Rundreise Griechenland – die Wiege der Kultur Europas
Reisebericht: 30.09. – 15.10.2026
Bei unserer Reise durch Griechenland entdecken wir bei bestem Herbstwetter nicht nur antike Ruinen, sondern auch ein herzliches und gastfreundliches Land, das alle zu überraschen weiß.
Ein Reisebericht von
Sinah Witzig
30.09.2026 Anreise nach Italien
Obwohl für den Osten Deutschlands ein herrliches Spätsommerwochenende angekündigt ist, mindert dies nicht die Reiselust aller in Dresden vereinten Reisegäste, die sich auf eine Sommerverlängerung in Griechenland freuen. Pünktlich um sechs Uhr morgens verlassen wir den Flughafen Dresden und bewegen uns zunächst auf der A4 Richtung Süden um unsere weiteren Mitreisenden unterwegs aufzunehmen. Am Mittag erreichen wir München, wo die Gruppe nun zunächst vollständig werden soll: alle 22 Busreisegäste sowie unser Busfahrer Jan sind nun versammelt und die Reise kann ganz offiziell beginnen.
Entlang der Inntal- und Brennerautobahnen führt uns unser Weg bei herrlichem Wetter zielgerichtet nach Italien. Am Nachmittag überqueren wir auf antiken Pfaden den Brennerpass und erreichen Südtirol. Die autonome Region im Norden Italiens begrüßt uns mit postkartenreifen Aussichten und macht die lange Fahrt kurzweilig. Weiter geht es entlang der Weinberge des Trentinos und schließlich in die Region Venezien. Am Abend erreichen wir dort, zwischen Verona und Mantua gelegen, unser Hotel für diese Nacht. Untergebracht sind wir in einem kleinen familiengeführten Haus, welches mit seiner wunderschön sanierten historischen Substanz aus dem 18. Jahrhundert, sowie typisch italienischer Küche zu überzeugen weiß. Das leckere Abendessen ist eine schöne Möglichkeit erste Kontakte mit den Mitreisenden zu knüpfen.
01.10.2026 Reise nach Ancona und Fährüberfahrt nach Griechenland
Wir lernen schon früh auf dieser Reise: griechische Fähren sind unberechenbar. So wurde der Fahrplan angepasst und wir müssen uns schon vor dem Frühstück auf den Weg nach Ancona machen. Schnell sind wir also wieder auf der Autobahn, passieren Mantua und durchfahren die Region Emilia Romagna. Die Landschaft rund um die Städte Modena, Reggio Romagna und Bologna gilt als Bauch Italiens und ist für ihre zahlreichen kulinarischen Spezialitäten bekannt. Wie gut, dass wir unser Frühstück dabei haben. So früh am Morgen ist die Autobahn noch recht leer und wir kommen zügig voran. San Marino zieht an uns vorbei und wir erreichen schon bald die Adria-Küste. Nach etwa einer weiteren Stunde erreichen wir Ancona, die wichtigste Hafenstadt der italienischen Adria, die einst von griechischen Kolonisten aus Syrakus gegründet wurde.
Das Check In-Prozedere am Fährhafen ist recht schnell erledigt und wir werden weiter zum Zoll geleitet. Nach einer recht oberflächlichen Kontrolle dürfen wir dann schließlich unsere Fähre, die Superfast IV, besteigen und uns an Bord umsehen, bevor unser Schiff den Hafen verlässt. Bereits auf der Fähre befinden wir uns in Bezug auf Sprache und Uhrzeit in Griechenland: die Rundreise beginnt nun also langsam richtig.
02.10.2026 Ankunft in Griechenland, Ioannina und Fahrt nach Thessaloniki
Nach dem Frühstück auf dem Schiff erreichen wir schon bald den Hafen von Igoumenitsa, wo wir auf unsere örtliche Reiseleitung Stratos treffen. Im Nu sind alle an Bord und wir sind auf dem Weg durch die bergige Landschaft von Epirus. Die wenigsten Leute wissen, dass Griechenland zu fast 80% aus Gebirge besteht und sind recht überrascht über die Geografie Nordgriechenlands. Nach etwa einer Stunde erreichen wir unser erstes Ziel, Ioannina. Die Stadt ist ein beliebtes Ausflugziel und liegt pittoresk am Ufer das Pamvoti-Sees. Da wir heute früh dran sind, schlägt Stratos vor, dass wir mit einem kleinen Ausflugsboot zum "Inselchen" im See fahren können. Ort befindet sich ein beschauliches Dörfchen, sowie ein wunderbar erhaltenes Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Wir bewundern die Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert und erfreuen uns an den vielen schönen Eindrücken auf dem Spaziergang durch die engen Gassen.
Zurück in Ioannina spazieren wir durch die mittelalterliche Altstadt, die zum Großteil während der Osmanischen Herrschaft von 1451-1827 entstanden ist, und erkunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Nach der Mittagspause geht es für uns dann weiter über die Egnatia-Autobahn, die größte Autobahn des Landes und wichtigste Verkehrsachse Richtung Osten, nach Thessaloniki.
Die zweitgrößte Stadt Griechenlands wird für die nächsten Tage der Ausgangspunkt für unsere Tagesausflüge sein. Abends erreichen wir das zentral gelegene Capsis Hotel, wo wir dann beim Abendessen auch unsere Flugreisegäste in der Gruppe begrüßen können.
03.10.2026 Ein Tag in Thessaloniki
Um so richtig in Thessaloniki anzukommen, starten wir nach dem Frühstück zu einer Stadtrundfahrt durch die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Unser Weg führt uns zunächst entlang der kilometerlangen Hafenpromenade. Am berühmten weißen Turm, ein letztes Zeugnis der alten osmanischen Stadtmauer, machen wir Halt und sehen wenige Meter weiter dann auch das imposante Denkmal Alexanders des Großen, der auch heute in Makedonien noch allgegenwärtig zu sein scheint. Anschließend durchfahren wir die Stadt bis hin zur alten Zitadelle oberhalb der Altstadt. Vom Trigoniusturm aus haben wir eine etwas diesige, aber dennoch wunderbare Aussicht über Saloniki, wie die Einwohner ihre Stadt auch nennen. Auf dem Weg zurück ins Zentrum besuchen wir die Hauptkirche Agios Dimitrios, eine der größten Kirchen Griechenlands, deren Anfänge auf das 5. Jh. n. Chr. zurückgehen. Von hier aus erkunden wir im Anschluss den Rest der Altstadt zu Fuß. Nur wenige Meter weiter sehen wir das römische Forum und spazieren schließlich zur Aristoteles-Fußgängerzone. In einem kleinen Lokal unweit des alten Basars kehren wir in einer Ouzeria ein. Ouzo und leckere griechische Meze sind genau die richtige Stärkung, um die Stadt im Anschluss noch auf eigene Faust weiter zu erkunden.
Am Abend treffen wir uns dann zum Abendessen wieder in unserem Hotel und tauschen uns über die ersten Eindrücke aus.
04.10.2026 Philippi und Kavala
Auf Spuren des berühmten makedonischen Königs Philipp II. fahren wir heute ganz in den Osten des heutigen Griechenlands.
Unser erstes Ziel sind sie Ausgrabungen der römisch-griechischen Stadt Philippi. Gegründet 362 v. Chr. bekam die Stadt ihren heutigen Namen nach der Eroberung durch den makedonischen König Philipp II. um 355 v. Chr. Die einstige Handelsstadt gilt als eine der bedeutendsten römischen Ausgrabungsstätten und als erste christliche Gemeindegründung in Europa im Jahre 49 n. Chr. durch Apostel Paulus. Auf den Spuren der frühen Christen geht es dann weiter zum sogenannten Taufbecken der Lydia, der ersten Christin, die auf dem europäischen Kontinent getauft wurde. Auch heute finden hier noch regelmäßig Taufen statt und da heute Sonntag ist, können wir uns auch mit der ein oder anderen modernen griechischen Gepflogenheit vertraut machen, während wir bei unserer Besichtigung also geradewegs durch drei Familienfeiern stolpern.
Am frühen Nachmittag fahren wir dann in die Hafenstadt Kavala. Im 7. Jahrhundert von den griechischen Siedlern der Insel Thasos als Neapolis gegründet, wurde die Stadt während byzantinischer Zeit ins Christoupolis umbenannt. Ihren heutigen Namen verdankt sie ihrer Rolle als wichtige Poststation auf der Handelsroute der Via Ignatia, da hier der Wechsel der Pferde stattfand (ital. cavallo). Von der bewegten Geschichte zeugen auch die verschiedenen architektonischen Höhepunkte der Stadt, allen voran ihr Wahrzeichen, ein beeindruckendes osmanisches Aquädukt aus dem 16. Jahrhundert sowie die Zitadelle aus der venezianischen Besatzungszeit im 15. Jahrhundert. Wir haben jedoch vor allem Freunde an der schönen Aussicht am Hafen und einem wohlverdienten Mittagessen in einer der vielen Tavernen.
Auf dem Rückweg nach Westen machen wir noch einmal Halt bei Amphipolis, um uns das berühmte Löwendenkmal anzusehen. Einst war der über vier Meter hohe Löwe aus dem 4. Jh. v. Chr. Teil eines monumentalen Grabmales, dessen Ausmaße sich heute nur erahnen lassen.
