England – Wales – Schottland: A trip around landscapes, culture and people
Reisebericht: 03.08. – 14.08.2026
Eine Tour für Freunde der Insel, voll mit Begegnungen mit Ländern, Landschaften und Menschen.
Ein Reisebericht von
Gerhard Stefan Döring
Anreise nach Calais
Der Tag startet früh, sehr früh. Der Haustürtransfer holt die ersten Gäste gegen 3 Uhr in der Nacht ab, der Bus fährt dann ab dem Betriebshof in Kesselsdorf. Dort steht er: ein Setra 516 HD, ein Flagschiff des Herstellers Setra. Kaffe ist gekocht, die Koffer werden verladen und pünktlich geht es mit unserem "Vorlader" (so nennt man einen Fahrer, der bei langen Anreisen einen Teil der Strecke übernimmt) los.
Wir fahren entlang der A4 westwärts und sammeln an autobahnnahen Punkten weitere Gäste ein für unser grosses Abenteuer. Ein Teil der Gruppe hat sich für die Busanreise entschieden, morgen erwarten wir in London weitere Gäste, die mit dem Flugzeug anreisen.
Die Fahrt geht bis Eisenach, dort bekommen wir unseren "richtigen" Fahrer, Daniel, dann via Kassel, Dortmund, Antwerpen bis in den Hafen von Calais. Dort wartet eine Zwischenübernachtung auf uns, bevor wir dann am frühen Morgen auf die Insel übersetzen. Ein gemeinsames Abendessen im Hotel beschliesst den Tag.
Dover, die Grafschaft Kent, Greenwich, London und Slough
Auch der zweite Tag beginnt früh, wir haben heute viel vor. Zunächst gehts zum Fährhafen. Seitdem Grossbritannien nicht mehr Mitglied der EU ist, sind die Personenkontrollen noch weiter verstärkt worden, wir müssen aussteigen und werden inkl. dem Gepäck geprüft. Kurz vor 9 Uhr dürfen wir dann samt unseres Busses auf die Fähre. Ein zweites Frühstück im Bordrestaurant, ein kurzer Bummel durch die Duty-Free-Shops und dann raus auf das Freideck ... wir wollen die berühmten Klippen von Dover sehen, aus der Sicht vom Meer aus auch für alte England-Hasen immer wieder ein bewegender Anblick.
Die Engländer verzichten (zum Glück) diesmal auf eine zweite Einreisekontrolle, wir starten durch die Grafschaft Kent in Richtung London.
Wir erreichen den Stadtrand in Greenwich und unternehmen einen kleinen Abstecher zum Königlichen Observatorium. Von hier aus hat man einen einzigartigen Blick über die Docklands (die ehemalige Hafenanlagen) bis ins Zentrum von London.
Danach gehts schon weiter, wir treffen uns am Tower mit unserer örtlichen Reiseleitung und den Fluggästen. Gemeinsam erleben wir eine ausführliche Stadtrundfahrt mit vielen Foto-Hotspots und Geschichten rund um die Hauptstadt des Empires.
Den Abend beschliessen wir bei einem gemeinsamen Abendessen im Hotel in Slough. Morgen gehts dann die Rundfahrt durch die drei Länder los !
Windsor, Hampton Court, Oxford
Dieser Tag ist voll mit Geschichte und Wissenschaft ! Zunächst gehts ins wenig entfernte Windsor, das Städtchen mit der wohl bekanntesten Residenz des Königshauses. Windsor wirkt noch sehr verschlafen, als wir kurz nach dem Frühstück den viktorianischen Bahnhof durchqueren. Unser besuch ist nur kurz, denn es warten weitere Highlights Englands auf uns.
Unser nächster Stopp ist Hampton Court Palace. Hampton Court Palace ist ein Schloss im äußersten Südwesten Londons am linken Ufer der Themse. Das Schloss war von 1528 bis 1737 eine bevorzugte Residenz der englischen und britischen Könige. Leider haben die Bauherren vergessen, einen geeigneten Busparkplatz vorzusehen, so dass wir ein Stück zum Palast laufen müssen. Aber wir werden mehr als entschädigt: 1000 Jahre Geschichte wehen durch die alten Gemächer, ein (wie immer) perfekt gemachter Audioguide entführt uns in die unterschiedlichen Epochen des Palastes. Ein besonderes Highlight: die Küche !
