Schlösser und Gärten der Loire
Reisebericht: 18.07. – 26.07.2026
Die Schlösser im Tal der Loire beeindrucken mit ihrer architektonischen Schönheit und entführen uns in eine vergangene Welt des französischen Adels.
Ein Reisebericht von
Alicia Eckert
Anreise nach Reims
Unsere Reise begann heute schon sehr früh. Um 6 Uhr startete der Reisebus am Flughafen in Dresden, wo die ersten Gäste zugestiegen waren. Auf der Weiterfahrt ging es durch Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg zur deutsch-französischen Grenze, die wir in Saarbrücken erreichten. Die saarländische Hauptstadt ist die einzige deutsche Landeshauptstadt, die an der Staatsgrenze liegt.
Am Nachmittag fuhren wir dann durch die historischen französischen Regionen Lothringen und die Champagne und erreichten am frühen Abend Reims. Nach dem Abendessen im Hotel war nur noch Entspannung angesagt.
Stadtrundgang in Reims – Stadtrundfahrt in Paris
Am heutigen Vormittag lernten wir die alte Krönungsstadt der französischen Könige bei einem geführten Stadtrundgang besser kennen. Beeindruckt hat uns die Kathedrale aus dem 13. Jh., das bekannteste Bauwerk der Stadt. Wir haben uns beeilt, um noch vor 9 Uhr in die Kirche reinzukommen, da heute Sonntag und das Besichtigen während der Gottesdienste nicht erlaubt war. Danach konnten wir aber ganz in Ruhe dieses Meisterwerk der französischen Gotik von außen bewundern, bevor wir zum Jeanne d’Arc – Denkmal gingen und noch weitere bekannte Bauwerke ansteuerten. Es war ein entspannter Stadtspaziergang durch das am Sonntagmorgen noch ein wenig verschlafene Reims.
Aber auf dem Programm stand heute noch viel mehr: am Nachmittag erreichten wir die Weltmetropole Paris! An der Opera Garnier trafen wir unsere örtliche Reiseleiterin Hilde, die uns bei einer mehrstündigen Stadtrundfahrt viel gezeigt hat. Wir konnten all die bekannten Bauwerke sehen, die Jahr für Jahr Millionen Touristen nach Paris locken. Mit vielen interessanten Informationen und Erinnerungsfotos ausgestattet gingen wir am Abend in das Pariser Traditionsrestaurant „Noces de Jeannette“ zum Abendessen.
Chartres – Tours
Nach einer Übernachtung im Hotel Mercure machten wir uns auf den Weg nach Chartres. Aus Paris rauszukommen war gar nicht so einfach, am Stadtrand staute sich der Verkehr. Der einzige Vorteil davon war, dass wir die moderne Architektur der Pariser Außenbezirke genau betrachten konnten. Unterwegs bekamen wir auch wieder von Hilde viele Informationen über Land und Leute und über das Alltagsleben in Frankreich. Und so verging die Zeit auf der Fahrt ganz schnell. Kurz vor Chartres fiel uns in der flachen Landschaft sofort die Kathedrale auf, die über der kleinen Stadt thront und schon seit vielen Jahrzehnten zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Bei einer kurzen Innenbesichtigung genossen wir das herrliche Farbenspiel der meisterhaft gestalteten Glasfenster aus dem Mittelalter mit dem berühmten Chartres-Blau im „Mutter Gottes - Fenster“.
Wir erreichten am Nachmittag Tours und unser Hotel, in dem wir die nächsten vier Tage wohnen werden. Nach einer kurzen Erholung starteten wir zum gemeinsamen Stadtrundgang. Auch in Tours standen sakrale Bauwerke auf dem Programm, hauptsächlich lernten wir aber die Atmosphäre dieser hübschen Stadt kennen, die als Hochschulstandort von vielen jungen Menschen bevölkert ist.
In den gemütlichen Gassen der Altstadt herrscht südliches Flair und wir haben es genossen, das Abendessen in einem Restaurant im Freien einzunehmen.
