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Mittsommer in Stockholm

Reisebericht: 17.06. – 22.06.2026

Eine Gruppe fröhlicher Ladies begibt sich zum Mittsommer nach Stockholm. Gemeinsam verbringen sie unterhaltsame Tage in Schwedens Hauptstadt.

Sabine Letzybyll

Ein Reisebericht von
Sabine Letzybyll

Stockholm - Rathaus – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Järnpojke – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Järnpojke – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Sankt Georg und der Drache – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Grinda - Midsommer – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Grinda - Midsommer – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Skansen – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Vasa Museum  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Vasa Museum  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Drottningholm - Theater  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Markthalle  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Stockholm - Markthalle  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL)

Mittwoch, 17.06.2026 Abendessen in Stockholm

An einem lauen Sommertag starten wir, fünfzehn reiselustige Ladies, voller Vorfreude in unser schwedisches Mittsommer-Abenteuer. Nur knappe eineinhalb Stunden dauert ein Flug von Berlin oder Frankfurt nach Stockholm Arlanda. Fast scheint uns der Transfer mit dem Bus ins Hotel Freys länger zu sein, denn wir geraten in einige Staus. Kein Wunder, denn das Mittsommer-Fest steht vor der Tür. Bei einem äußerst schmackhaften Abendessen im Hotel fällt das Kennenlernen leicht.

