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Schottland, Nordirland und Irland erleben

Reisebericht: 21.06. – 02.07.2026

Willkommen zu unserer besonderen Reise durch Lieblingsorte und zu Sehnsuchtszielen.

Marlies Thrum

Ein Reisebericht von
Marlies Thrum

im Ghillie Due – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Blick auf die Old Town von Edinburgh – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Auf dem Calton Hill  – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) festlich zum Dinner – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Blick auf Urquhart Castle – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Glen Coe – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Bummel durch Oban – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Bummeln durch Inverary – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) im Titanic Museum Belfast – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) Titanic Distillery – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) im Museum Inniskillen – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL) unser Hotel in Cavan – © Marlies Thrum (Eberhardt TRAVEL)

Sonntag, 21. Juni 2026 – Anreise nach Ijmuiden zur Fähre

Wie immer starten wir sehr, sehr zeitig. Die Strecke bis nach Amsterdam/ Ijmuiden möchte bewältigt werden heute und daher starten wir mit Knut, unserem ersten Busfahrer, noch vor den ersten Sonnenstrahlen in Dresden. Am Rasthof Altenburger Land steigt dann unser Busfahrer Roy zu, der uns auf unserer Rundreise fahren wird. Also verabschieden wir uns von Knut, genießen eine Service-Pause und Willkommen Roy. Auf der Fahrt durch das Thüringer Land erwacht dann auch der Tag, Nebelschwaden ziehen durch die Täler und hüllen alles in einen mystischen Hauch. Nach und nach steigen weitere Gäste an Ratsstätten und Haltepunkten zu und kurz vor der niederländischen Grenze ist unsere Busgruppe komplett. Pünktlich erreichen wir das Fähr-Terminal in Ijmuiden und gehen an Bord unserer "Princess Seaways". Unsere Fluggäste landen derweil in Edinburgh und haben heute Abend und morgen den Tag zum individuellen Erkunden. Wir erkunden erst einmal das Schiff und treffen uns dann zum Abendessen wieder- WOW- was für ein Buffett! Da bleibt kein Wunsch offen- höchstens der, von allem einmal kosten zu können. Aber das ist angesichts der Menge an verschiedenen Speisen schier aussichtslos. Nach dem frühen Start heute morgen zieht es dann aber rasch viele Gäste in die Kabinen, den Sonnenuntergang bekommen nur noch wenige mit. Also- Gute Nacht und bis morgen.

Montag, 22. Juni 2026– Ankunft in Newcastle, Carter Bar, Jedburgh, Edinburgh

Ein wunderschöner Sonnenaufgang belohnt die Frühaufsteher. Unser gemeinsamer Tag startet mit einem Frühstücks-Buffet, das keine Wünsche offenlässt. Die Überfahrt war ruhig, erholt und munter verfolgen wir die Einfahrt in den Hafen von Newcastle. Check out und Passkontrolle verliefen problemlos und auch Roy kommt relativ rasch mit dem Bus von der Fähre. Also: Fährgepäck verstauen und los geht es, natürlich auf der linken Seite und das ist für die meisten doch sehr ungewohnt. Wann fährt man schon mal links in den Kreisverkehr? Der heißt ab jetzt Roundabout und wir werden lernen, dass diese auch auf die kleinste Kreuzung passen. An Carter Bar, der englisch-schottischen Grenze, erwartet uns eine kleine Überraschung: Alan bringt uns ein Ständchen mit dem Dudelsack und vom Bordservice gibt es einen ersten Whisky: Willkommen in Schottland! Zur Mittagspause in Jedburgh schließlich lernen wir die erste von vier großen Grenzlandabteien kennen: Jedburgh Abbey. Wer wollte konnte die Ruinen der Klosterkirche und des Klosters besuchen, andere statteten dem Haus von Mary, Queen of Scots, einen Besuch ab. Dann ging es weiter nach Edinburgh. Hier warteten bereits unsere Fluggäste im Hotel auf uns und auch unsere Stadtführerin Tanja war bereits vor Ort. Also checkten wir rasch ein und lernten dann Schottlands Hauptstadt bei einer Stadtrundfahrt kennen. Dazu gehörten auch die privaten Schulen und Colleges, deren Gebäude J.K. Rowling wohl auch für ihre Harry Potter- Bücher inspirierte. Ein Stopp am Palace of Holyrood House war möglich. Hier residiert der britische König, wenn er in der Stadt ist. An der Nationalbibliothek enden wir, näher ans Castle können wir mit dem Bus nicht fahren, also laufen wir die Royal Mile hinauf. Rasch sind die Tickets geholt und jeder hat die Möglichkeit, sich individuell umzusehen. So vieles gibt es zu entdecken, die Staatsgemächer mit den Kronjuwelen, die Museen der Regimenter, das Gefängnis…Gut, dass in der freien Zeit auch ein paar Minuten für einen Stadtbummel dabei sind. Wer wollte kehrte selber zum Hotel zurück, mit allen anderen wurde es ein (etwas längerer) Spaziergang. Und schon ging es weiter- unser Abendessen wartet auf uns im Ghillie Due- eine ehemalige Kirche, die heute ein angesagter Pub ist. Der ist gleich bei uns um die Ecke, also laufen wir wieder los. Das Ambiente begeistert und auch das Essen weiß zu überzeugen- da waren einige ja seeeehr skeptisch. Wer wollte erklomm zu später Stunde den Calton Hill mit uns, einer der sieben Hügel, auf dem Edinburgh steht. Der Sonnenuntergang von hier ist phantastisch anzusehen, wie auch der Blick über die Stadt. Die ersten Lichter tauchen Edinburgh in einen neuen Glanz und wir genießen den abendlichen Bummel zurück ins Hotel.

