Zum Hauptinhalt springen ... Alle Themen & Ziele
  (03 52 04) 92 112 / Mo – Fr: 07:00 – 19:00 Uhr + Sa: 10:00 – 15:00 Uhr
Eberhardt TRAVEL GmbH
Testsieger 2025
Banner-Hero

Land unterm Großen Bären V – DIE besondere Reise

Reisebericht: 10.06. – 24.06.2026

Drei Länder und eine Welt jenseits des Polarkreises.
Zimtschnecken, Moschusochsen, Goldene Hochzeit, Nordkap, Opernsängerin, ein Weihnachtsmann im Sambafieber.
DIE besondere Reise nahm ihren Anfang

Michael Rass

Ein Reisebericht von
Michael Rass

20260611_6 einfach wunderschön.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260612_4 Abbamuseum.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260614_11...und die Zimmer.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260615_9 ..dasfür gutes Essen.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260618_2 Trondesnes Kirche.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260618_12 Fischsuppe .....jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260619_13 das Meer ruft.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260619_15 Vikten.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260619_18 herrliches Fleckchen Erde.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260621_3 Servus Nordland.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260621_19 ...das wird teuer 900NOK.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL) 20260622_12 Neubau der Autobahn Trondheim-Oslo.jpg – © Michael Rass (Eberhardt TRAVEL)

Guten Morgen …

... Michael, ich bin Sergej, ein fester Händedruck, ein Lächeln, ein fröhliches Guten Morgen zurück, ich bin Michael. Besser kann eine Reise gar nicht starten, als mit fröhlichem Lächeln und fröhlichem Gemüt.
Also, fröhlich rüber zum Dresdner Flughafen und mit dem Einsammeln der Reisegäste beginnen.
Dort angekommen, wurde wir beide schon bereits mit einem Lächeln und einer ansteckenden Fröhlichkeit seitens der Gäste begrüßt, dass man sofort per DU war.
Und das Schöne daran war, dass alle Gäste, die zustiegen, diese wirklich ansteckende Fröhlichkeit auch ausstrahlten und sich untereinander sofort verstanden. Ein wahrlich seltenes Erlebnis, da die meisten Menschen früh morgens noch eher still und müde sind.
Für den ersten Lacher am Morgen sorgte ein Ballon über Dresden, wo der Witz gemacht wurde, „Eberhardt Service, zu spät gekommene Reisegäste werden dem Bus nachgeflogen“. Richtig wäre zwar „nachgefahren“, denn Ballone fliegen nicht.

Eine wunderbare Abwechslung, weil es auch schönes Wetter war, bot der Aufstieg zur Siegessäule in Hakenburg, wo Friedrich seinen Beinamen „der Große“ erhielt, weil er hier die Schweden endgültig vertrieb.
Und was auch ganz interessant war, die Geschichte, die der Baum erzählte, als er geboren wurde bis zu seinem Tod. Vom 30jährigen Krieg 1618 bis hin zu Papst Benedikt XVI 2005.
Der Magen wurde am Rastplatz in Gudow aus der Bordküche beruhigt, bevor wir vorzeitig den Stenakai in Kiel erreichten. Die Vorbereitungen für die bevorstehende Kieler Woche liefen bereits auf Hochtouren. Da es noch genügend Zeit gab bis zum Einschiffen, unternahmen noch einige einen kleinen Bummel in die Innenstadt und machten sich ein Bild von den Aufbaumaßnahmen.
Dann war es soweit, Kabinenbezug, Orientierungsrunde an Bord und dann das genüssliche Abendessen im Buffetrestaurant und die Seereise einfach genießen.
Wer noch wach war, konnte so gegen 23.00 Uhr die Durchfahrt durch die Große Belt Brücke live und hautnah miterleben, während im Hintergrund der Himmel noch im abendlichen rot erleuchtet war.

Schweden aus dem Bilderbuch

Man merkte nicht, dass man auf See war. Die Überfahrt war ruhig und ohne Wellenschlag.
Schweden und Götheborg empfing uns mit Sonnenschein.
Immer wieder spannend der Anblick, wenn man durch die Älvborgsbrücke zum Landungskai einfährt. Der Abstand zwischen Schiffsmast und Brücke ist nicht allzuviel.
Die Masthuggetkirche mit dem wunderbaren Blick hinunter auf die Stadt ist immer ein schöner Anfang für eine Reise. Man kann nochmal Abschied vom Schiff nehmen, das uns sicher durch das Kattegat brachte, sieht das neue Wahrzeichen Götheborgs, den Karlaturm, den Vergnügungspark Liseberg und nicht zuletzt die Kirche selbst. In dem mächtige Backsteingebäude aus 1914 mit der unverwechselbaren hölzernen Decke, das wirklich einen Schiffsbauch ähnelt, konnte, wer wollte, ein kleines Gebet beten, für eine unfallfreie und gelingende Reise.

Wer weiß, wie oft soetwas passiert. Es raschelte in unmittelbarer Nähe. 2 Rehböcke sprangen fröhlich aus dem Unterholz, blieben kurz stehen, witterten Menschen und entschwanden über die einst vom Gletscher glatt geschliffenen Felsen.

Süße Verführungen gab es in der Zuckerstangenmanufaktur in Gränna. Zu empfehlen auch die kleinen handgefertigten Salzkaramellbonbons.
Nach dem langen Sitzen war ein kleiner Spaziergang durch das ursprüngliche Schweden, wie wir es aus Bilderbüchern kennen, eine willkommene Abwechslung. Das Wetter, die Stimmung und die Farbkontraste der Natur waren eine Wohltat für Geist und Seele. Der blaue See, das satte Grün, der teilweise noch duftende Flieder und dazwischen die kleinen roten Holzhäuschen mit den wunderschönen Gärten. Eine Idylle für sich.
Und nach der Wanderung gehörte eine zünftige Brotzeit mit Würstl oder Suppe einfach dazu. Wer wollte bekam auch ein Bierchen dazu.

Zum Nachmittag wurde es dann Zeit für etwas ganz typisch Schwedisches. Als wir die Saabflugzeuge in Linköpping passieert hatten, gab es die berühmte urige Fika mit einer zimtigen Überraschung bei den Schleusen in Berg.

Das riesige Scaniawerk in Södertälje kündigte die nahe Ankunft am Hotel in Stockholm an.
Es war schon spät für unser kleines Buffet mit Fischburger und Truthahnbraten und ein kurzer Besuch in der Hotelsauna schloss dann den Tag richtig entspannt ab.

Eine Stadt in Feierlaune

Wir wunderten uns, wieso so viel Militär im Hotel übernachtete. Keine Soldaten im herkömmlichen Sinne sonder eine Militärmusikkapelle. Die Antwort sollten wir eine Stunde später erhalten.
Das Hotel war ja ausgebucht und uns wurde empfohlen, wenn es geht, doch gemeinsam zum Frühstück zu erscheinen, was wir auch brav befolgten. Gehorsam eben.
Um 9.00 Uhr erwartete uns eine lebendige Alexa am Stadthaus zur Führung durch die größte Stadt Schwedens.
Zuerst eine Erklärung über das Rathaus und dann ging es mit dem Bus durch die Stadt. Und hier bekamen wir die Antwort auf unsere Frage am Morgen.
Das Königspaar feiert morgen ihre Goldene Hochzeit. Historiker werden sagen, momentmal, die Hochzeit war doch damals am 19.Juni und das wäre erst nächste Woche. Die Historiker haben recht, aber man muss die Seele der Schweden kennen. Da ist genau das Mittsommerwochenende und das ist den Schweden heiliger als eine Goldene Hochzeit. Somit wurde diese Feier einfach 1 Woche vorverlegt.
Und heute eben, war die Generalprobe dazu. Die Reitergruppe einschließlich Kutsche ritten, bzw fuhren die Strecke ab, was zu unzähligen Staus führte. Die Polizei regelte und sicherte händisch den Verkehr.
Und was noch dazu kam, die lieben Studenten hatten ihre Schulabschlußfeiern mit bestandenem Abitur. Sowas muss natürlich ausgelassen auf Boot und Lkws mit genügend Flüssigkeit und Musik gefeiert werden.
Wir konnten dennoch vieles sehen, den Skansen, das Abbamuseum, das Botschaftsviertel, die Wachablösung am Schloss und die besten Zimtschnecken weit und breit verkosten. Auch das Brot, bzw die Semmel wurde hochgelobt und die Prinzesstorta, die grün gefärbte Marzipantorte mit fluffiger Sahne und einem Hauch Himbeermarmelade. Wieder so eine schöne entspannte Fikazeit in einem ehemaligen Haus, wo in der Vergangenheit die ärmsten Stockholmer Bürger verpflegt wurden. Hier wird noch authentisch gebacken, keine fertigen Teiglinge, sondern noch echte Handarbeit, die man schmecken kann.
Man muss aufpassen, denn schnell vergehen die Stunden bei gemütlicher Fika und Gesprächen mit Freunden.

Das Wasamuseum ist zu spannend um nur kurz dort zu bleiben. Also ein bisschen mit der Zeit jonglieren, damit man überall genügend davon hat.
Wer die Wasa gesehen hat und einmal direkt vor ihr stand weiß, dass man dieses Gefühl nicht beschreiben kann. Gewaltig, mächtig, massiv von Menschenhand geschaffen mit einfachsten Werkzeugen. Viele Menschen könnten heute damit nicht mehr umgehen. Handbohrer, Hobel, Zweihandsäge, Beile, Eisennägel bis 2m Länge, Planken bis 60cm Dicke, damit sie den Kanonenkugeln standhalten. Pompös in Farbgestaltung und furchteinflößend mit den ca. 800 geschnitzten Figuren. Das größte Kriegsschiff seiner Zeit, auf Wunsch des Königs, nach seinen Anweisungen gebaut. Am Ende ein Windhauch, Schräglage, Untergang und 30 Tote. Keine 1000m Jungfernfahrt. Die Untersuchung der Kommission fand keinen Schuldigen, obwohl es eindeutig war. Aber diese Person durfte nicht angeklagt werden.
Der Film dazu in deutscher Sprache zeigte noch einmal eindrucksvoll das Leben der Bevölkerung, den Bau des Schiffes, den Untergang und die Bergung einschließlich der Konservierung. Noch heute arbeitet man an der Erhaltung des Schiffes.
Wäre sie nicht untergegangen, würden wir sie heute vermutlich nicht mehr bestaunen können.
Viel zu schnell verflog auch hier die Zeit, denn die Siljaline wartet nicht auf zu spät ankommende Gäste. Wir sollten pünktlich sein, waren wir auch und wurden dann an Bord von dem besten Essen bisher verwöhnt.

Ein wunderbarer Sonnenuntergang schloss den Tag ab, aber Nacht wird es nicht mehr richtig. Wir sind im Reich der Mitternachtssonne angekommen.

Im Land der 1000 Seen

Irgendwann in der Nacht legte das Schiff noch auf den Alandinseln an, um Passagiere und Fracht aufzunehmen oder abzugeben.
Die Uhren wurden um 1 Stunde vorgestellt und die Fähre nahm wieder volle Fahrt auf mit Kurs Helsinki, das wir bei wolkigem Wetter pünktlich um halb 11 erreichten.
Ein wahres Durcheinander und Gewusel bei der morgendlichen Schlacht am Frühstücksbuffet. Ist aber auch kein Wunder, wenn bis zu 2800 Passagiere irgendwie Hunger haben und einen Platz zum Sitzen haben wollten.
Es empfahl sich, entweder gleich früh morgens oder erst relative spät zum Frühstück zu gehen.
Dafür gestaltete sich das „Von Bord gehen“ relativ unkompliziert, obwohl auch hier Massen von Menschen auf das Öffnen der Türe warteten.

Ingelis empfing uns zur Stadtführung. Die kleine zierliche Person mit Germanistikstudium und für finnische Verhältnisse sehr gesprächsfreudiger Mensch, brachte uns ihr Helsinki mit viel Wissen nahe. Nur schade, dass man sich das alles gar nicht merken konnte. OK, man kann dies zum Glück nachlesen.
Für einige Lacher sorgte ihr Finnischkurs. Zuerstmal den Busfahrer richtig begrüßen: „Hei Bussikuski“, was zu deutsch „Grüß Gott Herr Busfahrer“ und auf bairisch „Servus Busfahrer“, heißt.
Die im Sprachkurs fortgeschrittenen Stadium konnten sich dann auch ihr spezielles Eis auf finnisch bestellen. Leider bin ich aus dem Anfängerstadium nicht hinausgekommen, also gab es auch kein Eis.

Jean Sibelius, dem berühmten Sohns Finnlands, wurde von Eila Hiltunen 1967, ein Denkmal in höchst abstrakter Kunst gesetzt. Spannend ist die Interpretation des Denkmals, die Denkweise der Menschen, die das Kunstwerk betrachten und was sie darin erkennen. Ich wage zu behaupten, 90% der Betrachter sehen darin Orgelpfeifen. Sibelius hatte jedoch mit Orgeln so gar nichts am Hut, sein Instrument war die Geige. Und eine Geige konnte man darin jetzt nicht erkennen, vielleicht aber den Teil der Geige, wenn sie gespielt wird, die Vibration der einzelnen Seiten.
Manche entdecken darin eine Kombination aus Musiknoten.
Betrachtet man das Ganze aber genauer, kann man Unebenheiten auf den einzelnen Röhren erkennen. Ob die was mit der Bedeutung des Kunstwerkes zu tun haben.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, dazu bietet die Kunst zu viele Möglichkeiten. Das eine sei noch erwähnt, Finnen sind sehr naturverbunden.

Die Felsenkirche ist auch so ein Kunstwerk. Von 2 Brüdern aus einen Granitstein herausgesprengt. Anfangs wollten die Helsinkianer den Bau noch verhindern, aber als sie dann die fertige Kirche betreten durften, waren sie plötzlich Feuer und Flamme. Und heute ist sie die Kirche schlechthin, mit Konzertmöglichkeiten.

Am Senatsplatz, unterhalb des weißen Domes, fand heute nachmittag ein Sambafestival statt. Der Aufbau lief in vollem Gange, sogar der Weihnachtsmann aus seinem Dorf bei Rovaniemi hat sich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht um mit den leicht gekleideten Mädchen im regnerischen Helsinki mittanzen zu können.

Am Riesenrad war dann Ende einer Stadtrundfahrt durch eine Stadt, wo die Einheimischen sagen, sie wäre sehr hektisch. Denn Finnen lieben es gemächlich und ruhig. Wir empfanden Helsinki als äußerst entspannte Stadt.
Die Besonderheit des 50m hohen Riesenrades ist die eine Braune unter den vielen blauen Gondeln. Denn in ihr befindet sich, wie kann es auch anders sein, die Sauna.

Blau und violett blühende Lupinienfelder begleiteten uns entlang des Weges hinauf bis nach Kuopio.
Imposant waren die 3 großen Sprungschanzen in der finnischen Sporthauptstadt Lahti. Daneben die kleineren Schanzen, wo selbst schon Kleinkinder das Springen lernen können. Nur schade, dass es immer noch regnete, was einen längeren Aufenthalt sinnlos machte.
Dafür machten wir einen kleinen Abstecher hinüber zum Nationalpark Pulkkilanharju und folgten einer der schönsten Landschaftsstraßen Finnlands. Schon beeindruckend gewesen, wie die Gletscher die Steine rund wie Kanonenkugeln schliffen.

