Zwischen Geschichte und Mittelmeerträumen – Unsere Rundreise durch Nord– und Südzypern
Reisebericht: 28.04. – 05.05.2026
Zwischen jahrtausendealter Geschichte, lebendigen Traditionen und dem tiefblauen Mittelmeer erleben wir auf unserer Rundreise die vielen Facetten Zyperns. Gemeinsam entdecken wir beeindruckende Kultur
Ein Reisebericht von
Geena Dutschmann
Aufbruch Richtung Süden – Willkommen auf Zypern
Sehr früh am Morgen – oder ehrlicherweise: noch mitten in der Nacht – mache ich mich auf den Weg zum Flughafen Dresden. Nach und nach treffen die ersten Gäste ein, und aus einzelnen, noch etwas verschlafenen Reisenden wächst langsam eine gut gelaunte Gruppe zusammen.
Pünktlich zum Sonnenaufgang um 6 Uhr heben wir ab. Der Himmel färbt sich in zarte Orange- und Rosatöne – ein perfekter Start in unseren Reisetag. Unser erstes Ziel: Frankfurt. Dort erwartet uns ein etwas längerer Zwischenstopp, den wir entspannt mit einem kleinen Frühstück und ersten Gesprächen überbrücken.
Am Gate stoßen wir dann auf eine weitere Mitreisende aus Baden-Württemberg – die Runde wird größer, die Vorfreude spürbar. Und dann ist es endlich so weit: Boarding! Wir nehmen Platz im Flugzeug, schnallen uns an und richten den Blick Richtung Süden – Zypern ruft.
Der Flug vergeht angenehm ruhig, und schon bald taucht unter uns das leuchtende Blau des Mittelmeers auf. Bei strahlendem Sonnenschein landen wir in Larnaka. Die Passkontrolle verläuft überraschend zügig, und auch unser Gepäck lässt nicht lange auf sich warten – ein echter Glücksfall.
In der Ankunftshalle werden wir bereits herzlich von unserem Reiseleiter Antonio empfangen. Mit ihm geht es direkt weiter zu unserem Hotel, dem Lordos Beach Hotel, das für die kommenden Tage unser Zuhause sein wird. Nach einem unkomplizierten Check-in und einer kurzen Begrüßungsrunde beziehen wir unsere Zimmer und können erstmals richtig durchatmen.
Inzwischen sind auch die letzten Gäste aus Hamburg und Berlin eingetroffen – unsere Gruppe ist nun vollständig. Zehn Reisende, die gemeinsam eine spannende Woche erleben werden. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jedoch nicht, denn schon bald treffen wir uns wieder – diesmal zum Abendessen.
Beim reichhaltigen Buffet starten wir genussvoll in unsere Zypern-Reise. Der Abend steht ganz im Zeichen der Insel: Ein Zypern-Abend mit typischer Landesküche bringt uns die ersten kulinarischen Eindrücke näher.
Nach diesem langen, ereignisreichen Tag macht sich bei vielen die Müdigkeit bemerkbar. So klingt der Abend entspannt aus, und wir ziehen uns früh zurück – bereit, am nächsten Tag voller Energie in unser Abenteuer auf Zypern zu starten.
Auf Entdeckungstour durch Nordzypern
Wir haben alle gut im Hotel geschlafen und uns beim Frühstück erstmal in Ruhe für den Tag gestärkt. Besser hätte unser erster richtiger Reisetag kaum starten können: Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns gemeinsam auf den Weg nach Nikosia.
Am Freiheitsdenkmal setzt uns unser Busfahrer ab und von dort aus beginnen wir unseren Stadtrundgang durch die geteilte Hauptstadt Zyperns. Unser erster Stopp ist der Erzbischöfliche Palast mit der direkt danebenliegenden Johanneskathedrale. Von außen wirkt die kleine Kirche eher schlicht, doch im Inneren erwartet uns ein ganz anderer Eindruck: prachtvolle Fresken aus dem 18. Jahrhundert schmücken die Wände und Decken. Fotografieren ist hier verboten, damit die wertvollen Kunstwerke erhalten bleiben – was den Besuch irgendwie noch besonderer macht.
