Baskenland: Bilbao, San Sebastián, Kantabrien und die große Freude am Genuss
Reisebericht: 02.06. – 06.06.2026
Erkunden, probieren und genießen. Wir entdecken Bilbao und das Baskenland und erleben eine Region, wo alles etwas anderx, besonderx, reicherx und grüner ist. EUSKADI eben.
Ein Reisebericht von
Birgit Kirchner
Dienstag, 02.06.2026 Anreise nach Bilbao – Kennenlernen – Funicular de Artxanda – Abendessen auf dem Monte Artxanda im Restaurant Txakoli
Wir kommen in Bilbao an und spüren: diese Reise wird anders. Nicht nur eine Reise zu Städten, Küsten und Museen, sondern eine Reise zu Aromen, Düften, kleinen Leckereien, guten Weinen und großen Ausblicken. Bilbao empfängt uns mit seiner besonderen Mischung aus Industriegeschichte, moderner Architektur und baskischer Lebensfreude. Nach der Ankunft lernen wir uns kennen, tauschen erste Erwartungen aus und merken schnell, dass uns eines verbindet: die Freude am Reisen und am guten Essen.
Am Abend fahren wir mit dem Funicular de Artxanda hinauf auf den Monte Artxanda. Schon die Fahrt ist ein kleines Erlebnis: Die Standseilbahn wurde 1915 eröffnet und bringt uns in nur wenigen Minuten hinauf zu einem der schönsten Aussichtspunkte über Bilbao. Von oben liegt die Stadt wie ein leuchtendes Band im Tal des Nervión vor uns – mit Brücken, Hochhäusern, grünen Hügeln und dem silbrig glänzenden Guggenheim-Museum.
Dann beginnt unser erstes großes Gourmeterlebnis: das Abendessen im Restaurant Txakoli auf dem Monte Artxanda. Der Name erinnert an den typischen baskischen Weißwein Txakoli, frisch, leicht perlend, säurebetont und wunderbar passend zu Fisch, Meeresfrüchten und Pintxos. Wir stoßen an, probieren, genießen und lassen uns von der baskischen Küche verführen. Es ist dieser erste gemeinsame Abend, der aus einzelnen Reisenden eine Gruppe macht. Wir sitzen über den Lichtern Bilbaos, schmecken das Baskenland und wissen: Diese Reise beginnt genau richtig.
Mittwoch, 03.06.2026 Geführter Stadtrundgang in Bilbao – Wein– und Käseverkostung in vier Pintxobars – Guggenheim–Museum – Freizeit am Abend
Heute entdecken wir Bilbao mit einer örtlichen Reiseführerin. Wir tauchen ein in die Geschichte einer Stadt, die sich neu erfunden hat. Früher war Bilbao ein Zentrum von Stahl, Schiffbau und Industrie; heute steht die Stadt für Kultur, Architektur, Design und urbanen Wandel. Wir spazieren mit Cristina durch Straßen und Plätze, sehen historische Fassaden, moderne Brücken und spüren überall diesen besonderen Stolz der Basken auf ihre Sprache, ihre Küche und ihre Identität.
Der kulinarische Höhepunkt des Tages ist unsere Pintxostour durch drei verschiedene Pintxobars. Jetzt verstehen wir, warum Essen im Baskenland so viel mehr ist als Nahrungsaufnahme. Pintxos sind kleine Kunstwerke: auf Brot, am Spieß, warm, kalt, cremig, knusprig, salzig, würzig, überraschend. Wir probieren Käse, vielleicht Idiazabal aus Schafsmilch, dazu Wein oder Txakoli, und jeder Bissen erzählt eine kleine Geschichte. Wir stehen an Theken, schauen auf die kunstvoll angerichteten Platten und können es kaum fassen. Genau darin liegt der Reiz: Wir probieren hier, kosten dort, vergleichen, lachen und schwärmen.
Die Wein- und Käseverkostung im vierten Lokal bildet den krönenden Abschluss. Ausgeruht, satt und zufrieden, vielleicht auch etwas erheitert, überqueren wir die Brücke zum Museo Guggenheim Bilbao für einen Besuch nach eigenem Gusto. Schon von außen ist es ein Ereignis: Frank Gehrys Bau aus Titan, Glas und Kalkstein wurde zu einem Symbol des sogenannten „Bilbao-Effekts“, also der städtebaulichen und touristischen Erneuerung durch spektakuläre Architektur und Kultur. Das Museum hat Bilbao international sichtbar gemacht und prägt bis heute das Bild der Stadt.
Am Abend haben wir Freizeit. Einige von uns bummeln nochmals zur Altstadt, suchen uns eine Terrasse zum gemütlichen Beisammensein. Bilbao macht es uns leicht: Man muss nur einer belebten Gasse, einem guten Duft oder einem Glas Wein auf der Theke folgen – und schon ist man mitten im nächsten kleinen Genussmoment.
Donnerstag, 04.06.2026 Ausflug nach San Sebastián – Altstadtspaziergang – Mittagessen in einer Sidrería – La Concha – Peine del Viento – Monte Igueldo mit Funicular
Heute fahren wir mit unserem Bus nach San Sebastián / Donostia, eine Stadt, die wie für Genießer gemacht scheint. Bei der Ankunft und einem ersten beeindruckenden Blick auf die Playa de la Concha vom Palacio Miramar aus, spüren wir diese elegante Mischung aus Meer, Belle Époque, baskischer Kultur und kulinarischem Selbstbewusstsein. San Sebastián zählt zu den großen Gourmetadressen Europas – berühmt für Pintxos, exzellente Restaurants und die tiefe Liebe zu guten Produkten.
Wir spazieren durch die Altstadt, die Casco Viejo, mit ihren engen Gassen, Bars, Kirchen und kleinen Plätzen. Wir bewundern die Brücke Maria Cristina, spazieren am Fluss Urumea entlang bis zum Hotel Maria Cristina und Teatro Victoria, werfen einen Blick auf den Kursaal (moderner Kubus) am Ufer gegenüber, besuchen kurz die Markthalle La Bretxa und die Kirche San Vicente. Dann flüchten wir wegen des Regens ins Museo San Telmo gegenüber, das sich als sehr lohnenswert entpuppt. Geschichte und Exponate der baskischen Kultur können wir heute sogar kostenfrei bewundern.
Weiter führt unser Spaziergang zur Plaza de la Constitucion - die ehemalige Stierkampfarena zeigt heute noch nummerierte Logenplätze - weiter zur schönsten Kirche Santa Maria del Coro, am Hafen vorbei bis zum Rathaus (ehemaliges Casino) am Strand La Concha gelegen.
Überall locken Theken voller Pintxos. Doch heute erwartet uns ein besonders typisches Erlebnis: das Mittagessen in einer Sidrería, einer baskischen Apfelweinkellerei. Im Meson Martin geht es ursprünglich rustikal und gemeinschaftlich zu. Sidra, der baskische Apfelwein, wird traditionell aus großen Fässern eingeschenkt, oft begleitet von deftigen Speisen wie Kabeljau-Omelett, gebratenem Fisch oder dem berühmten großen Steak vom Grill. Wir genießen die lebendige Atmosphäre, den herben Apfelwein und die ehrliche, produktnahe Küche. Das ist Baskenland pur: bodenständig, kraftvoll und voller Geschmack.
Danach zieht es uns ans Meer. Wir gehen entlang der Playa de La Concha, eine der berühmtesten Strandbuchten Europas. Der Blick ist traumhaft: der halbmondförmige Strand, die Insel Santa Clara, das ruhige Wasser der Bucht und die elegante Promenade.
Normalerweise führt unser Weg noch zum Peine del Viento, dem „Windkamm“ von Eduardo Chillida. Die Stahlskulpturen stehen am Felsen, dort, wo Wind, Wellen und Kunst aufeinandertreffen. Doch heute macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Auch die Auffahrt mit dem Funicular de Monte Igueldo hinauf lohnt heute nicht.
Wir trotzen dem Wind und Wetter und sind wir uns am Ende des Tages einig: San Sebastián ist nicht einfach schön – San Sebastián ist ein Gefühl.
Noch einmal machen wir uns abends auf den Weg in die Innenstadt von Bilbao, vorbei an den großzügigen Prachtbauten erreichen wir eine der trendigen Pintxobars, wo die Basken nach Feierabend gerne noch einkehren. Am Tresen entlang stehen die Geschäftsleute iund es st Reden, Lachen und Gläserklirren zu hören. Wir sitzen an einem langen Tisch beisammen und kosten von den nun schon bekannten Pintxos.
Freitag, 05.06.2026 Bilbao – Santoña mit Sardellen–Fabrik – Santander – Sardinerostrand – Castro Urdiales – Rückfahrt nach Bilbao
Heute wird unsere Reise salzig, maritim und besonders fein. Wir fahren mit unserem Bus zunächst nach Santoña, einem Ort, der in Spanien untrennbar mit Sardellen verbunden ist. Santoña liegt an der kantabrischen Küste und ist berühmt für seine Anchovis- bzw. Sardellenverarbeitung. Die kleinen Fische aus dem Kantabrischen Meer gelten als besondere Delikatesse, weil sie sorgfältig gereift, filetiert und in Öl eingelegt werden.
