Auf nach Frankreich – ins Land des Savoir–vivre
Reisebericht: 05.09. – 20.09.2026
Frankreich lockte uns mit seinen Schlössern, prachtvollen Gärten, Kathedralen, mittelalterlichen Festungen und dem "Savoir-vivre" in den Weinanbaugebieten mit Champagner-, Cognac- und Weinverkostungen
Ein Reisebericht von
Dr. Evelyn Krawczyk-Bärsch
Die Anreise war lang – aber Frankreich hat uns mit ersten tollen Landschaften sofort entschädigt!
Wir starteten pünktlich mit unserem Reisebus um 06:00 Uhr am Dresdner Flughafen zu unserer großen Rundreise durch Frankreich. In Dresden sind 24 Teilnehmer eingestiegen. Auf unserer Route hatten wir einige Stopps, an denen weitere Personen zugestiegen sind, bis wir schließlich 41 Teilnehmer waren. Zwei von unseren Reisegästen wollten wir in unserem ersten Hotel in Reims treffen. Für sie war es einfacher, von ihrem Wohnort direkt nach Reims anzureisen. Nachmittags passierten wir schließlich die Grenze bei Metz. Nun war es Zeit, sich auf Frankreich einzustimmen und so hörten wir ein paar französische Chansons u.a. „Douce France“, „Les Champs-Elysée“ von Charles Trenet oder „Je ne regrette rien“ von Edith Pia. Auch war es nun an der Zeit, etwas über die französische Flagge, die Tricolore, zu erfahren, die seit der Französischen Revolution die Werte der Französischen Republik symbolisiert: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Und auch die Französische Revolution wurde angesprochen und was sie im Land verändert hatte. Für viele Teilnehmer war es sicher sehr interessant zu hören, dass die französische Nationalhymne, La Marseillaise, im Vergleich zu vielen modernen Nationalhymnen sehr kämpferisch wirkt und Gewaltbilder enthält. Das liegt an ihrem historischen Kontext. Sie wurde 1792 während der Französischen Revolution geschrieben, als Frankreich von mehreren europäischen Monarchien bedroht wurde. Wir erreichten am Abend unser Hotel in Reims und nachdem wir eingecheckt hatten, ging es gleich auch schon zum Abendessen in das Restaurant „La Brasserie du Boulingrin“, das sich nur ca. 10 Minuten enfernt von unserem Hotel befand. Auf dem Weg dorthin liefen wir am Porte de Mars, einem gallo-römischen Ehrenbogen vorbei. Das Essen in der Brasserie war, wie man es in Frankreich erwartet, sehr gut.
Zwei Highlights an einem Tag: Champagnerverkostung in Reims und Besichtigung vom Château de Chambord an der Loire
Der Tag begann früh, denn wir hatten ja auch einiges vor. Nach dem frühen Frühstück und nachdem die Koffer wieder im Bus verstaut waren, ging es als erstes zur Kathedrale in Reims, wo wir bereits um 8 Uhr waren. Das war zwar sehr zeitig, aber gut, da wir so die Chagallfenster noch sehen konnten, bevor der Chorbereich wegen des Gottesdienstes abgesperrt wurde. Sie sind schon etwas Besonderes, denn es gibt sie nur selten in Europa. In Deutschland finden wir Fenster von Chagall nur im Stephansdom in Mainz. Und in Frankreich gibt es nur drei Orte, u.a. in Reims. Chagall verbindet die Könige des Alten Testaments aus dem linken Fenster mit den christlichen Königen Frankreichs im rechten Fenster. Die Kathedrale von Reims wird damit zum Bindeglied zwischen Bibel, Christentum und französischer Geschichte. Wir erfuhren auch, dass in der Kathedrale alle französischen Könige gekrönt wurden. So auch Karl VII, bei dessen Krönung 1429 Jeanne-d´Arc anwesend war. Jeanne-d´Arc spielte bei der Vertreibung der Engländer im „hundertjährigen Krieg“ (1337–1453) eine entscheidende Rolle. Man nennt sie auch die „Jungfrau von Orléans“ (Pucelle d’Orléans), weil sie eng mit der Befreiung von Orléans 1429 verbunden ist. 1430 geriet Jeanne bei Compiègne in Gefangenschaft. Sie wurde von den Burgundern, den Verbündeten Englands, gefangen genommen und anschließend an die Engländer verkauft und mit 19 Jahren als Ketzerin hingerichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Am Ausgang der Kathedrale befindet sich auch eine Gedenktafel an das Versöhnungstreffen zwischen De Gaulle und Adenauer im Jahr 1962, das in der Kathedrale stattfand. Wir verließen die Kathedrale und bewunderten die zahlreiche (unsgesamt 2300) Steinmetzfiguren im Außenbereich und entdeckten auch den „lächenden Engel“ vor der großen Eingangsfassade. Es blieb noch ein wenig Zeit, um zum „Palais du Tau“, den ehemaligen erzbischöflichen Palast zu gehen, in dem früher die Herrscher vor ihrer Krönung übernachteten. Ebenso liefen wir zum „Hotel de ville“.
Es ging nun mit dem Bus weiter zur Champagnerverkostung bei der Firma Mumm. Wir wurden durch die Kellerräume geführt und uns wurde die Champagnerherstellung erklärt. Interessant war, dass unsere Führerin aus Radebeul stammte und eine Deutsche war. Wir durften auch den Champagner verkosten. Die Zeit drängte leider und wir fuhren schon bald weiter durch die Region der Loire mit über 400 Schlössern zum Château de Chambord. Wir haben am Einlass ein Tablet bekommen, was aber etwas umständlich zu handhaben war. Evelyn hatte vorher im Bus noch einiges über dieses Schloss erwähnt, das von Franz I. 1519 erbaut wurde und eigentlich kein richtiges Schloss war. Es war halb Festung, halb Schloss. Es gibt Türme, Zinnen, Schießscharten – alles erinnert an eine Festung. Aber Chambord ist eigentlich etwas ganz anderes: Es ist eines der kühnsten Bauwerke der französischen Renaissance. Beeindruckend war die doppelte Wendeltreppe, die vielleicht ein Meisterwerk des großen Genies Leonardo da Vinci war, der die Skizzen dafür geliefert hatte. Wir betrachteten die berühmten Gewölbe, die immer wieder die Zeichen Franz' I., nämlich das „F“ und die Salamander, das persönliche Emblem von Franz I., trugen. Gerne wären wir noch länger geblieben, aber wir mussten weiter zu unserem Hotel in Tours und zum Abendessen in der Brasserie de l´Univers fahren.
Und heute drei Highlights: Der Heilige Martin in Tours, die Gärten von Villandry und das Renaissance–Schloss Clos Lucé
Heute mussten wir keine Koffer in den Bus laden, sondern konnten einfach in den Bus einsteigen und mit der örtlichen Reiseleiterin, Nathalie Guiet, um 9:00 Uhr vom Hotel losfahren. Während wir durch Tours fuhren, zeigte Nathalie uns viele Highlights dieser 2000 Jahren alten Stadt, die heute mit ihren 283.000 Einwohnern eine Verwaltungsstadt und Universitätsstadt ist. So fuhren wir zuerst entlang des Bahnhofs, der aus dem 19. Jahrhundert stammte, vorbei am Rathaus. Wir überquerten die lange Hauptstraße, sahen den Justizpalast, das Postamt, das sich nun im ehemaligen Gefängnis befindet. Schließlich fuhren wir entlang der Loire weiter nach Villandry mit seinen Renaissancegärten, die durch das Wasser der Loire bewässert werden. Wir stiegen aus dem Bus und besuchten die Gärten mit einer 30-minütigen Erklärung von Nathalie. Danach hatten wir etwas Zeit, um durch die Gärten, die wirklich sehr schön angelegt waren, zu schlendern, bevor es dann wieder mit dem Bus zurück nach Tours ging. Von der Autobahn aus konnten wir die Türme der Kathedrale in der Ferne sehr gut erkennen. Kurz vor der Mittagszeit kamen wir auf dem Busparkplatz in der Nähe der Kathedrale in Tours an und konnten die Kathedrale besuchen. Wir waren beeindruckt von dieser auffallend schmalen, hellen Kirche mit ihren Fenstern aus dem 13. Jahrhundert und der Rosette. Der Altar ist modern und wurde 2026 gebaut. Man erkennt auch Reste von Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Nathalie erzählte auch vom Heiligen Martin, dessen Grab sich in der Basilika befindet. Der Heilige Martin wurde bekannt dadurch, dass er die Hälfte seines Mantels einem Bettler gegeben hatte. Da er nicht Bischof werden wollte, hatte er sich in den Felswohnungen in der nahen Umgebung versteckt. Dort aber gab es Gänse, die ihn verraten hatten. Das war am 11.11., ein Tag, der in Frankreich anders als in Deutschland gefeiert wird. Es gibt z.B. keine Umzüge. Es ging dann weiter in die Altstadt von Tours, wo Nathalie uns Häuser mit vielen Löchern für den Unterschlupf von Tauben zeigte. Sie erklärte dazu: „Je reicher ein Mann, desto mehr Löcher hatte das Haus für die Tauben. Sie sind das Symbol für Reichtum.“ Man hatte auch einen Blick auf die geschlossenen äußeren Treppenhäuser, die ebenfalls ein Symbol für Reichtum waren. Wir besuchten auch die neue Basilika mit Relikten vom Heiligen Martin, wo er am 11. März 397 n. Chr. begraben wurde. Ab 13 Uhr begann die Freizeit für alle Teilnehmer und wir konnten durch Tours schlendern oder einen Kaffee in einem der schönen Cafés trinken. Um 14:30 Uhr trafen wir uns wieder am Bus und nun ging es nach Amboise, wieder entlang der Loire, dem längsten Fluss mit 1002 Kilometern. Amboise war eine ehemalige königliche Stadt mit drei Schlössern gewesen. Heute besuchen wir das Renaissanceschloss Clos Lucé, das nur etwa 500 Meter vom königlichen Schloss Amboise entfernt ist. Es ist vor allem deshalb berühmt, weil Leonardo da Vinci hier seine letzten drei Lebensjahre (1516–1519) verbrachte und am 2. Mai 1519 dort starb. Der französische König Franz I. von Frankreich lud den damals über 60-jährigen Leonardo an seinen Hof ein. Er erhielt das Clos Lucé als Wohnsitz und eine großzügige Pension. Leonardo brachte mehrere seiner Gemälde mit nach Frankreich, darunter auch die Mona Lisa, die sich heute im Louvre befindet. Nathalie führte uns durch sein Schlafzimmer, sein Arbeitszimmer und durch die rekonstruierten Werkstätten. Ebenso sahen wir Modelle seiner Erfindungen, die nach seinen Zeichnungen gebaut wurden – darunter Flugmaschinen, Brücken, Kriegsmaschinen und hydraulische Konstruktionen. Und wir besuchten auch den weitläufigen Park, in dem viele dieser Maschinen in Originalgröße aufgebaut sind. Nun war die Führung zu Ende und wir verabschiedeten uns von Nathalie. Jeder konnte noch durch den Park schlendern und schließlich den Weg zurück zum Busparkplatz gehen. Kurz davor hatte man noch einen großartigen Blick von der Brücke aus auf das Schloss und die Stadt, was einige von uns für einen Fotostopp nutzten.
Es ging nun in das Troglodyten-Restaurant, einen Felsenkeller bei Amboise. Das war keine natürliche Höhle, sondern ein künstlich in den weichen Tuffstein gehauener Stollen. Der Tuffstein wurde seit dem Mittelalter als Baumaterial für die Loire-Schlösser gewonnen. Beim Abbau entstanden kilometerlange unterirdische Hohlräume. Diese sogenannten Troglodytenanlagen wurden im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich genutzt. Es gab in diesem Felsenrestaurant eine Spezialität: Fouées. Das sind kleine, im Holzofen frisch gebackene Brottaschen, die wir selbst mit Rillettes füllen konnten. Anschließend folgte ein rustikales Hauptgericht mit geschmortem Fleisch und zum Schluss ein leckeres Dessert: Ein lauwarm servierter Apfelkuchen.
Cognac–Verkostung in Cognac
Heute zur Frühstückszeit gab es leider etwas Gedränge im Frühstücksraum, weil zwei Eberhardt Travel Gruppen zur gleichen Zeit frühstücken wollten. Aber, mit etwas Geduld und Verständnis konnte dieses Problem gelöst werden und kurz nach 9:00 Uhr ging es dann nach dem Koffereinladen von Tours nach Cognac zur Besichtigung einer Cognacbrennerei. Im Bus wurde zuerst einmal einer Teilnehmerin zum Geburtstag gratuliert: Bonne anniversaire! Auf der Fahrt nach Cognac hat Evelyn vom Schulsystem in Frankreich erzählt und Unterschiede zu Deutschland aufgezeigt. Ebenso war es auch interessant, zu erfahren, dass es 101 Departements, inklusive der Außendepartements gibt. Um 14:00 waren wir dann endlich in der Stadt Cognac, das neben seinen weltberühmten Cognac-Häusern durch eine charmante mittelalterliche Altstadt, historische Festungsbauten und die idyllische Lage am Fluss Charente sehenswert ist. Wir fuhren zur Firma Martell, wo seit dem 17. Jahrhundert Branntwein destilliert wird. Ursprünglich war das Ziel, Wein für die Verschiffung nach England, haltbar zu machen. Der Wein dafür stammt aus den umliegenden Weinorten. Eine junge Französin erzählte uns viel über den Destillationsprozess und über das Verfahren der Herstellung – vielleicht auch etwas zu lang. Danach durften wir zwei Cognacproben verkosten: Blue Swift und VSOP. Evelyn hatte bereits vorher im Bus erklärt, um was es sich bei dieser Abkürzung handelt: VSOP = „Very special old pale“. Das bedeutet, dass dieser Cognac länger reifen konnte und meist weicher und komplexer ist. Im Gegensatz dazu wird der „Blue Swift“ zunächst wie ein Cognac hergestellt und reift in Frankreich in französischen Eichenfässern. Anschließend bekommt er seinen besonderen Charakter durch eine weitere Reifung in Bourbonfässern aus den USA. Er ist weich und fruchtig, mit süßlichen Bourbon-Noten. Na, wer hat den Unterschied geschmeckt?
Um 15:30 Uhr ging es mit dem Bus weiter nach Bordeaux. Auf der Fahrt gab es einen WOW-Effekt. Evelyn hatte noch in Tours leckere Macarons gekauft und sie im Bus ausgeteilt. Sie waren nicht so süß, wie man sie normal kennt. Hatten auch keinen rosa oder grünen Zuckerguss. Sie schmeckten einfach lecker! Wir fuhren auf der Landstraße und kamen durch so manche nette und für die Region typische Orte. Wir fuhren schließlich über die Garonne und waren schon bald in Bordeaux, wo uns ein Abendessen im Hotel erwartete.
Bordeaux, Weinverkostung im Médoc–Weinanbaugebiet und Dune de Pilat – bei traumhaften Wetter
Wie an den Tagen zuvor, hatten wir herrliches, sonniges Wetter und wir starten 8:30 Uhr, nachdem wieder die Koffer geladen werden mussten. Diesmal war die örtliche Reiseleiterin, Dagmar Heyne, mit im Bus auf dem Weg durch Bordeaux. Wir fuhren mit ihr am "Place de Bourse" vorbei und hielten sogar kurz auf dem linken Fahrstreifen, um auf das historische Börsengebäude am Ufer der Garonne blicken zu können. Das Börsengebäude ist im Neoklassizismus erbaut worden, also im 18. Jahrhundert. Man wollte, dass vom Fluss aus der Reichtum der Stadt bewundert werden konnte. Dagmar erzählte auch, dass früher auf der Garonne 240 Schiffe vor Anker lagen. Wir erfuhren vom „Miroir d’eau“, dem größten Wasserspiegel der Welt. Er liegt direkt am Ufer der Garonne gegenüber dem berühmten Place de la Bourse. Die prächtigen Gebäude spiegeln sich hier in der Garonne. Es ging weiter zum St. Michel-Viertel mit der Basilique Saint-Michel, die eine der eindrucksvollsten gotischen Kirchen der Stadt ist und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir liefen weiter zum Justizpalast und zum Grand Théâtre, das die Heimat der Opéra National de Bordeaux ist. Hier finden regelmäßig Opern, Ballettaufführungen und klassische Konzerte statt. Weiter ging es zum Hotel de Ville. Schnell wurde noch etwas zum Essen eingekauft, bevor es dann mit dem Bus zum Chateau Balac zur Weinverkostung im Médoc-Gebiet weiterging. Es dauerte aber erst eine Weile, bis wir aus Bordeaux heraus waren und bis wir das berühmte Weinanbaugebiet zu sehen bekamen. Die Fahrt ging durch eine wunderschöne Gegend. Links und rechts der Straße sahen wir das Weinanbaugebiet und kleine, schlossartige Häuser. Und so kamen wir beim Château Balac an, das auch etwas schlossartiges hatte. Sofort begann die Führung durch die junge Winzerin, die etwas in Eile war, denn es war gerade Weinlese und eine Fuhre mit Weintrauben kam gerade mit dem Traktor angeliefert. Wir waren also live dabei! Danach ging es zur Verkostung. Es gab viel Wein, Käse und Schinken zu essen und auch Baguette und es wurden die 3 Weine verkostet, von denen Evelyn zuvor im Bus gesprochen hatte: 1. Château Balac – Cru Bourgeois Supérieur, Haut-Médoc. Eine Cuvée mit überwiegend Merlot, ergänzt durch Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Er reift 12 Monate in Eichenfässern. Charakter: fruchtig, strukturiert, mit weichen Tanninen. 2. Réserve de Balac – Haut-Médoc mit überwiegend Cabernet Sauvignon. Er reift 12 Monate in neuen französischen Eichenfässern und ist kräftiger und tanninreicher. 3. Balac – Sans sulfites ajoutés – Haut-Médoc. Das ist ein besonderer Wein: 100 % Merlot, ohne zugesetzte Sulfite. Er wird 12 Monate im Tank ausgebaut und soll besonders fruchtig und frisch wirken.
Nachdem alle rundum zufrieden waren, ging es mit dem Bus weiter zur Dune de Pilat. Die Dune du Pilat ist die höchste Wanderdüne Europas. Sie liegt an der französischen Atlantikküste in der Region Aquitanien, direkt am Eingang zum Becken von Arcachon. Sie ist aktuell etwa 110 Meter hoch, rund 500 Meter breit und erstreckt sich über knapp 3 Kilometer Länge. Die Düne ist ständig in Bewegung. Sie wandert durch Wind und Gezeiten jährlich etwa 1 bis 5 Meter nach Osten. Wir sind die Düne hinaufgelaufen, einige über die Holztreppe, wenige über die Düne, den senkrechten Weg hoch. Oben angekommen, genossen wir den herrlichen Ausblick zur Halbinsel Cap Ferret, zur Sandbank Banc d'Arguin und zum Bassin d’Arcachon. Das Wetter war sehr gut, die Sonne schien und es war auch nicht so windig. Die Temperaturen waren ideal. Alle fühlten sich da oben auf der Düne wohl. Um 17:30 Uhr war leider schon die Abfahrt mit dem Bus in Richtung Bayonne. Bayonne ist eine wunderschöne, geschichtsträchtige Stadt im französischen Baskenland (Département Pyrénées-Atlantiques). Sie liegt an zwei Flüssen, dem Adour und der Nive. Die Stadt ist bekannt für die Erfindung des Bajonetts und für gute Schokolade und Schinken. Wir kamen 2 Stunden nach der Abfahrt von der Dune de Pilat in unserem Hotel an und erlebten erst einmal einen kleinen Frust: Das Hotel hatte leider nur einen kleinen Fahrstuhl, in den 2 Personen mit ihren Koffern reinpassten. Da staute es sich natürlich heftig vor dem Fahrstuhl, bis alle dann in ihren Zimmern waren. Einige wollten nicht warten und liefen lieber mit den Koffern die Treppen hoch – eine Alternative zum Fitness-Studio! Das Abendessen fand in einem Partnerrestaurant des Hotels statt. Das Restaurant entpuppte sich als tolle Adresse ("Café de théâtre"). Der Besitzer war sehr freundlich und das Essen schmeckte sehr gut.
Tour ins Baskenland mit grandiosen Aussichten
Für heute stand eine Fahrt ins Baskenland für den Großteil der Teilnehmer auf dem Programm. Diejenigen, die sich nicht für das Baskenland entschieden hatten, konnten den Tag in Bayonne verbringen. Auch für unseren Busfahrer stand dieser Tag zur freien Verfügung, denn er musste eine gesetzlich vorgeschriebene Pause einlegen. So ging es nach einem leckeren Frühstück in einem leider viel zu kleinen Frühstücksraum, mit einem französischen Busfahrer und einem französischen Bus los. Auf der Fahrt gab Evelyn einen kurzen Blick in die Geschichte der Basken, die bereits in der Antike in den westlichen Pyrenäen lebten. Die Römer konnten das Gebiet zwar erobern, die baskische Sprache und Kultur blieben jedoch erhalten. Im Mittelalter gehörten Teile des Baskenlandes zum Königreich Navarra. Später wurde das Gebiet zwischen Frankreich und Spanien aufgeteilt. Im 19. und 20. Jahrhundert entstand eine baskische Nationalbewegung. Besonders während der Diktatur von Francisco Franco (1939–1975) wurden Sprache und Kultur in Spanien zeitweise unterdrückt. Nach Francos Tod erhielt das spanische Baskenland weitreichende Autonomierechte. Und so sahen wir Ortsschilder, auf denen die französischen, als auch die baskischen Namen standen. Unser erstes Ziel war St. Jean de Luz, ein geschichtsträchtiges Seebad an der baskischen Atlantikküste, wo im Jahr 1660 der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. die spanische Infantin Maria Teresa von Österreich (Tochter des spanischen Königs Philipp IV.) heiratete. In der Kirche Église Saint-Jean-Baptiste fand die Trauung statt. Sie gilt als die schönste und größte baskische Kirche Frankreichs. Das Innere beeindruckte uns durch die mehrstöckigen Eichenholz-Galerien und durch das vergoldete Altarretabel. Das barocke Portal, durch das das Königspaar die Kirche damals verließ, wurde direkt nach der Zeremonie aber zugemauert. Um einen schönen Überblick über diese Stadt zu erhalten, nutzten wir den Petit train, mit dem wir 25 Minuten durch St. Jean de Luz fuhren. Wir erhielten viele Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in deutscher Sprache. Unser nächstes Ziel war das Château d'Abbadia in Hendaye, direkt an der Atlantikküste mit weitem Blick auf den Golf von Biskaya. Die größte Besonderheit des Château d'Abbadia ist die außergewöhnliche Verbindung von Wissenschaft, Architektur und Weltreisen. Das Schloss wurde zwischen 1864 und 1879 für den Forscher und Astronomen Antoine d'Abbadie erbaut. Wir waren begeistert von den Innenräumen, die mit Motiven aus Äthiopien, dem Nahen Osten und der islamischen Kunst geschmückt waren. An den Fassaden und im Inneren begegneten wir verschiedenen Tierdarstellungen, wie Krokodilen, Elefanten, Affen und Schlangen, die auf die Afrika-Expeditionen von Antoine d'Abbadie hinwiesen. Nach der einstündigen Führung durch das besondere Schloss konnte jeder noch durch den Park spazieren und den herrlichen Ausblick genießen bevor es dann zu den prähistorischen Höhlen, die „Grottes de Sare“ weiterging. Am Eingang bekamen wir einen Überblick über diese Höhlen durch einen kurzen Film. Danach erfolgte die Besichtigung mit einem Führer im Rahmen einer etwa 45-minütigen geführten Tour, die mit einer eindrucksvollen Licht- und Tonshow untermalt war. Beeindruckend waren die riesigen Hohlräume, die über Jahrmillionen durch die Kraft des Wassers im Kalkstein geformt wurden. Die Höhlen dienten den Menschen über 10.000 Jahre lang als Lebensraum und Zufluchtsort. Wir verließen aber die Höhlen und fuhren zu unserem nächsten Ziel, zu der malerischen Stadt Espelette, die berühmt für ihre kulinarische Spezialität, den Piment d’Espelette wurde. Dieser milde, hocharomatische Chili wurde im 17. Jahrhundert aus Südamerika ins Baskenland gebracht. Wir hatten noch etwas Zeit vor dem Abendessen und konnten noch ein paar Geschäfte aufsuchen, in denen wir Souvenirs kauften, wie z.B. Schokolade oder Senf mit Chilischoten! Pünktlich waren wir im Restaurant, wo wir typisch baskische Gerichte zu Essen bekamen, die auch sehr lecker waren.
Bayonne und Biarritz zum Entspannen
Der heutige Tag stand jedem Teilnehmer zur freien Verfügung. Viele entschieden sich, mit Evelyn nach Biarritz zu fahren, zu einem der bekanntesten Badeorte an der französischen Atlantikküste. Und so machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle (Linie 1), die nur wenige 100 m von unserem Hotel entfernt war, und fuhren bis zum Hôtel du Palais in Biarritz. Das Hôtel du Palais war einst eine prächtige Sommerresidenz, die Napoleon III. im Jahr 1854 für seine Ehefrau, Eugénie de Montijo, direkt am Strand errichten ließ. Diese Residenz wurde später zum berühmten Hôtel du Palais umgebaut. Dadurch wurde Biarritz schlagartig zum Treffpunkt der europäischen Aristokratie. Ende 19. Jahrhunderts verbrachten zahlreiche Adelige und Staatsoberhäupter ihre Sommer in Biarritz. Um 1900 entstanden prächtige Villen, luxuriöse Hotels, Casinos und elegante Promenaden. Viele dieser Gebäude prägen das Stadtbild bis heute. Mit einigen Teilnehmern liefen wir vom Hôtel du Palais bis zum Leuchtturm, dem Phare de Biarritz. Auf dem Rückweg sahen wir das Wahrzeichen von Biarritz, den Rocher de la Vierge mit der Marienstatue und den berühmtesten Strand der Stadt. Wir liefen gemeinsam zum Marché des Halles de Biarritz, die Markthalle mit regionalen Spezialitäten wie Käse, Schinken, Fisch, Austern und baskischem Kuchen. Dann war Freizeit für alle angesagt. Abends trafen wir uns wieder zum Essen im Partnerrestaurant des Hotels, dem Café du Theatre, in Bayonne, wo uns wieder ein sehr gutes Essen serviert wurde.
Vom Château de Pau zum Wallfahrtsort Lourdes
Nach einem entspannten Tag in Bayonne oder Biarritz ging es mit unserem Bus entlang der Pyrenäen in die Stadt Pau. Unser Bus hielt direkt unterhalb des Schlosses von Pau (Château de Pau), in dem der französische König Heinrich IV. im Jahr 1553 geboren wurde. Ursprünglich stand hier eine mittelalterliche Burg, die im 14. und 15. Jahrhundert zu einer repräsentativen Residenz der Herrscher von Bern ausgebaut wurde. Später wurde das Schloss unter den Königen von Navarra zu einer Renaissanceresidenz umgestaltet. Dadurch sieht man heute eine interessante Mischung aus mittelalterlicher Festung und Renaissancepalast. Eine Besichtigung war aus Zeitgründen nicht geplant. Und so spazierten wir auf dem ca. 1,9 Km langen Boulevard des Pyrénées, der den Bereich des Châteaus de Pau mit dem Parc Beaumont verbindet. Von diesem Boulevard hatten wir, dank des großartigen Wetters, eine herrliche Aussicht auf die Ausläufer der Pyrenäen, die schon im 19. Jahrhundert Besucher aus ganz Europa begeisterte. Pau entwickelte sich damals zu einem eleganten Winterkurort für den europäischen Adel und das wohlhabende Bürgertum. Wir gingen vorbei am Hôtel de Gassion, an der Église Saint-Martin, am Place Royale, dem Rathaus, und manche erreichten auch noch den Pavillon des Arts und die Fontaine de Vigny. Am späten Vormittag waren wir wieder zurück am Bus und fuhren in Richtung Lourdes. Die Mittagsrast machten wir auf dem Parkplatz in Lestelle-Bétharram, direkt vor der Chapelle Notre-Dame. Danach ging es rasch nach Lourdes. Leider dauerte das Einchecken im Hotel etwas lang, da die Schlüsselkarten noch codiert werden mussten. Zudem waren 4 Zimmer noch nicht frei gegeben. Das störte uns nicht besonders, denn auf dem Programm stand noch der Besuch der Heiligen Stätte. Bevor wir Hildegard, unsere Führerin, trafen, sahen wir noch einen ca. 45-minütigen Film über das Leben von Bernadette. Das damals 14-jährige Mädchen Bernadette Soubirous berichtete, dass ihr die Jungfrau Maria insgesamt 18-mal in der Grotte von Massabielle erschienen sei. Bei einer der Erscheinungen wurde Bernadette aufgefordert, an einer bestimmten Stelle zu graben. Dort entsprang eine Quelle, deren Wasser bis heute von vielen Gläubigen als heilkräftig angesehen wird. Jedes Jahr pilgern mehrere Millionen Menschen aus aller Welt nach Lourdes. Hildegard führte uns auf den Spuren von Bernadette durch die Stadt. Wieder zurück in der Heiligen Stätte zeigte sie uns noch die unterirdische Kapelle und gab uns weitere Informationen. Wir besuchten dann noch die Grotte von Massabielle und die Basilique Notre-Dame du Rosaire und liefen über die Treppen hinauf zur Basilique de l’Immaculée Conception. Dann gingen wir zurück zum Hotel. Das Abendessen war am heutigen Tag um 18 Uhr, also ungewöhnlich früh. Es ermöglichte uns aber im Anschluss nochmal zur Heiligen Stätte zu gehen, um der Lichterprozession um 21 Uhr beizuwohnen. Die Prozession ist einer der eindrucksvollsten Momente in Lourdes: Die Pilger tragen Kerzen, beten den Rosenkranz und singen Marienlieder. Tausende Lichter, gemeinsames Gebet und Gesang schaffen eine ruhige und feierliche Stimmung. Der Tag endete für uns mit vielen Eindrücken.
Entlang der Pyrenäen nach Toulouse und Carcassonne
Wieder ist es sonniger Tag und wir fahren nach dem Frühstück bereits um 8 Uhr nach Toulouse. Wir halten mit dem Bus nahe der Metrostation „Jean Jaurès“ und laufen zur Touristeninformation, wo wir Ludovic, unseren örtlichen Reiseleiter für Toulouse treffen. Er führt uns zuerst zum Place du Capitole, wo wir auf ein majestätisches Gebäude blicken können, in dem sich sowohl die Stadtverwaltung als auch das Théâtre du Capitole befindet. Wir gehen weiter zur Garonne durch charmante historische Gassen wie die Rue des Arts, die für ihre historischen Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert mit ihrer Mischung aus Holzkonstruktionen und Ziegelausfachungen bekannt ist. Wir besuchen danach die Jakobinerkirche, deren Innenraum mit einer Reihe von zentralen Mittelpfeilern (insgesamt 7 Säulen) beeindruckt. Der spektakuläre Höhepunkt dieser Architektur ist der letzte Pfeiler im Chorbereich, „Le Palmier“. Er ragt 22 Meter hoch empor. An seiner Spitze teilt sich der Pfeiler in 22 farbige Rippen auf, die sich wie die Wedel einer riesigen Palme in das Sterngewölbe auffächern. Weiter ging es zur Éclise Notre Dame du Tour mit ihrer ungewöhnlichen Fassade aus dem 14. Jahrhundert. Bevor wir wieder auf dem Place du Capitole ankamen, sahen wir noch das Hotel du Grand Balcon mit der Bronzefigur von Saint-Exupéry. Um 13:00 Uhr endete die Führung und wir fuhren mit dem Bus von Toulouse weiter nach Carcassonne. Die Region um Carcassonne war im Mittelalter Schauplatz eines besonders brutalen Religionskrieges. Um dies besser zu verstehen, gab Evelyn im Bus einen geschichtlichen Überblick und erzählte von den Katharern, einer religiösen Bewegung, die sich im 12. Jahrhundert vor allem im Süden Frankreichs verbreitete. Ihre Vorstellungen unterschieden sich stark von der katholischen Kirche, denn sie lehnten viele Lehren und Sakramente der katholischen Kirche ab. Die katholische Kirche betrachtete sie daher als Ketzer. 1209 rief Papst Innozenz III. zum Kreuzzug gegen die Katharer auf und tausende Kreuzfahrer aus Nordfrankreich zogen nach Süden. Der Kreuzzug hatte schließlich weitreichende Folgen: Die katharische Bewegung wurde gewaltsam zurückgedrängt und später durch die Inquisition verfolgt. Die Festungsstadt Carcassonne spielte während des Albigenserkreuzzugs eine schlüsselhafte, tragische Rolle. Sie war zunächst Zuflucht und Schutz der Katharer, wurde aber belagert und schließlich erobert. Wir kamen nachmittags nahe der Festung, der La Cité, an und viele von uns nutzen den Petit train und ließen sich 30 Minuten um die äußere Stadtmauer mit interessanten Erklärungen fahren. Andere bestiegen sogar die Stadtmauer. Um 18:00 Uhr fuhren wir schließlich zu unserem Hotel in Carcassonne. Wer wollte konnte sich noch im Swimmingpool erfrischen, bevor es zum Abendessen im Hotel ging. Heute gab es Cassoulet, ein Traditionsgericht Südwestfrankreichs. Von der versprochenen Ente in diesem Bohneneintopf war leider nicht viel zu sehen. Dafür gab es umso mehr „Saucisse“, also Wurst. Lecker war das Dessert: Nougat-Eis mit Montélimar-Creme.
Herrlicher Sommertag mit vielen wunderbaren Eindrücken bei der Weinverkostung und bei Bootsfahrt durch die Camarque
Heute bleiben wir erst einmal im Languedoc, dem größten Weinbaugebiet Frankreichs, und fahren zur ehemaligen Zisterzienser-Abtei Fontfroide. Sie liegt etwa 15 km südwestlich von Narbonne in einer bewaldeten Schlucht der Corbières. Der Name Fontfroide kommt aus dem Okzitanischen und bedeutet „kalte Quelle“, die bis heute auf dem Gelände entspringt. Gegründet wurde die Abtei im Jahr 1093 zunächst als Benediktinerkloster. Nach Jahrhunderten des klösterlichen Lebens kam schließlich die Französische Revolution. 1791 wurde die Abtei aufgelöst, die Mönche mussten gehen und die Gebäude wurden verkauft. Fontfroide verlor seine ursprüngliche Funktion und verfiel zunehmend. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte die Familie Fayet die Abtei und begann, sie zu retten. Gustave und Madeleine Fayet kauften Fontfroide und investierten viel Geld und Leidenschaft in die Restaurierung. Wir haben die Abtei leider nicht besichtigt. Dafür hatten wir eine tolle Weinverkostung, denn der Weinbau hat an diesem Ort eine lange Tradition. Schon die Zisterziensermönche bewirtschafteten die Ländereien der Abtei und bauten Wein an. Und so durften wir das aktuelle Weinangebot von Fontfroide kosten: Einen Weißwein (Les Terrasses Blanc 2024 – AOP Corbières), einen trockenen Muscat (Les Novices – Muscat Sec), einen Rosé (Les Terrasses – Rosé) und einen Rotwein (Les Terrasses Rouge 2023 – AOP Corbières). Der Name „Les Terrasses“ – also die Terrassen – erinnert an die Weinberge rund um die Abtei. Hier herrscht ein typisch mediterranes Klima: Viel Sonne, trockene Böden und der Einfluss des Mittelmeers. Weil Evelyn auf der Fahrt zur Weinprobe so viel über den süßen Wein aus Muscattrauben erzählt hatte, gab es zusätzlich noch einen Muscat Douce, der in Frankreich als Aperitif gereicht wird. Er war am Ende der Weinverkostung ein schöner Überraschungseffekt. Entspannt und mit ein paar Weinflaschen im Gepäck ging es weiter nach Aigues-Mortes in der Camarque. Die Camargue ist eine einzigartige Landschaft im Süden Frankreichs, ein großes Feuchtgebiet zwischen den beiden Armen der Rhône und dem Mittelmeer. Sie ist geprägt von weiten Salzseen. Wir hielten Ausschau nach den Camargue-Pferden, Camargue-Stieren und nach den Rosaflamingos. Die flachen Salzseen bieten ideale Bedingungen für große Flamingokolonien. Und tatsächlich sahen wir Flamingos. Wie fuhren einen kleinen Umweg zu einem Fotostopp an den Salinen. Dort wird bis heute Meersalz gewonnen, darunter das bekannte „Fleur de Sel“. Die rosafarbene Färbung mancher Salzseen konnten wir sogar erkennen. Sie entsteht durch Mikroorganismen, die den dort lebenden Flamingos auch ihre Farbe verleihen. Wir fuhren weiter zur Stadtmauer von Aigues-Mortes und stiegen nahe des Tour de Constance aus dem Bus aus. Der Tour de Constance diente im 13. Jahrhundert als mächtiger Verteidigungs- und Aussichtsturm. Nun hatte jeder von uns noch etwas Zeit, um Meeresfrüchte oder sonstige Leckereien zu essen oder um auf der Stadtmauer bei Sonne und Hitze die mittelalterliche Stadt zu umrunden, bevor wir uns am Nachmittag zur Bootstour an der Schiffanlegestelle wieder trafen. Wir fuhren 2 Stunden mit dem Boot auf einem Flussarm der Petit Rhône vorbei an Schilfgürteln und Tamariskenbäumen. Flamingos waren leider nur in weiter Entfernung zu entdecken. Schließlich hielten wir an einer Manade, einem traditionellen Zuchtbetrieb von Stieren. Zwei weibliche Gardians (Hüter der Herden) zeigten uns auf ihren Camargue-Pferden das Stiersortieren. Einzelne Tiere werden dabei aus der Herde isoliert. Das war beeindruckend. Nach unserer Bootsfahrt Weiterfahrt ging es weiter nach Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Ort ist besonders bekannt für seine großen Wallfahrten. Im Mai kommen viele Pilger zur Verehrung der Heiligen Sara, die Schutzheilige der Sinti und Roma. Einige von uns besuchten die Krypta der Wehrkirche von Saintes-Maries-de-la-Mer, wo die Statue der Heiligen Sara steht. Andere genossen einen Kaffee, spazierten am Strand oder genossen ein Bad im Mittelmeer. Mit den Bildern dieses erlebnisreichen Tages im Kopf endete der Tag bei einem Abendessen im Hotel in Arles.
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