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Normandie und Bretagne

Reisebericht: 16.08. – 25.08.2026

Der Westen Frankreichs, bei den Deutschen noch nicht so bekannt, ist wegen seiner Landschaft, seinen Ortsbildern, seiner Vegetation und seinem Licht eine eigene Reise wert.

Lutz Finkler

Ein Reisebericht von
Lutz Finkler

© Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL) © Lutz Finkler (Eberhardt TRAVEL)

16.8.2026 Von Dresden nach Metz

Die Normandie und die Bretagne sind, besonders von Ostdeutschland aus, immer sehr weit in der Ferne. Die Westspitze Frankreichs ist von Dresden weiter als Rom! So sind die An- und Abfahrtstage sehr lang und mühsam. Um 6 Uhr morgens ging es los vom Flughafen Dresden, in Rheinland-Pfalz am frühen Nachmittag waren wir dann vollzählig, und gegen Abend bog der Bus in die kleinen Altstadtstraßen von Metz ein, der Hauptstadt Lothringens an der Mosel. Es war noch Zeit für einen Stadtrundgang. So konnten wir das faszinierende Innere der Kathedrale wahrnehmen, wo die Fenster in allen Farben leuchteten. Auch Chagall hat seinen Beitrag hier geleistet, mit dem bei ihm vorherrschenden Blau.
Auch andere mittelalterliche Stätten wie St.-Pierre-aux Nonnains und die oktogone Templerkirche mit romanischer Malerei waren diesmal noch offen.

17.8.2026 Von Metz nach Rouen

Lothringen ist wie kaum eine andere Gegend von den grausamen Kämpfen des Ersten Weltkriegs geprägt, die einer Unzahl von Menschen das Leben gekostet haben. Bei Verdun sind die Folgen der deutschen Angriffe von 1916 noch heute zu spüren. Noch immer sieht man die Narben in der Landschaft, und eindrucksvolle Memorialbauten und riesige Friedhöfe bestimmen die Umgebung. Kompetent wurden wir von Ursula geführt, die uns in das Fort von Douaumont und in das nach dem Krieg errichtete große Beinhaus leitete.
Frankreich ist groß, und es dauerte weitere Stunden, bis man endlich die Normandie erreicht hatte. Ein Hotel mit großen Zimmern erwartete uns in Rouen.

18.8.2026 Von Rouen nach Caen

Rouen, die Hauptstadt der Normandie, ist mit ihren vielen Türmen an der mäandernden Seine gelegen. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, doch gibt es Quartiere, in denen man den Eindruck hat, man befinde sich in einer intakten Fachwerkstadt. Aufwendig ist hier restauriert worden, und man muss schon genau hinschauen, um die dahinter liegenden Viertel aus den 1950er Jahren zu entdecken.
St. Maclou ist als Kirche wie aus einem Guss im 15.Jahrhundert entstanden, ein Zeugnis der ornamentreichen Spätgotik, des sog. Flamboyant (Flammen-) Stils, finanziert durch selbstbewusst gewordene Bürger. Unweit davon geht man durch einen unscheinbaren Eingang und landet auf einem von Fachwerkhäusern umbauten Platz, einem ehemaligen Pesthof, dem Aitre de St. Maclou. Man kann das eine frühe kirchliche Sozialstation nennen. Vorbei an eindrucksvollen Fachwerkhäusern und dem Bischofspalast gelangt man zur Kathedrale, deren metallener Vierungsturm aus dem 19. Jahrhundert mit 151 m alles in Rouens Altstadt überragt. Die Fassade, deren Mittelteil so filigran ist wie Spitze, war wie geeignet für den Impressionisten Monet, die schnell wechselnden Lichtverhältnisse als Eindruck einzufangen. Wochenlang hatte er sich in einem Hotel gegenüber der Kathedrale eingemietet und produzierte über 30 Gemälde der Fassade. Weiter ging es durch die Straße der "Gros Horloge", der "Dicken Uhr". Weithin sichtbar, ist das 1527 errichtete technische Denkmal, das auch exakt die Mondphasen anzeigt, heute noch der Stolz der Stadt.
Schließlich kommt man zum Alten Marktplatz, heute geprägt von einer modernistischen Kirche aus den 1970er Jahren. Sie ist Jeanne d'Arc, der Jungfrau von Orleans, gewidmet. Hier wurde sie 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem sie von den Engländern, die sie zuvor aus Orleans vertrieben hatte, festgenommen worden war. Wer war dieses 19jährige Mädchen, und wie stellte sie es an, den französischen König zu überzeugen, sie sei die Richtige, eine ganze Armee zu vertreiben? Die Legenden grenzen ans Dunkle. Wenig später wurde sie heilig gesprochen, und noch heute findet man ihr Konterfei in vielen Schaufenstern.
Wir fuhren nun an die Küste, nach Etretat. Auch hierhin zog es die Maler, unter anderen auch wieder Claude Monet. Eindrucksvoll die Felsennadeln der Kalksteinküste und dahinter das berühmte Felsentor.
Im ebenfalls malerischen Honfleur, der kleinen Hafenstadt an der Seinemündung, hatte sich der Regen nun endgültig durchgesetzt, was den Aufenthalt etwas verkürzte. Schließlich kamen wir in Caen an.

19.8.2026 Der D–Day an der Atlantikküste

Auch an diesem Tag zeigte uns das Wetter seine unangenehme Seite. Es passte zu dem Wetter, das am 6.6.1944 an der hiesigen Atlantikküste herrschte. Das war der D-Day, der Decision Day, an dem es den Alliierten gelang, an die normannische Küste zu gelangen. Es war der Beginn der Vertreibung der deutschen Besatzer, verlustreich und allein an besagtem Tag über 12.000 Tote fordernd. Der heutige Tag zeigte also die Monumente und Resultate eines weiteren grausamen Krieges. Bei Ouistreham war die Pegasusbrücke zu besichtigen, die in der Nacht als erstes eingenommen wurde, sodann ein mächtiger deutscher Leitstand- Bunker, weiterhin das Denkmal des Dudelsackspielers Millin am Sword Beach, der bei der Befreiung eine berühmte Rolle gespielt hatte. In Douvres sahen wir eine Radarstation von Telefunken aus dem Jahr 1941, in Arromanches schließlich die gigantischen mobilen Landehäfen Mulberry A und B, die noch nach 80 Jahren unweit des Strandes im Wasser liegen. Wir fuhren am berühmtesten Strand entlang, dem Omaha Beach, an dem es auch die größten Verluste gegeben hatte, und als der Regen nachließ, besuchten wir noch die Pointe du Hoc, wo die Überreste deutscher Geschützbunker zu sehen waren und die Erde immer noch ein einziges Kraterfeld ist.
Eine lange Busfahrt brachte uns schließlich nach St. Malo - eine ganz andere Szene! Hier waren wir schon in der Bretagne.

20.8.2026 Auf dem Mont St. Michel, Austern in Cancale und Spaziergang in St. Malo

Der 50 km östlich von St. Malo gelegene, weithin sichtbare Berg des Heiligen Michael mit seiner Silhouette und seinen Bauten wurde schon „Wunder des Abendlandes“ und „Leuchtturm der Christenheit“ genannt. Er ist nach dem Eiffelturm Frankreichs meistbesuchtes Denkmal und ein Höhepunkt jeder Reise in den Westen Frankreichs. Vom Andrang sollte man sich nicht schrecken lassen, sondern sich diesen in dem Ausmaß bereits im Mittelalter vorstellen, als der Mont St.Michel bereits Pilgerort war. Der Deich von 1877, der den Zugang für alle ermöglichte, wurde inzwischen aus Renaturierungsgründen weitgehend durch eine Stelzenbrücke ersetzt.
97 ha misst die Inselanlage, ab 80 m Höhe hat man den Level der Abteikirche erreicht, 157 m über dem Meer erreicht der markante Vierungsturm, der übrigens, wie auch die Michaelsskulptur darauf, aus dem 19.Jahrhundert stammt.
Für so eine imposante Anlage gibt es natürlich einen Gründungsmythos. 708 wurde Bischof Aubert von Avranches vom Erzengel Michael in einem Traum aufgefordert, auf dem Berg eine Kirche für ihn zu gründen. Der Bischof war seinen Träumen gegenüber aber skeptisch, so dass der Erzengel handgreiflich werden musste und das Haupt Auberts „berührte“. Dieses Haupt, das sich jetzt im nahen Avranches befindet, zeigt eine runde Öffnung in der Schädeldecke. Diese Heiligengeschichte kann man übrigens auch als Relief beim Rundgang durch die Anlage erleben.
Der Bau der Abtei ging sehr langsam voran wegen technischer und statischer Schwierigkeiten. Immer wieder gab es Einstürze und obendrein Brände. Erst um 1150 konnte die heutige Kirche mit ihren normannisch-romanischen „fetten“ Wänden vollendet werden. Der elegante Chor, Ersatzbau für den eingestürzten Vorgänger, entstand von 1448 bis 1513, wirkt aber hoch- und nicht spätgotisch.
Steigt man auf dem Rundgang in die Räume unterhalb des Kirchenbodens ab, gelangt man in ein schwer zu fassendes Labyrinth von Räumen und Gängen. Nach zahlreichen Zerstörungen kamen im 13.Jh. durch Anstrengungen des französischen Königs Philippe Auguste, der den Gedanken unterstützte, aus dem Mont St.Michel eine französische Bastion zu machen, weitere Klosterbauten hinzu, zusammengefasst in dem Wunderwerk La Merveille: der riesige mehrgeschossige Bau im Norden der Anlage beherbergt mehrere gotische Säle, das Refektorium von 1220, und oben, als hängenden Garten, den Kreuzgang.
Im 14.Jh. und vor allem in der ersten Hälfte des 15.Jh. musste die Abtei im 100jährigen Krieg viele Angriffe der Engländer über sich ergehen lassen. Es ist die Zeit, in der die Anlage zur Festung ausgebaut wird. Mont St.Michel wird zum Symbol des Widerstandes. Die Lage im Meer und der gewaltige Tidenhub machten weder eine Belagerung zu Lande noch eine zu Wasser möglich.
Seit der Revolution ab 1789 wurden nicht nur die Mönche vertrieben, sondern der Mont St. Michel wurde für Jahrzehnte, bis 1863, ein Gefängnis. In die Sakralbauten wurden Zwischengeschosse für die Gefangenen eingezogen. Die Anlage wurde zwar extrem heruntergewirtschaftet, durch die Nutzung aber vor einem Dasein als Steinbruch bewahrt. 1872, im Zuge des aufkommenden Denkmalgedankens, begannen erste Restaurierungsarbeiten.

Das kleine Städtchen Cancale, das sich malerisch den Berg hinaufzieht, ist das Austernzentrum Nordfrankreichs, 6000 t werden jährlich geerntet. Am Austernmarkt direkt am Hafen kann man sich auf den Treppenstufen zur Verzehrprobe niederlassen. Wir taten das gutgelaunt, die Austern ergänzten wir mit Brot und Wein.

St. Malo, die graubraune Stadt, wirkt wie eine Festung in imposanter Lage und ist von drei Seiten vom Meer umgeben. Die Altstadt intra muros, innerhalb der dicken Mauern (auf denen man gehen sollte), wurde zu 80 Prozent im alliierten Bombenhagel zerstört. Wie Le Havre und Brest ist St. Malo ein wichtiges Zeugnis des Wiederaufbaus. 33 verlorene Gebäude wurden kopiert. Neubauten wurden im selben Material wie die Altbauten errichtet, aber die Enge der mittelalterlichen Stadt wurde vermieden. Letztere ist nur noch auf der Höhe der Burg wahrzunehmen. Insgesamt wirkt die Stadt kühl, aber sehr beeindruckend. Die Burg am Stadteingang, die Herzogin Anne, die „Kleine Bretonin“, bauen ließ (und zwar nicht für, sondern gegen die Stadt) ist heute Rathaus. Oben weht die Stadtflagge mit dem bretonischen Wappentier Hermelin, unten die französische.

21.8.2026 Von St. Malo nach Quimper

Nun ging es quer durch die Bretagne, und das Wetter spielte mit! Die Bretagne hat ohnehin mehr Sonnenscheinstunden als Deutschland, das wissen bloß nicht alle. Durch typische Bocage-Landschaft ( gekennzeichnet durch jahrhundertealte Steinwälle, auf denen Büsche und Bäume wachsen) ging es an unsere erste Steilküste, an das Kap Frehel. Eindrucksvoll steht der kleine Leuchtturm des Festungsbaumeisters Vauban (17.Jahrhundert und damit der älteste) neben seinem neueren und größeren Bruder, und 70 m unter uns rauschte der Atlantik.

Weiter westlich sorgt die rosa Granitküste für weitere Facetten dieser aufregenden Wasserkante. Wir gingen ein Stück auf dem sog. Zöllnerweg zum Strand von St.Guirec, umringt von unzähligen Steinformationen, die an Tiere, Gegenstände und sogar Menschen denken lassen. Wild aussehende Monterreyzypressen und Pinien lassen die Gegend wie auf japanischen Tuschebildern erscheinen.

Am Nachmittag erreichten wir Guimilhau, wo es einen der spektakulärsten umfriedeten Pfarrbezirke gibt. Diese "Enclos parossial" sind ein Kennzeichen des Leon, der nordwestlichen Bretagne, und es gibt sie nur hier. Sie entstanden, in Konkurrenz, in wohlhabend gewordenen Gemeinden im 16. und 17. Jahrhundert und sind ein Sonderfall der Kunstgeschichte. Neben den Kirchen entstanden hinter Mauern prachtvolle Beinhäuser und Bildstöcke (calvaires) mit Szenen aus dem Leben Jesu. Es sind theatralische Bilderbücher. Eine wohl 200köpfige Schar begleitet Christus auf seinem Leidensweg.

Nun kamen wir nach Quimper, der Hauptstadt der "Cornouaille" (vgl. Cornwall), wieder ein prachtvolles Kleinod der Fachwerkkunst und mit zahlreichen Brücken über den Odet ein spektakuläres Stadtbild formend. Quimper ist die französische Fassung von Kemper, was bretonisch ist und "Zusammenfluss" bedeutet. Herausragend die graue Kathedrale St. Corentin, deren Chor abknickt und deren schöne Turmkronen aus dem 19. Jahrhundert stammen.

22.8.2026 Die Pointe du Raz und Locronan

"Pointe" heißt Zuspitzung oder auch Messers Schneide. So laufen die Küstenabschnitte zusammen und formen die Pointe du Raz. Raz spielt auf den starken Wellengang an, von dem am Tag unseres Ausflugs allerdings nichts zu spüren war. Still spiegelte sich der Atlantik, wieder 70 m unter uns, 1654 km von Dresden entfernt, und außer der vorgelagerten Insel gibt es nichts mehr bis Amerika. Herrliches Wetter!
Ein Picknick mit dem Triumvrat der normannischen Käse (Livarot, Pont L'Eveque und Camembert), Wurst und schönem Wein ließ die Stimmung weiter steigen.
Locronan ist ein malerisches graues Dorf, in dem zahlreiche Mittelalter-Filme gedreht wurden.

23.8.2026 Concarneau, Vannes und der Tag der Steine

In Concarneau gibt es die "Ville Close", ein mit riesigen Festungsanlagen ummauertes Städtchen. Wir liefen auf den Mauern entlang. Auch hier hatte Festungsbaumeister Vauban wieder seine Hand im Spiel, als er die Anlage im 17. Jahrhundert erweiterte. Außerhalb gibt es das Cafe L'Amiral, wo Inspektor Dupin, der Filmheld, seinen von Möven bedrohten Kaffee trinkt.

Niemand stellt sich die Bretagne ohne ihre Megalithkultur vor. Ihre imposanten Steinreihen und-anhäufungen (Menhire und Dolmen) lernten wir in Carnac kennen. Sie entstanden 4000 – 2000 vor unserer Zeitrechnung und gehören somit der Jungsteinzeit an. Damals sollen hier 100.000 Menschen gelebt haben. Von denen weiß man aber trotz ihrer vielen steinernen Zeugnisse wenig. Es ist zu vermuten, dass die Steine mit Astrologie, Sonnenkult, Begräbnis- und Fruchtbarkeitsriten zu tun haben. Die Intensität, die sie ausstrahlen, ist nicht zu verkennen und lässt einiges an gestalterischer Kraft spüren. In Carnac ist alles auf die Eigenschaft als „Hauptstadt der Megalithkultur“ ausgerichtet. Dolmen und Menhire gaben der ganzen Küste Cote des Megalithes den Namen. Kaum jemanden lassen diese Monumente unbeeindruckt, gerade auch, weil sie durch ihre ungeheure Anzahl wirken. Am Infozentrum begann unser kleiner Rundgang. 1050 Menhire in 11 Reihen mit O-W-Ausrichtung gibt es hier. Es schließen sich die Steinfelder Kermario und Kerleskan an, insgesamt auf einer Länge von 4 Kilometern und einer Fläche von 40 Hektar.

Schließlich führte uns Kristin in bewährter Manier durch Vannes. Die Altstadt mit schönen Ecken betritt man im Süden an der Place Gambetta, im Rücken hat man dann den kleinen Hafen. Man geht durch die Porte St.Vincent bis zum Altstadtplatz des Lices. Vincent Ferrer war ein spanischer Kleriker, der im frühen 15.Jahrhundert die Bürger von Vannes wieder zum rechten Glauben führen sollte. Im Osten der Altstadt finden sich die ortsbildprägende Stadtmauer und dienahen Waschhäuser. Der Park im französischen Stil, mit dem die Stadtmauer inszeniert wird, wurde in seiner heutigen Form erst in jüngerer Zeit angelegt. Der zentrale Place des Lices war früher Austragungsort von Ritterturnieren. In der Rue des Halles befindet sich das Maison de Vannes mit dem viel fotografierten Holzfiguren "Vannes et sa femme"(Vannes und seine Frau). Fachwerk gibt es reichlich und es ist zum Teil hervorragend restauriert.

24.8.2026 Beginn der Rückreise mit dem Höhepunkt der Kathedrale von Chartres

Lang ist bereits der Weg von der Bretagne bis nach Paris. Wir fuhren den ganzen Tag. Angers mit seinen Apokalypse-Teppichen musste ausfallen, weil wir bei Nantes zwei Stunden im Stau gestanden hatten. Aber am Nachmittag wartete auf uns ein weiteres Unesco-Weltkulturerbe, die Kathedrale von Chartres. Mitten im platten Land gelegen, überstrahlt sie die kleine Stadt wie eine Glucke. Es ist die wohl berühmsteste Kathedrale überhaupt (auch wenn Notre Dame in Paris, Reims und Amiens anderer Meinung sein mögen) und die einzige unveränderte. Das, was wir hier vor uns sahen, hat ein Mensch vor knapp 800 jahren schon ganz genauso gesehen. Das Portal zeigt die ersten gotischen Figuren überhaupt, sie sind langgestreckt und sehen zum Teil geradezu asiatisch aus! Alle Wirkung, die die Bauweise und Gedankenwelt der Gotik hervorgebracht haben, werden aber durch die unvergleichlichen Fenster im Inneren erzielt. Die Archietektur ist fast nur so etwas wie ein Schrein für diese Farbglasfenster. Das Blau ist so spektakulär, das ein eigener Ausdruck dafür gefunden wurde: das "Bleu de Chartres".

25.8.2026 Von Paris nach Dresden

Anstrengend nun auch die fast 1000 Kilometer lange Rückreise vom Rand von Paris bis nach Dresden. Der Preis, den man zahlen muss, um eine der schönsten gegenden Europas kennengelernt zu haben. Wilde Zypressen, steinerne und durch Fachwerk geprägte Städte, Kathedralen, Wein und Essen. Der Wechsel von den roten Ziegelbauten bei Etretat über die hellbraunen Ortsbilder der zentralen Normandie bis zu den weißen Häusern am Meer der Bretagne. Die Steilküste. Sonne und Regen. Die Erinnerung sollte bleiben!


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