Weiter gehts nach einem kleinen Imbiss (natürlich im Bus :-) ) in die Universitätsstadt Oxford. Wir werden von 2 örtlichen Guides begrüßt, die uns auch die letzten Winkelchen der altehrwürdigen Stadt und ihrer Colleges zeigen. Wunderbar !
Unser Hotel erreichen wir am frühen Abend in Coventry und genießen dort ein wiederum typisches Abendessen.
Die Kathedrale von Coventry, Shakespeare und seher viel Landschaft
Der Morgen beginnt nach dem Frühstück mit Kultur: wir schauen uns die zerstörte und in den 60er Jahren teilrenovierte Kathedrale von Coventry an. Sehr beeindruckend. Danach geht es schon weiter nach Stratford, der bekannten Shakespeare-Stadt. Wir sehen sein Wohnhaus, das Theater und genießen das Flair einen ansonsten verträumten englischen Kleinstadt. Zu lange können wir nicht bleiben, denn wir werden - inmitten des Nationalparks der Cotswolds - zum Afternoon Tea erwartet. Dieser wird in einem typisch englischen Landgasthof gereicht, mit Scones, Sandwhiches und süssen Teilchen. Wie war das mit der Reihenfolge? Erst die Cream und dann das Jam .. oder andersrum? Ich weiss es nicht mehr, ist, glaube ich, auch egal. Es schmeckt jedenfalls zauberhaft.
Der Abend endet nach einem Abendessen im Hotel des Vortages in Coventry.
Arley und Chester
Heute bleibt es erst einmal ländlich. Der Bus bringt uns in einen der vielen Landschaftsparks in England: Arley Arboretum. Hier hätte man den ganzen Tag verbringen können, die Seele baumeln lassen, einen Tee trinken... viele von uns wollen gar nicht weg. In kunstvoll gestalteten Bereichen wie dem Italienischen Garten oder dem Magnoliengarten entfaltet sich eine Vielfalt exotischer Pflanzen und Gehölze, die der Anlage ihre ganz besondere Atmosphäre verleihen. Arley gehört zu den schönsten Kulturlandschaften der Insel.
In Ironbridge legen wir einen Zwischenstopp ein und bestaunen die tiefe Schlucht und natürlich auch die eiserne Brücke.
Am Abend wird es nochmal kulturell: Ein örtlicher Guide zeigt uns seine Heimatstadt Chester.
Den Abend beschliessen wir mit einem Essen im Hotel, einige der Gäste gehen noch in den nächstgelegenen Pub, ganz urig an einem der vielen Kanäle, die das ganze Land durchziehen, gelegen. Cheers !
Wales per Eisenbahn, Landschaft und Technik
Heute gibt es wieder eine ganze Menge Landschaft zu bestaunen. Unser erster Stopp ist in Convy, einem kleinen Städtchen am Meer samt Burganlage. Gleich drei Brücken führen in die Stadt hinein, wirklich idyllisch. Muss man gesehen haben.
Weiter gehts es durch die walisische Landschaft ins kleine Örtchen Porthmadog, wo bereits der Dampfzug auf unsere Gruppe wartet. In einem eigenen Waggon geniessen wir am Bahnhof gekauften Tee und ein paar walisische Kekse. Ein Highlight für Technik- und Landschaftsfreunde !
Die Zugfahrt endet nach einer knappen Stunde in Ffestiniog, der Bus bringt uns durch die zauberhafte Landschaft zum nächsten Höhepunkt des Tages: Caernafon Castle. Diese Burganlage thront majestätisch am Meer, ein kleines Volksfest am Hafen bot Unterhaltung mit einem Pint walisischen Bieres. Ach, hätten wir nur länger bleiben können !
Den Abend gestalten wir mit Gesprächen im Hotel, wo es zuvor auch wieder ein feines Abendessen a la Carte gibt.
Lake District und Glasgow – Kontraste des Tages in England und Schottland.
Der Morgen beginnt nach dem Frühstück mit einer Bootsfahrt über den Lake Windermere, inmitten des Nationalparks Lake District. Das Weitter meinte es heute nicht so gut mit uns, es regnete fast den ganzen Tag. Vom Bus aus konnten wir die herrliche Landschaft geniessen, woimmer es verkehrstechnisch möglich war, ermöglichte uns Daniel, unser Fahrer, einen Fotostop.
