Frankreichrundreise in die Normandie und Bretagne
Reisebericht: 06.09. – 15.09.2026
Von der geschichtsträchtigen Normandie in die wilde Bretagne - eine abwechslungsreiche Reise mit beeindruckenden Küsten, faszinierenden Landschaften, Kultur, Genuss und vielen gemeinsamen Erlebnissen.
Ein Reisebericht von
Sabine Möllering-Stork
Ankommen in Metz – erste Eindrücke von der Stadt
Um 6 Uhr morgens beginnt unsere Reise am Flughafen Dresden. Acht Gäste sind bereits dabei, und unterwegs kommen an verschiedenen Zustiegsstellen weitere Mitreisende dazu. So wächst unsere Gruppe nach und nach. Zwei Gäste reisen direkt nach Metz und werden später dort zu uns stoßen.
Die Fahrt Richtung Westen ist lang, aber die Stimmung im Bus ist gut. Gegen 16:45 Uhr erreichen wir schließlich Metz. Nach der langen Anreise geht es zunächst ins Hotel. Der Check-in ist schnell erledigt, die Koffer sind auf den Zimmern verstaut – und viel Zeit bleibt uns nicht, denn wir möchten noch einen ersten Eindruck von Metz bekommen.
Unser erster Weg führt uns zur imposanten Kathedrale Saint-Étienne, die auch den schönen Beinamen „Laterne Gottes“ trägt. Schon beim Betreten des Gotteshauses wird deutlich, woher dieser Name kommt: Das Licht fällt durch die riesigen Glasfenster und lässt den Innenraum in ganz unterschiedlichen Farben erstrahlen. Die Kathedrale mit ihren rund 6.500 Quadratmetern Fensterfläche ist zweifellos einer der Höhepunkte von Metz.
Von dort führt unser Rundgang weiter durch die Stadt. Wir schlendern am Marché Couvert vorbei. Auch die Kaufmannshäuser an der Place d’Armes fallen uns ins Auge. Die typischen Laubengänge und der markante Zinnenkranz erzählen noch heute von der bewegten Geschichte der Stadt. Weiter geht es zur Place Saint-Louis, einem der schönsten Plätze der Stadt, der sofort einen besonderen Charme versprüht. Anschließend sehen wir den Temple Neuf, der malerisch auf einer kleinen Insel in der Mosel liegt. Trotz der fortgeschrittenen Stunde bekommen wir so bereits einen schönen ersten Eindruck von Metz.
Um 19:30 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Nach der langen Anreise und unserem ersten Stadtrundgang gibt es viel zu erzählen und erste Eindrücke werden ausgetauscht.
Für einige aus unserer Gruppe ist der Tag damit aber noch nicht zu Ende. Sie machen sich nach dem Essen noch einmal auf den Weg in die Innenstadt und erleben Metz bei Dunkelheit. Die beleuchteten Gebäude und Plätze verleihen der Stadt am Abend noch einmal eine ganz andere Atmosphäre.
Ein langer erster Reisetag geht damit zu Ende – mit vielen neuen Eindrücken und der Vorfreude auf das, was uns in den nächsten Tagen erwartet.
Von Metz zu den Schlachtfeldern von Verdun – Weiterfahrt nach Rouen
Nach dem Frühstück starten wir in Metz und fahren mit unserem Reisebus weiter Richtung Westen. Unser erster Stopp ist Verdun, das vor allem durch die schweren Kämpfe des Ersten Weltkriegs bekannt wurde.
In Verdun werden wir von unserer Reiseleiterin Ursula begleitet. Sie versteht es sehr gut, uns die damaligen Ereignisse anschaulich zu erklären und die Zusammenhänge verständlich zu vermitteln. Dadurch bekommen wir einen guten Eindruck davon, was sich hier 1916 während der monatelangen Kämpfe abgespielt hat.
Wir besuchen das Beinhaus von Douaumont und den großen Soldatenfriedhof mit seinen vielen weißen Kreuzen. Auch das nahegelegene Fort Douaumont sehen wir uns an. Die erhaltenen Mauern und Gewölbe vermitteln einen Eindruck von der damaligen Befestigungsanlage und den Kämpfen, die hier stattgefunden haben.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt durch die Champagne fort. Die Region ist vor allem für ihren berühmten Schaumwein bekannt. Die sanft hügelige Landschaft mit ihren zahlreichen Weinbergen begleitet uns ein Stück des Weges.
