Reisebericht: Rundreise durch Peru

21.04. – 04.05.2019, 14 Tage Rundreise Lima - Ballestas - Nazca - Arequipa - Titicaca-See - Cuzco - Machu Picchu

Wir verbrachten zwei spannende Wochen in Peru, dem drittgrößten Land Südamerikas. Während unserer Route vom Pazifik durch die Wüste bis in die Anden erlebten wir großartige landschaftliche Kontraste, lernten die Menschen, Kultur und Geschichte kennen.

Sonntag, 21.04.2019: Flug nach Lima


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Heute machten wir uns auf die lange Reise nach Peru. Der Tag begann für alle früh. Drei Gäste flogen von München nach Amsterdam und weitere drei Gäste mit mir von Berlin nach Amsterdam. Von dort aus starteten wir also unseren 12-stündigen Flug nach Lima. Während des Fluges waren wir bestens versorgt. Mit Decke und Kissen konnte man es sich gemütlich machen, um etwas zu schlafen oder das vielseitige Bordprogramm nutzen oder etwas lesen. Natürlich gab es auch eine reichhalte Bordverpflegung. Wir erreichten Lima nach diesem nun wirklich langen Tag doch recht erschöpft und waren nach der Passkontrolle froh, als auch der letzte Koffer auf dem Gepäckbannt ankam.
Franz, unser örtlicher Reiseleiter für die nächsten Tage, empfing uns am Flughafen und gab uns während der Fahrt bereits zahlreiche Informationen und Tipps zum Verhalten hier, als Tourist. Im Hotel angekommen, bezogen alle ihre Zimmer, einige Gäste aßen noch eine Kleinigkeit im Hotel, fielen dann aber doch recht schnell in die Betten.

Montag, 22.04.2019: Stadtrundfahrt Lima - Paracas


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Zunächst stand heute die Besichtigung Limas auf dem Plan. Franz und unseren Reisebus mit Fahrer trafen wir nach dem Frühstück direkt am Hotel.
Wir fuhren zunächst durch das Stadtviertel Miraflores, in dem sich auch unser Hotel befand und stoppten dann an der Küste an dem Parque de Amor. Inmitten dessen ist eine große Statue zu sehen, welche „El Beso" (=der Kuss) heißt. Die vielen bunten Mosaike, auf denen sich Liebesbotschaften befinden, erinnern an den Parque Güell in Barcelona.
Wir hatten von dort außerdem einen wunderbaren Blick auf den Pazifik. Dieser hat nur eine Temperatur von 16,5 °C. Wärmer darf er aber auch gar nicht sein, da nur so die Artenvielfalt am besten erhalten werden kann.
Wir fuhren dann weiter Richtung Plaza de Armas, dem eindrucksvollen und bekannten Platz der peruanischen Hauptstadt. Die Kathedrale Limas konnte man auch kurz vom innen betrachten, in der beispielsweise der mumifizierte Leichnam Pizarros zu sehen ist. Anschließend besuchten wir das Kloster Santo Domingo, eine wirklich schöne Anlage. Besonders bekannt ist es wegen des ersten peruanischen Heiligen, der dort einen Großteil seines Lebens verbrachte, San Martin de Porres. Wir erhielten von Franz viele Informationen über ihn, aber auch über Santa Rosa de Lima, deren Schädel im Kloster zu sehen war.
Von dort war es nicht weit bis zu dem Platz, wo unser Bus auf uns wartete. Nun hatten wir eine recht lange Fahrt vor uns. Entlang der Panamerika, welche von Alaska bis in das Feuerland führt und die längste Straße der Welt ist, ging es für uns nach Paracas. Die Panamerica ist lediglich durch den Panamakanal in Mittelamerika unterbrochen. Wir stoppten zwischendurch an einer Tankstelle mit einem Supermarkt, um Empanadas, Sandwiches, einen frischen Saft oder andere Kleinigkeiten zu kaufen. Am frühen Abend erreichen wir dann unser Hotel. Es ist direkt sehr modern eingerichtet, direkt am Meer gelegen und mit einem großen Pool ausgestattet. Vor dem Abendessen trafen wir uns noch einmal, um den Pisco Sour oder einen Passionssaft zu probieren. Der Pisco Sour ist hier das Nationalgetränk. Im Anschluss gingen wir zum Abendessen in das nicht weit entfernte "Restaurant Paracas". Dort probierten wir verschiedene landestypische Speisen. Noch etwas geplagt vom Jetlag, entschied sich ein Großteil der Gäste dann dafür, zeitig in das Bett zu gehen. Schließlich mussten wir am nächsten Tag auch früh raus.

