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Auf den Spuren von Harry Potter in Schottland

Reisebericht: 05.04. – 12.04.2026

Schottland, Harry Potter und überraschend viel Sonne – wir haben die magischen Drehorte erkundet und dabei gemerkt: Die Magie hier ist echt.

Vivien Fiedler

Ein Reisebericht von
Vivien Fiedler

007 – Durham Cathedral – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 009 – Durham Cathedral – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 018 – Durham Cathedral – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 044.2 – Edinburgh – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 047.2 – Edinburgh – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 047 – Edinburgh – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 059.1 – Highlands Glen Coe – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 062 – Highlands Glen Coe Harry Potter – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 076 – Fish and Chips in Mallaig – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 082.2 – Loch Lochy – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 083 – Loch Lochy – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL) 087 – Loch Ness Center – © Vivien Fiedler (Eberhardt TRAVEL)

Anreise nach Amsterdam

Der erste Tag beginnt für uns alle noch in der Dunkelheit – denn wer nach Hogwarts will, muss früh aufstehen. Mit dem ersten Einstieg in Dresden startet unsere Reise, und nach und nach sammeln wir auf unserem Weg quer durch Deutschland weitere Harry-Potter-Fans ein, bis unsere Gruppe vollständig und die Vorfreude kaum noch zu bremsen ist.

Und als wäre es bestellt: Das Wetter zeigt sich von Anfang an von seiner besten Seite. Gutes Wetter begleitet uns bis in den Nachmittag, als wir den Fährhafen IJmuiden erreichen – dem größten Fährhafen der Niederlande, gelegen an der Nordseeküste unweit von Amsterdam. Genau hier legt die DFDS-Fähre ab, die uns über Nacht nach Newcastle bringt. Während wir auslaufen, versinkt die Sonne langsam im Meer – ein erstes magisches Bild, das die Stimmung für die kommenden Tage setzt.

An Bord erwartet uns dann das, wofür die DFDS bekannt ist: ein fantastisches Abendessen. Gut gestärkt und mit (leider) vorhandenem Schaukeln der Nordsee lassen wir den ersten Reisetag ausklingen.

Von Durham bis Edinburgh

Mit klarem Himmel und bester Stimmung erreichen wir Newcastle – und schon wenige Minuten später stehen wir in Durham, einer der beeindruckendsten Kathedralstädte Englands. Die Stadt am Fluss Wear ist untrennbar mit dem Heiligen Cuthbert verbunden, dem bedeutendsten Heiligen Nordenglands. Seine Gebeine ruhen seit dem 11. Jahrhundert in der Durham Cathedral, die zwischen 1093 und 1133 erbaut wurde und als eines der herausragendsten Beispiele normannischer Architektur in ganz Europa gilt.

Doch Durham hat noch eine zweite, ganz besondere Bedeutung: Die Kathedrale diente in den Harry-Potter-Filmen als Drehort für einige der ikonischsten Innenaufnahmen von Hogwarts. So wurden etwa die Kreuzgänge für Szenen genutzt, in denen Harry, Ron und Hermine durch die Gänge schlendern. Anhand von Szenenbildern gehen wir gemeinsam auf Entdeckungsreise und stellen fest: Wer genau hinschaut, erkennt jeden Winkel sofort wieder.

Im Anschluss bleibt etwas Zeit zur freien Verfügung – ob ein Besuch im Museum, ein Spaziergang entlang des Flussufers oder ein kleiner Einkaufsbummel durch die charmante Innenstadt: Durham hat für jeden etwas zu bieten.
Dann heißt es Kurs Norden – denn Schottland wartet. An der Grenze machen wir einen kurzen, aber feierlichen Stopp: Mit einem „Slàinte mhath!" – dem traditionellen schottischen Trinkspruch, der so viel bedeutet wie „Gute Gesundheit!" – stoßen wir auf die Ankunft in Schottland an. Ein Moment, der die Vorfreude auf die kommenden Tage noch einmal spürbar steigert.

In Edinburgh angekommen beziehen wir unser Hotel mitten in der Innenstadt – idealer könnte die Lage kaum sein. Gemeinsam geht es abends in einen der Pubs der Stadt, wo wir unser erstes schottisches Abendessen genießen. Und als wäre das noch nicht genug, zeigt sich Edinburgh an diesem Abend von seiner schönsten Seite: Die beleuchtete Altstadt, das majestätisch thronende Castle und die stimmungsvoll erleuchteten Gassen der Royal Mile lassen keinen Zweifel daran – wir sind angekommen, und die Magie hat längst begonnen.

Edinburgh – Hauptstadt Schottlands

Der heutige Tag gehört ganz Edinburgh – und wir haben die beste Begleiterin, die man sich dafür wünschen kann. Lydia, unsere ortskundige Reiseleiterin, nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise durch eine der schönsten und geschichtsreichsten Städte Europas.
Unser Rundgang beginnt mit einem Überblick über die zwei Gesichter der Stadt: die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, mittelalterlichen Tenements und der berühmten Royal Mile – und die Neustadt, die im 18. Jahrhundert im Stil des Klassizismus erbaut wurde und seit 1995 gemeinsam mit der Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Zwei Stadtteile, zwei Epochen, ein unverwechselbares Gesamtbild.

Der erste Stopp führt uns zum Royal Botanic Garden Edinburgh, einer der ältesten wissenschaftlichen Gartenanlagen der Welt. Bereits 1670 gegründet, beherbergt er heute über 13.000 Pflanzenarten auf rund 28 Hektar.
Weiter geht es zu Arthur's Seat, dem erloschenen Vulkan mitten in der Stadt, der Edinburgh seine unverwechselbare Silhouette verleiht. Mit 251 Metern Höhe bietet er einen atemberaubenden Panoramablick über die gesamte Stadt, den Firth of Forth und bei klarem Wetter sogar bis zu den Highlands – ein perfekter Fotostopp, den wir natürlich ausgiebig nutzen.

Den krönenden Abschluss der Stadtrundfahrt bildet der Greyfriars Kirkyard, einer der bekanntesten Friedhöfe Schottlands – und für Harry-Potter-Fans ein absolutes Muss. Denn hier liegt der Grundstein für einen der berüchtigtsten Charaktere der Zauberwelt: Auf einem der Grabsteine ist der Name Thomas Riddell zu lesen – und wer J. K. Rowling kennt, weiß, dass das kein Zufall ist. Die Autorin soll sich beim Schreiben regelmäßig auf diesem Friedhof aufgehalten haben und ließ sich von den Namen der Grabsteine für ihre Figuren inspirieren. Auch der Name McGonagall findet sich hier.

Danach gehört Edinburgh ganz uns. Die Freizeit lässt keine Wünsche offen: Wer shoppen möchte, wird in den zahlreichen Souvenir-Shops entlang der Royal Mile fündig – von Tartanstoffen über Whisky bis hin zu allerlei magischen Mitbringseln. Wer lieber in die Geschichte eintaucht, findet in Edinburghs historischen Pubs den perfekten Ort dafür – manche davon blicken auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. Und wer einfach nur durch die Gassen schlendert und die Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Stadt aufsaugt, macht dabei garantiert nichts falsch.

Durch die schottischen Highlands

Heute verlassen wir die schottische Hauptstadt und machen uns auf den Weg nach Fort William – dem Tor zu den Highlands. Doch der Weg ist das Ziel, denn zwischen Edinburgh und unserem heutigen Etappenziel gibt es einiges zu entdecken.

Noch aus dem Bus heraus können wir zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schottlands bewundern: am Straßenrand tauchen die Kelpies auf: die beiden 30 Meter hohen Pferdeköpfe aus Stahl, die seit 2013 das Falkirk-Helix-Areal zieren und an die mythischen Wasserpferde der schottischen Folklore erinnern. Mit je 300 Tonnen Gewicht sind sie die größten Pferdeskulpturen der Welt – ein beeindruckender Anblick, auch im Vorbeifahren.
Als nächstes sehen wir das mächtige Stirling Castle, das auf einem Vulkanfelsen thront und jahrhundertelang eine der wichtigsten Königsresidenzen Schottlands war.
Unsere erste Pause legen wir am Loch Lomond ein – dem größten Süßwassersee Großbritanniens und einem der schönsten Flecken Schottlands. Natürlich darf auf dieser Etappe das berühmte Volkslied „The Bonnie Banks o' Loch Lomond" im Bus nicht fehlen. Im malerischen Dörfchen Luss steigen wir kurz aus und können den See noch einmal ganz aus der Nähe genießen – die weißen Steinhäuschen, der glasklare See und die bewaldeten Berge im Hintergrund machen Luss zu einer der fotogensten Ecken Schottlands.

Dann geht es tiefer in die Highlands – und die Landschaft wird mit jeder Kurve dramatischer. Weite Moorlandschaften, einsame Lochs und zerklüftete Berggipfel ziehen an uns vorbei, und wir nutzen jeden Fotostopp, der sich uns bietet. Das Rannoch Moor, eine der einsamsten und ursprünglichsten Landschaften Europas, erstreckt sich auf über 50 Quadratkilometern – ein Ort, der gleichzeitig unwirklich schön und ein wenig unheimlich ist.
Kurz darauf erreichen wir Glen Coe – und hier wird die Stimmung nachdenklicher. Denn so atemberaubend das Tal auch ist, so trägt es doch eine schwere Geschichte in sich: Im Februar 1692 fand hier das Massaker von Glencoe statt, bei dem Soldaten des Clans Campbell 38 Mitglieder des Clans MacDonald ermordeten – ein bis heute unvergessenes Kapitel schottischer Geschichte, das den Ort mit einer ganz besonderen Schwere erfüllt.

Doch Glen Coe hat auch eine magische Seite – denn genau hier wurde für den dritten Harry-Potter-Film „Der Gefangene von Askaban" gedreht. Mitten in dieser wilden Landschaft befand sich Hagrids Hütte, und gemeinsam wagen wir den Anstieg. Das gute Wetter meint es heute gut mit uns, und der Aufstieg belohnt uns mit einer Aussicht, die kaum zu überbieten ist. Anhand von Szenenbildern suchen wir die markanten Baumgruppen und Felsformationen, die im Film zu sehen sind – und tatsächlich: Wer genau hinschaut, erkennt sie sofort wieder. Ein Moment, in dem Fiktion und Wirklichkeit auf wunderbare Weise verschmelzen.
Am Nachmittag erreichen wir Fort William und legen noch einen Stopp an der Neptune's Staircase ein – der längsten Schleusentreppe Großbritanniens. Die beeindruckende Anlage am Caledonian Canal besteht aus acht aufeinanderfolgenden Schleusenkammern, die Schiffe auf einer Strecke von nur 500 Metern um satte 20 Meter anheben. Bei bestem Wetter können wir die gigantische Anlage in aller Ruhe bewundern – ein ingenieurtechnisches Meisterwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert, das bis heute in Betrieb ist.
Danach checken wir in unser Highland-Hotel ein, nur wenige Gehminuten vom Zentrum Fort Williams entfernt – der perfekte Ausgangspunkt für die nächsten Abenteuer.

Fort William nach Mallaig

Heute zeigt uns Schottland sein anderes Gesicht – und das ganz unverblümt. Schon beim Losfahren am Hotel empfängt uns kräftiger Regen, der uns den ganzen Tag über mal mehr, mal weniger begleitet. Aber was wäre Schottland ohne seinen berühmten Regen? Wir nehmen es sportlich und machen uns auf den Weg zu einigen der schönsten Drehorte der gesamten Reise.

Unser erstes Ziel ist Glenfinnan – und kaum ein Ort in Schottland vereint so viel Geschichte, Natur und Filmmagie auf so engem Raum. Am Ufer des Loch Shiel angekommen, ist sofort klar: Diese Landschaft kennen wir. Der langgestreckte See, eingebettet zwischen bewaldeten Berghängen, diente in den Harry-Potter-Filmen als Vorlage für den großen See von Hogwarts, über den Harry, Ron und Hermine im ersten Teil mit den Booten zum Schloss gelangen. Auf den Szenenbildern, die wir mitgebracht haben, ist das mächtige Hogwarts Castle am Ufer des Sees in voller Pracht zu sehen – und auch heute, mit wolkenverhangenem Himmel und dem Regen, der leise auf den See prasselt, lässt sich die Atmosphäre der Filme mühelos wiedererkennen. Vielleicht sogar noch besser so.

Weiter geht es zum weltberühmten Glenfinnan Viadukt – einem der ikonischsten Bauwerke Schottlands. Das 1901 fertiggestellte Viadukt überspannt mit 21 Bögen das Finnan-Tal in einer Höhe von bis zu 30 Metern und ist bis heute Teil der aktiven West Highland Line. Wer möchte, steigt zum Aussichtspunkt hinauf und wird mit einem atemberaubenden Blick auf das Viadukt und das umliegende Tal belohnt – Regen hin oder her. Normalerweise ist es genau hier, wo der Jacobite Steam Train – im Film der Hogwarts Express – in einem der magischsten Momente der gesamten Reise über das Viadukt dampft. Doch zu unserem frühen Apriltermin gibt es leider noch Probleme mit der Sondergenehmigung für den Zug. Das soll sich im Laufe des Jahres ändern – aber auch ohne den Dampfzug ist der Anblick des Viadukts schlicht unvergesslich.

Wir nehmen wieder Fahrt auf und machen uns auf den Weg nach Mallaig. Unterwegs erhaschen wir einen ersten Blick auf die kleine, bewaldete Insel im Loch Eilt – und wer die Filme kennt, erkennt sie sofort: Die Insel ist in mehreren Harry-Potter-Filmen zu sehen. Es wird nicht das letzte Mal an diesem Tag sein, dass wir sie zu Gesicht bekommen.

In Mallaig angekommen, legen wir eine wohlverdiente Mittagspause ein. Das malerische Fischerdorf an der Westküste Schottlands ist bekannt für seinen kleinen Hafen und vor allem für eines: Fish & Chips in Bestform. Frisch aus dem Meer, knusprig frittiert – besser geht es kaum. Und als wäre es ein kleines Dankeschön für unsere Geduld mit dem schottischen Wetter, kommt in Mallaig tatsächlich die Sonne hervor.
Gut gestärkt und mit etwas mehr Licht in der Landschaft geht es nun mit dem Zug zurück nach Fort William – und diese Fahrt hat es noch einmal in sich. Denn auf der Strecke der West Highland Line passieren wir erneut den Loch Eilt mit seiner kleinen Filminsel, den Loch Shiel und schließlich das Glenfinnan Viadukt – diesmal aus einer ganz anderen Perspektive. Was mit dem Bus ein Fotostopp war, wird mit dem Zug zu einem echten Erlebnis. Man kann sich gut vorstellen, wie es sein könnte, in diesem Zug nach Hogwarts unterwegs zu sein.

In Fort William angekommen bleibt noch etwas Zeit, um die Einkaufsstraße zu erkunden – ob für ein letztes Souvenir, einen wärmenden Kaffee oder einfach nur zum Bummeln. Nach einem langen, regnerischen und dabei doch so magischen Tag hat sich das jeder verdient.

