Singlereise Uganda – zum Gorilla– & Schimpansen – Trekking
Reisebericht: 09.02. – 21.02.2026
Wir sind eine kleine, feine Single-Reisegruppe und reisen nach Uganda – die Perle Afrikas. Im Regenwald begegnen wir Schimpansen und Gorillas. Ein seltenes, kostbares Abenteuer !
Ein Reisebericht von
Petra Hady
1. Tag Anreise
Über Brüssel fliegen wir nach Entebbe, der ehemaligen Hauptstadt Ugandas. Am späten Abend landen wir pünktlich. Unser örtlicher Reiseleiter Akim erwartet uns bereits, herzlich werden wir begrüßt und gemeinsam fahren wir zu unserem Hotel.
Mit einem Begrüßungsgetränk stoßen wir auf die kommenden zwei Wochen an und lassen die lange Anreise langsam hinter uns. Die Vorfreude ist spürbar – wir sind gespannt auf alles, was vor uns liegt.
Viel Zeit bleibt nicht: Müde fallen wir ins Bett, denn die Nacht ist kurz. Am nächsten Morgen beginnt unser Abenteuer früh.
2. Tag Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary – Murchison Falls Nationalpark
Nach unserem ersten gemeinsamen Frühstück brechen wir auf. Unser Ziel ist der Murchison Falls National Park. Die Strecke beträgt zwar nur rund 350 Kilometer, doch wir werden den ganzen Tag mit unserem Jeep unterwegs sein.
Zunächst heißt es, Kampala, die Hauptstadt, zu durchqueren. Der Verkehr ist dicht, immer wieder stehen wir im Stau und kommen nur langsam voran. Schlagartig fühlen wir uns in einer anderen Welt: einfache Verkaufsstände am Straßenrand, überladene Mopeds, die sich ihren Weg bahnen, Hitze, Staub und die tiefrote Erde Ugandas.
Auf halber Strecke besuchen wir das Ziwa Rhino Sanctuary, ein Schutzprojekt zur Wiederansiedlung der Nashörner. Zu Fuß gehen wir mit einem Ranger durch das Gelände – und haben großes Glück: Gleich sechs Nashörner bekommen wir aus nächster Nähe zu sehen. Die Begeisterung ist riesig, die Kameras klicken ununterbrochen. Was für ein eindrucksvoller Auftakt.
Nach einer stärkenden Mittagspause setzen wir unsere Fahrt fort. Bevor wir in unserer Lodge einchecken, wollen wir noch die berühmten Murchison Falls besuchen. Hier zwängt sich der Nil durch eine nur etwa sieben Meter breite Felsspalte und stürzt rund 40 Meter in die Tiefe – ein gewaltiges Naturschauspiel.
Doch plötzlich hält Akim an: Die Kühleranzeige warnt, Rauch steigt unter der Motorhaube auf. Wie sich später in der Werkstatt herausstellen wird, ist der Kühler undicht. Kaum stehen wir am Straßenrand, halten bereits andere Jeeps – selbstverständlich und hilfsbereit. Schließlich lädt uns eine andere Reisegruppe ein, bei ihnen mitzufahren, damit wir den Wasserfall noch an diesem Tag erleben können. Über so viel Unterstützung freuen wir uns sehr; eine solche Hilfsbereitschaft sind wir kaum gewohnt.
Und es lohnt sich: Wir kommen den Wassermassen ganz nah, spüren ihre ungeheure Kraft. Die Gischt peitscht uns ins Gesicht, das Donnern des Wassers erfüllt die Luft – ein intensiver, unvergesslicher Moment zum Sonnenuntergang - einfach perfekt!
Am Abend erreichen wir schließlich unsere hübsche, weitläufige Lodge. Beim Abendessen sitzen wir auf der Terrasse und blicken über das sanft beleuchtete Gelände – dankbar für all die Eindrücke und für diesen besonderen Tag.
3. Tag Pirschfahrt zur Wildbeobachtung und Bootsfahrt auf dem Nil
Unser Jeep war die ganze Nacht in der Werkstatt – und mit ihm Akim. Dennoch steht er am Morgen gut gelaunt vor uns, als wäre nichts gewesen. Nach einem frühen Frühstück machen wir uns auf zu unserer ersten Pirschfahrt im Murchison Falls National Park.