Eine kleine Pause legten wir dann im Örtchen Keswik ein, nichts besonderes, aber typisch für die Gegend und dafür eben sehenswert.
Unser nächster Höhepunkt wartete an der schottischen Grenze: Gretna Green, bekannt durch seinen "Hochzeitsschmied" und die sich darum rankenden Geschichten und Geschichtchen. Daniel hatte Whisky bereitgestellt, so dass wir Schottland gebührend bergüssen konnten.
Weiter gings dann in die größte Stadt Schottlands: Glasgow. Bekannt durch den Sport, aber auch durch kontrastreiche Architektur.
Unser Hotel befand sich am Stadtrand, auch hier gab es wieder ein schönes Abendessen, diesmal im indischen Stil. Teile unserer Gruppe trafen sich noch nebenan im Pub. Herrlich!
Ein Tag der Highlands
Der heutige Tag ist durch ausgiebiges Kennenlernen der schottischen Landschaft geprägt. Auch hier wieder viele tolle Fotostopps inmitten ungeschreiblich schöner Landschaften.
Ein Höhepunkt stellt natürlich der berühmte See "Loch Ness" dar, leider konnten auch wir das Seeungeheuer "Nessi" nicht sehen und mussten uns mit Erzählungen und einer Nachbildung am Wegesrand zufrieden geben ;-)
Wir besuche noch das phantastische Urquhart Castle um dann unseren Tag in einem schottischen Cottage bei einem landestypischen Abendessen zu beenden. Ein Abendspaziergang durch die weite Anlage bleibt in Erinnerung.
Whisky in the jar ... and in mind
Der Tag steht ganz im Zeichen des schottischen Nataionalgetränks. Wir fahren in eine Single Malt Destillery, um dort bei einer Führung durch die Produktionsstätten und einer anschliessenden Verkostung vieles um den Whisky und seine Herstellung zu erfahren. Wunderbar.
Halt machen wir heute in Dundee und in St. Andrew, beides schottische Städtchen, in denen mal einen ganzen Tag verbringen könnte.
Edinburgh: Stadt und Tattoo
Heute gehts in die schottische Hauptstadt. Zuvor jedoch ein Zwischenstopp am Falkirk Wheel, einer techischen Meisterleistung: ein Schifsshebewerk, das durch Ausnutzung des Archimedischen Prinzips nur ganz wenig Energie benötigt, um zwei Schiffe gleichzeitig zu schleusen. Ein Wunder, nicht nur für Technikfans.
Unsere örtliche Reiseleitung empfängt uns am "3-Brücken-Viewpoint" am Rande der schottischen Hauptstadt. Wir genießen eine Stadtrundfahrt mit vielen persönlichen Geschichten und ganz viel Historie. Die Stadt ist voll, denn es finden zeitgleich mehrere Festivals statt. Wir haben Karten für das wohl bekannteste der Festivals: das Edinburgh Tattoo. Sehr beeindruckend.
Das Abendessen genießen wir in einem Pub samt Gospelchor noch vor dem Tattoo.
Newcastle und kleine Kreuzfahrt
Am Morgen verabschieden wir uns von den Fluggästen, diese treten von Edinburgh Airport ihre jeweilige Heimfahrt an. Die Busgäste fahren zurück nach England, natürlich nicht ohne sich gebührend - mit einem Gläschen Whisky und einem Dudelsackspieler - auch von Schottland zu verabschieden.
Am Nachmittag erreichen wir Newcastle und bringen die nun schon gewohnte Kontrollprozedur hinter uns. Auf uns wartet eine kleine Kreuzfahrt quer über die Nordsee nach Amsterdam. Die Freude ist gross, ein wunderbares Abendessen vom Bufett, Duty-Free-Geschäfte und Abendunterhaltung auf dem Schiff, einfach genial.
Heimfahrt nach erlebnisreichen Tagen
Nach dem Frühstück verlassen wir unser Schiff, durchlaufen eine erneute Personenkontrolle und fahren dann quer durch die Niederlande und Deutschland zu unseren Ausgangsorten. Im Koffer haben wir viele schöne Erlebnisse.
Wer nach dieser Tour nicht anglophil ist, dem ist einfach nicht zu helfen. Eine Reise durch die 3 Länder der Hauptinsel, wie sie schöner und nahbarer nicht sein könnte. Kaum zurück freut man sich schon auf die nächste Tour :-)
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