen ...
Melbourne – Hauptstadt des Bundesstaates Victoria
Um 6.51 Uhr am Morgen steigt ein glutroter Sonnenball am Himmel empor. Die Sonnenauf- und untergänge sind auf See immer spektakulär, da nichts die Sicht versperrt. Wenig später erscheint mitten im rosaroten Morgenhimmel die Kulisse von Melbourne.
Wir gehen an Land, treffen Rosemary und fahren am Hafen und dem Stadtstrand entlang zum Shrine of Rememberance. Hierbei handelt es ich um ein Kriegsdenkmal, das 1918 zu Ehren der Männer und Frauen aus Victoria errichtet wurde, die im Ersten Weltkrieg gedient haben. Im Laufe der Zeit wurde die Gedenkstätte um andere Kriege erweitert, an denen die Bürger Victorias beteiligt waren. Um den gewaltigen Bau herum liegt ein wunderschön angelegter öffentlicher Garten in dem riesige Eukalyptusbäume, Australische Eichen und Opuntien Schatten spenden. Als kleine Hecken begrenzen Aloe Vera die Wege durch den Park. Von den Stufen des Schreins hat man eine fantastische Sicht auf die Skyline von Melbourne.
In Melbourne leben heute etwas über fünf Millionen Einwohner. Die Geschichte der Stadt ist geprägt von der Ankunft der ersten europäischen Siedler und der anschließenden Entwicklung zur Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Melbourne wurde 1837 nach dem britischen Premierminister Lord Melbourne benannt und ist katholischer sowie anglikanischer Erzbischofssitz. Die Stadt ist ein wichtiges wirtschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum und hat sich seit ihrer Gründung zu einem bedeutenden Handels- und Wirtschaftsstandort entwickelt. Obwohl schon seit Jahrtausenden die Ureinwohner in dem Gebiet siedelten, kam es erst nach dem Goldrausch zur Errichtung städtischer Strukturen.
Heute ist die Innenstadt modern, hip und flippig mit künstlerisch gestalteten Vierteln, in denen man Streetart und digitale Vögel bewundern kann, die über den Rasen "laufen" und "fressen" - virtuell eben.
Wir haben Glück mit dem Wetter, der Himmel ist klar - so steht der Auffahrt auf das berühmte Skydeck im 88. Stock des 297 Meter hohen Eureka Towers nichts im Weg. Mit dem Fahrstuhl schweben wir im Nu hinauf und haben einen gigantischen Rundumblick über die ganze Stadt. Wir entdecken die Spielstädte der Australien Open, sehen im Hafen in der Ferne unser Kreuzfahrtschiff liegen, erblicken die katholische Kathedrale, den alten Bahnhof und das Fußballstadion.
Nun durchqueren wir das Zentrum, werfen einen Blick in die kleine Beane Lane mit der Street Art, sehen die beeindruckende Nationalgalerie, deren Besuch übrigens kostenlos ist. Sogar die alte Straßenbahn 35 kreuzt unseren Weg, mit ihr können Besucher der Stadt eine Gratis-Stadtrundfahrt machen. Danach fahren wir durchs Krankenhaus- und Bankenviertel. Am frühen Nachmittag kehren wir voller Eindrücke zurück auf unser Schiff, gerade noch rechtzeitig, bevor das Wetter umschlägt.
Am Abend speisen wir im italienischen Spezialitätenrestaurant, lassen es uns aber nicht nehmen, im Panoramarestaurant noch ein leckeres Dessert zu erhaschen und im Theater dem englischen Violinenvirtuosen zu lauschen. Ein eindrucksvoller Tag, unser letzter auf australischem Festland, geht zu Ende.
Morgen werden wir Tasmanien erreichen und sind ganz gespannt, was uns dort erwartet ...
Burnie – Tasmanien
Als wir am Morgen in Burnie in Nordtasmanien ankommen, sind es gerade noch 16 Grad. Im Vergleich zu den gestrigen 34 Grad in Melbourne für uns ein Schock! Burnie ist bekannt für Milch- und Fleischviehhaltung und seine Papier- und Kalksteinindustrie. Auf dem Weg in den Cradle Mountain Nationalpark sehen wir die Rohstoffe dafür wachsen. Der blaublättrige Eukalyptus wächst sehr schnell und ist für die Papierherstellung der wichtigste Rohstoff. Daneben sehen wir Kartoffelfelder und sogar Mohn. Aus den Kartoffeln stellt man vor allem Chips und Pommes Frites für die großen amerikanischen Fastfoodketten her und aus den Opiumkapseln werden Schmerzmedikamente produziert.
Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt ins Landesinnere erreichen wir die Berge des Cradle Mountain Nationalparks, die im zentralen tasmanischen Hochland liegen. In ihm finden sich zahlreiche Bergseen, Wasserfälle, Schluchten, Gebirgsketten und unter anderem der höchste Berg Tasmaniens, der 1.617 Meter hohe Mount Ossa und der bei Wanderern und Bergsteigern beliebte 1.216 Meter hohe Artillery Knob. In den niedrigeren Lagen gibt es größere Waldbestände. Aufgrund der Vielgestaltigkeit der Landschaft umfasst die Vegetation ein facettenreiches und reizvolles Mosaik von Vegetationsgesellschaften mit einer Spannweite von Regenwäldern bis zu Grasländern. In der Cradle Mountain Region bedecken Moor- und Heidegebiete weite Teile des Parks.
