Silvesterreise Porto– die heimliche Hauptstadt Portugals
Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026
Unsere Silvesterreise führt uns zu der Stadt am Fluss und am Meer.
Porto beeindruckt durch seine Granitbauten und glänzenden Fliesenwände und ist voller Romantik und atemberaubender Aussichten.
Ein Reisebericht von
Carola Gastmeier
Flug nach Porto und erste Bekanntschaft mit der Stadt
Von Berlin, Zürich und Dresden startet unsere 15 köpfige Reisegruppe per Flugzeug nach Porto.
Der größte Teil der Gäste kommt schon vormittags an und gleich geht es auf Besichtigungstour.
Nachdem uns unsere örtliche Reiseleiterin Carla in Empfang genommen und wichtige kulinarische Tipps gegeben hat, biete ich den Gästen die gemeinsame Besichtigung der Markthalle und der Kirche Santa Katharina an.
Also gehen wir zuerst zur neu gestalteten Markthalle, die in der Nähe unseres Hotels liegt.
Es gibt viel zu sehen und noch mehr zu essen und zu trinken. So genießen wir die ersten portugiesischen Häppchen in der Mittagssonne und lernen uns schon gegenseitig kennen.
Danach schließt sich die Mehrheit noch der Besichtigung der Kirche „Capela das Almas de Santa Cararina“ an, deren Fassaden aus den blau weißen Azulejos (Fliesen) bestehen und auf denen das Leben der Heiligen dargestellt wird.
Es ist für viele ein ungewöhnlicher Anblick und wir sind beeindruckt von den Kunstwerken und deren Geschichte.
Danach entschließen sich einige Gäste, im Hotel einzuchecken und andere gehen auf weitere Entdeckungsreise durch die Stadt.
Am Abend sind wir als Gruppe vollständig und treffen uns alle in der Hotelbar, die sich im 17. Stock befindet und einen atemberaubenden Blick bis zum Meer bietet.
Wir lernen uns bei einem Glas Portwein näher kennen und gehen danach gemeinsam essen. Ein sehr schönes Restaurant in Hotelnähe nimmt unsere gesellige Runde auf und wir sind alle zufrieden mit der Qualität der Speisen.
Stadtrundgang in Porto, Bootsfahrt auf dem Douro– Portweinkellerei
Um 9.00 Uhr werden wir von Carla am Hotel abgeholt und mit dem Bus geht es erstmal auf eine kleine Stadtrundfahrt.
Wir fahren am Rathaus vorbei und erfahren wichtiges über Land und Leute, bis wir an der Kathedrale von Porto aussteigen.
Von dort aus laufen wir zum Bahnhof São Bento, dessen Eingangshalle wie ein Museum wirkt. Die Wände sind fast vollständig mit Azulejos bedeckt, die die Geschichte Portugals auf eindrucksvolle Weise erzählen. Insgesamt umfasst das Meisterwerk 20 000 Azulejos. Die Bilder zeigen Schlachten, königliche Empfänge und das ländliche Leben. Der Bahnhof wurde auf den Ruinen eines alten Klosters gebaut und 1916 eröffnet.
Danach geht es zum Börsenpalast, der noch immer Hauptsitz der mächtigen Portuenser Handelskammer ist. Sein Bau zog sich 70 Jahre, bis 1909, hin und ist noch heute das Prachtvollste, was Porto zu bieten hat. Im arabischen Saal sollten sich die Handelspartner wie in der andalusischen Alhambra fühlen, am Treppenhaus aus Marmor und Granit arbeitete man 40 Jahre und einige der Kronenleuchter wiegen eine Tonne.
Im Anschluss besichtigen wir die Igreja De Sao Francisco, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert noch als schlichte gotische Kirche für die bescheidenen Mönche des Franziskanerordens gebaut wurde. Sie bekam allerdings im 18. Jahrhundert eine goldene Generalüberholung. Beim Anblick der schätzungsweise 300 kg Blattgold mussten wir erstmal tief durchatmen.
Nun ging es an die Rebeira zu den bunten Häusern in Portos traditionellem Flussviertel. Hier befinden sich zahlreiche Lokale und dahinter verbirgt sich ein mittelalterliches Gassenviertel. Wir haben Freizeit zum Bummeln und Mittagessen und können uns auch bei der Gelegenheit die berühmte Brücke Ponte Dom Luis anschauen, eine beeindruckende, doppelstöckige Eisenkonstruktion.
Am frühen Nachmittag treffen wir uns zu einer Flussfahrt auf dem Douro. Wir fahren entlang des bunten Flussufers bis zur Mündung in den Atlantik. Wir erfahren viel über die Stadtgeschichte und markante Gebäude.
Den Abschluss unserer Besichtigung erleben wir in einer der vielen Portweinkellereien bei einer Probe von zwei verschiedenen Portweinen. Einige nehmen die Gelegenheit wahr und kaufen sich welchen als Erinnerung.
Den Abend gestaltet jeder individuell. Schnell finden sich Gruppen zusammen, die gemeinsam das Abendessen einnehmen, oder noch etwas durch das abendliche Porto spazieren wollen.
Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Freizeit oder Ganztagesausflug nach Braga Guimaraes; Silvesterfeier
Alle Reiseteilnehmer haben sich für den Ausflug entschieden, der uns zur „Wiege Portugals“ und zu einem berühmten Wallfahrtsort führt.
Am Morgen fahren wir also im gemütlichen Reisebus zunächst nach Guimaraes zur Burg Castelo de Sao Mamede. Sie ist die wichtigste mittelalterliche Burg der Gemeinde und wurde im 10. Jahrhundert unter dem Befehl von Mumadona Dias gebaut. Im strahlenden Sonnenschein dient sie uns als gutes Fotomotiv.
Fussläufig davon befindet sich der Palast der Herzöge von Braganca, welchen wir von außen besichtigen können. Er diente als erste Residenz der Herzöge von Braganca, bevor die Dynastie den portugiesischen Thron bestieg. Noch heute dient er als offizielle Residenz des portugiesischen Präsidenten.
Nun haben wir Gelegenheit, die mittelalterliche Altstadt zu entdecken und von den einheimischen Köstlichkeiten zu probieren.
Weiter geht es zum nahegelegenen Braga, der alten Bischofsstadt. Doch bevor wir die Stadt individuell entdecken, die zurecht auch portugiesisches Rom genannt wird, fahren wir zu dem bedeutenden Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte.
Er befindet sich auf einem Berg, den man über etliche Stufen (vorbei an den 14 Leidensstationen Christi) erklimmen kann. Wir nehmen jedoch die älteste Wasserballastbahn der Welt. Dieses technische Denkmal funktioniert ausschließlich durch Wasserkraft. Wir haben nun Zeit, die Wallfahrtskirche zu entdecken und in dem umliegenden Park zu schlendern. Die Aussicht ist hervorragend und bei Sonnenschein und blauem Himmel gibt es wieder viel zu fotografieren.
Anschließend entdecken wir Braga mit den vielen kleinen Gassen und nutzen auch die Zeit zum Souvenirkauf.
Bevor wir wieder zurückfahren, probieren wir alle einen „Tibias de Braga“, ein knuspriges Gebäck mit cremiger Füllung.
Wir kommen rechtzeitig wieder am Hotel an und haben genügend Zeit, uns auf die Silvesterfeier vorzubereiten.
Abends werden wir dann von Taxis abgeholt und zum ehemaligen Zollhafen Portos gebracht.
Unsere Silvesterfeier beginnt ab 20 Uhr mit einem Willkommensempfang.
Als Überraschung erhält jeder Gast von mir eine handgefertigte Sardine, das Glückssymbol der Portugiesen.
Das reichhaltige, sehr delikate Menü zieht sich bis Mitternacht hin und wird von einer Show und Livemusik begleitet. Wir bedauern sehr, dass wir die portugiesischen Sketche nicht verstehen können und einige hätten auch gerne eher das Tanzbein geschwungen. Aber das war erst nach Mitternacht vorgesehen, als das umfangreiche Dinner beendet war.
Zum Beginn des neuen Jahres stießen wir mit Sekt an und verzehrten 12 Rosinen, was Glück bringen soll.
Nachdem nun doch noch fleißig getanzt wurde, holten uns die Taxis wieder ab und brachten uns zurück.
Neujahr, Tag zur individuellen Gestaltung
Der heutige Tag steht ganz im Sinne der Gemütlichkeit und der individuellen Gestaltung.
Ich unterbreite den Gästen verschiedene Vorschläge und fast alle entschließen sich für eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn zum Meer. Leider müssen wir für dieses Ereignis Wartezeit in Kauf nehmen, da die Bahnen zum Feiertag sehr unregelmäßig fahren, aber das Anstehen lohnt sich. Die Bahn holpert immer am Flussufer entlang und es gibt viel zu sehen.
Der Atlantik lädt zum Spaziergang ein und an seiner Promenade gibt es viele gemütliche Restaurants.
Einige Gäste nutzen auch die Seilbahn von Gaia und fahren bis zum Kloster Serra do Pilar. Von da oben hat man einen wunderschönen Ausblick.
Rückreise
Heute geht es leider schon wieder nach Deutschland zurück.
Alle werden 9.30 Uhr vom Hotel abgeholt und auf dem Flughafen verabschieden wir uns voneinander.
Eine schöne gemeinsame Zeit geht zu Ende, in der wir viel zusammen erlebt, genossen und gelacht haben.
Sicher denken wir noch lange an die schönen Erlebnisse zurück.
Unsere Reise hat uns nach Porto geführt, welches vielleicht noch immer etwas im touristischen Schatten von Lissabon steht.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass sich die Douro Metropole bunt und charmant gibt, trotz einiger Baustellen und bröckelnder Fassaden.
Wir wurden von der Freundlichkeit der Menschen, von den kulinarischen Erlebnissen inklusive Portwein 😉 und den gemütlichen Restaurants überzeugt. Auch architektonisch hat die Stadt viel zu bieten und steht keineswegs Lissabon hintenan.
In netter Gesellschaft und angenehmer Atmosphäre konnten wir das Neue Jahr begrüßen und dies mit dem Kennenlernen einer für viele noch unbekannten Stadt verbinden.
Es waren gelungene 5 Tage in der heimlichen Hauptstadt Portugals.
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