05.10.2026 Schifffahrt am Berg Athos
Der heutige Tag beginnt früh - sehr untypisch für Griechen, aber manchmal lässt sich das nicht ändern. Unser Busfahrer Jan hat heute seinen ersten lenkfreien Tag und so bringt uns Fahrer Grigorios heute Richtung Osten und Halbinsel Chalkidiki. Auf dem Programm steht heute der fakultative Ausflug zur Mönchsrepublik Athos, die außer von männlichen Pilgern und Arbeitskräften nicht betreten werden darf. Die einzige Möglichkeit einen Blick auf die uralten Klöster und Eremitagen zu erlangen ist also ein Schiffsausflug entlang der Küste, für den wir zunächst in das Hafenörtchen Ouranopolis gelangen müssen. Bei schönstem Wetter bieten uns herrliche Aussichten auf die Küste der Mönchsrepublik - von der unser Schiff immer einen Mindestabstand von 500 Metern einhalten muss. Am südlichen Ende der Landzunge kann man schon bald den 2033 Meter hohen Berg Athos erkennen. Anschließend geht es dann zurück Richtung Ouranopolis, wo wir nach etwas mehr als drei Stunden wieder in den Hafen einfahren.
Seeluft macht hungrig und so kommt es sehr gelegen, dass wir nun Zeit haben für ein gemütliches Mittagsessen an der Hafenpromenade und einen kleinen Spaziergang durch die malerischen Gässchen des Hafenortes. Am späten Nachmittag treten wir dann, mit vielen schönen Eindrücken, die Rückfahrt Richtung Thessaloniki an.
06.10.2026 Olymp, Vergina und Fahrt nach Kalambaka
Wir verlassen heute Thessaloniki und machen uns auf den Weg in Richtung des Olymp-Massivs. 2925m ist der höchste Gipfel Mytikas und natürlich Heimat der Griechischen Götter. Von Litochoro aus starten wir zu einem Spaziergang in die Enipeas-Schlucht. Aufgrund von Steinschlag ist ein Teil des Weges gesperrt, nichtsdestotrotz haben wir die Aussicht bei herrlichem Wetter genossen.
Zurück im Bus werden die Mühen dann auch belohnt: es gibt Kaffee und Tsoureki, ein Hefegebäck das eigentlich zu Ostern gereicht wird, in Thessaloniki allerdings das ganze Jahr erhältlich ist.
Unser nächstes Ziel ist die frühere Hauptstadt Makedoniens, Vergina. Hier, in einem heute unscheinbaren kleinen Dorf, befinden sich die berühmtesten archäologischen Funde Nordgriechenlands, denn in dieser Ort diente über Jahrhunderte als Begräbnisstätte für die makedonischen Könige. Neun dieser Gräber konnte man in der Gegend von Vergina finden, der Höhepunkt war 1977 der Fund von vier Gräbern, unter ihnen das ungeplünderte Grab des Makedonierkönigs Phillip II. aus dem 4. Jh. v. Chr. Heute sind die Gräbers an ihrem ursprünglichen Ort samt Museum für die Öffentlichkeit zugänglich und wie zu antiken Zeiten unter einem riesigen Grabhügel verborgen. In der authentischen Dunkelheit des Museums sind wir geblendet von den beeindruckenden Gold- und Silberschätzen - nach dem Grab von Tut Anch Amun soll es sich bei der Begräbnisstätte Philipps II. um die zweitreichste Bestattung der alten Welt handeln, die bis heute entdeckt wurde.
Am Nachmittag fahren wir dann über die neue Autobahnverbindung weiter nach Kastraki am Fuße der Meteora-Felsen. Unser Hotel liegt spektakulär mit fantastischer Aussicht auf die Felsformationen und wir genießen die Aussicht vor dem Abendessen.
07.10.2026 Meteora–Klöster und Weiterreise nach Itea
Für den heutigen Tag steht einer der Höhepunkte der Reise auf dem Plan: die Besichtigung der berühmten schwebenden Klöster in den Felsen weit über dem Städtchen Kalambaka. Schon am Vorabend konnten wir erahnen, was uns am nächsten Tag erwarten würde und wir staunten darüber, wie die jahrhundertealten Bauwerke in dieser abgeschiedenen Lage überhaupt entstehen konnten. Nach dem Frühstück fahren wir zunächst durch den Ort und stellen fest, dass Kalambaka trotz einer Einwohnerzahl von etwa 20.000 Menschen zum Großteil aus Tavernen und Souvenirgeschäften zu bestehen scheint. Wenig später verlassen wir den Ort und fahren den Berg hinauf, wo man schon nach wenigen Minuten herrliche Ausblicke auf das Kloster Agios Nikolaos und auf die Ruinen der Eremitage des Heiligen Georgs der Tücher hat.
