Von Chile über das Ende der Welt bis zum Zuckerhut – Entdeckung von Chile, Argentinien, Uruguay, Falklandinseln und Brasilien
Reisebericht: 19.02. – 13.03.2026
Eine Reise voller Kontraste: von Patagoniens Fjorden über Kap Hoorn zu den Iguazú-Wasserfällen und nach Rio. 23 Tage Abenteuer, Natur und unvergessliche Begegnungen.
Ein Reisebericht von
Domenic Obiegli
Auf geht’s nach Südamerika!
Der Tag ist nun endlich gekommen. Einige Gäste hatten diese tolle Reise schon weit im Voraus gebucht. Es klang immer so weit weg – und nun war es endlich so weit!
Einmal durch die bunten Gassen von Valparaíso schlendern, einmal die Iguazú-Wasserfälle von der argentinischen und brasilianischen Seite bestaunen, einmal vom bekannten Zuckerhut den Blick über Rio genießen und natürlich einmal das Kap Hoorn umrunden.
All das waren Träume unserer Reisegruppe, die nun in den nächsten 23 Tagen wahr werden.
Pünktlich um 15:00 Uhr trafen sich die ersten Gäste mit der Reisebegleitung am Flughafen BER. Einige hatten ihr Gepäck bereits aufgegeben. Nachdem die Gruppe alle Gepäckstücke in die Obhut der Flughafenmitarbeiter gegeben hatte, sammelten wir uns noch einmal und liefen gemeinsam zur Sicherheitskontrolle.
Sicherheitskontrolle geschafft – warten auf die Bekanntgabe des Gates – A34!
Alle waren versammelt, der erste Blick aufs Handy: Mist, eine Stunde Verspätung.
Aber kein Problem, wir hatten genügend Puffer für unseren Weiterflug nach Santiago de Chile. Ja, manchmal ist eine längere Umstiegszeit gar nicht so schlecht – gerade im Winter!
Alle im Flugzeug! „Boarding completed!“
Um 19:30 Uhr hoben wir ab und kaum in der Luft begann unser Kabinenpersonal mit dem Service. Man mag es kaum glauben: kostenfreie Getränke, ein Sandwich – und wer wollte, sogar ein zweites!
20:45 Uhr – Landung.
Wir hatten noch genügend Zeit, um das Terminal zu wechseln. Am Abfluggate nach Santiago trafen wir auf die fünf Gäste, die aus Frankfurt angereist waren.
Die Reisefamilie ist beisammen!
Pünktlich geboardet und abgeflogen sind wir nun auf dem Weg nach Santiago de Chile.
Ein langer Flug steht uns bevor.
Ankunft in Chile, Santiago de Chile
uh, was für ein langer Flug! Nach gut 14 Stunden konnte man die Erleichterung in den Gesichtern unserer Gruppe deutlich sehen. Alle waren glücklich, endlich am Ziel angekommen zu sein.
Ein kurzes Sammeln – und dann erst einmal ab auf die Toilette. Wichtig, denn die Passkontrolle ließ mit rund 30 Minuten etwas auf sich warten. Aber nicht so schlimm: So mussten wir später immerhin nicht allzu lange am Kofferband warten.
Nachdem auch der Letzte nach Chile eingereist war und einen kurzen „Schnüffler“ der Spürhunde am Handgepäck über sich ergehen lassen hatte, konnten wir endlich unser Aufgabegepäck entgegennehmen.
Juhu – alle Koffer sind da! Die Erleichterung war groß.
Schnell noch durch die Zollkontrolle und schon trafen wir unsere örtliche Reiseleitung Verónica. Nach einer kurzen Strecke zum Busterminal lag irgendwie in der Luft, dass der Flughafen weiß, dass wir lange gesessen haben, denn ausgerechnet nur einer der Aufzüge funktionierte.
Das Gepäck musste jedoch zwei Etagen nach oben.
Kein Problem: Die starken Männer der Gruppe packten an, trugen einige Koffer nach oben und so konnten wir wenig später zu unserem knallgrünen Bus, der uns in den nächsten Tagen sicher durch die Straßen bringen wird.
Wenn wir schon am Vormittag ankommen, dann wollen wir auch etwas aus dem Tag machen. Am Hotel angekommen stellten wir die Koffer ab, machten uns kurz frisch – und schon startete unsere City-Tour.
Santiago ist eine Millionenmetropole mit rund acht Millionen Einwohnern. Unser Weg führte uns ins Stadtzentrum, in dem sich auch unser Hotel befindet. Nach einer Orientierungsfahrt mit dem Bus erblickten wir auf der linken Seite den chilenischen Regierungspalast „La Moneda“, der früher als Münzprägestätte diente. Wenige Augenblicke später erreichten wir den Plaza de Armas, den zentralen Platz der Stadt. Besonders beeindruckend ist dort die Kathedrale, die wir selbstverständlich auch von innen besichtigten.
Der Wechsel von Minusgraden zu knapp 30 Grad im Schatten war eine ordentliche Umstellung – aber natürlich im positiven Sinne. Trotzdem freuten wir uns, als der Bus uns nun zum Mittagessen brachte. Endlich die erste richtige Mahlzeit nach dem „Flugzeug-Essen“.
Durch einen unscheinbaren Gang gelangten wir in einen wunderschönen, versteckten Innenhof mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Das Restaurant Bella Vista begrüßte uns sehr herzlich mit einem Welcome-Drink.
„Wer möchte Bier, wer leckeren Mangosaft und wer einen Pisco Sour?“ – das waren die ersten Fragen.
Nicht viel später kam auch schon unser Essen, das vorzüglich schmeckte und alle glücklich machte. Die ersten Gespräche wurden geführt und die Stimmung war – trotz der Müdigkeit – richtig gut.
Gut gesättigt trotzten wir dem beginnenden Mittagskoma und machten uns auf den Weg zur Seilbahn, die uns auf den Berg San Cristóbal brachte. Am Fuße der Schutzpatronin, die als Statue über der Stadt thront, genossen wir eine einzigartige Aussicht über ganz Santiago de Chile. Natürlich ließen wir uns ausreichend Zeit für Fotos, bevor es mit der Gondel wieder zurück ins Tal ging.
Nun merkte man deutlich, dass die Müdigkeit langsam ihren Tribut forderte – gegen die Rückkehr ins Hotel hatte niemand etwas einzuwenden. Dort angekommen, waren die Zimmer bereits bezugsfertig.
Große, geräumige Zimmer mit bequemen Betten, verteilt auf elf Etagen, erwarteten uns.
Ein Absacker an der Bar darf natürlich nicht fehlen, oder? Deshalb trafen wir uns noch einmal für ein halbes Stündchen in der Lobby, wo uns ein Welcome-Drink serviert wurde.
Prost – auf eine unvergessliche Reise!
Ich vermute, jeder ist glücklich und zufrieden ins Bett gefallen.
Gute Nacht und bis morgen, wenn es Richtung chilenische Küste geht!
Fahrt an die chilenische Küste – Weinverkostung – Valpariso
Guten Morgen Santiago de Chile!
Als wir den Vorhang aufzogen, hat uns schon die Sonne hinter dem Berg begrüßt!
Das Frühstück ist sehr vielfältig und lecker. Alle Gäste kamen gut gestärkt zum Treffpunkt in die Lobby.
Die Reisebegleitung ist behilflich mit dem Anbringen der der Kofferanhänger für die Kreuzfahrt, denn damit wir dann in Valparaíso flexibel sind, bleiben unsere großen Koffer im Hotel in Santiago. Sie werden dann morgen vom Bus abgeholt.
Pünktlich können wir uns Richtung Küste begeben.
Unsere Fahrt führt uns zunächst über das beinahe wüstenartige Küstengebirge. Kaum haben wir es hinter uns gelassen, öffnet sich vor uns eine völlig andere Landschaft: das Casablanca-Tal, saftig grün und weitläufig. Während wir durch diese abwechslungsreiche Region fahren, erhalten wir von Veronica spannende Einblicke von Chile – von der Geschichte und Kultur über wirtschaftliche Aspekte bis hin zu den indigenen Wurzeln des Landes und seiner Entwicklung.
Das Gebiet ist jedoch nicht nur für den Weinbau bekannt. Auf den Feldern gedeihen verschiedenste Obst- und Gemüsesorten: Erdbeeren und Kirschen ebenso wie Avocados, Zitrusfrüchte, Mais und Oliven. Ein besonderer Zwischenstopp erwartet uns auf einem renommierten Weingut. Casas del Bosco überzeugt nicht nur mit ausgezeichneten Weinen, die wir bei einer Verkostung kennenlernen, sondern auch mit liebevoll gepflegten Anlagen, stilvoller Architektur, einer modernen Küche. Durch Alexandro bekamen wir einen authentischen Einblick in die Produktionsstätte. Etwa 1,5 Millionen Flaschen werden hier hergestellt. Das Meiste wird exportiert, ca. 60 Prozent. Nach der tollen Führung freuen wir uns auf die Verkostung mehrerer Weine. Man merkt, was für eine tolle Gruppe wir sind. Es ist egal wer mit wem zusammen sitzt, es kommt immer eine freudige Stimmung auf. Einfach toll!
Ein darauffolgenden exzellentes Mittagessen mit passenden Begleitweinen und ein himmlisches Panna Cotta sorgen für noch bessere Stimmung.
Ein kurzer Gang zur Toilette und ab zur Küste.
Nach einer kurzen Ruhepause im Bus erreichen wir schon bald den Küstenort Viña del Mar. Die Anfahrt über die Serpentinen ist malerisch, ein traumhafter Blick in die Bucht. Wir halten am Strand, um tolle Fotos zu schießen, es kommt, trotz des kühlen Windes und 10°C Temperaturunterschied zu Santiago, eine sommerliche Stimmung auf. Natürlich fahren wir auch an der berühmten Blumenuhr vorbei. Entlang der Küstenstraße geht es anschließend weiter nach Valparaíso.
Die Hafenstadt breitet sich spektakulär über zahlreiche Hügel direkt am Meer aus.