Wir sehen, wie viel Handarbeit, Geduld und Erfahrung in diesem Produkt stecken. Sardellen sind hier kein einfacher Snack, sondern ein Ausdruck von Tradition, Meer und Handwerk.
Weiter geht es nach Santander, die elegante Hauptstadt Kantabriens. Bei unserem Stadtspaziergang erleben wir die Verbindung von Hafen, Altstadt, Promenaden und bürgerlicher Eleganz. Santander war und ist eine bedeutende Hafen- und Bankenstadt; zugleich wirkt sie leicht, offen und maritim. Wir spazieren durch die Pereda-Gärten, vorbei am Botingebäude, durch die Fußgängerzone und am Hauptplatz vorbei und sehen die Kathedrale. Wir spüren, wie stark die Stadt vom Meer geprägt ist.
Zum Abschluss fahren wir entlang des Sardinero-Strandes. Hier zeigt Santander seine mondäne Seite: ein imposantes Casino, breite Strände, elegante Hotels, Meeresluft und der Blick auf die Bucht. Der Sardinero war besonders seit dem 19. und frühen 20. Jahrhundert ein beliebtes Seebad und steht bis heute für Sommerfrische, Strandkultur und kantabrische Eleganz. Wir atmen tief durch, schauen auf die Wellen und genießen diesen Wechsel aus Stadt und Küste.
Am Nachmittag erreichen wir Castro Urdiales, einen der schönsten Küstenorte Kantabriens. Bei einem kleinen Spaziergang sehen wir die eindrucksvolle gotische Kirche Iglesia de Santa María de la Asunción, die Festungsanlage Castillo-Faro und den alten Hafen. Alles wirkt wie eine perfekte Kulisse: Fischerboote, Steine, Meer, Geschichte und darüber die Silhouette von Kirche und Burg.
Am Abend kehren wir nach Bilbao zurück. Wir haben heute das Kantabrische Meer nicht nur gesehen, sondern geschmeckt.
Kaum zu glauben, doch heute Abend steht wirklich schon das Abschiedsessen auf dem Plan. Wir bleiben in unserem schönen Hotel und genießen ein delikates Menü, begleitet von den feinen Weinen der Rioja Weinregion.
Samstag, 06.06.2026 Bilbao – optional Puente Bizkaia / Schwebefähre – Rückflug nach Deutschland
Unser letzter Tag in Bilbao. Wir unternehmen noch einen optionalen Ausflug zur Puente Bizkaia, auch bekannt als Puente Colgante oder Schwebefähre. Diese Brücke verbindet Portugalete und Getxo über die Ría de Bilbao und ist ein technisches Meisterwerk des späten 19. Jahrhunderts. Sie wurde 1893 eröffnet und gehört zum UNESCO-Welterbe, weil sie als eine der ersten Schwebefähren der Welt Industriegeschichte, Ingenieurskunst und Alltag auf einzigartige Weise verbindet.
Für uns ist dieser Ausflug ein schöner Abschluss: Noch einmal sehen wir, wie eng in Bilbao Tradition und Moderne verbunden sind. Die Brücke erinnert an die industrielle Vergangenheit der Region, während die Stadt selbst heute für Kunst, Kulinarik und Lebensqualität steht. Ein Blick in die bekannte Markthalle Ribeira darf am Ende nicht fehlen.
Dann werden wir vom Hotel abgeholt und fahren zum Flughafen Bilbao. Im Gepäck haben wir nicht nur leckere Souvenirs, sondern Erinnerungen an intensive Tage: an den Blick vom Monte Artxanda, an Pintxos in Bilbao, an Sidra in San Sebastián, an Sardellen in Santoña, an die Strände von Santander, an Castro Urdiales und an viele gemeinsame Genussmomente.
Wir fliegen zurück nach Deutschland – erfüllt, begeistert und ein bisschen wehmütig. Denn das Baskenland hat uns gezeigt, dass Reisen am schönsten ist, wenn Landschaft, Kultur und Küche zusammenkommen. Hier schmeckt man die Nähe zum Meer, die Kraft der Berge, die Liebe zum Handwerk und die Freude am Zusammensein.
Unser Fazit: Diese Reise ist ein Fest für alle Sinne – und besonders für den Gaumen.
Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde - wenn man dies am Ende sagen kann, sowohl bezogen auf die Mitreisenden als auch die Gegend, dann hat sich die Zeit gelohnt.
Ich denke, es war rundum lohnenswert und ich wünsche euch weiterhin viel Neugier, Reiselust, Lebensfreude und natürlich beste Gesundheit. AMOR y SALUDOS eure Birgit
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