Irland und Nordirland–Rundreise
Reisebericht: 06.09. – 18.09.2026
Der Herbst auf der Grünen Insel hält eine Menge Überraschungen bereit - vom Altweibersommer zum typisch irischen Klischee, es ist von allem etwas dabei.
Ein Reisebericht von
Sinah Witzig
06.09.2026 Anreise nach Amsterdam
Schon früh am Morgen startet unsere gemeinsame Reise am Flughafen Dresden. Schon um drei Uhr morgens rollt der Eberhardt-Reisebus auf die Autobahn. Chemnitz und Jena geht es dann weiter über die A4 in Richtung Frankfurt. Am Rasthof Reinhardshain steigt unser vorerst letzter Mitreisender zu und durch das Siegerland geht es dann weiter in Richtung Köln. Am Mittag erreichen wir schon die Grenze zu den Niederlanden. Wir kommen gut voran und können auch den Verkehrsknotenpunkt Utrecht schnell hinter uns lassen, sodass wir pünktlich den Fährhafen von Amsterdam in Ijmuiden erreichen. Auch der Check In geht beinahe problemlos vonstatten, und schnell sind wir an Bord unserer Fähre King Seaways. Bei herrlichem Wetter genießen wir die Aussicht vom Sonnendeck auf den Hafen und den Sandstrand von Zandvoort. Pünktlich laufen wir aus dem Hafen von IJmuiden aus und können dann am Abend das reichhaltige Abendbuffet genießen.
07.09.26 Anreise nach Belfast
Das Frühstück am nächsten Morgen nehmen wir ein mit Kurs auf Newcastle Upon Tyne und bald haben wir auch schon den Hafen der nordenglischen Stadt erreicht. Relativ zügig bringen wir die Einreiseformalitäten hinter uns und wenig später sitzen wir im Bus. Entlang des römischen Hadrianswalls geht es nun nach Westen in die Provinz Cumbria. Gegen Mittag erreichen wir Carlisle, das während der Jakobitenaufstände eine der wichtigsten Bastionen der Engländer gewesen ist und wo zahlreiche junge Schotten ihren Tod gefunden haben. Heute sind die Borderlands zum Glück relativ friedlich und feierlich können wir die Grenze zu Schottland - nun auch endlich bei Sonnenschein - überqueren. Eine kurze Pause machen wir in Gretna Green, einst Zufluchtsort heiratswilliger junger Engländer, die ohne Zustimmung ihrer Eltern nicht unter 21 Jahren heiraten durften, heute Ballungszentrum schottischer Klischees – aber auch die machen Freude, vor allem wenn man nur kurze Zeit hier verbringen kann.
Durch die südlichsten Gebiete Schottlands, Ayrshire und Galloway fahren wir nun zügig immer weiter nach Westen, denn unsere nächste Fähre wartet nicht. Von dem relativ unspektakulären Örtchen Cairnryan aus nehmen wir dann am Nachmittag Kurs auf Nordirland. Unsere Fährverbindung nach Belfast bemisst zwar immerhin ganze 68 Kilometer, allerdings ist die beträgt die kürzeste Entfernung zwischen den beiden britischen Inseln nur 21 Kilometer zwischen dem Mull of Kintyre in Schottland und Ballycastle in Nordirland.
Am Abend erreichen wir dann schließlich unser Hotel im Zentrum von Belfast, und treffen dort auch auf den Rest unserer Reisegruppe, der mit dem Flugzeug angereist ist. Das gemeinsame Abendessen gibt Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen.
08.09.26 Ein Tag in Belfast
Am nächsten Morgen ist es dann endlich ist es soweit, die Rundreise geht mit der kompletten Gruppe endlich so richtig los und wir sind bereit die Hauptstadt Nordirlands richtig kennenzulernen.
Vom Hotel aus starten wir mit unserer Stadtrundfahrt. Gemeinsam wandeln wir auf den Pfaden der bewegten Geschichte Nordirlands und beginnen am Schluss: wir besuchen, das Stormont Estate am Rande der Stadt, wo sich das Nordirische Parlament befindet. Doch wie ist es dazu überhaupt gekommen?
Als Folge der jahrhundertelangen Unterdrückung der irischen Bevölkerung durch die Kolonialherren aus England war es schon seit dem 16. Jahrhundert immer wieder zu politischen und religiösen Spannungen gekommen. Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Druck auf die katholische Landbevölkerung durch das Verbot der gälischen Sprache und der Ausübung der Religion, sowie Zugangsbeschränkungen zu Schulbildung und politischen Ämtern soweit erhöht, dass viele Iren das Land verließen, andere radikalisierten sich. 1801 wurde Irland schließlich offiziell dem Vereinigten Königreich angeschlossen. Obwohl die Unterdrückung der Katholiken gesetzlich verboten wurde, besserten sich die Lebensbedingungen nicht, im Gegenteil, mehrere Jahre der Hungersnot vertrieben noch mehr Iren in die Diaspora. Ab Ende des Jahrhunderts gab es dann eine starke Unabhängigkeitsbewegung im vermehrt katholischen Süden des Landes, die schlussendlich 1920 zur Trennung führte: 1922 wurde die Republik Irland geboren, sechs Grafschaften der Provinz Ulster verblieben als Nordirland im Vereinigten Königreich. Doch die Spannungen zwischen Protestanten und Katholiken löste dies nicht, im Gegenteil. Aus Angst vor Unterdrückung und wirtschaftlichen Nachteilen wurden in Nordirland, mit Unterstützung der britischen Regierung, systematisch Einschränkungen für Katholiken etabliert. Wohnung, Bildung, Arbeit und Wahlrecht wurden dahingehend getrennt, dass sich eine regelrechte Parallelgesellschaft bildete. In der Mitte des 20. Jahrhunderts führte dies schließlich zu gewaltvollen Auseinandersetzungen, in die bald das Militär eingriff. Die IRA rächte sich im Gegenzug mit Anschlägen auf zivile Ziele, vor allem in Belfast. Erst 2001 wurden die sogenannten „Troubles“ mit einem Waffenstillstand beendet, doch die Auswirkungen der Parallelgesellschaften lassen sich in Belfast noch heute deutlich erkennen. Friedensmauern trennen bis heute katholische von protestantischen Wohnsiedlungen. Geschmückt sind sie heute mit Wandgemälden, die sich mit politischen Themen beschäftigen. Wie viele andere Nordiren ist auch sie der Meinung, dass zunächst die Mauern in den Köpfen der Leute eingerissen werden müssen, bevor die physischen Mauern weichen können.