Man schaut hoch und sieht kein einzigen freien Fleck Erde, alles voller Häuser, die sich eindrucksvoll an den Hügeln entlang hangeln. Nach einer ersten Rundfahrt hält unser Fahrer in einer schmalen Seitenstraße. Veronica führt uns zu einer steilen und über hundert Jahr alten Standseilbahn, die uns hinauf in unser Viertel bringt. Schon kurze Zeit später erreichen wir unser Hotel: ein traditionelles Gebäude, modern renoviert, mit Zimmern, die einen beeindruckenden Blick über die Stadt bieten.
Wir befinden uns mitten im Künstlerviertel Valparaísos. Bei einem ersten Spaziergang durch die verwinkelten Gassen begegnen uns farbenfrohe Wandmalereien, die wie eine Galerie unter freiem Himmel wirken. Zwischen den Kunstwerken laden kleine Bars, Restaurants und individuelle Läden zum Verweilen ein. Den Abend lassen wir entspannt auf der Dachterrasse ausklingen – mit einem kleinen Imbiss, guten Gesprächen, einem Glas Wein und der besonderen Atmosphäre dieser faszinierenden Stadt.
Stadtspaziergang Valparaiso – Einschiffung MS Oosterdam
Der Morgen beginnt ruhig im Hotel. Das Frühstück ist ausgiebig und frisch, genau das Richtige, um langsam in den Tag zu starten. Draußen ist Sonntagmorgen, die Straßen von Valparaíso fast menschenleer. Die Stadt wirkt stiller, fast so, als würde sie noch schlafen, und man kann die pastellfarbenen Häuser und die steilen Hügel ganz anders wahrnehmen als unter der Woche.
Später machen wir uns gemeinsam mit Verónica auf den Weg, die beiden Hügel der Stadt zu erkunden. Es ist ein ruhiger Spaziergang, vorbei an verwinkelten Gassen, bunten Fassaden und kleinen Treppen, die den Hang hinauf führen. Immer wieder bleiben wir stehen, schauen auf die Dächer, die Boote im Hafen und die schimmernde Bucht, und jeder nimmt die Details anders auf – die kleinen Cafés, die alten Straßenlaternen, die Stimmen der Stadt, die langsam zum Leben erwachen. Es ist ein leichter, unaufgeregter Start in den Tag, aber gleichzeitig voller Eindrücke, die hängen bleiben.
Zurück im Hotel ist noch kurz Zeit um das Gepäck zusammenzupacken, dann geht es wieder hinunter ins Tal mit der Standseilbahn. Unten angekommen wartet der Bus, der uns zum Hafen bringt.
Am Hafen angekommen verabschieden wir uns von Verónica und unserem Fahrer, die uns die letzten Tage begleitet haben. Alles verläuft reibungslos, das Gepäck wird abgegeben, der Check-in geht schnell, und nach der Sicherheitskontrolle stehen wir schließlich an Bord des Schiffes. Die Kabinen beziehen, sich kurz orientieren, ein paar Fragen klären – und dann das leise Bewusstsein: Jetzt beginnt der nächste Abschnitt der Reise.
Am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Essen im Buffetrestaurant.
Später zieht es einen Teil der Gruppe noch in eine Bar an Bord. Bei einem letzten Getränk schauen wir nach draußen auf das ruhige Wasser und die untergehende Sonne. Es ist ein sanfter Abschluss eines Tages, der ruhig begonnen hat, aber voller kleiner Eindrücke war, die noch lange nachklingen werden.
Seetag mit Kurs auf Puerto Montt
„Das hat diese Nacht aber ganz schön geschaukelt.“
Das waren die ersten Worte, die am Morgen zwischen Reisebegleitung und Gästen gewechselt wurden. Trotzdem haben alle die erste Nacht an Bord der MS Oosterdam gut überstanden.
Ein großer Vorteil war, dass der erste Tag gleich ein Seetag war. So blieb ausreichend Zeit, das Schiff in Ruhe zu erkunden – was auch alle zwischen den Reiseleiterstunden fleißig genutzt haben. Die Reisebegleitung stand am Vormittag und am Nachmittag zu Sprechstunden bereit, doch auch zwischendurch traf man sich auf den Gängen oder beim Essen, tauschte sich aus, plauderte und klärte offene Fragen.
Themen wie das Einrichten der Navigator-App, die WLAN-Verbindung oder kleine Anpassungen bei den Ausflügen standen ganz oben auf der Tagesordnung – und ließen sich zum Glück schnell und unkompliziert lösen.
Am späten Nachmittag wartete dann eine schöne Überraschung von Eberhardt TRAVEL auf uns: Bei einer kleinen Getränke-Party in einem exklusiven Bereich der Oceans Bar stießen wir gemeinsam auf die bevorstehende Kreuzfahrt an und verbrachten eine sehr harmonische Stunde mit tollen Gesprächen.
Was soll ich sagen – das Abendessen im À-la-carte-Restaurant (und auch das ist im Reisepreis inklusive!) war einfach hervorragend. Alle 25 Reisegäste konnten gemeinsam essen und dürfen das nun die gesamte Kreuzfahrt über tun, denn unser Stammtisch ist ab sofort fix.
Nach dem Dessert gab es noch die letzten Informationen zum morgigen Ausflug. Die Vorfreude ist groß, doch nun heißt es ab auf die Kabinen, denn morgen steht frühes Aufstehen auf dem Programm: Um 07:45 Uhr geht’s los!
Puerto Montt, Chile
Heute hieß es wieder: früh raus aus den Federn, denn unser erster Ausflug stand an. Kurz nach Sonnenaufgang erreichte unser Kreuzfahrtschiff die Bucht von Puerto Montt. Während an Bord alles für den Landgang vorbereitet wurde, nutzten wir die Zeit für ein entspanntes Frühstück und machten uns anschließend fertig. Ein Blick nach draußen ließ sofort alle Gesichter strahlen – strahlend blauer Himmel, Sonne satt. Uns war sofort klar: Das werden heute großartige Fotomotive.
Nachdem wir uns an der Rezeption gesammelt hatten, ging es gemeinsam ins Theater. Dort organisierte unsere Reisebegleitung, dass unsere gesamte Gruppe zusammen in einem Bus fahren konnte – perfekt. Rund 20 Minuten später ertönte die Durchsage:
„Bus 13 ist zum Boarding bereit.“
Geschlossen machten wir uns auf den Weg zu den Tenderbooten und fuhren in etwa zehn Minuten an Land.
Nach einem kurzen Einreiseprozess erwartete uns bereits unsere Reiseleiterin Ruby am Bus. Schon der erste Eindruck war super sympathisch – ein Gefühl, das sich im Laufe des Tages immer wieder bestätigte.
Motor an, Mikro an – los ging unser Ausflug zu den Petrohue-Wasserfällen mit Bootsfahrt und anschließendem Stopp in Puerto Varas. Von der ersten Minute an konnten wir kaum aufhören zu fotografieren, so beeindruckend war die Landschaft. Währenddessen erzählte Ruby spannende Geschichten über Land und Leute – ganz ohne trockene Jahreszahlen, dafür umso authentischer und nahbar.
Entlang der Panamericana fuhren wir Richtung Norden zum Nationalpark Vicente Pérez Rosales. Zwei Dinge waren dabei einfach nicht zu übersehen: der Vulkan Osorno mit seinen rund 2.015 Metern und der noch höhere Calbuco mit etwa 2.660 Metern. Letzterer gilt als einer der aktivsten Vulkane Chiles und wird von den Einheimischen liebevoll „der Rowdy“ genannt. Sein letzter größerer Ausbruch war 2015 – damals lag die Asche stellenweise bis zu einem Meter hoch.
Am Fuße des Osorno liegt der Todos-los-Santos-See, auf dem wir eine wunderschöne Bootsfahrt unternahmen. Man kann es wirklich nicht oft genug sagen: Der tiefblaue Himmel, die Sonne und die sattgrünen Farben der Natur sorgten für unglaubliche Bilder. Die Farben kamen einfach perfekt zur Geltung.
Ihr seht es ja selbst in der Bildergalerie – eigentlich braucht man dazu gar nicht viele Worte, die Bilder sprechen für sich.
Auch die Petrohue-Wasserfälle standen natürlich auf dem Programm. Sie sind ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtgäste, entsprechend viel Betrieb herrschte dort. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, die tosenden Stromschnellen zu bestaunen und das perfekte Foto mit dem schneebedeckten Osorno im Hintergrund zu schießen. Einzigartig – auch wenn es etwas voller war.
Langsam meldete sich dann der Hunger, also ging es weiter Richtung Süden nach Puerto Varas. Dort genossen wir in einem Restaurant ein vorzügliches Mittagessen und hatten anschließend über eine Stunde Freizeit. Perfekt, um durch die Straßen zu schlendern, kleine Läden zu entdecken oder einen Spaziergang an der Promenade zu machen.
Viel zu schnell war die Zeit vorbei – es hieß wieder: zurück zum Schiff. Wir verabschiedeten uns herzlich von Ruby, der wir stundenlang hätten weiter zuhören können. Doch unser Schiff wartete bereits und die Reise führte weiter Richtung Süden.
Mit dem Tenderboot ging es zurück an Bord, wo uns sogar noch ein neugieriger Seelöwe verabschiedete. Einige Gäste hatten außerdem Delfine und sogar den ersten Wal der Reise entdeckt – ein echtes Highlight.
Am Abend trafen sich alle, die Lust hatten, zum gemeinsamen Abendessen. Auch heute wieder: hervorragend.
Morgen dürfen wir etwas länger ausschlafen, denn der nächste Ausflug startet erst am Vormittag – sehr willkommen nach diesem ereignisreichen Tag.
Puerto Chacabuco, Chile
Der Tag beginnt heute ganz entspannt. Erst um 10:30 Uhr sollen wir uns für das Tenderboot bereithalten – genug Zeit also, um in Ruhe zu frühstücken und uns für den bevorstehenden Ausflug zu stärken. Bevor wir uns an der Rezeption treffen, genießen wir noch die letzten Minuten an Bord. Pünktlich um 10:40 Uhr holt uns unser Gruppenmanager ab und wir dürfen gesondert an Bord des Tenderbootes gehen – der Start in einen vielversprechenden Tag.
Mit einem abenteuerlichen Bus fahren wir zu unserem ersten Ziel. Mitten in der stillen Natur liegt die Lagune Los Coipos. Dichte Vegetation umgibt das Wasser, alles wirkt ruhig und unberührt. Die Atmosphäre ist friedlich, fast magisch – ein perfekter Auftakt für diesen Tag.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt nach Puerto Aysén, der alten Hauptstadt der Region, fort. Schon unterwegs wird klar, wie weit und ursprünglich Patagonien ist. Die Landschaft zieht langsam an uns vorbei und lässt uns immer wieder staunen.
Kurz darauf erreichen wir die imposante Hängebrücke. „Die Golden Gate Bridge von Chile“, wie sie hier liebevoll genannt wird – und tatsächlich erinnert sie ein wenig daran. Mächtig spannt sie sich über den Fluss und bietet ein beeindruckendes Fotomotiv. Natürlich darf ein gemeinsames Gruppenfoto hier nicht fehlen.
Über eine abenteuerliche Offroad-Straße geht es weiter zu einem abgelegenen Strand. Vor uns eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Gletscher der Anden. Steile Klippen, das tiefe Blau des Wassers und die mächtigen Berge im Hintergrund – wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ein wahres Paradies für Fotografen.
Unser nächstes Ziel ist der eindrucksvoller Wasserfall - Cascada del Leon, der sich kraftvoll durch die üppige Natur seinen Weg bahnt. Man kann es kaum oft genug sagen: Diese Landschaft ist einfach einzigartig.
Nach all den Eindrücken wartet ein kulinarisches Highlight auf uns – ein traditionelles patagonisches Asado. Am Spieß gegrilltes Lamm, dazu Kartoffeln, frischer Salat und Sopaipillas. Ein authentischer Einblick in die Kultur der Campesinos – und vor allem: unglaublich lecker.
Schließlich machen wir uns auf den Rückweg zum Hafen nach Chacabuco. Mit unzähligen Bildern im Kopf, noch mehr auf der Kamera und vielen unvergesslichen Momenten im Gepäck wartet dort bereits unser Schiff auf uns.
Ein Tag, der zeigt, wie vielfältig, ruhig und zugleich überwältigend Patagonien sein kann.
Wir treffen uns mit einigen nochmal zum Abendessen und lassen den Tag Revuepassieren. Man war das Wetter heute gut! Erste Sorgen für morgen kommen auf. Ach, das wird schon!
Seetag – chilenische Fjorde
Nach den vergangenen Tagen mit traumhaftem Wetter musste er natürlich kommen – der Tag mit Regen und eingeschränkter Sicht. Willkommen in Patagonien! Hier zeigt sich das Wetter eben gern von seiner launischen Seite.
Doch davon lassen wir uns die Stimmung nicht verderben. Unsere Reisegruppe ist bestens gelaunt. Den Vormittag verbringen wir noch auf dem offenen Meer, bevor wir gegen Mittag in den Fallos-Kanal einfahren. Vielleicht, so hoffen wir, kämpft sich die Sonne bis dahin wieder durch die Wolken.
An Bord gibt es jedenfalls genug Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben: ein Spaziergang an Deck, ein Brettspiel oder ein gemeinsamer Cocktail in der Lounge – Seetage können herrlich entschleunigend sein.
Als der Kanal schließlich in Sicht kommt, ist es draußen leider noch ziemlich grau – nicht gerade die besten Bedingungen für spektakuläre Fotos. Doch jedes kleine Aufhellen am Himmel wird sofort genutzt. Kaum zeigt sich ein winziger Lichtblick, werden die Kameras gezückt. Wer weiß, vielleicht ist es die einzige Chance des Tages?
Tja – falsch gedacht. Manchmal sollte man dem Wetter einfach vertrauen. Punkt 15:30 Uhr bricht plötzlich die Sonne durch die Wolkendecke. Es wird spürbar wärmer, der Himmel leuchtet in kräftigem Blau, und die unzähligen Inseln mit ihren durchlaufenden Fjorden zeigen sich in ihrer ganzen Schönheit. Ein magischer Moment. Wir sind begeistert und halten Postkartenmotive fest, die schöner kaum sein könnten.
Fast so, als hätte das Wetter ein Gespür für den Verlauf der Reise, zieht es wieder zu, kaum dass wir den Kanal verlassen. Die Wolken kehren zurück, es wird kühler und Regen setzt ein.
Aber das ist jetzt egal. Die Bilder sind im Kasten, die Erinnerungen im Herzen – und die kann uns niemand mehr nehmen. Morgen spielt das Wetter bestimmt wieder mit. Wenn Engel reisen …
Den Abend lassen wir gemütlich bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen – dankbar für einen Tag, der uns gezeigt hat, wie schnell sich in Patagonien alles ändern kann.
Seetag – El Brujo Gletscher
Heute heißt es wieder früh aufstehen – denn ab 07:00 Uhr gibt es den El Brujo Glacier zu bestaunen. Je näher wir dem Gletscher kommen, desto häufiger treiben kleine Eisschollen an unserem Schiff vorbei und stoßen sanft gegen den Rumpf – natürlich kein Grund zur Sorge.
Dann erscheint er auf der Backbordseite: eine gewaltige, eisblaue Wand – einfach atemberaubend! Auch wenn sich die Sonne heute leider nicht blicken lässt, entstehen beeindruckende Fotos, und die besondere morgendliche Stimmung verleiht dem Anblick etwas Mystisches.
Damit alle Gäste dieses Naturschauspiel genießen können – auch die, die nicht bis ganz nach vorn an den Bug gehen möchten – dreht der Kapitän das Schiff einmal langsam um die eigene Achse. So hat jeder die beste Aussicht, auch von der Kabine aus.
Nach gut einer Stunde nehmen wir Abschied vom Gletscher und setzen Kurs auf den Summer Canal.
Vorbei an unzähligen patagonischen Inseln und tief eingeschnittenen Fjorden erreichen wir am Nachmittag den Summer Canal. Eine enge Passage – allerdings nicht wegen ihrer Breite, sondern wegen ihrer Tiefe. Die MS Oosterdam hat einen Tiefgang von acht Metern, der Kanal misst an seiner flachsten Stelle gerade einmal neun Meter. Ein einziger Meter bleibt also zwischen Schiffsrumpf und Meeresgrund – etwa so viel wie der Abstand zwischen Fußboden und Türgriff. Wir hören zumindest kein verdächtiges Knarren – also geschafft!
Kurz darauf setzt Regen ein, und viele Gäste genießen nun die Annehmlichkeiten an Bord: eine entspannende Spa-Behandlung, ein leckerer Cocktail oder ein Teller frisches Sushi von der heutigen Sushi-Theke.
Das Abendessen nehmen wir wieder in großer Runde im À-la-carte-Restaurant ein – wie immer hervorragend.
Nun freuen wir uns auf morgen: Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, auch wenn der Wetterbericht nichts Gutes verheißt. Wir lassen uns überraschen!
Punta Arenas, Chile
Spätestens heute haben wir gelernt: Eine Wetter-App braucht man in Patagonien wirklich nicht. Ein Blick nach draußen genügt – und der Sonnenaufgang über der Magellanstraße war einfach traumhaft. Die ersten Sonnenstrahlen legten sich über die Dächer der Stadt, während wir uns gut gelaunt an der Rezeption versammelten. Unser individueller Stadtspaziergang gemeinsam mit der Reisebegleitung begann.
Unser Weg führte uns zunächst zur Plaza de Armas Muñoz Gamero, dem Herz der Stadt. Hier spürt man noch heute, dass Punta Arenas durch die Schafzucht einst sehr wohlhabend war. Die eleganten Gebäude rund um den Platz erinnern an die europäischen Einwanderer, die das Stadtbild geprägt haben. Mitten auf dem Platz steht das Monumento a Hernando de Magallanes, das an den Seefahrer erinnert, dessen Entdeckung der Magellanstraße die Existenz der Stadt erst möglich machte. Natürlich durfte die kleine Tradition nicht fehlen: Wer den Fuß der indigenen Figur berührt, soll eines Tages hierher zurückkehren – der goldene Glanz zeigte uns, wie viele diesen Wunsch schon hatten. Natürlich wird der Fuß heute auch für Touristen Fotos angefasst und dadurch immer wieder poliert.
Anschließend ging es hinauf zum Cerro de la Cruz. Von hier oben bot sich ein weiter Blick über die bunten Dächer, die Magellanstraße und durch das klare Wetter konnten wir sogar hinüber nach Feuerland schauen. Hier merkt man erst, wo man wirklich ist – fast am Rand des amerikanischen Kontinents.
Weiter spazierten wir zur Casa de Capitán Milward, einem historischen Haus aus der Blütezeit der Stadt, das für die internationale Vergangenheit dieses Ortes steht. Von dort aus führte uns der Weg zum berühmten Friedhof der Stadt, dem Cementerio Municipal de Punta Arenas. Die langen Zypressenalleen, die gepflegten Mausoleen und die kunstvollen Grabstätten wirkten fast wie ein Park – still, würdevoll und beeindruckend zugleich.
Anschließend gingen wir weiter zur Uferpromenade. In der Ferne konnten wir mehrere Delfine beobachten, die immer wieder durch die Wellen auftauchten – ein wunderschönes Naturschauspiel vor der weiten Kulisse der Magellanstraße.
Mit einem leckeren Pisco Sour ließen wir unseren Ausflug entspannt ausklingen, bevor wir zurück aufs Schiff gingen. Das Schiffshorn brüllte tief über die Umgebung, und wir nahmen Kurs auf die südlichste Stadt der Welt, Ushuaia. Während Punta Arenas langsam hinter uns kleiner wurde, ließen wir diesen besonderen Tag gemeinsam Revue passieren – voller Momente, Weite und dem Gefühl, am Ende der Welt unterwegs zu sein.
Allee der Gletscher – Ushuaia, Argentinien
Das zeitige Aufstehen begleitet uns nun schon eine ganze Weile – und langsam ist es zur liebgewonnenen Routine geworden. Für das, was uns heute erwartet, fällt es allerdings besonders leicht. Als wir um 06:45 Uhr an Deck treten, liegt die MS Oosterdam bereits kerzengerade auf Kurs zur Einfahrt in die berühmte Gletscher-Allee.
Wie aus dem Bilderbuch schiebt sich die Sonne genau mittig zwischen den Bergen hinauf. Das Wetter auf dieser Reise ist ohnehin kaum zu übertreffen – und ein kleiner Spoiler sei erlaubt: Es wird sogar noch besser morgen.
Vorbei an den Gletschern mit Namen wie España, Francia, Italia oder Holanda – Überbleibsel der großen Entdeckerzeiten – gleiten wir durch die stille Landschaft. Die gewaltigen blaufarbigen Gletscher wirken zum Greifen nah; manche reichen fast bis ans Wasser heran. Kurz darauf öffnet sich die Bucht, und wir nehmen Kurs auf Ushuaia, die sich selbstbewusst als südlichste Stadt der Welt bezeichnet.
Pünktlich legen wir bei leichter Bewölkung an. Das Licht ist heute ideal für Fotos: ein Himmel mit etwas Struktur und dennoch genug Sonne, um die Landschaft leuchten zu lassen.
Ein Großteil unserer Reisegruppe hat den heutigen Ausflug gebucht – eine Kombination aus Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal und Besuch des Tierra del Fuego Nationalpark. Gegen 13:00 Uhr verlassen wir das Schiff und spazieren entlang des Piers. Neben uns liegen noch drei weitere Kreuzfahrtschiffe – Ushuaia ist ein beliebter Stopp für Antarktis- und Patagonienreisen.
Vom Kreuzfahrtschiff wechseln wir nun auf einen wendigen Katamaran. Kaum haben wir abgelegt, eröffnet sich uns die Weite des Kanals, benannt nach dem Forschungsschiff HMS Beagle, mit dem schon Charles Darwin diese Gewässer erkundete.
Während der Fahrt erfahren wir viel über Flora und Fauna dieser rauen, aber faszinierenden Region. Immer wieder sehen wir Kormorane, die auf den Felsen sitzen oder nach Fischen tauchen – aus der Ferne wirken sie tatsächlich wie kleine Pinguine. Auf einer der Inseln entdecken wir eine große Kolonie von Seelöwen, dicht an dicht gedrängt bei ihrer selbsternannten Siesta in der Mittagssonne. Einige Mitreisende sahen sogar in weiter Ferne die Fontäne eines Wals – ein kurzer, magischer Moment, auch wenn es nicht zu einer näheren Begegnung kommt.
Schließlich erreichen wir den Nationalpark, wo bereits unser Busfahrer und Reiseleiterin Jessica auf uns warten. Ein erster Halt führt uns an den Lago Roca, auch Lago Acigami genannt. Der Süßwassersee ist nur etwa 8 Grad kalt und wird von der Grenze zwischen Argentinien und Chile geteilt – wir stehen am argentinischen Ufer, während am gegenüberliegenden Ende bereits chilenisches Staatsgebiet beginnt. Die stille Landschaft mit ihren dichten Südbuchenwäldern und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund wirkt beinahe unberührt.
Ein besonderes Ziel ist auch das einst berühmte „südlichste Postamt der Welt“ in der Bucht Ensenada. Heute ist es nur noch eine verlassene, mit Aufklebern übersäte Holzhütte mit einem etwas in die Jahre gekommenen Steg. Doch gerade diese Eigenschaft verleiht dem Ort eine gewisse Authentizität.
Langsam neigt sich ein weiterer beeindruckender Tag dem Ende entgegen. Auf der Rückfahrt erfahren wir noch einiges über die Geschichte Ushuaias – von der ehemaligen Strafkolonie bis zur heutigen Bedeutung als Tor zur Antarktis.
Damit jeder die leise Ausfahrt aus dem Hafen und den Sonnenuntergang in voller Ruhe genießen kann, gestaltet heute jeder sein Abendessen individuell. Als wir schließlich ablegen, taucht das Abendlicht die Berge rund um Ushuaia in warme Farben – ein würdiger Abschluss eines Tages am Ende der Welt.
Und morgen geht’s zum wahren Ende der Welt.
Kap–Hoorn–Umrundung
Der Tag der Tage ist gekommen: Heute umrunden wir Kap Hoorn, den südlichsten Punkt des südamerikanischen Festlands. Seit Jahrhunderten gilt das Kap als eine der schwierigsten und gefährlichsten Seerouten der Welt. Hier treffen Atlantik und Pazifik aufeinander, starke Winde, hohe Wellen und unberechenbare Strömungen sind keine Seltenheit. Viele Seeleute haben diesen Abschnitt gefürchtet.
Entsprechend oft hört man, dass Kap Hoorn im Nebel liegt oder wegen schlechten Wetters kaum zu sehen ist. Doch offenbar reist unsere Gruppe mit einer besonderen Portion Glück.
Um 06:15 Uhr treten wir in den Bugbereich. Der erste Blick geht nach links – und wir können es kaum glauben: Das Kap Hoorn ist klar zu erkennen. Gute Sicht, ruhige See, dazu ein intensiver Sonnenaufgang. Viele bekommen das Kap überhaupt nicht zu Gesicht, und wir sehen es bei diesen Bedingungen. Besser kann es kaum laufen.
Gut eine Stunde bleiben wir in der Nähe und umrunden das Kap in angemessenem Abstand. Der Kapitän dreht das Schiff sogar einmal vollständig, sodass alle Gäste – egal auf welcher Seite ihre Kabine liegt – freie Sicht haben und Fotos machen können. Eine besondere Geste, denn so oft ergibt sich diese Gelegenheit nicht.
Natürlich ist das Erlebnis Gesprächsthema Nummer eins beim Frühstück. Für viele ist die Umrundung von Kap Hoorn ein maritimer Meilenstein – früher ein Beweis echter Seefahrerkunst, heute für uns ein beeindruckender Moment auf dieser Reise.
Und als Erinnerung erhält jeder Passagier eine Urkunde in den Kabinenbriefkasten: offiziell bestätigt, dass wir Kap Hoorn umrundet haben. Ein schönes Andenken an diesen besonderen Morgen.
Im Laufe des Tages ändert sich das Wetter spürbar. Kaum haben wir das Kap hinter uns gelassen, ziehen Wolken auf und der Wind nimmt zu – fast so, als wolle uns die Region doch noch zeigen, wofür sie bekannt ist. Uns stört das nicht. Wir genießen einen entspannten Seetag und nehmen Kurs auf die Falklandinseln.
Und wenn alles klappt, wartet dort schon das nächste Highlight: Pinguine. Die Chancen stehen gut.
Falklandinseln
Nachdem wir seit gestern Morgen den Übergang vom Pazifik in den Atlantik hinter uns gelassen haben, erreichen wir heute früh die abgelegenen Falklandinseln. Die Inselgruppe liegt rund 500 Kilometer östlich der Küste von Argentinienim Südatlantik und besteht aus zwei großen Hauptinseln sowie über 700 kleineren Inseln. Politisch gehören sie zum Vereinigten Königreich, auch wenn ihr Status lange umstritten war und sie besonders durch den Falklandkrieg im Jahr 1982 internationale Bekanntheit erlangten. Heute leben hier nur etwa 3.500 Menschen – dafür aber hunderttausende Seevögel, Pinguine, Robben und andere Wildtiere. Gerade die große Artenvielfalt und die unberührte Landschaft machen die Inseln zu einem besonderen Ziel für Naturreisende.
Am heutigen Tag ist unsere Gruppe auf verschiedene Ausflüge verteilt. Einige fahren zum abgelegenen Kelp Point, andere zum bekannten Bertha’s Beach. Die Reisebegleitung entschied sich gemeinsam mit vier weiteren Gästen, per Tender zum Hafen von Stanley überzusetzen – der kleinen, aber charmanten Hauptstadt der Falklandinseln.
Dort nahmen wir an einer Hop-on-Hop-off-Tour teil. Für 20 britische Pfund ist diese erstaunlich umfangreich und bietet die Möglichkeit, viele der wichtigsten Orte rund um Stanley zu entdecken. Schon während der Fahrt fallen die bunten Häuser, die kleinen Pubs und die typisch britisch wirkenden roten Telefonzellen auf – fast fühlt man sich wie in einem kleinen Dorf irgendwo im Vereinigten Königreich, nur mit sehr viel wilder Natur.
Der erste sehenswerte Stopp war an der wunderschönen Bucht Yorke Bay. Von dort aus führte ein etwa ein Kilometer langer Fußmarsch durch eine einzigartige Dünenlandschaft. Der Weg allein ist schon beeindruckend: weite Grasflächen, sandige Hügel und immer wieder der Blick auf das offene Meer. Am Ziel angekommen wurden wir mit einem besonderen Anblick belohnt – einer Kolonie von Eselspinguinen, auch Gentoo-Pinguine genannt. Es war faszinierend zu beobachten, wie sie zwischen Meer und Nestern hin- und herwatscheln.
Anschließend ging es weiter zum nächsten Stopp, der idyllischen Bucht Gypsy Cove. Hier leben unter anderem Magellanpinguine, die ihre Bruthöhlen in den Boden graben. Wir hatten jedoch ein ganz besonderes Glück: Neben den Magellanpinguinen entdeckten wir am traumhaften Strand auch einen einzelnen Königspinguin. Er stand stolz am Ufer, ließ uns erstaunlich nah herankommen und schien sich von unserer Begeisterung kaum beeindrucken zu lassen – fast so, als würde er bewusst für uns posieren.
Diesen selbstorganisierten Ausflug ließen wir anschließend in Stanley bei einem leckeren Mittagessen ausklingen. Natürlich durfte dabei ein klassisches Gericht aus dem Vereinigten Königreich nicht fehlen: frische Fish and Chips.
Beim gemeinsamen Abendessen an Bord tauschte sich die Gruppe schließlich über die Erlebnisse des Tages aus. Jeder hatte etwas anderes gesehen und erlebt – von weitläufigen Stränden und Seeelefanten bis hin zu riesigen Vogelkolonien.
Ein Teilnehmer berichtete sogar, dass ein Reiseleiter vor Ort erzählt habe, dass es ein solches Wetter – mit Sonne den ganzen Tag und nur wenig Wind – seit fast zwei Jahren nicht mehr gegeben habe.
Es ist wirklich unglaublich, welches Glück wir haben, diese abgelegene und raue Region der Welt unter so perfekten Bedingungen bereisen zu dürfen. Gerade hier, wo das Wetter oft unberechenbar ist, fühlt sich jeder sonnige Moment wie ein besonderes Geschenk an.
Erholung auf See am schiffseigenen Orange–Day
Wunderschöne Tage voller toller Erlebnisse liegen hinter uns. Nun freuen wir uns bis Montevideo auf zwei erholsame Seetage.
Der erste Seetag vermittelt uns – trotz hoher Wellen und starkem Wind – das Gefühl, dass wir wieder in Richtung Norden fahren. Auf Deck ist bereits deutlich zu spüren, dass die Temperaturen langsam wärmer werden.
In unserer täglichen Bordzeitung entdecken wir heute den Hinweis „Orange Day“. Als wir uns später zum gemeinsamen Abendessen treffen, trägt tatsächlich fast jeder Gast ein orangefarbenes Kleidungsstück oder zumindest ein kleines Accessoire. Und wer nichts Orangenes dabeihat, für den ist das natürlich auch überhaupt kein Problem.
Nach dem Abendessen lassen wir den Tag bei einem Drink in der Ocean Bar und vielen lustigen Gesprächen gemütlich ausklingen.
Seetag mit Kurs auf Montevideo
Heute konnten wir zum ersten Mal seit Tagen das Sonnendeck wieder richtig genießen. Bei angenehm warmem, sonnigem Wetter war es sogar problemlos möglich, in Badekleidung an Deck zu entspannen. Ein perfekter Tag also, um einfach einmal zur Ruhe zu kommen, die Annehmlichkeiten an Bord auszukosten, nette Gespräche zu führen und zwischen all den Eindrücken der Reise auch ein bisschen Urlaub zu machen.
Ein erster Blick auf den Wetterbericht zeigt allerdings, dass uns in Montevideo möglicherweise die ersten Regentropfen erwarten. Nun ja – wir werden sehen, was uns dort erwartet.
Nach dem gemeinsamen Abendessen zieht es einige von uns noch einmal an Deck. Unter einem klaren Sternenhimmel halten wir Ausschau nach dem Kreuz des Südens.
Montevideo, Uruguay
Nach zwei erholsamen Tagen auf See waren wir dann doch froh, wieder einmal festen Boden unter den Füßen zu haben. Das vierte von fünf Ländern unserer Reise wartete bereits auf uns: Uruguay. Genauer gesagt sind wir in Montevideo angekommen, der Hauptstadt des Landes.
Montevideo liegt direkt am breiten Mündungsgebiet des Río de la Plata und ist mit rund 1,3 Millionen Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Uruguays. Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert von den Spaniern gegründet und entwickelte sich über die Jahre zu einer wichtigen Hafenstadt Südamerikas. Besonders bekannt ist Montevideo für seine entspannte Lebensart, lange Strandpromenaden – die sogenannte „Rambla“ – sowie für seine Mischung aus kolonialer Architektur, modernen Vierteln und lebendiger Kultur. Auch Tango und Candombe-Musik haben hier eine lange Tradition.
Nach dem Frühstück hat sich die Reisebegleitung mit einem Teil der Gruppe bereits an der Rezeption getroffen. Als dieser Teil der Gruppe vollständig war, ging es gemeinsam zum Theater des Schiffes, wo diese dann warteten, bis der Ausflug startete. Acht Reisegäste hatten den Ausflug „Best of Montevideo und Weinverkostung“ gebucht. Auf dem Programm standen eine Stadtrundfahrt durch Montevideo, der Besuch eines Weinguts mit Verkostung von 5 Weinen, ein üppiges Mittagessen sowie eine Vorführung von Tangotanz. Ein wirklich tolles Gesamtpaket, das Kultur, Genuss und lokale Traditionen miteinander verbindet.
Der andere Teil der Gruppe entschied sich dafür, gemeinsam mit der Reisebegleitung eine individuelle Stadttour zu unternehmen. Dafür nutzten wir einen Hop-on-Hop-off-Bus, mit dem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden konnten. Die Route führte unter anderem durch die historische Altstadt rund um die Plaza Independencia, vorbei am berühmten Palacio Salvo, einem der bekanntesten Gebäude Montevideos. An mehreren Stopps hätte man aussteigen können, aber wir haben die Tour erstmal komplett mitgemacht.
Nachdem wir die komplette Runde beendet hatten, beschlossen wir, noch ein Stück an der Strandpromenade entlangzuspazieren. Das Wetter spielte wunderbar mit, und so waren wir gute anderthalb Stunden zu Fuß unterwegs. Die Rambla ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische – hier wird gejoggt, Fahrrad gefahren, oder einfach nur aufs Wasser geschaut.
Man muss allerdings ehrlich sein: So richtig spektakulär sehenswert ist Montevideo insgesamt vielleicht nicht. Vieles wirkt etwas ruhig und stellenweise auch ein wenig in die Jahre gekommen. Aber wir versuchen natürlich, das Beste daraus zu machen und die Stadt so zu nehmen, wie sie ist.
Was wiederum wirklich sehenswert ist, ist der Markt am Hafen – der berühmte Mercado del Puerto. In der großen historischen Markthalle reihen sich zahlreiche Restaurants und Grillstände aneinander. Überall duftet es nach frisch gegrilltem Fleisch, denn Uruguay ist berühmt für seine Asado-Grillkultur. Große Fleischstücke hängen über offenen Holzkohlegrills, und die Köche wenden Steaks, Würste und Rippchen.
Auch wir nehmen in einem schicken Restaurant unser Mittagessen ein und genießen einige lokale Spezialitäten. Dazu ein Glas Wein aus der Region, und schon fühlt sich der Tag gleich noch ein wenig authentischer an.
Schon bald geht es für uns zurück zum Schiff. Langsam wird uns bewusst, dass nun die letzten Stunden dieser Reise angebrochen sind. Heute laufen wir zumindest noch ein letztes Mal aus einem Hafen aus. Mit einem langen Hupton und drei weiteren kurzen Tönen kündigt unser Schiff das Ablegen an. Direkt neben uns liegt ein Schiff von Costa, das unsere Signale mit drei kurzen Tönen erwidert. Zum Abschied lassen wir noch einmal einen langen Ton erklingen – und tatsächlich antwortet die Costa ebenfalls mit einem langen, kräftigen Signal.
Ein kleiner, aber irgendwie magischer Moment. Und gleichzeitig auch ein bisschen traurig. Denn hinter uns liegt eine wirklich wunderbare Kreuzfahrt – mit so vielen tollen Erlebnissen, spannenden Orten und außergewöhnlich gutem Wetter.
Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir schließlich alles noch einmal Revue passieren. Wir erinnern uns an die vielen Eindrücke der vergangenen Tage, lachen über gemeinsame Erlebnisse und stellen fest, wie schnell diese Reise doch vergangen ist. Ein würdiger Abschluss für eine unvergessliche Zeit auf See.
Aber das Schöne ist, die Reise ist noch nicht zu Ende.
Wir freuen uns auf das morgige Buenos Aires!
Buenos Aires, Argentinien
Angekommen in der pulsierenden Metropole Buenos Aires, müssen wir uns schon beim ersten Gedanken eingestehen: Nun ist es tatsächlich soweit – der letzte Tag auf unserem Schiff ist angebrochen. Ein Gefühl zwischen Vorfreude auf die Stadt und ein wenig Wehmut über das nahende Ende unserer Reise begleitet uns an diesem Morgen.
Nach dem Frühstück treffen wir uns wie verabredet an der Rezeption. Gemeinsam fahren wir mit den Shuttlebussen zum Terminal. Alles funktioniert reibungslos – und wie es sich für deutsche Reisende gehört, sind wir natürlich wieder einmal etwas zu früh vor Ort. Doch die kurze Wartezeit vergeht schnell, denn schon bald biegt unser Reiseleiter Dino um die Ecke – begleitet von seinem Sohn Mirko, der ihm tatkräftig zur Seite steht. Beide begrüßen uns herzlich und sorgen sofort für gute Stimmung.
Nachdem wir die Straße überquert und unseren Bus bestiegen haben, kann sie endlich beginnen: unsere exklusive Eberhardt-Stadtrundfahrt durch Buenos Aires. Für den heutigen Tag steht vor allem der südliche Teil der argentinischen Hauptstadt auf dem Programm.
Schon bald passieren wir den eleganten Torre Monumental, der vielen auch als „Englischer Turm“ bekannt ist. Er wurde 1916 von der britischen Gemeinde der Stadt gestiftet und erinnert mit seiner Architektur ein wenig an London.
Weiter geht es zum Wahrzeichen der Stadt, dem imposanten Obelisco de Buenos Aires. Mitten auf der breiten Avenida 9 de Julio ragt er 67 Meter in den Himmel und markiert den Ort, an dem einst erstmals die argentinische Flagge in Buenos Aires gehisst wurde.
Nur wenige Straßen entfernt liegt das prachtvolle Opernhaus Teatro Colón, das zu den bedeutendsten Opernbühnen der Welt zählt. Große Stimmen wie Pavarotti oder Maria Callas standen hier bereits auf der Bühne.
Auch der monumentale Palacio del Congreso de la Nación Argentina beeindruckt mit seiner gewaltigen Kuppel und der klassizistischen Architektur – ein Symbol der argentinischen Demokratie.
Natürlich darf auch der historische Plaza de Mayo nicht fehlen. Hier schlägt das politische Herz Argentiniens. Rund um den Platz befinden sich wichtige Gebäude wie der Präsidentenpalast Casa Rosada, und hier fanden viele der bedeutendsten Demonstrationen und historischen Ereignisse des Landes statt.
Zum Abschluss führt uns Dino in eines der wohl buntesten Viertel der Stadt: La Boca. Die farbenfrohen Häuser, ursprünglich aus Wellblech gebaut und mit übrig gebliebener Schiffsfarbe gestrichen, verleihen dem Viertel seinen unverwechselbaren Charakter. Straßenkünstler, Tango-Musik und kleine Kunstmärkte sorgen hier für eine lebendige Atmosphäre.
Doch Dino hat noch eine besondere Überraschung für uns. Zum Abschluss unserer City-Tour verrät er uns einen echten Geheimtipp für hervorragende Empanadas. Ein kurzer Anruf genügt – und als wir im Lokal eintreffen, stehen bereits große, herrlich duftende Empanadas mit verschiedensten Füllungen vor uns. Wir probieren Schinken-Käse, die klassische Fleischvariante und eine vegetarische Version. Alle sind sich einig: Danke Dino – das war ein wahrer Genuss!
Gut gesättigt steigen wir wieder in den Bus und fahren zurück zum Schiff. Einige aus unserer Gruppe haben für den Abend noch eine Tangoshow mit Dinner gebucht, und für uns alle heißt es nun auch: Koffer packen.
Am Abend treffen wir uns ein letztes Mal zum gemeinsamen Dinner an Bord. Wir genießen jeden Moment – denn der tägliche Gang ins Restaurant, die vertrauten Gesichter und die entspannte Atmosphäre werden uns fehlen. Mit großem Respekt und viel Dankbarkeit verabschieden wir uns vom fantastischen Servicepersonal und der gesamten Crew. In den vergangenen 14 Tagen haben sie Großartiges geleistet. Chapeau!
Als krönenden Abschluss treten schließlich lokale Tango-Tänzer auf der sogenannten World Stage unseres Schiffes auf. Mit Leidenschaft, Eleganz und argentinischem Temperament bereiten sie uns einen würdigen und stimmungsvollen Ausklang dieser wunderbaren Kreuzfahrt.
Nun heißt es schlafen gehen. Der morgige Tag wird noch einmal lang – und gleichzeitig bedeutet er endgültig Abschied von dieser unvergesslichen Reise mit dem Kreuzfahrtschiff.
Auschiffung – Buenos Aires Teil 2 – Flug nach Iguazu
Am letzten Morgen an Bord der MS Oosterdam genießen wir noch einmal unser Frühstück – wohl wissend, dass dies der letzte Morgen auf diesem wunderschönen Schiff ist. Dabei lassen wir die vergangenen Tage Revue passieren.
Unsere Reise begann im Hafen von San Antonio in Chile und führte uns einmal rund um die Südspitze des südamerikanischen Kontinents bis nach Buenos Aires. Eine Route, die zu den spektakulärsten Kreuzfahrten der Welt zählt. Insgesamt legten wir mehrere tausend Kilometer entlang der wilden Küsten Südamerikas zurück, durchquerten Fjorde, Kanäle und das berühmte Kap-Hoorn-Gebiet.
Doch nun wartet bereits der nächste Abschnitt unserer Reise.
Unsere Koffer stehen schon im Terminal bereit – das bedeutet endgültig Abschied nehmen. Ein letztes Mal treffen wir uns an der Ocean Bar. Als schließlich der Aufruf „Gruppe 2 – Gelb“ ertönt, wissen wir: Jetzt ist es soweit.
Wir verlassen das Schiff und werden vom freundlichen Personal herzlich verabschiedet. Noch einmal ein großes Danke für alles!
Mit den Shuttle-Bussen geht es zurück zum Terminal. Dort nehmen wir unsere Koffer entgegen – und zum Glück: Alle sind da!
Vor dem Gebäude warten wir bei angenehmen 23 Grad auf unseren Reiseleiter Dino. Und schon nach kurzer Zeit sehen wir ihn kommen.
Dino ist da!
Die Koffer werden im Bus verstaut und schon beginnt Teil 2 unserer Entdeckungstour durch Buenos Aires.
Unser erster Halt führt uns zur beeindruckenden Stahlblume Floralis Genérica. Diese riesige Metallskulptur ist eines der modernen Wahrzeichen der Stadt. Die Blume ist etwa 23 Meter hoch und wiegt rund 18 Tonnen. Ihre sechs riesigen Blütenblätter öffnen sich normalerweise morgens und schließen sich bei Sonnenuntergang – ganz wie eine echte Blume.
Weiter geht es vorbei am Instituto San Martín, das dem argentinischen Nationalhelden José de San Martín gewidmet ist. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Unabhängigkeit mehrerer südamerikanischer Länder von der spanischen Kolonialherrschaft.
Ein echtes grünes Paradies erwartet uns anschließend im El Rosedal de Palermo. Dieser wunderschöne Park gehört zu den beliebtesten Anlagen der Stadt. Tausende Rosen aus aller Welt wachsen hier – besonders im Frühling verwandelt sich der Park in ein farbenfrohes Blütenmeer.
Ganz in der Nähe befindet sich auch das traditionsreiche Hipódromo Argentino de Palermo, eine der bedeutendsten Pferderennbahnen Südamerikas. Seit dem 19. Jahrhundert treffen sich hier Pferdeliebhaber und Rennsportfans.
Ein Ort voller Geschichte und Geschichten ist der berühmte Recoleta-Friedhof. Der Friedhof gleicht eher einer kleinen Stadt aus Marmormausoleen und kunstvollen Grabstätten. Über 6.000 Gräber befinden sich hier – darunter auch das Grab von Eva Perón, einer der bekanntesten Persönlichkeiten Argentiniens.
Zum Abschluss besuchen wir eine lebhafte Markthalle – den historischen Mercado de San Telmo, der mit seinen kleinen Ständen, Antiquitäten und lokalen Spezialitäten ein echtes Stück Buenos Aires verkörpert.
Anschließend fahren wir in die alte Hafen- und Speicherstadt Puerto Madero. Die restaurierten Backsteinlagerhäuser erinnern tatsächlich ein wenig an Hamburgs Speicherstadt. In einem schönen Restaurant nehmen wir hier unser Mittagessen ein – und was für ein Genuss das ist!
Auf dem Tisch stehen viele argentinische Spezialitäten:
zartes Steak, saftige Gambas, Hühnchen und dazu köstliche lokale Desserts. Ein wahrer kulinarischer Abschluss unserer Zeit in Buenos Aires.
Doch langsam sitzt uns die Zeit im Nacken – der Flughafen wartet. Unser Fahrer bringt uns souverän durch den Verkehr zum Aeropuerto Internacional Ministro Pistarini.
Dino begleitet uns sogar noch bis zur Sicherheitskontrolle und hilft bei allen Formalitäten.
Lieber Dino – es waren zwei großartige Tage mit dir. Mit deinem unglaublichen Wissen und deiner Begeisterung hast du uns diese Stadt auf besondere Weise nähergebracht. Viele aus unserer Gruppe sagen beim Abschied:
„Bis bald, Dino – wir kommen wieder!“
Denn eines ist sicher: Buenos Aires ist eine faszinierende, vielseitige Stadt. Zwei Tage reichen kaum aus – aber Dino hat wirklich das Maximum für uns herausgeholt.
Nun heißt es Abflug nach Iguazú.
Pünktlich startet unser Flug in Richtung der berühmten Wasserfälle. Nach der Landung schnappen wir uns unser Gepäck – und werden bereits von unserem neuen Reiseleiter begrüßt: Max, ein Mann voller Energie und guter Laune.
Bei leichtem Schauerwetter fahren wir etwa 25 Minuten mit dem Bus zu unserem Hotel. Unsere Lodge liegt mitten in der Natur. Über kleine Pfade gelangt man zu den einzelnen Hütten, in denen jeweils vier Zimmer untergebracht sind.
Es ist inzwischen dunkel geworden, doch entlang der urigen Wege findet jeder schließlich sein Zimmer.
Ein neuer Abschnitt unserer Reise beginnt – mitten im Dschungel von Iguazú.
Iguazu–Wasserfälle auf der argentinischen Seite
Nach einer erneut etwas kurzen Nacht klingelt bei vielen von uns früh der Wecker. Bereits um 06:30 Uhr treffen wir uns zum Frühstück. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Wir wollen den großen Touristenströmen im Iguazú National Park möglichst zuvorkommen und die berühmten Wasserfälle in der morgendlichen Ruhe erleben.
Pünktlich – oder besser gesagt überpünktlich – sitzen wir um 07:30 Uhr alle im Bus. Unser Reiseleiter Max zählt noch einmal durch, dann kann die Fahrt beginnen. Lange dauert sie nicht: Nach etwa einer guten halben Stunde erreichen wir bereits den Eingang des Nationalparks. Das Schutzgebiet gehört seit 1984 zum UNESCO World Heritage Site und zählt zu den beeindruckendsten Naturwundern Südamerikas.
Schon bald stehen wir an der ersten Aussichtsplattform und blicken auf die gewaltige Kulisse der Iguazu Falls. Insgesamt bestehen die Wasserfälle aus rund 275 einzelnen Kaskaden, die sich über eine Breite von fast 2,7 Kilometern erstrecken. Je nach Wasserstand stürzen hier bis zu 6.500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe – ein unbeschreibliches Naturschauspiel. Kein Wunder also, dass die Fälle zu den Größten der Welt gehören.
Unser erster Rundgang führt uns entlang der oberen Kante der Wasserfälle. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke auf tosende Wassermassen und den üppigen subtropischen Dschungel ringsum. Viele Nasenbären – hier allgegenwärtig – beobachten neugierig die Besucher.
Danach teilt sich unsere Gruppe:
Acht Gäste entscheiden sich für die Bootsfahrt, bei der man ganz nah an die Wasserfälle heranfährt – ein garantiert nasses Abenteuer. Der Rest der Gruppe bleibt mit unserem Reisebegleiter auf dem Rundweg und beendet zunächst den oberen Teil der Strecke.
Treffpunkt für alle ist anschließend das Restaurant im Park. Hier legen wir eine kurze Pause ein, trinken etwas und tauschen erste Eindrücke aus.
Danach machen wir uns auf den Weg zum unteren Wanderweg, der uns noch näher an einige der beeindruckendsten Wasserfälle heranführt. Immer wieder führen Treppen und Stege hinunter zu spektakulären Aussichtspunkten. Von hier spürt man die Kraft des Wassers besonders intensiv – der feine Sprühnebel liegt in der Luft und das Donnern der Wasserfälle begleitet uns ständig.
Nach diesem Rundweg kehren wir wieder zum Restaurant zurück und warten auf die Bootsfahrer. Diese berichten begeistert von ihrem Erlebnis – komplett durchnässt, aber überglücklich. Nun machen sie sich ihrerseits noch auf den unteren Wanderweg.
Als schließlich alle wieder zusammen sind, geht es gemeinsam weiter zur kleinen Parkbahn – liebevoll „Bimmelbahn“ genannt. Diese offene Dschungelbahn bringt Besucher durch den dichten Regenwald bis zu einem der spektakulärsten Orte des gesamten Parks: der Garganta del Diablo, der berühmten Teufelsschlucht.
Ein Steg führt mehrere hundert Meter über den Fluss bis direkt an die Abbruchkante. Dort bietet sich ein atemberaubender Anblick: Die gewaltigen Wassermassen stürzen hier in eine etwa 80 Meter tiefe Schlucht. Das Tosen ist ohrenbetäubend, der aufsteigende Nebel hüllt alles in eine mystische Atmosphäre. Für viele von uns ist dies der absolute Höhepunkt des Tages.
Nach diesem beeindruckenden Erlebnis fahren wir mit der Bimmelbahn wieder zurück zum Ausgangspunkt und steigen schließlich in unseren Bus.
Am Ende des Tages zeigt der Schrittzähler, was wir heute geleistet haben: knapp 14 Kilometer zu Fuß sind wir durch den Nationalpark gelaufen. Allerdings bestand jederzeit die Möglichkeit, einzelne Rundwege auszulassen und sich auszuruhen – so konnte jeder den Tag ganz nach seinen eigenen Kräften gestalten.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich wieder unser Hotel – und wir sind alle froh, ein wenig die Beine hochlegen zu können. Schnell zieht es viele von uns zur Poolbar, wo wir gemeinsam den Tag Revue passieren lassen. Man merkt deutlich, wie sehr unsere Reisegruppe inzwischen zusammengewachsen ist. Es wird viel gelacht, erzählt und angestoßen – die Stimmung ist einfach hervorragend.
Auch beim Abendessen setzt sich diese tolle Atmosphäre fort. Bei einem ausgezeichneten Essen und einem sehr aufmerksamen Service verbringen wir noch einige schöne Stunden zusammen.
Allzu lange lassen wir den Abend jedoch nicht werden. Denn eines ist klar: Morgen klingelt der Wecker wieder früh. Ein weiterer spannender Reisetag wartet bereits auf uns.
Iguazu–Wasserfälle auf der brasilianischen Seite – Weiterflug nach Rio de Janeiro
05:30 Uhr – der Wecker klingelt.
Der Plan ist klar: Wir wollen möglichst vor dem morgendlichen Verkehr an der Grenze sein, denn auf unserem Programm stehen heute die Iguazu-Wasserfälle auf der brasilianischen Seite und der Weiterflug am Nachmittag nach Rio de Janeiro.
Wie so oft auf dieser Reise funktioniert alles reibungslos. Mit Sack und Pack sitzen wir sogar vor der geplanten Zeit im Bus und können direkt in Richtung Grenze aufbrechen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Übergang zwischen Argentinien und Brasilien.
Die Ausreise aus Argentinien und die Einreise nach Brasilien verlaufen überraschend schnell und unkompliziert – kaum Wartezeit, ein Stempel in den Pass, und schon sind wir wieder unterwegs.
Allerdings wartet eine kleine Überraschung auf uns: Unser Bus hat ein Problem mit der Klimaanlage. Bei Temperaturen von über 30 Grad wäre das heute keine gute Kombination. Zum Glück reagiert unser Team sofort – wir fahren auf einen Parkplatz, wo bereits ein Ersatzbus organisiert wird.
Die kurze Wartezeit nutzen viele von uns für einen spontanen Besuch in einem großen Souvenirgeschäft. So vergeht die Zeit schnell und ehe wir uns versehen, ist auch schon der neue Bus mit den Koffern abfahrtsbereit.
Nun kann die Fahrt zum Iguazu National Park weitergehen. Nach etwa 20 Minuten erreichen wir den Eingang des Parks.
Unser Ziel ist der etwa 1,5 Kilometer lange Panoramapfad, der spektakuläre Blicke auf die Wasserfälle ermöglicht. Während man auf der argentinischen Seite gestern oft direkt über oder neben den Wasserfällen stand, bietet die brasilianische Seite einen weiten Gesamtblick auf das gesamte System der Fälle.
Schon nach wenigen Metern auf dem Weg eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama auf die Wasserfälle. Obwohl heute sichtbar weniger Wasser fließt als am Vortag, ist die Kulisse dennoch gewaltig. Die vielen einzelnen Wasserfälle ziehen sich wie eine riesige weiße Kette durch den grünen Urwald.
Von Plattform zu Plattform eröffnet sich immer wieder ein neuer Blickwinkel. Die Gischt steigt hoch in die Luft, Sonnenstrahlen brechen sich im feinen Wassernebel und zaubern immer wieder farbige Regenbögen über die Schluchten.
Am Ende des Weges gelangen wir zu einer Plattform ganz nahe an die gewaltige Garganta del Diablo, die „Teufelsschlucht“. Von hier aus blickt man direkt in das tosende Herz der Wasserfälle. Die Wassermassen stürzen mit unglaublicher Wucht in die Tiefe – ein Naturspektakel, das man so schnell nicht vergisst.
Nachdem wir die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein ausgiebig genossen haben, wartet bereits das nächste Highlight: der Helikopter-Rundflug.
14 Teilnehmer unserer Reisegruppe entscheiden sich für dieses besondere Erlebnis. Innerhalb von etwa 10 Minuten Flugzeit dreht der Helikopter mehrere Schleifen über den Wasserfällen. Von oben erkennt man erst richtig die enorme Dimension des gesamten Systems – die unzähligen Kaskaden, den breiten Fluss und den dichten grünen Dschungel ringsum.
Die Begeisterung nach der Landung ist groß – viele sind sich einig: Das war einfach unbeschreiblich.
Langsam wird es nun allerdings etwas knapp mit der Zeit. Unser Flug nach Rio de Janeiro startet um 15:00 Uhr, und wir müssen zum Flughafen. Doch die entspannte Art unseres Reiseleiters Paulo und die relativ kurze Entfernung zum Airport beruhigen uns.
Tatsächlich klappt auch dieser Teil wieder perfekt. Am Flughafen angekommen können wir ohne große Wartezeit einchecken, durch die Sicherheitskontrolle gehen und direkt zum Gate weiterlaufen.
Und tatsächlich – unsere Maschine hebt sogar noch vor der offiziellen Startzeit ab.
Nach kurzer Flugzeit erreichen wir schließlich unser nächstes großes Reiseziel: Rio de Janeiro – die weltberühmte Stadt des Karnevals.
Nach der Gepäckausgabe werden wir bereits herzlich von unserer neuen Reiseleiterin Ivonne empfangen. Leider begrüßt uns Rio zunächst mit etwas Regen, doch selbst bei grauem Himmel erkennt man schon die besondere Atmosphäre dieser Stadt – die Berge, die üppige Vegetation und die weite Küstenlinie.
Nach etwa 45 Minuten Busfahrt erreichen wir schließlich unser Hotel. Die Lage könnte kaum besser sein: Nur drei Gehminuten trennen uns vom berühmten Strand der Copacabana.
Nach dem Abendessen im Hotel lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, noch einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Trotz des Wetters gehen einige von uns hinunter zur Promenade, hören das Rauschen des Atlantiks und genießen die ersten Eindrücke dieser legendären Stadt.
Rio – wir sind angekommen.
Corcovado mit Christus–Statue – Rio de Janeiro, Brasilien
Schon am Vorabend hatten wir uns abgestimmt: Da unser offizielles Tagesprogramm erst gegen 10:30 Uhr beginnt, wollen wir die regenfreie Zeit am Morgen unbedingt nutzen. Also treffen wir uns nach dem Frühstück noch einmal in der Hotellobby und starten zu einem gemeinsamen Spaziergang entlang der berühmten Copacabana.
Der Plan geht auf – fast unsere gesamte Reisegruppe schließt sich an. Für etwa eine Stunde schlendern wir über die weltbekannte Strandpromenade mit ihrem schwarz-weißen Wellenmuster, das vom brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx entworfen wurde. Der breite Sandstrand, die Palmen und der Blick auf den Atlantik zeigen Rio von seiner entspannten Seite.
Dank der Nähe unseres Hotels sind wir schnell wieder zurück und jeder hat noch genügend Zeit, sich auf den Tag vorzubereiten. Allerdings müssen wir heute erstmals die Regensachen einpacken. Ironischerweise hatten wir eher mit wechselhaftem Wetter in Patagonien gerechnet – stattdessen erwischt uns nun ausgerechnet Rio de Janeiro mit einem verregneten Tag. Doch immerhin: Es ist warm.
Pünktlich starten wir mit unserer Reiseleiterin Ivonne zu einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt – hinauf auf den Corcovado. Auf seinem Gipfel thront die ikonische Statue Christ the Redeemer.
Die monumentale Christusfigur wurde 1931 eingeweiht, ist 30 Meter hoch (mit Sockel sogar rund 38 Meter) und breitet ihre Arme über 28 Meter aus. Sie gilt als eines der Neuen Sieben Weltwunder und blickt aus 710 Metern Höhe über die Stadt. Von hier oben hat man normalerweise eine spektakuläre Aussicht auf die Buchten von Rio, den Zuckerhut, die Strände und die dicht bewaldeten Hügel des Tijuca National Park, einem der größten urbanen Regenwälder der Welt.
Doch heute meint es das Wetter wirklich ernst mit uns: Es regnet in Strömen. Trotzdem lassen wir uns nicht entmutigen und fahren mit der historischen Zahnradbahn den Berg hinauf. Auf dem Weg nach oben sollte sich normalerweise ein traumhaftes Panorama öffnen – heute jedoch verschwindet alles im dichten Nebel.
So wird aus dem sonst erwarteten begeisterten „Oooh!“ eher ein kollektives, leicht enttäuschtes „Naaaw!“ – unsere Reisegruppe weiß genau, was gemeint ist.
Doch eines steht fest: Ein Foto mit der Christus-Statue bekommt trotzdem jeder hin. Auch wenn die Bedingungen nicht perfekt sind, gehört dieses Bild einfach dazu.
Und gegen das nasskalte Gefühl hilft zum Glück ein klassisches brasilianisches Mittel: ein Caipirinha in einem der kleinen Restaurants auf dem Gipfel. Das hebt sofort wieder die Stimmung.
Nachdem wir ausreichend Regen abbekommen haben, fahren wir wieder hinunter – denn ein neuer Programmpunkt wartet auf uns. Dieser ist tatsächlich ganz spontan entstanden. Da wir viele fußballbegeisterte Teilnehmer in unserer Gruppe haben, konnten Ivonne und ich kurzfristig eine Stadionführung durch das legendäre Maracanã organisieren.
Wir besuchen das berühmte Maracanã Stadium, offiziell „Estádio Jornalista Mário Filho“. Das Stadion wurde 1950 zur Fußball-Weltmeisterschaft eröffnet und war einst mit über 200.000 Zuschauern das größte Stadion der Welt. Hier fanden zahlreiche historische Spiele statt, darunter das Finale der 1950 FIFA World Cup Final sowie das Endspiel der 2014 FIFA Weltmeisterschaft. Hier sind wir am 13. Juli Weltmeister geworden und trotz des 7:1 gegen die Brasilianer im Halbfinale, waren alle Brasilianer für Deutschland, der Grund ist klar, Argentinien muss verlieren!
Während der Führung erhalten wir spannende Einblicke hinter die Kulissen:
Wir betreten die Umkleidekabinen der Mannschaften, laufen durch den Spielertunnel ins Stadioninnere und stehen schließlich direkt am Spielfeldrand. In der Hall of Fame sehen wir Erinnerungsstücke großer Fußballlegenden, die hier gespielt haben.
Für alle Fußballfans unserer Gruppe ist das natürlich ein absolutes Highlight – und zugleich eine perfekte Alternative zum Regenprogramm.
Zurück im Bus – mittlerweile einigermaßen getrocknet – geht es weiter zur beeindruckenden Metropolitan Cathedral of Saint Sebastian. Diese ungewöhnliche Kathedrale hat eine ganz besondere Architektur: Sie erinnert an eine riesige Pyramide oder einen Maya-Tempel und ragt etwa 75 Meter in die Höhe. Im Inneren fallen vor allem die vier riesigen, farbigen Glasfenster auf, die sich über die gesamte Höhe des Gebäudes ziehen und das Licht spektakulär ins Kirchenschiff fallen lassen.
Zum Glück lässt der Regen inzwischen etwas nach. So können wir auch noch einen kleinen Abstecher ins historische Zentrum von Rio machen. Dort besuchen wir die berühmte Escadaria Selarón, die bunt geflieste Treppe des Künstlers Jorge Selarón. Über 200 farbenfrohe Mosaikstufen aus Fliesen aus aller Welt verbinden hier zwei Stadtviertel – ein echtes Kunstwerk unter freiem Himmel.
Natürlich darf auch ein kurzer Stopp am Sambadrome Marquês de Sapucaí nicht fehlen. Hier findet jedes Jahr während des weltberühmten Rio Carnival der spektakuläre Samba-Umzug statt. Die besten Sambaschulen der Stadt ziehen hier mit riesigen Wagen, tausenden Tänzern und farbenprächtigen Kostümen durch die Paradeallee – ein Ereignis, das Millionen Menschen aus aller Welt anzieht.
Langsam neigt sich der Tag dem Ende zu – und bei einigen von uns meldet sich inzwischen deutlich der Hunger.
Unseren Abschlussabend verbringen wir gemeinsam im Restaurant Carretão. Hier erwartet uns ein typisch brasilianisches Rodízio: Kellner kommen mit großen Fleischspießen direkt an den Tisch und schneiden immer neue Portionen frisch herunter. Rind, Huhn, Lamm, Fisch – begleitet von einem großen Buffet mit Beilagen und Salaten.
Kurz gesagt: Fleisch und Fisch bis zum Umfallen. Ein kulinarischer Traum, den jeder aus unserer Gruppe nur bestätigen kann.
Bei dem einen oder anderen Glas Caipirinha lassen wir den Abend schließlich gemütlich ausklingen. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird viel gelacht und wir erinnern uns gemeinsam an die vielen besonderen Momente dieser Reise.
Denn morgen steht bereits der letzte Abschnitt bevor:
Nach mehr als drei Wochen voller Eindrücke, Abenteuer und unvergesslicher Erlebnisse geht es am Abend wieder zurück in die Heimat.
Auffahrt auf den Zuckerhut – Heimflug nach Europa
Der letzte Tag ist nun angebrochen. Nach dem letzten Frühstück checken wir aus dem Hotel aus und steigen ein letztes Mal in den Bus, um zu unserem letzten Ausflug aufzubrechen.
Heute, bei etwas besserem Wetter – wenn auch weiterhin ohne Sonne – fahren wir in Richtung des berühmten Zuckerhut. Der markante Granitfelsen erhebt sich rund 396 Meter über der Guanabara-Bucht und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Seinen Namen erhielt er, weil seine Form an die früher üblichen Zuckerhüte erinnert, in denen Zucker transportiert wurde. Von oben hat man normalerweise einen spektakulären Blick über die Stadt, die Strände, die Bucht und sogar auf die berühmte Christusstatue auf dem Corcovado.
Um hinaufzugelangen, fahren wir mit der berühmten Seilbahn – dem Bondinho do Pão de Açúcar. Diese Bahn wurde bereits 1912 eröffnet und gilt als eine der ältesten Seilbahnen der Welt. Die Strecke besteht aus zwei Etappen: Zunächst geht es zur Mittelstation auf den Morro da Urca, bevor es von dort weiter hinauf auf den Gipfel des Zuckerhuts geht.
Schon auf der Mittelstation genießen wir eine überraschend gute und klare Aussicht auf die umliegende Bucht und die Stadt. Doch als wir einen Blick zur Bergstation werfen, befürchten wir bereits, dass das Wetter uns oben vielleicht einen Strich durch die Rechnung machen könnte.
Leider bestätigt sich diese Vermutung, als wir schließlich oben angekommen sind. Der Nebel hängt tief zwischen den Felsen, und nur hin und wieder öffnen sich kleine Lücken in den Wolken. Für einen kurzen Moment können wir erahnen, wie beeindruckend die Aussicht bei klarem Wetter sein muss. Auch wenn es nicht ganz das ist, was wir uns erhofft hatten, machen wir das Beste daraus, genießen die Atmosphäre und halten den Moment trotzdem mit ein paar Fotos fest.
Als wir wieder nach unten fahren, empfängt uns sogar leichter Regen. Trotzdem lassen wir uns die Stimmung nicht verderben. Anschließend unternehmen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Rio, bevor wir schließlich zum Hotel zurückfahren.
Dort beschließen wir gemeinsam, lieber schon früher zum Flughafen aufzubrechen. So sind wir auf der sicheren Seite und können die verbleibende Zeit ganz entspannt verbringen. Am Flughafen angekommen nutzen wir die Gelegenheit, noch in Ruhe Mittag zu essen und die letzten Eindrücke der Reise Revue passieren zu lassen.
Die Zeit vergeht dort erstaunlicherweise schneller als gedacht. Alles läuft reibungslos ab, und schließlich starten wir – wenn auch mit leichter Verspätung – unseren Rückflug in Richtung Europa.
Heimreise
Pünktlich landen wir in Paris. Schnell wird uns bewusst: Die rund vier Stunden kürzere Flugzeit im Vergleich zu unserem Hinflug von Europa nach Chile macht sich tatsächlich bemerkbar. Auch wenn wir noch etwas müde sind, fühlt sich der Rückflug deutlich entspannter an.
Am Charles de Gaulle Airport erwartet uns ein längerer Aufenthalt. Wir suchen uns bequeme Sitzmöglichkeiten, gönnen uns eine kleine Verschnaufpause und nutzen die Zeit für das ein oder andere Nickerchen.
Schon bald heißt es Abschied nehmen von unseren Mitreisenden aus Frankfurt. In den vergangenen Wochen sind aus Reisebekanntschaften echte Weggefährten geworden – man tauscht letzte Umarmungen aus, bedankt sich füreinander und verspricht sich, in Kontakt zu bleiben.
Wenig später beginnt für uns die letzte Etappe unserer langen Reise. Nach etwa anderthalb Stunden Flug erreichen wir schließlich Berlin. Nach einer kurzen Wartezeit am Gepäckband nehmen wir unsere Koffer entgegen – ein vertrautes Geräusch, das uns endgültig wieder in der Heimat ankommen lässt.
Nun ist der Moment gekommen, sich voneinander zu verabschieden.
Doch wie es unter Reisenden so oft heißt:
Nach der Reise ist vor der Reise.
23 Tage lang waren wir gemeinsam unterwegs, haben unglaubliche Landschaften gesehen, neue Kulturen kennengelernt und unzählige besondere Momente erlebt – von den wilden Fjorden Patagoniens über die Umrundung von Kap Hoorn bis zu den gewaltigen Wasserfällen von Iguazú und der pulsierenden Lebensfreude in Rio de Janeiro.
Aus einer Reisegruppe ist in dieser Zeit eine tolle Gemeinschaft geworden. Es wurde viel gelacht, gestaunt und erlebt – und genau diese Erinnerungen nehmen wir nun mit nach Hause.
Mit vielen schönen Bildern im Kopf, neuen Freundschaften und einem Koffer voller Eindrücke endet eine unvergessliche Reise.
Ich bedanke mich bei all meinen Reisegästen, die meine allererste Reisebegleitung für Eberhardt TRAVEL unvergesslich gemacht haben.
Wir sehen uns wieder!
Euer Domenic
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien