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Eberhardt– Radreise in das Tal der LOIRE

Reisebericht: 05.09. – 13.09.2026

Die Loire ist mit ihren 1.006 km der längste Fluss Frankreichs. Diesen wollen wir, eine Gruppe von 20 Radenthusiasten, dem Reisebegleiter Gerd und dem Reiseleiter Dieter, per Rad erkunden.

Dr. Dieter Braune

Ein Reisebericht von
Dr. Dieter Braune

2026-09_LOIRE: Schloß in Sully-sur-Loire – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Unsere Arbeitsmittel – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: 1. Pause am Fluss – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: 1. Pause am Fluss – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Orleans - Stadtfest – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: mittelalterl. Brücke von Beaugency  – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Château Chenonceau - Innen – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Château Langeais – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Tours - Place Plumerau - Nachtleben – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Rückblick – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Chinon - Weingut – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026-09_LOIRE: Metz - Innenstadt – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag – 05.09.2026, Samstag: Bus–Anreise nach Troyes

„Go west“, auf nach Frankreich an die schöne Loire! Ein Großteil der Räder haben Gerd und Dieter schon einen Tag zuvor in den Eberhardt Radanhänger eingeladen.
Die ersten Gäste starteten ihre Reise bereits um 05:00 Uhr am Eberhardt- Betriebshof in Kesselsdorf, bei Dresden. Die nächsten Räder mussten am Flughafen Dresden in den Hänger.
Mit Stopps in Nossen und Weimar ging es in Richtung Westen. Als auch die letzten Gäste zugestiegen waren, begann Dieter mit seinem Programm, inkl. der Sicherheits-Belehrung.
Am Rasthof Eisenach war Fahrerwechsel und Maximilian (Max) übernahm den Führerstand. Da wir keine Zustiege in Mannheim oder Grünstadt mehr hatten, wählte Max die kürzere Route über die BAB 63.
Nach dem wir die französische Grenze überfahren hatten erfuhren alle Gäste viel Wissenswertes über die Französische Geschichte, die Sprache und weitere landestypische Besonderheiten.
Nach 986 km im Bus erreichten wir um 19:35 Uhr unser erstes Hotel in Troyes, dem Zentrum der Textilindustrie, wo auch die Fa. Lacoste ihre Hauptproduktionsstätte hat. Beim ersten gemeinsamen Abendessen lernten wir uns untereinander näher kennen.

2. Tag – 06.09.2026, Sonntag: Sully–sur–Loire – Radtour nach Jargeau – Orléans

Bis zu unserem ersten Fahrradstart hatten wir noch ca. 180 km mit dem Bus zu fahren. In Sully-sur-Loire erreichten wir endlich den längsten Fluss Frankreichs. Max konnte direkt vor dem gleichnamigen Château parken. Im Schlosspark waren, in Vorbereitung der Tanzveranstaltung „Bal a Fernand“, viele Zelte aufgestellt. Wir besichtigten die Außenanlage dieses Wasserschlosses, dessen Ursprung auf eine mittelalterliche Festung aus dem späten 14. Jahrhundert zurückgeht. Dieses Château ist gleichzeitig das östlichste Tor des UNESCO-Welterbes „Loire- Tal“.
Nach einen kurzen Gang durch das beschauliche Örtchen und einer kleinen Stärkung „sattelten“ wir unsere Fahrräder. Wie immer musste an den Leihrädern einiges eingestellt oder getauscht werden. Dann ging‘s los!
Unsere erste Tour führte uns gleich am Anfang über eine Loire-Radbrücke. Von hier hatten wir einen guten Blick über den, nur wenig Wasser führenden Fluss und unser 1. Loire- Schloss.
Weiter ging es am Ufer der naturbelassenen Loire entlang, wo wir auch an einem kleinen Picknick-Platz die erste Pause einlegten. Kurze Zeit später erreichten wir in Sant-Benoît-sur-Loire die Abtei Fleury. Als erstes schauten wir uns das tolle, aus dem 12. Jahrhundert stammende Relief über dem Nordportal der Kirche an. Nach vielen Jahren Bauzeit waren endlich die Rüstungen gefallen. Dann gingen wir durch den in 9 gleiche Teile geteilten Eingangsbereich des Westturmes in den Innenraum, mit dem sehenswerten Gestühl und dem aus dem 5.-6. Jahrhundert stammenden Mosaik- Fußboden. In der, mit sehr massiven Pfeilern ausgestatteten Krypta werden, in einer mit Kerzen beleuchteten Nische, die Reliquien des Heiligen Benedikts aufbewahrt.
Dann fuhren wir weiter zum Oratorium des Theodulfs, der im 7. Jahrhundert Bischof von Orléans, Abt im Kloster Fleury und zugleich Berater „Karl dem Großen“ war. Hier konnten wir das wunderschöne, aus 130 000 Glasteilen bestehende, älteste karolingische Mosaik nördlich der Alpen bewundern. Das 806 fertiggestellt Mosaik zeigt die geöffnete Bundeslade (die Arche des Bundes), umgeben von großen Engeln mit ausgestreckten Flügeln.
In Jargeau wurden die Räder wieder verladen und Dieter machte uns auf der Weiterfahrt nach Orléans mit dem kurzen, aber ereignisreichen Leben und dem grausamen Tod der französischen Nationalheldin „Jeanne d’Arc“ vertraut. Diese sehr junge und mutige Frau beeinflusste auch nach ihrem frühen Tod die Geschichte der Stadt Orléans und ganz Frankreichs.
In Orléans angekommen ließ uns Max am Theater aussteigen. Durch die sehr belebte Stadt, denn es war an diesem Wochenende Stadtfest, gingen wir zuerst zur Kathedrale. Dieses Bauwerk wurde nach einer Bauzeit von 220 Jahren 1829 geweiht. Wir bestaunten vor allem die fantastischen Glasfenster, auf denen u.a. auch das Leben und das Leid von Jeanne d’Arc sehr lebendig dargestellt ist. Die vielen Fahnen und Standarten, die alle etwas mit dem Leben und Wirken von Jeanne d’Arc zu tun haben, geben diesem sakralem Bau eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre.
Vorbei am Rathaus, dem Hôtel de Ville, und dem Hôtel Graslot erreichten wir den zentralen Platz Orléans, den „Place du Martroi“. Wie in fast jeder französischen Stadt steht auch hier ein kleines, altes Kinderkarussell. Durch die, anlässlich des Stadtfestes aufgebauten vielen Buden und Stände kam die große „Statue de Jeanne d’Arc“ gar nicht so richtig zur Wirkung.
Über die Rue Jeann d’Arc, mit dem fantastischen Blick auf die Kathedrale, liefen wir zurück. Es war schön anzusehen, dass das von der Sonne angestrahlte Bauwerk durch keine störenden Oberleitungen der Tram verdeckt war.
Danach brachte uns Max in unser Hotel, welches etwas außerhalb des Centrums von Orléans lag.

3. Tag – 07.09.2026, Montag: Beaugency – Schloss Chambord und Blois – Weiterreise nach Tours

Am frühen Morgen erwartete uns zum Frühstück ein tolles Brotbuffet und vielen französischen Käsesorten.
Nach einer einstündigen Anfahrt ließ uns Max an der, aus dem 12.Jahrhundert stammenden mittelalterlichen Brücke von Beaugency aussteigen. Die Gruppe machte einen kleinen Spaziergang durch dieses schöne Städtchen. Vorbei am Château de Beaugency, dem 36 m hohem Donjong (Wohnturm) aus dem 11. Jahrhundert und der aus dem 12. Jh. stammenden Kirche „Notre Dame“ erreichten wir das Ortszentrum. Einige machten noch einen kleinen Abstecher zum Rathaus. Auf dem Place du Martroi war eine Plastik aufgestellt, die uns zu einer Diskussion über den Sinn dieses Kunstobjektes anregte.
Parallel zu unserem Stadtrundgang waren die Räder wieder durch Geisterhand entladen worden, so dass wir gleich zu unserer heutigen Tour starten konnten. Über Kieswege und auf dem Hochwasserdamm fuhren wir am Fluss entlang. Wir machten an einem alten Atomkraftwerk eine kurze Trinkpause. Dieter berichtete über die französische Energiepolitik. Nach einer weiteren Pause am Loire- Ufer in Saint-Dyé erreichten wir das erste Highlight dieser Frankreichtour, das Schloss Chambord. Diesen Prunkbau hat König Franz I. Anfang des 16. Jahrhunderts, unter Mithilfe seines Freundes Leonard da Vinci, als Jagdschloss bauen lassen. Es umfasst 440 Zimmern, die mit 365 Kaminen beheizt werden konnten. Nach einer kurzen Stärkung an Max’s Brasserie führte uns Dieter durch das Schloss. Anschließend konnte jeder, individuell, das riesige Schloss noch weiter erkunden. Um 15:00 Uhr ging es wieder auf die Räder. Am Château Ménars, das 1760 von der Marquise de Pompadeur, der Mätresse von König Ludwig XV., erworben wurde, machten wir nochmals eine Trinkpause.
Kurz vor dem tollen Loire-Blick auf die alte Königsstadt Bloise war unser Radweg gesperrt und wir mussten kurzzeitig, am Rande der Hauptstraße, die Räder schieben.
Durch enge Gassen und dann einen Berg hoch erreichten wir den Schlossplatz von Blois. Vor dem beeindruckenden Portal, mit den schönen Ornamenten (Stachelschwein etc.) parkten wir unsere Räder. Dieses Königsschloss besteht aus 2 Flügeln. Einem, den Ludwig XII. erbauen ließ und dem später, unter Fanz I., um eine vorhandene Befestigungsmauer beidseitig angebauten Seitenflügel, inkl. der Leonardo-Treppe im Innenhof. Aus dem etwas verwilderten Schlossgarten hatten wir noch einen schönen Blick auf die Kathedrale Saint-Louis de Blois.
Nach einer WC-Suchaktion und dem Laden der Räder erreichten wir nach gut einer Stunde Busfahrt unser Stammhotel in Tours St. Piere.

4. Tag – 08.09.2026, Dienstag: Fahrt nach Amboise, Schifffahrt auf dem Cher – Besuch des Schlosses Chenonceau

Heute wurden die Räder am Loire- Ufer in Chaumont-sur-Loire entladen. Vorher stieg Gerd mit den Gästen am Schloss aus. Leider gab es keine richtige Sichtachse in die Schlossanlagen hinein.
Wieder an den Rädern angekommen sagten uns die Wetter-App’s Null Regen voraus und der Regenradar war auch unauffällig. Aber, die Realität war eine Andere. Wir mussten die ersten Regensachen rausholen. Nach 2 km haben wir nochmals „regentechnisch“ aufgerüstet. Dann ging es berghoch und bergrunter durch die vielen Weinlagen, von den wir leider, vermummt wie wir waren, nicht viel mitbekamen. Dann streikte auch noch Barbaras Bosch-Display.
All das führte zu einer Änderung des Ablaufes in Amboise. Am Châteaus Clos Lucé, dem letzten Wohnsitz des toskanischen Universalgelehrten Leonardo de Vinci, teilte sich die Gruppe. Der größere Teil ging, während Gerd die Räder beaufsichtigte, in das Leonardo-Museum. Der kleinere Teil fuhr mit Dieter durch den schönen Ort zum Bus, um dort die Fahrräder abzustellen und anschließend ins Königsschloss von Amboise zu gehen. Leider war am Eingang des Schlosses die Besucherschlange zu lang, so dass die Zeit u.a. für einen Besuch in der beeindruckenden „Pâtisserie Chocolaterie Bigot“ genutzt wurde.
Um 14:00 Uhr vereinte sich die Gruppe wieder und wir fuhren an das Ufer des 367 km langen Nebenflusse der Loire, dem Cher. Dort bestiegen wir ein kleines Ausflugsschiff und fuhren unter dem Château Chenonceau hindurch. Infolge Hoch- oder Niedrigwasser ist dies nicht jeder Reisegruppe vergönnt!
Anschließend brachte uns Max zum Highlight des heutigen Tages, zum nur 5 Minuten entfernten Château Chenonceau, das auch als das „Damenschloss“ bezeichnet wird. Wie es zu dieser Namensgebung gekommen ist, erklärte man uns unteranderem bei der Besichtigung des Schlosses, unter Nutzung von Audioguides. Hier erfuhren wir viel über die ehemaligen Bewohnerinnen des Hauses, u.a. über Diane de Poitiers, der Mätresse Heinrich II. Anschließend ging es noch durch die, jeweils von den Rivalinnen Katharina von Medici bzw. Diana von Poitiers angelegten zwei wunderschönen Gartenanlagen. Beim Abendessen ließen wir den Tag bei gemeinsamen Gesprächen Revue passieren.

5. Tag – 09.09.2026, Mittwoch: Radtour nach Villandry und Langeais – Stadtrundgang in Tours

Am Tag 5 brachte uns unser Bus nur kurz bis an den Stadtrand von Tours. Nach dem Ausladen der Räder fuhren wir über einen Golfplatz und erreichten in Kürze den uns schon bekannten Fluss Cher. Im Ort Savonniéres machten wir einen Fotostopp und erreichten kurz darauf das Château Villandry, mit seinen berühmten Gartenanlagen. Die Räder wurden unten auf einem begrünten Parkplatz abgestellt und die Taschen in unseren bereitstehenden Bus verstaut.
Unter der Führung von Gerd ging die Gruppe gemeinsam in die schöne, auf drei Hauptebenen, in 6 Gärten unterteilte Parkanlage. Allein der unten liegende Gemüsegarten umfasst rund 40.000 Pflanzen.
Die Gruppe sollte sich um 13:00 Uhr nicht am Bus, sondern erst an den Rädern treffen. Unlogisch - oder? Aber, als die Radfahrer aus den schönen Gärten zurückkamen, sahen sie zwei gedeckte Picknick-Tische. Alles, was die französische Küche so zu bieten hat, war aufgetragen. Pâté, in Asche gewälzter Ziegenkäse, mehrere französische Weichkäsesorten, Schinken, Wurst, Obst und Gemüse und natürlich Baguette in Hülle und Fülle. Dazu gab es einen wohltemperierten Rosé der Region. Bon appétit!
Gestärkt fuhren wir auf dem Cher-Damm weiter. An der Mündung des Chers legten wir einen kleinen Stopp ein, bevor wir dann über eine Loire- Brücke nach Langeais fuhren.
In dem kleinen Ort angekommen, warfen wir einen kurzen Blick in den Schlosshof des hiesigen Châteaus, in dem König Karl VIII. Anne de Bretagne geheiratet hat, wodurch das Gebiet der Bretagne vom Habsburger Reich zu Frankreich kam. Anschließend erkundeten einige noch den schönen Ort oder ließen sich vom Angebot in der tollen Pâtisserie verzaubern.
Am Bahnhof von Langeais wurden die Räder wieder verladen und wir fuhren zu einer kurzen Verschnaufpause in unser Hotel nach Tours St. Piere zurück.
Um 17:50 Uhr trafen wir uns wieder am Bus und Max brachte uns ins Stadtzentrum von Tours.
Wir besichtigten die Kathedrale und den Garten des Bischofspalastes, in dem eine über 200 Jahre alte Libanon Zeder und der Elefanten Fritz ihren Platz haben. Weiter ging es in das Zentrum von Tours. Beeindruckend waren die beiden, von der alten, mittelalterlichen Martinskirche übrig gebliebenen Kirchtürme, zwischen denen im 19. Jahrhundert die neue Basilique Saint-Martin reingebaut wurde. Dieter berichtete an dieser Stelle einiges über das Leben des Heiligen Martins und der Sage um die „Martinsgans“ am 11. November.
Kurz vor dem Place Plumereau teilte sich die Gruppe. Ein kleiner Teil ging direkt zu unserer Gaststätte. Der größere Teil der Gruppe bestaunte noch das pulsierende Leben auf dem mittelalterlichen Place Plumereau und ging dann auch zum Restaurant. Die Inneneinrichtung ist sehr gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen, kitschig. Begrüßt wurden wir mit einem Kir, einem klassischen französischen Aperitif, aus trockenem Weißwein und einem Schuss schwarzen Johannisbeerlikör (Créme de Cassis).
Als Hauptgericht wurde ein „Galettes Bretonnes“, ein aus Buchweizen hergestellter und gefüllter Pfannkuchen serviert. Dazu wurde Cidre gereicht. Nach dem Dessert, wiederum ein aus Buchweizen hergestellter Crȇpe, gingen wir nochmals durch die pulsierende Stadt zum Loire- Ufer, wo Max auf uns wartete.

6. Tag – 10.09.2026, Donnerstag: Château Ussé – Cades–Saint–Martin – Chinon – Weinkostprobe

Am Tag 6 wurden die Fahrräder vor dem Dornröschenschloss von Ussé entladen. Die ersten Radkilometer führten uns entlang des Indre, einem 280 km langen Nebenfluss der Loire. Unsere erste, größere Pause legten wir im Zentrum des kleinen Ortes Avoine ein. Vor der Kirche Eglise Saint-Maurice, die innen eine ungewöhnliche Decke aus Mahagoniholz ziert, stellten wir die Fahrräder ab. Auf Wunsch der Gruppe ging Dieter für das zweite Picknick einkaufen. Max wartete vor dem Carrefour. Nach dem Einkauf fuhren wir durch Schwarzpappelwälder zur Brücke über die Vienne. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Mündung der Vienne in die Loire und den schönen Ort Cades-Saint-Martin. In Candes schaute sich die Gruppe, gemeinsam mit Gerd, die kleine Kirche an, die an dem Platz errichtet wurde, an dem seinerzeit der Heilige Martin verstarb.
Parallel dazu richtete Dieter im Rosengarten unser zweites Picknick an. Zwischen den Rosenzüchtungen „Bremer Stadtmusikanten“ und „Mozart“ ließen wir uns wieder von den französischen Spezialitäten verwöhnen. Am Ortsausgang musste unbedingt noch ein Baguette- Automat fotografiert werden.
Gut gestärkt fuhren wir anfangs auf einer untergeordneten Departement- Straße und dann auf einem „KI-generierten“ Weg zur Vienne hinunter und weiter nach Chinon.
Hoch über der Vienne thront das Château von Chinon, das auch einmal ein Königssitz war. Hier traf sich seinerzeit Jeanne d’Arc mit den Generälen von Karl VII.
Um einen unangenehmen Berg zum Weingut zu vermeiden, hatte Max einen Platz zum Einladen der Räder im Stadtzentrum gefunden. Die Fahrräder wurden den guten Geistern zum Einladen übergeben und wir gingen ins Stadtzentrum von Chinon.
Hier schwärmte die Gruppe individuell aus. Ob hoch auf die Burg, ins Kaffee oder in die Eisbar, die Zeit war im Nu rum.
Mit dem Bus fuhren wir hoch zum Weingut PIERRE & BERTRAND COULY.
Bei einer deutschsprachigen Führung erfuhren wir, dass im ökologischen Weinanbau Gras und Saubohnen zur Düngung zwischen den Reben gepflanzt werden, die Klimatisierung der Lagerräume nur mit der Bepflanzung des Daches mit Weinreben realisiert wird und dass Rosé- Weine nur eine Nacht in den großen Tanks Kontakt mit den Schalen der roten Trauben haben dürfen. Der Winzer erklärte uns auch, dass zur Weinabfüllung eine transportable, automatische, auf einer LKW-Lafette montierte Abfüllanlage auf das Weingut kommt. Am Schluss der nachfolgenden Weinverkostung, bei der wir 6 Sorten von Chinon-Weinen probieren durften, versuchte Gerd den Umsatz etwas anzukurbeln. Auf Grund des hohen Säuregehaltes der Weinsorten war sein Erfolg leider sehr überschaubar.

7. Tag – 11.09.2026, Freitag: Abtei Fontevraud – Radtour über Montsoreau und Saumur nach Cunault

Am letzten Tag unseres Aufenthalts im Loire-Tal fuhren wir mit dem Bus zur Abtei Fontevraud.
Punkt 10:00 Uhr empfing uns die Gästeführerin Susi. In einer sehr ansprechenden und lebhaften Art führte sie uns in die Geschichte und die baulichen Gegebenheiten der um 1100 durch „Robert“ gegründeten Abtei ein. Wegen verschiedener Standesunterschiede der Bewohner wurden damals gleich 4 Klöster, 3 für die Novizen/Nonnen und eines für die Mönche, gegründet. Nach einer Einführung bei herrlichem Sonnenschein gingen wir in die Abteikirche, die auch viele Jahre als Gefängnis genutzt wurde. Susi berichtete uns über das Leben in diesem Kloster, der hier begrabenen Persönlichkeiten, wie z.B. Heinrich Löwenherz, und über die Amtszeit der letzten Äbtissin des 1792 aufgelösten Klosters. Ihr Name war Jüly, oder mit vollem Namen Julie-Gillette de Pardaillan d’Antin.
Vorbei an einer Kunstinstallation kamen wir in den Klostergarten, mit dem beeindruckenden Kreuzgang. Hier besichtigten wir den Kapitelsaal und das Refektorium, d.h. den Speisesaal. Die sehr kurzweilige Führung endete in der Klosterküche.
Wieder am Bus angekommen ging es das letzte Mal auf die Räder. Wir fuhren durch den kleinen Ort bis zu einem Kreisverkehr. Hier teilte sich die Gruppe. Gerd fuhr den großen Berg meidend, direkt zum Loire-Ufer und dann mit einer „Badeeinlage“ (fast ohne Wasser) nach Saumur.
Der größere Teil der Gruppe fuhr mit Dieter einen Weinberg hinauf. Oben angekommen gab es eine kleine Kostprobe von erntereifen, blauen Trauben. Nach einer Verschnaufpause und einem wunderschönen Blick auf das unter uns liegende Loire-Tal machten wir Halt am Château Montsoreau, das in einem Roman von Alexandre Dumas eine Rolle spielte.
Weiter ging es zu den Tuffsteinhöhlen von Turquant, wo wir nochmal einen kurzen Stopp einlegten. Im Zentrum von Saumur kamen beide Gruppen wieder zusammen. Saumur hatte seine Blütezeit während der Reformation im 16. und 17. Jahrhundert, denn die Stadt war die Hochburg der Hugenotten und besaß eine international bedeutende Protestantische Hochschule. Heute ist Saumur bekannt für die Champignonzucht, die Weingüter und die Reiterei.
Nach einem Stadtbummel, der für einige auch den Aufstieg zum Schloss beinhaltete, und einer kleinen Stärkung in einen der vielen Restaurants, fuhren wir zum 1811 vom Pionier des „Crémant de Loire“ gegründeten Weingut „Ackerman“ weiter. Im Innenhof stand schon, aus gutem Grund, unser Bus. Beginnend mit einer kleinen Einführung, konnten wir dann vier Produkte des Weingutes verkosten. Anschließend wurden noch kräftig Mitbringsel in Flaschenform erworben und wir mussten diese diesmal nicht in die Fahrradpacktaschen verstauen, denn Max‘s Bus stand ja auf dem Hof.
Unsere letzte Tour endete, nach insgesamt rund 207 Radkilometern, an der Kirche von Cunault. Hier wurden die Fahrräder wieder sorgfältig verladen.

8. Tag – 12.09.2026, Samstag: Weiterreise nach Metz

Au Revoir – das ist die Losung des Tages!
Es fiel uns schon etwas schwer, die schöne Gegend und den uns liebgewonnenen Fluss wieder verlassen zu müssen.
Um 08:30 Uhr starteten Max den Motor und wir fuhren gen Metz, der Hauptstadt des früheren Lothringens.
Während Gerd „der Busläufer“ sich um das kulinarische Wohl der Reisegruppe kümmerte, hat Dieter die vergangenen Tage nochmal auf zwei verschieden Wegen Revue passieren lassen. Auf den ausgeteilten Loire-Karten konnten alle die abgefahrenen Strecken, durch Kennzeichnung der dort lokalisierten Schlösser, nachvollziehen. Von den 103 Châteaus hatten wir 18 gesehen bzw. besucht. Dann startete Dieter das traditionelle Reisequiz mit täglich 2 bis 3 Fragen zu den gesehenen Schlössern und deren Historie. Die Siegerin Heike durfte sich über eine schöne Flasche „Rosé de Loire“, natürlich von Ackerman, freuen.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir das Stadtzentrum von Metz, wo uns Max am Place de la Comédie, auf der „îl du petit Sauly“, absetzte. Hier steht die älteste, noch bespielte Oper Frankreichs. Einen Seitenarm der Mosel überquerend erreichten wir die Alte Markthalle „Marche Couvert“ und die Kathedrale Saint-Étienne de Metz. Auf Grund ihrer 6.500 m² großen, farbig gestalteten Glasfenster wird die Kathedrale auch „Laterne des lieben Gottes“ genannt. Beeindruckend sind die mit 41 m enorme Höhe des Kirchenschiffes und die Glasfenster von Marc Chagall aus den 1960er Jahren. Am Place St. Jacques trennten wir uns für eine Stunde, um dann, von dort wieder gemeinsam über den mittelalterlichen, im italienischen Stiel errichteten Place Louis, mit dem für französische Städte üblichen Kinderkarussell, zum Hotel zu gehen.
Um 19:15 Uhr trafen wir uns vor dem Hotel und gingen gemeinsam ein paar Meter zu einer kleinen Brasserie, wo wir unser letztes, gemeinsames Abendessen serviert bekamen. Zum Abschluss gab es einen „Brownie mit Trockenfrüchten und Schokoladensauce“.
Anschließend gingen alle individuell zum Hotel oder machten noch einen kleinen Abstecher zum unter Kaiser Wilhelm gebauten Gare und dem davorstehenden Denkmal von General de Gaulle.

9. Tag – 13.09.2026, Sonntag: Heimreise

Um 08:00 Uhr verließen wir Metz. Kurz nachdem wir die Autobahn erreichten, hat Dieter noch einiges über das Genre der französischen Chansons berichtet und dann mit Chansons von Edith Piaf, Charles Aznavour, Gilbert Bécaud und Kollegen die Reise musikalisch ausklingen lassen. Anschließend berichtete Dieter noch über das Eberhardt Fahrradreiseangebot, den Ablauf der Touren und deren Highlights.
Gerd hat die Fahrt mit einem zweiten Quiz über unsere Reise moderiert und permanent versucht „seine“ Reisen zu verkaufen.
Als erster Ausstieg stand der Flughafen Frankfurt auf unserem Plan. Wir verabschiedeten unsere drei „Aussteiger“ musikalisch mit „It’s time to say Goodbye“. Mit einem kleinen Stau bei Gießen und weiteren Ausstiegen in Nossen und am Flughafen Dresden erreichten wir gegen 19:00 Uhr den Endpunkt unserer Reise, den EHT-Betriebshof in Kesselsdorf.


Eine schöne, erlebnisreiche Reise ging leider wieder viel zu schnell zu Ende. Wir bedanken uns bei der Gruppe für Eure Disziplin und Euren Zusammenhalt. Ihr wart eine relativ „pflegeleichte“ Gruppe!
Mit dem Spruch von Wilhelm Busch: „Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise!“ möchten wir uns bei Euch verabschieden. Vielleicht sieht man die Eine oder den Anderen Mal auf einer der vielen Eberhardt-Reisen, am liebsten den Radreisen, wieder! Uns würde es sehr freuen!


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