Die Leidenschaft des Reisens ist das weiseste Laster, welches die Erde kennt (Bruno H. Bürgel)
Reisebericht: 13.09. – 20.09.2026
ANDORRA - keiner von uns war zuvor dort - das Land in dem man mühelos in Katalan, Spanisch, Französisch oder Englisch verstanden wird.
Ein Reisebericht von
Linda Haas
Anreise von Dresden nach Chalon sur Soâne an der Rhône
Sehr früh morgens starten an diesem Sonntag neun Gäste mit dem "Anfahrer" Florian erwartungsvoll in Dresden Richtung ANDORRA, heute bis zum Zwischenstopp in Chalon sur Soâne. Die noch fehlenden 21 Gäste steigen in Weimar, Jena und zuletzt in Frankfurt/Main und Karlsruhe zu. Jetzt ist auch unser Fahrer Roy, der uns durch Frankreich und bis nach ANDORRA chauffieren wird, an Bord.
Wir fahren durchs Elsass in die Bourgogne und bewundern dabei nicht nur die wunderschöne Landschaft sondern auch Burgen und Schlösser beiderseits unserer Reiseroute.
Geradezu entspannt für diese lange Fahrt, kommen wir in unserem Hotel in Chalon sur Saône an und genießen dort ein köstliches 3-Gänge-Menu.
Weiterfahrt in die Andorras Bergwelt
Das Hotel in Chalon sur Saône bietet uns ein sehr gutes, abwechslungsreiches Frühstück und anschließend reisen wir weiter, vorbei an Lyon in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und Montélimar, der Stadt des Nougats, in die Gegend von Avignon. Durch Okzitanien (Occitanie) fahren wir an Nîmes und Montpellier vorbei; jetzt trennen uns nur noch 12 km vom Mittelmeer.
Über Narbonne geht es weiter der Mittelmeer-Küste entlang und bei Perpignan landeinwärts, Richtung Andorras Bergwelt.
Diese Gebirgsstrecke, an Bourg Madame vorbei, fordert von unserem Fahrer Roy volle Konzentration. Und auch wir sind froh, als wir unser Hotel Mágic Ski in La Massana erreichen und sofort unser Abendessen einnehmen können.
Die Hotelzimmer sind super, die Speisen auch; so können wir den Abend in unserer einladenden Hotel-Bar gemütlich ausklingen lassen und freuen uns auf das was kommt.
Rundfahrt durch die Bergwelt Andorras
Zu Beginn unserer Ausflüge werden wir von Fernanda, einer örtl. Reiseleiterin, vom Hotel abgeholt.
Unser erstes Ziel ist in Ordino das Museu Casa d`Areny-Plandolit, ein denkmalgeschütztes Anwesen und Museum. Die Familie Areny-Plandolits war eine bedeutende Familie, die in der Hüttenindustrie in Andorra zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert tätig war und die Geschichte des Landes Andorra mit bestimmte.
Anschließend fuhren wir zum Col de la botella, dem "Flaschenhals" auf ca. 2.070 m Höhe. Hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick: links liegt Spanien, rechts Frankreich und Andorra. Ein toller Foto-Stopp.
Und neben unserem Bus stand ein Ford Pickup mit englischem Kennzeichen und einem mit Kanistern voll beladenen Anhänger.
Auf Nachfrage erfuhren wir, dass dieses Fahrzeug hier in den Bergen im Auftrag des Ford-Werks Köln auf Belastbarzeit bezüglich der Beladung getestet wird.
Andorra la Vella, Pal und Arcalis waren schon mehrfach Etappenankunft der Tour de France. Jan Ullrich hat hier z. B. 1997 das gelbe Trikot erobert und damit den Grundstein für seinen damaligen Gesamtsieg gelegt.
Nach unserer Rundfahrt durch die Bergwelt Andorras hat Eberhardt Travel für uns in der Borda Moli de Fanals -einem typischen andorranischen Lokal- in Arinsal ein 3-Gänge-Menu bestellt; Hauptspeise war die für Andorra typische Forelle - sie war wirklich ausgezeichnet. Vom Parkplatz des Lokals konnten wir auch den höchsten Berg Andorras, den Pic de comapedrosa (2.944 m hoch) bewundern.
Und der Abschluss unseres 1. Tages in Andorra war der Besuch einer Destillerie; sicher erinnern sich alle sehr gerne daran; wer keinen Alkohol trinkt, konnte auch Salami verkosten.
Nun fuhren wir zurück ins Hotel , hatten Freizeit in La Massana und trafen uns um 19:00 Uhr wieder am Buffet und später an der Bar.
Hauptstadt Andorra la Vella – Engolasters See
Nach einem vorzüglichen Frühstück werden wir von Anthony im Hotel abgeholt. Unser Ziel ist das Casa de la Vall in Andorra la Vella, dem historische Sitz der andorranischen Regierung. Andorra ist ein Fürstentum; Regierungschefs - "coprinces" genannt- sind der Bischoff von Urgell und der französische Staatspräsident, derzeit Emmanuel Macron.
Wir können das Rathaus von Méritxell, Gerichtshof und Sitzungssaal besichtigen, sehen den Schrank der Sieben Schlüssel, das Büro des Parlamentspräsidenten und die alte Küche, die noch einmal im Jahr benutzt wird, wenn das Consorci de Casats zusammenkommt. In unmittelbarer Nähe des Casa de la Vall gibt es eine markante Skulpturengruppe, die 7 Poeten von Jaume Plensa, die die 7 Gemeinden symbolisieren sollen. Tagsüber sind sie goldfarben, nachts werden die Statuen von innen heraus in verschiedenen, wechselnden Farben beleuchtet.
Und dann ging es weiter zum Estany d`Engolasters Stausee, den größten Stausees Andorras auf mehr als 1.600 m Höhe.
In Andorra la Vella hatten wir dann Freizeit zum Einkaufen. Andorra hat nur 4,5 % Mehrwertsteuer und Kosmetika, Zigaretten, Spirituosen und Elektroartikel sind besonders günstig. Da wurden wir etwas hektisch, aus Angst unsere Lieblings-Parfums nicht zu ergattern. Vermutlich waren wir aber alle erfolgreich.
Um 19:00 Uhr treffen wir uns -glücklich über unsere Einkäufe- zum Abendessen wieder.
Per Zahnradbahn ins Val de Nuria
Heute fahren wir mit Anthony nach Ribes des Freser. Wir werden mit der Zahnradbahn ins Vall de Nuria fahren um noch mehr von der traumhaften Pyrenäen-Landschaft zu sehen. Fast alle Gäste steigen bei der Ankunft dort noch in die Gondelbahn, um oben auf dem Gipfel den Ausblick zu genießen oder sie spazieren um den See. Wir hatten Zeit für ein Mittagessen und konnten dabei im Freien sitzen und die Seele baumeln lassen.
Nachmittags fahren wir über Bourg Madame zurück nach La Massana. Es war ein sehr schöner Ausflug mit vielen neuen Eindrücken.
Und abends freuen wir uns wieder auf ein -wie immer- sehr gutes Angebot am Buffet. Anschließend können wir in der Bar noch gemütlich
zusammensitzen.
Ausflug nach Foix und Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss Labouiche
An unserem letzten Ausflugstag in Andorra ist der geheimnisvolle See Labouiche eingeplant. Es ist der längste schiffbare unterirdische Fluss Europas. 60 m unter der Erde kann man auf fünf Galerie-Ebenen bizarre Tropfsteinformationen, Stalaktiten, Stalagmiten und Wasserfälle sehen. In dieser Höhle wurden Werkzeuge aus der Altsteinzeit und auch gallo-römische Überreste gefunden.
Und so fuhren wir nach dem Frühstück Richtung Foix in Frankreich. 6 km entfernt befindet sich unser Ziel, das -was wir dann erst später wussten- auch für Gäste mit Platzangst kein Problem darstellt.
Nach unserer Höhlenbesichtigung ging es weiter in die Stadt Foix. Wir konnten direkt am Marktplatz aussteigen und haben unseren Hunger in verschiedenen kleinen, französischen Restaurants um diesen Platz herum gestillt. Wieder gesättigt, war unser Tatendrang zurück und wir gingen los zum nur 3 Minuten entfernten Schloss. Diese historische Burg wurde im 10. Jahrhundert auf einem 450 m hohen Felsvorsprung errichtet; besonders imposant sind die drei Türme. Von den Zinnen und Türmen aus hat man einen weiten Ausblick auf das umliegende Tal und die Pyrenäen.
Nach dem Einkauf in einer Pâtisserie steigen wir erschöpft in unseren Bus und fahren ein letztes Mal zurück in unser Hotel in La Massana,
wo wir uns später zum Abendessen wieder treffen.
Rückfahrt nach Dresden, mit Zwischenübernachtung bei Lyon
Unser Aufenthalt in Andorra geht zu Ende und wir müssen leider unser Hotel Mâgic Ski in La Massana sehr früh verlassen. Schade, denn wir haben uns alle dort sehr wohl gefühlt.
Heute wählen wir Richtung Narbonne die Strecke über Carcassonne, denn die erfordert bei weitem nicht soviel Konzentration auf den Bergstraßen und wir können die wunderbare Landschaft Andorras und Frankreichs genießen. Von Narbonne bis Montpellier fahren wir Nahe der Küste am Mittelmeer entlang und dann Richtung Norden nach Nîmes und Orange. In Montélimar haben wir die Pause von Roy mit Einkäufen des berühmten Nougat zu verbunden. Montélimar ist die "Hauptstadt" des Nougat.
Über Valence und Vienne fuhren wir weiter Richtung Lyon. Die Landschaft an dieser Strecke ist wunderschön, genauso wie die Schlösser und Burgen an der Autobahn. In Frankreich gibt es 40.000 bis 45.000 Schlösser, Burgen und Herrensitze; in fast jeder Gemeinde befindet sich ein derartiges Bauwerk.
Rückfahrt nach Dresden
Nach der "Zwischenübernachtung" in einem Hotel bei Lyon fuhren wir sehr früh weiter Richtung Dresden. Noch 500 km konnten wir die französische Landschaft genießen, zu Beginn entlang der Saône. Ab Mulhouse fuhren wir wieder parallel zum Rhein Richtung Strasbourg und Karlsruhe. Und hier verließ uns leider schon unsere erste Weggefährtin.
Wegen einiger Staus kamen verzögerte sich unsere Ankunft in Dresden sehr. Durch unsere Erlebnisse fehlte es uns aber nicht an Gesprächsstoff und so verging die Zeit trotzdem wie im Flug.
Da wir sehr spät in Dresden angekommen sind, konnten wir uns leider nicht gebührend verabschieden. Und dabei war das eine so wundervolle Reisegruppe, die ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte. Ich hoffe sehr, Euch auf der einen oder anderen Reise wiederzusehen und danke auch noch Roy für seine umsichtige Fahrweise.
Bleibt gesund und behaltet Eure Neugier auf andere Länder, Sitten und Mentalitäten.
Alles Liebe
Linda
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