Dienstag, 23.04.2019: Paracas - Bootsausflug zu den Ballestas-Inseln


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Am heutigen Tag war frühes Aufstehen angesagt. Bereits um 8.15 Uhr startete unser Bootsausflug zu den Islas Ballestes. Zu Beginn der Fahrt sahen wir an einem Hügel das Gebilde „El Candelabro", welches an die Nazca Linien erinnert. Es dauerte nicht lange und wir erreichten die aus drei Inseln bestehende Inselgruppe. Mit dem Boot fuhren wir um die Inseln und konnten eine Menge Pelikranke, Seerbären, aber auch einige Humboldt-Pinguine, Seesterne, Seesonnen und Krabben beobachten. Nach etwa einer Stunde verabschiedeten wir uns auch schon wieder von „Klein Galapagos" und unser Boot nahm Kurs in Richtung Festland auf. Es erwartete uns inmitten der schönen Anlage ein Kaffee oder frischer Eistee. Wir genossen dort noch kurz das gute Wetter, bevor wir uns mit unserem Bus wieder zurück auf den Weg zum Hotel machten. Dort angekommen bestand zunächst einmal Zeit zur freien Verfügung bis zum Mittagessen. Dieses nahmen wir dann auf einer tollen Terrasse eines Restaurants ganz in der Nähe ein. Jeder von uns wählte zuvor aus verschiedenen peruanischen Speisen. Wir saßen noch etwas gemütlich beisammen und liefen am Nachmittag zurück zum Hotel. Dort wurde das gute Wetter genossen und im großen Pool geschwommen.
Einige Gäste entschieden sich wieder dafür, in dem gleichen Restaurant, wie am vorherigen Tag Abend zu essen, für andere war das Mittagessen doch für den restlichen Tag ausreichend.

Mittwoch, 24.04.2019: Paracas - Nazca


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Heute führte uns unsere Reiseroute weiter nach Nazca. Der Vormittag wurde noch einmal zum Schwimmen bei strahlendem Sonnenschein in dem schönen Pool des Hotels genutzt.
Gemeinsam aßen wir dann Mittag in einem Restaurant in Paracas, wo wir wieder die Möglichkeit hatten, verschiedene peruanische Speisen zu testen. Anschließend stand die Fahrt zum Regionalmuseum von Ica an. Währenddessen sahen wir jede Menge Plantagen, beispielsweise für Spargel oder Weintrauben.
Angekommen in dem Museum, erfuhren wir eine Menge über die Paracas- und Nazcakultur. Wir sahen sehr viele Tücher und Keramikgefäße. Diese wurden damals mit in die Gräber gelegt, um sie den Göttern zukommen zu lassen. Durch die Hitze, Trockenheit und das Salz im Boden wurde alles so unglaublich gut erhalten gefunden. Außerdem konnten wir verschiedene Mumien, aber auch das interessante Knotensystem, die Schriftart der Inka, betrachten.
Es dauerte dann nicht lange und wir erreichten die Oase Huacachina.
Einige Gäste ließen sich auf das Abendteuer einer Fahrt durch die Wüste ein. Mit einem Buggy unternahmen wir einen Ausflug durch die peruanische Wüste. Diese Fahrt war schon ein Adrenalinkick. Es war auch möglich, das Sandsurfen einmal zu probieren. Andere Gäste genossen die Zeit noch bei einem Getränk in der schönen Oase oder stiegen auf eine der Sanddünen, um einen tollen Ausblick in die Wüste zu genießen.
Am Abend erreichten wir dann unser Hotel in Nasca. Eine sehr schöne Anlage, in der zu unserer Überraschung ein Lama, ein Pferd und zwei Pfaue frei herumlaufen.