Weiter geht es im Anschluss durch die berühmte Shankill Road, die von den Loyalisten genutzt wird um ihre Gesinnung in Wandgemälden zu manifestieren. Neben dem riesigen Portrait, das zum Thronjubliäum Königin Elizabeth II. angefertigt worden ist, prangt nun an der Hauswand auf der benachbarten Straßenseite auch ein neues Bildnis König Charles III.
Während unserer Stadtrundfahrt besuchen wir auch die Queen's University, die Mitte des 19. Jahrhunderts durch Königin Victoria gegründet wurde und heute eine der weltweit renommiertesten Fakultäten für Medizin vorweisen kann. Der Hochschule angegliedert ist ein wunderschöner botanischer Garten, von dem wir uns bei einem kleinen Spaziergang zumindest einen Überblick bekommen können.
Wir beenden unsere Rundfahrt durch Belfast am Rathaus. Der Besuch des viktorianischen Gebäudes lohnt sich und von hier aus hat man viele Möglichkeiten, für eine Mittagspause einzukehren oder ein wenig durch die Geschäfte zu Bummeln.
Nach einer ausgedehnten Pause treffen wir uns wieder, denn der Großteil der Gruppe hat sich für den Besuch des Titanic-Museums entschieden. Hier wird nicht nur die Geschichte des wohl berühmtesten Schiffes der neueren Vergangenheit aufgearbeitet, sondern auch die industrielle Bedeutung Belfasts im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine beeindruckende Ausstellung entworfen, die für Jung und Alt gleichermaßen spannend ist. Zu guter Letzt lädt das Tenderschiff SS Nomadic zu einem Besuch ein und versprüht ein wenig ganz echten Titanic Charme.
Am Abend treffen wir uns schließlich alle zum Abendessen wieder im Hotel und tauschen uns über die Eindrücke des ersten gemeinsamen Tages aus.
09.09.2026 Entlang der Antrim–Coast zum Giant's Causeway und weiter nach Derry/Londonderry
Früh verlassen wir heute die Hauptstadt Nordirlands in Richtung Norden. Wir folgen der Küstenstraße, der Causeway Coastal Route zunächst bis nach Carrickfergus. Das Castle aus dem 12. Jahrhundert ist die größte erhaltene normannische Burg Irlands und durchaus geschichtsträchtig. Wir fahren weiter entlang der Küste und genießen die Landschaft der Grafschaft Antrim, die zu den schönsten in ganz Irland gehört. Dabei lassen wir uns auch vom heute etwas irischen Wetter nicht die Laune verderben. Grüne bewaldete Täler, die in der letzten Eiszeit von gewaltigen Gletschern geformt wurden, wechseln sich ab mit wilder Küstenlandschaft und smaragdgrünen Buchten mit weißen Sandstränden. Im Hinterland erinnern heidebewachsene Hochmoore an Schottland. Auch mythologisch sind die beiden Länder eng verbunden.
Ganz in der Nähe befindet sich der größte See der britischen Inseln, Lough Neagh. Glaubt man der Meinung vieler Iren, soll dieser entstanden sein, als der Riese Finn McCumhaill im Streit mit seinem schottischen Rivalen Benandonner einen gewaltigen Brocken Erde nach diesem geworfen haben soll. Das Stück Land fiel ins Meer und wurde zur Isle of Man während sich der Krater mit Wasser füllte und zum See wurde.
Während dieses Streits der Riesen soll auch der Giant's Causeway entstanden sein, denn Finn, der sich unbedingt mit Benandonner messen wollte, schuf einen gewaltigen Damm bis hinüber zur Insel Staffa, nur um festzustellen, dass sein Rivale weiteraus größer war, als er es erwartet hatte. Mit einer List schaffte er es jedoch den Nachbarn glauben zu machen, er sei der größere und stärkere Riese. Benandonner, der über den Damm nach Irland gekommen war, suchte nun schnellst möglich das Weite und riss auf dem Weg auch noch so viele Säulen des Causeways aus dem Wasser, wie es ihm möglich gewesen war.