Über Jyväskylä erreichten wird dann doch etwas später und mit zufriedenen Gesichtern unser Hotel im Zentrum von Kuopio, wo wir bereits zum Abendessen erwartet wurden.
Ganz schön war, dass die Sauna heute bis 23 Uhr geöffnet hatte, wo sich dann noch interessante Gespräche mit Einheimischen ergaben.

Im Reich der Mitternachtssonne

Der Morgen weckte uns noch mit Sonnenschein und wir hatten die Hoffnung, dass das Wetter so bleiben wird. Leider erfüllte sich die Hoffnung nicht und uns begleitete den ganzen Tag über Regen, Regen, Regen. Mal heftiger, mal weniger stark.
Vielleicht brachte uns aber genau der Regen das Glück. Zumindest wurden wir entschädigt, denn wir bekamen einen Elch zu Gesicht.
Aber noch war es nicht soweit, wir waren noch in Kuopio und es gibt dort zwei Besonderheiten. Die erste ist das Kalakukko, das man beim Frühstück probieren konnte. Schön knusprig und unheimlich sättigend. Fisch eingebacken in Roggenbrot, regional, echtes Handwerk.
Die zweite Besonderheit ist, es gibt ums Eck vom Hotel ein Katzenkaffee. Noch hatte es nicht geöffnet und die Katzen lagen noch faul in ihren Körbchen. Sogar eine Nacktkatze hatte dort ihre Wohnung.

Wälder, Wälder, Wälder, dazwischen mal das Blau eines Sees, ruhig fließende Gewässer unterbrachen die sonst eher eintönige, flache Landschaft.
Oulu bot uns dafür wieder ein einmaliges Erlebnis. Da die Stadt heuer Kulturhauptstadt Europas ist, fand ein großer Umzug der Kareliengemeinde statt. Sie feierten heute ihren Tag der Karelienidentität. Finnland musste ja einst die Region Karelien an die Siegermacht Russland abgeben. Heute trafen sich Vertreter aus allen Gemeinden Kareliens in ihren jeweiligen Trachten und Fahnen zum Umzug mit anschließender Feier.
Mittlerweile schon das dritte außergewöhnliche Erlebnis dieser Reise.
Die Studentenfeiern und die Generalprobe der Goldenen Hochzeit des Königspaares in Stockholm, und jetzt die Feier der Kareliengemeinde. Man muss sagen, diese hat Reise hat bis jetzt alles übertroffen, an nicht alltäglichen Erlebnissen.
Und dann noch am Nachmittag die erste Elchsichtung, direkt neben der Strasse.

Mit Spannung wurde das Santa Claus Village am Polarkreis erwartet. Starker Regen, dafür wenig Menschen am Polarkreis. Das Thermometer zeigte anfangs 11 Grad plus an und sank dann bis auf 7 bis 9 Grad ab. Nur gut, dass es hier viele Läden gibt zum Unterstellen und herumschauen.
Von Jahr zu Jahr wächst das Weihnachtsdorf, das mittlerweile eher einer eigenen Stadt gleicht. Ringsherum werden immer mehr Hütten zur Übernachtung aus dem Boden gestampft. Kommerz und Business beherrschen hier die Szenerie. Gemütlich ist was anderes. Das Postamt hatte heute mal eher einen ruhigeren Job.

Das ungemütliche Wetter trieb auch unsere Gruppe eher wieder in den Bus, wo dann die Polarkreistaufe wartete. Mit Sekt, Rentierfleisch und Zertifikat, beglaubigt durch die Unterschrift des Weihnachtsmannes persönlich.

Noch eine gute Stunde Fahrt durch die Wälder Lapplands bis zum Hotel am Fuße der Gebirgskette des Luosto. Heute hatten wir die urigste Unterkunft. Eine Kelohütte mitten im Wald, mit Holzofen und Sauna. Einem gemütlichen Abend stand somit nichts mehr im Wege.
Nur im Restaurant war etwas auffällig. Zwei große Bilder hingen an der Wand, die vermutlich eher weniger beachtet werden. Das besondere daran, ein für das Bild überdimensioniert großer blauer Fuchs wanderte durch die Landschaft auf den Berg Luosto. Ein Sage erzählt, dass ein magischer Fuchs über die Berge läuft und die Nordlichter mit seinem buschigen Schwanz erzeugt.
In der Fußball WM in Mexiko gewann Deutschland mit 7:1 gegen Curacao. Also alles gelungen, dann konnte man friedlich einschlafen.

Spätwinter am Ende der Welt

Die ganze Nacht über hatte es geregnet. Manche heizten sogar ihren Kamin im Zimmer ein, damit etwas wohlige Wärme im Zimmer herrschte.
Andere benutzten gleich die zimmereigene Sauna. Es war eine richtige Wohltat, nach einem erfrischenden Tag.
Norweger hüpfen bei diesen Temperaturen bereits mit kurzer Hose und T-Shirt herum, während wir möglichst warm eingepackt in unseren Softshelljacken herumspazierten.

Und ewig singen die Wälder, bis wir aus zwingenden Fällen die Samifamilie von Zippi und Suhaus anfahren mussten. Wir waren noch nicht alle aus dem Bus ausgestiegen, da ging schon die Türe der Kota auf und wir wurden herzlich begrüßt und eingeladen auf einen der besten Pfannkuchen Finnlands. Zippi und Suhaus wurden vom finnischen Fachjournal vor einigen Wochen als eines der besten 7 Pfannkuchenhäuser Finnlands ausgezeichnet. Und dem konnten wir ohne Zweifel auch zustimmen. Einmalig ihre Pfannkuchen mit richtigen Moltebeeren, keine Marmelade, oder wahlweise auch mit Rentierfleisch. Ein MUSS für den Gourmet.
Der eigentliche Grund aber war der Halt wegen drückender Blasen und wir durften die Toiletten kostenlos benutzen. Daraus wurde dann ein längerer Stopp, auch schon deswegen, weil sich gleich nebenan die Souvenirs befanden.

Wer will die sauberste Luft atmen? Nächster Halt, Bärenhöhle, bitte aussteigen. Mit jeder Stufe, durch einen wunderbaren Wald hinauf zur Höhle, spürte man die reine Luft Finnlands.
Oder man genoß die Luft von Kaffee, Rentierfell und anderen Mitbringsel in der Kelohütte.

Unsere zweite schönste Landschaftsroute führte uns bei Jouni Nuorgam links in sanften Wellen hinüber nach Karasjok, in die Hauptstadt der Samen.
Noch etwas zittern beim überfahren der Grenze nach Norwegen, denn wir hatten noch zuviele diverse alkoholische Getränke an Bord, das bei einer Kontrolle zu einer saftigen Strafe geführt hätte.

Lang war der Weg hinauf zum Nordkap, und es lagen 12 Stunden vor uns.
Ein guter Platz für TaxFree Einkauf war in Olderfjord und so mancher besorgte sich noch etwas Regenkleidung für die das Nordkap.

In Honnigsvag begrüßte uns natürlich der drollige Bernhardinerhund Bamse am Hafen und die alte nette Samin in ihrem kleinen Glasladen, wo sie ihre eigenen handgefertigten Waren verkaufte. Es ist immer schön, einige Minuten mit dieser kleinen herzlichen Frau zu sprechen, auch wenn man nichts kauft.