Während wir weiter durch die Altstadt laufen, nähern wir uns langsam der sogenannten Grünen Linie, der Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns. Antonios erzählt uns mehr über die bewegte Geschichte der Insel und die Teilung seit 1974. Besonders eindrücklich ist der Moment, als wir sehen, dass die Grenze teilweise mitten durch Häuser verläuft. Manche Gebäude stehen seit Jahrzehnten leer, und man kann sich kaum vorstellen, dass Menschen damals innerhalb kürzester Zeit alles zurücklassen mussten.
Mitten in der Stadt erreichen wir schließlich den Grenzübergang. Nach einer kurzen Passkontrolle wechseln wir vom griechischen in den türkischen Teil Nikosias – ein irgendwie besonderes Gefühl, zu Fuß von einem Teil der Stadt in den anderen zu gehen.
Dort wartet direkt das nächste Highlight auf uns: die Selimiye-Moschee. Bevor wir eintreten, heißt es erstmal Schuhe ausziehen. Im Inneren wirkt die ehemalige gotische Kathedrale beeindruckend ruhig und gleichzeitig unglaublich groß. Die Mischung aus christlicher Architektur und islamischer Nutzung macht den Ort wirklich einzigartig.
Danach geht es weiter zum Büyük Han. In dem historischen Innenhof legen wir eine kleine Pause ein und probieren süßen Börek mit einer Quark- beziehungsweise Käsefüllung. Frisch, warm und genau die richtige kleine Stärkung zwischendurch.
Anschließend fahren wir weiter zur Bellapais-Abtei. Die gotische Klosterruine liegt wunderschön oberhalb der Küste und ist erstaunlich gut erhalten. Während wir durch die alten Gemäuer laufen, erklärt uns Antonios einiges über die Bedeutung von Ikonen in der orthodoxen Kirche. Spannend zu hören, wie viel Symbolik und Tradition hinter den heiligen Bildern steckt, die nicht einfach „gemalt“, sondern „geschrieben“ werden.
Im ehemaligen Speisesaal wird gerade für eine Aufführung geprobt, und für einen kurzen Moment bleiben wir einfach stehen und lauschen den Operngesängen, die durch die alten Mauern hallen. Danach bleibt noch etwas Zeit für eine Mittagspause im kleinen Ort rund um die Abtei.
Weiter geht es nach Kyrenia. Auf dem Weg Richtung Hafen kommen wir an einem kleinen Straßenstand vorbei, an dem Erdbeeren, Marillen und Blaubeeren verkauft werden. Natürlich können wir nicht widerstehen und müssen sofort probieren – und selten haben Früchte so frisch und süß geschmeckt.
Irgendwann schaffen wir es dann doch, uns vom Obststand loszureißen, und erreichen den malerischen Hafen von Kyrenia. Zwischen kleinen Booten, Cafés und den alten Gebäuden herrscht eine richtig entspannte Atmosphäre. Natürlich besichtigen wir auch das Girne-Schloss mit dem dazugehörigen Schiffsmuseum. Besonders beeindruckend ist das Wrack eines Handelsschiffes aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, das vor der Küste von Girne entdeckt wurde und heute als eines der ältesten bekannten Schiffswracks der Welt gilt.
Nach diesem abwechslungsreichen und spannenden Tag fahren wir schließlich zurück ins Hotel. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir die vielen Eindrücke nochmal Revue passieren und den Abend ganz entspannt ausklingen.
Sonne, Meer und sagenhafte Küsten
Nach dem intensiven und lehrreichen Programm vom Vortag darf es heute etwas entspannter zugehen – und was passt da besser als ein Bootsausflug entlang der traumhaften Küste? Gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Ayia Napa, wo bereits unser Schiff, die „Discovery“, auf uns wartet. Kaum an Bord, zieht es uns nach oben aufs Oberdeck – beste Aussicht garantiert.
