Wanderreise Irland und Nordirland – Landschaft und Kultur erleben
Reisebericht: 02.08. – 14.08.2026
Auf der Grünen Insel der Heiligen warten auch im August schöne Landschaften, steile Klippen, frisch gezapftes Guinness und guter Whiskey auf uns – und unser gut gelaunter Fahrer Donal.
Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller
1. Tag (Sonntag, 02. August 2026): Flug nach Irland – Stadtrundfahrt in Dublin
Als ich zum Flughafen von Berlin gebracht werde, liegt dichter Nebel über den Feldern und Ortschaften südlich der Hauptstadt. Die Landschaft wirkt geheimnisvoll und stimmt damit perfekt auf eine Reise auf jene Insel im Nordwesten Europas ein, auf der Kobolde, Feen und andere Sagengestalten noch immer ihr Unwesen treiben. Die Einheimischen glauben jedenfalls fest daran. Oder ist es nur ein Marketing-Trick? Wir wollen und werden es herausfinden! Die Tatsache, dass alle trotz des Nebels den Flughafen finden, stimmt mich optimistisch, dass wir das Geheimnis lüften werden! Als die Maschine aus Dublin landet, ist der Nebel dann größtenteils verflogen. Überpünktlich kehrt sie abschließend – mit uns an Bord – in die irische Hauptstadt zurück, wo auch die Gäste aus Düsseldorf und Frankfurt zu uns stoßen. Der Bus wird uns von Willie gebracht und am Hotel in der Innenstadt laden wir auch noch den letzten Gast sowie unsere Stadtführerin Corina ein. Sie zeigt uns die wichtigsten Gebäude und Straßen in Dublin, darunter die Dame Street und die O‘Connell Street, das Rathaus und das Trinity College, sodass wir uns erstmal grob orientieren können. Am Fitzwilliam Square steigen wir das erste Mal aus, um die berühmten Türen von Dublin zu fotografieren. Eine zweite, längere Pause machen wir im Phoenix Park, um das Softeis zu testen und den Walled Garden zu bewundern. Unsere Stadtrundfahrt endet dann wieder am Hotel, wo wir uns von Corina und Willie verabschieden sowie erstmals auf unseren Fahrer Donal treffen. Nach dem Bezug der Zimmer bleiben bis zum Dinner noch etwa zwei Stunden Zeit, die meine Gäste für erste Erkundungen zu Fuß nutzen – dabei lassen sie sich auch nicht von ein paar Regentropfen abhalten. Die St Patrick‘s Cathedral mit ihrem schönen kleinen Park mit der Wand der Schriftsteller liegt zum Beispiel nur 3–4 Minuten vom Hotel entfernt und lohnt definitiv einen Abstecher. Das Abendessen im Hotel bietet dann die erste Gelegenheit für meine Gäste, ihre Mitreisenden zu beschnuppern. Wer noch genug Energie hat, kann anschließend auf ein Pint Guinness im Vergnügungsviertel Temple Bar einkehren und den ersten Abend in Irland ausklingen lassen.
2. Tag (Montag, 03. August 2026): Fahrt in den Norden – Monasterboice – Navan Fort – Letterkenny
Wir verlassen Dublin und wandeln heute ein bisschen auf den Spuren des Heiligen Patrick und seiner Nachfolger. Am Hill of Slane hatte er einst das erste Osterfeuer entzündet. Bei unserem Besuch dort können wir auch gut verstehen, warum. Der Hügel erhebt sich weithin sichtbar über dem Umland, was uns natürlich eine gute Aussicht beschert. Außerdem werden meine Gäste von den Ruinen des Franziskanerklosters magisch angezogen und klettern auf den Mauern herum. Nicht weit von Slane entfernt liegen die Ruinen des Klosters Monasterboice. Hier stoßen wir auf gut erhaltene Exemplare der berühmten irischen Hochkreuze und außerdem auf den ersten Rundturm auf unserer Reise. Auch im heutigen Nordirland war Patrick als Missionar tätig und ließ in Armagh die erste christliche Kirche errichten. Wir steuern nach unserer Mittagspause an einer Raststätte jedoch das benachbarte Navan Fort an und besuchen dort einen keltischen Clan. Allerdings sind gerade nur die Bäckerin Eva und der Schmied Bran anwesend. Sie heißen uns herzlich willkommen und laden uns zu Kamillentee und Haferkeksen ein. Vor lauter spannenden Informationen über ihr Alltagsleben merken wir gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Ab und zu zieht eine Regenwolke über das keltische Lager hinweg, doch unter dem Dach sind wir gut geschützt. Insgesamt haben meine Gäste heute großes Wetterglück. In Slane und Monasterboice blieb es trocken, und auch als uns unsere Führerin Meghan zurück in die Gegenwart holt, ist der Regen für heute über uns hinweggezogen. Teilweise lässt sich sogar wieder die Sonne blicken, als wir mit Meghan das eigentliche „Navan Fort“ erklimmen, das in Wirklichkeit aber ein Tempel auf einem Hügel war. Im Besucherzentrum erwartet meine Gäste noch eine Filmvorführung über die Sagenwelt, bevor wir wieder aufbrechen und die Fahrt nach Letterkenny fortsetzen. Dort angekommen befinden wir uns aber wieder in der Republik Irland und beziehen für drei Nächte Quartier im Station House Hotel, das gerade 20-jähriges Jubiläum feiert.