Die Wolken hingen tief und es sah verdächtig nach Regen aus. Je weiter wir uns dem Ende Europas näherten, umso kühler wurden die Temperaturen. Oben am Felsen nur noch 4 Grad Celsius, Regen und ein starker Wind.
Rein in die wärmenden Hallen, rechts herum ins Aurora und dort wurden wir mit einem köstlichen 3-Gänge Menü verwöhnt. Echter frischer Kabeljau von feinster Qualität.
Dichter Nebel versperrte uns oft die Sicht auf die Weltkugel, sodass sie gar nicht zu sehen war.
So endete unser Ausflug ans Ende Europas, ohne irgendeine Chance, die Mitternachtssonne je zu Gesicht zu bekommen.
Doch dies trübte unsere Stimmung nicht, denn erst im Nebel versprüht der Felsen eine mystische, ja fast gespentische Ausstrahlung, die man sonst nicht erleben könnte.

Frühling am Fjord

Kurz war die Nacht, oder besser, der Schlaf.
Durch einen kleinen Spalt zwischen den beiden Vorhängen drang Licht ins einigermaßen dunkle Zimmer. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, draußen schien die Sonne.
4 Stunden vorher noch im dichten Nebel und Regen bei 71 Grad Nord, 10 Grad 21“ Ost und jetzt Sonnenschein und nahezu blauer Himmel, der im Laufe der nächsten Stunde immer blauer und wolkenloser werden sollte und uns so einen wunderbaren Sonnentag bescherte.

Eine wahrlich eindrucksvolle Stimmung mit der Farbenexpolsion am Repparfjord mit den weiß-braunen Stämmen der Krüppelbirken, dem satten Grün der Blaubeeren, die violetten Blüten der Rosmarinheide und der rauschende Wasserfall in fast unberührter Natur mit der abenteuerlichen Brücke.

Abenteuerlich auch, die Konstruktion der Nordlichtkathedrale in Alta, die sich wie eine Spirale in den Himmel windet und das tanzende Nordlicht symbolisiert.
Gerne hätte man noch die Felszeichnungen in Alta angeschaut, aber dazu reichte heute die Zeit nicht mehr aus.
Nach dem Mittagessen wurde sie sogar noch knapp und wir entscheiden uns, bis zur Fähre nach Olderdalen durchzufahren um sie noch rechtzeitig zu erreichen, damit auch das Abendessen nicht zu spät wird.
Immer wieder staundende Blicke entlang der norwegischen Finnmarkroute mit ihren spektakulären Fjorden, Berggipfeln und blühenden Wiesen. Die Kontraste von gelbem Löwenzahnfeldern, gemischt mit lila Lupinien, durch sattes Grün fließt das blaue Band eines Flusses und in der Sonne das glänzendes Nordmeer.
Frühling am Fjord, ein wunderschönes Gefühl.
Die Fähre hatten wir erreicht, die zweite auch, aber die stand leider noch auf der anderen Fjordseite.
Auf der letzten Überfahrt war es windig, sodaß die Gischt manchmal über den Bug spritzte. Eine heitere Szene an Deck der Fähre erinnerte uns sofort an das berühmte Bild der Marylin Monroe über dem U-Bahnschacht.

Die Brücke nach Tromsö war nur für Linienbusse, Fußgänger und Radfahrer offen. Wir mussten durch den Tunnel fahren um zum Hotel zu kommen, wo wir bereits von der Küche erwartet wurden.
In Tromsö ist es ein MUSS und auch Tradition, die berühmten Olhallen der Mackbrauerei zu besuchen. Sie ist die älteste Bierstube in Trömsö und die Heimat der einstigen Polarforscher und Walfänger. Abenteurer, wie der Eisbärkönig Rudi hatte hier seinen Stammtisch. Sein letzter erlegter Eisbär begrüßt noch heute an seiner Stelle die lieben Gäste.

Welt, jenseits vom Polarkreis

Der heutige Tag war entspannt. Kein Zeitdruck, keine Termine und somit auch keine Hektik. Es schien zwar keine Sonne, die kam erst wesentlich später, aber es war den ganzen Tag über trocken.
Also nach dem guten Frühstück, erstmal einen kleinen Verdauungsspaziergang hinüber zur Domkirche und zum Roald.
Es war umgekehrt. Zuerst zum berühmten Amundsendenkmal, das ihm zu Ehren aufgestellt wurde, als er starb, weil er Schiffbrüchige retten wollte.
Dann standen wir vor verschlossenen Türen, der einzigsten, komplett aus Holz gefertigten Kathedrale Norwegens aus 1861.

Zumindest hatte die Eismeerkathedrale schon geöffnet, als wir dort ankamen. Imposant das riesige Glasfenster mit dem Segen Gottes für seinen Sohn und für die Menschheit. Die Akustik der Seemannskirche beschreibt man als phänomenal, was mir bestätigt wurde, da einige aus unserer Gruppe hier vor Jahren ein Konzert live miterleben durften.

Beeindruckende Bilder von Landschaften, Fjorden, Bergen und Tälern, flogen an den Busfenstern vorbei, bis der lang ersehnte Stopp beim Samen in Heija kam. Originell und zum Schmunzeln, teils kitschig, aber mit besonderem Flair und besonderer Seele. Man geht einfach gerne hinein ins Laavu, wo schon das Lagerfeuer knistert, der Kaffee kocht und die Rentiersuppe über dem Feuer kocht.
Kitsch und Original stehen hier nebeneinander Der Same macht alles richtig, denn letztendlich kämpft auch er ums Überleben und das ist abhängig vom Inhalt der Geldbeutel der Touristen.
Die Mittagspause am Polar Park war zu kurz um die Bären, Luchse, Elche und Polarfüchse zu beobachten. Nur die Ziegen bekamen wir zu Gesicht, im nördlichsten Tierpark der Welt.

Langsam näherten wir uns Narvik. Auf einer Monsterbaustelle von ca. 1qkm gefühlter Größe, soll das gigantische KI Gigafactory Stargate Norway noch in diesem Jahr eröffnet werden.
80 Jahre früher war dieses Gebiet noch heiß umkämpft, wovon mehrere Hinweisschilder auf Kriegsminer 1940 und die Statue von Generalmajor Carl Fleischer hinwiesen.

Über die Tjeldsundbrücke erreichten wir die Inselwelt der Vesteralen und Lofoten und unser Tagesziel Harstad.
Ein kleiner Verdauungsspaziergang nach dem Abendessen verbrannte Kalorien und schaffte Platz für neue.

Rendezvous mit Seeadlern und Trollen

Sonnenschein vertrieb die Nacht, obwohl man das zum jetzigen Zeitpunkt in diesen Breiten nicht sagen konnte….“Nacht“.
Ein großes Geschenk für den heutigen Tag war er allemal, denn sein Höhepunkt war die Fahrt in Norwegens schmalsten Fjord.
Doch vorab wurde erstmal das erstklassige Hotel und das sehr gute Essen gelobt.

Eine kleine Enttäuschung gab es dann ein paar Kilometer weiter in Trondesnes an der ältesten Steinkirche Norwegens. Sie war geschlossen, öffnete auf Nachfrage erst ab kommenden Montag ihre Pforten zum Himmel für die Touristen. Leider wurde uns sogar ein kurzer Blick hinein verwehrt, da angeblich noch einige Arbeiten in der Kirche getätigt werden mussten.
Dafür war die Toilette offen, was sich als sehr nützlich erwies, denn erst auf dem Schiff in Hanoy gab es das nächste WC.
Neben der Kirche, die ursprünglich auch einmal als Festung gegen Piraten aus Karelien diente, sah man noch die Reste des Konzentrationslagers der deutschen Wehrmacht im 2ten Weltkrieg, wo 3000 russische Soldaten ihren Tod fanden. Einst bestattet neben der Kirche, später exhumiuiert und auf dem internationalen Soldatenfriedhof auf der Insel Tjotta umgebettet.
Hinter den Bäumen Schüsse, Schießübung des norwegischen Militärs. Auf dem aktiven Militärgelände befindet sich die noch einzige und zugleich größte einsatzfähige Kanone der Welt mit Kaliber von knapp 410mm und einer Reichweite bis zu 56km. Die berühmte Adolfkanone, die zur Verteidigung von Narvik dienen sollte. Im Gefecht selbst, aber nie zum Einsatz kam.
Man kann sie mit einer Führung besichtigen, aber dafür reichte unsere Zeit nicht, denn wir hatten ein Rendezvous mit Seeadlern.

Wir verließen die sanfte Landschaft der Vesteralen und fuhren hinüber auf die wilden, schroffen, spitzen und spektakulären Lofoten, bis nach Hanoy.
Evgenij, unser Busfahrer, entspannte sich in der Zwischenzeit beim Angeln, bis der Katamaran uns abholte und über den Raftsund in den schmalsten Fjord Norwegens, den Trollfjord brachte. Am Ende des 2km langen Fjordes hießen uns die beiden Namensgeber des Gewässers willkommen.
Imposant, die vom Gletscher geschliffenen glatten Felswände und die Stille im Fjord. Mitunter wurde die Stille von Schnellbooten gebrochen und auch von unserem Schiffsdiesel, weil er laufen musste. Wegen der Fischsuppe. Der Smutje brauchte Strom zum kochen. Eine delikate Fischsuppe, die nach Nachschlag verlangte und der herrliche Blick zu den umliegenden Gipfeln, ließen dieses Erlebnis unvergesslich werden.

Dann unser Rendezvous unten bei den Inseln um Litlmolla mit den Seeadlern. Sie aus nächster Nähe betrachten zu können, war ebenfalls ein besonderes Erlebnis. Egal ob majestätisch hoch schwebend am Himmel und faul sitzend auf den Steinen.

Dann gab die alte Lady aber richtig Gas. Mit „alter Lady“ war unser Katamar gemeint, der mittlerweile 28 Jahre alt ist. Mit diesem Alter, diese Energie und dieser flotten Geschwindigkeit…. voller Respekt.
In Svolvear wünschten uns die Frau am Meer und die berühmte Svolvearziege einen angenehmen Aufenthalt.
Weil das Wetter schön war und wir Lust hatten, gingen wir die paar Meter am Wasser entlang hinüber zum Hotel.
Der Abend war noch jung und es lohnte sich ein kleiner Bummel durch die Stadt zu machen, entweder zum Shoppen in diversen Läden, zum Essen bei den Buden am Marktplatz, oder zum Trinken im Styrhuset Pub, einer ehemaligen urigen Seemannskneipe, die heute leider zum Thon Hotel gehört, aber nichts von seinem Charme verloren hat.

Der Preis der Weisheit

Der Morgen begann mit Regen. Die „Ziege“ und die umliegenden Berge waren in dichtem Nebel gehüllt. Hoffentlich wird das Wetter besser, denn heute standen spektakuläre Landschaften und Szenen auf dem Programm. Besonders bei schönem Wetter und Sonnenschein explodieren hier die Farben.
Lustig begann der Tag mit viel Lachen beim Frühstück, als man die kleinen Geschichten von Wünschen, Sorgen und Nöte einer Ehe hörten. Und wenn man solche Szenen mit soviel Humor erzählen kann, dann krümmte man sich am Ende vor Lachen, obwohl sie doch das ganz normale Leben widerspiegeln.

Still und verschlafen lag der Ort Henningsvear, Möwen zogen ihre Kreise auf der Suche nach Futter. Die Fischerboote lagen im „Winterschlaf“. Der Regen hatte aufgehört. Eine außergewöhnliche Ruhe und man konnte nachvollziehen, wie es wohl hier im Winter wäre, bzw. in der Zeit, bevor die Fischer wieder auf ihre wochenlange Fahrten hinaus bis in die Barentssee gehen und in den Fischfabriken rund um die Uhr im 3-Schichtbetrieb gearbeitet wird.
Gerade füllte sich der Ort mit Leben, die ersten Cafes und die Gallerie öffnete ihre Türen, als wir weiterzogen.

Borg, der ehrwürdige Hof von Häuptling Olaf Tvennumbrunni, der im 9 Jahrhundert nach Christus nach Island auswanderte und hier alles zurückließ war einer der Höhepunkte des heutigen Tages.
Der Bankettsaal des 83m langen Langhauses mit dem unverwechselbaren Geruch nach Teer und Holzfeuer, wurde von 4 Säulen getragen. 4 Götter, Freyr, der Hüter des Reichtums und des Friedens, seine Schwester Freyja, der die Menschen Schönheit und Liebe verdanken. Von Thor, dem Gott des Wetters und Beschützer der Menschen und letztlich von Odin, dem Mächtigsten aller Götter und dem Gott der Weisheit.
Der Preis der Weisheit den er dafür zahlen musste, war die Opferung eines Auges. Interessant, wenn man hierzu den Bibelvers Math.5,29 vergleicht, der im Kern bedeutet, dass man durch Festhalten an destruktive Begierden und Gewohnheiten, seelisch oder moralisch zugrunde gehen kann. Eine bedeutende Weisheit, die Odin damit erlangte.
Nachdem wir einen Eindruck aus dem interessanten Leben der Wikinger, speziell hier auf den Lofoten, bekommen hatten, kredenzte uns die Hauserin des Hofes nach alter Sitte, eine köstliche Lammsuppe aus dem Eisenkessel, gekocht über Holzfeuer. Dazu gereicht Brot mit Sauercreme und wer wollte Met, dem Haustrunk zum Festmahl.
Danach durfte man selbst Wikinger spielen, sich originale Kleidung überziehen und sich mit Helm, Schwert und Kettenhemd ausrüsten. Interessant waren die Vorführungen alter Handwerkspraktiken am Hof, vom Schuster, Schneider, Schmied und Zimmerer.
So eine Zeitreise zurück ins Mittelalter war für uns schon aufregend und spannend, denn die Zeit verging zu schnell und man konnte noch lange nicht alles sehen.
Im nahen See lag ein Wikingerschiff, das zu Ausfahrten einlud.

Noch befanden wir uns in der Vorsaison und für Touristen war nicht alles geöffnet.
So auch die alte, rote Holzkirche in Flakstad, die 1814 zur Unabhängigkeit Norwegens, eine wichtige Rolle spielte.
Unweit der Kirche befand sich einer der berühmten Strände der Lofoten, der Skagsandenstrand. Berühmt für seine schwarzen Muster im weißen Sand.

Der zweite große Höhepunkt unserer Rundreise war der Besuch der Glashütte im malerischen Ort Vikten. Mittlerweile führen die Enkel des Gründers Asvar Tangard das Geschäft.
Nur eine Straße führt in den Ort mit den schönsten Sonnenuntergängen Norwegens. Danach nur noch der Atlantik mit seiner rauhen Schönheit, die den Künstler zu seinen Formen und Farben inspiriert hatte.
Draußen im Garten die gemütlichen Holzbänke und –tische, blühenden Blumen vor einem Bergmassiv, eine Zimtschnecken, und die hölzernen Liegestühle inmitten von Granitsteinen mit einem Blick hinaus in die endlose Weite des blauen Meeres, wo einst die stolzen Drachenboote in ferne Länder segelten.
Wer einmal dort war, wird sich immer nach diesem Ort zurücksehnen.

Auf der Rückfahrt nach Svolvear gab es noch einen letzten Blick auf die atemberaubende Landschaft der Lofoten vom Aussichtspunkt Sennesfjorden aus, bevor wir dann schweren Herzens von den Lofoten Abschied nehmen mussten.

Klimawandel am Polarkreis

Und wieder prasselte der Regen an die Fensterscheiben. Die Möwen schrien und zogen ihre Kreise auf der Suche nach Futter. Sie schienen die einzigen wachen Lebewesen zu sein, in dem noch verschlafenen Ort. Ausgenommen alle Anwesenden im Hotel.
Denn heute war früher Aufbruch, es galt die Fähre in Lödingen zu erreichen.
Die gute Stunde Überfahrt aufs Festland verlief ruhig und am Horizont kündigte sich bereits blauer Himmel an, der anschließend auf dem Parkplatz zur „Schönen Aussicht“ hoch über Borgnes tolle Fotomotive bot.
Rasch verging die Zeit und der Magen verlangte bereits wieder etwas zu knabbern.
Heute, zur Abwechslung, mal pürierte Schweinshaxe in länglicher Form in normal oder XL Ausfertigung.

Diverse Fotostopps auf dem Weg hinauf zum Saltfjell sorgten dafür, dass die Glieder wieder gestreckt und frische Luft in den Lungen gepumpt wurde.

Von den Bergen des Saltfjells glänzten die restlichen Schneefelder in der warmen Frühlingssonne.
Neben uns die bekannte Bahnstrecke des berühmten Polarexpress von Trondheim nach Narvik.
Die Temperatur ist mittlerweile auf 18 Grad Celsius angestiegen, als wir das Polarkreiszentrum erreichten und auf Nachfrage wurde für unsere Gruppe gleich der Film über die Mitternachtssonne in Deutsch gezeigt.
Interessant war der Teil der Klimaentwicklung im Laufe der Jahre, der eindeutig zeigte, dass sich das Klima verändern wird, mit oder ohne Mensch. Nur schade, dass dies so wenig in der Öffentlichkeit bekannt gegeben wird. Die Politik scheint uns da was aus bestimmten Gründen zu verheimlichen (entschuldigt den Seitenhieb). Wir werden zukünftig mit den Temperaturen umgehen müssen. Hatten unsere Vorfahren auch schon mitgemacht, nur nicht aufgezeichnet.

Da unsere Gruppe eine humorvolle Gruppe war, die viel lachte, die Spaß verstand und auch mitmachte, erlaubte sich unser Busfahrer einen kleinen Spaß während der Toilettenpause. Da nicht jeder Gast pünktlich zur Abfahrt im Bus war, lenkte er seinen Bus um die Ecke, sodass er nicht mehr sichtbar war.
Natürlich war der Schreck groß, als der Bus nicht mehr da. Im Bus wusste jeder sofort, dass der nächste hörbare Klingelton des Handys dem Reiseleiter galt.

Mo I Rana, von den Einwohner einfach Mu genannt, verdankt seinen Reichtum den Eisen- und Walzwerke für die Schwerlastindustrie.
Nach dem Abendbuffet hatte jeder noch einmal Gelegenheit bei einem Spaziergang durch die Stadt, die hellen Nächte zu genießen, die Gemälde der Street Art zu bestaunen und den Mann im Hafen eine gute Nacht zu wünschen.

Der Tag des Regensbogens

Große Freude bei den deutschen Fußballfans. Hatte sie bei der WM in den USA mit knapper Not, in den letzten Minuten der Nachspielzeit gegen die Elfenbeinküste, noch mit 2:1 gewonnen.
Da war es ganz angenehm, dass wir heute eine halbe Stunde später losgefahren sind, dauerte das Spiel doch bis Mitternacht.
Irgendwie erwischte es uns immer mit Regen. Beim Koffer verladen Regen, vorher nicht und nachher nicht. Erst wieder, als wir Mo I Rana verlassen hatten.
Den ganzen Tag über ein Regen-Wolken-Mix mit einigen Sonnenflecken, diese aber erst am Nachmittag. Der Vormittag geprägt von Regen und Sturm.
Die Sonne schien zwar, nur nicht gerade da, wo wir uns befanden. Sie schenkte uns dafür mehrere Regenbögen verteilt über den Tag, die uns ebenso erfreuten wie der Sonnenschein selbst.

Zum Glück war es beim Besuch des Laksfors, Europas wasserreichsten Wasserfall, wieder einigermaßen trocken und wir konnten das gigantische Schauspiel aus nächster Nähe betrachten.

Der Himmel musste sehr traurig gewesen sein, denn er weinte bitterlich, als wir das Nordland verließen und nach Tröndelag einfuhren. Aus dem Bus ausgestiegen und der Regen war wieder vorbei. Im Souvenirshop am Nordlandportal gab es noch einmal Gelegenheit, gutes Rentierfleisch oder Salami mit Ren oder Elch zu kaufen. Natürlich durften diverse Trolle nicht fehlen, ebenso wenig der Kitsch und die Gerätschaften für den täglichen Gebrauch.

Die Fahrten sind lang, der Kilometerzähler stieg sprunghaft in die Höhe und im Kessel schwammen bereits die berühmten Evgenijwürstel für die Mittagszeit.
Nach der Stärkung für Leib und Seele hieß es aber dawei dawei, wie Evgenij zu sagen pflegte, denn wir hatten noch 200km bis Trondheim und da wurden wir um halb 5 Uhr erwartet. Gigantische Straßenneubaumassnahmen sorgten immer wieder für kleinere Behinderungen und vor Trondheim konnte man sich langsam von der Natur verabschieden und sich an Großstadt und Stau gewöhnen.
Punktlandung in Trondheim. Marianna erwartete uns an der Kathedrale und innerhalb einer halben Stunde musste uns die Kirche erklärt werden. Um Punkt 17.00 Uhr wird Norwegens wichtigste Türe geschlossen, verbunden mit den Klängen der Kirchenglocken des Domes.
Imposant, die riesige Krönungskirche mit der scheinbar schwebenden Orgel mit 9900 Pfeifen, unter der Rosette des „letzten Gerichts“
Drei Orgeln sind in der Kirche, alle mittlerweile digitalisiert und alle 3 können auf einmal gespielt werden. Zusammen über 11.000 Pfeifen, das muss ein wahrlich monumentaler Klang sein.
In einer Nische, etwas versteckt, der Wunschbrunnen. Hoffentlich gehen die Wünsche unserer Gruppe baldmöglichst alle in Erfüllung.

Bei einem kleinen Spaziergang in die Altstadt, wird Paaren, nach der Überlieferung, die ewige Liebe versprochen, wenn sie sich auf der alten Brücke unter dem Brückenbogen küssen.
Eine Zimtschnecke im grünen Kaffeehaus an der Ecke ist Tradition. Wird sie doch seit Generationen noch immer mit richtigem Butter gemacht.
Daneben der erste Fahrradlift der Welt, mit einem Denkmal des Erfinders.
Im kräftigem Weiß erstrahlte die Festung Kristiansten und brachte ihr den Namen Zuckerwürfel ein. Sie diente zum Schutz gegen die angreifenden Schweden.
Und im 2ten Weltkrieg wurden hier norwegische Patrioten von den Deutschen an der Mauer erschossen. Nach dem Krieg allerdings auch die deutschen Generäle.
Heute wird auch noch geschossen, mit drei Kanonen. Salutschusse beim Geburtstag des Königs und am 17. Mai, dem Tag der Unabhängigkeit.
Zum Abschluß des Tages standen wir am Hauptplatz von Trondheim, vor dem Stadtgründer Olaf Tryggvarsson, nicht zu verwechseln mit Olaf dem Heiligen.
Den fand man auf den Kanaldeckeln mit seinem Gehilfen, Bischof Sigurd. Beide christianisierten das Land auf eine Art, die Jesus nicht gefallen hätte. Aus Rache für diese Art, wurden dafür die 3 Söhne der Schwester des Bischofs geköpft und in den Fluss geworfen.