Donnerstag, 25.04.2019: Flug über die Nazca-Linien - Arequipa


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Wir hatten heute einen langen Fahrttag vor uns. Auf einer etwa 570 Kilometer langen Strecke reisten wir von Nasca nach Arequipa. Nach dem Frühstück stand jedoch zunächst noch unser Flug über die Nazca Linien an. Pünktlich um 8.00 Uhr erreichten wir den kleinen Flughafen, welcher sich unweit von unserem Hotel befindet. Dort angekommen, erfuhren wir unsere Flugzeit. Diese wird innerhalb der verschiedenen Fluggesellschaften ausgelost. Wir erhielten den Abflug um 9.13 Uhr. Dementsprechend hatten wir noch etwas Zeit, um in den Souvenirgeschäften zu stöbern oder ein Video über die Geschichte der Nazca Linien anzusehen. Wir hatten Glück, denn wir konnten dann doch etwas früher, als geplant unseren 30-minütigen Rundflug starten. Aus der Höhe betrachteten wir die verschiedenen Figuren. Beispielsweise sahen wir den Affen, den Kolibri, die Spinne und den Astronauten. Die Oberfläche ist tagsüber extrem trocken und wird nachts feucht, dadurch bildet sich eine Schicht auf dem Kalk, wodurch der Boden nicht angegriffen werden kann. Aus diesem Grund sind die Figuren und Linien noch heute so gut erhalten. Die genaue Verwendung dessen ist jedoch unklar. Eine Theorie ist zum Beispiel, dass sie einen astronomischen Kalender darstellen.
Anschließend starteten wir mit unserer 11-stündigen Fahrt nach Arequipa. Wir fuhren entlang der Panamerica, lange Zeit war auf der linken Seite die Wüste zu sehen und rechts der Pazifik. Wir fuhren sowohl durch die Sandwüste, als auch durch die Felswüste.
Die Mittagspause machten wir in einem Restaurant direkt an der Küste. Später hielten wir an einer Stelle, wo sich eine Vielzahl von großen Kakteen befindet. Aufgrund ihrer Größe werden sie auf ein Alter von etwa 40 Jahren geschätzt. Außerdem stoppten wir einer kleinen, sehr einfachen, aber beeindruckenden Kapelle. Ein wenig später befanden sich links neben der Straße jede Menge Knochen. Dort war sich vor der spanischen Eroberung ein riesiger Friedhof und die Knochen sind noch heute dort verteilt.
Am Abend trafen wir dann in Arequipa ein, wo wir uns von unserem Reiseleiter Franz und unserem Busfahrer Timo Theo verabschiedeten.

Freitag, 26.04.2019: Arequipa


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Nach dem Frühstück trafen wir auf unsere heutige Reiseleiterin, Paula. Wir fuhren mit dem Bus zu einem Aussichtspunkt,, wo wir einen tollen Ausblick auf die Vulkane El Misti (5.822 m) , Chachani (6.057 m) und Pichu Pichu (5.664 m) hatten.
Paula erklärte uns viel zu den verschiedenen Früchten, wie zum Beispiel die Arequipa Papaya, die anders als eine normale Papaya aussieht. Zum Verhalten in der Höhe erhielten wir auch Informationen und deckten und gleich mit verschiedenen Coca Produkten ein.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zu dem Aussichtspunkt Yanahura mit der Parroquia San Juan Bautista de Yanahuara. Wir betrachteten diese mit ihrer schönen Steinfassade von außen. Erbaut wurde sie im Jahr 1750.
Von dort aus war es nicht weit bis das Stadtzentrum. Wir sahen uns dann die Kathedrale am Plaza de Armas an, welche durch Erdbeben schon mehrmals eingestürzt war, jedoch immer wieder aufgebaut wurde. Sie erstreckt sich über die gesamte Länge des Plaza de Armas und besteht aus weißem Gestein, welches vulkanischen Ursprung hat. Des Weiteren ist die Kathedrale der Sitz des Erzbischofs.
Weiterhin besuchten wir die Jesuiten Kirche, deren Fassade mit vielen Blüten und Figuren verziert ist. Im Gegensatz zur Kathedrale überstand die Jesuiten Kirche bisher jedes Erdbeben, nur einmal musste ein Turm erneuert werden. Sie wurde bunter gestaltet, als die Kirchen in damaliger Zeit, denn sie sollte an das Paradies erinnern. Grund dafür war die Inspiration durch den bunten Regenwald. Durch viele offene Fenster konnte viel Tageslicht eindringen und die Kirche wirkte heller. Auf dem Gemäldes des Abendmahls konnten wir sehen, dass Cuy (Meerschweinchen) serviert wurde.
Wir machten dann einen Stopp an einem kleinen, hübschen Kaffee, wo jeder eine der Kaffeespezialitäten probierte.
Im Anschluss verabschiedeten wir uns schon wieder von Paula und besuchten das Kloster Santa Catalina. Dort erhielten wir eine interessante Führung durch das wirklich große Kloster. Es hat eine sehr schöne Anlage, fast wie eine kleine Stadt, dennoch ist die Behandlung der Frauen dort schrecklich gewesen. Sie waren regelrecht eingesperrt, konnten mit ihrer Familie nur durch ein Gitter sprechen, wobei sie natürlich auch nicht unbeobachtet waren. Durch Dienerinnen konnten Informationen außerhalb des Klosters befördert werden, beziehungsweise erhielten die Nonnen auch so Nachrichten aus Arequipa. Das Kloster wurde nur von Spanierinnen genutzt und der Aufenthalt war mit einer Menge Geld verbunden. Somit war es nur den wohlhabenden Familien möglich, ihre Kinder in das Kloster zu schicken. Dementsprechend war es gut angesehen, wenn man sein Kind in diesem Kloster hatte.
Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung. Er wurde genutzt, um eine Kleinigkeit zu essen oder etwas in einem Café zu trinken, zum Bummeln durch Arequipa, zum Besuch der Kathedrale oder um die Aussicht auf der Dachterrasse unseres Hotels zu genießen und ein paar Postkarten zu schreiben.
Zum Abendessen gingen wir ein Restaurant nahe unseres Hotels, wo einige wagemutige sogar das Alpakafleisch probierten.

Samstag, 27.04.2019: Arequipa - Puno


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Heute verabschiedeten wir uns schon wieder von Arequipa. Inka, unsere neue Reiseleiterin, holte uns am Hotel ab und wir machten uns auf den Weg nach Puno. Während der Fahrt konnten wir beobachten, wie die Vegetation immer mehr abnahm. Inmitten der beindruckenden Landschaft sahen wir viele Lamas, Alpakas und Vicuñas. Um uns an die Höhe zu gewöhnen machten, wir mehrere Stopps und tranken auch einen Inka Tee zur Unterstützung. Es wurden an der Straße jede Menge sehr hübsche Produkte aus Alpakawolle von den Einheimischen verkauft. Bald erreichten wir auch schon den höchsten Punkt unserer gesamten Reise. Wir fuhren über den Crucero Alto, welcher eine Höhe von 4.528 Metern hat. Unsere Fahrt führte uns weiter durch Juliaca. Die Stadt ist unglaublich schnell gewachsen, sie existiert erst 92 Jahre und mittlerweile leben schon 320.000 Menschen dort. Gegen Mittag erreichten wir die Grabtürme von Sillustani. Inka führte uns über die Anlage. Wir waren ganz allein und konnten die Schönheit des Umayo-Sees in absoluter Ruhe genießen. Das war ein besonders schönes Erlebnis. Die Grabtürme dort stammen von den Collas. Deren Toten wurden mit verschiedenen Opfergaben in Position eines Embryos in einen solchen Turm geschoben, um so in Frieden zu ruhen. Leider wurden viele Opfergaben bereits vor langer Zeit von Grabplünderern mitgenommen. Entstanden sind die Türme bereits etwa im Jahr 1.000 nach Christus. Es ist unglaublich, wie zur damaligen Zeit Steine in solch einer Größe durch primitivste Mittel transportiert werden konnten.
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg nach Puno, wo wir am Nachmittag unser Hotel erreichten. Nach dem Zimmerbezug ruhte man sich erst einmal etwas aus, ging noch etwas essen oder zum Markt. Samstags ist immer Wochenmarkt in Puno, der sich über fünf Kilometer erstreckt. Dort wurden sämtliche Produkte von den Einheimischen angeboten. Von vielen Obst-und Gemüsesorten über Eheringe hinzu Kinderspielzeug war alles dabei. Auf dem Weg zum Markt trafen wir auf eine Hochzeitsgesellschaft, die uns direkt in ihre Feier integrierte. Wir tanzten fröhlich zu peruanischer Musik mit. Mit Einbruch der Dämmerung startete ein großer Straßenumzug, namens „Festividad de la Virgen de la Candelaria". Wir konnten die lebhaften Tänze, bunte Kostüme und die typische, aber sehr laute, Musik direkt miterleben. Gemeinsam aßen wir in einem Restaurant unweit des Hotels.

Sonntag, 28.04.2019: Uro-Inseln und Taquile


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Auch heute begann unser Tag wieder früh. Um 7.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Bootsanlegestelle und fuhren zunächst zu den Schilfinseln der Uros. Die Uros gibt es seit dem Jahr 1.500 vor Christus. Die Inseln wurden ursprünglich zum Schutz vor Feinden gebaut. Wir legten an einer Insel an und lernten deren Bewohner und ihre Lebensweise kennen. Marta, die Präsidentin der Insel, begrüßte uns herzlich. Wir saßen im "Wohnzimmer", welches sich natürlich im Freien befindet und Inka erklärt uns, gemeinsam mit Martas Unterstützung, wie die Inseln gebaut wurden. Es ist ein unglaublicher Aufwand, heute natürlich mit einigen Werkzeugen etwas geringer, aber dennoch sehr aufwendig. Einmal im Monat muss auch neues Schilf auf die komplette Insel aufgetragen werden. Wir durften uns auch die Häuser der Uros von innen anschauen. Seit vier Monaten verfügen sie sogar über ein Sanitärsystem. Es lebt immer eine Familie auf einer Insel und die Kinder gehen auch ganz normal zur Schule. Diese befindet sich auf einer anderen Insel. Auf einer Nachbarinsel konnten wir uns auch einen Stempel für den Reisepass abholen.
Wir fuhren dann etwas über zwei Stunden zur Taquile Insel. Dort lebt ein indigenes Volk in einer Kommune. Alles gehört allen und alle Bewohner haben etwa gleichviel Besitz. Jeder Bewohner ist auch verpflichtet, eine Arbeit auszuüben, dazu zählt hauptsächlich die Feldarbeit, aber auch die Web- oder Strickarbeit. In allen Restaurants werden die gleichen Speisen zu gleichen Preisen angeboten. Die quechuasprachigen Bewohner leben hauptsächlich vegetarisch. Sie bauen Quinoa, Mais, Kartoffeln und vieles mehr an. Es wirkt etwas, als wäre die Zeit stehen geblieben, denn auf der Insel gibt es keine Fahrzeuge, keine Lasttiere und auch keinen Strom.
Wir erhielten zum Mittagessen ein frisch zubereitetes 3-Gänge-Menü und genossen dabei einen wunderbaren Blick auf den Titicacasee. Wir hatten einen Ausblick bis nach Bolivien.
Im Anschluss erklärte Inka uns die Bedeutung des Strickens, das nur die Männer ausführen, und des Webens, das nur die Frauen ausführen. Die Kinder lernen das dort von klein auf, sodass sie bis zur Hochzeit mehr als fit darin sind.
Wir spazierten dann noch zum Hauptplatz, aufgrund der Höhe in einem ruhigen Tempo.
Am Nachmittag sind wir dann wieder zurück nach Puno und in unser Hotel gefahren. Das Abendessen nahmen wir in einem Restaurant ganz in der Nähe ein.

Montag, 29.04.2019: Fahrt nach Cusco


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Wir hatten nun die nächste längere Fahrtstrecke vor uns, denn die Fahrt nach Cusco stand bevor. Unser neuer Reiseleiter, Marco, empfing uns am Hotel. Während der Busfahrt erklärte uns Marco zunächst das peruanische Schulsystem. Hier gehen alle Kinder nur bis zu einem Alter von 16 Jahren zur Schule und treffen dann die Entscheidung, ob sie studieren oder eine Ausbildung machen. Am beliebtesten ist natürlich eine Karriere im Tourismus, aber auch Medizin, Jura und Architektur sind sehr gefragt. Gerade im Kommen ist die Ausbildung zum Koch.
Wir fuhren vorbei an vielen Quinoa Feldern. Quinoa ist in der Region besonders beliebt. Wir hatten die letzten Tage auch die Chance, Quinoa verschieden zubereitet zu probieren.
Wir stoppten dann am „La Raya" Pass, auf 4.335 m Höhe. Dort hatten wir einen tollen Blick auf die verschneiten Anden und auch die Möglichkeit, verschiedene Alpaka Produkte bei den Einheimischen zu erwerben.
Zum Mittag erwartete uns ein Buffet. Wir konnten zwischen verschiedensten Speisen wählen.
Es dauerte nicht lange und wir erreichten den Viracocha Tempel in Raqui. Dieser wurde einst zu Ehren des Inka Gottes Viracocha gebaut. Die Anlage ist sehr groß, weiter entfernt konnten wir die Mauern sehen. Es ist der einzige Inka-Tempel, bei dessen Bau auch Lehm eingesetzt wurde. Zugeordnet wird er jedoch der preinkaischen Kultur, der Tiwanka. Der Komplex besteht aus mehreren Bereichen, die vermutlich verschiedenen Funktionen, wie Verwaltung oder Lagerung, zugeordnet werden konnten.
Nach einer beeindruckenden Fahrt durch die nun grünen Anden erreichten wir die St. Peter Kirche in Andahuaylillas. Diese wird auch als sixtinsche Kapelle der Anden bezeichnet, zu Recht. Wir waren sehr beeindruckt, wie prunkvoll sie gestaltet ist und natürlich auch von den Wand- und Deckenfresken. Die großen Bilderrahmen sind ebenfalls unglaublich prunkvoll.
Von dort aus war es nicht mehr so weit bis nach Cusco. Wir erreichten unser Hotel am späten Nachmittag und hatten noch genügend Zeit, in Ruhe die Zimmer zu beziehen.
Das Abendessen wurde direkt im Hotel oder in einem Restaurant nahe des Plaza de Armas eingenommen.

Dienstag, 30.04.2019: Cusco


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Nach dem Frühstück machten wir uns heute zu Fuß auf den Weg, Cusco zu erkunden. Wir spazierten zunächst durch viele kleine Gassen im Handwerkerviertel San Blas, in dem sich auch unser Hotel befindet. Wir schauten in einige Werkstätten und Galerien. In einem Geschäft wurden zum Beispiel viele Töpfereien mit Mustern, die typisch für die Inka waren, verkauft. In dem Geschäft sahen wir ein Plakat, das zeigte, wie groß einige Inka waren. Weitaus größer als die heutigen Peruaner.
Wir erreichten kurze Zeit später einen Aussichtspunkt, wo wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt mit den Anden im Hintergrund hatten.
Weiter ging es dann zur Kathedrale der Stadt. Diese wurde von 1560 bis 1664 von verschiedenen Architekten erbaut. Sie ist wirklich sehr groß und besteht aus 24 Gewölben sowie 11 Kapellen. Am Altar einer der Seitenkapellen ist Jesus zu sehen, der jedoch schwarz gefärbt ist. Die Ursache dafür ist der Rauch der Kerzen, deshalb dürfen heutzutage auch nur noch elektrische Kerzen angezündet werden. Er erinnert an ein schlimmes Erdbeben im Jahr 1650 und wird jedes Jahr in der Semana Santa durch die Stadt getragen.
Der Hauptaltar besteht aus unglaublich viel Silber und auch das große Chorgestühl ist mit den 40 heiligen Figuren ebenfalls beeindruckend. In der Kathedrale sind sehr viele Gemälde zu sehen. Auch hier sahen wir wieder das Gemälde des Abendmahls, auf dem Cuy (Meerschweinchen) serviert wird.
Im Anschluss besuchten wir noch den Sonnentempel Qorikancha, welcher die heiligste Stätte der Inka war. Wir konnten dort Inka Mauern im Original bestaunen, ein architektonisches Meisterwerk für die damalige Zeit. Errichtet wurde Qorikancha im Jahr 1438. Es sollen sich etwa 700 Platten Gold im Tempel befunden haben. Leider wurden alle Schätze durch die Spanier zerstört und das Gold eingeschmolzen. Die Anlage ist auch sehr schön gestaltet, mit einer Menge bunten Blumen.
Wir fuhren dann das erste Mal mit einem öffentlichen Bus zur Markthalle. Marco führte uns durch die Markthalle und zeigte uns die verschiedensten Sachen. Von Gewürzen über Gemüse, Obst, Blumen, Teigwaren und Schokolade bis zu Kuhköpfen und Tintenfischen war dort alles zu finden. Zur Mittagszeit endete unsere Führung auch schon. Man entschied sich noch selbst etwas durch die Markthalle zu schlendern oder nutze den Nachmittag für einen ausgiebigen Stadtbummel.

Mittwoch, 01.05.2019: Das Heilige Tal der Inkas


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Unsere Reise führte uns heute weiter nach Urubamba. Es dauerte nicht lange und wir erreichten das Heilige Tal, wo wir zunächst einen Fotostopp machten, um den wunderbaren Ausblick festzuhalten.
In Pisaq besuchten wir den Markt, über den uns Marco zunächst führte. Wie überall, gab es dort Schals, Pullover und Decken aus Alpakawolle sowie Ledermäppchen, Armbänder und vieles mehr. Die Markthalle dort, war natürlich etwas kleiner, als die in Cusco und nicht mit dem wilden Treiben dort zu vergleichen, dennoch interessant.
Nach etwas Zeit für den individuellen Bummel über den Markt setzten wir unsere Fahrt nach Chinchero fort. Dort besuchten wir eine Weberfamilie, die uns in ihrem Innenhof das Handwerk erklärte. Die Wolle wird nur mit natürlichen Stoffen gefärbt und behält dennoch die Farbe. Anschließend wurde uns gezeigt, wie aus der bunten Wolle gewebt wird. Für eine Decke werden 3.000 - 4.000 solcher Wollfäden benötigt. Hier bestand natürlich auch wieder die Möglichkeit, verschiedene Produkte zu erwerben.
Nach wenigen Minuten erreichten wir die Kirche von Chinchero. Diese wurde extra für uns geöffnet und erinnerte mit den Deckenfresken ein wenig an die St. Peter Kirche, welche wir zwei Tage zuvor in Andahuayillas besichtigten. Sie stammt aus der Kolonialzeit, dennoch ist zu erkennen, dass die Fundamente rings herum von den Inkas errichtet wurden. Die Messe findet jeden Sonntag noch immer in der Sprache Quechua statt.
Mit unserem Bus fuhren wir dann nach Urubamba. Dort erwartete uns im Innenhof des Hauses einer einheimischen Familie ein frisch zubereitetes Mittagessen. Nach Vorspeisen, wie Guacamole, warmen Maiskolben und Andenkäse servierte man uns eine Quinoa Suppe, Lomo Saltado und süß eingelegte Tomate Pepino. Sehr gesättigt machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel. Der restliche Nachmittag konnte individuell auf der schönen Anlage zum Lesen oder Ausruhen genutzt. Zu Abend aßen wir im Restaurant unsers Hotels.

Donnerstag, 02.04.2019: Machu Picchu


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Am heutigen Tag stand für viele der Höhepunkt unserer Reise bevor, die Besichtigung von Machu Picchu. Um 7.00 Uhr machten wir uns bereits auf den Weg zur Zugstation. Unsere Zugfahrt startete dann in Ollanta und fürrte durch die beeindruckende Landschaft des Heiligen Tales, eine teilweise sehr schaukelige Angelegenheit.
Dort angekommen, fuhren wir mit einem öffentlichen Bus zum Machu Picchu. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, bei strahlendem Sonnenschein war kaum eine Wolke am Himmel zu entdecken.
Marco führte uns durch die prächtige Anlage der Inkas. Machu Picchu wurde nie von den Spaniern zerstört, da diese die Anlage nie entdeckten. Erst im Jahr 1911 entdeckte der Forscher Hiram Bingham zufällig den verwitterten Bau. Das Kind, einer Familie, die dort lebte führte ihn durch die ehemalige Inka Stadt. Leider nahm Hiram Bingham alle Schätze, die er finden konnte, mit und brachte bis heute nicht wieder alles zurück. Gebaut wurde Machu Picchu im Jahr 1450. Die Bewohner flohen direkt als die Spanier kamen, sodass sie nur etwa 90 Jahre dort lebten. Laut Forschern sollen bis zu 1.000 Inkas dort gelebt haben.
Machu Picchu wird auch als eines der sieben Weltwunder bezeichnet, denn die Inkas hatten keine Werkzeuge, die mit unseren heutigen zu vergleichen sind.
Begeistert von unseren Eindrücken gingen wir zum Mittagessen in das Restaurant „El Mapi by Inkaterra", wo uns ein Buffet mit verschiedenen Speisen erwartete.
Anschließend hatten wir noch etwas Freizeit in Aguas Calientes, die für einen Bummel durch den Ort oder noch einmal für den Besuch des Marktes genutzt wurde.
Wir fuhren dann mit dem Zug wieder nach Ollanta und von dort nach Cusco. Unser Hotel erreichten wir am Abend.

Freitag, 03.05.2019 - Samstag, 05.05.2019: Rückflug


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Wir müssen uns nun schon wieder verabschieden von Peru. Nach erlebnisreichen zwei Wochen stand nun unser Rückflug an. Mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zum Flughafen in Cusco. Von dort aus startete zunächst unser Inlandsflug nach Lima. Wir mussten in Lima unser Gepäck erst einmal abholen, um es für unseren Langstreckenflug erneut aufzugeben und dann natürlich noch einmal zur Passkontrolle.
Nun hatten wir noch etwas Zeit, um durch den Flughafen von Perus Hauptstadt zu bummeln oder eine Kleinigkeit zu essen. Um 19.55 Uhr war dann der Abflug nach Amsterdam. Glücklicherweise hatten wir einen Nachtflug, sodass wir die vielen Flugstunden zum Schlafen nutzen konnten. Natürlich gab es auch wieder eine reichhaltige Verpflegung sowie Unterhaltung an Bord.
Am nächsten Nachmittag des nächsten Tages erreichten wir dann Amsterdam, wo sich unsere Wege mit dem Weiterflug nach München oder Berlin trennten.



Es hat mir viel Freude bereitet, Sie durch Peru begleitet zu haben. Sie waren eine tolle Gruppe.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, behalten Sie die Freude am Reisen.
Ihre Jule :)

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