Donnerstag, 18.06.2026 Stadtrundfahrt und U–Bahn–Hopping

Am Vormittag unternehmen wir eine Stadtrundfahrt. Unser Stadtführer heißt Ian und ist ein lustiger Engländer. Einen ersten Fotostopp legen wir am Stadshuset, dem Rathaus ein. Es ist ein monumentaler Bau aus rotem Backstein. Auf der Turmspitze prangen drei goldene Kronen. Ian zeigt uns ein verstecktes Kleinod, das nicht jeder zu sehen bekommt, denn dazu muss man um die Ecke gehen, von vorne ist es nicht zu sehen. Es ist ein sogenanntes Keotaph – ein leeres Prunkgrab, ein goldener Sarkophag, gewidmet Birger Jarl, dem legendären Gründer von Stockholm. Warum ist der Sarkophag leer? Der Architekt des Rathauses wollte dem Stadtgründer die Ehre erweisen und dessen Gebeine von Westschweden, wo er 1266 bestattet wurde, feierlich nach Stockholm überführen lassen. Allerdings hatte er die Rechnung ohne den Kirchenvorstand des Klosters Varnhem gemacht, die wollten ihren prominenten Toten nicht herausrücken. Und so blieb der bereits fertige golden Sarkophag bis heute leer. Wir flanieren weiter und Ian zeigt uns die Plaketten von und für Nobel, die daran erinnern, dass hier jedes Jahr im Dezember die feierlichen Bankette der Nobelpreisträger stattfinden. An der Uferpromenade des Mälarsees genießen wir die Aussicht bevor wir wieder in den Bus einsteigen und unsere Stadtrundfahrt fortsetzen. Immer wieder steigen wir aus, schauen uns um und genießen die beeindruckende Stadt. Zu Fuß überqueren wir die Skeppsholmbrücke mit ihren markanten goldenen Kronen, ein beliebtes Fotomotiv. Wir verabschieden uns von unserem Busfahrer und erkunden nun die Stockholmer Altstadt. Wir schlendern durch Gassen und Gässchen und durchqueren sogar die aller schmalste. Mitten in der Altstadt Gamla Stan, versteckt in einem unscheinbaren, ruhigen Hinterhof der Finnischen Kirche, wartet ein ganz besonderer Einwohner Stockholms auf uns: der Järnpojken. Als wir vor ihm stehen, müssen wir alle erst einmal genau hinschauen, denn er ist die kleinste öffentliche Skulptur Stockholms – gerade einmal 15 Zentimeter hoch. Der kleine Junge aus geschmiedetem Eisen sitzt mit angezogenen Beinen auf einem winzigen Steinbett und blickt mit sehnsüchtigem, sanftem Gesicht nach oben in den Himmel, direkt zum Mond. Geschaffen wurde das Kunstwerk 1954 von dem schwedischen Künstler Liss Eriksson, der sich damit an seine eigene Kindheit erinnerte, in der er oft nachts wach saß und aus dem Fenster starrte. Das absolut Herzerwärmende an ihm (bei der Wärme heute nicht zu sehen): Die Stockholmer lieben den kleinen Kerl so sehr, dass er niemals frieren muss. Liebevolle Hände stricken und häkeln ihm regelmäßig winzige Mützen, Schals oder sogar kleine Decken, die ihm je nach Jahreszeit angezogen werden. Außerdem gilt er als echter Glücksbringer. Der kleine Junge ist umringt von glänzenden Münzen und kleinen Süßigkeiten, die Besucher ihm als Wunschgabe dalassen. Wir lassen uns von der Magie anstecken: Es heißt, wer ihm sanft über den Kopf streichelt, dem bringt er Glück und eine sichere Rückkehr nach Stockholm. Das lassen wir Ladies uns natürlich nicht zweimal sagen – 15-mal wird der kleine Kopf liebevoll gestreichelt, verbunden mit ganz leisen, persönlichen Wünschen. Nachdem wir uns auch von Ian verabschiedet haben, legen wir eine Pause ein, die ganz individuell zum Kaffee trinken und oder Souvenir kaufen genutzt wird. Anschließend geht es in den Untergrund. Die Stockholmer U-Bahn gilt als längste Kunstgalerie der Welt. Wir beginnen mit der roten Linie und der Station Stadion, die sich direkt beim ehemaligen Olympiastadion von 1912 befindet. Die Künstler Ake Pallarp und Enno Hallek haben die Wände dieser Felsenstation in ein strahlendes Himmelblau getaucht und den riesigen Regenbogen über die Felsbögen gemalt. Der Regenbogen hatte damals eine ganz wunderbare Symbolik: Er sollte in den 1970er Jahren (als die Station gebaut wurde) den Himmel unter die Erde bringen und den Menschen die Angst vor düsteren, tiefen Tunneln nehmen. Heute ist er eines der meistfotografierten Motive von ganz Stockholm. Die nächste Station, an der wir aussteigen, heißt „Technische Universität“. Zuerst ein bisschen enttäuschend, entschlüsseln wir dann aber das Geheimnis des riesigen geometrischen Polyeders (Vielflächner), der an die bahnbrechenden Skizzen und Konstruktionen von Leonardo da Vinci erinnern soll. Trotzdem steigen wir schnell wieder ein und fahren weiter zur U-Bahn-Station Universität. Kunstwerke aus hunderten Kacheln schmücken hier die Wände. Thematisch setzen sich die Darstellungen mit zwei großen Themen auseinander: der UN-Menschenrechtsdeklaration und den Reisen von Carl von Linné. Wir wechseln auf die blaue Linie und fahren zur U-Bahn-Station Kungsträdgarden. Sie gilt als eine der spektakulärsten Stationen und bald entdecken wir auch warum. Hier sind echte archäologische Relikte zu sehen, Säulen, Kapitäle und Skulpturen, alles aus dem Stockholmer Stadtmuseum. Was wir zum Glück nicht gesehen haben, ist die Zwergspinne Lessertia dentichelles, die auch Höhlenspinne von Kunsträdgarden genannt wird. Nun, die blaue Linie hat einen Ausgang direkt an unserem Hotel und es gelingt uns auch, diesen zu finden. Am Abend fahren wir gemeinsam in die Altstadt. Im Restaurant Gamla Stan Hof genießen wir die gute Küche Stockholms.