Loch Ness mit seinen Mythen und Sagen

Der Abschied von Fort William fällt schwer – aber was für ein Abschied! In der vergangenen Nacht hat es in den Höhenlagen noch einmal kräftig geschneit, und als wir am Morgen aufbrechen, präsentieren sich die Berge rund um Ben Nevis in einem atemberaubenden Winterkleid. Mit 1.345 Metern ist der Ben Nevis der höchste Berg der britischen Inseln – und heute trägt er seine weiße Kappe mit besonderer Würde. Wir halten für einen Fotostopp – und kaum haben wir die Kameras gezückt, taucht die Kuppe des Berges noch einmal in gleißendes Sonnenlicht. Der Fotostopp beginnt von vorn. Zu Recht.

Unser Weg führt uns entlang des Kaledonischen Kanals. Der 1822 fertiggestellte Kanal verbindet die Ost- mit der Westküste Schottlands und nutzt dabei eine Kette natürlicher Seen, darunter den Loch Ness. Immer wieder überqueren wir Brücken, die sich heute zum Glück alle brav geschlossen halten und uns nicht aufhalten – wir kommen zügig voran.

Dann erreichen wir ihn: den Loch Ness. Mit einer Tiefe von bis zu 230 Metern und einem Wasservolumen, das alle Seen Englands und Schottlands zusammen übertrifft, ist er schlicht gigantisch. Und natürlich ist er vor allem eines: die Heimat von Nessi. An seinem Ufer thront das Urquhart Castle – eine der meistbesuchten Burgruinen Schottlands. Die Anlage blickt auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen schottischen Clans und englischen Königen belagert, eingenommen und zerstört. Heute erzählen die malerischen Ruinen von dieser bewegten Vergangenheit – und bei strahlendem Sonnenschein und nur ein paar vereinzelten Wölkchen am Himmel bieten sie die perfekte Kulisse, um in aller Ruhe Ausschau nach Nessi zu halten. Gesichtet wurde sie heute zwar nicht offiziell – aber wer weiß, was sich in den dunklen Tiefen des Sees verbirgt.

Im Anschluss tauchen wir weiter in die Sagenwelt Schottlands ein und besuchen das Loch Ness Centre in Drumnadrochit. In einem modernen Multimedia-Rundgang erfahren wir alles über die Entstehung des Sees – und natürlich über die Geschichte des berühmtesten Seeungeheuers der Welt. Seit der ersten offiziellen Sichtung im Jahr 1933 hat Nessi die Welt in Atem gehalten, und das Center beleuchtet sowohl die wissenschaftlichen Erklärungsversuche als auch die hartnäckigen Legenden rund um das Tier. Am Ende der Präsentation ist es an uns: Wir stimmen als Gruppe ab – und das Ergebnis ist eindeutig. Die Mehrheit ist fest davon überzeugt: Nessi existiert!
Unser Weg führt uns weiter durch Inverness – die nördlichste Großstadt Schottlands und inoffizielle Hauptstadt der Highlands – und dann wieder gen Süden. Auf unserer Reise durch Schottland sind uns bereits viele der ikonischen Highland Cows aus dem Busfenster heraus begegnet – mit ihrem zotteligen Fell und den langen Hörnern sind sie einfach unwiderstehlich. Doch heute gibt es sie endlich aus der Nähe zu sehen.

Am Nachmittag erreichen wir Falkirk und beziehen unser Hotel. Wer nach dem Abendessen noch Energie hat, kommt mit zu einem ganz besonderen Abendausflug: Die Kelpies – die beiden 30 Meter hohen Pferdeskulpturen, die wir auf der Hinfahrt bereits aus dem Bus bewundert haben – erstrahlen heute Abend in leuchtendem Grün. Was tagsüber schon beeindruckend ist, wird bei Nacht zu einem magischen Spektakel. Ein würdiger Abschluss für einen Tag voller unvergesslicher Bilder.