In den Wäldern wiederum finden sich altertümliche Pflanzenarten, deren Besiedlungsgeschichte bis auf Gondwana zurückzuverfolgen ist. Hierzu gehören langlebige Nadelgehölze wie die sichelförmige Schuppenfichte, die zypressenähnliche Schuppenfichte sowie die tasmanische Blatteibe.
Als wir am Informationszentrum des Nationalparks aussteigen, erstarren wir, gerade mal 12 Grad zeigt das Busthermometer und es nieselt. Von den Bergen ist nicht viel zu sehen, alles hängt im wabernden Nebel. Fröstelnd steigen wir in den Kleinbus, der uns bis zum pittoresken Dove Lake bringt und dort versuchen wir, wenigstens ein paar schöne Schnappschüsse bei dem wolkigen Himmel zu machen. Nichtsdestotrotz ist die Landschaft faszinierend. Unzählige Wanderwege kann man hier begehen, schade, daß wir nicht einen Tag länger bleiben können.
Als wir gerade beim Mittagessen sitzen, kommt ganz gemächlich ein pelziges Wombat angelaufen und läßt es sich ebenfalls an einem Busch schmecken. Wir springen alle ganz aufgeregt an die Restaurantfenster und machen Fotos. Nach dem Essen gehen wir in die Galerie hinüber und direkt vor dem Eingang sucht ein Kurzschnabeligel nach Ameisen und läßt sich durch uns überhaupt nicht stören. Dieser putzige Gesell ist nur in Australien und Tasmanien beheimatet.
Nachdem wir noch das Verkehrsschild mit dem Wallaby fotografiert haben, verlassen wir am Nachmittag den Park und fahren in Richtung Küste zurück. In Sheffield machen wir noch eine Pause. Hier hat man versucht, diesem kleinen Ort eine Attraktion zu verschaffen und begann 1986, Hauswände mit großformatigen Gemälden zu verzieren. Mittlerweile gibt es fast fünfzig Wandbilder. Wir schauen uns einige von ihnen an, besonders schön anzusehen ist die bunt bemalte Kirche. Mit vielen schönen Eindrücken, aber immer noch fröstelnd, kehren wir abends zum Schiff zurück, genießen ein hervorragendes Abendessen und freuen uns nun auf ein paar erholsame Tage auf See ...
Freizeit auf See
Heute können wir endlich mal wieder ein wenig länger schlafen, wir haben Australien verlassen und bewegen uns in Richtung Neuseeland. Am Vormittag durchkreuzen wir die Bassstraße. Sie ist eine Meerenge, die Tasmanien vom australischen Festland trennt. An der schmalsten Stelle ist sie nur 200 Kilometer breit, die Wassertiefe hier beträgt gerade 50 Meter. Wie auch alle anderen Gewässer um Tasmanien herum ist diese Schiffspassage wegen ihrer rauen See und der geringen Tiefe bekannt. Im 19. Jahrhundert gingen hier unzählige Schiffe verloren. Daher hat man 1848 auf Deal Island einen Leuchtturm errichtet, um den Schiffen auf dem Ostteil der Meerenge Unterstützung zu bieten. Starke Strömungen zwischen dem Südlichen Ozean und der Tasmansee sorgen für recht schwierige Navigationsbedingungen. Wir sind sehr froh, auf einem großen Schiff zu sein und Glück mit dem Wetter zu haben. Die Sonne lacht, es ist kaum Wellengang, der Wind hält sich sehr in Grenzen und das Schiff schaukelt zwar, aber erträglich. Daher können wir unseren Seetag in vollen Zügen genießen.
Am späten Nachmittag haben wir die Tasmanische See erreicht. Der Name leitet sich vom niederländischen Entdecker Abel Tasman ab, der 1642 auf Entdeckungsreise ging und dabei auch Tasmanien und Neuseeland entdeckte. Hier schwankt es schon merklicher und so mancher Gast bleibt heute lieber auf seiner Kabine, in den Gängen sieht man die Gäste von rechts nach links schlendern – unfreiwillig versteht sich.
Trotz allem genießen wir ein wunderbares Abendessen und die abendliche Show mit Brodway- und Musicalmelodien, bevor wir müde in unsere Betten fallen.
So ein Seetag ist etwas Feines und wir werden das morgen wiederholen ...
Erholung an Bord
Durch eine weitere Stunde Zeitverschiebung müssen wir am Morgen eher aufstehen. Nun trennen uns zu Deutschland ganze elf Stunden. Mittlerweile sind wir mitten in der Tasmanischen See angekommen und das Schiff schwankt merklich. Zum Glück ist uns das Wetter weiterhin hold, so daß einem Frühstück in der Sonne nichts im Wege steht. Wir genießen einen weiteren Seetag.
Neuseeland, wir kommen näher ...
Seetag vor dem Erreichen von Neuseeland
Auch heute nimmt man uns erneut eine Stunde vom Schlaf weg, damit wir endlich in der neuseeländischen Zeit ankommen. Mittlerweile sind wir der deutschen Zeit um zwölf Stunden voraus. Das bedeutet, wenn man die Lieben daheim anrufen möchte, vorher auszurechnen, ob man sie nicht aus den Betten wirft, wenn wir hier am Samstag frühstücken, ist es in Deutschland am Freitag Zeit, das Abendessen zuzubereiten.
Die Tasmanische See ist viel ruhiger als erwartet und wir genießen unseren letzten Seetag an Bord mit allerlei Annehmlichkeiten. Heiße Whirlpools locken, wer mal eine Massage möchte, kann im Spa auf seine Kosten kommen. Im Crows Nest treffen sich die Spiel- und Puzzlefreunde. Allerlei Origamiworkshops begeistern die Bastler und wer ein wenig Englisch kann, der darf sich beim Quizz versuchen. Jeder findet ein Plätzchen, wo es ihm gefällt und auf Deck Drei kann man sogar spazieren gehen - drei Runden sind knapp zwei Kilometer. Auch die Schrittzähler können hier ihrer Aufgabe walten. Ganz besonders schön sind die allabendlichen Shows, eine Mischung aus Broadway Melodien, Musical und einem Geiger, der gestern sogar ein paar keltische Stücke seiner Heimat zum besten gab.
Morgen sind wir nun sehr gespannt auf den Fjordland Nationalpark und den Milford Sound ...
Fahrt durch den Fjordland Nationalpark, Milford Sound
Am ganz frühen Morgen erreichen wir die Küste Neuseelands und fahren in den Fjordland Nationalpark. Eine spektakuläre Landschaft erwartet uns. Der bekannteste Abschnitt des Parks ist mit Sicherheit der Milford Sound. Diese einzigartige Fjordlandschaft liegt im Südwesten der Südinsel Neuseelands etwa 15 Kilometer von der Tasmanischen See entfernt. Der Fjordland Nationalpark wurde 1952 gegründet und gehört zum UNESCO Weltnaturerbe. Hier findet man eine einzigartige, teilweise vom Aussterben bedrohte Flora und Fauna. Früh eilen wir auf die Außendecks, um gute Plätze zu ergattern und fahren beim Morgengrauen an den ariden Bergurwäldern vorbei und sehen über ihnen immer wieder die Bergriesen aus den dichten Wolken herausragen. Ein mystischer Anblick.
Wir sind rechts und links von imposanten Felswänden umgeben, die höchste Erhebung ist der Mitre Peak oder auf deutsch Bischhofsmütze mit 1.692 Metern. Die Unterwasserwelt dieses Fjords ist einzigartig. Schwarzkorallen locken Taucher aus aller Welt an. Im Sound, der entstehungsgeschichtlich eigentlich ein Fjord ist, gibt es durch die zahlreichen Regenfälle zwei Wasserschichten. Das salzhaltige Meerwasser liegt unter der Süßwasserschicht. Je nach Menge des Regens wächst die Süßwasserschicht an oder wird bei Trockenheit auch mal dünner. Durch diese Wasserzusammensetzung herrschen im Milford Sound Lichtverhältnisse wie in der Tiefsee.
Wir trotzen dem Wind auf den Außendecks und den geringen Temperaturen und fahren an den Wasserfällen Lady Bowen und Stirling vorbei. Langsam ziehen die morgendlichen Nebelschwaden hinauf, die Bergspitzen kommen zum Vorschein und glänzen fast golden in der Sonne. Es ist wirklich ein ganz einmaliges Erlebnis, und wir geraten ins Schwärmen. Als wir uns am Hafen drehen, sehen wir neben uns eine Robbe, die sich gähnend zur Seite legt und neugierig zu uns heraufschaut.
Nach diesem spektakulären Morgenerlebnis gehen wir zum späten Frühstücksbrunch, bevor wir mittags in den Thompson Sound abbiegen und wenig später im Doubtful Sound wieder auf der Tasmanischen See rauskommen. Diese Sounds sind wesentlich breiter als der Milford Sound, die Felsen sind nicht ganz so hoch und ragen nicht so steil aus dem Wasser. Nichtsdestotrotz ist die Landschaft auch hier spektakulär und wir genießen jede Minute.
Nach dem Mittagessen biegt unser Kapitän oberhalb der Resolution Insel in den Dusky Sound ab und am späten Nachmittag geht unsere aufregende Fahrt durch den Fjordland Nationalpark zu Ende. Bei der Ausfahrt aus dem Dusky Sound schaukelt unser Schiff so stark, daß nun auch den Hartgesotteneren mulmig im Magen wird. Wir werden das südliche Ende der Südinsel umrunden und morgen die hoffentlich ruhigere Südpazifische See erreichen.
In Port Chalmers werden wir das erste Mal auf unserer Reise neuseeländischen Boden betreten und freuen uns dann auf Dunedin und die Albatrosse...
Erkundung von Dunedin mit Ausflug zur Albatroskolonie
Am frühen Morgen legen wir in Port Chalmers nahe der Otago Halbinsel und der Stadt Dunedin an. Hier wartet bereits Anja auf uns, eine Deutsche, die vor Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist. Sie zeigt uns zuerst die steilste Straße der Welt - die Baldwin Street - und mutig erklimmen wir diese, die meisten Gäste schaffen es bis ganz nach oben, wo sich uns ein wundervoller Ausblick auf Dunedin bietet.
Nun fahren wir an der Otago Halbinsel entlang, das Wetter könnte nicht besser sein, die Buchten in denen schwarze Schwäne und kanadische Gänse schwimmen, liegen mit ihrem kristallklaren Wasser vor uns und die ganze Landschaft ist malerisch. Auf dem Hügel gelegen, erreichen wir Pukekura, das Albatroszentrum. Hinter dem alten Leuchtturm haben die schönen Tiere ihr Domizil.
Die Flügelspanne der Königsalbatrosse kann bis zu drei Meter betragen. Hier am Taiaroa Head gibt es die weltweit einzige Brutkolonie der Königsalbatrosse auf dem Festland. Der erste hier geborene Jungvogel lernte 1938 das Fliegen. Mittlerweile hat sich die Kolonie fest etabliert und etwa 140 Vögel kommen regelmäßig her, zwei davon brüten gerade und weitere schweben majestätisch in den Lüften. Was für ein Erlebnis!
Mittags melden sich unsere Mägen und da es in Dunedin die berühmte Speight´s Brauerei gibt, beschließen wir spontan, dort das frisch gezapfte Lager zu probieren und die dazu servierten Fisch & Chips motivieren uns, für den zweiten Teil unseres Ausfluges durchzuhalten.
Wir fahren zum berühmten Bahnhof von Dunedin. Er wurde 1906 eröffnet und ist im im flämischen Renaissancestil gestaltet worden. Der Boden der Fahrkartenhalle besteht aus sage und schreibe 750.000 Porzellanfliesen des Herstellers Royal Doulton. Der Bahnsteig ist einen Kilometer lang und damit Neuseelands längster. Der einzige Zug, der hier allerdings noch verkehrt, ist für ausländische Besucher gedacht, drei von ihnen haben sich standesgemäß viktorianisch gekleidet und entschwinden mit den stilvollen Roben in ihrem Abteil.
Am Universitätsgelände bummeln wir ein wenig über den Campus, der sehr ans altehrwürdige Cambridge in Großbritannien erinnert. Nahe des Universitätsgeländes liegen die lustigen, bunten Unterkünfte der Studenten und so manchem von uns wird wehmütig, erinnern wir uns doch zu gern an die eigene Studentenzeit. Am Abend fahren wir zurück nach Port Chalmers, verabschieden uns schweren Herzens von Anja und gehen mit vielen neu gewonnenen, faszinierenden Eindrücken an Bord der MS Noordam.
Morgen werden wir Timaru erreichen und freuen uns, mehr von diesem paradiesischen Land am anderen Ende der Welt kennenzulernen ...
Besuch von Timaru
Am frühen Morgen erreichen wir bei starkem Wind den kleinen Hafen von Timaru an der Ostküste Neuseelands. Der Kapitän hat sichtlich Mühe, bei den Böen in die kleine Einfahrt zu kommen aber pünktlich zum Sonnenaufgang legen wir an.
Dieses gerade 8.000 Einwohner zählende Städtchen liegt 160 Kilometer südlich von Christchurch. Wir fahren am Fischereihafen vorbei und wenig später halten wir am Maorizentrum, wo uns eine nette Maori die Besiedlungsgeschichte des Ortes erzählt und uns erklärt, wie einst die Höhlenzeichnungen von den Maori gefertigt wurden. Wir sehen einige der Zeichnungen wie beispielsweise Hunde, mystische Fabelwesen und den bereits ausgestorbenen Riesenvogel Moa auf den Museumstafeln. Versteckt auf einer Farm, 30 Autominuten vom Zentrum von Tīmaru entfernt, liegt ein geheimes Tal der Träume, in dem wir die uralten Höhlenmalereien entdecken wollen.
Dazu halten wir mitten auf einer Schafweide und laufen über grüne Weideflächen, vorbei an der üppigen einheimischen Vegetation. Wir entdecken Spinnengeflechte in den Ästen, reiben an Kawakawablättern, sie verströmen einen Zitrusduft und werden von den Maori für Tee verwendet, oder im Salat gegessen. Daneben steht ein hoher Flachsstrauch. Aus seinen Fasern stellen die Maori noch heute allerlei Flechtwerke und Bekleidung her. Nach einigen Minuten entdecken wir die Manukasträucher und die ähnlich aussehende Kanuka. Von ersteren stammt der berühmte Honig, letztere werden wiederum zur Teeherstellung verwendet. Neben diesen einheimischen Pflanzen wachsen riesige Walnußbäume, die voller Nüsse hängen, sie wurden von den europäischen Siedlern gepflanzt. Auf dem Boden sehen wir eßbare Pilze. Seit einigen Jahren versucht man hier, die ursprünglichen Pflanzenarten wie Tarata, Koromiko und Makomako wieder anzupflanzen, waren sie doch durch Rodung und Weidehaltung nahezu verschwunden. Mitten in den Zweigen neben uns zwitschert ein neuseeländischer Fächerschwanz munter vor sich hin. Durch die Wiederanpflanzung von Bäumen ist auch der schöne, einheimische Rotflügler Kahukura wieder hier zu sehen. Weitere heimische Vögel wie Riroriro und Korimako sind ebenfalls in das Tal zurückgekehrt und begleiten uns mit ihrem Gesang, während wir die grünen Pfade hinabsteigen
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Als wir an den Kalksteinhöhlen ankommen, erkennen wir unter Granitüberhängen Formen in verblasstem Schwarz an Wänden und Decken
Ngāi Tahu, die Māori-Stammesgruppe deren Ländereien sich auf der Südinsel befinden, haben 761 Māori-Felskunststätten innerhalb ihrer Grenzen identifiziert und einige davon erkennen wir wieder, da wir sie im Museum bereits erklärt bekommen haben. An einer Felswand über uns entdecken wir die Kosmologie der Maori im Stein, Wesen, die Erde, Wasser und Himmel darstellen, vereinen sich, bekommen Kinder, die den Wald mitbringen und so schließt sich der Schöpfungskreislauf.
Nach diesem spannenden Ausflug kehren wir am Nachmittag auf unser Schiff zurück und machen uns auf den Weg in die Hauptstadt Wellington ...
Erster Stop auf der Nordinsel Neuseelands: Wellington
Bei azurblauem Himmel, 21 Grad und Sonnenschein erreichen wir die Nordinsel Neuseelands.
Wellington liegt ganz im Süden der Nordinsel und ist mit seinen etwa 450.000 Einwohnern eine recht beschauliche Hauptstadt. Die Stadt wurde nach Arthur Wellesley, dem ersten Duke of Wellington, benannt. Die Māori-Bezeichnung Te Whanganui-a-Tara bezieht sich auf den angrenzenden Wellington Harbour und bedeutet übersetzt „Der große Hafen des Tara“. Aufgrund ihrer Lage bietet die Stadt Angriffsfläche für starke Windströmungen und Fallwinde, daher der Spitzname: Windige Stadt. Als wir von Bord gehen, weht noch nicht mal ein laues Lüftchen.
Mit unserem Bus fahren wir entlang der pittoresken Oriental Bay hinauf zum Victoria Hügel. Von hier oben hat man einen 360-Grad-Rundumblick über die 1865 gegründete Hauptstadt mit all ihren Buchten, Stränden, Häfen und grünen Hügeln.
Danach fahren wir zum Royalen Botanischen Garten und machen eine Verschnaufpause im prächtigen Rosengarten, in dem wir Farben entdecken, die wir vorher bei Rosen noch nie gesehen haben. Lilafarbene, geflammte, gefüllte, herrlich duftende Rosen - wohin das Auge blickt.
Am berühmten Beehive, dem Parlamentsgebäude in der Form eines Bienenkorbes, verweilen wir kurz. Das in mehreren Abschnitten von 1969 bis 1979 erbaute ungewöhnliche Gebäude, ist 72 Meter hoch und besitzt 14 Etagen, zehn oberirdisch und vier Kellergeschosse. Der Rundbau hat unten einen Durchmesser von rund 55 Meter und verjüngt sich nach oben bis auf 31 Meter an der Kuppel. Ein unterirdischer Gang verbindet das Gebäude mit dem Bowen House, in dem Mitglieder des Parlamentes und die Minister ihre Büros haben. Ganz oben im zehnten Geschoss des Gebäudes befinden sich die Büros des Prime Ministers. Hier tagt auch das Regierungskabinett. Auf den Ebenen neun und acht arbeiten die Regierungsbeamten und von der Etage sieben hinunter zur Etage vier haben die Minister mit ihren Angestellten ihre Büros.
Am Ende unserer Stadtrundfahrt halten wir an der Old Saint Paul’s, einer ehemaligen Kathedrale der anglikanischen Kirche. Ihr Grundstein wurde 1855 gelegt, sie ist die älteste Kirche der Hauptstadt und ein imposantes Beispiel der Neugotik des 19. Jahrhunderts. Sie wurde vollständig aus in Neuseeland heimischen Hölzern erbaut und besitzt Glasmalereien auf den Fenstern.
Es ist bereits Mittag geworden und wir beschließen, die Stadt nun auf eigene Faust zu entdecken. Den Lambton Quay bummeln wir entlang und fahren mit dem berühmten roten Cable Car aus dem Jahre 1922 auf den Hügel hinauf. Hier oben hat man erneut einen fantastischen Blick auf die Stadt und bei einem kühlen Bier und Wein genießen wir das Wetter und den Ausblick. Im botanischen Garten zirpen die Grillen, als gelte es, ein Orchester zu übertönen. Die Baumfarne schaukeln mit ihren riesigen Blättern in der Sonne, der Rhododendron ist meterhoch, der Acapantus in Neuseeland eher Heckenpflanze als wohlgehütete einzelne Topfpflanze, wie in europäischen Breiten. Nachdem wir durch beleuchtete Tunnel mit dem Cable Car den Hügel wieder hinunter gefahren sind, entscheiden sich einige fürs Shopping, andere für einen Bummel entlang der Hafenpromenade.
Am Abend finden wir uns im Spezialitätenrestaurant Pinnacle Grill ein und sind nach den Fleisch- und Fischspezialitäten so gesättigt, daß wir ermattet in unsere Betten gleiten.
In Napier werden wir morgen mehr von der Nordinsel kennenlernen ...
Weinregion Napier
Heute ankern wir in der Hawke´s Bucht in dem schönen kleinen Städtchen Napier. Dieser pittoreske Ort zählt gerade 67.000 Einwohner und man lebt heutzutage vom Erlös des Holz- und Milchexportes und vom Tourismus.
Bevor Europäer nach Neuseeland kamen und auch in der Region um Napier vom dem Land der Māori Besitz ergriffen, lebten unterschiedliche Māori-Stämme in der Gegend, die heute zum Großraum von Napier gehört. Zuletzt waren es die Ngāti Kahungunu, die das Land besiedelten. Sie waren es auch, zu denen die ersten Europäer, wie James Cook in den Jahren 1769 und 1770, Kontakt hatten.
Händler, Walfänger und Missionare siedelten sich rund um die Lagune an. In den 1850er Jahren folgten dann Farmer und Hoteliers. 1851 kaufte die Regierung den sogenannten Ahuriri-Block, benannt nach dem Māori-Chief Tu Ahuriri und zwei Jahre später kaufte der Regierungskommissar für Landangelegenheiten Donald Mc Lean das Land, auf dem später Napier entstehen sollte. Zu dieser Zeit gehörte die Hawke’s Bay noch zur Provinz Wellington.
Im Jahre 1854 entstand unter Alfred Domett aus der europäischen Siedlung eine Stadt. Er benannte die Siedlung nach dem britischen General Sir Charles Napier, der sich im kolonialen Indien für die britische Krone verdient gemacht hatte. Die Entwicklung der Stadt war seinerzeit größtenteils auf die Gegenden um den Hafen und der Bebauung der Insel Scinde Island beschränkt, die heute den Bluff Hill bildet. Das Siedlungsgebiet um Napier verteilte sich jedoch auf einige Inseln, zwischen denen sich ausgedehnte Sumpfgebiete befanden. Dies änderte sich schlagartig, als Napier und die restliche Hawke's Bay am 3. Februar 1931 von einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 MS auf der Richterskala erschüttert wurde. Kein Stein blieb auf dem anderen und über 600 Menschen mußten ihre Leben lassen.
Durch das Erdbeben wurde der Erdboden um teilweise um bis zu 2,7 Meter angehoben, so daß aus der Ahuriri-Lagune, sowie aus den großen Wattgebieten 40 Quadratkilometer Neuland entstanden. Obwohl damals eher wirtschaftliche Flaute herrschte, entschied man sich für den Neuaufbau und heutzutage erfreuen sich sowohl die Einwohner, wie auch die Besucher an einem ganz eigenen Art Deco Stil der Gebäude und an einer sehr gepflegten und wundervoll bepflanzten Strandpromenade.
Wir haben zwar das jährliche Art Deco Festival um gerade eine Woche verpaßt, trotzdem steht gegenüber des Informationszentrums ein Herr in feinem Zwirn mit einem Strohhut und dazugehörigem Oldtimer. Mit ihm hätte man eine Stadtrundfahrt in dem altehrwürdigen Gefährt machen können - mit notwendigem " Kleingeld" - natürlich.
Beim Bummel durch das Zentrum entdeckt man viele liebevolle Details, sogar die neumodischen Stromkästen hat man bemalt, damit sie in der Kulisse der 1930er Jahre nicht fremd wirken. Um die Stadt liegen wunderschöne Buchten, an einer stehen überdimensional bunte Stühle und da man hier eine frische Brise Meeresluft einatmen kann, heißt dieser Strandabschnitt passend: Perfume Pointe - Parfümbucht.
Als wir zum Schiff zurückkehren, haben sich dort mehrere Einwohner Napiers mit ihren Oldtimern eingefunden, um uns zu verabschieden und eine Jazzband spielt Musik aus den 1930er Jahren.
Das wäre wieder ein Ort gewesen, in dem wir gern noch länger geblieben wären, aber der Weg nach Tauranga ist weit ....
Strandparadies Tauranga (Rotorua)
Am Morgen legt unser Schiff in Tauranga an, dem größten Frachthafen in Neuseeland. Von dort aus bringt uns unsere junge Busfahrerin nach Rotorua. Wir fahren an riesigen Kiwi- und Avocadoplantagen entlang. Beide Pflanzen finden hier optimale Wachstumsbedingungen und Neuseeland ist der weltweit größte Exporteur der kleinen pelzigen Früchte, die einst Chinesische Gänsebeere hießen, bevor ein Neuseeländer auf die Idee kam, sie Kiwis zu nennen.
Die Maori siedelten sich in diesem Gebiet seit dem 14. Jahrhundert an und bewohnten vor allem die Hügel der Region, wo sie Kumaras (Süßkartoffeln) anbauten, fischten und Handel trieben.
Nach eineinhalb Fahrstunden erreichen wir Rotorua. Der Ort liegt mitten in einer Vulkanzone Neuseelands, das Geothermalfeld reicht von White Islands an der Küste der Bay of Plenty bis zum Mount Ruapehu im Herzen der Nordinsel. Das Waimangu-Vulkantal ist das jüngste geothermische Ökosystem der Welt, das obendrein über die mit 3,8 Hektar größte Thermalquelle verfügt. Es dampft aus dem Boden, als wir nach Te Puia fahren. In der Maorisprache bedeutet der Name soviel wie "Heilige Wasser". Dieses geothermisch aktive Gebiet entstand vor etwa 160.000 Jahren und besteht heute aus heißen Quellen, Kratern, aus denen Schwefeldämpfe steigen, Geysiren und blubbernden Schlammtümpeln. Die Maori nennen es Whakarewarewa. Hier riecht es stark nach Schwefel und grelle Farben prägen den Boden. Sie werden durch Mineralien und Metalle verursacht und kommen aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Einmal in der Stunde bricht hier der Pohuto Geysier aus und das Wasser sprudelt dann bis zu 30 Meter hoch. Als wir vor ihm stehen, sprudelt leider nur kurz ein kleiner Nebengeysier hervor. Schade! Daneben sehen wir heiße Quellen und Schlammbäder und sind völlig vom Schwefelgeruch umhüllt. Die Manukasträucher säumen die Wegesränder und an einigen können wir noch die kleinen weißen Blüten sehen, von denen die Bienen den Nektar für den wertvollen und teuren Honig sammeln.
Auf dem Gelände gibt es eine Kiwiaufzuchtstation und endlich haben wir die Möglichkeit, diesen ungewöhnlichen Vogel mit dem langen Schnabel in Aktion zu sehen, wie er vor seinem Bau auf- und abrennt.
Im an das Gelände grenzenden Kulturzentrum der Maori ist wundervolles Kunsthandwerk ausgestellt, wir dürfen den Jadeschleifern, Flachsflechterinnen und Holzbearbeitern über die Schultern schauen, und wer sich etwas davon mitnehmen möchte, kann zwischen Jadeschmuck, traditioneller Handwerkskunst und Bekleidung wählen.
Mittags finden wir uns zum Essen vor dieser einmaligen Kulisse mit den sprudelnden Geysiren und dampfenden Schwefelwolken ein und genießen Garnelen, Curry, Nudeln oder Hühnchen, bevor wir wieder zum Schiff zurückkehren.
Am Abend kommt so langsam Wehmut auf, wir haben nur noch einen Tag an Bord des Schiffes, bevor wir am Sonntag Auckland erreichen werden, wo unsere fantastische Reise ihr Ende finden wird.
Morgen freuen wir uns allerdings erstmal auf die traumhafte Landschaft der Bay of Islands ...
Waitangi (Bay of Islands)
Bereits der heutige Sonnenaufgang übertrifft an Schönheit alle vorangegangenen und als wir in die Bay of Islands einlaufen, wird uns schnell klar, warum diese Regiont zu Neuseelands schönsten und artenreichsten Naturlandschaften gehört. Unendlich viele grüne Inseln mit Traumstränden ragen aus dem Wasser heraus, vor ihnen schaukeln Segelboote und die friedliche Idylle ist kaum in Worte zu fassen. Die Bucht liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Whangarei in der Region Northland und hat einen Durchmesser von rund 20 Kilometern. Zahlreiche kleinere Buchten und Lagunen machen sie zu einer abwechslungsreichen Meereslandschaft mit vielfältiger Tierwelt.
Mit einem Tenderboot verlassen wir unser Schiff heute und erreichen nach zwanzigminütiger Schaukelei Waitangi. Hier wurde 1840 zwischen den Maori und den britischen Repräsentanten der berühmte Friedensvertrag, der sogenannte Maori Chiefs den Treaty of Waitangi geschlossen, der die Zukunft des Landes entscheidend prägen sollte.
Kurz nach unserer Ankunft an Land wartet bereits ein riesiger Katamaran auf uns, der von einer beherzten Neuseeländerin gesteuert wird. Wir ergattern auf dem Boot die besten Plätze ganz vorn an der Reling und fahren zuerst in Richtung Moturoa. Vor Matuarohia stoppen wir, sehen einen puderzuckerfeinen Sandstrand und plötzlich gleitet in seichtem Wasser ein Rochen genau vor uns am Boot vorbei. Nun passieren wir Urupukapuka und steuern auf die Cape Brett Halbinsel zu. Hoch oben erblicken wir den Leuchtturm und vor ihm ein Häuschen, welches man mieten kann, wenn man es mal gaaaaaaaaanz ruhig haben möchte. Selbstverständlich bekommt man die notwendigen Lebensmittel und Wasser per Schiff geliefert.
Nun ist der Höhepunkt unserer Fahrt gekommen. Wir fahren zu Matukakaka, dem sogenannten Hole in the Rock. Dieser mystische Felsen ragt vor der Bay of Islands in den Pazifikfluten empor und ein riesiges Loch durchdringt ihn. Unsere mutige Kapitänin fährt ganz langsam vor das riesige Loch, drückt plötzlich den Fuß aufs Gaspedal und schon rauschen wir mit dem nicht gerade kleinen Boot durch das Loch hindurch. Alle jubeln, der Beifall ist laut. Danach zeigt sie uns auf der Rückseite des Felsens ein Gesicht, von dem die Maori glauben, es sei das Antlitz einer Frau, die auf ihren Mann wartet, der einst mit einem Waka-Kanu in den Krieg zog und nicht zurückkehrte. Nun glauben wir gar nicht mehr an eine Steigerung und befinden uns bereits auf dem Rückweg nach Pahia. Plötzlich ruft es von oben: Delfine - links.
Drei wunderschöne Tiere kommen genau auf uns zu geschwommen, wir halten an und quietschen wie kleine Kinder. Die Delfine fiepen zurück und vollführen förmlich genau vor unseren Füßen Pirouetten, schwimmen nebeneinander, drehen sich um sich selbst, springen aus dem Wasser und scheinen uns regelrecht begrüßen zu wollen. Alle stehen nun im vorderen Teil des Katamarans und die Kameras laufen heiß. Was für ein Erlebnis!!!!
Vor Russel, der allerersten europäischen Siedlung in Neuseeland, machen wir noch einen Halt, schauen den Segelbooten zu, wie sie leicht in den Wellen wiegen und werden so langsam traurig, daß unsere Reise auf dem Kreuzfahrtschiff morgen früh zu Ende sein wird.
Aber ein letztes Abendessen mit unseren netten Kellnern Bello und Yan genießen wir vor dem Abschied noch, bevor wir morgen Auckland erreichen werden ...
Ausschiffung und Nachprogramm in Auckland
Heute morgen müssen wir nach einer wahnsinnig schönen Zeit an Bord die MS Noordam verlassen. Das delikate Essen und die Nettigkeit des Personals, die Eggs Benedict zum Frühstück und den Allroundservice werden wir sehr vermissen.
In Auckland erwartet uns Kat. Sie zeigt uns ihre Wahlheimatstadt. Auckland wird auch oft als die "City of Sails" betitelt oder auch die "Junge Schönheit mit 100 Liebhabern". Hier lebt immerhin ein Drittel der gesamten Bevölkerung, insgesamt etwas über 1,7 Millionen Einwohner. Daher trifft man auf eine bunte multikulturelle Mischung von Einwohnern: Chinesen, Maori, Mischungen aus Europäern und Ureinwohnern und Expats, die hier für einige Jahre arbeiten oder studieren.
Das Zentrum der Stadt thront auf insgesamt 50 Vulkanen, deren Erscheinungsbild die Landschaft prägt. Polynesische Ureinwohner besiedelten das heutige Stadtgebiet bereits 1350. Für Segler ist die Stadt ein Traumziel, da sie an einer geschützten Meeresbucht liegt.
Am heutigen Sonntag ist der Verkehr nicht so stark und wir können es uns erlauben, die Harbour Bridge zu überqueren, von hier oben aus hat man einen fantastischen Blick auf die Skyline von Auckland. Danach fahren wir am Hafen entlang, machen einen Halt am Wintergarten, in dem in zwei Gewächshäusern die schönsten Blumen blühen, die Tomaten reif sind und die Auberginen von den Stängeln hängen. Im historischen Parnell machen wir eine Mittagspause. Hier ist ein wunderschöner Stadtstrand, an dem die Anwohner gern ihre Wochenenden verbringen und von hier aus auf den Rangitoto Vulkan, den jüngsten Aucklands blicken.
Weil das Wetter es so gut mit uns meint, beschließen wir nach dem Essen den Mount Eden zu besteigen, er ist der Hausberg von Auckland und liegt ebenfalls auf einem erloschenen Vulkankegel, dem Maugawhau. Hier oben kann man einen wunderschönen Rundweg laufen und hat nochmals einen fantastischen Blick auf alle Stadtteile der Metropole.
Am Nachmittag erreichen wir unser nahe des Skytowers gelegenes Hotel und am Abend will ein Teil der Gruppe im dortigen Restaurant essen, die anderen laufen mit Simone zum Occidental, einem Lokal, was sich auf Muscheln und Meeresfrüchte spezialisiert hat. So findet eine großartige Reise ihren Abschluß. Morgen werden wir den laaaaaangen Rückflug antreten...
Filmempfehlung für die Gäste, die sich für das Leben der Ureinwohner und ihre Schicksale interessieren:
https://www.youtube.com/watch?v=TA6K7gCCmE0
Heimreise nach Singapur
Zur Mittagszeit müssen wir uns von Auckland verabschieden und beneiden nun die zwei Gäste, die noch drei Tage hier bleiben. Sie werden sich Hobbiton, das Filmset der berühmten Herr der Ringe Trilogie anschauen und die Stadt Auckland mit ihrer Umgebung noch etwas intensiver kennenlernen.
Am Nachmittag hebt unsere große Maschine der Singapur Airlines in Richtung Singapur ab, was wir mitten in der Nacht erreichen. Auf dem Flughafen haben wir noch etwas Zeit und entschwinden neugierig in den tropischen Schmetterlingshäusern, in denen die geflügelten Wesen auf Früchten gerade ihr Abendessen genießen. Nach dem Flugzeugwechsel heißt es durchhalten, versuchen zu schlafen, und nach dreizehn weiteren Flugstunden in Frankfurt aufzuwachen.
Rückflug nach Deutschland
Ganz früh am Morgen erreichen wir den Frankfurter Flughafen und hier trennen sich unsere Wege nach dieser beeindruckenden Traumreise durch drei absolut beeindruckende Länder.
Einige fahren mit dem Auto nach Hause, andere mit dem Zug und manche haben von hier aus Anschlußflüge nach Berlin oder Dresden. Wir verabschieden uns voneinander und werden noch lange in Erinnerungen schwelgen.
Liebe Gäste.
was war das für eine grandiose Reise! Ich habe wirklich schon seit über neun Jahren viele viele viele Reisen begleitet. Aber diese Reise mit Euch war doch etwas ganz Besonders. Singapur hat uns mit Glamour verzaubert, Australien mit seinen Urwäldern, Beuteltieren und Landschaften völlig in seinen Bann gezogen. Neuseeland war am Ende der Tour nochmal ein absolutes Spitzenerlebnis und das sonst so launische Alle-Jahreszeiten-an-einem Tag-Wetter hat uns völlig verschont. Selbst im Milford Sound hatten wir Sonnenschein, wo es sonst fast immer regnet. Wir durften Koalas im Arm halten, Wallabies und Wombats füttern, den Kakadus und Grillen beim Morgenradau lauschen...
Ich verabschiede mich von Euch, bedanke mich und wünsche alles Gute.
Eure Reisebegleiterin Simone
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