Mit einem herrlichen Essen auf dem Panoramarestaurant im 9. Stock unseres Hotels ging ein langer Tag zu Ende.

Der Jackpott

Der dritte Tag nun schon im Regen. „Singing in the rain“ heißt es so schön, oder lache wenn es regnet, denn nach Regen folgt Sonnenschein, besagt ein altes chinesisches Sprichwort. Und genauso sollte es auch werden, denn ab Mittag begannen wir in der Sonne zu schwitzen bei 24 Grad.
Ab 6.00 Uhr Early bird Frühstück mit dem Wichtigsten, pompöses Frühstück dann ab 7 Uhr.
Einige hunderte Kilometer Fahrt standen uns heute wieder bevor, mit relativ engem Zeitplan. Dabei bot die Strecke jede Menge an Sehenswürdigkeiten und interessanten Plätzen zum Anschauen.
Das Tor am Übergang von Trondelag ins Oppland ist ein obligatorischer Stopp für die Toilette und den Übergang vom Regen- ins Sonnenwetter.
Die Sonne kam wie gerufen, denn die Fahrt hinauf zum Dovrefjell im Sonnenschein ist ein wahres Highlight der Reise. Der Blick über die unendliche Weite in der Heimat der Moschusochsen. Und dann der Jackpot der Reise. Jahre kann man hier entlang fahren, Expeditionen dazu buchen, tagelang in der Wildnis verbringen und man bekommt sie nicht zu Gesicht. Und wir sahen sie, lebendig, echt, direkt neben der Straße im Wald. Nur der Fluss trennte uns von den legendären Moschusochsen. Imposant der Anblick der mächtigen Tiere mit ihrem zotteligen Fell. Minuten, die uns ewig im Gedächtnis bleiben werden.
Wir sahen kaum Rentiere entlang unserer Wege, wo sind sie nur geblieben? Wir sahen einen Elch auf dieser Reise, 2 Otter liefen vor unserem Bus und jetzt, fast am Ende der Reise, die beiden mächtigen Moschusochsen. Friedlich grasend, ohne Scheu.

Dovrefjell, hier beginnt die Heimat der Trolle und oben, irgendwo im Gebirge, die sagenumwobene Halle des Bergkönigs, dem König aller Trolle. Ihn hatte einst schon Peer Gynt besucht und ihm den Rat gegeben, „sei dir selbst genug“
Ein Abbild dieses Königs konnte man in der Dovregubbenhalle sehen.
Dombas ist die Eingangstüre in das Land der Trolle. Wir bogen aber nicht nach rechts ab zu den Trollen ab, sondern hinein in ein lebendiges Heimatmuseum, anders ausgedrückt, in das Schönste der norwegischen Täler, in das Gudbrandsdal, benannt nach dem mächtigen Wikingerhäuptling Gudbrand.
Hier wurde der berühmte norwegische Braunkäse erfunden, hier war Peer Gynt zu Hause, hier ist die Heimat der berühmten Hysemann E-Gitarren, hier bekam das Land Norwegen seinen Nationalstolz wieder und hier befindet sich Norwegens ältester Königshof.

Ein gigantisches Straßenneubauprojekt begleitete uns schon seit unserer Abfahrt in Trondheim. Nach Fertigstellung wird es die neue Autobahn zwischen Oslo und Trondheim sein, das wirtschaftlich sinnvoll sein mag, touristisch die Besucher aber an den wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeileiten wird.

Die Stabkirche von Ringebu ist eine der 28 übrig gebliebenen historischen Stabkirchen Norwegens. Ein imposantes Bauwerk aus dem 12 Jahrhundert. Gartenarbeiter mähten gerade die Wiesen zwischen den Gräbern und die Toiletten waren sehr zum Leidwesen der Frauen geschlossen. So brauchten wir noch zwei weitere Anläufe, bis es endlich an einer größeren Raststätte gelang, die dringende Entleerung vorzunehmen. Die Anmerkung war, „es ist erstaunlich, wie wenig der Mensch zum Glücklichsein braucht“.

Die Miniausgabe der Storgata von Lillehammer - Lilleputhammer, der Abenteuerpark Hunderfossen, die Weltcupabfahrt Kvitfjell lagen noch links und rechts neben uns bevor wir die Sprungschanzen in Lillehammer erreichten. Der Parkplatz diesmal überfüllt mit Bussen und Camper und es herrschte reger Betrieb. Sogar die Toiletten waren diesmal geöffnet, allerdings mit 20 Nok die teuerste Toilette auf dieser Reise.

Noch etwa 3 Stunden Fahrt bis Oslo. Am Mjosasee entlang, vorbei am mittlerweile zweithöchsten Holzhaus der Welt und an der markanten Eishalle von Hamar, durch das wichtigste Städtchen Norwegens, durch Eidsvoll, direkt auf den Kontrollplatz der Statens Vegvesen. Alle Busse und LKWs mussten hier abfahren und wurden kontrolliert. Wir hatten Glück, der freundliche Herr fragte, wo wir herkamen und wo wir hin wollten. Nachdem er die Antwort bekam, wünschte er uns noch eine gute Weiterfahrt und einen schönen Urlaub.

Zum Abendessen kamen wir gerade rechtzeitig am Hotel am Holmenkollen an. Wunderbare Aussicht auf den Oslofjord in der untergehenden Sonne. Wir waren die dunklen Nächte gar nicht mehr gewöhnt.
Uns allen knurrte schon etwas der Magen, und das Buffet war heute wieder mehr als zufriedenstellend. Tolle Qualität und überaus guter Geschmack beim Lachs in allen Variationen.
Kleiner Geheimtipp: Geräucherter Lachs mit einer Scheibe frischer Erdbeere.

Zum Abschied noch ein Trinklied

Das Frühstück war heute spät angesetzt für uns. Ans Buffet durften wir erst ab 7.30 Uhr, dafür konnten wir ein ausgezeichnetes Essen im Anblick eines Wasserfalles genießen.
Unsere heutige Stadtführerin hieß Gro Bente, ein Doppelname, übersetzt Gro für wachsen und gedeihen, und Bente für gesegnet. Irgendetwas müssen wohl Namen mit den dahinterliegenden Leben zu tun haben. Gesegnetes Wachstum, wenn ich das auf unsere heutige Stadtführerin übertrage, ist das ihr „roter Faden“ durchs Leben. Jahrelang eine gefeierte Opernsängerin auf internationaler Bühne mit der Aufgabe, den Zuhörern das Stück ausdrucksstark zu übermitteln. Als sie merkte, dass ihre Stimme das nicht mehr in reiner Perfektion konnte, wechselte sie in den Beruf der Reiseleiterin. Auch hier geht es um eine Vermittlung an die Zuhörer, also uns, von Wissen, und das ausdrucksstark mit ganzem Herzen. Gro Bente machte dies ganz hervorragend und als Profi, scheinbar ohne Lampenfieber, denn heute war ihre erste Guidetour mit einer Busgruppe.
Zum Abschied, ein wahrlich unbezahlbares Geschenk von ihr an uns, sie verabschiedete sich mit einem Volkslied in norwegischer Sprache, einem Trinklied.

Erster Besuch bei der Stadtrundfahrt, war natürlich die Großschanze am Holmenkollen. Bot sich auch an, denn unser Hotel lag unmittelbar daneben.
Schanzenrekord liegt bei etwa 144m, und wenn man neben der Schanze stand, bekam man erst einen Eindruck, wie steil die Schanze wirklich abfiel. Der Simulator musste repariert werden, schade, denn einige wollten den Rekordsprung und die schnellste Kvitfjellabfahrt einmal live im Simulator mitmachen.
Neben der Schanze trainierte sich der Nachwuchs in Biathlon. Auf rollenden Skiern wurden die Übungen gemacht, es wurde in den Disziplinen Liegend und Stehend geschossen und es wurde geübt, wie man das Gewehr am Effizientesten abnimmt und wieder umhängt. Interessant, sowas einmal in vivo zu erleben.

Anschließend noch eine kurze Fahrt hinauf zum Forgnerseteren, dem Naherholungsgebiet oberhalb Oslos, bevor es dann hinunter zum Vigelandpark ging. Gustav Vigeland, privat ein sehr schwieriger Mensch, dafür als Künstler ein Genie. Seine Ideen zum Kreislauf des Lebens sind bisher unübertroffen. Bis ins kleinste Detail stellte er das Leben von der Geburt bis zum Tod und Auferstehung in Granit und Bronzeguss den Besuchern vor. Alle Charaktereigenschaften des Menschen kann man in seinen Skulpturen sehen, ja, jeder Mensch kann sich darin selbst wiederfinden, ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Greis. Alle Figuren sind nackt, das ist wichtig für das Verständnis. Diese Nacktheit beschreibt auch die 2te finnische Saunaregel: In der Sauna ist man nackt, niemand hat etwas zu verbergen, alle sind gleich. Und bei den Figuren von Gustav Vigeland kann man keine gesellschaftliche Stellung der Personen erkennen.
Vieles gäbe es hier noch zu schreiben, besser ist es jedoch, man macht sich selbst ein Bild vor Ort, denn Vigeland ließ enormen Freiraum für eigene Interpretationen des Gesehenen. Erwähnt werden müssen allerdings die herrlich blühenden und duftenden Rosen im Park und der große Brunnen. Hier tragen 6 Männer eine riesige Wasserschale. Die Idee dahinter, jeder hat, nach seinen Möglichkeiten, seinen Beitrag zu einem funktionierenden Sozialsystem zu leisten. Wer nicht mitmacht, wird von der Gesellschaft gemieden. Gilt heute noch mehr, wie zur damaligen Zeit in Norwegen. Das merken besonders die Arbeitslosen, die meinen, sie müssen die angebotene Arbeit ablehnen.
Weiter führte uns die Stadtrundfahrt vorbei am Königsschloss, an der Akerhus Festung, an den Fjordsaunen und hinüber zum Operhaus. Dort endete auch die Führung mit einem Abschiedslied, einem Volkslied, einem Trinklied, gesungen von einer Opernsängerin.
Wegen der aktuellen Fußball-WM waren viele Straßen gesperrt, so auch die Kungsgata an der Akerhusfestung. Eine längere Freizeit in Oslo war deshalb nicht möglich gewesen und auch keine Zimtschnecken von Oslos ältester Bäckerei.

Nun hieß es endlich Abschied nehmen vom geliebten Norwegen und die Heimreise über Götheborg anzutreten. 300km trennten uns noch von der Fähre, die uns nach Kiel bringen sollte. Aber davor bitte noch die Mehrwertsteuer zurückholen für die schönen Souvenirs und Gebrauchsgegenstände. Dies geschah an der Svinesundbrücke im Global Blu Standort. Ging sehr schnell, maximal 1 Minute. PLZ und Heimatort ausfüllen, email und Handynummer. Karte in das Lesegerät, fertig.
Zeit für die original Evgenij Bordküche mit der großen Würstelparade, gepaart mit Suppe.

Als besonderes Dankeschön an die Gäste fuhr Evgenij heute über die alte Svinesundbrücke, sodass wir einen perfekten Blick auf die neue Brücke werfen konnten. Normal fahren Busfahrer ja immer über die neue Brücke.

Und dann der krönende Abschluss einer gelungenen Rundreise durch die skandinavischen Länder. Als Dankeschön, die letzte Elchsichtung um 14.53 Uhr.
Über die zweitlängste Brücke Schwedens, vorbei an der Festung Bohus ging es direkt in den Stau auf den Götheborger Straßen. Noch einmal der Blick auf die Masthuggetkirche, das Schifffahrtsmuseum und dem Karlaturm und dann standen wir schon vor der Stena Skandinavica, dem gleichen Schiff, mit dem unsere Reise begann.
Der Kreis hat sich geschlossen, 5338km lagen hinter uns.

Die letzten Kilometer

Eine außergewöhnliche Reise näherte sich ihrem Ende. Ein erster herzlicher Abschied von lieb gewonnenen Menschen stand bereits in Kiel an. Sie erwartete noch eine spannende Heimreise bis München, Ansbach und Basel in einem tollen ICE-Zug, der aber nicht ganz störungsfrei fahren wollte. Schon in der Nacht gab es den ersten Totalausfall aller Züge auf deutschlands Bahnstrecken wegen Kommunikationsprobleme. Später dann noch zuviel Verkehr, Weichenstörung, Stellwerksreparatur, Bombenentschärfung, es fehlte nur noch der Selbstmörder. Mit Stunden Verspätung und Umleitung über Bremen und Hannover kamen dann doch alle gesund und heil wieder zu Hause an.
Wir, die im Bus weitergefahren sind, hatten eine störungsfreie und dadurch schnelle Heimfahrt, was uns allen sehr freute.
Was uns nicht freute, waren hier die immens hohen Temperaturen von 32 bis 34 Grad Celsius. Waren wir doch die viel angenehmeren Temperaturen von meistens 16 bis 20 Grad gewöhnt. Am liebsten hätten wir alle nochmal umgedreht und wären zurück in den wunderschönen Norden gefahren.
Bernd sorgte wieder, so wie jeden Tag, mit seinen liebevollen, lustig erzählten Geschichten für die Unterhaltung und die Gesundheit aller, indem wir immer aus vollen Herzen lachen mussten. Heute waren es die duftenden Blumen, die seine Frau so gerne roch und er eigentlich was anderes vorhatte, ein andermal das Metallschild mit dem Bikertroll, für den zuhause noch ein Ehrenplatz gefunden werden musste und seine Frau dies deshalb als unnützes Souvenir betrachtete, oder der kleine Troll, der jeden willkommen heißt und zu einem teuren Versprechen an seine Frau führte.
Ja, wir werden seine Geschichten vermissen und sie werden uns noch lange in Erinnerung bleiben, genauso wie die gewaltigen Eindrücke, auf dieser 6591km langen, wunderbaren und besonderen Reise.


Entscheidend für eine unvergessliche Reise ist in erster Linie die Einstellung der Mitreisenden. Aufgeschlossenheit für Neues, Freude und Spaß an der Sache, unveränderbare Dinge gelassen hinnehmen zu können und noch das Gute darin zu erkennen. Ihr als Gruppe habt dies meisterhaft geschafft und mit eurer ansteckenden Fröhlichkeit jeden Tag zu einem Freudentag mit besonderem Erlebnis gemacht, die ewig in Erinnerung bleiben werden.
Danke dir Sergeij und Evgenij für eure sichere Fahrt und die kleinen Abstecher links und rechts neben den Hauptstraßen und Danke an das Eberhardtteam im Hintergrund.
Einen herzlichen Dank euch allen und es würd mich freuen, den/die ein oder andere(n) auf einer nächsten Reise wieder zu begegnen!

Ha det bra, euer Michael


Bildergalerie zur Reise


Kommentare zum Reisebericht