Alnwick Castle

Auch heute brechen wir früh auf – der Regen der vergangenen Nacht hat noch nicht ganz aufgehört, doch das hält uns nicht auf. Es geht weiter gen Süden, vorbei an Edinburgh und schließlich wieder über die englisch-schottische Grenze. Ein stiller Moment im Bus – denn Schottland zu verlassen fällt nach diesen Tagen nicht leicht. Vorbei an Berwick-upon-Tweed, wo die Royal Border Bridge majestätisch über den Fluss Tweed spannt, nähern wir uns unserem letzten großen Ziel der Reise.

Am späten Vormittag erreichen wir Alnwick Castle – und als wäre es ein letztes Geschenk der Reise, empfängt uns das Schloss regenfrei. Alnwick Castle im Nordosten Englands ist nach dem Windsor Castle das zweitgrößte bewohnte Schloss Großbritanniens und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1096 reicht. Seit dem 14. Jahrhundert ist es im Besitz der Familie Percy, den Herzögen von Northumberland, und dient bis heute als deren Wohnsitz. Kein Wunder also, dass die imposante Anlage mit ihren mächtigen Türmen und Mauern die Filmemacher von Harry Potter sofort in ihren Bann zog.

Wir starten unseren Besuch mit einem gemeinsamen Rundgang zu den Harry-Potter-Drehorten: Der Innenhof des Schlosses war Schauplatz der legendären Besenflugstunde aus dem ersten Film – genau hier lernte Harry Potter unter den kritischen Augen von Madame Hooch das Fliegen, und genau hier fand auch Nevilles unfreiwilliger Ausflug in die Lüfte statt. Darüber hinaus dienten verschiedene Außenansichten des Schlosses als Außenaufnahmen von Hogwarts und verleihen dem Ort eine ganz besondere filmische Aura. Anhand von Szenenbildern spüren wir jedem Winkel nach – und der Wiedererkennungseffekt ist jedes Mal aufs Neue ein kleiner Freudenschrei wert.

Im Anschluss gehört die Zeit ganz uns. Wer möchte, taucht in die prachtvollen Innenräume des Schlosses ein, die mit ihrer reichen Kunstsammlung an ein kleines Museum erinnern. Wer lieber draußen bleibt, erkundet die weitläufigen Gartenanlagen, die zu den schönsten in ganz England zählen. Der Alnwick Garden, der direkt ans Schloss grenzt, ist für seinen spektakulären Kaskadenbrunnen und seinen – etwas berüchtigten – Giftpflanzengarten bekannt. Für jeden ist etwas dabei.

Dann heißt es Abschied nehmen – von Alnwick, von England und von einer Reise, die uns noch lange begleiten wird. Wir machen uns auf den Weg zum Hafen von Newcastle, wo die Fähre bereits auf uns wartet. Gemeinsam legen wir ab und nehmen Kurs auf das europäische Festland – mit Koffern voller Erinnerungen, Fotos und dem festen Gefühl: Die Magie Schottlands bleibt.

Zurück nach Hause

Die Nacht auf der Fähre neigt sich dem Ende, und mit etwas Verspätung laufen wir in Amsterdam ein. Doch Jan am Steuer meistert den Weg vom Hafen so souverän, dass wir im Laufe des Tages die verlorene Zeit Stück für Stück wieder aufholen – ein letztes Mal zeigt sich, dass man sich auf ihn einfach verlassen kann.
Die ersten Stunden im Bus sind ruhig. Viele nutzen die Gelegenheit, noch ein wenig Schlaf nachzuholen, andere lassen die vergangenen Tage in Gedanken noch einmal Revue passieren – und natürlich wird auch der ein oder andere Harry Potter Film geschaut!
Am Abend erreichen wir schließlich Dresden – und wir stellen wieder einmal fest: Schottland ist kein Reiseziel, das man einfach abhakt. Es ist eines, das nachhallt. Und die Magie? Die haben wir ein kleines Stück mit nach Hause gebracht.


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