Später erreichen wir die Picardie, eine Region im Norden Frankreichs, die für ihre weiten Landschaften, historischen Städte und beeindruckenden gotischen Kathedralen bekannt ist. Während der Fahrt können wir die unterschiedlichen Landschaftsbilder beobachten und die Eindrücke von Verdun noch einmal auf uns wirken lassen.
Am Abend erreichen wir Rouen, wo wir unser Hotel beziehen. Ein langer Reisetag mit vielen geschichtlichen Eindrücken geht zu Ende.
Felsentore Étretat, Pont de Normandie, Stadtrundgang in Honfleur und Weiterfahrt nach Caen
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Kathedrale von Rouen. Dort treffen wir unsere Reiseleiterin Nina zu unserem Stadtrundgang. Mit ihrer unterhaltsamen und kurzweiligen Art führt sie uns durch Rouen und erzählt uns einiges über die Geschichte der Stadt.
Wir sehen die imposante Kathedrale Notre-Dame, die durch die zahlreichen Gemälde von Claude Monet bekannt wurde. Auch die Gros Horloge, die Fachwerkhäuser und die historischen Gassen gehören zu unserem Rundgang. Natürlich darf auch Jeanne d’Arc nicht fehlen. Auf dem Place du Vieux-Marché erfahren wir mehr über die junge Frau, die 1431 hier auf dem Scheiterhaufen starb. Nina schafft es, die Geschichte so zu erzählen, dass man ihr gerne zuhört und sich die Ereignisse ein Stück besser vorstellen kann.
Danach heißt es wieder einsteigen und wir fahren nach Étretat. Dort empfängt uns zunächst Regen. Wir nehmen deshalb den Petit Train bis zur Kapelle. Oben angekommen, haben wir Glück: Es ist trocken und die Sicht auf den Strand und die verschiedenen Felsformationen ist frei. Auch die bekannte „Nadel“ und der „Elefant“ sind gut zu erkennen.
Weiter geht es zur Pont de Normandie. Die imposante Schrägseilbrücke beeindruckt uns schon beim ersten Anblick. Auf der Brücke selbst bekommen wir den kräftigen Wind ordentlich zu spüren. Die Pont de Normandie gilt auch als „Tor zur Normandie“ und verbindet die beiden Ufer der Seine.
Weiter geht es nach Honfleur. Bei einem kleinen Rundgang gehen wir zum Vieux Bassin und zur ältestesten Holzkirche Frankreichs, die Église Sainte-Catherine. Anschließend bleibt noch etwas Zeit zur freien Verfügung, bevor wir weiter nach Caen fahren und dort unser Hotel beziehen.
Landungsstrände der Normandie und Weiterfahrt nach St. Malo in der Bretagne
Heute liegt ein besonders geschichtsträchtiger Tag vor uns. Wir fahren entlang der Landungsstrände der Normandie und besuchen Orte, an denen am 6. Juni 1944, dem D-Day, die alliierte Invasion begann. Mehr als 150.000 alliierte Soldaten gingen an diesem Tag an der Küste der Normandie an Land, um die Befreiung Westeuropas von der deutschen Besatzung einzuleiten.
Unser erster Halt ist die Pegasus-Brücke am Canal de Caen. In der Nacht zum 6. Juni 1944 wurde sie von britischen Fallschirmjägern eingenommen. Die Brücke war strategisch wichtig, um die Verbindung über den Kanal zu sichern und einen deutschen Gegenangriff auf die gelandeten Truppen zu erschweren. Heute ist es kaum vorstellbar, dass hier damals innerhalb weniger Minuten um diesen wichtigen Übergang gekämpft wurde.
Danach fahren wir zum Sword Beach, dem östlichsten der fünf alliierten Landungsabschnitte. Hier landeten am Morgen des 6. Juni britische Truppen. Am Strand befindet sich auch der große deutsche Bunker, der Teil des Atlantikwalls war. Die massiven Betonwände und die erhaltenen Anlagen geben uns einen Eindruck davon, wie stark die Küste damals befestigt war.
Unsere Fahrt führt uns anschließend zum Juno Beach nach Courseulles-sur-Mer. Im Juno Beach Centre erfahren wir mehr über die kanadischen Soldaten und ihren Einsatz am D-Day. Besonders interessant ist das Canada House, das als erstes Haus an diesem Strandabschnitt von den kanadischen Soldaten befreit wurde. Heute wirkt es eher unscheinbar – umso beeindruckender ist der Gedanke, welche Bedeutung dieser Ort am 6. Juni 1944 hatte.
Später erreichen wir den amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Hier ruhen mehr als 9.000 amerikanische Soldaten, die während der Kämpfe in der Normandie gefallen sind. Die langen Reihen der weißen Grabkreuze und Davidsterne reichen bis hinunter zum Meer. Wir werden hier ganz automatisch still. Es ist ein Ort, der einem die Dimensionen der damaligen Ereignisse noch einmal sehr deutlich vor Augen führt.
Nach dem Besuch des amerikanischen Soldatenfriedhofs in Colleville fahren wir weiter nach Bayeux. Die Stadt blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen verschont und konnte ihre historische Altstadt bewahren. Bei einem kurzen Stadtrundgang sehen wir die Kathedrale Notre-Dame de Bayeux und schlendern durch die kleinen Straßen der Innenstadt.
Am Omaha Beach besuchen wir das Denkmal „The Braves“ und das Signal Monument. Omaha Beach war einer der am stärksten umkämpften Landungsabschnitte. Die amerikanischen Soldaten trafen hier auf starken deutschen Widerstand und mussten schwere Verluste hinnehmen. Heute ist der Strand ruhig und weitläufig – nur wenige Dinge erinnern auf den ersten Blick an die Kämpfe von damals.
Zum Abschluss unseres Tages besuchen wir Arromanches. Hier entstand nach der Landung ein künstlicher Mulberry-Hafen, über den in den folgenden Wochen große Mengen an Soldaten, Fahrzeugen und Material an Land gebracht wurden. Von der Küste aus können wir noch heute Reste der gewaltigen Hafenanlage im Meer erkennen. Nach all den Orten, die wir heute gesehen haben, ist dies ein passender letzter Halt, um das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen.
Danach verlassen wir die Normandie und fahren weiter in die Bretagne nach St. Malo. Unser Hotel liegt direkt am Atlantik. Von hier aus können wir in der Ferne bereits den Mont-Saint-Michel sehen. Morgen werden wir ihn aus der Nähe erleben.
Besuch des Mont Saint–Michel, Austernverkostung in Cancale, Stadtrundgang in Saint Malo
Heute steht mit dem Mont-Saint-Michel ein ganz besonderer Ort auf unserem Programm. Schon von weitem sehen wir den markanten Klosterberg, der mitten im Wattenmeer vor der Küste liegt. Nach unserem gestrigen Blick aus der Ferne können wir ihn nun endlich aus der Nähe erleben.
Die Geschichte des Mont-Saint-Michel reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Über viele Jahrhunderte war der Berg ein wichtiger Wallfahrtsort und wurde immer weiter befestigt. Heute leben nur noch wenige Menschen innerhalb der kleinen Ortschaft, die sich rund um das Kloster zieht.
Wir nehmen uns Zeit, die Anlage zu erkunden und steigen durch die engen Gassen hinauf zum Kloster. Oben angekommen, eröffnen sich immer wieder neue Blicke auf das Meer und die weitläufige Landschaft. Die verschiedenen Bauabschnitte zeigen, wie sich die Anlage über die Jahrhunderte verändert hat.
Am Nachmittag fahren wir weiter nach Cancale. Bei schönem Wetter erreichen wir den kleinen Küstenort, der vor allem für seine Austern bekannt ist. Schon Julius Cäsar und später Ludwig XIV. sollen die Austern aus dieser Region geschätzt haben.
Da gerade Ebbe ist, können wir die Austernbänke vor der Küste gut sehen. Ein ungewohnter Anblick: Dort, wo bei Flut das Meer liegt, erstrecken sich nun die Anlagen der Austernzüchter über den freiliegenden Meeresboden.
Anschließend dürfen wir verschiedene Austern probieren. Die Verkostung findet direkt auf den Steintreppen am Hafen statt. Bei dem schönen Wetter sitzen wir draußen, schauen auf das Meer und probieren uns durch die unterschiedlichen Sorten. Für einige von uns ist es das erste Mal, Austern zu essen, und entsprechend neugierig wird probiert. Die ungezwungene Atmosphäre macht diesen Moment zu einer schönen Pause auf unserer Reise.
Danach fahren wir zurück nach St. Malo. Nach dem Check-in bleibt noch Zeit für einen kurzen Stadtrundgang. Wir gehen ein Stück entlang der Stadtbefestigung und sehen die Kathedrale sowie das Haus von Anne de Bretagne. So bekommen wir noch einen ersten Eindruck von der alten Korsarenstadt.
Zum Abendessen kehren wir im Restaurant Le Chateaubriand ein. Schon beim Betreten fällt uns die opulente Einrichtung auf: viel dunkles Holz, große Spiegel, schwere Stoffe und eine etwas nostalgische Atmosphäre. Das Restaurant wirkt fast wie aus einer anderen Zeit. Hier lassen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.
Cap Fréhel, Ploumanac'h an der Rosa Granitküste, Calvaire von Guimiliau
Heute steht die bretonische Küste mit ihrer besonderen Landschaft auf unserem Programm. Unser erster Halt ist das Cap Fréhel an der Smaragdküste. Die Klippen ragen rund 70 Meter über dem Meer auf und bei unserem Spaziergang weht uns ordentlich der Wind um die Nase. Unten schlagen die Wellen gegen die Felsen und vor uns liegt die Weite des Atlantiks. In der Ferne können wir sogar das Fort La Latte erkennen, das auf einer Landzunge direkt am Meer liegt und früher zur Verteidigung der bretonischen Küste diente.
Von hier aus geht es weiter nach Ploumanac’h an die Rosa Granitküste. Ihren Namen verdankt sie den rosafarbenen bis rötlichen Granitfelsen, die hier überall entlang der Küste zu finden sind. Das Gestein ist vor rund 300 Millionen Jahren entstanden und wurde über Jahrtausende durch Wind und Wasser geformt. So sind die teilweise riesigen und bizarr geformten Felsblöcke entstanden, die heute Namen wie „Napoleons Hut“, „Liebespaar“ oder „Schlafender Hase“ tragen.
Wir gehen ein kurzes Stück auf dem berühmten Zöllnerpfad, dem GR 34. Der Fernwanderweg führt heute auf vielen Kilometern direkt an der bretonischen Küste entlang. Seinen Namen verdankt er den früheren Zöllnern, die einst auf diesen Wegen unterwegs waren, um die Küste zu überwachen und Schmuggler aufzuspüren. Heute geht es hier deutlich entspannter zu – wir genießen die Aussicht auf das Meer und die ungewöhnlichen Granitformationen.
Am Nachmittag steht mit Guimiliau noch ein ganz anderer Teil der Bretagne auf dem Programm. Hier besuchen wir einen sogenannten umfriedeten Pfarrbezirk, einen für die Bretagne typischen religiösen Komplex. Kirche, Friedhof, Torbogen, Beinhaus und vor allem der reich verzierte Kalvarienberg gehören hier zusammen.
Der Calvaire von Guimiliau ist besonders beeindruckend. Mehr als 200 Figuren sind in die zahlreichen Szenen eingearbeitet und erzählen Geschichten aus der Bibel und dem Leben Jesu. Beim näheren Betrachten entdeckt man immer wieder neue Figuren und Einzelheiten.
Am Abend erreichen wir Quimper und unser Hotel mitten in der Altstadt. Zum gemeinsamen Abendessen sind wir im Café de l’Epée, einem bekannten und traditionsreichen Restaurant mitten im Herzen von Quimper. Das Café ist seit vielen Jahren eine feste Adresse in der Stadt und liegt nur wenige Schritte von der Kathedrale Saint-Corentin und dem Fluss Odet entfernt. Wir sitzen in gemütlicher Runde zusammen und lassen uns das Abendessen schmecken.
Ausflug zur Cornouaille: Audiernes, Pointe du Raz mit Picknik–Stopp, Pointe du Van, Locronan
Heute erkunden wir die westliche Cornouaille und machen uns auf den Weg an die äußerste Spitze der Bretagne. Bevor wir zur Küste fahren, machen wir in Audierne halt an einem französischen Supermarkt. Hier kaufen wir Baguette, Käse, Obst und einige andere französische Spezialitäten für unser Mittagspicknick.
Unser erstes Ziel ist die Pointe du Raz. Die zerklüfteten Felsen ragen weit in den Atlantik hinaus, vor uns liegt nur noch das Meer bis zum Horizont. Nicht umsonst wird die Pointe du Raz auch als „Ende der Welt“ bezeichnet. Früher war dieser Küstenabschnitt für die Schifffahrt nicht ungefährlich. Starke Strömungen, vorgelagerte Felsen und das wechselhafte Wetter machten die Umrundung der Landspitze schwierig. Die Wellen treffen auf die vorgelagerten Riffe und zeigen, warum diese Küste früher bei den Seefahrern gefürchtet war. Viele bretonische Geschichten und Legenden erzählen von den Gefahren des Meeres.