Mit einem leichten Fahrtwind im Gesicht und dem endlosen Blau vor Augen legen wir ab. Unser erster Abschnitt führt uns zu den beeindruckenden Sea Caves und zur Aphrodite-Höhle. Die Felsformationen wirken fast wie von Künstlerhand geformt: Bögen, Höhlen und zerklüftete Strukturen, die über Jahrhunderte von Wind und Wellen geschaffen wurden. Und dann ist da noch die Legende – irgendwo hier soll Aphrodite dem Meer entstiegen sein. Ein Ort, der Natur und Mythos auf besondere Weise verbindet.
Weiter geht es in Richtung Kap Greco, dem östlichsten Punkt der Republik Zypern. Schnell wird klar: Hier ist die Natur noch ganz ursprünglich. Als geschützter Nationalpark bleibt das Gebiet bewusst unberührt – keine Hotels, keine Boote zum Fischen, nur das leuchtende Türkis des Wassers und die raue Schönheit der Küste.
Dann heißt es: Badepause! Zwei aus unserer Gruppe zögern nicht lange und springen direkt ins Meer. Die anderen genießen zunächst noch den Blick vom Boot – fast zu schön, um ihn zu verlassen. Doch nach einer Weile geht es weiter, immer entlang der Küste.
Am Horizont taucht schließlich Famagusta auf – genauer gesagt der Ortsteil Varosha, die berühmte Geisterstadt. Unser Guide erzählt von der bewegten Geschichte des Ortes, der seit 1974 verlassen ist. Selbst aus der Entfernung wirkt der Anblick still, fast unwirklich – ein Moment, der nachdenklich macht.
Wenig später erreichen wir eine idyllische Bucht, in der wir länger verweilen. Hier wird auch das Mittagessen serviert: frischer Salat, Hähnchenkeulen und Zaziki – einfach, aber genau das Richtige. Und diesmal fasse auch ich mir ein Herz: Gemeinsam mit zwei anderen Gästen wage ich den Sprung ins Wasser. Kurz kostet es Überwindung, doch bei ca. 19–20 Grad ist die Erfrischung schnell angenehm.
Zurück an Bord genießen wir die Sonne, lassen uns trocknen und steuern unser nächstes Highlight an – die Blue Lagoon. Der Name hält, was er verspricht: Das Wasser schimmert in einem fast unwirklichen Blau, so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Natürlich nutzt ein Teil der Gruppe auch diese letzte Gelegenheit für ein Bad.
Irgendwann heißt es dann leider Abschied nehmen vom Meer. Entlang der Küste fahren wir zurück in den Hafen, wo unser Busfahrer bereits wartet. Zurück im Hotel bleibt noch etwas Zeit, den Tag entspannt am Strand oder Pool ausklingen zu lassen.
Am Abend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Essen. Bei guten Gesprächen und vielen Eindrücken lassen wir diesen rundum gelungenen Tag entspannt ausklingen.
Zwischen Legenden, Ruinen und Geisterstadt
Gut gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir erneut in Richtung Nordzypern auf – ein Tag voller Geschichte, Kultur und spannender Eindrücke liegt vor uns.
Unser erster Stopp ist das St.-Barnabas-Kloster. Direkt daneben besuchen wir die Grabkapelle des Heiligen Barnabas. Der Zeitpunkt könnte kaum passender sein: Es ist der 1. Mai – sein Gedenktag in der katholischen Tradition. Ein besonderer Moment, der dem Ort eine zusätzliche Bedeutung verleiht.
Weiter geht es zur antiken Stadt Salamis. Schon beim Betreten der weitläufigen Ausgrabungsstätte wird klar, welche Bedeutung diese Stadt einst hatte. Zwischen Säulen, Ruinen und alten Wegen entsteht nach und nach ein lebendiges Bild der Vergangenheit. Besonders beeindruckend ist das gut erhaltene Amphitheater – fast kann man sich vorstellen, wie hier vor Jahrhunderten Aufführungen stattfanden. Auch die römischen Bäder und die langen Säulenreihen verleihen dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre. Unser nächstes Ziel ist der Othello-Turm. Der Name erinnert sofort an die berühmte Tragödie von William Shakespeare. Ob die Geschichte tatsächlich hier spielt, bleibt zwar offen – doch allein die Verbindung macht den Ort spannend und verleiht ihm einen Hauch von Literaturgeschichte.
Beim anschließenden Spaziergang durch die Altstadt von Famagusta spürt man schnell, wie besonders dieser Ort ist. Alte Mauern, gotische Kirchenruinen und enge Gassen erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten. Vieles wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben – faszinierend und gleichzeitig nachdenklich stimmend.
Zur Mittagszeit kehren wir in eine türkische Taverne ein und gönnen uns eine wohlverdiente Pause. Bei Kebab, frischem Fladenbrot und Hummus sammeln wir neue Energie – genau das Richtige nach all den Eindrücken des Vormittags.
Am späten Nachmittag heißt es dann Abschied nehmen vom Norden der Insel. Auf dem Rückweg fahren wir erneut an der verlassenen Geisterstadt Varosha vorbei. Anhalten ist hier nicht erlaubt, doch selbst aus dem Bus heraus wirkt der Ort eindrucksvoll und fast surreal.
Zurück im Hotel lassen wir den restlichen Tag entspannt ausklingen – sei es am Pool oder mit einem Spaziergang am Strand. Am Abend sitzen wir noch einmal zusammen, tauschen unsere Eindrücke aus und lassen den Tag ruhig ausklingen – mit wachsender Vorfreude auf alles, was noch vor uns liegt.
Von Halloumi bis Hafenflair
Heute heißt es erstmal Abschied nehmen von unserem ersten Hotel, denn für den restlichen Teil der Reise wechseln wir die Unterkunft. Nachdem alle Koffer verstaut sind, machen wir uns auf den Weg in das kleine, charmante Dorf Athienou, das vor allem für seine traditionellen Käsereien bekannt ist.
Bei einem Spaziergang durch die ruhigen Gassen zeigt uns Antonios immer wieder kleine versteckte Ecken und erzählt mit spürbarer Begeisterung von seinem Heimatort. Unter anderem besuchen wir eine Kirche, die wir genau in dem Moment erreichen, als der Gottesdienst endet. Nach der Messe bekommt dort jeder Besucher traditionell ein kleines Tütchen mit einer Mischung aus Nüssen, Sesamkernen und Trockenfrüchten – eine Art zypriotisches Studentenfutter. Natürlich dürfen auch wir probieren.
Direkt neben der Kirche befindet sich ein neues kleines Museum, in dem verschiedene kirchliche und traditionelle Gegenstände ausgestellt sind. Besonders interessant sind der prachtvolle Mantel, den nur der Erzbischof tragen darf, sowie das dazugehörige Zepter.
Anschließend setzen wir unseren Rundgang fort und machen Halt an einem kleinen Mühlenmuseum, das von Antonios’ Schwester geleitet wird. Schon beim Ankommen werden wir herzlich empfangen – mit frischen Sesambrötchen, gefüllt mit Oliven- oder Spinatcreme. Während wir die alten Geräte und Mühlsteine bestaunen, erzählen die beiden viel darüber, wie früher Getreide gemahlen wurde und wie aufwendig die Arbeit damals war.
Da heute ganz im Zeichen des Genusses steht und Athienou besonders für seine Käsereien bekannt ist, darf natürlich auch Halloumi nicht fehlen. In einer kleinen privaten Käserei bekommen wir einen spannenden Einblick in die Herstellung des berühmten zypriotischen Käses. Schritt für Schritt wird uns erklärt, worauf es bei der Produktion ankommt. Besonders schön: Natürlich dürfen wir auch ausgiebig probieren – von noch ganz weichem, frischem Käse bis hin zum klassischen gegrillten „Quietschkäse“. Jede Variante schmeckt ein bisschen anders, aber definitiv typisch zypriotisch. Und natürlich können die meisten von uns nicht widerstehen und nehmen direkt etwas für den nächsten Grillabend zuhause mit.
Gut gestärkt fahren wir anschließend weiter in das Bergdorf Lefkara. Die kleinen verwinkelten Gassen, die traditionellen Steinhäuser und die vielen kleinen Geschäfte verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Überall entdeckt man die berühmten filigranen Stickereien und Silberschmiedearbeiten, für die Lefkara weit über die Grenzen Zyperns hinaus bekannt ist.
Doch lange bleibt es heute leider nicht trocken. Als der Regen stärker wird, machen wir uns lieber auf den Weg ins kleine Fischerdorf Zygi, wo wir unsere Mittagspause verbringen. Direkt am Wasser erwartet uns in einer kleinen Taverne ein riesiges Fischbuffet mit frischen Tintenfischen, Muscheln, Schwertfisch und vielen weiteren typisch zypriotischen Spezialitäten. Nach so viel gutem Essen fällt das Aufstehen fast schwer.
Am Nachmittag geht es weiter nach Limassol. An der modernen Marina legen wir noch einen kurzen Stopp ein und schlendern entlang der Promenade. Die Marina gehört zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt – mit modernen Yachten, Restaurants, Cafés und einem schönen Blick aufs Meer verbindet sie den modernen Teil Limassols mit dem mediterranen Flair der Stadt.
Danach erreichen wir schließlich unser neues Hotel, das Mediterranean Beach Hotel, direkt am Wasser gelegen. Schon beim Ankommen begeistert der Blick auf das Meer. Den Abend lassen wir anschließend ganz entspannt beim gemeinsamen Hotelbuffet ausklingen.
Genuss und Tradition im Troodos–Gebirge
Heute lernen wir die landwirtschaftlichen Betriebe der Insel kennen und machen uns erneut auf den Weg hinauf ins Troodos-Gebirge – diesmal in das idyllische Dorf Agros.
Unser erster Stopp führt uns zur Rosenfabrik der Familie Tsolakis. Seit über 70 Jahren dreht sich hier alles um die Rose. Beeindruckend ist vor allem der Aufwand hinter der Produktion: Für nur einen Liter Rosenöl werden ganze drei bis fünf Tonnen Rosenblüten benötigt.
Die Familie verarbeitet die duftenden Blüten zu den unterschiedlichsten Produkten – von Gesichtspflege und Kerzen über Likör und Rosensirup bis hin zu Schokolade.
Schnell wird klar: Hier findet jeder eine Kleinigkeit, ob als Mitbringsel oder einfach für sich selbst.
Weiter geht es zu Nikki, die traditionelle zypriotische Süßigkeiten herstellt. Ihren Ursprung hatte die Produktion einst darin, dass sich Hausfrauen gemeinsam trafen, um Früchte von Hand zu schälen und weiterzuverarbeiten, um diese Ihren Gästen anzubieten. Bis heute wird diese Tradition bewahrt: Noch immer kommen Frauen aus dem Dorf zusammen, um Marmeladen und Süßigkeiten nach alten Rezepten herzustellen.
Eine der bekanntesten Spezialitäten ist Soutzioukos – eine traditionelle Süßigkeit aus eingekochtem Traubensaft, durch den mit Mandeln oder Nüssen gefüllte Schnüre gezogen werden. Natürlich dürfen wir die süßen Köstlichkeiten auch probieren – und so wandert bei vielen von uns erneut etwas in die Einkaufstaschen.
Nach dem erfolgreichen Einkauf führt uns der Weg weiter zur Dorffleischerei. Hier werden verschiedene Fleisch- und Wurstwaren noch traditionell geräuchert. Auch diesmal bleibt es nicht nur beim Zuschauen, denn probiert werden muss selbstverständlich ebenfalls.
Im Volkskundemuseum des Dorfes Kyperounta tauchen wir anschließend in das frühere Dorfleben ein. Die ausgestellten Räume zeigen eindrucksvoll, wie die Menschen hier einst gelebt haben. Besonders spannend ist ein alter Kleiderschrank, von dem uns Antonios erzählt: Früher gab es keine offiziellen Dokumente, weshalb wichtige Informationen wie Geburtsjahre direkt in das Holz der Schränke eingeritzt wurden. Auch alte Werkzeuge und eine historische Spindel geben einen Einblick in vergangene Zeiten.
Da das Wetter heute eher regnerisch ist, wärmen wir uns zwischendurch in einem kleinen Café am Kamin auf. Die gemütliche Atmosphäre lädt dazu ein, kurz innezuhalten und den Blick auf das verregnete Dorf zu genießen.
Direkt neben unserem Café befindet sich die Agia-Marina-Kirche, in die wir natürlich ebenfalls einen Blick werfen. Dort treffen wir sogar den Bürgermeister des Dorfes, der uns begeistert von den berühmten Apfelplantagen der Region erzählt. Kyperounta ist auf ganz Zypern für seine Äpfel bekannt, da das kühle Klima im Troodos-Gebirge ideale Bedingungen für den Apfelanbau bietet.
Nach dem kulinarischen Vormittag darf ein traditionelles Meze-Essen natürlich nicht fehlen, und so kehren wir in eine gemütliche Taverne ein. Ein Meze gleicht einem kleinen Buffet: Nach und nach werden zahlreiche verschiedene Gerichte auf den Tisch gestellt, von denen jeder probieren kann. Von frischem Salat und Brot mit Hummus über ein Gericht aus Rührei und Traubenkropf-Leimkraut bis hin zu einer herzhaften Pilzsoße mit Schweinefleisch ist alles dabei.
Typischerweise fällt ein Meze eher fleischlastig aus, doch unsere Taverne setzt bewusst auf viele abwechslungsreiche Beilagen. Satt und zufrieden machen wir uns schließlich auf den Rückweg zum Hotel.
Und tatsächlich zeigt sich am Nachmittag sogar noch die Sonne, sodass einige von uns den Tag bei einem entspannten Spaziergang am Strand ausklingen lassen können.
Am Abend treffen wir uns erneut gemeinsam im Restaurant. Bei gutem Essen und vielen Gesprächen lassen wir diesen abwechslungsreichen Tag gemütlich ausklingen.
Zwischen Weinbergen und kleinen Gassen
Auch unser letzter kompletter Tag auf Zypern zeigt sich wettertechnisch noch einmal abwechslungsreich. Immer wieder ziehen kleine Regenschauer über die Insel, doch ausgestattet mit Regenschirmen lassen wir uns die Stimmung nicht verderben und starten gemeinsam in den Tag.
Unser erster Halt führt uns zum Erzengel-Michael-Kloster. Während wir die Anlage besichtigen, erzählt uns Antonios, dass hier bis heute Mönche leben und sich um das Kloster kümmern. Die ruhige Atmosphäre und die besondere Lage mitten in den Bergen verleihen dem Ort etwas sehr Friedliches.
Anschließend geht es weiter in das Künstlerdorf Lania. Schon nach wenigen Schritten wird klar, warum dieser Ort so besonders ist. In den kleinen Gassen entdeckt man überall liebevolle Details – kleine Kunstwerke an den Hauswänden, Bilder, dekorierte Türen oder üppige Pflanzen, die den Ort schmücken. Selbst der Regen scheint den Charme des Dorfes nicht zu mindern – im Gegenteil, die nassen Pflastersteine verleihen den engen Gassen eine ganz besondere Stimmung.
Während eines kurzen Regenschauers machen wir Halt und probieren eine Spezialität, die Antonios für uns mitgebracht hat: Sigma Tahinopita. Das traditionelle Gebäck wird mit Tahini, einer Sesampaste, gefüllt und leicht süß serviert – perfekt für eine kleine Stärkung zwischendurch.
Da wir den ganzen Vormittag immer wieder an den Weinbergen des Troodos-Gebirges vorbeigefahren sind, steigt die Vorfreude auf unsere geplante Weinverkostung. Diese führt uns zum Weingut Ktima Gerolemo im Dorf Omodos. Dort probieren wir verschiedene Weine – von einem Aperitif über süßeren Rotwein bis hin zu frischem Weißwein.
Der Weinbau hat auf Zypern eine lange Tradition und gehört zu den ältesten der Welt. Besonders im Troodos-Gebirge entstehen durch die Höhenlage, die vielen Sonnenstunden und die kühlen Nächte ganz besondere Weine mit intensivem Geschmack. Schnell merkt man: Der Wein gehört hier einfach zur Kultur der Insel dazu.
Natürlich dürfen auch die passenden Kleinigkeiten nicht fehlen: Frisches Brot, Halloumi und das hauseigene Olivenöl begleiten die Weinprobe perfekt. Schnell steht fest, dass nicht nur Erinnerungen, sondern auch einige Flaschen Wein und Olivenöl mit nach Hause genommen werden.
Im Dorf Omodos selbst besichtigen wir außerdem eine alte Weinpresse und bekommen so einen Eindruck davon, wie die Weinherstellung hier früher ablief. Die kleinen, verwinkelten Gassen verleihen dem Ort eine besonders gemütliche Atmosphäre. Hier bleibt auch genügend Zeit, um entspannt durch die Straßen zu schlendern und die Mittagspause zu genießen.
Als wir am Nachmittag zurück im Hotel ankommen, zeigt sich Limassol schließlich noch einmal von seiner schönsten Seite. Die Sonne kommt hervor und taucht die Promenade und das Meer in warmes Licht – der perfekte Moment, um den letzten Tag auf der Insel noch einmal in vollen Zügen zu genießen.
Gegen Abend treffen wir uns erneut in der Lobby und spazieren gemeinsam entlang der Strandpromenade zu einer traditionellen Taverne. Dort trifft sich auch Antonios regelmäßig mit seinen Freunden. Bei einem leckeren Abschiedsessen mit Blick auf das Meer und die Promenade lassen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und sprechen über unsere persönlichen Highlights der Reise.
Wie so oft vergeht die Zeit viel zu schnell. Nach dem Essen laufen wir entspannt zurück ins Hotel und lassen den letzten gemeinsamen Abend gemütlich an der Bar ausklingen.
Mit vielen Erinnerungen zurück nach Hause
Leider heißt es heute schon Abschied nehmen. Nach zwei eher regnerischen Tagen zeigt sich zum Abschluss sogar nochmal die Sonne – fast so, als wollte sich Zypern noch einmal von seiner schönsten Seite verabschieden.
Da unser Rückflug erst am Nachmittag geht, bleibt noch etwas Zeit, den Morgen entspannt im Hotel zu verbringen oder ein letztes Mal am Meer spazieren zu gehen.
Kurz vor 14 Uhr werden die Gäste aus Dresden und Frankfurt gemeinsam mit mir von Antonios abgeholt und zum Flughafen gebracht.
Die Gäste aus Berlin und Hamburg folgen später mit einem separaten Transfer.
Am Flughafen läuft alles überraschend schnell: Kofferabgabe, Passkontrolle und Sicherheitscheck sind rasch erledigt, sodass wir noch etwas Zeit haben, durch die Geschäfte zu schlendern und die letzten Eindrücke der Reise aufzusaugen.
Mit einer kleinen Verspätung startet schließlich unser Flug, und langsam wird uns bewusst, dass unsere Zeit auf Zypern nun wirklich vorbei ist. Nach etwa vier Stunden landen wir am frühen Abend in Frankfurt, wo wir uns bereits von den ersten Gästen verabschieden müssen. Für den Rest der Gruppe geht es weiter zum Anschlussflug nach Dresden, der pünktlich startet.
Doch kurz vor dem Ziel macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Wegen eines starken Gewitters in Dresden können wir dort nicht landen und werden stattdessen nach Hannover umgeleitet. Die Airline organisiert für uns zwar ein Hotel sowie die Weiterreise mit dem Zug am nächsten Tag, doch da einige aus der Gruppe arbeiten müssen, Termine haben oder einfach schnell nach Hause möchten, entscheiden wir uns schließlich spontan für eine andere Lösung. Gemeinsam machen wir uns stattdessen mit dem Flixbus auf den Weg zurück nach Dresden.
Irgendwann am frühen Morgen kommen wir schließlich müde, aber auch erleichtert zuhause an.
Und plötzlich sind acht wunderschöne und erlebnisreiche Tage schon vorbei. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Mit vielen neuen Eindrücken, besonderen Begegnungen und unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck endet unsere gemeinsame Reise durch Zypern. Vor allem dank Antonios durften wir nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten entdecken, sondern auch das echte, ursprüngliche Zypern kennenlernen – mit seiner Herzlichkeit, seinen Traditionen und den Menschen, die die Insel so besonders machen.
Viele Momente dieser Reise werden uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
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