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Auf Spurensuche in Andalusiens schönsten Städten

Reisebericht: 12.04. – 19.04.2026

Wenn in Deutschland der Frühling auf sich warten lässt, ist es Zeit, ihn anderweitig zu finden. Und dafür ist Andalusien mit seinen Naturschönheiten und den interessanten Baudenkmalen bestens geeignet

Dr. Elke Knappe

Ein Reisebericht von
Dr. Elke Knappe

Ganz irdisch: Die Markthalle von Malaga – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Reiche Auswahl – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) KLeiner Markt im Zentrum – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) SDas Ensemble wurde 1929 zur Ibero-amerikanischen Ausstellung gebaut – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Eignet sich aber auch zum Flanieren – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Kathedrale von Granada – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Turm des Nasridenpalastes in der Alhambra – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Filigrane Gewölbe im Nasridenpalast – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Palast Carlos V. – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) In den Gärten der Alhambra gedeihen auch Palmen – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Durch die Erosion entstanden bizarre Gebilde – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL) Letzte Schwierigkeit - die Hängebrücke – © Elke Knappe (Eberhardt TRAVEL)

12.04.2026 Der erste lange Tag

Für die meisten Gäste begann der erste Reisetag recht früh, über Frankfurt oder von Berlin direkt ging es nach Malaga, dort wurden wir abgeholt und zu unserem Hotel Occidental in Torremolinos gebracht. Dieses Hotel sollte nun bis zum kommenden Sonntag unser Zuhause sein. Es zeigte sich von seiner angenehmen Seite und die Nähe zum Meer und der Strandpromenade verlockte gleich zu einem kleinen Bummel.
Alle Gäste fanden sich zum Abend ein und gemeinsam ging es zum nahegelegenen Restaurant Casa Paco zum Abendessen. Man verwöhnte uns mit reichlich Fisch, es gab ihn in allen möglichen Varianten, natürlich gab es dazu auch den entsprechenden Wein.
Nach dem Essen und dem kleinen Bummel zurück zum Hotel machte sich doch das frühe Aufstehen bemerkbar und so suchten bald alle ihre Zimmer auf.

13.04.2026 Spaniens Orangen grüßen Malaga

Frisch ausgeruht verließen wir 8:45 Uhr das Hotel um uns Malaga anzuschauen. Die Stadtführerin Naila erklärte uns temperamentvoll ihre Stadt. Wir liefen durch die Straßen der Innenstadt vorbei an den Resten eines römischen Amphitheaters, ließen die Warteschlange vor dem Geburtshaus Pablo Picassos einfach stehen und begrüßten stattdessen die Statue des Meisters auf dem angrenzenden Platz. Die Kathedrale der Stadt ist unser nächstes Ziel. Sie wird im Volksmund die "Einarmige" genannt, da einer der beiden Türme unvollendet ist. Der Bau der Kathedrale begann im 16. Jahrhundert und im Verlaufe der langen Bauzeit wechselte der Architekturstil von der Gotik zum Barock. Das Kircheninnere ist etwas düster, beeindruckend groß und reich geschmückt. Besonders interessant ist das geschnitzte Chorgestühl aus Mahagoni.
Nun ist etwas Stärkung angezeigt - wir gehen zur Markthalle Atarazanas, die im Neomudejarstil gebaut wurde. . Das Angebot an Fisch ist groß, man könnte als Binnenländer wirklich neidisch werden. Wir überwinden jedoch den Neid und machen uns auf zum Besuch einer ökologisch geführten Orangenplantage. In der Finca Juanito Orange erwartet uns zunächst eine umfangreiche Paella, der wir auch alle Ehre antun. Anschließend zeigt uns der Sohn des Besitzers seine Plantage mit unterschiedlichen Zitrussorten. Er demonstriert die Philosophie der Finca - mit Nützlingen die Schädlinge zu bekämpfen und den Einsatz chemischer Mittel zu vermeiden. Wir kosten die Orangen frisch vom Baum, da kann keine Supermarkt-Apfelsine mithalten.
Wir kaufen noch etwas im Hofladen ein, besonders gefragt sind Olivenöl und die hausgemachten Süßigkeiten.
Beeindruckt treten wir den Rückweg zum Hotel an und jeder sucht sich einen schönen Platz für das Abendessen.

14.04.2026 Prosit Sherry

Unser erstes Tagesziel ist Cádiz, die Stadt des Lichts. Sie ist die älteste Stadt Europas, die dauerhaft besiedelt war. Ihre Lage auf einer Halbinsel brachte ihr wirtschaftliche Vorteile als Handelsplatz und sorgte für den Beinamen "Stadt des Lichts" da sie rundum täglich im Sonnenschein gebadet wurde.
Die spanische Silberflotte mit den Schätzen aus der Neuen Welt legte hier an, daher auch der Spitzname "Silbertässchen", den die Stadt im 16.Jahrhundert erhielt. -wir wandern durch die Altstadt mit ihren hübschen farbenfrohen Häusern vorbei an der Kathedrale zur Plaza Topete. Hier befindet sich die große Markthalle mit ihrem vielfältigen Angebot. Wir nutzen dieses Angebot für eine kurze Pause und blicken dabei zu einem der zahlreichen Türme, welche sich vor allem reiche Kaufleute erbauen ließen, um die Ankunft ihrer Schiffe rechtzeitig zu erkennen.
Gestärkt geht es nun in die Sherry Kelterei Tesoro Real der Familie Estevez. Außer den großen Lagerhallen für die Sherryfässer sehen wir auch die edlen andalusischen Pferde des Hausherren, seine Kutschensammlung und die Kunstsammlung, die auch einige Picassos umfasst.
Im Anschluss an die Verkostung kann man auch ein Fläschchen Sherry erwerben, ebenso den berühmten Sherryessig.
Nachdem auch die "Shopping Time" erledigt ist, treten wir den Rückweg nach Torremolinos an.

15.04.2026

Erwartungsvoll sehen wir unserer Besichtigung in Sevilla entgegen. Wir steuern zunächst den Park Maria Luisa an, hier ist die Plaza Espana das besondere Highlight. Im Jahre 1929 wurde dieser Platz für die Ibero - Amerikanische Ausstellung gestaltet. Der halbrunde Gebäudekomplex des Architekten Anibal Gonzales erinnert mit seine Materialien wie Ziegel, Marmor und farbenfrohe Keramik an die maurischen Traditionen. In den Nischen der zwei- bis dreigeschossigen Gebäude sind auf den Kacheln alle spanischen Provinzen mit einem Ereignis aus ihrer Geschichte vertreten. Ein kleiner Wasserlauf verleiht dem Ganzen Leichtigkeit und Schwung.
Nach einem kurzen Spaziergang durch den Park erreichen wir den Alcázar von Sevilla, am Löwentor sollen wir unseren örtlichen Reiseleiter treffen. Bis dahin ist nur wenig Freizeit - schade eigentlich in solch interessanter Stadt. Den Alcazar betreten wir durch das Löwentor und überqueren den Hof mit den Orangenbäumen. Während des Rundganges bestaunen wir die filigranen Hofarkaden und die prächtige Mudejar-Fassade des Palastes von Pedro I. Die maurischen Handwerker verliehen den Gebäuden Leichtigkeit und einen stimmigen Übergang zu den Gärten.
Für uns folgt nun die zweite Besichtigung und wir betreten die nahegelegene Kathedrale, die an der Stelle der Hauptmoschee im Verlaufe von 100 Jahren gebaut wurde. Mit ihren beträchtlichen Ausmaßen, sie ist 116 m lang und 76 m breit, ist sie das drittgrößte Gotteshaus der Welt. Wir betreten die Kathedrale durch die Puerta de Oriente und stehen im Innenhof, er war zur Zeit der Mauren der Ort der rituellen Waschungen vor dem Gebet in der Moschee. Der Innenraum besteht aus fünf Schiffen, sie werden überspannt von gotischen Netz- und Sterngewölben. Das Altarbild aus goldenen Reliefplatten zählt zu den größten der Welt.
In der Kathedrale befindet sich auch ein Grabdenkmal für Kolumbus, geschaffen 1892 von Arturo Mélida. Da der Leichnam von Kolumbus sowohl in Haiti als auch zeitweilig in Kuba beigesetzt wurde, ist es unsicher, wieviel von Christopher Kolumbus noch in seiner Grablege in 'Sevilla vorhanden ist.
Wir werfen noch einen Blick auf den Glockenturm La Giralda, er war im Ursprung das Minarett der Moschee und wurde im 16. Jahrhundert verändert und mit einer Wetterfahne, der Giralda, versehen.
Voller Eindrücke verlassen wir diese schöne Stadt und sicher wird so mancher aus der Gruppe den Wunsch haben, sie noch einmal zu besuchen.

16.04.2026 Córdoba – ein Wunderwerk maurischer Baukunst

Heute steht Cordoba auf dem Programm, im Vordergrund natürlich der Besuch der Mezquita-Catedral. Bei schönstem Sonnenschein verlassen wir den Bus am Ufer des Flusses Guadalquivir und überqueren die Puente Romano. Am südlichen Ende erhebt sich der Turm Calahorra, einst Teil einer Befestigung, jetzt beherbergt er ein Museum.
Im Fluss sehen wir noch die Reste von drei Mühlen und eines Schöpfrades, sie legen Zeugnis ab über die Nutzung des Flusses schon duch die Römer und später durch die Mauren. Córdoba erlebte unter der Maurenherrschaft eine beeindruckende Blütezeit von Wissenschaft und Kunst, es gab in der Stadt eine der größten Bibliotheken und berühmte Gelehrt wie Averroes wirkten hier.
Aber nun betreten wir die Moschee und sind sofort gefangen von diesem filigranen Säulenwald und den Ausmaßen (sie ist 180 m lang und 130 m breit) und hatte Platz für 30.000 Gläubige. 856 Säule tragen das Dach des Moschee. Die Mauren errichteten die Moschee auf den Resten eines römischen Tempels und die Säulen wurden dabei gleich nachgenutzt. Die charakteristischen weiß-roten Scheitbögen geben dem Raum Höhe und Leichtigkeit sowie wechselnde Perspektiven. Besonders reich geschmückt ist die Gebetsloge des Kalifen mit farbigen Mosaiken und kufischen Schriftzeichen.
Nach der Rückeroberung der Stadt wurde in die Moschee zunächst eine Kapelle und unter Karl V. eine Kathedrale eingebaut. Dadurch wurde die Einheit der Moschee unterbrochen und sie verlor zum Teil die Raumwirksamkeit.
Dennoch kann man sich dem geheimnisvollen Halbdunkel im Säulenwald nur schwer entziehen und mit einem tiefen Eindruck verlassen wir das Gebäude und wandern noch etwas durch die Altstadt mit ihren hübschen Höfen und zum jüdischen Viertel. Die Freizeitnutzen wir auch für eine kleine Erfrischung und dann gehen wir gemeinsam Tapas essen. Wir lernen Salmorejo, eine Art dicke kalte Suppe, und die frittierten Fleischbällchen kennen, ein Glas Wein rundet das Essen ab.
Danach steht die Rückfahrt ins Hotel an.

17.04.2026 Die Alhambra – ein Märchen aus Tausend und Einer Nacht

Voller Vorfreude machen wir uns auf nach Granada, der Stadt, die ich am längsten der christlichen Rückeroberung widersetzte. Erst 1492 gelang es den katholischen Königen Ferdinand und Isabella, die Stadt einzunehmen. Unter der Herrschaft der Nasriden hatte Granada seine Blütezeit mit viel Pracht und Glanz, vor allem repräsentiert durch den Komplex der Alhambra. Nach 1492 und der Flucht der Mauren verlor die Stadt an Glanz und die Alhambra verfiel. Erst der amerikanische Schriftsteller Washington Irving, der sich in das Bauwerk verliebte und 4 Monate darin lebte, brachte mit seinen Veröffentlichungen die Erinnerung an die Einzigartigkeit des Komplexes zurück. Die Öffentlichkeit erkannte den Wert der Gebäude und es begannen umfangreiche Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen.
Wir schauten zunächst vom Aussichtspunkt San Nicolas auf die Stadt, die Alhambra und die Berge. Danach gab es etwas Freizeit für einen Bummel durch die Stadt und auch eine kleine Erfrischung in Vorbereitung auf den Besuch der Alhambra.
Unser Gästeführer führte uns durch die unterschiedlichen Teile der Alhambra, beginnend mit dem Palast Karls V. Im Renaissancestil erbaut, wirkt er kühl und wenig einladend, ganz im Gegensatz zum Nasridenpalast mit seinen filigranen Bögen und Mosaiken. Besonders anmutig wirken die Höfe mit ihren Wasserbecken und Pflanzen und den vielen schönen Durchblicken in die umgebende Landschaft und die Sierra Nevada. Im Löwenhof bestaunen wir nicht nur die Löwen, sondern auch die äußerst fein gestalteten Decken.
Sehr entspannend war der Besuch des östlich der Alhambra gelegenen Generalife, des Gartens des Architekten. Hier sind Gebäude, Pflanzen und Waserspiele harmonisch vereint und geben den Blick zur Alhambra und zur Sierra Nevada frei.
Erfüllt von diesem schönen Tag traten wir die Rückreise zu Hotel an.

18.04.2026 Wandertag für Könige

Einen guten Ausgleich für die vielen Kulturdenkmäler, die wir in der kurzen Zeit gesehen haben, bietet die heutige Wanderung auf dem "Caminiti del Rey" - dem Weg des Königs.
Früh am Morgen werden wir mit dem Bus abgeholt und fahren durch ausgedehnte Orangenplantagen bis zum Städtchen Ardales, da können wir noch einen Kaffee trinken und ein wenig umherlaufen, dann geht es weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Wir erhalten Schutzhelme und der Ablauf wird erklärt. Zunächst müssen wir noch ein gutes Stück laufen bevor der eigentliche Weg beginnt.
Ursprünglich war es ein Weg durch das tief eingeschnittene Tal des Flusses Guadalhorce für die Arbeiter, welche eine Staumauer und ein Wasserkraftwerk errichteten. Der Fluss hat ganze Arbeit geleistet und sich teilweise mehr als 100 m tief in den Felsen eingeschnitten, was zu spektakulären Ansichten führte. Im Laufe der Zeit wurde der Weg jedoch immer gefährlicher und sperrte man ihn im Jahre 2000 gänzlich. Danach wurde er renoviert und teilweise auch neu gebaut und 2015 als Touristenattraktion wiedereröffnet.
Seinen Namen Caminito del Rey hatte er 1953 zu Ehren des spanischen Königs Alfonso XIII. erhalten. Der König hatte 1921 das Wasserkraftwerk eingeweiht.
Unsere ca. 7 km lange Wanderung führt uns durch den Naturpark "Desfiladero de los Gaitanes", es geht mal eng am Felsen entlang, mal über eine Brücke und tief unten sieht man den Fluss. Weit über uns kreisen die Geier und etwas tiefer jagen die Mauersegler.
Wir genießen die vielen schönen Ausblicke und so vergeht unser "Wandertag" recht schnell. Alle erreichen wohlbehalten das Ziel, kleine Kioske bieten Erfrischungen an und dann erreichen wir auch schon unseren Bus, der uns zu unserem Hotel zurück bringt.
Dort lassen wir unseren letzten gemeinsamen Abend mit einer kleinen geselligen Runde ausklingen.

19.04.2026 Hasta pronto!

Der Abreisetag ist da, vom Flugplatz Malaga geht es nach Frankfurt bzw. Berlin und von da in die jeweiligen Heimatorte. Alles verläuft planmäßig, keiner streikt und auch sonst ist alles ruhig. Noch ein letztes Mal Sonne tanken, bevor wir uns in das kühlere Deutschland begeben.
Adios Spanien, vielleicht trifft man sich ja mal wieder.


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