Bei schönstem Sonnenschein suchen wir uns Mittags einen Platz an den Picknicktischen. Dort wartet bereits eine kleine Überraschung auf uns: Ein liebevoll vorbereitetes Picknick mit Baguette, Käse, Obst, Cidre und weiteren französischen Leckereien. Gemeinsam sitzen wir in der Sonne und genießen unsere Mittagspause. Der Platz für unser Picknick könnte kaum besser sein.
Danach fahren wir an der Baie des Trépassés vorbei zur Pointe du Van. Der Name bedeutet „Bucht der Verstorbenen“ und geht auf alte bretonische Überlieferungen zurück. An der Pointe du Van steht die kleine Kapelle Saint-They, die dem heiligen They, dem Schutzpatron der Seeleute, gewidmet ist. Von hier oben reicht der Blick über die Baie des Trépassés bis hinüber zur Pointe du Raz. Bei dem klaren Wetter können wir beide Landspitzen gut erkennen.
Am Nachmittag geht es zurück durch die Landschaft der Cornouaille nach Locronan. Der Ort wurde durch den Handel mit Segeltuch wohlhabend, das unter anderem für die Segel der Schiffe verwendet wurde. Die alten Granithäuser und der historische Ortskern erinnern noch heute an diese Zeit. Locronan wurde außerdem mehrfach als Kulisse für historische Filme genutzt.
Am Abend sind wir wieder in Quimper und essen erneut im Café de l’Epée. Nach diesem Tag mit Atlantik und Sonne sitzen wir noch einmal gemeinsam zusammen und lassen den Abend gemütlich ausklingen.
Ville Close in Concarneau, Menhirfelder von Kerzerho und Carnac, Stadtrundgang in Vannes
Heute verlassen wir Quimper und fahren weiter an die Südküste der Bretagne. Unser erster Halt ist Concarneau. Wir besuchen die Ville Close, die befestigte Altstadt, die auf einer kleinen Insel im Hafen liegt. Durch das alte Stadttor gelangen wir in die engen Gassen, in denen sich kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants aneinanderreihen. Die mächtigen Mauern erinnern noch heute daran, dass Concarneau früher vor allem als wichtiger Hafen und befestigte Stadt eine große Bedeutung hatte. Wir haben Zeit, die Ville Close auf eigene Faust zu erkunden und ein wenig durch die Gassen zu bummeln.
Danach fahren wir weiter Richtung Quiberon. Unterwegs legen wir einen kurzen Fotostopp bei den Steinreihen von Kerzerho ein. Die gewaltigen Steine stehen hier seit Jahrtausenden in der Landschaft und geben bis heute Rätsel auf. Wer sie aufgestellt hat und welchem Zweck die Anlagen ursprünglich dienten, ist nicht eindeutig geklärt.
Unsere Fahrt führt uns anschließend entlang der Côte Sauvage, der „wilden Küste“, in Richtung Quiberon. Die Landschaft verändert sich, das Meer ist immer wieder zu sehen und die Küste zeigt sich von ihrer rauen Seite. Unterwegs sehen wir das Fort de Penthièvre. Die Festung liegt auf der schmalen Landenge zwischen der Halbinsel Quiberon und dem Festland und sollte diesen strategisch wichtigen Zugang zur Halbinsel schützen.
Über die Landenge von Penthièvre fahren wir weiter nach Carnac. Hier erwarten uns die berühmten Alignements, die kilometerlangen Reihen aus mehreren tausend Menhiren. Die Steine wurden bereits in der Jungsteinzeit aufgestellt und sind damit mehrere tausend Jahre alt. Bis heute weiß niemand genau, welchen Zweck diese gewaltige Anlage ursprünglich hatte. Bei unserer Fahrt mit dem Petit Train bekommen wir einen guten Überblick über die verschiedenen Steinreihen und ihre Ausmaße. Je länger man die Reihen betrachtet, desto mehr fragt man sich, wie die Menschen diese gewaltigen Steine vor so langer Zeit hierhergebracht und aufgestellt haben.
Am Nachmittag erreichen wir Vannes. Die Stadt hat eine über 2.000-jährige Geschichte und war über Jahrhunderte ein wichtiges Zentrum der Bretagne. Bei unserem Rundgang mit Kristin lernen wir die Altstadt kennen. Sie erzählt uns interessant und kurzweilig von der Geschichte der Stadt und zeigt uns die alten Fachwerkhäuser mit ihren bunten Fassaden und den teilweise ungewöhnlich schiefen Wänden. Besonders schön ist die Darstellung von „Vannes et sa femme“ an einem Haus in der Altstadt – zwei steinerne Figuren, die seit Jahrhunderten von der Fassade auf die vorbeigehenden Besucher schauen.
Wir schlendern durch die kleinen Gassen, vorbei an der Kathedrale Saint-Pierre und entlang der alten Stadtmauer. Durch Kristins Erklärungen wird Vannes für uns lebendig, und wir bekommen einen guten Eindruck von der Geschichte und dem besonderen Charakter der Stadt.
Nach der Stadtführung beziehen wir unser Hotel. Beim gemeinsamen Abendessen sitzen wir noch einmal zusammen und lassen die Eindrücke des Tages Revue passieren. Danach geht ein weiterer erlebnisreicher Tag unserer Bretagne-Reise zu Ende.
Angers mit dem Teppich der Apokalypse und weiter nach Chartres
Heute verlassen wir Vannes und machen uns auf den Weg nach Angers. Unser Ziel ist das mächtige Château d’Angers, das hoch über dem Fluss Maine liegt. Schon von außen fallen die gewaltigen Mauern und die zahlreichen Türme aus dunklem Schiefer auf. Die Burg entstand im 13. Jahrhundert unter Ludwig IX. und sollte die strategisch wichtige Stadt und das umliegende Gebiet schützen.
Im Inneren wartet etwas ganz Besonderes auf uns: der berühmte Teppichzyklus der Apokalypse. Der rund 100 Meter lange Wandteppich entstand im 14. Jahrhundert im Auftrag von Herzog Ludwig I. von Anjou. Auf den einzelnen Szenen wird die Offenbarung des Johannes dargestellt. Die vielen Figuren und Details erzählen Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit.
Von Angers aus fahren wir weiter nach Chartres. Schon von Weitem sind die beiden Türme der berühmten Kathedrale zu sehen. Die Cathédrale Notre-Dame de Chartres gehört zu den bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Nach einem Brand im Jahr 1194 wurde sie innerhalb weniger Jahrzehnte wieder aufgebaut. Im Inneren nehmen wir uns Zeit, die mittelalterlichen Glasfenster anzusehen. Ein großer Teil der Fenster stammt noch aus dem 13. Jahrhundert, rund 170 Fenster sind erhalten geblieben. Durch die farbigen Scheiben fällt das Licht in kräftigen Blau-, Rot- und Goldtönen in den Kirchenraum. Besonders bekannt ist das kräftige Blau, das als „Chartres-Blau“ bezeichnet wird. Es leuchtet je nach Lichteinfall ganz unterschiedlich und ist vor allem in den großen Fenstern der Kathedrale zu sehen. Viele Fenster erzählen biblische Geschichten, aber auch vom Leben der Menschen im Mittelalter. Besonders schön ist es, die vielen kleinen Einzelheiten in den Fenstern zu entdecken.
Am späten Nachmittag fahren wir weiter zu unserem Hotel östlich von Paris. Damit sind wir nun schon auf der Rückreise und merken, dass unsere gemeinsame Zeit in Frankreich langsam zu Ende geht. Die Tage in der Bretagne liegen hinter uns, und mit Angers und Chartres haben wir noch einmal zwei sehr unterschiedliche und interessante Orte kennengelernt.
Rückreise nach Dresden
Nach dem Frühstück heißt es heute Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Um 07:30 Uhr starten wir mit unserem Bus. Die Fahrt verläuft gut und so kommen wir Stück für Stück unserer Heimat näher. Unterwegs verabschieden wir uns nach und nach von unseren Gästen, die ihre Heimatort erreichen.
Gegen 21:30 Uhr erreichen wir schließlich Dresden. Damit endet unsere gemeinsame Reise, die uns in den vergangenen Tagen durch viele schöne Orte und Regionen Frankreichs geführt hat. Ein besonderer Dank geht an unseren Busfahrer Jörg, der uns während der gesamten Reise sicher und mit viel Ruhe gefahren hat.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Gästen für die angenehme Reise, das entgegengebrachte Vertrauen und die vielen netten Gespräche. Es hat mir viel Freude gemacht, diese Rundreise gemeinsam mit Ihnen zu erleben.
Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gute Zeit und sage von Herzen: Merci beaucoup, au revoir et à bientôt - bis zum nächsten Mal.
Ihre Reiseleiterin
Sabine Möllering-Stork
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