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Reisebericht: Unterwegs in Ostpreußen und im Memelland

30.08. – 08.09.2019, 10 Tage Rundreise: Danzig - Königsberg - Rauschen - Tilsit - Kurische Nehrung - Kaunas - Masuren

Eine Reise in die deutsche Vergangenheit – Ostpreußen und Memelland. Eine Reise in die Gegenwart – auf der Suche nach Spuren in drei Ländern, Polen, Russland und Litauen.Was erwarten wir –– eine idealisierte Landschaft mit glasklaren Seen, rauschenden Wäldern, wandernden Ostseedünen, Bernstein, so klar wie der goldene Honig, verfallene herrschaftliche Gutshöfe, endlose dichte Alleen, Pferde und Natur pur und die schrecklichen Folgen von Kriegen, gleich mehrere zogen über dieses Land. Werden wir dieses verklärte Bild auch erfahren?

1. Tag, Freitag 30.08.2019: Anreise nach Gdansk (Danzig)


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Am frühen Morgen fahren wir in Chemnitz mit dem Bus des Reiseunternehmens Schmidt-Reisen los. Wir fahren über Dresden, dann die Autobahn nach Berlin und am Berliner Ring zweigen wir ab nach Frankfurt/Oder. Unterwegs steigen unsere Reisegäste zu, in Dresden/Flughafen, Ruhland und Niederlehme. In Ruhland haben wir einen Fahrerwechsel und begrüßen Wojtek in unserer Gesellschaft. Unsere Reisegruppe ist recht groß und füllt schon bald den Bus. Wo kommen wir alle her? Aus Sachsen, aus der Berliner Gegend, aus Hamburg, dem Rheinland, aus Bayern und sogar aus der Schweiz. In Danzig wird unsere Gruppe vollständig werden, denn wir begrüßen in unserer Runde die Fluggäste, die direkt gekommen sind. Wir alle freuen uns auf diese Reise und sind doch voller Erwartungen, was wir erleben werden. Ein bisschen schwingt bei vielen Gästen die Nostalgie mit, es sind Erinnerungen über den eigenen Geburtsort oder den recht naher Verwandter.
Die Busfahrt ist lang. Es geht meistens über Autobahnen und gut ausgebaute Landstraßen und dennoch haben wir den Freitagnachmittagsverkehr mit Staus in Polen vor uns. Erst gegen 19 Uhr sind wir in Danzig und ziehen ein in das Hotel „Mercure Stare Miasto", direkt in der Altstadt. Nach dem Abendessen bummeln noch einige Gäste durch die belebten Gassen und Straßen der Stadt. Aus allen Ecken ertönt Straßenmusik und man fühlt sich jung in dieser so lebendigen, modernen Stadt.

2.Tag, Samstag 31.08.2019: Gdansk (Danzig) – Mamonovo (Heiligenbeil) – Kaliningrad (Königsberg)


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Am Morgen besichtigen wir zunächst mit Anna, der Danziger Gästeführerin, die Altstadt und die Rechtstadt in Danzig. Es geht eiligen Schrittes die Gassen entlang, bald schon verstehen wir die Systematik, die hinter den parallel verlaufenden Straßen, die jeweils an einem prächtigen Stadttor enden, steckt. Wir sehen den langen Markt, den Artushof und den Neptunbrunnen, wir besuchen die riesige gotische Marienkirche, verweilen am Krantor, das einst als Hafenkran diente, spazieren auf der Hafenpromenade entlang des Flusses Motlava (Mottlau) und erfahren Interessantes von den holländischen Baumeistern in dieser Stadt. Gern hätten wir einen Moment auf den Beischlägen, den kleinen Terrassen vor den Kaufmannshäusern, Platz genommen, die gerade jetzt mit prächtigen Balkonblumen einladen. Doch die Zeit eilt und Danzig lädt sicher später noch zu einem weiteren Besuch ein.
Gegen Mittag steigen wir wieder in unseren Bus und fahren in Richtung russische Grenze. Die Einreiseformalitäten in das Gebiet Kaliningrad sind umfangreich und natürlich (!) fehlen uns Papiere für den Bus, das grüne Blatt. Es dauert eine Weile alles perfekt zu gestalten und die Beamten zufrieden zu stellen, fast drei Stunden verloren. Auf der russischen Seite erwartet uns die örtliche Reiseleiterin Galina. Es ist schon später Nachmittag und auf der Fahrt nach Kaliningrad erfahren wir etwas zur Historie der Region und der Stadt Königsberg, wie sie einst hieß. Wir erreichen schon bald unser Hotel im Zentrum der Stadt, das noch heute den deutschen, Name „Kaiserhof" trägt. Das Hotel ist außen und innen sehr prachtvoll ausgestattet. Es liegt im Fischdorf, direkt am Fluß Pregolja (Pregel). Hier sind in den vergangenen Jahren historische Häuserkomplexe und stilisierte Speicherhäuser entstanden. Einige Gäste unternehmen noch einen Abendspaziergang entlang des Flusses. Es ist ein quirliges Leben auf den Straßen bis nach Mitternacht.

3. Tag, Sonntag 01.09.2019: Kaliningrad (Königsberg) und Ausflug nach Sovetsk (Tilsit)


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Zunächst besuchen wir am frühen Morgen mit Galina das Zentrum der Stadt Kaliningrad. Kaliningrad präsentiert sich, von wenigen Überresten der ehemaligen deutschen Stadt abgesehen, als eine moderne russische Stadt, Hauptstadt einer Exklave, die umgeben ist von zwei Ländern der Europäischen Union und keine direkte Verbindung zum Mutterland hat. In aller jüngster Zeit führte eine rege Bautätigkeit innerhalb des alten Wallrings der Stadt dazu, dass eine Reihe vollständig zerstörter Gebäude im alten Stil neu entstanden sind.
Vor uns liegt die Dominsel, die Kantinsel, das einstige Herz der Stadt, heute abgesehen vom restaurierten Dom eine Grünanlage. Wir besuchen den mächtigen Dom, das Kant-Museum und an der Außenfassade des Doms das Grabmal für den bedeutendsten Sohn der Stadt Immanuel Kant. Wir gehen vorbei an der neu gebauten Synagoge, ein prächtiges Bauwerk mit bunten Fensterscheiben. Anschließend verlassen wir die Stadt mit dem Bus und fahren an weitern Sehenswürdigkeiten vorbei – an dem Ort, wo einst das mächtige Königsberger Schloss stand und wo heute eine kahle Stelle ist und ein ungenutztes Haus der Räte steht, am Schlossteich, der Universität, der Erlöserkathedrale, den „Kämpfenden Wisenten" vor dem ehemaligen Amts- und Landgericht, dem Oberteich und dem Königstor.
Dann geht es hinaus aus der Stadt in das Kaliningrader Gebiet. Unser Weg führt zunächst nach Sovetsk (Tilsit), das an der Memel im Grenzgebiet zu Litauen liegt. Tilsit ist einer der ältesten Siedlungspunkte der Region. Die Ordensritter gründeten hier 1407 eine Burg. Weltgeschichtliche Bedeutung erlangte der Ort als Napoleon und der russische Zar Alexander I. hier über das geschlagene Preußen berieten und Königin Luise Napoleon um gnädigere Friedensbedingungen bat. Deshalb gibt es hier viel Ehre für Königin Luise: die Luisenbrücke über die Memel, heute Grenzübergang nach Litauen, und das Portal der Brücke, das Wahrzeichen der Stadt, sowie das Königin Luise-Denkmal im Stadtpark. An der Hohen Straße findet man noch viele Bürgerhäuser, zum Teil auch mit reichem Jugendstilschmuck. Unsere Reise geht nach einem Spaziergang durch die Stadt weiter nach Neman (Ragnit), der kleinen Schwesterstadt an der Memel, ebenfalls im Grenzgebiet. Die Altbaugebiete am Rande der Stadt sind vom Verfall gezeichnet. Das bedeutendste Bauwerk war das Ende des 14. Jahrhundert errichtete Ordensschloss. Die Ruine sehen wir hinter Bauzäunen und der Blick ist versperrt durch Gras, hohe Büsche und allerlei Abfall. Ein trauriger Anblick für eine Burg, die nach der Marienburg das gewaltigste Bauwerk des Deutschritterordens in Preußen war. Wir setzen unsere Fahrt fort und fahren vorbei an Polessk (Labiau) am Fluß Deime, der hier die Ostgrenze des Samlandes bildet. Der Fluss war in alten Zeiten eine wichtige Grenze. Die feindlichen Litauer wurden aufgrund der sumpfigen Ufergebiete und der Breite des Flusses auf dem Weg nach Königsberg zurückgehalten.
Wir kehren am späten Nachmittag nach Königsberg zurück und einige Gäste unternehmen noch eine Schifffahrt auf dem Pregel, von wo aus man einen beeindruckenden Blick auf die Silhouette der Stadt werfen kann.

4. Tag, Montag 02.09.2019: Ausflug nach Baltijsk (Pillau), Jantarnyi (Palmnicken), Svetlogorsk (Rauschen)


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Heute fahren wir an die Ostsee und ans Frische Haff. Zunächst führt uns der Weg nach Batijsk (Pillau), das viele Jahre ein geheimer Ort war und nicht besucht werden konnte. Mit einem Passagierschein, den keiner sehen will, ist es heute möglich. Eine Sturmflut riss 1497 die Nehrung entzwei und bei Pillau war fortan eine freie Durchfahrt in die Ostsee möglich. Wir besuchen zunächst die kleine Festung am Pillauer Tief, die heute keine militärische Bedeutung mehr hat. Unweit der Mole liegt ein kleiner Platz mit dem Denkmal für Peter I., zum Andenken an seinen Aufenthalt in Pillau 1697. Von diesem Sockel hatte bis 1945 der Große Kurfürst gegrüßt. Gleich hinter dem Denkmal steht das alte Wahrzeichen der Stadt, der Leuchtturm, erbaut nach Schinkels Plänen. Es war wohl das letzte Zeichen, dass die 1945 auf den Schiffen der deutschen Kriegsmarine gen Westen Flüchtenden von ihrer Heimat Ostpreußen noch gesehen haben. Von der Festung ist es nicht weit bis zur Mole. Unweit liegt der im Jahre 1999 angelegte Friedhof mit Gräbern deutscher Soldaten. Hier leistet die Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine wertvolle und schwierige Arbeit. Und während einer kleinen Führung werden wir daran erinnert, wie wichtig uns der Frieden sein muss. Wir verlassen den friedlichen Ort des Gedenkens und kommen hinaus direkt an den Strand der Ostsee. Einige unserer Gäste richten den Blick auf den feinen Sandstrand und werden fündig – kleine Bernsteinchen. Hier an der Nordmole sehen wir das überdimensionierte Reiterdenkmal der Zarin Elisabeth, dass die russische Herrscherin ehrt, nachdem im „Siebenjährigen Krieg" Pillau zum Russischen Reich kam.
Unsere Reise geht weiter über die Halbinsel Samland nach Jantarnyi (Palmnicken) an der Westküste. Hier gibt es einzigartige Bernsteinvorkommen, die im Tagebau gefördert werden. Bei einer kleinen Führung können wir die gewaltigen Abbauflächen sehen und erfahren mehr über die Blaue Erde, die zwischen den Sandschichten aufgeschlossen wird. Anschließend besuchen wir das Ostseebad Svetlogorsk (Rauschen) an der samländischen Nordküste. Hier findet man noch die malerischen hölzernen Pensionshäuschen und eine beindruckende Steilküste zum Meer. Eine kleine Gondelbahn führt von ehemals Rauschen-Düne, dem Kurviertel, hinab zum feinsandigen Strand. Eine idyllische Promenade am Strand lädt zum Spazierengehen ein. Rauschen war wohl schon immer ein sehr schönes Seebad und ist es noch immer. Wir machen einen kleinen Stadtrundgang im Kurviertel und erfreuen uns an einigen Sehenswürdigkeiten – da sind das Warmbad, ein bezauberndes Jugendstilgebäude mit einem pilzähnlichen Turm, der Kur- und Stadtpark, der Findlingsstein, mit dem aufgeschlagenen Buch, der an den Besuch von Thomas Mann erinnert und viele alte, restaurierte Häuser. Am späten Nachmittag fahren wir nach einem erlebnisreichen Tag zurück nach Königsberg.

5. Tag, Dienstag 03.09.2019: Kurische Nehrung mit Rybacij (Rossitten) und Nida (Nidden)


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Heute fahren wir auf die Kurische Nehrung und nehmen Abschied von Russland. Von Königsberg aus fahren wir an Zelenogradsk (Cranz) vorbei und erreichen die 100 km lange Nehrung, die genau in der Hälfte ihrer Länge durch eine Grenze geteilt ist. Diese Grenze zwischen Russland und Litauen ist inzwischen EU-Außengrenze geworden. Auf der Nehrung gibt es eine durchgehende Straße, die alte Poststraße von Königsberg nach St. Petersburg. Sie führt durch ein Naturschutzgebiet, dichte Mischwälder säumen den Weg. Wir erreichen recht bald Rossitten mit der berühmten Vogelwarte. Sie wurde durch Johannes Thienemann 1901 gegründet und war die erste deutsche Vogelwarte, die sich mit der Vogelberingung und der Erforschung des Vogelzuges befasste. Heute wird die Vogelwarte durch die Russische Akademie der Wissenschaften weitergeführt. Wir erhalten eine kleine Führung und erfahren mehr über das Einfangen der Vögel und die Methoden der Beringung.
Am Kilometer 50 erreichen wir die Grenze und müssen auf der russischen Seite wieder viel Geduld für die Grenzabfertigung aufbringen. Auf der litauischen Seite erwartet uns unsere örtliche Reiseleiterin Nijole und begrüßt uns ganz herzlich. Zunächst fahren wir in das Hotel in Nidden, wo wir auch eine Kleinigkeit essen können. Das Hotel heißt „Nidos Banga" und ist die historische Nachfolge des Gasthofes von Hermann Blode, der hier die Niddener Künstlerkolonie gründete. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Maler, Bildhauer und Literaten die herbe Dünenlandschaft und die romantischen Wälder der Nehrung.
Von der Terrasse des Restaurants hat man einen wunderschönen Blick auf das Kurische Haff. Wir wollen die Zeit nicht verstreichen lassen und gehen am späten Nachmittag hinunter an das Haff, entlang der Promenade bis zum Hafen, wo auf uns ein Schiff wartet, das uns hinaus aufs Wasser bringt. Von da aus haben wir einen wunderbaren Blick auf den Ort Nidden und auf die Wanderdünen. Wir sind beeindruckt von diesem schönen Ort, den blau-weiß-roten Fischerhäuser, den bunten, geschichtenerzählenden kurischen Wimpeln, die früher die Kähne zierten, den gepflegten Grünanlagen, dem frischen Wind, der von der Ostsee und vom Haff herüberweht, gemischt mit dem Geruch der Fischräuchereien, einem Ort, der nach Urlaub und Verweilen ruft.

6. Tag, Mittwoch 04.09.2019: Nida (Nidden) und Kurische Nehrung


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Am nächsten Tag besuchen wir zunächst die Hohe Düne und stehen eine Weile auf der Plattform, die uns einen herrlichen Blick auf die weitgespannte Sandlandschaft, auf das Haff und die Ostsee eröffnet. Hier gibt es die modernistische Skulptur einer Sonnenuhr zu bestaunen. Anschließend fahren wir zum Thomas-Mann-Haus, das offenbar die meisten deutschen Urlauber unbedingt mit der „Kurischen Nehrung" in Verbindung bringen können. Der Schriftsteller war von der Kurischen Nehrung so begeistert, dass er auf dem Schwiegermutterberg 1930 ein Sommerhaus errichten ließ, wo er jedoch nur zwei Sommer mit seiner Familie verbringen konnte. Bekannt ist der Italienblick aus dem Fenster des ersten Stockwerks hinüber auf das Haff. Auch wir genießen diesen Blick und stellen uns vor, welches Glück man an diesem Ort erleben kann. Später fahren wir nach Juodkrante (Schwarzort). Hier kann man die Haffpromenade entlanglaufen oder auf den Hexenberg gehen, der ein Skulpturenpark ist, bestehend aus hölzernen Hexen und Teufeln. Wir lauschen gern den Legenden und Märchen, die uns Nijole aus ihrer Heimat nahebringt. Schwarzort ist ein Kurort mit Villensiedlungen und noch heute ein Zentrum des Fremdenverkehrs. Am Nachmittag gibt es noch eine längere Schifffahrt über das Kurische Haff hinüber an das Festland, wo sich das Windenburger Eck im Regionalpark des Memeldeltas befindet.

7. Tag, Donnerstag 05.09.2019: Nida (Nidden) – Klaipeda (Memel) – durchs Memelland nach Kaunas


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Die Zeit auf der Kurischen Nehrung war kurz, zu kurz. Heute heißt es aufs Festland zurückkehren. Wir verlassen Nidden am frühen Morgen, fahren die Nehrungsstraße entlang bis nach Smiltyne, wo wir mit eine Fähre nach Memel übersetzen.
In Memel erleben wir eine kleine Stadtführung. Die Stadt strahlt noch immer das Flair einer norddeutschen Kaufmannsstadt aus. Bekannt ist Memel vor allem wegen „Ännchen von Tharau". Der bekannteste Sohn der Stadt, der Dichter Simon Dach verfasste 1636 für die Hochzeit seines Freundes, des Pfarrers Johannes Partatius mit der jungen Anna Neander aus Tharau ein plattdeutsches Hochzeitslied, das später von Herder ins Deutsche übertragen und dann vertont wurde. Das Lied ist wohl die heimliche Hymne der Ostpreußen. Wir haben es alle gemeinsam im Bus gesungen. Memel liegt an der Dange und gehört zu den ältesten Gründungen der Deutschritter. Beeindruckend ist die präzise Ausführung der Gassen und Straßenführung nach einem Rasterprinzip, das wir als Bild an der Hauswand eines Hauses bewundern können.
Weiter fahren wir nach Kaunas. Von der Hochterrasse oberhalb des Memeltales gegenüber der Altstadt haben wir einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Bei einem Rundgang durch die Altstadt lernen wir die Reste der ehemaligen litauischen Burg kennen, die 1361 erstmals an der Mündung der Neris in die Memel erwähnt wurde. Innerhalb der Altstadt gibt es eine Reihe gut erhaltener Bauwerke. Am historischen Rathausplatz befinden sich die Peter-und-Paul-Kathedrale, die Jesuitenkirche und das alte Rathaus, dessen weiße Gestalt an einen „Weißen Schwan" erinnert. Wir genießen den Rundgang am Abend, die Straßen sind voller Leben und man spürt, dass dies eine Stadt der Jugend ist.
Wir übernachten Im Hotel „Europe Royal Kaunas" mitten im Herzen der Stadt.

8. Tag, Freitag 06.09.2019: Marijampole – Mragowo (Sensburg)


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Heute heißt es Abschied nehmen von unserer litauischen Begleiterin Nijole, die uns voller Enthusiasmus so viel über Litauen und ihre Menschen nahegebracht hat. Nijole begleitet uns noch bis Marijampole und dann setzen wir den Weg allein fort. Unser Ziel ist Mragowo (Sensburg) in den Masuren. Es ist der südliche Teil des ehemaligen Ostpreußens. Wir passieren die Grenze nach Polen problemlos, sind wir doch in der Europäischen Union. Sensburg liegt am Rand der Masurischen Seenplatte. Nachdem wir unser Hotel Huszcza erreicht haben, können wir noch am See entlang spazieren, der direkt vor dem Hotel liegt. Sensburg war bereits eine alte preußische Siedlung, ehe der Deutsche Orden um 1348 hier eine hölzerne Burg errichten ließ. Den Abend lassen wir recht gemütlich ausklingen. Wir haben einen Grillabend nach polnischer Art und einen Musiker, der mit seinem Akkordeon ukrainische, polnische und deutsche Lieder singt. So lernen wir die polnische Gastfreundschaft ein wenig kennen.

9. Tag, Samstag 07.09.2019: Mragowo (Sensburg) – Swieta Lipka (Heilige Linde) – Mikolajki (Nikolaiken) – Gdansk (Danzig)


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Am frühen Morgen treffen wir Lukas, den örtlichen Reiseführer in den Masuren. Von Sensburg aus fahren wir eine Runde durch die nördlichen Masuren und halten an den bekanntesten Orten an. Zunächst steht Nikolaiken auf dem Programm. Der Tag ist noch jung und es sind kaum Touristen unterwegs, da haben wir Platz für den freien Blick auf den langen Arm des Spiridingsees, des größten der masurischen Seen. Durch die Lage am See war die Fischerei von jeher ein wichtiger Erwerbszweig in Nikolaiken und die Nikolaiker Maränen machten die kleine Stadt weit über Ostpreußen hinaus bekannt. Bereits vor dem Krieg war Nikolaiken ein Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr. Heute ist der Ort ein wichtiges touristisches Zentrum, besonders für den Wassersport. Im Winter frieren die masurischen Seen zu, da ist Eissegeln die besondere Attraktion.
Unsere Fahrt geht nach einem Rundgang durch den kleinen Ort mit den zum Teil sehr gut erhaltenen alten deutschen Häusern weiter nach Heilige Linde. Dabei kommen wir an Gizycko (Lötzen) am Löwentinsee und Ketrzyn (Rastenburg) vorbei. Rastenburg ist vor allem wegen seiner traditionellen Pferdezucht bekannt. 1940 wurde nahe der Stadt das Führerhauptquartier Wolfsschanze errichtet. Schon bald erreichen wir Heilige Linde, einen der bekanntesten Marienwallfahrtsorte in Polen, der von Touristen und Pilgern gleichermaßen gern besucht wird. Die barocke Basilika wurde von den Jesuiten errichtet und ruht auf 10.000 Holzpfeilern, da der Baugrund auf sumpfigem Land zwischen zwei Seen lag. Wir erreichen die mächtige beeindruckende Kirche gerade rechtzeitig und erleben ein kleines Orgelkonzert. Ein wahrer Genuss für Geist und Seele. Unsere Rundfahrt durch die Masuren war sehr kurz, gern hätten wir noch mehr erlebt. Vielleicht einmal bei einem anderen Ausflug.
Bald schon geht der Weg zurück nach Danzig und so schließt sich dann auch der Kreis der Rundreise auf den Spuren von Ostpreußen. In Danzig übernachten wir diesmal im Hotel „Novotel Gdansk Centrum". Es regnet zum ersten Mal während unserer Reise. Wir nehmen Abschied von den Gästen unserer Gruppe, die am nächsten Morgen mit dem Flugzeug nach Hause fliegen.

10. Tag, Sonntag 08.09.2019: Heimreise


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Eine Reise geht zu Ende. Unser Bus kennt schon den Weg über Poznan nach Frankfurt/Oder. Schon bald verabschieden wir am Berliner Ring weitere Gäste und kehren nach Sachsen zurück.

Liebe Reisegäste,
wir haben gemeinsam eine Reise in Vergangenheit und Gegenwart Ostpreußens unternommen. Sie waren eine aufgeschlossene, freundliche und disziplinierte Reisegruppe und haben ganz wesentlich zum Gelingen der Tour beigetragen. Es hat mir mit Ihnen viel Freude gemacht, wir alle wären wohl gern noch ein Stück weitergefahren. Aber jede Reise geht einmal zu Ende.
Ich hoffe, dass Sie alle gut zu Hause angekommen sind und dass Sie die Erlebnisse dieser Reise in ihrem Herzen mitnehmen konnten. Ihnen wünsche ich alles Gute, vor allem Gesundheit und noch viele Reiseerlebnisse. Ich möchte mich bei Ihnen herzlichst für diese kurze gemeinsame Lebenszeit bedanken. Vielleicht sehen wir uns mal wieder, es würde mich freuen.
Ihre Viola Hanke

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