So viel zur Folklore. Fakt ist, dass der Giant's Causeway ein außerordentliches Naturdenkmal ist. Etwa 40.000 hexagonale Basaltsäulen verbinden tatsächlich die nordirische Küste mit der Hebrideninsel Staffa. Heute weiß man, dass die vulkanische Tätigkeit, die den Basalt entstehen ließ, etwa 60 Millionen Jahre her sein muss und eine tektonische Verschiebung danach so viel Druck auf das neue Gestein ausübte, dass es in seiner einzigartigen Art und Weise brach. Bei unserem Besuch haben wir die Gelegenheit, einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Küste zu unternehmen - und siehe da, mittlerweile ist auch das Wetter wieder auf unserer Seite. Im Anschluss kann man sich im 2012 neueröffneten Besucherzentrum eine Ausstellung zur Geologie und der Entstehung des Giant's Causeway ansehen.
Am Nachmittag erreichen wir dann Derry/Londonderry. Die Stadt nahe der Grenze zur Republik Irland war seit Ende der 1960er Jahre Zentrum der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken, Protestanten und dem britischen Militär. Als Bloody Sunday ging der 30. Januar 1972 in die Geschichte ein, als die Armee das Feuer auf unbewaffnete Zivilisten eröffnete und damit eine Reihe von Vergeltungsschlägen der IRA auslöste.
Noch heute zeugen Friedensmauern im katholischen Viertel Bogside von der jüngsten Geschichte der Stadt. Interessant ist allerdings auch die Altstadt Derrys mit der größten anglikanischen Kathedrale Irlands, St. Kolumban und der im 17. Jahrhundert errichteten und fast vollständig erhaltenen 1,6 Kilometer langen Stadtmauer. Nach einer kleinen Rundfahrt und bleibt noch Zeit für einen Spaziergang und den Besuch im der im frühen 20. Jahrhundert wiederaufgebauten Guildhall, die heute als Ausstellungsraum und Rathaus fungiert.
Später geht es dann mit dem Bus weiter entlang des Flusses Foyle und fast unbemerkt überqueren wir die Grenze zur Republik Irland. Es stellt sich uns die Frage, wie die Situation wohl werden würde, wenn der Brexit hier irgendwann doch wieder Grenzkontrollen verlangen würde. Am Abend erreichen wir dann mit Letterkenny unseren Standort für die nächsten zwei Nächte.
10.09.2026 Glenveagh Nationalpark und County Donegal
Nach einem typisch irischen Frühstück führt uns unser Weg heute morgen zunächst in den nur wenige Kilometer entfernten Glenveagh Nationalpark. Der Name leitet sich ab vom irischen „Gleann Bheatha“ und bedeutet „Tal der Birke“. Das etwa 16.000 Hektoar große Gebiet umfasst zahlreiche Seen, Schluchten und Wälder, sowie Teile der Derryveagh Mountains mit den drei höchsten Bergen der Grafschaft Donegal: Mount Errigal, Slieve Snacht und den Tafelberg Mount Muckish. Im Nationalpark wurde in den 2000er Jahren der Steinadler erfolgreich wieder eingegliedert. Ansonsten beherbergt er eine der größten Rotwild-Herden Irlands.
Unser erster Stopp ist das Besucherzentrum des Nationalparks, wo wir bei einem kurzen Film das Wichtigste zum Park, aber vor allem auch zum nahgelegenen Glenveagh Castle erfahren.
Der Adelssitz wurde ab 1870 im Auftrag von Captain John George Adair errichtet. Dieser hatte es in den USA zu beachtlichem Reichtum gebracht und war daraufhin nach Irland zurückgekehrt. Um seine Vision von einem Landgut nach dem Vorbild Balmorals umzusetzen vertrieb er die bitterarme und von der Hungersnot geplagte Landbevölkerung aus ihren Cottages und in die Armenhäuser Letterkennys. 1885 verstarb Adair ohne Nachkommen und seine Frau Cornelia übernahm das Anwesen. Im Gegensatz zu ihrem verstorbenen Mann war die Witwe bei der Bevölkerung sehr beliebt, da sie sich rücksichtsvoll verhielt und vor allem um die Erhaltung der Natur bemüht war.
1937 kaufte Henry Plumer McIlhenny aus Philadelphia das Anwesen und überließ es schließlich Ende der 1970er Jahre der Republik Irland.
Besonders sehenswert sind die von Cornelia Adair angelegten viktorianischen Gärten, die wir uns bei einem Spaziergang ansehen können. Doch auch die zahlreichen Wanderwege des Nationalparks laden zu einer kleinen Wanderung ein - das etwas feuchte Wetter kann uns noch nicht abschrecken.
Gegen Mittag geht es dann weiter durch die wildromantische Landschaft Donegals. Wir durchqueren die Derryveagh Mountains unterhalb des höchsten Berg Donegals, Mount Errigal. Mit Blick ins gegenüberliegende Tal legen wir einen kleinen Stopp ein. An der Küste angekommen folgen wird das Wetter nun wirklich ungemütlich - richtiges Whiskey Wetter. Wie gut, dass sich ganz in der Nähe die Croithlí Distillery befindet. Im Jahr 2020 wurde im gleichnamigen Dorf in einer alten Puppenfabrik die Tradition der Whiskey-Herstellung wiederbelebt - mit recht großem Erfolg. Trotz unseres unangekündigten Besuchs werden wir freundlich empfangen und bekommen vom Brennmeister sogar eine exklusive Mini-Führung durch die Brennerei.
Wir folgen dann später dem Wild Atlantic Way in Richtung Norden, genießen den Blick auf die vorgelagerten Tory Islands und die wunderschöne Küstenlandschaft der Bloody Forelands. Schließlich durchqueren wir die Berge noch einmal und folgen der Muckish Gap von Falcarragh nach Letterkenny. Hier treffen wir nicht nur auf Schafherden auf der Straße, sondern auch auf eine alte Brücke, die als "Bridge of Tears" oder "Bridge of Sorrow" bekannt ist. Bis hierher begleiteten Familie und Freunde ihre meist jungen Angehörigen, die auf dem Weg nach Derry waren, um dort ein Schiff in Richtung Amerika zu besteigen - in der Hoffnung auf ein besseres Leben und der Gewissheit, dass man sich höchstwahrscheinlich nie mehr wiedersehen würde.
Am frühen Abend erreichen wir wieder Letterkenny, wo wir uns dann später wieder zum gemeinsamen Abendessen im Hotel treffen.
11.09.26 Ein Schäfer aus dem County Sligo und die bunte Stadt Galway
Früh verlassen wir heute Letterkenny in Richtung Süden. Vor der herrlichen Kulisse zwischen dem Tafelberg Ben Bulben und der Atlantikküste des County Sligo wir am Vormittag Schäfer Martin und seine Frau Trisha auf ihrer kleinen Farm. Er züchtet hier nicht nur vom Aussterben bedrohte Schafrassen, sondern demonstriert uns gemeinsam mit seiner Border Collie Dame Mist (bitte englisch Aussprechen!) auch, wie er mit seinen Hunden arbeitet und wie diese ihm helfen, im unwegsamen Berggelände seine Schafe zusammenzutreiben. Trotz ein wenig Nieselregen genießen wir das beeindruckende Spektakel und lauschen Martin, wie er von der Geschichte der Region und seiner eigenen Familie erzählt. Ein Besuch, der sich absolut gelohnt hat.
Wir fahren weiter in Richtung Süden und kommen auf ungewöhnliche Weise in Kontakt mit dem katholischen Irland: Während der Kult um den Nationalheiligen Patrick in der ganzen Welt bekannt ist, schaffen es die heute immer noch auftretenden Wunder nicht unbedingt in die internationale Presse. Der größte Kassenschlager ist der Wallfahrtsort Knock. Im bitterarmen County Mayo soll am 21. August 1879 um 8 Uhr abends die Jungfrau Maria, in Begleitung des heiligen Josef sowie des Evangelisten Johannes, mehreren Personen am Südgiebel der Johannes dem Täufer geweihten Kirche im Dörfchen Knock erschienen sein. Binnen weniger Wochen setzte ein Zustrom von Pilgern ein, der dazu führte, dass 1963 eine Kirche für bis zu 10.000 Gläubige eingeweiht wurde und 1986 sogar ein Flughafen, der den Pilgern die Reise vereinfachte. So kurios das alles auf uns wirken mag, so ernst nehmen viele Iren bis heute noch ihren Glauben, sodass wichtige Themen der modernen Gesellschaft wie Scheidungen, Schwangerschaft vor der Ehe, Abtreibungen und Verhütung sind bis heute in einigen Regionen noch große Streitpunkte sind.
Am Nachmittag erreichen wir dann schließlich das County Galway, wo wir wenig später die gleichnamige Hauptstadt besuchen. Die Stadt an der Mündung des Flusses Corrib an der Galway-Bucht ist heute vor allem für seine lebhafte Pub- und Musikerszene bekannt. Wir unternehmen einen kleinen Bummel durch die Innenstadt und genießen die Atmosphäre bei fast sommerlichem Wetter. Besonders markant sind natürlich die viele Straßenmusiker und die zahlreichen Geschäfte, in denen man die typischen Claddagh-Ringe kaufen kann. Der Ring zeigt zwei Hände, die ein Herz mit einer Krone halten. Das Herz symbolisiert Liebe, die Hände Freundschaft und Vertrauen, die Krone Treue und Loyalität. Er wird als Partner- oder Freundschaftsring, gleichsam von Frauen und Männern getragen. Natürlich ragt sich auch um die Erfindung des Ringes eine dramatische Geschichte, allerdings eine mit Happy End.
Wir stauen uns schließlich am frühen Abend aus dem geschäftigen Galway hinaus und erreichen schneller als erwartet unsere nächste Unterkunft im alten Herrenhaus Oranmore Lodge. Es bleibt nun noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang durch den Garten oder einen kurzen Besuch des Freizeit-Centers bevor wir unser Abendessen serviert bekommen.
12.09.2026 Connemara
Da unser Fahrer Jan heute einen Ruhetag einlegen muss, geht es zur heutigen Tagesfahrt auf die Halbinsel Connemara mit einem irischen Bus und Fahrer Michael. Jan muss zu seinem Leidwesen weiter hinten Platz nehmen und der Rest der Gruppe die Beine einziehen - ganz schnell wissen nun alle den Komfort unseres deutschen Fünf-Sterne-Buses noch mehr zu schätzen.
Mit guter Laune und gar nicht so schlechtem Wetter geht es also los in Richtung der großen Hauptstadt der Grafschaft Galway. Der Verkehr ist am Samstag Morgen noch sehr überschaubar und schnell erreichen wir wieder ländliches Gebiet. Die Region Connemara ist bekannt für ihre herrliche Natur: Torfmoore und zahlreiche dunkle Seen im Süden, die bis zu 700 Meter hohen Berge „Twelve Bens“ des Connemara-Nationalparks im Norden.
Im Inagh Tal legen wir einen Fotostopp ein. Hier treffen wir neben den typischen Scottish Blackface Schafen auch auf eine ganz besondere Rasse: die Jakobs-Schafe. Sie sind die wohl ältesten Schafrasse der Welt, wurden schon in der Bibel erwähnt und tragen zwischen einem und sechs Hörner auf ihren Köpfen - ein lustiger Anblick, vor allem weil die Tiere auch recht gefräßig sind und regelrecht darum betteln gefüttert zu werden. Leider holt uns auch hier das irische Wetter wieder ein, aber wir lassen uns die Laune nicht verderben.
Nach unserer Weiterfahrt ist es nicht mehr weit bis zur Kylemore Abbey. Das viktorianische Schloss ist eines der beliebtesten Fotomotive der Region und zudem ein aktives Kloster. Seit 1920 leben die Nonnen des ältesten irischen Benediktinerinnen-Ordens hier. Bei einer Besichtigung können wir uns sowohl das Schloss, als auch die herrlichen Gartenanlagen ansehen.
Vorbei an Irlands einzigem Fjord, Killary Harbour, führt uns unser Weg am frühen Nachmittag zunächst nach Leenaun und von dort durch das Maam Tal wieder zurück auf die Hauptstraße in Richtung Galway. Wir legen noch den ein oder anderen Fotostopp ein und machen eine kurze Pause im pittoresken Örtchen Oughterard bevor wir uns auf den Rückweg in Richtung Hotel machen.
Auch heute ist der Stau in Galway nicht so schlimm wie erwartet, sodass uns Michael schon bald wieder in Oranmore absetzen kann, wo wir uns am Nachmittag noch etwas entspannen können, bevor das Abendessen auf uns wartet.
13.09.2026 Burren, Cliffs of Moher und Bunratty Castle
Heute erwarten uns wieder einmal einige Highlights, auf die man sich freuen kann - und das Wetter scheint endlich wieder auf unserer Seite zu sein. Mit unserem Bus verlassen wir heute Oranmore in Richtung der Bucht von Galway und fahren dann entlang der Küste nach Süden. Nach kurzer Fahrt erreichen wir das pittoreske Dunguaire Castle, ein Wohnturm aus dem 16. Jahrhundert der in einer kleinen Bucht liegt und im 19. Jahrhundert Treffpunkt eines Literatenzirkels war, zu dem auch Nationaldichter William Butler Yeats gehörte. Über enge Landstraßen, geht es dann durch die in Irland einzigartige Landschaft des Burren. Die Karstlandschaft ist durch etwa knietiefe Karren in rechteckige Felder gegliedert. Sie wurden durch Oberflächenwasser gebildet, das sich noch immer nach stärkeren Regenfällen in sogenannten Turloughs sammelt. Nach seinem Kriegszug in die Gebiete des Burrens, soll Oliver Cromwell sie wie folgt charakterisiert haben: „Kein Baum, an dem man einen Mann aufhängen, kein Tümpel, worin man ihn ersäufen, keine Erde, in der man ihn verscharren könnte.“ Nichtsdestotrotz ist die Landschaft Heimat für zahlreiche mediterrane, alpine und sogar arktische Pflanzen, die sonst nur selten in Irland vorkommen. Ebenso wie die bizarren Felsformationen im Hinterland gehören auch zerklüftete Küstenabschnitte zum Charakter des Burren. Während ein Teil davon recht flach zum Wasser hin verläuft, führt die Straße und dann plötzlich steil bergauf.
Die fast zehn Kilometer lange Steilklippenformation der Cliffs of Moher ragt fast senkrecht aus dem Atlantik. Am Südende, dem Hag’s Head, haben sie eine Höhe von ungefähr 120 m, nördlich des O’Brien’s Tower erreichen sie sogar 214 m. Am Kliff leben 30 Arten von Seevögeln, die bekanntesten sind die winzigen Papageientaucher, die sich in die entlegensten Ecken zurückziehen um dort zu Brüten. Wer noch ein wenig mehr Hintergrund zu Flora und Fauna, sowie zur Regionalgeschichte möchte, kann das informative Besucherzentrum besichtigen.
Als wir gegen Mittag weiterfahren, hat sich der Parkplatz sichtlich gefüllt und wir sind froh, die Massen hinter uns zu lassen. Es geht nun noch eine Weile mit dem Bus die Küste entlang, bevor wir ins Hinterland abbiegen. Später folgen wir dann recht bald dem Fluss Shannon, dem längsten Fluss des Landes, bis wir in der Nähe der Stadt Limerick das Bunratty Castle erreichen. Die Burg ist heute nach dem originalgetreuen Zustand aus dem 15. Jahrhundert restauriert und eingerichtet und bietet einen tollen Einblick in das Leben eines Clanoberhauptes. So glamourös wie man es sich vorstellen könnte, war auch der Alltag des Adels damals nicht. Wie hingegen das gewöhnliche Volk zum Teil noch bis ins 20. Jahrhundert lebte, kann man im angegliederten Freilichtmuseum anhand zahlreicher Gebäude aus ganz Irland erfahren, die anderswo abgebaut und hier wiederaufgebaut wurden.
Anschließend geht es dann wieder auf die Autobahn und vorbei an Limerick. Eine gute Gelegenheit um die weitere Fahrzeit mit etwas Beschäftigungstherapie zu vertreiben. Ob die bekannten Spaßgedichte ihren Namen nun tatsächlich von der Stadt Limerick haben, das kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen – aber nach dem Schema AABBA reimt es sich ganz wunderbar und bis zum nächsten Vormittag sollen noch einige kreative Reime zum Wettbewerb eintrudeln.
Nach einer knappen Stunde Fahrt entlang des Südufers des Shannon erreichen wir das kleine Dorf Foynes. Von der großen Vergangenheit des 500-Seelenortes zeugt heute nur noch das Foynes Flying Boat & Maritime Museum. Denn zwischen 1937 und 1945 war Foynes Basis des Flugverkehrs zwischen Europa und New York, die sogenannten Flugschiffe des Typs Boeing 314 landeten hier in der breiten Mündung des Shannon und wurden in den Hafen von Foynes gelotst. Die Fliegerei war damals noch etwas sehr exklusives – ein One-Way-Ticket kostete 337 Dollar, heute etwa 10.000€, so viel wie zu jener Zeit in Irland ein Eigenheim kostete. Zudem dauerte der Flug über den Atlantik rund 20 Stunden und nicht selten mussten die tieffliegenden Luftschiffe aufgrund von schlechtem Wetter umdrehen. Für solche Fälle gab es eine Person, welche auf ihrem Pferd von Haus zu Haus reiten und den Dorfbewohnern Bescheid geben musste, dass sie auf ihre Arbeitsposten am Flughafen zurückkehren mussten. In einer Nacht, in dem einmal mehr ein Flugzeug zurück nach Foynes gekommen war, soll der Koch Joe Sheridan hier als Aufmunterung den Irish Coffee erfunden haben, der in den folgenden Jahren seinen Siegeszug um die Welt aufnahm.
Endlich angekommen in der Grafschaft Kerry, haben wir es gleich mit einer Menge vierbeiniger Rindviecher zu tun – denn dass es in Irland sowohl mehr Schafe als auch mehr Kühe als Menschen gibt, das ist wirklich kein Klischee. Und die rund 7,5 Millionen irische Kühe können getrost als glücklich bezeichnet werden, denn sie verbringen durchschnittlich etwa 300 Tage im Jahr auf der Weide. Die irischen Bauern sind auch recht glücklich – darüber, dass das gute irische Weidegras kostenlos wächst.
Am Abend erreichen wir dann Tralee, Hauptstadt der Grafschaft Kerry und Schauplatz des Wettbewerbs der "Rose of Tralee", bei dem die schönste Irin auserkoren wird – natürlich ganz katholisch im Abendkleid und nicht im Bikini.
14.09.2026 Ring of Kerry
Heute folgt ein weiteres Highlight der Reise: unser Tagesausflug zum Ring of Kerry. Die 179 Kilometer lange Panoramastraße entlang der Küste der Halbinsel Iveragh gilt als das Sinnbild der Grafschaft Kerry. Grasende Schafe und Kühe in grünen Hügellandschaften. Unberührte Sandstrände vor atemberaubenden Klippen. Und mystische Seen und Wasserfälle gepaart mit mittelalterlichen Burgruinen und prächtigen Herrenhäusern. Für Reisebusse besteht eine Einbahnstraßenregelung, so beginnen wir in Killorglin. Hier wird einmal im Jahr der Bock sprichwörtlich zum König gekrönt. Woher das Puck Festival, das immer vom 10. bis 12. August stattfindet, tatsächlich stammt, kann heute niemand mehr genau sagen, aber man geht davon aus, das es sich wie so oft um ein heidnisches Fest handelte, das später christianisiert wurde.
Zu unserer Erleichterung ist das Wetter heute Morgen nicht so schlecht wie zunächst befürchtet und die ersten Aussichten auf die Dingle Halbinsel sind vielversprechend. Unseren ersten Stopp legen wir am berühmten Red Fox Inn ein, wo man sich schon morgens die Laune mit einem Irish Coffee aufbessern kann. Weiter geht es dann in Richtung Cahersiveen, Heimatort des „Befreier“ Irlands, Daniel O'Connell. Er wurde 1775 hier geboren und schaffte es, trotz seiner irisch-katholischen Herkunft, landesweite Verbesserung für seine katholischen Landsleute zu erwirken und sogar zum Bürgermeister Dublins ernannt zu werden.
Leider holt uns hier wieder einmal das irische Wetter ein, und wir verbringen unsere Mittagspause in Waterville bei ordentlich Wind und Nieselregen. Einst war der Ort ein mondänes Seebad, wo viele Reiche und Prominente, unter anderem auch Charlie Chaplin, gerne ihren Urlaub verbrachten und immer noch verbringen. Anschließend geht es bergan zum 210 Meter hohen Coomakesta Pass, der höchsten Stelle des Ring of Kerry. Von hier hat man eine fantastische Sicht auf die Ballinskelligs Bay und die Bucht des Kenmare Rivers - zumindest theoretisch, denn wir befinden uns nun im dichten Nebel. Ein wenig bergab jedoch eröffnet sich dann allerdings doch endlich der Blick auf die herrlichen Sandstrände von Derrynane und Caherdaniel.
Das Wetter scheint nun einigermaßen stabil zu sein und wir entscheiden uns für einen Stopp im Örtchen Sneem. Hier reihen sich viele bunt gestrichene Häuser aneinander und man hat die Gelegenheit ein wenig zu bummeln, ein Eis zu Essen oder einen Kaffee zu trinken. Anschließend geht es weiter entlang der N70, dann landeinwärts bis nach Moll's Gap. Seinen Namen hat der Ort von Moll Kissane, welche hier in den 1820er Jahren einen illegalen Gasthof betrieb, zu Zeiten als die Straße gerade im Bau gewesen ist.
Wo einst die Hofdamen Queen Victorias die oberen Seen des Killarney Nationalparks bestaunten, bekommen wir wenig später am sogenannten Ladies' View einen Eindruck, warum die Damen damals so begeistert gewesen sind. Die Aussicht hier ist wirklich spektakulär und wir haben Glück, denn gerade als wir zurück im Bus sind, setzt der nächste Regenguss ein.
Unseren letzten Stopp legen wir am am Ross Castle ein. Der einstige Stammsitz des O'Donoghue-Clans ist ein wunderbares Beispiel für einen Wohnturm des Adels im 15. und 16. Jahrhunderts und liegt wunderschön am Lough Leane, dem größten der drei Seen.
Zurück in Tralee treffen wir uns am Abend zum gemeinsamen Abendessen. Am Abend lassen es sich einige nicht nehmen, einen der zahlreichen Pubs in Tralee zu besuchen oder aber die Folklore-Veranstaltung 'Celtic Steps' zu besuchen, wo irische Musik und traditioneller Stepptanz dargeboten werden.
15.09.2026 Cobh, Irish Whiskey in Midleton und weiter nach Carlow
Bei sehr wechselhaftem Wetter verlassen wir die Grafschaft Kerry Richtung Osten. So langsam beginnt sich unser Kreis zu schließen und es wird deutlich, dass sich die Reise so langsam dem Ende zuneigt – doch vorher gibt es noch einiges zu sehen.
Unser erstes Ziel für den Tag ist Cobh, ehemals Queenstown, der Hafen Corks. Die zweitgrößte Stadt Irlands ist heute vor allem für ihre Universität bekannt, bis ins 19. Jahrhundert hinein war allerdings der Handel mit irischer Butter das Hauptgeschäft der Stadt. 1770 wurde sogar eine Butterbörse gegründet, um die Qualität der Butter, vor allem aus der Grafschaft Kerry, zu gewährleisten. Um 1835 lief ein Drittel des irischen Butterexports über Cobh, etwa 30 Millionen Pfund jedes Jahr. Mit den neuen Technologien und dem sich langsam ändernden Geschmack der Europäer verlor die stark gesalzene irische Butter allerdings an Absatzmärkten und die Börse musste 1924 geschlossen werden. Heute hat sich das natürlich geändert, 85% der irischen Milchprodukte werden wieder ins Ausland exportiert, allem voran natürlich die Butter.
Über Cobh verließ allerdings nicht nur die Butter das Land, sondern zwischen 1850 und 1950 etwa zwei Millionen Iren, geplagt von Hunger, Armut und den englischen Großgrundbesitzern, ihre Heimat gen Nordamerika. Auch die Titanic machte hier ihren letzten Halt, bevor sie auf ihrer unheilvollen Jungfernfahrt endgültig Kurs auf New York nahm.
Heute ist Cobh aufgrund der pittoresken Lage am Berg und mit seinen bunt gestrichenen Häusern vor allem bei Touristen ganz hoch im Kurs. Auch wir lassen es uns nicht nehmen, das Städtchen bei einem Spaziergang im Sonnenschein zu erkunden und uns einige Grundlage für das Mittagsprogramm zu schaffen...
… denn im Anschluss folgt dann etwas, was in Irland natürlich nicht außer Acht gelassen werden darf: Whiskey (nicht, dass das auf dieser Reise schon vorher zu kurz gekommen wäre...). Obwohl das Lebenswasser "uisce beatha" seit Jahrhunderten eng mit der irischen Kultur verbunden ist und von irischen Siedlern auch nach Schottland gebracht wurde (dort Whisky ohne e), hat die kommerzielle Herstellung des Irish Whiskey schwere Zeiten hinter sich. Von den 28 Destillen, die es um 1890 in Irland gab, waren durch politische und wirtschaftliche Probleme 1966 nur noch die Bushmills Distillery und die Old Midleton Distillery übrig geblieben. Erst in den 1990er Jahren hat der Irish Whiskey seine Beliebtheit zurückgewonnen und die Nachfrage wächst immer noch ständig, sodass es heute wieder etwa 40 Destillen in Irland gibt.
Bei einem Besuch der Old Midleton Distillery lernen wir im komplett erneuerten Besucherzentrum alles über die Herstellung des irischen Lebenswassers, die Lagerung und natürlich auch über die Destille, die 1825 von der Familie Murphy eröffnet wurde. Seit 1975 gibt es die moderne neue Brennerei, was uns die Möglichkeit gibt, die historischen Räume zu besichtigen. Im Anschluss an die Besichtigung gibt es natürlich auch eine Verkostung. Im Anschluss gibt es dann noch einen Drink an der Bar und dann sind wir gewappnet für unsere Weiterfahrt zur Zwischenübernachtung im County Carlow.
16.09.2026 Ein Tag in Dublin
Unser letzter gemeinsamer Tag in Irland steht ganz im Zeichen der irischen Hauptstadt. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir Baile Átha Cliath, wie Dublin auf irisch heißt. In der größten Stadt des Landes leben etwa 600.000 Menschen und noch einmal so viele in den umliegenden Vororten. Kein Wunder, dass uns hier gefühlt mehr Verkehr begegnet wie auf der ganzen Reise zusammen.
Unser erstes Ziel ist heute Morgen Phoenix-Park, hier treffen wir auch unsere Stadtführerin Monika. Mit seinen 707 Hektar Fläche ist er einer der größten innerstädtischen Parks Europas und die grüne Lunge Dublins. Im Park befinden sich unter anderem die Residenz des irischen Präsidenten sowie die des US-Botschafters. Abschließend besuchen wir den Garten des Visitor Centres, in dem sowohl Blumen als auch Küchengewächse zu finden sind.
Dann geht es hinein in die Innenstadt. Entlang des Flusses Liffey fahren wir ins Zentrum. Direkt fällt der Blick natürlich auch auf das riesige Gelände der Guinness-Brauerei, die 1759 von Arthur Guinness gegründet wurde. Mit seiner arbeiterfreundlichen Firmenpolitik trug und trägt das Unternehmen in den letzten über 250 Jahren entscheidend zur Entwicklung der Stadt Dublin bei. Auf dem weiteren Weg sehen wir die erste Fußgängerbrücke der Stadt die Ha'Penny Bridge, die hinüber zum Kulturviertel Temple Bar führt. Wir fahren vorbei am altehrwürdigen Trinity College, eröffnet 1592 von Königin Elizabeth I. Ein Highlight ist anschließend natürlich die St. Patricks Kathedrale, die trotz der großen Anzahl der Katholiken im Land bis heute protestantisch geblieben ist. Weiter geht es dann ins alte Dublin, wo man immer noch die berühmten bunt gestrichenen "Dublin Doors" finden. Hier in Dublin stehen die gregorianischen Häuser des beginnenden 19. Jahrhunderts dicht an dicht mit modernen Glasfassaden, denn im zweiten Weltkrieg blieb Irland neutral und somit vor Zerstörung verschont. Abschließend geht es dann in Richtung Neustadt mit der O´Connell Street und vorbei am Garden of Rememberance. In der Nassau Street beenden wir unsere Stadtrundfahrt und über Mittag Zeit bleibt die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.
Am späten Nachmittag checken wir dann gemeinsam in unser Hotel ein und treffen uns wenig später zu einem letzten gemeinsamen Abendessen. Für einige Reisegäste ist nun schon der Zeitpunkt gekommen auf Wiedersehen zu sagen. Einige andere entscheiden sich dafür, den letzten Abend in Irland bei einem Pub-Besuch im Temple Bar-Viertel gebührend zu beschließen.
17.09.2026 Über die irische See nach Wales und weiter durch England nach Hull
Nun heißt es endgültig Abschied nehmen. Um 6:30 Uhr ist der Verkehr in Dublin noch relativ ruhig und schnell haben wir unsere Fähre erreicht.
Während wir darauf warten, mit dem Bus auf das große Fährschiff zu fahren, nutzen wir die Gelegenheit um heute unseren Busfahrer besonders zu feiern: der hat nämlich Geburtstag.
An Bord der Irish Ferries kann man es sich recht bequem mache und so verläuft die Überfahrt nach Holyhead auch sehr angenehm. Gegen Mittag erreichen wir die Insel Anglesey und lernen sehr schnell, dass es noch eine Sprache gibt, die verwirrender und komplizierter ist als Irisch. Unsere Mittagspause machen wir nämlich in dem Ort mit dem längsten Namen in ganz Europa: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Das bedeutet so viel wie "Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe der Stromschnellen und der Tysiliokirche bei der roten Höhle" - fast nicht kompliziert, oder? Auf das Angebot den Namen für einen Irish Coffee auswendig zu lernen verzichten alle freiwillig.
Es geht dann weiter entlang der walisischen Küste bis nach Chester, dann weiter durch Mittelengland. Wir lassen Manchester und Leeds an uns vorbeiziehen und erreichen nach einer ausgedehnten Kaffee-und-Geburtstagstorten-Pause am späten Nachmittag Kingston upon Hull von wo aus wir die Nachtfähre nach Rotterdam nehmen.
18.09.2026 Heimreise
Nach einer ruhigen Nacht an Bord der P&O Ferries erreichen wir früh am nächsten Morgen den Fährhafen von Rotterdam. Der an der Rheinmündung gelegene Hafen ist einer der größten Seehäfen der Welt und daher natürlich auch sehr geschäftig. Trotz dichtem Verkehr können wir den Zeitplan für die Rückreise beinahe einhalten und schaffen es, fast alle Reisegäste pünktlich zu ihren Ausstiegsstellen zu bringen.
Insgesamt haben wir nun gemeinsam rund 3.870 Kilometer zusammen zurückgelegt.
Eine lange und ereignisreichte Reise geht zu Ende und viele schöne Erinnerungen und Eindrücke sind mit im Gepäck.
Liebe Reisegäste,
wir möchten uns ganz herzlich für die angenehme Reise und vor allem für die tolle Stimmung in der Gruppe bedanken. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass alle nicht nur viele Souvenirs, sondern auch viele schöne Erinnerungen mit nach Hause genommen haben.
Wir wünschen Ihnen gute Gesundheit und noch viele schöne Reisen
- und hoffen wir sehen uns bald wieder.
Slán go fóill,
Ihre/Eure Sinah & Jan
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