Freitag, 19.06.2026 Bootsfahrt durch den Schärengarten und Mittsommerfest auf der Insel Grinda

Ein gemütlicher Spaziergang führt uns zur Straßenbahn Linie Nummer 7 – T-Centralen. Nur 2 Stationen sind es bis zum Nybrokajen, der Anlegestelle der MS Waxholm, mit der wir heute eine Schärenfahrt unternehmen. Während wir die Aussicht genießen, wird uns eine Fika angeboten. Das heißt, wir bekommen eine Tasse Kaffee und ein kleines Sandwich. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die Insel Grinda. Hier findet heute ein Mittsommerfest statt. Kurz nachdem wir den Festplatz erreichen, beginnt auch schon der Tanz um den Maibaum. Direkt am Maibaum, also mitten in der Mitte, steht ein Sänger, der die Menge anfeuert. Groß und Klein, jung und alt fassen sich an den Händen und tanzen im Kreis. Einmal rechts rum, einmal links rum oder sie haken sich unter und wirbeln um einander herum. Die Festtagsstimmung ist ansteckend und bald drehen auch wir uns im Kreis oder wippen mit den Füßen mit. Nach einer Stunde endet das Vergnügen und wir kehren zu unserem Schiff zurück. Auf der Rückfahrt werden wir mit einem leckeren 3-Gang-Menü verwöhnt. Am Abend bleibt noch genügend Zeit für einen Spaziergang und ein Getränk in der Hotelbar (draußen versteht sich).

Sonnabend, 20.06.2026 ABBA–Museum, Mittsommer im Skansen, Vasa–Museum

Ein unerwarteter Krankheitsfall bringt am Morgen etwas unser geplantes Programm durcheinander. Während Sabine sich um das kranke Hühnchen kümmert, machen sich die Ladies allein auf den Weg, zum Glück haben wir jemanden dabei, der (die) sich gut auskennt. Ein Teil der Gruppe besucht das ABBA-Museum. Da Eberhardt TRAVEL uns einen frühen Slot gebucht hat, sind wir fast allein mit Anni-Frid, Agneta, Björn und Ben. Einige, die nicht ins ABBA-Museum gehen, fahren weiter nach Waldemarsudde, wo sich das Anwesen von Prinz Eugen in wunderschöner Landschaft befindet. Inzwischen ist Sabine (unsere Reiseleiterin) auch wieder zur Gruppe gestoßen und kann darüber aufklären, wie das Abbild von König Oskar, dem Vater von Prinz Eugen, auf Sardinenbüchsen kommt. Und warum wir bei unserem kleinen Picknick nicht die Sardinen mit Oskar, sondern mit dem Abbild von seinem Onkel Gustav verkosten. Eine lustige, interessante Geschichte, aber die Hauptsache ist: es schmeckt. Nach zwei Stunden holen wir die ABBA-Besucherinnen wieder ab und gehen gemeinsam zum Skansen. Das Skansen ist ein riesiges Freilichtmuseum, in dem man locker den ganzen Tag verbringen könnte. Wir besuchen zuerst die historischen Werkstätten, schauen uns dann den Tanz um den Maibaum ab und/oder machen uns auf die Suche nach Elchen und anderen schwedentypischen Tieren, die wir hier bewundern können. Den Abschluss des Tages bildet der Besuch des Vasa-Museums. Die Vasa wurde als Kriegsschiff gebaut, versank aber bereits bei seiner Jungfernfahrt 1628 direkt im Hafen von Stockholm. Nach mehr als dreihundert Jahren wurde es geborgen und aufwändig restauriert. Das Museum wurde direkt für die Vasa gebaut und 98 Prozent der Teile, die wir heute bewundern können, sind tatsächlich original. Faszinierend sind neben der Größe des Schiffes, die hunderte kunstvoll geschnitzten Holzskulpturen. Nach diesem gut gefüllten Tagesprogramm sind wir redlich erschöpft und kehren in unser Hotel zurück. Für ein gemütliches Beisammensein in der Hotelbar reichen die Kräfte aber noch.

Sonntag, 21.06.2026 Schifffahrt auf dem Mälarsee zum Schloss Drottningholm

Mit dem Dampfer Prins Carl Philip fahren wir nach Drottningholm, wo sich die private Residenz der schwedischen Königsfamilie befindet. Deren Schloss ist das am besten erhaltene Schloss aus dem 17. Jahrhundert. Wir konzentrieren uns heute aber auf das Schlosstheater, denn hier nehmen wir an einer Führung teil. Das interessante an dem barocken Theater ist die Bühnenmaschinerie, die bis heute voll funktionsfähig ist. Leider wird diese nicht präsentiert, aber im nahegelegenen Souvenirshop können wir einen kurzen Film anschauen, der das demonstriert. Spannend ist auch, was sich neben der eigentlichen Aufführung im Theater so abspielte. Es gibt Plätze, die so liegen, dass sie nicht vom Publikum übersehen werden konnten. Hier trug man die neuste Mode, den schönsten Schmuck und präsentierte seinen gesellschaftlichen Status. Eine andere Loge ist vergittert und niemand kann hineinsehen. Trafen sich hier Liebespärchen? Oder wurden geheime politische Gespräche geführt? Wer weiß. Nach der Theaterführung haben wir noch die Chance, Königin Sylvias Garderobe zu begutachten, es gibt gerade für eine kurze Zeit die Ausstellung „Kostüme für eine Königin – Alltag und Fest über 50 Jahre“. Keine Frage, dass wir Ladies verzückt sind. Im Anschluss daran ist noch genügend Zeit, die Gärten zu genießen oder in ein Café einzukehren, bevor wir zurück in die Stadt fahren. Wir schlendern zum Restaurant Under Kastanjen und haben noch ein bisschen Zeit, bevor uns unser Abschiedsessen erwartet. Natürlich gibt es heute Köttbullar, das unangefochtene Nationalgericht Schwedens. Ein echtes Köttbullar ist in Schweden streng reglementiert. Kleine Fleischbällchen werden mit eher heller oder hellbrauner Soße serviert, dünn geschnittene süß-sauer eingelegte Gurkenscheiben und Preiselbeeren gehören dazu sowie ein luftiges Kartoffelpüree – einfach lecker.

Montag, 22.06.2026 Freizeit, Besuch der Markthalle, Abschied

Unser Rückflug ist für den Abend geplant und so bleibt der verlängerte Vormittag frei für eigene Unternehmungen. Was wir unbedingt noch erleben wollen, ist die historische Markthalle Saluhall. Nur eine U-Bahn-Station vom Hotel entfernt, stehen wir schnell vor diesem wunderschönen Backsteinbau aus dem Jahr 1888. Am Montagvormittag ist es recht leer und wir können gemütlich durch die Gänge schlendern und das Angebot bewundern. Edle Meeresfrüchte, schwedischer Kaviar, Rentier-, Bären- und Elchfleisch werden hier hochpreisig verkauft. Zum Glück oder leider sind wir noch vom Frühstück satt, denn die Krabbenbrote sehen so einladend aus. Von der Markthalle schwärmen wir in verschiedenen Richtungen aus, es ist noch Zeit, bevor uns der Bus zum Flughafen abholt. Nun heißt es tatsächlich, Abschied nehmen von Stockholm und unserem Damenkränzchen. Wie schade, sind wir doch in den letzten Tagen zu einem wundervollen Team verschmolzen.


Liebe Ladies, hatten wir nicht ein paar schöne Tage in Stockholm? Danke, dass ihr dabei ward. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit euch unterwegs zu sein. Und vielen Dank nochmal für eure lieben Abschiedsworte und das was noch so dabei war. Ich wünsche euch von Herzen Gesundheit und viele schöne Reisen auf unserer großen weiten Welt. Und wer weiß? Vielleicht treffen wir uns wieder einmal. Das würde mich sehr freuen. Also, seid alle fest umarmt von Eurer Reiseleiterin Sabine


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