Dienstag, 23. Juni 2026 – Falkirk Wheel, Stirling Castle, Pitlochry, Inverness

Wir verabschieden uns von Edinburgh und starten mit unserem Bus gen Norden. Über den Fluss Forth führen hier 3 gewaltige Brücken, jede für sich eine ingenieurstechnische Meisterleistung. Von unserem Aussichtspunkt aus können wir den „Roten Drachen“ sehen, die Eisenbahnbrücke, die 1890 eröffnet wurde und damals die erste Brücke weltweit komplett aus Stahl war. 1964 folgte dann die Straßenbrücke, die 2017 durch die neue Queensferry Crossing ersetzt wurde. Weiter geht unsere Fahrt zum wohl ungewöhnlichsten Schiffshebewerk der Welt: zum Falkirk Wheel. Wie ein Riesenrad dreht es sich und hebt dabei die Bottiche mit den Booten spielend hinauf bzw. hinab. Leider können wir selber heute nicht mitfahren, das Boot ist bereits gestartet und der nächste freie Termin wäre erst am Nachmittag. Also beobachten wir weiter und genießen die Zeit hier. Doch schon ruft unser nächstes Ziel: Stirling Castle- die Schicksalsburg im Herzen Schottlands. Unser Bus „erklimmt“ den Vulkanfelsen, auf dem das Chastle thront und dann spazieren wir gemeinsam durch Kapelle, Festsaal, Staatsgemächer und Küchen. Wer möchte verbringt hier die Mittagspause oder stärkt sich vom Bordservice am Bus, am frühen Nachmittag geht es in die Highlands. Mit Pitlochry erreichen wir ein verträumtes Städtchen, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Hier lässt es sich vortrefflich bummeln und einen Kaffee genießen. Natürlich müssen wir auf dem Weg nach Inverness in Carrbridge halten. Hier befindet sich die „Old Packhorse Bridge“, deren Foto auf keinem Schottland-Kalender fehlt. Nun haben auch wir unsere Fotos von ihr in unseren Speichern und weiter geht es in die heimliche Hauptstadt der Highlands. Direkt am Fluss Ness liegt unser Hotel, gegenüber grüßt die Kathedrale. Wir beziehen unsere Zimmer und treffen uns zum Abendessen im Restaurant wieder. Dieses hat auch einen Biergarten und der wird nach dem Essen gern noch aufgesucht, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Mittwoch, 24. Juni 2025 – Urquhart Castle, Schleusentreppe Fort Augustus, Glenfinnan Viaduct, Glen Coe, Oban

Die Kathedrale von Inverness ist unser erstes Ziel für heute, sie befindet sich quasi gleich um die Ecke. Wir laden unsere Koffer in den Bus und spazieren zum Castle, das heute die Verwaltung beherbergt und zur Statue von Flora Mc Donald, die davor steht. Sie verhalf Bonnie Prinz Charlie nach der verlorenen Schlacht von Culloden zur Flucht aus Schottland und wird dafür als Heldin verehrt. Über den Ness geht es dann zu Kathedrale. Als schottisch-episkopale Kirche gehört sie zur Anglikanischen Gemeinschaft und wurde dem heiligen Andreas geweiht. 1869 wurde sie fertiggestellt und diente seitdem als Kathedrale der Highlands. Alexander Ross, ein Mitglied der Gemeinde, war der Architekt. Die Kathedrale blieb fast unverändert, nur im Inneren kamen Erweiterungen und Buntglasfenster hinzu. Kaum vorstellbar, dass die Säulen im Innern, die die Arkaden tragen, jeweils aus einem einzigen Block rotem Granits gefertigt wurden. Wir setzen unsere Fahrt entlang des Ness fort. Bald schon erreichen wir den sagenumwobenen Loch Ness aber wie sehr wir auch Ausschau halten- Nessie läßt sich nicht blicken. Dafür sehen wir uns das Castle am Ufer des Sees an: Urquhart Castle. Ein Film veranschaulicht die fast 1000jährige Geschichte des Castles und dann ist Zeit für individuelle Erkundungen und eine kleine Mittagspause. Am Südufer des Loch Ness liegt eine alte Garnisonsstadt: Fort Augustus. Von der Garnison ist nichts mehr übrig, dafür beherbergt sie eine der Schleusentreppen des Kaledonischen Kanals. Hier können die Schiffe und Boote vom Loch Ness zum Kanal oder umgekehrt über 5 Treppen geschleust werden. Wir haben Glück und sehen gerade, wie ein Schleusentor geöffnet wird, um die Boote hinauf zu schleusen. Wir folgen dem Kaledonischen Kanal, der von Thoms Telford entworfen worden war und der die natürlichen Seen im sogenannten Großen Graben durch künstliche Kanäle verbindet. So wurde eine Ost-West Verbindung geschaffen, die es den Heringsfischern ermöglichen sollte, die gefährliche Nordumfahrung von Schottland zu sparen. Leider war er schon bald zu klein für die größer werdenden Boote und so befahren heute eher Freizeitkapitäne und Ausflügler die Route. In Fort William biegen wir ab, passieren mit Neptune´s Staircase die größte Schleusentreppe des Kanals und fahren nach Westen. Am Ufer des Loch Shield erhebt sich das Glenfinnan Monument. Es steht stellvertretend für alle Schotten. Steigt man zum Aussichtspunkt hinauf kann man auf der gegenüberliegenden Seite einen Blick auf das Glenfinnan Viaduct werfen: die Brücke, die aus den Harry Potter-Filmen berühmt wurde, weil der Hogwarts Express darüber fährt. Wir haben Glück: Der Jakobite Train mit seiner Dampflok schnauft über das Viadukt und macht unseren Besuch hier komplett. Unsere Reise geht weiter ins schönste Tal Schottlands- Glen Coe. Es ist aber auch der Ort für eine düstere Geschichte, als die Mc Donalds hier auf Befehl des Königs 1692 überfallen und getötet wurden. Die Campbells hatten deren Gastfreundschaft schamlos ausgenutzt und sie hinterrücks ermordet. Gastfreundschaft ist nach gälischem Recht eines der höchsten Güter, sie zu verletzen war der größte Frevel. Wir können im Besucherzentrum auch einen Blick auf die nachgebaute Torfhütte werfen und die Bergmassive herum bewundern. Ein klein wenig geht es für uns noch hinein, am Loch Achtriochtan halten wir noch einmal und genießen den Blick auf das Tal und die Berge. Nun geht es aber endgültig nach Westen. Oban- das Tor zu den Inseln- ist unser Ziel für heute. Unser Hotel liegt direkt neben dem Hafen und so nutzen viele die Gelegenheit, nach dem Abendessen etwas am Meer zu spazieren und den wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen.

Donnerstag, 25. Juni 2026 – Oban, Inverary, Luss am Loch Lomond, Glasgow

Der Vormittag heute ist frei. So bummeln wir durch das Städtchen oder am Hafen entlang. Einige auch hinauf zum Mac Caigs Tower, der Nachbildung des Kolosseums hier hoch über der Stadt. Natürlich erstehe ich noch einige typische Köstlichkeiten wie Shortbread für die Gruppe, dann brechen wir auf nach Süden. Stoppen an der malerischen Ruine des Kilchurn Castle bevor es weitergeht nach Inverary. Hier erwartet uns das wohl unschottischste aller schottischen Castles. Es gehört dem Clan der Campbells, (die nichts zu tun haben mit dem Massaker von Glen Coe), der Duke of Argyll residiert noch heute hier und ist Oberhaupt von ca. 1,5 Millionen Campbells weltweit. Eine Mittagspause und ein ausgiebiger Fotostopp ist möglich, dann fahren wir weiter in den Ort. Der wurde komplett neu angelegt, als das Castle errichtet wurde und bietet beste Bummel-Möglichkeiten. Dann geht es weiter zum schönsten See Schottlands- zum Loch Lomond. Am Aussichtspunkt The Rest and be thankful tun wir, was der Name uns sagt: Raste und sei dankbar. Hier führt die Straße über den Pass der Arrochar Alps, traumhaft schöne Ausblicke in die Täler inklusive. Bei fast 30 °C heute eher untypisch für Schottland. Weiter ging unsere Fahrt durch die Highlands, weite Täler und Bergmassive wechselten sich ab und so erreichten wir schließlich den schönsten und größten See Schottlands- den Loch Lomond. Natürlich gibt es auch ein Lied über den See, es erzählt die Geschichte zweier Soldaten des Jakobiten-Aufstandes, sie werden gefangen genommen, einer wird begnadigt- er geht die "High Road" und einer zum Tode verurteilt- er geht die "Low Road" und schreibt vorher an seine Geliebte, dass er sie nie wieder sehen wird- an den wunderschönen Stränden des Loch Lomond. So eingestimmt spazieren wir in Luss zum Ufer des Sees. Wir können den Ben Lomond am Nordende des Sees sehen, auch der Ausblick auf Luss und nach Süden ist frei und so genießen wir die Luss Hills und einen kleinen Spaziergang zur Kirche. Auf dem Friedhof hier liegt einer von zwei nachgewiesenen Hogbacks in Schottland. Das sind Grabsteine der Wikinger. Spuren der Wikinger zeigen sich überall auf unserer weiteren Fahrt, bis hierher waren die Nordmänner vorgedrungen, in Dumbarton hatten sie die Festung um 870 erobern können, alles mitgenommen, was von Wert war inklusive der Menschen als Sklaven. Erst 1263 gelang es, die Nordmänner zu besiegen und aus dem westlichen Schottland zu vertreiben. Am Abend erreichten wir schließlich die größte Stadt Schottlands- Glasgow. Bei einer kleinen Runde durch die Stadt lernen wir das "Ufo" und das "Gürteltier" kennen, imposante Gebäude, für die u.a. Sir Norman Foster verantwortlich zeichnete. Dann geht es zum Hotel und ein gemeinsames Abendessen rundet unseren Tag ab.

Freitag, 26. Juni 2026 – Glasgow, Girvan, Fährüberfahrt nach Belfast, Pub–Besuch in The Crown

Am Morgen spazieren wir ein wenig durch Glasgow zum George Square: das Zentrum der Stadt mit dem Rathaus. Leicht ausgeblichen sieht man noch den Schriftzug, mit dem Glasgow in den 70er Jahren einen Wandel vollzog- People make Glasgow. Die Menschen hier wurden in die Umgestaltung ihrer Quartiere einbezogen, aus der schmuddeligen Arbeiterstadt wurde die Stadt der Architektur, der Events, der Kultur und Wissenschaft. 3 Universitäten hat Glasgow und Wandbilder zeigen u.a. auch das Lehren hier. Wir dürfen in das Rathaus und uns den Eingangsbereich mit den Mosaiken und den Marmoraufgängen anschauen- was für eine Pracht. Glasgow war berühmt für seine Handelsrouten, für seine Schiffe und Lokomotiven, für Wolle und Stoffe. Dass ein großer Teil des Reichtums auch aus dem Sklavenhandel stammt wird gerade aufgearbeitet und neu bewertet. Unser Spaziergang führt uns weiter zur Kathedrale Glasgows. St. Mungo, der Missionar, hatte hier seine kleine Kirche errichtet- im Glas Cun- dem lieben grünen Ort. Sein Grab befindet sich in der Unterkirche der Kathedrale, denn es ist keine Krypta, sondern die Kathedrale wurde auf der alten Kirche gebaut. Wir können uns umsehen und die Pracht genießen. Diese Kathedrale hat als eine der wenigen die Reformation überlebt, bei der hier in Schottland fast alle katholischen Einrichtungen zerstört wurden. Aber die Stände in Glasgow verhinderten, dass der Mob die Kathedrale plünderte und zerstörte. Die wunderschönen Buntglasfenster, die kaputt gingen, wurden bald schon ersetzt und tauchen heute wieder die Kathedrale in wundervolles Licht. Mit einem letzten schönen ( Foto) Blick auf die Kathedrale geht es dann zum Bus. Immer wieder sehen wir die Wandbilder, das Rotkehlchen darauf sagt uns, dass es der Bezug zu St. Mungo ist, so wie es auch im Stadtwappen sichtbar ist. Dann verlassen wir Glasgow. Es geht nach Süden und die Küstenstraße entlang. In Girvan legen wir einen Mittagspause ein. Ein erster Servicestopp am Hafen und dann geht es direkt zum Strand. Hier bleiben wir stehen: Der kleine Kiosk hier wurde uns empfohlen: ...Das probieren einige aus, andere sind mit den Füßen im Wasser und/oder stärken sich vom Bordservice. Ailsa Craig, die kleine Insel ist genau vor uns. Ein Vogelparadies und mit einem ganz besonderen Fels- der Stein wird u.a. für Curlingsteine genutzt. Dann geht es nach Cairnryan. Hier im Hafen kommt unsere Fähre an, die uns nach Belfast bringen soll. Mit einer kleinen Verspätung - die wir für einen Whisky genutzt haben ;-) geht es mit dem Bus aufs Schiff, wir merken uns Decknummer und Farbe der Treppen und dann kann jeder individuell seinen Aufenthalt an Bord genießen. Schon von weitem kann man die beiden großen gelben Kräne in Belfast ausmachen: Samson und Goliath werden sie genannt und gehören zu den größten freistehenden Kränen der Welt. Sie werden wir uns noch ganz aus der Nähe ansehen. Zunächst geht es aber im Bus erst einmal an Land. Roy fährt uns gewohnt sicher zu unserem Hotel. Das liegt an der Sandy Row, einer Hochburg der Oranier, der Anhänger der Monarchie und Befürworter des Verbleibs im Vereinten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Beim Abendessen sehen wir dann einen Aufmarsch, schon die ganz kleinen Kinder marschieren mit und wir fragen uns, wie so der Konflikt gelöst werden soll... Es war eine Probe für den 12. Juli, dem Tag, an dem die Oranier durch Belfast marschieren und an dessen Vorabend die Feuer brennen... Ein solcher "Scheiterhaufen" wird unmittelbar neben unserem Hotel aufgebaut. Wir genießen unser Abendessen und dann lade ich zu einem Bummel in die schönsten Pubs Belfasts ein. The Crown liegt gleich um die Ecke und auch Brennans Bar mit Live Musik ist da, also los und: Willkommen in Belfast.

Samstag, 27. Juni 2026 – Belfast– Titanic Museum, Distillery, Stadtrundfahrt, abends The Crown

Der Tag heute gehört Belfast. Zunächst besuchen wir ein einmaliges Museum- das diesen Namen nicht verdient- es ist eher ein Erlebniszentrum rund um die Titanic. Schon das Gebäude selber verblüfft, seine Architektur ebenfalls wie die Maße, die sich exakt an die Maße der Titanic halten, die Höhe, die Stockwerke...Im Innern dann Zeitreisen ins Jahr 1912 und davor, Fahrten mit einer Bahn durch das Trockendock der Titanic- es hallen lange die Schläge der Hämmer auf die Nieten in uns nach... Dann die neue Ausstellung rund um den Untergang und die Suche nach der Titanic. Ein faszinierendes Schauspiel aus Titanic, Licht und Musik. Anschließend spazierten wir zum ehemaligen Trockendock der Titanic. Im alten Pumpenhaus ist eine Destillerie eingezogen und wir können einen Blick auf das Dock werfen, in dem die Titanic gebaut wurde. Selbstverständlich besuchen wir die Distille hier- aufgeteilt in 2 Gruppen erfahren wir hier alles über das "Wasser des Lebens", dürfen einen Signature Wodka verkosten und dann einen blended Whisky- die Destillerie ist noch zu jung, um eigenen guten Whisky zu servieren. Petra erwartete uns dann zu unserer Stadtrundfahrt. Sie zeigt uns die veschiedenen Viertel, das protestantische, später auch das katholische, die Peace Wall und die Murals, die Wandbilder. Natürlich darf ein Ausflug zum Belfaster Parlament nicht fehlen. Hier oben über der Stadt regiert das nordirische Parlament. Zurück in die Stadt fahren wir an der Kathedrale vorbei mit dem größten keltischen Kreuz Irlands und der Spire- der Spitze, die wohl auch einen fehlenden Kirchturm ersetzen soll... zur Queens Universität. Hier bleiben wir für einen Fotostopp bevor es zum Rathaus der Stadt geht. Hier verabschieden wir uns von Petra und genießen den freien späten Nachmittag individuell. Unser Hotel ist nicht weit von hier, wer aber etwas "pflasterlahm" geworden war, den holte Roy später mit dem Bus wieder ab. Spätestens zum Abendessen waren aber alle wieder fit und wer wollte ließ auch heute den Tag im Pub ausklingen....

Sonntag, 28. Juni 2026 – Anrtim Coast, Giants Causeway, Dunluce Castle, L`Derry, Inishowen

Wir genießen noch einmal ein leckeres Frühstück in unserem Hotel und dann geht es gen Norden. Wir fahren die Antrim Coast entlang- eine der schönsten Küstenstraßen überhaupt. Ein erster Stopp ist in Carrickfergus. Hier residierten die englischen Könige, wenn sie nach Irland kamen, die Burg war wichtige Nachschub-Station in den kriegerischen Auseinandersetzungen. Noch hängen schwere Regenwolken über dem Meer und der Stadt, aber im Norden zeichnen sich helle Streifen ab- dorthin wollen wir. Wir folgen der Küste, durchfahren malerische kleine Orte, passieren Felstore (ohne Kratzer), genießen den Blick auf die Hügel, Weiden und Wiesen und immer wieder auf die irische See. So erreichen wir schließlich Giants Causeway- den "Damm des Riesen". Hier konnte sich jeder selber ein Bild von der umwerfenden Schönheit machen und für sich entscheiden: war es Mutter Natur, die hier mehr als 40.000 gleichförmige sechs- bis achteckige Säulen erschuf oder doch der Riese Fionh, der einen Damm nach Schottland baute um den Riesen Bernadonner dort herauszufordern? Mit unseren Audio Guides erfuhren wir viele interessante Sachen über den Riesen Fionh, seine Orgel, seinen verlorenen Schuh... und da aus dem Schornstein kein Qualm drang, war er wohl auch nicht zu Hause. Dafür ließ sich sogar die Sonne blicken und bescherte uns wundervolle Fotos. Viel zu schnell verging die Zeit und wir machten uns wieder auf den Weg. Roy fuhr uns zunächst zu einem besonderen Castle: Dunluce Castle. Hier war einst der Küchentrakt ins Meer abgerutscht und das Castle wurde aufgegeben- einen Fotostopp ist es auf jeden Fall wert. Genauso wie der "Wishing Arch"- eine Felsformation unten am Stran, den man von der neu gebauten Aussichtsplattform sehen konnte. Dann ging es weiter in die sogenannte "Schrägstrich-Stadt". Einst hieß der Ort Derry, doch die Londoner Zünfte schenkten die Stadt einfach mal den angeworbenen protestantischen Siedlern im 17. Jahrhundert. Diese bauten eine Stadtmauer um "ihre" Stadt, die heute noch begehbar ist. Aus Dankbarkeit benannten sie die Stadt um in Londonderry. Der Namenswechsel wurde besonders in den "Troubles" instrumentalisiert, als Derry Schauplatz heftigster Auseinandersetzungen wurde, die 1972 im "blutigen Sonntag", der gewaltsamen Niederschlagung eines friedlichen Protestes, einen ihrer Ausgangspunkte hatte. Wir spazieren heute auf der Stadtmauer entlang, über die einzelnen Stadttore, schauen in die Bogsides, früher Moorgebiete, in denen die katholischen Einwohner ihre Häuser bauen mußten- außerhalb der Stadtmauern. Zum Schluß besuchen wir das Friedenslicht. Heute aktueller denn je- gegen alle Kriege- allein, es brannte nicht... Weiter geht es zu unserem Inishowen Gateway Hotel - das liegt direkt an der Halbinsel Inishowen in Buncrana und nach einem guten Abendessen beschert uns die Lage am Fjord einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Montag, 29. Juni 2026 – Glenveagh Nationalpark, Eniskillen, Cavan

Es regnet etwas heute morgen und so beeilen wir uns mit dem Koffer laden und Einsteigen in unseren Bus. Versöhnlicher zeigt sich das Wetter dann unterwegs, die Berge des Nationalparks verstecken sich (noch) und lassen sich an den View-Points nur erahnen. Doch es wird heller und als wir das Besucherzentrum des Nationalparks erreicht haben verziehen sich die letzten Regenwolken und sogar die Sonne kommt durch. Ein Film stimmt uns auf die Entstehung des heutigen Nationalparkes ein, wie hier in der unwirtlichen rauhen Natur ein solches Kleinod mit Gärten und dichtem Wald entstehen konnte. Es begann mit einem Jagdschloß für John Georg Adair. Er ließ rund 200 Pächter "entfernen", was auch bis heute noch tiefe Wunden bei den Iren hinterlassen hat. Nach seinem Tod legte seine Frau Cornelia die ersten Gärten an, sie war wesentlich beliebter als ihr Gatte. Der letzte Besitzer dann ließ die Gärten erweitern, lud Stars und Sternchen ein, Greta Garbo war hier zu Gast wie auch Grace Kelly. Das Castle war mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und so genossen die Gäste die Gastfreundschaft. In den 1970er Jahren schließlich überschieb er Irland das Anwesen und so konnte der Nationalpark eingerichtet werden. Auch wenn wir leider das Castle selber nicht besuchen können- es ist heute geschlossen- so genießen wir doch die Gärten und wer mochte- den Aufstieg zum View Point. Andere verzichteten auf den Shuttle-Bus und wanderten bereits ab dem Besucherzentrum los- erfrischten sich bei einem Tee oder Kaffee dann im Tea Room des Castles. Am Bus trafen wir uns schließlich alle wieder. Enniskillen war unser nächtes Ziel. Der Legende nach war die Kriegerin Cathlyn von einem Pfeil verwundet wurden, sie versuchte, durch den Erne zu schwimmen zum rettenden Ufer, erreichte es aber nicht mehr. So wurde der Ort nach ihr benannt: Innes (Insel) Cathlyn. Daraus wurde schließlich Inniskillen und heute Enniskillen. Unser Bus parkt direkt am Castle und wer Lust hatte, der konnte in die Geschichte hier eintauchen. Eine weitläufige Ausstellung erzählte auch von den militärischen Ereignissen und den beiden Regimentern, die hier stationiert waren. Natürlich durfte ein Bummel durch das Städtchen nicht fehlen- unübersehbar eine besondere Farbe für einige Kirchen: pink und rosé. Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Cavan. Hier erwartete uns das Cavan Chrystal Hotel und wir wurden wieder außerordentlich gut verwöhnt. Ein gemeinsames Abendessen in wunderschönem Ambiente einer Hochzeit beendete wieder unseren Tag und so verabschieden wir uns : bis morgen.

Dienstag, 30. Juni 2026 – Dublin, Stadtrundfahrt, Book of Kells/ Guinness Storehouse, abends Temple Bar

Wir verabschieden uns nach einem fürstlichen Frühstück von unserem gastlichen Hotel und fahren weiter nach Dublin. Die Hauptstadt der Republik Irland erwartet uns. An der Spire auf der Connel Street trafen wir uns mit Gunar, er zeigt uns dann seine Stadt, in der er schon lange lebt. Da sind die brühmten Dubliner Türen im georgianischen Viertel, das Shelbourne Hotel, in dem die irische Verfassung niedergeschrieben wurde, die St. Anna-Kirche, in der Bram Stoker geheiratet hat (ja, der mit Dracula), der Erinnerungs-Garten, die Post in der Connel-Street, die eine wichtige Rolle beim Osteraufstand gespielt hatte, der Sitz des Bürgermeisters, der Gerichte und ein Ausflug zum Hafengelände durfte natürlich nicht fehlen. An der St. Patricks-Kirche war Gelegenheit für einen ausgiebigen Fotostopp und auch im Phoenix Park. Zurück in der Stadt verabschieden wir uns von Gunnar und wer wollte, spazierte mit mir ein wenig durch Dublins Zentrum, besuchte Molly Malone und das berühmte Viertel Temple Bar. Dann ging es zu einem ganz besonderen Highlight, das viele zusätzlich gebucht hatten: das berühmte Book of Kells. Darin hatten Mönche die vier Evangelien in überaus kunst- und bedeutungsvoller Art niedergeschrieben. Jede Seite, jeder Buchstabe, jede Ranke unübertroffen elegant und bis ins kleinste Detail kunstvoll. Erhaben auch der Anblick der großen Bibliothek. Auch wenn die Bücher größtenteils für eine große Restauration fehlen- der lange Saal mit seinen Büsten, den historischen Büchern unter Glas und den vielen Ausstellungsstücken wie der Irischen Harfe beeindruckt immer wieder. Am Ende des Saals dann die übergroße Installation einer Erdkugel, beleuchtet und sich drehend. Denkt daran: Wir haben nur diese eine Erde. In der Experience dann geht die Ausstellung weiter. KI ermöglicht es, das wir meinen, Statuen würden zu uns sprechen, sie erwecken sie gleichsam zum Leben... Licht- und Filminstallationen runden die Ausstellung ab und wer wollte spaziert noch ein wenig über den Campus des Trinity Colleges, denn hier befinden wir uns gerade. Andere starteten mit Roy zum Guinness Storehouse und ließen sich in die Geheimnissse des schwarzen Goldes- des Guinness- einweihen. An der Nassau Street trafen wir uns wieder, holten auch unsere Guiness-Genießer ab und gemeinsam ging es zum Hotel. Das gemeinsame Abendessen ließ dann ziemlich lange auf sich warten und so wurde die Schar derer, die noch einmal Temple Bar am Abend erleben wollten immer kleiner. Trotzdem machten wir uns auf den Weg und wurden nicht enttäuscht. Im legendären Temple Bar genossen wir die Live-Musik (Und das Guiness oder Smithwicks) Auch im nächsten Pub wieder Live Musik und tolle Atmosphäre. Ein schöner Abschluß unserer gemeinsamen Reise. Im Hotel dann ein herzliches: Auf Wiedersehen für unsere Fluggäste, kommt gut nach Hause.

Mittwoch, 01. Juli 2026– Fähre nach Holyhead, Llanfair, Straße von Menai, Fährhafen Kingston upon Hull

Mehr als zeitig geht es heute los- Statt Frühstück gibt es eine Frühstücks-Tüte to Go. An der Fähre dann Warten auf die Auffahrt. Die Zeit nutzen wir für unser "Frühstück". Natürlich hat Jan schon Kaffee in der Busküche fertig und so können wir langsam munter werden. An Bord dann kennen wir bereits das Prozedere: Deck und Treppenfarbe merken und dann heißt es: die Überfahrt genießen. Die See ist (ziemlich) ruhig und so genießen wir unsere 3 Stunden auf See. Wales empfängt uns dann mit strahlendem Sonnenschein. Wir machen einen ersten Stopp noch auf der Insel des Ongul, besser bekannt als Anglesey. Hier ist der Ort mit dem längsten Namen der Welt, 58 Buchstaben reihen sich aneinander und keiner kann die richtig aussprechen. Wir üben noch ein wenig, allerdings traut sich doch niemand weiter an die richtige Aussprache. So beiben wir bei LLangfair oder Gogogoch, wie die Briten sagen. Am View Point stoppen wir noch einmal und genießen den Blick auf die Straße von Menai, inklusive Brücken und kleiner Inseln. Über die Britannia Bridge geht es dann aufs Festland. Wir folgen der Küstenstraße, traumhafte Strände und gleich dahinter erheben sich die Berge des Snowdonia Nationalparks. Bald schon erreichen wir die Grenze zwischen Wales und England. Chester, die traditionsreiche Stadt passieren wir, von weitem winkt Liverpool. Der Raum Manchester erweist sich dann wieder als Knotenpunkt, Staus inklusive. Trotzdem können wir eine Servicepause machen und sind pünktlich an der Fähre in Hull. Vorher werfen wir noch einen Blick auf die imposante Humber Bridge. Stahlseile mit einem Durchmesser bis 65 cm halten die Brücke, die Pylonen können im Orkan bis zu 3 Meter schwanken... Alles Superlative. Ich kann unsere Gruppe gleich einchecken und so geht es an Bord unserer Fähre. Abendessen und Frühstück sind individuell und so sehen wir uns erst am nächsten Morgen zum Ausschecken in der Sunset-Lounge wieder. Dann viel Spaß an Bord und bis morgen!

Donnerstag, 12. Juli 2026 – Rotterdam, Rückreise nach Hause

Die See war ruhig, der Schlaf erholsam und ein tolles Frühstück sorgt für einen guten Start in den Tag. In der Lounge treffen wir uns zum Aus-Checken, gemeinsam geht es durch die Passkontrolle und dann heißt es Warten auf den Bus: Roy muss lange warten, bis er endlich an der Reihe ist und die Fähre mit dem Bus verlassen kann. Nun aber: Gepäck verstaut und los geht es. Noch einmal winken zu den Gästen, die uns hier bereits verlassen haben. Wieder liegen mehr als 800 Kilometer vor uns. Lange führt unsere Fahrt noch den Rotterdamer Hafen entlang, er zieht sich kilometerweit ins Landesinnere. Erwirtschaftet immerhin 1/6 des Bruttoinlandprodukts. Wie erinnern uns an den Film, den wir zu Beginn unserer Reise gesehen haben- Nun haben wir selber alle diese Orte und Plätze gesehen, erlebt und genossen und leuchtende Augen erzählen von der tollen Reise. In Paderborn dann verlassen die ersten Gäste unseren Bus, begleitet von einem Lied und einem "kommt gut nach Hause". So werden wir immer weniger im Bus, bis wir uns in Wüstenbrand auch von Roy, unserem Busfahrer, verabschieden müssen. Er wird hier abgelöst und tosender Applaus der Gäste begleitet ihn- und natürlich sein Lied "Caledonia". In Dresden dann verabschiede auch ich mich- Auf Wiedersehen und für die letzten Gäste gab es noch einmal Auld Lang Syne.


Was für eine schöne Reise, leuchtende Augen inklusive, danke an Gabi, die uns mit ihrem Whisky-Kuchen überraschte, an Roy, unseren Fahrer und die Organisatoren im Hintergrund. Die Erinnerungen werden Euch begleiten und hoffentlich für viele Glücksmomente sorgen, beim Anschauen der Bilder, bei Filmen aus Schottland und Irland, beim Nachlesen... Alles Gute für Euch,
Eure Marlies Thrum


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