Das Verdeck unseres Jeeps wird geöffnet, sodass wir geschützt stehen und freie Sicht haben. Schon bald entdecken wir Elefanten, Warzenschweine, Wasserböcke, Paviane, Marabus, für eine Sekunde eine Löwendame und Giraffen. Und dann, in weiter Ferne, tatsächlich ein Leopard auf einem Baum – mehr geht kaum für den ersten Safari-Tag.
Am Nachmittag unternehmen wir eine Bootsfahrt auf dem Nil. Unser Ziel sind erneut die Murchison Falls, die wir diesmal vom Wasser aus sehen – aus einiger Entfernung, aber nicht weniger eindrucksvoll. Am Ufer liegen zahlreiche Nilpferde im kühlen Wasser, Nilkrokodile ruhen reglos am Sandstrand. Über uns kreisen Weißkopfseeadler und viele andere Vogelarten – ein ruhiger, zugleich faszinierender Perspektivwechsel.
Nach dem Abendessen sorgt ein Wächter unserer Lodge noch einmal für Aufregung: Ein Elefant steht mitten auf dem Gelände. Offenbar kommt er mehrmals pro Woche zu Besuch. Natürlich sind wir alle begeistert – und ein wenig ehrfürchtig. Ein weiterer Moment, der zeigt, wie nah wir hier der Natur wirklich sind.
4. Tag Fahrt zum Kibale Nationalpark
Heute liegt wieder eine lange Fahrt vor uns – unser Ziel ist der Kibale National Park, berühmt für seine Schimpansenpopulation. Schon während der Fahrt wechseln die Landschaften: weite Felder, dichte Wälder und immer wieder kleine Dörfer, in denen Kinder am Straßenrand winken.
Kurz vor der Mittagszeit erreichen wir ein hübsches Restaurant, das ein afrikanisches Buffet bereithält. Wir lassen uns die frisch zubereiteten Speisen schmecken – eine willkommene Stärkung für den restlichen Tag.
Frisch gestärkt geht es weiter. Unser erster Halt ist der Friedhof der ersten Christen in Uganda, die hier ermordet wurden. Ruhig liegen die Gräber in einer gepflegten Anlage, eingerahmt von alten Bäumen.
Die Landschaft verändert sich erneut: links und rechts ziehen sich endlose Teeplantagen, deren sattes Grün im Sonnenlicht glänzt. Uganda zählt zu den größten Teeproduzenten Afrikas, und die sanften Hügel mit den akkuraten Reihen von Teesträuchern haben etwas beinahe Meditatives. An einer Plantage machen wir Halt, und ein Mitarbeiter erklärt uns die Anbau- und Erntemethoden: vom sorgfältigen Beschneiden der Sträucher über das Pflücken der zarten Triebe bis hin zur Trocknung der Blätter. Erschütternd erfahren wir, dass die Teepflücker trotz der harten Arbeit nur ein sehr geringes Einkommen haben.
Wir selbst dürfen es ausprobieren: Man bekommt einen Korb und ein kleines Schneidegerät, und vorsichtig pflücken wir die jungen Blätter – ein eindrücklicher Einblick in den Alltag der Plantagenarbeiter.
Am frühen Abend erreichen wir schließlich unsere Lodge, die besonders hübsch inmitten der Natur liegt. Jeder hat eine gemütliche Veranda, von der aus wir verschiedene Affen beobachten können, die zwischen den Bäumen spielen. Die Geräusche des Waldes begleiten uns bis zum Abendessen, das wir auf der wunderschönen Terrasse des Restaurants genießen – ein ruhiger, friedlicher Ausklang eines langen, ereignisreichen Tages.
5. Tag Schimpansen–Trekking im Kibale Nationalpark
Heute sind wir verständlicherweise sehr freudig aufgeregt – es ist ein Höhepunkt unserer Reise. Für viele von uns ein wahr gewordener Traum: einmal Schimpansen in ihrer natürlichen Umgebung ganz nah zu erleben. Schon bei unserer Ankunft auf dem Gelände werden wir von einer großen Gruppe Einheimischer mit einem Begrüßungstanz willkommen geheißen. Die rhythmischen Trommeln, Gesänge und fröhlichen Bewegungen steigern unsere Vorfreude noch mehr.
Mit unserem Ranger geht es schließlich durch den dichten Regenwald von Kibale National Park. Hohe Bäume, üppiges Grün und das leise Rascheln der Blätter umgeben uns. Nach einer halben Stunde hören wir die ersten Schimpansen – unverwechselbar ihr lautes Schreien. Schon bald entdecken wir sie in den Baumkronen: ruhend, kletternd, spielend. Wir beobachten diese beeindruckenden Tiere eine Weile, bevor wir uns auf den Weg machen, um noch weitere Gruppen zu finden.
Die nächste Gruppe hält sich ebenfalls überwiegend in den Bäumen auf, nur zwei Schimpansen sind auf dem Waldboden, und wir können ihnen einige Zeit folgen. Fast am Ende unseres Trekkings haben wir dann doch noch das große Glück: mehrere Schimpansen sitzen entspannt auf dem Boden, direkt vor unseren Füßen. Sie laufen umher, legen sich gemütlich hin und scheinen sich überhaupt nicht an unserer Anwesenheit zu stören – sie sind an Touristen gewöhnt. Zum Schutz der Tiere tragen wir selbstverständlich Masken. Die Nähe, die Gelassenheit und die unbeschwerte Art dieser Schimpansen hinterlassen bei uns allen einen tiefen Eindruck.
Nach diesem unvergesslichen Erlebnis werden uns feierlich Zertifikate überreicht – ein schöner Moment, der diesen Tag abrundet. Zurück in unserer Lodge wartet ein Mittagessen auf uns, bevor wir am Nachmittag einen Naturwalk durch die Bigodi Wetlands unternehmen. Wir beobachten Rotschwanzaffen und zahlreiche Vogelarten, während uns der Pfad durch das feuchte, grüne Ökosystem führt.
Den krönenden Abschluss des Tages bildet die Coffee & Banana Experience. Wir lernen, wie aus den Kaffeefrüchten traditionell Kaffeebohnen gewonnen und über offenem Feuer geröstet werden – natürlich dürfen wir den frisch aufgebrühten Kaffee probieren. Außerdem erfahren wir, wie Bananensaft, Bananenbier und hochprozentiger Bananen-Gin hergestellt werden. Einige von uns sichern sich Bier und Gin als Souvenir für die Liebsten oder für sich selbst.
Den Abend lassen wir gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen. Wir stoßen auf unser erfolgreiches Schimpansen-Trekking an, während die Geräusche des Waldes um uns herum langsam zur Ruhe kommen – ein perfekter, magischer Abschluss eines außergewöhnlichen Tages.
6. Tag Äquator–Überquerung und Queen Elizabeth Nationalpark
Heute ist unser Ziel der Queen Elizabeth National Park. Wie fast schon traditionell, macht unser Jeep zunächst Probleme. Kaum stehen wir am Straßenrand, dauert es keine fünf Minuten, bis sieben Helfer an der Motorhaube stehen und den Wagen unter die Lupe nehmen. Glücklicherweise findet Akim eine gute Werkstatt, die das Fahrzeug schnell wieder fit macht. Von nun an wird es uns sicher bis zum Ende der Reise begleiten. Zwei Jeeps nehmen uns an diesem Tag mit und bringen uns komfortabel zu unserer Lodge.
Auf dem Weg erleben wir ein besonderes Highlight: wir überqueren den Äquator – von der Nord- zur Südhalbkugel. Jeder von uns ist begeistert, Erinnerungsfotos werden geschossen, Hände werden symbolisch in beide Himmelsrichtungen ausgestreckt, und die Stimmung ist ausgelassen.
Zur Mittagszeit erreichen wir unsere Lodge. Jede Unterkunft bietet einen atemberaubenden Blick über den Nationalpark – offene Ebenen, Wälder, und in der Ferne die Silhouette von Bergketten. Viele von uns entspannen ein wenig, genießen die Aussicht, und eine Dame gönnt sich sogar eine Massage – schließlich hat man ja Urlaub.
Nach dem Abendessen erleben wir einen besonders bewegenden Moment: Waisenkinder aus einem nahegelegenen Kinderheim tanzen und singen für uns. Das Heim wurde gegründet, weil viele Kinder in dieser Region ihre Eltern verloren haben – oft durch Unfälle beim Jagen von Wildtieren, um ihre Familien zu ernähren. Die Kinder haben hier ein neues Zuhause gefunden, und ihre Freude und Energie sind ansteckend. Wir tanzen mit ihnen, lachen und weinen vor Rührung gleichermaßen. Am Ende des Abends spendet jeder von uns großzügig, um die Arbeit des Heims zu unterstützen. Dieser Abend berührt uns tief – die Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur zeigt sich hier auf eine ganz besondere, emotionale Weise.
7. Tag Pirschfahrt im Queen Elizabeth Nationalpark und Bootsfahrt auf dem Kazinga–Kanal
Heute am frühen Morgen starten wir zu einer Pirschfahrt durch den Queen Elizabeth Nationalpark. Der Park zählt zu den artenreichsten Schutzgebieten Afrikas und beeindruckt mit einer außergewöhnlich hohen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Hier leben fast 100 Säugetierarten – darunter Löwen, Elefanten, Nilpferde, Büffel sowie schwarz-weiße Guerezas, Rotschwanzaffen, verschiedene Meerkatzenarten und Anubispaviane. Auch die Vogelwelt ist mit über 600 Arten spektakulär vertreten.
Schon bald entdecken wir Elefanten, die gemächlich durch die Savanne ziehen, mächtige Büffelherden, Wasserböcke und Warzenschweine. Immer wieder halten wir Ausschau nach Löwen – so sehr wir es uns auch wünschen, heute zeigen sie sich leider nicht. Dennoch belohnt uns die beeindruckende Landschaft mit ihren weiten Ebenen, Akazien und dem fernen Schimmer der Ruwenzori-Berge.
Am Nachmittag brechen wir zu einer Bootsfahrt auf dem berühmten Kazinga-Kanal auf, der den Lake George mit dem Lake Edward verbindet. Kaum sind wir unterwegs, reiht sich ein Fotomotiv an das nächste – so schnell können wir gar nicht fotografieren. Zahlreiche Nilpferde tummeln sich im Wasser, Büffel stehen am Ufer und über uns kreisen Fischadler. Unzählige Vogelarten bevölkern die Uferzonen – ein wahres Paradies für Natur- und Tierliebhaber.
Diesen erlebnisreichen Tag lassen wir am Abend entspannt bei einer gemütlichen Cocktailrunde ausklingen und tauschen unsere schönsten Beobachtungen aus.
8. Tag Kletternde Löwen von Ishasha und traditionelles Leben im Bwindi Impenetrable Forest
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den südlichen Teil des Queen Elizabeth Nationalpark, das berühmte Gebiet von Ishasha. Ishasha ist vor allem für seine kletternden Löwen bekannt – eine einzigartige Besonderheit, die man sonst kaum irgendwo auf der Welt sieht. Diese majestätischen Tiere ruhen oft auf den Ästen von Feigenbäumen und beobachten von dort aus ihr Revier. Leider haben wir an diesem Vormittag kein Glück und entdecken sie nicht.
Wir setzen unsere Reise fort und begeben uns auf eine längere Fahrt Richtung Süden. Unser Ziel ist der Bwindi Impenetrable Forest, ein dichter, tropischer Regenwald, der für seine Berggorillas weltberühmt ist. Der Bwindi Forest beherbergt fast die Hälfte der weltweiten Population dieser beeindruckenden Primaten. Die Gorillas leben in Familiengruppen, sind sehr sozial und zeigen ein erstaunlich komplexes Verhalten. Auch andere Tiere wie Schimpansen, zahlreiche Affenarten und eine riesige Vielfalt an Vögeln und Pflanzen machen den Wald zu einem wahren Naturparadies.
In dieser Nacht sind wir besonders aufgeregt wegen des morgigen Gorilla-Trekkings. Dazu kommt noch das Wetter: Es gibt ein kräftiges Gewitter und schwere Regenfälle – „wie aus Eimern“, wie man so schön sagt. Der Regen prasselt auf das Dach unserer Bungalows, was die Spannung auf den bevorstehenden Tag noch steigert.
9. Tag Berggorilla – Trekking im Bwindi Impenetrable Forest
Am heutigen Tag steht nun der absolute Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: die Begegnung mit den sanftmütigen Berggorillas von Uganda im Bwindi Impenetrable Forest.
Ganz früh stehen wir auf, um rechtzeitig am Startpunkt zu sein und möglichst einer leichteren Gruppe zugeteilt zu werden. Wie schon bei den Schimpansen, werden wir von einer fröhlichen Tanzgruppe begrüßt – ihre Musik und ihre gute Laune stecken an, doch unsere Aufregung ist kaum zu übertreffen. Die Vorfreude auf die Gorillas ist riesig.
Wir werden der zweitleichtesten Gruppe zugeteilt – das bedeutet etwa drei Stunden Aufstieg durch dichten, teils steilen und rutschigen Regenwald und später rund zwei Stunden Abstieg. Jeder von uns bekommt einen Träger zur Seite gestellt. Er nimmt uns nicht nur den Rucksack ab, sondern reicht uns vor allem immer wieder eine helfende Hand, wenn der Boden matschig oder der Hang besonders steil ist. Ohne diese Unterstützung wäre es deutlich schwieriger.
Allein der Regenwald überwältigt uns: riesige Farne, moosbewachsene Bäume, Lianen und eine beeindruckende Geräuschkulisse. So viel haben wir darüber gehört – und nun stehen wir mittendrin. Ein ehrfürchtiges Gefühl überkommt uns.
Nach drei Stunden ist es endlich so weit. Der Ranger bittet uns, uns zu sammeln. Wir lassen Gepäck, Stöcke und Träger zurück und gehen das letzte Stück nur mit ihm weiter. Und dann sehen wir sie.
Friedlich sitzen sie in den Baumkronen direkt über uns. Ganz ruhig sind sie beim Fressen und lassen sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Für einen kurzen Moment ziehen wir uns etwas zurück – als wir wieder näherkommen, sind sie unten am Boden. Plötzlich sind sie ganz nah bei uns, laufen ruhig an uns vorbei und schauen uns mit sanften, wachen Augen an.
Ein halbstarker Gorilla möchte offenbar Eindruck machen: Er trommelt sich auf die Brust und versucht, sich schwungvoll an einem Ast entlangzuschwingen – purzelt dabei jedoch herunter und rollt sich mehrfach über den Boden. Ein anderer rutscht geschickt einen geraden Baumstamm hinunter, mit einem kleinen Gorilla auf dem Rücken. Zufällig filmt einer von uns genau diesen Moment – es wird das schönste Video unserer gesamten Reise.
Eine ganze Stunde dürfen wir bei den Berggorillas verbringen. Diese Stunde wird wohl keiner von uns jemals vergessen. Nur wenigen Menschen auf der Welt ist ein solches Erlebnis vergönnt – wir fühlen uns unendlich dankbar.
Noch einmal nehmen wir all unsere Kräfte zusammen. Der zweistündige Abstieg fordert uns erneut, doch trotz aller Anstrengung sind wir uns einig: Wir würden es wieder tun.
Zwei Damen aus unserer Gruppe haben am Gorilla-Trekking nicht teilgenommen. Stattdessen unternehmen sie am Vormittag eine Motorbootstour über den idyllischen Lake Mulehe. Entlang der Ufer entdecken sie zahlreiche verschiedene Vogelarten und genießen die ruhige, landschaftlich wunderschöne Umgebung.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang zu einer einfachen, nahegelegenen Dorfkneipe. Schon auf dem Weg dorthin merken wir, dass wir hier eine kleine Sensation sind – fast wie ein „Weltwunder“ in diesem abgelegenen Dorf. Lachend und neugierig begleiten uns viele Kinder, winken uns zu und freuen sich sichtlich über unseren Besuch.
Schnell spricht es sich im Ort herum, dass Touristen in der Dorfkneipe eingekehrt sind. Nach und nach füllt sich der kleine Raum, immer mehr Dorfbewohner kommen vorbei, um einen Blick auf uns zu werfen oder mit uns ins Gespräch zu kommen. Die Stimmung ist fröhlich und herzlich.
Den Kindern spendieren wir Lollis, was natürlich für strahlende Augen sorgt. Die Erwachsenen laden wir auf eine Cola oder Fanta ein, und es entstehen viele nette Begegnungen, Gesten und Lächeln – auch wenn wir nicht immer die gleiche Sprache sprechen.
Nach etwa einer Stunde beschließen wir jedoch, langsam wieder zurück zur Lodge zu gehen, da es immer voller wird. Mit vielen freundlichen Verabschiedungen machen wir uns auf den Rückweg – bereichert von dieser spontanen und ganz besonderen Begegnung.
10. Tag Batwa – Pygmäen Ureinwohner und Lake Mburo Nationalpark
Heute machen wir uns auf den Weg zum Lake Mburo Nationalpark. Doch zunächst besuchen wir eine Gemeinschaft der Batwa-Pygmäen.
Als der Bwindi Impenetrable Forest zum Nationalpark erklärt wurde, mussten die Batwa ihre angestammte Heimat verlassen. Über Generationen hinweg hatten sie im Regenwald gelebt – als Jäger und Sammler, im engen Einklang mit der Natur. Der Wald war ihre Lebensgrundlage, ihre Kultur und ihre Identität.
Zu Beginn unseres Besuchs stellen wir jedoch fest, dass viele Batwa heute unter sehr schwierigen Bedingungen leben. Wir sind erschüttert über die einfachen und prekären Verhältnisse auf dem kargen Hügel, auf dem sie nun angesiedelt sind. In der Gesellschaft erfahren sie oft wenig Anerkennung, und Arbeit zu finden ist für viele von ihnen äußerst schwer. Ihr Alltag ist von großen Herausforderungen geprägt.
Später zeigen sie uns traditionelle Techniken, zum Beispiel wie man ohne Streichhölzer Feuer macht. Sie singen und tanzen für uns – voller Energie und Lebensfreude. Als wir ihre lachenden Gesichter sehen, wird uns wieder etwas leichter ums Herz. Trotz aller Schwierigkeiten bewahren sie sich ein Stück ihrer Kultur und Würde. Auch diese Begegnung gehört zu Uganda – und es ist wichtig, auf einer Rundreise nicht nur die landschaftlichen Schönheiten, sondern auch solche gesellschaftlichen Realitäten kennenzulernen.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich unsere Lodge am Rande des Lake Mburo Nationalpark. Es handelt sich um eine weitläufige Farm mit Ankole-Rindern, Ziegen und Hühnern. Besonders die eindrucksvollen Ankole-Rinder mit ihren großen, geschwungenen Hörnern faszinieren uns.
Am Abend sitzen wir – wie so oft auf dieser Reise – am knisternden Lagerfeuer. Draußen in der Natur, unter dem afrikanischen Sternenhimmel, genießen wir diese ruhigen Momente ganz besonders.
11. Tag Lake Mburo Nationalpark
Am Morgen besteht die Möglichkeit, an einer Farmbesichtigung teilzunehmen. Dabei sehen wir die beeindruckenden Ankole-Rinder mit ihren riesigen, geschwungenen Hörnern, dürfen sogar selbst beim Melken mithelfen und statten auch den Hühnern und Ziegen einen Besuch ab. Für viele klingt das sehr verlockend – doch die meisten von uns entscheiden sich an diesem Tag fürs Ausschlafen. Die vergangenen Tage waren intensiv und anstrengend, sodass etwas Ruhe nun guttut.
Der Vormittag steht allen zur freien Verfügung. Wir genießen die entspannte Atmosphäre der Lodge am Rande des Lake Mburo Nationalpark und lassen einfach die Seele baumeln.
Am Nachmittag brechen wir zu einem Naturwalk im Park auf – etwas ganz Besonderes, denn wir sind zu Fuß unterwegs. Im Lake Mburo Nationalpark ist das möglich, da es hier keine Löwen oder andere große Raubtiere gibt. Begleitet von einem Ranger erkunden wir die Savanne Schritt für Schritt.
Es ist ein völlig anderes Gefühl als im Jeep. Ohne Motorengeräusch wirkt alles noch ruhiger, intensiver und friedlicher. Wir hören das Rascheln im Gras, das Zwitschern der Vögel und unsere eigenen Schritte.
Ein unvergesslicher Moment erwartet uns, als wir uns einer Gruppe von etwa 20 Giraffen nähern dürfen. Schließlich stehen wir mittendrin – umgeben von diesen eleganten, hochgewachsenen Tieren. Ein besonderer Augenblick, den wir alle tief in uns aufnehmen.
Kurz darauf entdecken wir zahlreiche Zebras – die ersten auf unserer Reise. Auch sie zeigen sich ganz entspannt, sodass wir viele wunderschöne Erinnerungsfotos machen können.
Zum Abschluss fahren wir noch eine Weile durch den Park und entdecken zu unserer großen Freude mehrere Elands, die größte Antilopenart Afrikas. Ein würdiger Abschluss unserer Tierbeobachtungen.
Am Abend sitzen wir ein letztes Mal am Lagerfeuer, mit einem Cocktail in der Hand. Es ist unser letzter Abend – und wir genießen jede Minute unter dem afrikanischen Sternenhimmel.
12. Tag Transfer zum Flughafen Entebbe mit Stopp am Äquator & Rückflug nach Deutschland
Heute heißt es Abschied nehmen von Uganda. Wir fahren zurück nach Entebbe, dem Ausgangspunkt unserer Reise.
Unterwegs überqueren wir noch einmal den Äquator – diesmal von der Südhalbkugel zurück auf die Nordhalbkugel. Natürlich halten wir kurz an. Rund um die Äquatorlinie gibt es einige schöne Souvenirshops, und wir stöbern nach kleinen Mitbringseln, die uns später zu Hause an diese besondere Reise erinnern werden.
Nach einigen Stunden erreichen wir den gewaltigen Victoriasee. Der Victoriasee ist der größte See Afrikas und nach dem Oberen See in Nordamerika der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Er liegt auf dem Gebiet von Uganda, Kenia und Tansania und ist eine wichtige Lebens- und Wirtschaftsgrundlage für Millionen Menschen. Zudem gilt er als eine der Quellen des Nils.
Wir entscheiden uns für eine Fährüberfahrt – noch einmal „Afrika pur“. Es ist voll, geschäftig und lebendig. Menschen, Waren, Gespräche, Lachen – überall herrscht quirliges Treiben, sowohl auf der Fähre als auch beim Ausstieg.
Anschließend unternehmen wir einen kleinen Spaziergang durch den Botanischer Garten Entebbe, der eher an einen weitläufigen Park erinnert. Hohe Bäume, gepflegte Wege und immer wieder der Blick auf den See sorgen für einen ruhigen, angenehmen Abschluss unserer Rundreise.
Mittags erreichen wir unser Hotel. Wir entspannen noch einmal am Pool, genießen eine letzte Dusche und ein gemeinsames Abendessen – direkt am Ufer des Victoriasees. Die Stimmung ist ruhig, ein wenig wehmütig, aber auch erfüllt von Dankbarkeit.
Dann ist es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Wir verabschieden uns herzlich von Akim, einem ausgesprochen liebenswerten und guten Menschen, der diese Reise für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.
Unser Flugzeug startet pünktlich – und tatsächlich haben wir alle einen komfortablen Gangplatz ergattert. Mit vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck treten wir die Heimreise an.
13. Tag Ankunft in Deutschland
Am Morgen landen wir pünktlich in Brüssel. Auch unsere Weiterflüge nach Berlin und Hamburg verlaufen planmäßig, sodass alle entspannt ihre Heimreise fortsetzen können.
Am Flughafen nehmen wir schließlich herzlich Abschied voneinander. Jeder wird noch einmal gedrückt – nach all den gemeinsamen Tagen ist aus unserer Reisegruppe eine kleine Gemeinschaft geworden. So viele Erlebnisse, Abenteuer und bewegende Momente haben wir miteinander geteilt: beeindruckende Tierbeobachtungen, atemberaubende Landschaften, intensive Begegnungen und unzählige Augenblicke voller Staunen und Freude.
Eine unvergessliche Reise liegt nun hinter uns!
Ihr seid eine tolle Reisegruppe gewesen! Wir haben so viel miteinander erlebt und gesehen. Immer seid Ihr gut gelaunt gewesen, egal wie früh wir aufgestanden sind, egal wie lang oder anstrengend ein Tag war! Unsere Höhepunkte sind zweifellos das Schimpansen- und das Gorilla-Trekking, aber auch die vielen anderen Tiere und Erlebnisse werden für mich unvergesslich bleiben und ich hoffe sehr, für Euch auch.
Vielleicht sehen wir uns ja eines Tages wieder , an einem anderen besonderen Ort in unserer schönen Welt, darüber würde ich mich sehr freuen!
Alles Liebe
Eure Petra
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