Villandry und Azay–le–Rideau
Heute Morgen ging es zuerst zum Schloss Villandry, das als eines der letzten im Renaissancestil erbaut wurde und für seine prachtvollen Gärten bekannt ist, sie standen auch im Mittelpunkt unseres Interesses. Nachdem uns Hilde mit Hintergrundwissen versorgt hatte und die Orientierung gesichert war, konnten wir im herrlichen Morgenlicht durch die bezaubernde Gartenanlage schlendern. Ganz außergewöhnlich ist der Gemüsegarten gewesen, wo aus ganz gewöhnlichen Pflanzen wie Kohl, Rüben und Salat ein harmonisch abgestimmtes Kunstwerk entstanden ist.
Das Schloss Azay-le-Rideau, das wir am Nachmittag besucht haben, entspricht der Vorstellung von einem Märchenschloss, es entzückte uns mit seinem eleganten Schmuckwerk an der Fassade und der vornehmen Innenausstattung. Und wir staunten ein wenig, dass es nicht von einem König, sondern von einem wohlhabenden Bürger erbaut wurde, genauer gesagt, beauftragte der viel beschäftigte Mann Gilles Berthelot seine Frau mit dem Schlossbau – sehr ungewöhnlich in dieser Zeit.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, einige haben eine Siesta eingelegt, da das Wetter doch recht warm geworden war, andere unternahmen noch etwas in Tours.
In einer typischen französischen Brasserie haben wir uns beim Abendessen dann über die Eindrücke des Tages ausgetauscht.
Blois – Amboise – Clos Lucé
Heute ging es zuerst nach Blois. Hilde hat eine wunderschöne Strecke ausgesucht, die entlang der Loire führte. Mit vielen Informationen über die Landschaft und mit ein wenig musikalischer Untermalung kamen wir in Blois an. Hier erwartete uns eine Kutschfahrt. Am Schloss von Blois, das wir später besichtigten, ging es los. Gezogen von zwei kräftigen Kaltblütern fuhren wir durch die Straßen der alten Stadt und lauschten den Erklärungen der Kutscherin, die Hilde ins Deutsche übersetzte. Als nächstes ging es zum Schloss. Über den Torbogen war das gekrönte Stachelschwein, das Emblem Ludwig XII. zu sehen und das ganze Schlossensamble war beeindruckend, es weist einen interessanten Mix von Baustilen auf, wobei die Renaissance das Bauwerk am meisten geprägt hat.
Nach der Mittagspause standen zwei Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: das Schloss Amboise und das Herrenhaus Clos Lucè.
Das Königsschloss Amboise bietet durch seine Lage auf einem Berg einen fantastischen Panoramablick. Einige Jahre wirkte hier sogar der große Leonardo da Vinci, den König Franz I. als eine Art Berater engagiert hatte. Wir hatten auch die Möglichkeit, das Herrenhaus Clos Lucé zu besuchen, in dem Leonardo da Vinci die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. In diesem zum Museum umgebauten Anwesen konnten wir viele Kunstwerke und Erfindungen des Genies bewundern oder auch im großen Garten spazieren gehen. Heute stand viel auf dem Programm und deshalb waren wir auch sehr froh, dass die Temperaturen ganz angenehm waren. Und wir fanden wir es erholsam, zum Abendessen in einem kühlen Höhlenrestaurant Platz zu nehmen und uns die rustikale Mahlzeit schmecken zu lassen.
Bootsfahrt auf dem Cher – Schloss Chenonceau – Weinprobe
Das Wasser glitzerte in der Sonne, als wir in dem Örtchen Chisseaux ein Ausflugsboot bestiegen, welches uns zum traumhaften Schloss Chenonceau am Cher brachte. Der Cher ist ein Nebenfluss der Loire und das Schloss gehört zu den wenigen, die direkt im Flusslauf erbaut wurden. Es ist wohl das beliebteste und meist besuchte Schloss, das haben wir auch bei der Innenbesichtigung schnell gemerkt. Durch die harmonische Verbindung von Wasser und Architektur bietet dieses Schloss einen herrlichen Anblick! Wir haben dieses als
„ Damenschloss“ bekannte Juwel mit Hilde besichtigt. Es wird so genannt, weil es über Jahrhunderte fast ausnahmslos von Frauen bewohnt und gestaltet wurde.
Ein Spaziergang durch den Schlossgarten rundete den Besuch ab. Da in den Räumen des Schlosses kaum ein Foto möglich war, ohne, dass man andere Besucher fotografiert hätte, sollen in der EHT-Galerie die hübschen Blumenarrangements an den Besuch erinnern.
Am Nachmittag stand als Abschluss des Tages noch eine Weinprobe bei einem Winzer auf dem Programm: Bei Le Pere Auguste in Civray-de-Touraine konnten wir uns von der Qualität des Weines aus dem Tal der Loire überzeugen. Der Senior-Chef persönlich war unser Gastgeber. Nach der Weinprobe eine kleine Siesta im Hotel und dann ging es schon zum Abendessen in die Brasserie L’Univers, wo wir schon mal waren. Das Essen schmeckte uns gut und wir genossen die angenehme Atmosphäre in dem Raum aus der Gründerzeit.
Die Schlösser Cheverny und Chambord
Der Tag begann für uns früh, denn wir hatten heute einige Kilometer zu fahren. Das Besichtigungsprogramm beinhaltete zuerst die Schlösser Cheverny und Chambord, danach ging es nach Fontainebleau, wo wir am Abend im Hotel angekommen sind.
Bei der Besichtigung des Schlosses Cheverny haben wir Interessantes erfahren und die Jagdhunde gesehen, die eine Attraktion sind. Cherverny bietet eine Mischung aus Kultur und Unterhaltung, es wirkte wohnlich und gemütlich und auch der Garten war bezaubernd.
Das Schloss Chambord hat uns alleine schon mit seiner Größe beeindruckt, die Ausgestaltung sollte die Macht und Stärke Frankreichs demonstrieren, deshalb wird dieses Schloss auch für den heimlichen Star unter den Schlössern der Loire gehalten. Zentral im Schloss befindet sich eine doppelwandige Treppe, die seit Jahrhunderten als ein architektonisches Meisterwerk bewundert wird. Von der Galerie oben hatten wir einen herrlichen Blick auf die Umgebung.
In Fontainebleau erwartet uns morgen das letzte Schloss auf dieser Rundreise, das wir uns allerdings in Eigenregie ansehen werden, denn unsere Frankreich-Expertin Hilde haben wir heute bei einem kleinen Picknick am Schloss Chambord verabschiedet.
Fontainebleau und Metz
Unsere Rundreise neigt sich langsam dem Ende zu. Aber heute besuchten wir noch das Schloss Fontainebleau, das zum UNSECO-Weltkulturerbe gehört. Diese wahrhaft königliche Anlage hat eine lange, wechselvolle Geschichte und eine große Bedeutung für Frankreich. Napoleon hat sich hier oft aufgehalten, im Zweiten Weltkrieg diente das Schloss zuerst den deutschen Besatzern als Hauptquartier und anschließend den amerikanischen Befreiern. Uns begeisterte die Architektur und die Lage des Schlosses, das vom König Franz I. in der Renaissance erbaut und von seinen Nachfolgern immer wieder erweitert und umgestaltet wurde, allerdings so gekonnt, dass es heute ein stimmiges, beeindruckendes architektonisches Ensemble darstellt und von Parks umgeben ist.
Am Abend sind wir in Metz angekommen. Die ganze Zeit haben wir gehofft, dass wir uns noch die Kathedrale ansehen können und es hat funktioniert! Wir haben keinen Stau unterwegs gehabt und so konnten wir noch kurz in die Kathedrale, die wegen der vielen großen und leuchtend bunten Glasfenstern als „Laterne Gottes“ bezeichnet wird.
Im Hotel angekommen, haben wir noch ein letztes Mal auf dieser Reise zusammen zu Abend gegessen.
Rückreise
Die letzten Tage haben uns Frankreich und die Schlösser der Loire näher gebracht, wir haben viel gesehen, gehört und einige Spezialitäten probiert! Und heute hieß es, Abschied zu nehmen, über Saarbrücken, Kaiserslautern, Frankfurt, Eisenach, Erfurt, Jena, Gera und Chemnitz sind wir zurückgefahren und am frühen Abend in Dresden angekommen.
Liebe Gäste, es war sehr schön, mit Ihnen die zauberhaften Schlösser der Loire zu entdecken! Ich möchte mich bei Ihnen bedanken in der Hoffnung, Sie mal wieder auf einer anderen Reise begrüßen zu dürfen.
Ihre Alicia
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