Wir setzen unsere Fahrt fort und halten schließlich an einem Aussichtspunkt, von wo aus man vier der fünf besuchbaren Klöster sehen kann: Agia Triada, Roussanou, Varlaam und das Metamorphosis, auch Megalo Meteoro genannt.
Das Kloster Agia Triada, welches 1981 als Filmkulisse für den James Bond Film „In tödlicher Mission" weltweite Bekanntheit erlangte, können wir dann kurz darauf noch einmal aus der Nähe betrachten: dramatisch thront es ganz allein auf einem einzelnen Felsen.
Unser Ziel ist nun das Kloster Agio Stefanos, das gleichzeitig auch das meist besuchte ist, da der Weg dorthin am einfachsten zu bewältigen ist: nur eine kurze Brücke in schwindelerregender Höhe muss überwunden werden, und schon können wir uns das Innere des Klosterhofes, die wunderschöne, mit Mosaiken ausgestaltete Kirche, sowie ein kleines Museum ansehen. Wir haben Glück und haben das Kloster noch beinahe für uns alleine, sodass Stratos uns die kunstvollen Wandmalereien ausführlich erklären kann und wir gleichzeitig auch ein wenig noch die Restaurierung der kleinen Kirche mitverfolgen können.
Als nächstes besuchen wir dann das Kloster Varlaam. Nach einigen Stufen erreichen wir die Terrasse des Klosters, die einen herrlichen Ausblick in die Umgebung bietet. In der kleinen Kirche bestaunen wir auch hier die kunstvollen Wandmalereien. Aber auch Profanes lässt sich in einem Kloster finden: in einem Nebenraum befindet sich ein altes Weinfass das rund 17.000 Liter fassen kann - ganz so viel Wein produziert das Kloster heute nicht mehr.
Im Anschluss geht es zurück nach Kalambaka, wo wir die Mittagspause verbringen. Frisch gestärkt sind wir bereit für die lange Fahrt nach Itea. Unterwegs machen wir nach einen kurzen Halt an den Thermopylen, dem Ort an dem der Spartaner Leonidas im Jahre 480 v. Chr. mit nur 300 Mann Gefolge die übermächtigen Truppen des Perserkönigs Xerxes bezwingen konnte. Wir müssen allerdings feststellen, dass sich der einst enge Streifen zwischen Meer und Bergen in der Zwischenzeit auf mehrere Kilometer verbreitert hat und die Kulisse daher nicht mehr ganz so spektakulär erscheint wie es in Historienfilmen den Anschein erweckt.
Am frühen Abend erreichen wir dann Itea. Untergebracht sind wir heute Nacht in einem sehr familiären Hotel und zum ersten Mal in direkter Nähe zum Strand. Vor dem griechischen Abendmenü muss diese Gelegenheit natürlich zumindest für einen Spaziergang, wenn nicht für ein kleines Fußbad, genutzt werden.
08.10.2026 Delphi, Hosios Loukas Kloster und Fahrt nach Isthmia
Der Tag heute startet früh und mit einigen Erwartungen - hat doch jeder insgeheim eine Frage, die er gerne vom Orakel in Delphi beantworten lassen wollen würde. Das größte und wichtigste Orakel der Antike, er ehemalige Nabel der Welt, hat auch noch heute nichts von seinem Ruf eingebüßt, auch wenn wir wenig später lernen müssen, dass es schon seit Jahrhunderten keine Weissagungen mehr in Delphi gegeben hat. Durch die weiten Olivenhaine fahren wir langsam die Hänge des Parnassus Gebirges hinauf, wo wir auf etwa 700 Metern das moderne Dorf Delfi erreichen. Das Dorf entstand erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als das alte Dorf, das direkt auf den antiken Ruinen gebaut worden war, aufgrund der Ausgrabungen verlegt werden musste.
Zunächst besuchen wir die archäologische Stätte. Über den ehemaligen Marktplatz gelangen wir zum heiligen Bezirk, welcher im 7. Jh. v. Chr. gegründet wurde. Hier fiel die Phytia mittels berauschender Dämpfe aus einer Erdspalte in Trance und wurde so zum Medium des Gottes Apollon, dessen Tempel wir heute zumindest noch in Teilen besichtigen können. Eindrücklich sind auch die Überreste der Schatzhäuser verschiedener griechischer Stadtstaaten, in denen die kostbaren Weihegaben aufbewahrt wurden. Wie an vielen Orten der Antike fanden auch in Delphi unweit des Heiligtums regelmäßig sportliche Wettkämpfe statt. So war Delphi mit seinen Panhellenischen Spielen der zweitwichtigste Austragungsort nach Olympia. Wer noch fit genug ist und einige Stufen mehr in Kauf nehmen möchte, kann nun auch die Ruinen des antiken Stadions oberhalb des Heiligtums besichtigen.
Danach steht der Besuch des Museums auf dem Programm, wo die Funde der langjährigen Ausgrabungen ausgestellt werden. Darunter auch die Überreste der Skulpturen aus den Giebelfeldern des Apollon Tempels sowie die weltberühmte Bronzestatue des Wagenlenkers von Delphi, die bei einem Erdbeben im 4. Jh. v. Chr. verschüttet wurde und daher in beeindruckendem Zustand ist. Gegen Mittag geht unsere Reise weiter durch das Parnassus Gebirge, wo wir auf dem Weg einen Stopp mit einer wunderbaren Aussicht auf den mondänen aber malerischen Wintersportort Arachova einlegen. Hier verbringen wir auch unsere Mittagspause, bevor wir uns auf zu unserem nächsten Ziel machen. Wenig später erreichen wir das Kloster Hosios Lukas aus dem elften Jahrhundert, eines der drei bedeutendsten byzantinischen Klöster Griechenlands. Besonders beeindruckend ist das Katholikon, die dem Lukas geweihte Hauptkirche aus dem Jahre 1011, mit seinen Mosaiken, deren Bildprogramm und Erhaltungszustand in Griechenland einzigartig sind. Nach vielen neuen Eindrücken besteigen wir am Nachmittag den Bus und freuen uns auf etwas Ruhe auf der weiteren Fahrt an den Golf von Korinth.
Am späten Nachmittag erreichen wir dann Isthmia, wo sich unser Hotel für die nächsten vier Nächte befindet. Natürlich müssen wir nach dem Bezug unserer Zimmer erst einmal die Außenanlage direkt am Meer erkunden, bevor es dann zum wohlverdienten Abendessen geht.
09.10.2026 Mykene, Nauplia und Epidaurus
Auch heute erwarten uns wieder wichtige antike Ausgrabungsstätten, nun auf der Halbinsel Peleponnes, in der Region Agrolis südlich von Athen. Zunächst führt uns der Weg nach Mykene, die berühmte Heimatstadt des sagenumwobenen Königs Agamemnon. Ende des 19. Jahrhunderts war der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann hier auf der Suche der Grablege des antiken Herrschers. Noch vor den Toren der Stadt, die im 14. Jh. v. Chr. ihre Blütezeit erlebte, befindet sich das sogenannte Schatzhaus des Atreus. In Wirklichkeit ist der riesige Tumulus jedoch eine Grabanlage. Von hier aus kann man schon die mächtigen Zyklopenmauern sehen, die einst die ganze Stadt umfassten. Wenig später betreten wir durch das berühmte Löwentor die antike Stadt Mykene und stehen auch gleich schon vor den sogenannten Königsgräbern, wo Schliemann die berühmte Goldmaske des Agamemnon fand. Heute weiß man allerdings, dass die Maske, die sich heute im Nationalarchäologischen Museum in Athen befindet, aus einer früheren Ära stammt. Wer noch Ausdauer hat geht noch hinauf zum Palast, zur ober- und unterirdischen Zisterne, sowie am zweiten Stadttor vorbei. Im kleinen archäologischen Museum kann man sich größtenteils Repliken der Ausgrabungsfunde ansehen, die Originale befinden sich ebenfalls in Athen. Ein willkommenes Kontrastprogramm wird uns am Mittag in der Hafenstadt Nauplia geboten. Mit ihren engen Gassen und malerischen Plätzen, hat die Stadt eine fast italienische Atmosphäre - die mehrmalige Besatzung der Venezianer hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen. Gegründet wurde die Stadt, die eine wichtige Funktion als Hafen von Argos hatte, jedoch bereits im siebten Jahrhundert v. Chr. von Nauplios, Sohn des Palamedos. Von 1829 bis 1834 war Nauplia nach Ägina die zweite Hauptstadt des modernen Griechenland nach der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich, bevor der neue griechische König, Otto von Bayern, seine Residenz nach Athen verlegte.
Erholt machen wir uns schließlich auf Richtung Epidaurus, um dort die Ausgrabungsstätte des Asklepiosheiligtums zu besichtigen. Wir besuchen dort das kleine archäologische Museum, besonders beeindruckt sind wir jedoch von dem besterhaltenen Theater der antiken Welt. Es bietet Platz für über 12.000 Besucher und weist zudem noch die hervorragendste Akustik von allen Theatern auf.
10.10.2026 Ein Tag in Athen
Keine Griechenlandreise ist komplett ohne den Besuch der Hauptstadt Athen. Schon seit der Jungsteinzeit kontinuierlich besiedelt, gilt die Heimatstadt der Demokratie als eine der ältesten Städte Europas, allerdings erlebte Athen viele Aufschwünge und Niedergänge bis sie 1834 zur Hauptstadt des unabhängigen Königreichs Griechenland wurde. Heute ist sie kulturelles, historisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Heute holt uns Fahrer Dimitris schon früh mit einem griechischen Bus im Hotel ab, denn Jan hat heute wieder einen freien Tag. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir die geschäftige Stadt und ihren Verkehrt - selbst am Samstag. Wir fahren vorbei am Syntagma-Platz, am Hadriansbogen und am alten Olympiastadion von 1896 - dem Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit und auch heute noch Ausgangspunkt des Olympischen Feuers hinaus in die Welt. Dann geht es weiter zur Akropolis von Athen, das Highlight einer jeden Griechenlandreise. Die Siedlungsspuren auf dem der Stadtgöttin Athene geweihten Hügel gehen viele Jahrtausende zurück. Zu mykenischer Zeit wurden weite Teile Attikas von hier kontrolliert, doch ihr heutiges Aussehen verdankt die Akropolis einem großen Unglück. Zwar siegten die Athener als Vormacht des Attischen Seebundes 480 v. Chr. über die Perser, diese hatten jedoch unterdessen schon weite Teile Athens zerstört. Als Zeichen des Triumphes ließ Perikles unter der Leitung des Phidias zwischen 467 v. Chr. und 406 v. Chr. die Propyläen, das Erechtheion, den Niketempel und den Parthenon neu erbauen und machte Athen zum Zentrum der hellenischen Welt. Bis ins 17. Jahrhundert wurden die Bauten der Akropolis von vielen Herrschen benutzt und umgenutzt, sie blieben jedoch weitestgehend unbeschadet. Erst unter venezianischer Besatzung, als der Parthenon als osmanisches Pulvermagazin genutzt wurde, kam es zur Katastrophe. Unter Beschuss gab es eine große Explosion, die viele der Gebäude stark beschädigte. Erst seit dem 19. Jahrhundert wuchs das Interesse daran, die Ruinen zu erforschen und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach der Besichtigung der Akropolis spazieren wir gemeinsam hinab in die Plaka, die Altstadt Athens, wo wir die Mittagspause verbringen.
Einige von uns entscheiden sich dafür, am Nachmittag noch das 2009 eröffnete neue Akropolis-Museum zu besuchen. Direkt unterhalb des Südhangs des Akropolis-Bergs werden die archäologischen Funde der Ausgrabungen auf dem Hügel, sowie die kostbaren Originale der Statuen und Reliefs der klassischen Tempelanlagen, die in Griechenland verblieben sind, gezeigt. Besonders beeindruckend ist es, die berühmten Karyatiden des Erechnatons einmal aus nächster Nähe betrachten zu können. Außerdem bewundern wir die moderne Nachbildung des Parthenon im verglasten Obergeschoss, wo Originale und Repliken der sich in anderen Museen befindenden Reliefteile in originalgetreuer Anordnung angebracht sind. So bekommt man doch einen ganz anderen Eindruck davon, wie das Ganze einmal ausgesehen haben kann. Beim Bau des Museums ebenfalls berücksichtigt wurde die antike Siedlung, die sich an derselben Stelle befunden hat, und die man heute durch einen Glasfußboden sehen kann. Wir sind alle begeistert von dem tollen Museumsprojekt, das unter anderem durch die jahrelange Bemühung der griechischen Schauspielerin und Politikerin Melina Mercuri, endlich realisiert werden konnte.
Wir beenden unseren Besuch in Athen mit dem zweiten Teil der Stadtrundfahrt, also sehen wir uns auf dem Weg Richtung Westen noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Wir fahren noch einmal über den Syntagma-Platz mit dem Parlamentsgebäude, wo die berühmten Evzonen das Grabmal des unbekannten Soldaten bewachen. Weiter geht es vorbei an der klassizistischen Athener Trilogie (Akademie, Bibliothek und Universität), an der katholischen Bischofskirche und der alten Augenklinik. Über den Omonia-Platz verlassen wir langsam die Innenstadt und machen uns auf den Weg zurück in Richtung Hotel.
11.10.2026 Altkorinth und Schifffahrt durch den Kanal von Korinth
Nach vielen Tagen intensiven Programmes kommt das heutige entspannte Programm wie gerufen. Wieder verlassen wir das Hotel mit einem griechischen Bus und Fahrer Dimitris. Zunächst fahren wir zu den Ausgrabungsstätten des antiken Korinths. Altkorinth wurde im 10. Jh. v. Chr. gegründet und hatte in seiner Hochzeit mehr als 200.000 Einwohner. Diese Zahl lässt sich nur mit der Macht und dem Reichtum der Stadt erklären, denn sie kontrollierte alleine den direkten Zugang der Peleponnes zum Festland. Nach der Besichtigung des Museums und der Ausgrabungsstätte freuen sich alle auf den ruhigen Teil des Ausflugs.
Wir fahren hinunter an das östliche Ende des Kanals von Korinth, wo wir unser Schiff besteigen. Wenig später bahnt sich unser Schiff schon seinen Weg durch den nur 25 Meter breiten Einschnitt. Die 80 Meter hohen Wände zu beiden Seiten scheinen vom Wasser aus noch imposanter als von oben. Pläne für den Bau dieses etwa sechs Kilometer langen Kanals, der das griechische Festland von der Peleponnes trennt und so einen Seeweg von 325 Kilometern einspart, gab es schon in der Antike. Nachdem viele Pläne gescheitert waren gelang es jedoch erst im Jahr 1893 den Kanal von Korinth zu eröffnen. Bei der etwa einstündigen Fahrt werden wir mit Ouzo und Meze, griechischen Vorspeisen, versorgt. Bevor wir später zum Hotel zurückkehren machen wir noch Halt an der Nationalstraße, wo wir von einer ca. 80 Meter hohen Brücke aus, den Kanal noch einmal von oben betrachten können.
Anschließend genießen wir einen sonnigen freien Nachmittag, den man zu einem Bad im hoteleigenen Pool oder sogar im Meer nutzen kann.
12.10.2026 Mistras und Weiterreise nach Kalamata
Wir verlassen unser Resort Hotel in Isthmia um noch ein wenig weiter in den Süden der Peloponnes vorzudringen. Wir durchfahren die berühmten Landschaften Arkadiens, die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert viele Künstler anlockten und so zum Inbegriff des gelobten paradiesischen Sehnsuchtsziels avancierten. Am späten Vormittag erreichen wir die sagenumwobene Stadt Sparta, allerdings zeugt in der neuzeitlichen Hauptstadt Lakoniens kaum noch etwas von der großartigen antiken Vergangenheit. So führt uns unser Weg schnell weiter in die mittelalterliche Nachfolgesiedlung Spartas, nach Mistras. Strategisch besser, am Hang des Taigetos-Gebirges gelegen, wurde diese Stadt 1249 unter dem fränkischen Grafen William II. von Villehardouin erbaut. Wir besichtigen die byzantinische Ruinenstadt vom oberen Burgtor aus und steigen langsam den steilen Treppenpfad hinab. Dabei besichtigen wir die Kirchen Agia Sophia und Agios Nikolaos sowie den Despotenpalast, welcher unlängst nach Jahren der Restaurierung eröffnet wurde. Das Herzstück der Ausstellung sind kunstvoll nachgearbeitete Gewänder des 13. und 14. Jahrhunderts, die nach originalen Vorbildern von den Nonnen des hiesigen Pantanassas Kloster angefertigt wurden. Die heute noch sechs Nonnen sind seit der Neugründung Spartas in den 30er Jahren die einzigen Bewohnerinnen der verlassenen Stadt und leben in ihrem kleinen Kloster in einer wahrlich himmlischen Kulisse.
Die Mittagspause verbringen wir anschließend im modernen Dorf Mistras, bevor wir am Nachmittag um das Tagetos-Gebirge herum nach Kalamata weiterfahren. Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel, das nur durch eine Straße vom Strand getrennt ist.
13.10.2026 Olympia und Fährüberfahrt nach Ancona
Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und schon beginnt unser letzter Tag auf griechischem Boden. Wir fahren zunächst entlang der Westküste der Peleponnes in Richtung Olympia. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. fanden hier alle vier Jahre die olympischen Spiele statt und noch heute wird hier auf dem Hera-Altar das olympische Feuer entzündet.
Zum ersten Mal während unserer Reise ist das Wetter heute nicht so ganz ideal und als wir das Dorf Olympia erreichen, beginnt es zu regnen. Wir entscheiden uns daher, zu nächst einmal das Museum zu besuchen und dort die Funde, die bei den Ausgrabungen der antiken Stadt zum Vorschein gekommen sind, zu besichtigen. Beindruckend sind vor allem die Statuen der Giebelfelder des Zeus Tempels sowie eine römisch-griechische Statue des Hermes.
Die meisten entscheiden sich im Anschluss trotz Nieselregens, die Ausgrabungsstätte besichtigen. Wir sehen zunächst das Gymnasion, die Übungsstätte für die Athleten, die dann im riesigen Stadion vor 45.000 Menschen ihre Wettkämpfe austrugen. Weiter geht es an der Basilika vorbei, die wohl vormals die Werkstatt des Bildhauers Phidias war, welcher hier die Tempelstatue anfertigte. Nach dem Leonidaion, einem Gästehaus und römischen Thermen gelangen wir in den heiligen Bezirk mit Zeus- und Hera-Tempel. Zum Schluss betreten wir das olympische Stadion und stellen fest, dass dieses noch um einiges spartanischer ausgestattet war als die heutigen Stadien.
Nach der Mittagspause geht es schließlich weiter nach Patras, nun im strömenden Regen. Dann heißt es Abschied nehmen von unserem örtlichen Reiseleiter Stratos, von unserem Mitreisenden, die nach Hause fliegen, sowie von Griechenland. Fast pünktlich legt das Schiff ab und noch lange sehen wir am Horizont die gewaltige Schrägseilbrücke von Patras, die mit ihren 2250 Metern die Peleponnes mit dem griechischen Festland verbindet.
14.10.2026 Ankunft in Ancona und Weiterreise nach Verona
Nach fast 26 Stunden Entschleunigung auf der Fähre, die vor allem mit Essen, Trinken, Schlafen und netten Gesprächen überbrückt wurden, erreichen wir endlich den Hafen von Ancona am nächsten Abend mit fast 90 Minuten Verspätung. Zu Fuß sind wir schnell von der Fähre, es dauert allerdings eine ganze Weile bis auch endlich Jan mit dem Bus zur Ausfahrt gelangt ist. Schnell geht es dann auf die Autobahn in Richtung Mantua. Während wir die Adria und die Republik San Marino hinter uns lassen ist es schon lange dunkel. Wir merken, dass der Herbst uns so langsam aber sicher erwartet. Nach Mitternacht erreichen wir das Veneto und somit auch wieder unser Hotel für die Nacht - nun freuen sich alle wahrlich auf ihr Bett.
15.10.2026 Heimreise
Die Einen freuen sich auf ihr eigenes Bett zu Hause, die anderen würden gerne noch eine Woche bleiben, jedoch finden alle, dass die Zeit wie im Nu vergangen ist. Unser Aufbruch am nächsten Morgen wird allerdings durch die späte Ankunft in der Nacht deutlich verzögert.
Man merkt auch hier in Italien, dass der Herbst Einzug gehalten hat. Am Morgen ist es noch frisch und der Nebel hängt zwischen den Bergen. Doch als wir dann endlich starten können und durch das Veneto und Südtirol fahren klart es auf und vor uns liegt die schönste Herbstlandschaft, während wir nach Norden Richtung Brenner fahren. Auch im österreichischen Tirol ist noch bestes Herbstwetter und wir genießen es, die Berge an uns vorbeiziehen zu sehen. Durch die vielen Baustellen auf der Strecke verläuft unsere Fahrt auch recht zäh, da ist es schön, zumindest eine gute Aussicht zu haben.
Eine ereignisreiche und interessante Reise geht somit langsam aber sicher zu Ende. Wir haben viel Neues gesehen und gehört von dem, vor allem aufgrund amüsanter Gedächtnisstützen, sicherlich einiges noch lange präsent bleiben wird. Allerdings haben wir auch neben all den interessanten kulturellen Stätten auch Griechenland und seine Einwohner kennengelernt. Wir haben erfahren was die Bevölkerung auch heutzutage beschäftigt, hervorragendes Essen probiert und vor allen Dingen einen wunderschönen Spätsommer genossen. Und während die einen sich auf ihr Bett zu Hause freuen, sind die anderen schon dabei die nächste Reise zu planen.
Trotz einiger Verspätung erreichen am Abend alle wohlbehalten ihre Ausstiegsstellen und die Reise ist nun endgültig zu Ende.
Liebe Reisegäste,
wir möchten uns ganz herzlich für diese wunderwunderschöne Reise bedanken - vor allem für die positive Stimmung in der Gruppe. Gemeinsam haben wir 4.700 Kilometer (plus 540 Kilometer mit griechischen Bussen) zurückgelegt und unzählige schöne Erlebnisse geteilt und wir hoffen, dass Sie diese noch lange in guter Erinnerung behalten werden.
Es hat uns großen Spaß gemacht mit Ihnen und wir würden uns sehr freuen, wenn wir uns auf einer anderen Reise einmal wieder sehen.
Bis dahin bleiben Sie gesund und reiselustig.
Herzlich,
Sinah & Jan
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien