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Silvesterreise Istanbul Reisebericht: 30.12. – 03.01.2026

Reisebericht: 30.12. – 03.01.2026

Mit unserer Reisegruppe durften wir Istanbul im winterlichen Jahreswechsel erleben – lebendig, vielschichtig und voller kultureller Schätze.

Marie Dittrich

Ein Reisebericht von
Marie Dittrich


Flug nach Istanbul und Willkommensabendessen

Am Morgen fand sich unsere Reisegruppe an verschiedenen Flughäfen in Deutschland ein, voller Vorfreude auf das gemeinsame Abenteuer. Mit einer Flugzeit von rund drei Stunden brachte uns Turkish Airlines nach Istanbul – und gleichzeitig ein kleines Stück in die Zukunft, denn die Metropole am Bosporus liegt in der Zeitzone UTC+3 und ist uns damit zwei Stunden voraus. Der Flug gestaltete sich sehr angenehm. Die Gäste wurden an Bord mit einer Mahlzeit, Getränken und einem vielfältigen Unterhaltungsprogramm versorgt, sodass die Reisezeit wie im Flug verging.
Nach der Landung begaben wir uns zur Gepäckausgabe und trafen uns nach einer kurzen Verzögerung zum ersten Mal als komplette Gruppe am Ausgang des Flughafens. Dort wurden wir bereits von einem örtlichen Kollegen erwartet und zum Reisebus begleitet. Unser Reiseleiter Fatih begrüßte uns herzlich und mit einem Lächeln, während das Gepäck sicher verstaut wurde. Anschließend starteten wir die Fahrt zu unserem Hotel, die uns direkt in den pulsierenden Stadtverkehr führte. In Istanbul ist jede Strecke ein kleines Abenteuer für sich, denn die Fahrtzeiten können je nach Tagesform der Stadt stark variieren. Am heutigen Abend empfing uns der Verkehr mit dichtem Stau, weshalb unser Transfer etwas über eine Stunde dauerte. Die zusätzliche Zeit nutzten wir, um die Gruppe willkommen zu heißen, erste Informationen auszutauschen und die eindrucksvollen Bilder der Stadt durch die Busfenster auf uns wirken zu lassen.
Gegen Abend erreichten wir schließlich das Pyia Sport Hotel, das sich mitten in der historischen Altstadt Istanbuls befindet und von vielen Sehenswürdigkeiten umgeben ist. Die Zimmer wurden bezogen und die Gruppe machte sich bereit für das erste gemeinsame Abendessen in einem lokalen Restaurant. Der Regen, der uns an diesem Abend in Istanbul begrüßte, verlieh der Stadt eine ganz besondere Stimmung, brachte aber auch eine kleine Planänderung mit sich. Damit niemand auf dem Weg nass wurde, organisierten wir kurzfristig einen Bus-Transfer zum Restaurant. Die Stimmung vor Ort war trotz des Wetters ausgelassen und herzlich. Auch wenn in einigen Restaurants der Altstadt kein Alkohol ausgeschenkt wird, überzeugte das Essen mit authentischem Geschmack und ließ die Gruppe den regnerischen Abend schnell vergessen.
Nach dem Abendessen kehrten wir ins Hotel zurück. Viele zogen sich direkt auf die Zimmer zurück, denn der nächste Tag sollte ein langer, ereignisreicher Silvestertag werden, der uns mit weiteren besonderen Momenten erwartete.

Silvester zwischen Geschichte, Kultur und Herzlichkeit

Unser Silvestertag begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Pyia Sport Hotel. Die Auswahl am Buffet war beeindruckend und der Blick aus dem fünften Stock auf die langsam erwachende Stadt machte den Morgen zu etwas Besonderem. Nach dem Frühstück traf sich die Gruppe in der Hotellobby, wo uns unser Reiseleiter Fatih bereits mit guter Laune erwartete. Zum Auftakt des Tages erkundeten wir die Altstadt zu Fuß, denn viele der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls liegen nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Ausgestattet mit Audiogeräten und Ohrhörern starteten wir gut eingepackt in den Wintermorgen. Der Regen des Vorabends hatte sich verzogen, doch Istanbul zeigte sich in diesen Tagen überraschend kühl und verlieh den historischen Orten eine ganz eigene Stimmung.
Unser erster Halt führte uns zum Vorplatz der Hagia Sophia. Schon von außen beeindruckte das Bauwerk mit seiner gewaltigen Präsenz. Fatih erzählte uns von der bewegten Vergangenheit des einst größten Kirchenbaus der Welt, der im Jahr 537 n. Chr. unter Kaiser Justinian I. eröffnet wurde und über fast ein Jahrtausend das Zentrum des byzantinischen Reiches bildete. Beim Betreten der Hagia Sophia spürte man die besondere Aura des Ortes: Der weite Innenraum, das gedämpfte Licht und die kunstvollen Mosaike erzählen bis heute von der Verbindung zweier großer Epochen. Besonders faszinierend ist die Tatsache, dass die Kuppel der Hagia Sophia über 31 Meter im Durchmesser misst und sich 55 Meter über dem Boden erhebt – ein architektonisches Meisterwerk, das damals als nahezu unmöglich galt. Auch wenn Teile der Kuppel aktuell von einem Gerüst verdeckt sind, konnte die Gruppe die einzigartige Pracht und die schiere Bedeutung dieses Ortes dennoch eindrucksvoll erleben.
Weiter ging es zum Topkapi-Palast, dem jahrhundertelangen Regierungssitz der osmanischen Sultane. Die weitläufige Anlage erstreckt sich über vier prachtvolle Innenhöfe und beherbergt bis heute eine beeindruckende Sammlung an historischen Schätzen, Schriftrollen, Möbeln und kunstvollen Mosaiken. Viele der ehemaligen Palasträume sind heute als Museum zugänglich und ermöglichen eine Reise durch die Zeit des osmanischen Reiches. Auf dem letzten Hof erwartete uns ein malerischer Aussichtspunkt über den Bosporus. Zudem gab es Tee und Kaffee was wir bei den winterlichen Temperaturen zu schätzen wussten.
Nach den vielen Eindrücken gönnten wir uns eine Pause zum Aufwärmen und Stärken in einem lokalen Restaurant. Eine gute Entscheidung, denn sowohl das Essen als auch die Atmosphäre überzeugten die Gruppe. Gut gestärkt ging es weiter zur Yerebatan-Zisterne, die auch „Versunkener Palast“ genannt wird. Die unterirdische Zisterne wurde im 6. Jahrhundert erbaut und fasst rund 80.000 Kubikmeter Wasser. Über die beleuchteten Stege führten heute Wege durch die imposante Säulenhalle, die mit ihren 138 Metern Länge und 65 Metern Breite eine fast königliche Wirkung entfaltet. Ein besonderer Moment der Führung war der Blick auf die berühmten Medusenhäupter, die als Sockel zweier Säulen dienen und bis heute zu den meistfotografierten Motiven des Ortes gehören. Auch die Filmkulisse der Zisterne ist weltbekannt: Szenen des Hollywood-Films „James Bond – Liebesgrüße aus Moskau“ wurden hier 1963 gedreht und auch der Show-Down von Dan Browns Inferno, 2016 mit Tom Hanks, wurde in der Cisterna Basilica gedreht und machten die Zisterne zusätzlich zu einem Ort moderner Popkultur.
Den Abschluss unseres Tagesprogramms bildete die Sultan-Ahmet-Moschee, die wir vor allem als Blaue Moschee kennen. Die goldene Abendsonne tauchte die Kuppeln und Minarette in ein warmes Licht und ließ die Moschee noch eindrucksvoller erscheinen. Im Inneren beeindruckte die kunstvolle Gestaltung mit ihren blauen İznik-Fliesen, den arabischen Kalligrafien und den zahlreichen Kronleuchtern. Eine Besonderheit, die uns Fatih erklärte, sorgte bei der Gruppe für Staunen: Zwischen den Leuchtelementen hängen echte Straußeneier, die traditionell dazu dienen, Spinnweben fernzuhalten – und tatsächlich war in der gesamten Moschee keine einzige zu entdecken.
Nach der Rückkehr ins Hotel machte sich die Gruppe für den Silvesterabend bereit. Festlich gekleidet trafen wir uns später in der Lobby und wurden mit dem Bus zur Abendveranstaltung gebracht. Das Restaurant empfing uns mit geschmückten Tischen, Partyhüten und Girlanden, die im Laufe des Abends für viele zu kleinen Accessoires wurden. Das Restaurant bot eine abwechslungsreiche Auswahl an kalten und warmen Speisen, die uns immer wieder aufs Neue überraschten. Die Tische waren dauerhaft gefüllt. Dazu genossen wir Bier, Wein und den traditionellen Raki, der mit Eis und Wasser serviert wurde und so seine typisch milchige Farbe erhielt.
Ein DJ sorgte mit einer Mischung aus deutschen und türkischen Klassikern für Stimmung – eine Kombination, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirkte, aber den Abend auf charmante Weise einzigartig machte. Die Tanzfläche füllte sich schnell und immer mehr Gäste ließen sich von unseren Guides zum Tanzen animieren. Kurz vor Mitternacht gab es eine kleine Ansprache und der Countdown begann. Mit einem Glas Sekt in der Hand gratulierten wir uns gemeinsam zum neuen Jahr – mitten in Istanbul, einer Stadt, die auch ohne große Feuerwerke mit Lebensfreude, Kultur und Gemeinschaftsgefühl verzaubert. Das Restaurant bereitete einige kleine Tischfeuerwerke vor und Bauchtänzer rundeten das Programm später mit einem Hauch orientalischer Eleganz ab.
Nach einem langen, eindrucksvollen Tag kehrten wir – wenn auch mit kleiner Verzögerung des Transfers – zurück ins Hotel. Es war ein Silvesterabend, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Neujahr: Zwischen Kloster, Schnee und einem Wechsel der Kontinente

Heute startete unser Tag etwas später, sodass alle Gäste das Frühstück in Ruhe genießen und den Morgen entspannt beginnen konnten. Um 10:30 Uhr traf sich die Gruppe in der Hotellobby und machte sich anschließend mit dem Bus auf den Weg an den Rand der historischen Altstadt.

Istanbul zeigte sich an diesem Morgen von seiner freundlichsten Seite. Die Wintersonne ließ die Stadt erstrahlen und sorgte für spürbar mildere Temperaturen, die von der Gruppe dankbar aufgenommen wurden. Unser erster Halt führte uns zur ehemaligen Chora-Kirche, auch bekannt als Chora-Kloster. Das Gebäude wurde im 4. Jahrhundert erbaut und war einst ein bedeutendes Zentrum des orthodoxen Christentums. Später wurde es in eine Moschee umgewandelt, wobei die wertvollen christlich-orthodoxen Mosaike, die ursprünglich die Bibelgeschichten erzählten, unter Putz und Vorhängen verborgen wurden – nicht zerstört. Diese historischen Kunstwerke konnten über die Jahre wieder freigelegt werden und sind heute für Besucher sichtbar. Lediglich zur Gebetszeit werden drei der Darstellungen im Gebetsraum mit Vorhängen verdeckt, was die besondere Verbindung zwischen Erhalt und Respekt vor religiösen Traditionen eindrucksvoll zeigt.

Rund um das Kloster schlenderten wir durch Gassen mit charmanten, historischen Häusern, die durch lokale Initiativen liebevoll restauriert und teilweise farbenfroh gestaltet wurden. Überall begegneten uns zudem die berühmten Istanbuler Straßenkatzen. Die Tiere sind ein fester Teil des Stadtbildes und werden von den Einheimischen fürsorglich versorgt. Man findet an vielen Ecken Futterstellen und kleine wetterfeste Boxen, die den Katzen Schutz und Rückzugsorte bieten.

Weiter ging es mit dem Bus auf den Pierre-Loti-Hügel, der nach dem französischen Schriftsteller und Marineoffizier Pierre Loti benannt wurde, der für seine Verbundenheit zu Istanbul bekannt war. Auf der Aussichtsplattform angekommen, genossen wir türkischen Tee und Mokka in der Sonne, bis plötzlich dichte Schneeflocken fielen und die Stadt für einen Moment in eine fast märchenhafte Ruhe tauchten. Der unerwartete Schneeschauer sorgte für Begeisterung, überraschte aber auch, sodass sich die Gruppe nach einer kurzen Fotopause für die gemütliche Fahrt mit der Seilbahn zurück zum Bus entschied.

Unser nächster Halt führte uns zur Eyüp-Sultan-Moschee, einer der spirituell bedeutendsten Moscheen der Stadt. Da bei unserer Ankunft gerade Gebetszeit war, nutzten wir die Zeit für eine gemeinsame Mittagspause in einem der umliegenden Restaurants. Die Kombination aus Palmen, Kuppeln und Schnee vor den Fenstern wirkte beinahe surreal und zeigte Istanbul einmal mehr als Stadt der unerwarteten Eindrücke.

Nach dem Essen besichtigten wir gemeinsam die Moschee, zogen wie üblich die Schuhe aus und achteten darauf, trotz des Schnees trockenen Fußes zu bleiben. Beim Verlassen des Gotteshauses wurde der Gruppe lokum, auch bekannt als Turkish Delight, gereicht – eine kleine Geste der Gastfreundschaft, die in Istanbul vielerorts Tradition hat.

Am Nachmittag wechselten wir dann die Seite der Stadt – und sogar den Kontinent. Um dem Stau, der durch das Wetter und eine Demonstration entstand, zu entgehen, entschieden wir uns spontan für die Fahrt mit der Marmaray-Bahn. Diese Zugverbindung führt unter dem Marmarameer hindurch und verbindet Europa und Asien in nur wenigen Minuten. Nach nicht einmal fünf Minuten erreichten wir die asiatische Seite Istanbuls und fanden uns damit auf einem anderen Kontinent wieder.

Von dort aus spazierten wir entlang der Uferpromenade bis zum berühmten Mädchenturm, der auf einer kleinen Insel im Bosporus steht. Die Legende besagt, dass ein Sultan einst eine Prophezeiung erhielt, nach der seine Tochter an einem Schlangenbiss sterben würde. Um sie zu schützen, ließ er den Turm mitten im Wasser errichten, fernab der Stadt. Eines Tages brachte ihr jedoch ein Diener in einem Obstkorb unbemerkt eine Schlange mit, die die Prinzessin schließlich biss. Die Prophezeiung erfüllte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und der Turm erinnert bis heute an die Grenzen menschlicher Kontrolle über das Schicksal.

Nach einer kurzen Fotopause diesmal wieder bei Sonnenschein, sammelte uns der Bus wieder ein und brachte uns auf den Çamlıca-Hügel, den höchsten Punkt der Stadt. Die Fahrt führte vorbei an schneebedeckten Gärten und Villen durch eines der gehobenen Wohnviertel, in denen sich auch der türkische Präsident bei Aufenthalten in Istanbul regelmäßig aufhält. Auf dem Hügel angekommen, begann gerade der Sonnenuntergang und tauchte die Stadt gemeinsam mit dem frisch gefallenen Schnee in ein warmes, weiches Licht. Viele Einheimische nutzten den Moment für kleine Freuden im Schnee. Kinder rutschten auf Pappkartons die Hänge hinab und auch Erwachsene lieferten sich lachend die eine oder andere Schneeballschlacht – ein Bild, das die Gruppe so in Istanbul kaum erwartet hätte.

Am Abend kehrten wir zurück ins Pyia Sport Hotel. Der restliche Abend stand allen Gästen zur freien Verfügung. Einige trafen sich noch zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant direkt neben dem Hotel, um die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen. Es wurde viel gelacht, erzählt und sich ausgetauscht, bevor wir den Tag schließlich beendeten und uns in die wohlverdiente Nachtruhe verabschiedeten.

Aussicht, Geburtstagsfreude und türkische Handwerkskunst

Heute brach bereits der letzte volle Tag unserer Istanbulreise an. Doch neben dem Abschied lag auch ein ganz besonderer Grund zur Freude in der Luft: Unser Reiseleiter Fatih feierte an diesem Tag seinen Geburtstag – ein Moment, den wir später noch gemeinsam würdigen sollten.
Der erste Programmpunkt führte die Gruppe zum Galataturm, einem der ältesten und markantesten Wahrzeichen der Stadt. Der Turm wurde im Jahr 1348 von den Genuesen erbaut und diente ursprünglich als Wachturm und Teil der damaligen Stadtbefestigung. Mit einer Höhe von 67 Metern überragt er bis heute den Stadtteil Beyoğlu. Die Mauern des Turms sind bis zu 3,75 Meter dick und sein erhöhter Standort auf einem Hügel bringt die Gesamthöhe inklusive Fundament auf rund 140 Meter über dem Meeresspiegel. Der Turm hat im Laufe der Jahrhunderte Brände, Erdbeben und mehrere Restaurierungen überstanden und wurde 2020 zuletzt umfassend renoviert.
Nach einer kurzen Wartezeit brachte uns der Fahrstuhl in den oberen Bereich des Turms. Dort führte eine weitere Treppe bis zur Aussichtsplattform. Oben angekommen eröffnete sich uns ein atemberaubender Blick über das sonnige Istanbul. Viele Gäste versuchten die bereits besuchten Orte wiederzuerkennen – die Hagia Sophia, die Ufer des Bosporus und die weiten Hügel der Stadt. Wir nahmen uns bewusst Zeit, die Aussicht zu genießen, bevor wir den Turm wieder mit dem Fahrstuhl oder über die Treppen verließen. Der Rückweg führte uns zu Fuß durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, vorbei an kleinen Geschäften, lebhaften Straßenszenen und dem bunten Treiben, das Istanbul so unverwechselbar macht.
Am späten Vormittag stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: eine Schifffahrt auf dem Bosporus. An Bord konnten wir uns entscheiden, ob wir unten im Warmen sitzen oder oben die frische Winterluft und den Blick auf die Ufer genießen wollten. Einige Mutige zog es nach oben aufs offene Deck, wo sich ein beeindruckendes Panorama aus Moscheen, Palästen und historischen Holzvillen zeigte. Die Fahrt führte zunächst entlang der asiatischen Seite, bevor das Schiff wendete und uns an der europäischen Seite zurückbrachte. Kaum ein anderer Ort der Welt verbindet zwei Kontinente so greifbar und mühelos wie diese Stadt. Tee und Kaffee an Bord halfen uns, die kühle Brise gut auszuhalten. Nach einer Weile zog es auch die Hartgesottensten wieder ins geschützte Unterdeck, denn der Wellengang bei der Rückfahrt machte die Überquerung noch einmal zu einem kleinen Abenteuer.
Wieder zurück am Hafen brachte uns der Bus mitten ins Herz der Stadt, wo uns der Besuch einer traditionellen Teppichknüpferei erwartete. Teppiche sind in der Türkei ein Symbol nationaler Handwerkskunst und kultureller Identität – ein Stolz, der einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie für uns Deutsche die Automobilindustrie. Die Gruppe erhielt Einblicke in die kunstvolle Herstellung, die Bedeutung von Knotenarten, Materialunterschieden und die Symbolik der Muster. Begleitet wurde die Vorstellung von Getränken und frisch gebackener Pide, die die gemütliche Atmosphäre abrundeten. Wer Interesse hatte, konnte sich anschließend beraten lassen und die Geschichten der Teppiche noch weiter entdecken.
Am Nachmittag führte uns der Weg zum Gewürzbasar, wo uns bunte Farben und intensive Düfte empfingen. Stände voller Pistazien, Safran, Teespezialitäten und gemahlener Gewürzmischungen zeigten einmal mehr die Vielfalt des Landes. Auch hier herrschte reges Treiben – typisch für Istanbul, das an keinem Tag wirklich stillsteht. Im Anschluss ging es weiter zum Großen Basar. Jeder konnte nun eigenständig durch die unzähligen Gassen schlendern, kleine Schätze entdecken und Mitbringsel für die Liebsten zu Hause besorgen.
Am Abend fand sich die gesamte Gruppe zu einem gemeinsamen Abschiedsessen in jenem Restaurant ein, in dem wir bereits am zweiten Tag eine Pause verbracht hatten. Hier wurden nicht nur die Erlebnisse der Reise geteilt, sondern auch der Geburtstag unseres Reiseleiters gefeiert. Es wurde gegessen, gelacht und gemeinsam auf die schöne Zeit angestoßen. Als Überraschung überreichten wir Fatih eine Flasche Raki und das Restaurant stellte zusätzlich ein Stück Geburtstagskuchen bereit. Diese herzliche Geste rundete den Abend ab und zeigte einmal mehr die türkische Gastfreundschaft.
Da unser Reiseleiter am nächsten Morgen nicht mehr mit uns zum Flughafen fahren würde, fiel der Abschied etwas länger und emotionaler aus. Einige Gäste begleiteten ihn noch bis zur Straßenbahnstation. Es wurde lange gewunken, gelächelt und gedankt, bevor wir uns schließlich für unsere letzte Nacht zurück zum Pyia Sport Hotel aufmachten.

Abschied mit Schneeflocken im Gepäck

Heute brach der letzte Morgen unserer Istanbulreise an – und zugleich das Ende einer besonderen Silvesterfeier, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Gruppe startete mit einem letzten, ausgiebigen Frühstück im Pyia Sport Hotel, bevor es hieß: Koffer packen, alles sammeln und gemeinsam zum Bus aufbrechen. Da der Istanbuler Stadtverkehr immer wieder für Überraschungen gut ist und Fahrtzeiten kaum vorhersehbar sind, fuhren wir früh in Richtung Flughafen los. Diesmal hatten wir Glück und der Transfer verlief erstaunlich zügig. Nach etwa 45 Minuten erreichten wir den Flughafen, deutlich schneller als am Anreisetag.
Vor Ort unterstützten uns die Kollegen der Agentur beim Check-in und der Gepäckaufgabe. Danach verabschiedeten wir uns voneinander und die Gruppe begab sich durch die Sicherheitskontrolle. Im Flughafen blieb noch ausreichend Zeit für einen Kaffee oder einen letzten Bummel durch die Geschäfte. Schon hier trennten sich die Wege einer Reisenden, die ihre Weiterreise individuell fortsetzte. Für den Rest der Gruppe ging es nach Berlin.
Nach einer kleinen Verspätung starteten wir schließlich unseren Rückflug nach Deutschland. Berlin empfing uns mit dichtem Schneefall, der die Stadt in ein winterliches Weiß tauchte – ein fast filmreifer Abschluss unserer Reise. Der Schneefall sorgte zwar für eine deutliche Verzögerung bei der Gepäckausgabe, doch die Gruppe nutzte die zusätzliche Zeit für letzte Gespräche, herzliche Worte und gemeinsame Erinnerungen. Als die Koffer schließlich ankamen, machten sich alle auf den Heimweg – mit dem Gefühl, eine Reise erlebt zu haben, die Kultur, Geschichte und Gemeinschaft auf besondere Weise verbunden hat.


Istanbul zeigte uns Sonne, Regen, Winterkälte und sogar Schnee – und doch blieb vor allem das Gefühl von Gastfreundschaft, Zusammenhalt und Staunen über eine Stadt, die immer wieder überrascht.


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