Weihnachten und Silvester auf der Hurtigrute bis zum Polarkreis und zum Nordkap
Reisebericht: 20.12. – 02.01.2026
Ein Traum wird wahr: Nordlichter zaubern grün leuchtende Bilder an den Himmel, Schlittenhunde ziehen uns durch den glitzernden Schnee, am Polarkreis findet die Polarkreistaufe statt und so viel mehr..
Ein Reisebericht von
Sabine Letzybyll
Sonnabend, 20.12.2025: Ankunft in Bergen: Start in unser Norwegen–Abenteuer
Unsere Reisegruppe ist in diesem Jahr so vielfältig wie selten zuvor, was sich schon bei der Anreise bemerkbar macht. Die Teilnehmer starten von den unterschiedlichen Flughäfen: Neben den Klassikern Dresden und Berlin sind diesmal auch Gäste aus Zürich und Salzburg mit dabei. Komplettiert wird die Runde durch Mitreisende aus Leipzig, Stuttgart und Frankfurt. Trotz der unterschiedlichen Flugrouten klappt die Zusammenführung fast reibungslos. Bis auf die Leipziger, die Geduld und Einfallsreichtum beweisen, landen alle Teilnehmer pünktlich im hohen Norden. Am Flughafen in Bergen werden wir bereits erwartet: unser Transferbus bzw. Taxis stehen bereit, um uns direkt zu unserem Hotel Zander K zu bringen. Das Hotel ist ein echter Glücksgriff. Es liegt direkt am Bahnhof und ist damit der ideale Ausgangspunkt, um die Stadt zu entdecken. Das Beste daran: Die Highlights von Bergen – das Stadtzentrum und Bryggen, der berühmte Fischmarkt und die Talstation der Fløyenbahn – sind in nur wenigen Gehminuten bequem zu Fuß erreichbar. Im Hotel angekommen, läuft alles wie am Schnürchen: Die Zimmerkarten liegen bereits für uns bereit und zur Begrüßung können wir uns kostenlos mit Kaffee, Tee, Wasser und weiteren Getränken versorgen. Nachdem die Zimmer bezogen sind und nach einer kurzen Verschnaufspause, hält es kaum jemanden lange im Hotel. Die verbleibenden Stunden des Tages gehörten der individuellen Entdeckungslust – jeder kann Bergen auf eigene Faust erobern, bevor wir morgen gemeinsam bei einem geführten Stadtrundgang tiefer in die Geschichte und den Charme dieser Hansestadt eintauchen werden.
Sonntag, 21.12.2025: Hanseatischer Flair in Bergen, Einschiffung und erste Polarlichter
Nachdem wir uns am üppigen Frühstücksbuffet des Zander K Hotels für den Tag gestärkt haben, brechen wir zu einem Stadtrundgang mit einem örtlichen Guide auf. Unsere Entdeckungstour beginnt mit einer Zeitreise: Wir besuchen die Skulptur des Stadtgründers Olav III. Haraldson Kyrre. Das beeindruckende Edelstahl-Werk von Knut Steen im Stadtpark (Byparken) markiert den Ursprung Bergens im Jahr 1070. Mit seinen abstrakten, geometrischen Formen ist der berittene König ein moderner Blickfang unweit des Sees Lille Lungegårdsvannet. Unser Weg führt uns weiter durch das winterliche Bergen. Wir schlendern über den Weihnachtsmarkt auf dem Festplatz und halten an der Edvard-Grieg-Statue, die dem weltberühmten Komponisten gewidmet ist. Am „Ole Bulls Plass“ bewundern wir den markanten Brunnen des Geigenvirtuosen Ole Bull, der gerade frisch restauriert wird. Vor dem Theater „Den Nationale Scene“ begrüßt uns die Statue von Henrik Ibsen, die an die Wirkungsstätte des großen Dramatikers erinnert. Nur ein kurzer Sprung trennt uns jetzt noch vom Hafen. Wir genießen die frische Meeresbrise und den Blick auf die Schiffe, bevor wir das berühmte Hanseviertel Bryggen erreichen. Die bunten Holzhäuser, die ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbe sind, strahlen heute um die Wette. In den schmalen, historischen Gassen scheint die Zeit der Hansekaufleute förmlich stillzustehen. Nach der Führung bleibt Zeit für eigene Erkundungen: Wer mag, fährt mit der Standseilbahn auf den Fløyen, um die fantastische Aussicht zu genießen, schlemmt in den Fischrestaurants der Markthalle oder besucht eines der Museen. Pünktlich um 15:00 Uhr holt uns der Bus am Hotel ab. Am Hafen kümmert sich unser Fahrer um das große Gepäck und wir nehmen unsere Kabinenschlüssel in Empfang. In der Lounge des Hurtigruten Terminals verkürzen wir uns die Zeit mit Snacks und Getränken, bis die obligatorische Sicherheitsbelehrung erfolgt. Schließlich betreten wir die MS Nordlys – unser schwimmendes Zuhause für die nächsten Tage. Bis zum Bezug der Kabinen um 18:00 Uhr machen wir uns mit dem Schiff vertraut und richten unser Bordkonto ein, sodass wir Einkäufe und Getränke ganz entspannt am Ende der Reise per Schlussabrechnung begleichen können. Der Abend findet seinen Ausklang beim ersten Abendbuffet im Restaurant Torget bei freier Platzwahl. Und dann folgt der absolute Höhepunkt der Nacht: Über uns am Himmel zeigen sich die ersten Nordlichter – ein magischer Moment, der diese Reise jetzt schon unvergesslich macht.
Montag, 22.12.2025: Jugendstil in Ålesund und Gipfelglück am Aksla
Der Tag beginnt entspannt: ab 7:00 Uhr lockt das reichhaltige Frühstücksbuffet an Bord, während die norwegische Küste an uns vorbeizieht. Um 09:45 Uhr machen wir schließlich in Ålesund fest. Wir haben heute ein luxuriöses Zeitfenster, denn unser Schiff wird den Hafen erst am Abend um 20:00 Uhr wieder verlassen. Das Expeditionsteam bietet verschiedene Ausflüge an – vom Besuch des Aquariums bis hin zu einer Fahrt zum Leuchtturm. Wir entscheiden uns am Vormittag für einen ausgiebigen Spaziergang ins Stadtzentrum. Unser Weg führt uns durch die Kongens Gate, wo wir die prachtvollen Jugendstilhäuser bewundern. Diese architektonischen Schätze entstanden nach dem verheerenden Stadtbrand von 1904 und verleihen der Stadt ihr einzigartiges Gesicht. Nach ein paar Minuten erreichen wir die Schwanenapotheke. Da sie montags geschlossen bleibt, bewundern wir die historische Einrichtung durch die Schaufenster. Auch die Kirche von Ålesund ist geschlossen, wir umrunden das Gebäude und erklimmen einen nahegelegenen Hügel. Von unserem Aussichtspunkt erspähen wir einen kleinen roten Leuchtturm, in dem sich das kleinste Hotelzimmer der Welt befindet. Zum Mittagessen kehren wir zurück an Bord der MS Nordlys, doch das strahlende Wetter lockt uns am Nachmittag direkt wieder an Land. Die Gruppe teilt sich auf: Die Sportlichen nehmen die Herausforderung an und erklimmen die über 400 Stufen zum Hausberg Aksla, um mit einem Panoramablick belohnt zu werden. Andere nutzen die Zeit für einen Einkaufsbummel, lassen in den Souvenirläden die Kreditkarten glühen oder genießen die Atmosphäre in den gemütlichen Cafés der Stadt. Am Abend versammeln wir uns wieder im Restaurant Torget. Heute haben wir zum ersten Mal die Gelegenheit, die ausgezeichneten Menüs zu probieren, die uns die Küche serviert. Während wir schlemmen und die Erlebnisse des Tages Revue passieren lassen, bereitet sich das Schiff auf die spätabendliche Abfahrt vor.
Dienstag, 23.12.2025: Stadtführung in Trondheim – Vorträge an Bord – Plätzchen verzieren als Wettbewerb
Der Morgen beginnt mit einem kleinen Rätsel auf See: Wir begegnen einem anderen Hurtigruten-Schiff, doch plötzlich liegt unsere MS Nordlys vollkommen still. Warum wir uns eine Zeit lang nicht bewegen, bleibt unklar – die Stille auf dem Wasser hat jedoch etwas fast Magisches. Diese Verzögerung wirkt sich auf unseren Zeitplan aus. Statt um 09:45 Uhr laufen wir erst nach 10:00 Uhr im Hafen von Trondheim ein. Um uns wenigstens ein bisschen Spielraum zu verschaffen, wird die Abfahrt kurzerhand von 12:45 Uhr auf 13:00 Uhr verlegt. Unser örtlicher Stadtführer Paolo nimmt die Herausforderung sportlich an. Der erste Teil des Rundgangs findet fast im Laufschritt statt. Zum Glück habe ich die Gruppe vorab gewarnt: Nur diejenigen, die gut zu Fuß sind, haben sich heute angeschlossen. Trotz des hohen Tempos kommen wir verspätet am imposanten Nidarosdom an. Jetzt muss es schnell gehen: Im Besucherzentrum melden wir uns am Gruppenschalter an und umgehen so die lange Schlange. Als „Eintrittskarte“ erhalten wir kleine runde Aufkleber. Unsere Kontaktperson Ingrid ist wegen unserer Verspätung natürlich nicht mehr am Eingang zu finden, doch Paolo beweist Spürsinn und macht sie im Dom ausfindig. Die Führung selbst ist fantastisch – informativ, tiefgründig und mit einer großen Portion Humor gewürzt. Danach drosseln wir das Tempo ein wenig und schlendern etwas gemäßigter zurück, sodass wir gegen 12:45 Uhr wieder am Schiff eintreffen. Zurück auf der MS Nordlys wird es weihnachtlich: Bei einem Wettbewerb im Plätzchen-Verzieren lassen einige Gäste ihrer Kreativität an großen Pfefferkuchenherzen freien Lauf. Um 16:00 Uhr folgt der nächste Programmpunkt: Ein spannender Vortrag beantwortet die Frage: „Wer waren die Wikinger?“ Um 17:15 Uhr lädt Jan, der Leiter des Expeditionsteams, zum täglichen Infotreffen ein. Es ist eine schöne Tradition: Er zeigt Bilder der gestrigen Erlebnisse und gibt Ausblicke auf den nächsten Tag. Zudem bekommen wir erste Ausschnitte des Reisefilms zu sehen, den ein Crewmitglied während der Fahrt erstellt (der Film kann später für 400 NOK erworben werden).
Nach dem Abendessen um 18:00 Uhr lassen wir den ereignisreichen Tag entspannt ausklingen. Auf Deck 7 sorgt Livemusik bis 22:00 Uhr für die perfekte Begleitung, während unser Schiff weiter Kurs Richtung Norden hält.
Mittwoch, 24.12.2025: Heiligabend am Polarkreis – Zwischen Eistaufe und Sturmsignalen
Der heutige Heiligabend beginnt mit einem echten Spektakel: Um 10:30 Uhr findet die Polarkreistaufe statt. Meeresgott Njord persönlich gibt uns die Ehre. Wer mutig genug ist, lässt sich eine Kelle Eiswürfel in den Nacken schütten – eine Tradition, die wir mit einem anschließenden Schnaps und viel Spaß feiern. Auch für die Post ist gesorgt: Der Postmann kommt extra an Bord, damit wir unsere Weihnachtskarten mit dem begehrten Polarkreis-Sonderstempel versehen können. Wer möchte, hilft danach beim Schmücken des Weihnachtsbaums, während das Schiff langsam auf Bodø zusteuert. Um 13:00 Uhr laufen wir in den Hafen ein. Die geplante Fackelwanderung zur Kirche gestaltet sich als Herausforderung: Es ist extrem windig, und die Flammen haben gegen die Böen einen schweren Stand. Dennoch machen wir uns auf den Weg. Der Gottesdienst um 14:00 Uhr ist so gut besucht, dass die Kirche aus allen Nähten platzt – nicht jeder findet einen Platz im Inneren.
Nach dem Ablegen wartet eine Passage auf offener See auf uns. Das Wetter fordert seinen Tribut: Das Restaurant bleibt am Abend halb leer, da viele Mitreisende mit Seekrankheit kämpfen. Zudem macht ein Erkältungsvirus an Bord die Runde. Wer standhaft geblieben ist, genießt ein opulentes Weihnachtsbuffet: Viel Fleisch (wie das typische Pinnekjøtt) und der berühmte Stockfisch. Meeresfrüchte-Satt: Lachs, feine Fischspezialitäten, Muscheln und beeindruckende Krabbenbeine.
Den Ausklang findet dieser besondere Abend bei Livemusik auf Deck 7. Um 22:00 Uhr versammeln wir uns zum gemeinsamen Weihnachtssingen – ein besinnlicher Moment mitten im Nordmeer, während draußen der Wind um die Masten pfeift.
Donnerstag, 25.12.2025: Kursänderung und Winterzauber in Tromsø
Der erste Weihnachtsfeiertag beginnt maritim: Gegen 11:00 Uhr legen wir einen kurzen Stopp in Finnsnes ein, bevor wir uns um 11:30 Uhr an Bord die faszinierende Präsentation der Riesenkrabben ansehen. Kurz darauf folgt eine wichtige Durchsage: Um 12:30 Uhr laden der Kapitän und der Expeditionsleiter zu einer außerordentlichen Versammlung ein. Die Natur hat ihre eigenen Pläne – wegen einer massiven Unwettergefahr wird die Route geändert. Statt Kirkenes wird unser nördlichstes Ziel nach dem Halt in Honningsvåg nun Alta sein.
Am Nachmittag steht für uns ein Eberhardt Ausflug auf dem Programm, das bedeutet, wir sind unter uns, nur mit Eberhardt Gästen unterwegs. Unser erstes Ziel ist die beeindruckende Tromsøbrücke, über die wir zur berühmten Eismeerkathedrale fahren. Nach einem kurzen Fotostopp geht es weiter zum Polarmuseum. Wir erkunden insgesamt neun Räume auf drei Etagen, die uns die Welt der Pioniere und Pelzjäger näherbringen. Am Eingang erhalten wir deutschsprachige Broschüren, die uns als Wegweiser durch die Ausstellungen dienen. Wir sehen originalgetreue Nachbildungen von Fangschiffen und Werkzeugen. Die Ausstellungen zeigen ungeschönt, wie hart und gefährlich das Leben der Männer war, die monatelang im Eis überwinterten. Ein großer Teil ist den legendären Entdeckern Roald Amundsen und Fridtjof Nansen gewidmet. Wir bestaunen Ausrüstungsgegenstände, Karten und Fotos von ihren bahnbrechenden Reisen zum Nord- und Südpol. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie wenig technischem Schutz diese Menschen der extremen Kälte trotzten. Beeindruckende Exponate von Eisbären, Walrossen und Polarfüchsen vermitteln uns ein Bild der tierischen Bewohner dieser Region, die sowohl Lebensgrundlage als auch Gefahr für die Menschen waren. Es gibt auch Nachbildungen von kleinen Jagdhütten, die wir sogar betreten können. Hier wird deutlich, auf wie wenig Raum die Trapper lebten – oft war eine solche Hütte der einzige Schutz gegen die tobenden Winterstürme. Nach dem Besuch des Polarmuseums fahren wir zur Südspitze der Insel, einem bekannten Aussichtspunkt für Nordlichter. Die Wolken sind heute leider zu dicht für die Aurora, aber der Blick über den Fjord von einem kleinen Steg aus ist dennoch wunderschön. Zur Stärkung und zum Spaß gibt es ein Mini-Picknick aus Keksen und Schokolade. Auf dem Rückweg passieren wir die Fußgängerzone (Storgata) und die alte Brauerei. Da die Gruppe nach den vielen Eindrücken lieber an Bord möchte, fahren wir direkt zurück zum Schiff, wo uns am Abend wieder ein reichhaltiges Buffet erwartet.
Freitag, 26.12.2025: Am Ende der Welt – Das Nordkap–Plateau
Der zweite Weihnachtsfeiertag führt uns zu einem der Höhepunkte unserer Reise: dem Nordkap. Während der Busfahrt durch die karge, tief verschneite Winterlandschaft der Insel Magerøya, informiert uns unsere Reisebegleiterin Sabine darüber, was uns oben auf dem 307 Meter hohen Schieferplateau erwartet. Die Nordkapphalle selbst ist ein architektonisches Wunderwerk, das sich über drei Untergeschosse tief in den Fels gräbt: im Erdgeschoss befindet sich der weitläufige Souvenirshop. Darunter, treppab, gibt es ein Kino, wo wir einen Film über die vier Jahreszeiten am Nordkap anschauen können. Auf der Ebene darüber befinden sich die sogenannten historischen Grotten. Das sind dreidimensionale Ausstellungen, die wichtige Meilensteine der Nordkap-Geschichte lebendig werden lassen: Die Seeschlacht von 1943: Eine sehr eindrucksvolle Ausstellung befasst sich mit dem Seegefecht vor dem Nordkap im Zweiten Weltkrieg und dem Untergang des deutschen Schlachtschiffs Scharnhorst. Hier sind Modelle und Informationen zu den Kämpfen in der Arktis zu sehen. Außerdem gibt es Exponate zu berühmten Gästen, wie die Büste von König Louis-Philippe von Frankreich, der 1795 inkognito hier war oder Erinnerungen an den Besuch von König Oskar II. von Schweden und Norwegen im Jahr 1873. Eine weitere Ausstellung zeigt mit alten Fotos und Karten, wie die ersten Kreuzfahrtgäste bereits ab 1875 mit Thomas Cook mühsam die Klippen erklimmen mussten, bevor es die heutige Straße gab. Etwas abseits gibt es im unterirdischen Bereich noch zwei versteckte Highlights: Die St. Johannes Kapelle, die nördlichste ökumenische Kapelle der Welt. Sie ist in den Fels gehauen und bietet einen Ort der Stille und Besinnung – ein starker Kontrast zum Trubel im Souvenirshop oben. Man kann dort sogar heiraten. Und das Thaimuseum, ebenfalls auf Ebene -2): Ein kleiner Pavillon erinnert an den Besuch des Königs von Siam (heute Thailand), Chulalongkorn, im Jahr 1907. Dass ein thailändischer König vor über 100 Jahren bis zum Nordkap reiste, ist eine der kuriosesten Geschichten des Plateaus. Entdeckungsfreudige kommen bis zur Lichtergrotte, der Cave of Lights: Ein beleuchteter Tunnel führt zu einer Lichtinstallation, die das Nordlicht und die Jahreszeiten am Kap künstlerisch darstellt, während man den Weg durch den Fels geht. Nachdem wir kurz nach 14:00 Uhr wieder sicher an Bord der MS Nordlys eingetroffen sind, herrscht eine gelassene, aber erwartungsvolle Stimmung. Während das Schiff den Hafen von Honningsvåg verlässt und Kurs auf unser neues Ziel Alta nimmt, bietet der Nachmittag Raum für Erholung und Information. Viele Gäste zieht es direkt in die Explorer Lounge auf Deck 7. Bei einem heißen Kakao oder Tee lassen wir die beeindruckenden Bilder des Nordkap-Plateaus Revue passieren und beobachten durch die Panoramafenster, wie die verschneite Küste der Finnmark an uns vorbeizieht. Da wir aufgrund der Unwetterwarnung nicht wie geplant nach Kirkenes fahren, findet am späten Nachmittag ein zusätzliches Informationstreffen mit dem Expeditionsteam statt. Hier erfahren wir mehr über Alta, die Stadt der Nordlichter, und welche alternativen Ausflugsmöglichkeiten uns dort am nächsten Tag erwarten. Passend zur Region gibt es einen Kurzvortrag, der sich mit dem Leben der Samen befasst – eine gute Gelegenheit, das Wissen aus dem Nordkap-Museum zu vertiefen. Bevor das Abendessen serviert wird, bleibt Zeit, im Bordshop zu stöbern oder einfach die Ruhe auf dem Schiff zu genießen, während die MS Nordlys ruhig durch die arktische Dämmerung gleitet.
Sonnabend, 27.12.2025: Alta – Die Stadt der Nordlichter als glanzvolles Ersatzziel – Hundeschlitten und Iglu–Hotel
Da die Route wetterbedingt angepasst wurde, liegt die MS Nordlys heute im Hafen von Alta. Die Stadt empfängt uns festlich geschmückt und in ein wunderbares Winterlicht getaucht. Da der Weg vom Hafen ins Zentrum zu Fuß gut 40 Minuten dauern würde, nutzen wir den praktischen kostenlosen Shuttle-Service. Die Busse pendeln am Vormittag regelmäßig (hin ab 11:00 Uhr alle 30 Minuten, zurück letzte Fahrt um 13:00 Uhr), was uns den Landgang sehr erleichtert.
In Kirkenes war die Teilnahme an einer Hundeschlitten-Safari geplant und alle, die sich dafür entschieden hatten, waren schon traurig, dass das ausfallen sollte. Aber das Expeditionsteam der MS Nordlys hat es in der kurzen Zeit geschafft, in Alta eine Hundeschlitten-Safari zu organisieren. Zwei voll besetzte Busse bringen die Abenteurer zu den Schlittenhunden. Nach einer kurzen Einweisung geht es los: Das Geheul der aufgeregten Huskys verstummt schlagartig, sobald der Schlitten gleitet. Wir fahren durch tief verschneite Wälder und über glitzernde Ebenen – ein unvergleichliches Erlebnis von Geschwindigkeit und Naturverbundenheit.
Individuell ist der Besuch der Nordlichtkathedrale angesagt. Im Stadtzentrum von Alta ist die Kathedrale mit ihrer geschwungenen Titan-Fassade ein absoluter Blickfang. Die Architektur ist einzigartig, der Eintritt gestaffelt: Für 70 NOK kann man den beeindruckenden Kirchenraum besichtigen. Wer 130 NOK investiert, erhält zusätzlich Zugang zur spannenden Nordlichtausstellung und sieht einen faszinierenden Kurzfilm über das magische Himmelsphänomen.
Am Nachmittag steht der Besuch des berühmten Igluhotels auf dem Plan. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus purem Eis und Schnee kunstvolle Suiten, Skulpturen und sogar eine Kapelle entstanden sind. Die vergängliche Pracht und die kristalline Stille im Inneren lassen uns staunen.
Nach den Erlebnissen an Land versammeln wir uns wieder an Bord der MS Nordlys: Um 14:45 Uhr stellt das Expeditionsteam die Höhepunkte der südgehenden Route vor. Wir erfahren, welche neuen Perspektiven uns auf dem Rückweg erwarten. Das tägliche Informationstreffen um 17:15 Uhr rundet den Tag ab. Jan zeigt uns wieder die schönsten Schnappschüsse des Tages und bereitet uns auf die kommenden Etappen vor. Pünktlich um 18:00 Uhr finden wir uns zum Abendessen im Restaurant ein. Während wir die norwegischen Spezialitäten genießen, legt das Schiff ab. Wir verlassen Alta mit dem Wissen, dass dieser Plan B ein absoluter Glücksgriff war.
Sonntag, 28.12.2025: Von der nördlichsten Stadt zum Mitternachtskonzert
Der Sonntag beginnt früh. Während die meisten noch schlafen, gleitet die MS Nordlys bereits durch die Häfen von Honningsvåg und Havøysund. Pünktlich um 08:20 Uhr grüßen wir bei einer Schiffsbegegnung ein entgegenkommendes Mitglied der Hurtigruten-Flotte, bevor wir uns dem nächsten Ziel nähern. Bevor wir den Hafen erreichen, passieren wir um 10:30 Uhr einen industriellen Meilenstein: die Insel Melkøya. Die riesige LNG-Produktionsanlage (Flüssigerdgas) ist ein beeindruckender Anblick in der arktischen Einsamkeit und ein spannender Interessenpunkt an unserer Route. Von 11:00 bis 12:40 Uhr machen wir in Hammerfest fest. Die nördlichste Stadt der Welt, wie sie sich traditionell nennt bietet für jeden das richtige Tempo: Die Sportlichen brechen zur Bergwanderung auf, um die Aussicht über die Stadt und das Eismeer zu genießen. Wer es gemütlicher mag, schließt sich der Stadtwanderung an, lernt den berühmten Eisbärenclub kennen und erfährt mehr über den Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg.
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Information. Um 14:00 Uhr tauchen wir in die über 130-jährige Geschichte der Hurtigruten ein – eine Erfolgsstory, die das Land bis heute prägt. Direkt im Anschluss um 15:15 Uhr erfahren wir im Vortrag über die Meerestierwelt der Barentssee, welche faszinierenden Lebewesen unter der dunklen Wasseroberfläche zu Hause sind.
Nach einem kurzen Stopp im malerischen Øksfjord wird es ernst: Von 16:30 bis 18:00 Uhr überqueren wir die Loppa, eine der berüchtigten offenen Seestrecken unserer Reise. Je nach Wind und Wellen zeigt sich hier die Kraft der Natur, bevor wir uns beim täglichen Informationstreffen um 17:15 Uhr wieder sammeln und um 18:00 Uhr zum gemeinsamen Abendessen zusammenkommen. Der Abend führt uns über den Hafen von Skjervøy und eine weitere Schiffsbegegnung um 21:00 Uhr zurück nach Tromsø. Hier erwartet uns ein ganz besonderes Erlebnis: Um 23:45 Uhr besuchen wir das Mitternachtskonzert in der Tromsø Domkirche. Während draußen die Polarnacht herrscht, füllen Gesang und Musik den hölzernen Kirchenraum – eine Atmosphäre, die uns tief berührt und einen Moment der absoluten Ruhe schafft. Erst nach Mitternacht, gegen 01:30 Uhr, verlassen wir den Hafen von Tromsø und nehmen Kurs auf die Inselwelt der Vesterålen und Lofoten.
Montag, 29.12.2025: Vesterålen, Lofoten und Ice–Bar in Svolvaer
Der Tag beginnt in der tiefen Stille der Polarnacht mit einem kurzen Halt in Finnsnes, bevor uns um 07:45 Uhr das Horn eines entgegenkommenden Schiffes bei der morgendlichen Schiffsbegegnung endgültig weckt. Von 08:00 bis 08:30 Uhr machen wir in Harstad fest. Für einen Teil der Gruppe startet hier das Highlight des Vormittags: der Ausflug „Inselwelt der Vesterålen“. Die Busfahrt führt durch atemberaubende Winterlandschaften und verbindet Kultur mit Natur, während das Schiff parallel weiterzieht. An Bord genießen wir derweil eine navigatorische Meisterleistung: Um 10:10 Uhr passieren wir die Risøyrenna. Dieser künstlich ausgehobene Kanal ist nur wenige Meter tief und breit – man hat das Gefühl, das Schiff gleite mitten durch die schneebedeckten Sandbänke. Nach einem kurzen Stopp in Risøyhamn treffen wir in Sortland pünktlich um 12:30 Uhr wieder auf unsere Ausflügler, die dort wieder an Bord kommen. Um 14:15 Uhr erreichen wir Stokmarknes, die Geburtsstätte der Hurtigruten. Die Zeit reicht perfekt für einen Besuch im Hurtigrutenmuseum. Es ist ein einmaliges Erlebnis, das alte Schiff MS Finnmarken zu erkunden, das dort in einem riesigen Glashaus konserviert ist – man wandelt förmlich durch die Jahrzehnte der Postschiffgeschichte. Am späten Nachmittag versammeln wir uns an Deck für den legendären „Trollknjert“. Gegen eine Gebühr gibt es ein wärmendes Heißgetränk, und das Beste daran: Die charmante Tasse darf man als Souvenir behalten. Pünktlich zum Abendbuffet erreichen wir um 18:30 Uhr Svolvær, den Hauptort der Lofoten. Während der geplante Reitausflug „Lofoten per Pferd“ leider ausfallen muss, erkunden wir die Stadt zu Fuß. Für Genießer: Links halten zur berühmten Magic Ice Bar. Der Weg führt direkt durch oder am Hafengebäude vorbei in eine Welt aus glitzernden Eisskulpturen. Für Souvenirjäger: Rechts herum geht es zum Marktplatz, wo ein großer Souvenirladen zum Stöbern einlädt. Nach der Abfahrt um 20:30 Uhr und einer weiteren Schiffsbegegnung um 21:00 Uhr lassen wir den Tag Revue passieren, während wir über Stamsund Kurs auf das offene Meer nehmen. Die schroffen Gipfel der Lofotenwand begleiten uns wie dunkle Riesen in der Nacht.
Dienstag, 30.12.2025: Polarkreis–Zauber und das große Abschiedsdinner
Der vorletzte Tag des Jahres beginnt für die MS Nordlys bereits in den frühen Morgenstunden mit Stopps in Bodø und Ørnes. Während wir gemütlich frühstücken, startet an Bord eine besondere Aktion: Eine stille Auktion einer originalen Seekarte für den guten Zweck – ein schönes Andenken, für das man den ganzen Tag über sein Gebot abgeben kann. Um 08:30 Uhr ist es so weit: Wir überqueren den Polarkreis in südlicher Richtung. Pünktlich zur Schiffsbegegnung gibt es eine kleine Überraschung an Deck, um diesen Moment zu feiern. Für alle, die ihre Urlaubsgrüße perfekt machen wollen, gibt es später die passenden Polarkreis-Briefmarken und den begehrten Stempel. Den Vormittag nutzen wir, um noch tiefer in die norwegische Kultur einzutauchen. Bei einem Vortrag erfahren wir Wissenswertes über die verschiedenen Sprachen und Dialekte Norwegens – von Bokmål bis Nynorsk. Wer ein persönliches Autogramm der Offiziere möchte, hat um 11:00 Uhr die Chance, auch wenn der Andrang heute eher verhalten bleibt. Gegen Mittag passieren wir die berühmte Bergkette „Die Sieben Schwestern“. Die markanten Gipfel bieten bei der Vorbeifahrt ein fantastisches Fotomotiv. Manchmal, heute ist es neblig und die Schwestern verstecken sich gut.
Von 15:00 bis 17:25 Uhr liegen wir im Hafen von Brønnøysund. Während die organisierten Ausflüge starten, begeben sich andere auf einen individuellen Spaziergang durch die tief verschneite Stadt. Es schneit und die Eiskristalle beißen förmlich. Trotzdem macht es Spaß, durch die verschneite Stadt zu stapfen. Direkt am Anleger kommen wir am berühmten Eisladen vorbei. Er ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, und auch wenn das Thermometer winterliche Temperaturen zeigt, ist es ein Muss, diesen charmanten Anlaufpunkt kurz zu bewundern oder tatsächlich ein Eis zu schlemmern. Unser Weg führt uns weiter zum berühmten Schild, das Brønnøysund als die „Mitte Norwegens“ markiert. Es ist ein faszinierendes Gefühl, hier zu stehen: wir befinden uns genau am Schnittpunkt, 840 km vom Nordkap entfernt und ebenso weit weg vom südlichsten Punkt des Landes, dem Kap Lindesnes. Wir halten inne für Fotos an diesem markanten Meilenstein, der uns bewusst macht, wie weit wir auf dieser Reise bereits gekommen sind. Unser nächstes Ziel ist die Brønnøy Kirke, ein imposantes Bauwerk aus Stein und Holz. Die Kirche hat eine lange Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, wurde aber nach Bränden im 19. Jahrhundert in ihrer heutigen, kreuzförmigen Gestalt wiederaufgebaut. Inmitten des hohen Schnees wirkt das historische Gebäude besonders erhaben. Auch wenn die schweren Türen heute geschlossen bleiben und uns der Blick in das Innere verwehrt bleibt (nur durch ein kleines Fenster scheint ein Weihnachtsbaum), genießen wir die friedliche Atmosphäre auf dem kirchlichen Gelände, das wie ein Ruhepol in der kleinen Stadt wirkt. Etwas durchgefroren, aber glücklich über diese persönlichen Eindrücke abseits der großen Touren, machen wir uns auf den Rückweg zur MS Nordlys. Um 18:00 Uhr erwartet uns der kulinarische Höhepunkt der Reise: das Farewell-Dinner. In festlicher Atmosphäre genießen wir ein exquisites 4-Gänge-Menü:
• Vorspeisen: Den Auftakt macht ein feines Lachstatar, gefolgt von einer wärmenden Erbsensuppe.
• Hauptspeise: Wir haben die Wahl zwischen perfekt gegartem Kabeljau oder zarten Rinderbäckchen.
• Dessert: Den krönenden Abschluss bildet ein Biskuit mit Vanilleeis, Baiser und den typisch norwegischen Moltebeeren.
Nach dem Essen legen wir um 21:00 Uhr noch kurz in Rørvik an, bevor uns um 21:35 Uhr die letzte Schiffsbegegnung des Tages grüßt. Wir lassen den Abend in der Lounge ausklingen und blicken wehmütig auf die letzten Tage im hohen Norden zurück.
Mittwoch, 31.12.2025: Silvester an Bord – Mit Tradition und Hutparade ins neue Jahr
Der letzte Tag des Jahres beginnt mit einem morgendlichen Besuch in Trondheim. Während wir von 06:30 bis 09:30 Uhr im Hafen liegen, erwacht das Schiff langsam zum Leben. Kaum haben wir abgelegt, grüßt uns um 09:30 Uhr bereits die nächste Schiffsbegegnung. Der Vormittag steht im Zeichen der Organisation und der guten Laune. Um 10:00 Uhr erfahren wir alles Wichtige für die morgige Ausschiffung in Bergen. Wer Bewegung braucht, schließt sich um 11:00 Uhr dem Linedance an – eine tolle Gelegenheit, die winterlichen Glieder zu lockern. Von 11:00 bis 14:00 Uhr wird es bunt beim Bastelworkshop für die Neujahrshüte. Hier entstehen die verrücktesten Kreationen für den Abend. Am Nachmittag tauchen wir um 15:00 Uhr noch einmal tief in die Welt der Samen ein und lernen viel über ihr Leben und ihre reiche Kultur. Pünktlich zur blauen Stunde um 16:00 Uhr versammeln wir uns auf Deck 7, um die malerische Einfahrt nach Kristiansund zu genießen. Nach dem letzten täglichen Informationstreffen um 17:15 Uhr steuern wir auf eine offene Meeresstrecke zu. Während die MS Nordlys sich durch die Wellen kämpft und uns mal wieder richtig durchschüttelt, pflegen wir eine geliebte Tradition: gemeinsam schauen wir den Klassiker „Dinner for one“. Nach der Rückkehr von der offenen Meeresstrecke und dem Schmunzeln über „Dinner for One“ erwartet uns im Restaurant der kulinarische Höhepunkt des Jahres. Das festlich gestaltete Menü verspricht eine exquisite Reise durch die norwegische Gourmetküche:
Wir beginnen mit Heilbutt-Ceviche & Sanddorn: Ein frischer Auftakt mit mariniertem Heilbutt, serviert mit Gurke, roten Zwiebeln, Küstenkräutern und einer Emulsion aus kaltgepresstem Rapsöl, garniert mit knusprigen Roggenchips. Gefolgt von Sellerie & Trüffel-Alge: Ein cremiges Selleriepüree mit gerösteten Haselnüssen, Trüffelalgen-Vinaigrette und eingelegten Waldpilzen, verfeinert mit Kräuterkresse und getrocknetem Sellerie. Zum Hauptgang wird ein Kalbsfilet mit Arktischer Preiselbeere, Roter Bete und Rahmwirsing aus der Region Helgeland gereicht. Zum Abschluss gibt es Blauschimmelkäse aus Tingvoll, eine feine Käsespezialität, kombiniert mit karamellisierter Birne, gerösteten Walnüssen und Honig von lokalen Imkern sowie eine Schokoladenterrine mit Whisky und Vanille, ein krönender Abschluss, mit norwegischem Whisky aromatisiert, serviert mit Vanillecreme und kandierten Nüssen. Passend dazu werden edle Tropfen gereicht – vom Champagner Ayala als Empfehlung zum Start über Sancerre und Barbera bis hin zum Portwein Kopke LBV als Begleitung zum Dessert. Gut gestärkt und in feierlicher Stimmung bereiten wir uns nach diesem Schlemmermahl auf die Hutparade und das nahende Feuerwerk in Ålesund vor.
Der späte Abend bietet noch einmal geistige Nahrung. Um 21:00 Uhr erfahren wir Spannendes über die Sami-Mythologie (auf Englisch). Um 21:15 Uhr legen wir kurz im „Rosendorf“ Molde an. Eine Stunde später – begleitet von einer Schiffsbegegnung – folgt der große Auftritt: Bei der Hutparade werden die kunstvoll gebastelten Kopfbedeckungen präsentiert und prämiert. Ein herrlich fröhlicher Programmpunkt. Kurz vor Mitternacht erreichen wir schließlich Ålesund. Wir stehen an Deck und haben den Logenplatz schlechthin: Das Silvesterfeuerwerk über den Jugendstilhäusern ist ein atemberaubender Anblick. Wenn das Horn der MS Nordlys das neue Jahr 2026 begrüßt und die Raketen den Himmel über dem Hafen erleuchten, wissen wir: Dieser Jahreswechsel bleibt unvergesslich.
Donnerstag, 01.01.2026: Neujahr – Abschied von der MS Nordlys und Ankunft in Bergen
Das neue Jahr 2026 beginnt mitten auf dem Meer. Nach dem beeindruckenden Feuerwerk verlassen wir Ålesund gegen 01:20 Uhr. Während wir selig in unseren Kabinen schlummern, steuert die MS Nordlys die Häfen Torvik und Måløy an, bevor uns um 06:45 Uhr die erste Schiffsbegegnung des Jahres grüßt. Der Vormittag steht ganz im Zeichen der Rückreise und des Abschieds: Von 07:00 bis 10:00 Uhr genießen wir ein letztes Mal das Buffet in seiner vollen Pracht. Wir passieren den Hafen von Florø und bewundern um 08:40 Uhr den markanten Stabben Leuchtturm, der einsam auf seinem Felsen in der See thront. Ab 09:00 Uhr beginnt der Gepäckservice. Wir bringen unsere Koffer zu den Aufzügen, damit sie später bequem von Bord transportiert werden können. Um 10:00 Uhr heißt es dann endgültig: Auschecken aus den Kabinen (die Suiten-Gäste haben noch bis 12:00 Uhr Zeit). Um die Wartezeit bis zur Ankunft zu verkürzen, tauchen wir um 10:00 Uhr noch einmal in die norwegische Geisteswelt ein. Ein spannender Vortrag (auf Englisch) über Ibsen, Grieg und Peer Gynt schlägt die Brücke zwischen der wilden Natur draußen und der weltberühmten Musik und Literatur des Landes. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen nähert sich die MS Nordlys schließlich ihrem Zielhafen. Pünktlich um 14:45 Uhr machen wir in Bergen fest. Es ist ein vertrautes Gefühl, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Transfer zum Hotel verläuft reibungslos. Wie schon zu Beginn der Reise ist im Hotel Zander K alles perfekt organisiert. Die Zimmerkarten liegen bereits vorbereitet für uns bereit. In der Lounge können wir uns erst einmal mit kostenlosem Kaffee, Tee und Wasser stärken und kurz durchatmen. Der restliche Tag steht zur freien Verfügung. Da es der 1. Januar ist, zeigt sich Bergen von einer ruhigeren Seite: Die Geschäfte sind geschlossen, doch das Leben spielt sich am Hafen ab. Die Fisch-Markthalle hat geöffnet und lockt viele Besucher an – es ist entsprechend trubelig. Einige Restaurants in der Stadt haben ebenfalls ihre Türen geöffnet, sodass wir den ersten Abend des Jahres bei einem gemütlichen Essen in der Hansestadt ausklingen lassen können.
Freitag, 02.01.2026: Abschied von Norwegen und eine Heimreise mit Hindernissen
Der Freitagmorgen beginnt früh. Ab 06:30 Uhr stärken wir uns ein letztes Mal am Frühstücksbuffet in Bergen, bevor uns um 09:45 Uhr der Transferbus zum Flughafen bringt. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir um 10:15 Uhr das Terminal. Hier zeigt sich die moderne, digitale Seite Norwegens: Bordkarten und Gepäcklabel drucken wir in Eigenregie am Automaten aus, und auch die Gepäckabgabe erfolgt zügig per Selbstbedienung. Doch was so reibungslos beginnt, entwickelt sich für viele von uns zu einem logistischen Geduldsspiel. Das europäische Flugnetz zeigt uns zum Abschluss der Reise die Zähne: Die „bunt gewürfelte“ Gruppe wird auf dem Heimweg hart auf die Probe gestellt:
• Team Berlin: Der Flug zum BER wird kurzfristig annulliert. Es folgt ein zweistündiger Marathon in der Warteschlange am Lufthansa-Service-Schalter. Wir haben noch Glück im Unglück: Als wir endlich an der Reihe sind, ist die Schlange hinter uns bereits dreimal so lang. Wir werden auf eine Condor-Maschine um 20:30 Uhr umgebucht und sind erst gegen Mitternacht zu Hause.
• Team Hamburg: Hier strapazieren mehrere Verschiebungen die Nerven, bis auch dieser Flug endgültig gestrichen wird. Die Reisenden werden auf die Bahn umgebucht und kommen ebenfalls erst um Mitternacht zu Hause an.
• Team Amsterdam/Zürich: Diese Reisenden trifft es am härtesten. Der Flug von Bergen nach Amsterdam wird gecancelt. Nach mehrmaligen Umbuchungen und weiteren Verschiebungen steht fest: Es geht erst am nächsten Tag um 20:30 Uhr weiter. Inklusive einer unfreiwilligen, aber notwendigen Hotelübernachtung verlängert sich die Reise hier um einen ganzen Tag.
Trotz des Chaos am Ende überwiegen die Bilder der letzten zwei Wochen: Die Stille der Fjorde, das magische Licht der Polarnacht und die Gemeinschaft an Bord der MS Nordlys lassen den Stress am Flughafen schnell in den Hintergrund rücken.
Wir verabschieden uns voneinander – müde, aber bereichert durch unzählige nordische Momente. Norwegen hat uns mit offenen Armen empfangen und lässt uns mit Geschichten im Gepäck nach Hause gehen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Liebe Reisefreunde, eine außergewöhnliche Reise liegt hinter uns. Wir haben gemeinsam den Polarkreis überquert, dem Wind am Nordkap getrotzt und magische Momente zwischen tiefblauen Fjorden und tanzenden Lichtern erlebt.
Ich möchte mich ganz herzlich bei euch bedanken: für eure Geduld bei den wetterbedingten Planänderungen, für die gute Laune trotz Seekrankheit oder Erkältungswellen und für die vielen interessanten Gespräche, die diese Reise so lebendig gemacht haben. Es war mir eine Freude, euch begleiten zu dürfen. Ich hoffe, dass die Ruhe des Nordens noch lange in eurem Alltag nachwirkt und die kleinen Unannehmlichkeiten der Heimreise schnell vergessen sind.
Für 2026 wünsche ich euch von Herzen alles Gute, viel Gesundheit und viele spannende Reiseziele.
Eure Reisebegleiterin Sabine
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