3. Tag (Dienstag, 04. August 2026): Wanderung im Glenveagh–Nationalpark – Rundfahrt durch Donegal mit Strandbesuch
Mit dem heutigen Tag beginnen unsere Wanderungen – und außerdem eine sehr wechselvolle Beziehung mit dem irischen Wetter. Es regnet schon den ganzen Morgen, als wir den Glenveagh-Nationalpark erreichen. Eine Filmvorführung im Besucherzentrum stimmt uns auf unseren Besuch ein und der Shuttlebus bringt uns anschließend zum Glenveagh Castle. Hier müssen wir in unsere Regenkleidung wechseln, denn auf der ersten Hälfte der Wanderung sehen wir nicht nur Wasser neben uns in Form des Lough Veagh, sondern bekommen auch Wasser von oben ab. Zum Glück verläuft der Weg größtenteils durch den Wald und am Umkehrpunkt hört es dann auch auf. So können unsere Sachen nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Rückweg trocknen und wir können uns besser an der Landschaft erfreuen. Vom Aussichtspunkt, zu dem mich die meisten meiner Gäste begleiten, können wir das gesamte Tal überblicken. Der Abstieg bringt uns dann direkt in die Parkanlage und zum viktorianischen Mauergarten. Wer mag, kann nun auch noch (im Trockenen!) zurück zum Besucherzentrum laufen oder die Freizeit für eine Schlossbesichtigung nutzen. Am Nachmittag verlassen wir den Nationalpark und schließen eine kleine Rundfahrt durch den Norden des Countys Donegal an, die wir zwar ohne den linken Außenspiegel, aber dafür mit vielen tollen Fotos vom Poisoned Glen und dem Strand bei Dunfanaghy beenden. Für ein Bad im Nordatlantik ist es dann aber doch zu frisch und windig. Die Rückfahrt zum Hotel führt uns durch die Main Street von Letterkenny, sodass meine Gäste sich die Lage der Pubs mit allabendlicher Livemusik genau einprägen können.
4. Tag (Mittwoch, 05. August 2026): Tagesausflug nach Nordirland – Spaziergang auf der Stadtmauer von Londonderry/Derry – Giant’s Causeway – Mussenden–Tempel
Etwas Flexibilität ist auf dieser Reise angesichts des irischen Wetters von großem Vorteil. Kurzerhand drehen wir das Tagesprogramm heute um und beginnen unseren zweiten Ausflug nach Nordirland mit dem Spaziergang auf der Stadtmauer von (London-)Derry. Zum Regen passt heute die irische Redewendung „It could be worse“ besonders gut. Im Laufe des Spaziergangs, der uns gedanklich auch durch die bewegte Geschichte der Stadt führt, regnet es anfangs etwas mehr, dann weniger. Besonders im Gedächtnis bleiben wird mir unsere Begegnung mit einem Schauspieler des örtlichen Theaters, der uns als Totengräber verkleidet anschaulich von der Belagerung durch die Jakobiten erzählt. Für seine Kolleginnen und Kollegen haben wir dann leider keine Zeit mehr, denn wir werden kurz nach Mittag am Giant’s Causeway erwartet. Der dortige Empfang ist dann sehr stürmisch – wir alle hätten zum Frühstück lieber noch einige Kilo mehr essen sollen, damit wir uns besser gegen den heftigen Wind hätten behaupten können. Doch wir bleiben alle am Boden, kämpfen uns tapfer vorwärts und werden mit einer tollen Aussicht belohnt. Über viele Treppenstufen erreichen wir schließlich den eigentlichen Damm des Riesen (bzw. dessen Überreste). Der Wind ist auf Meeresniveau weniger schlimm, doch nach und nach fängt es wieder zu tröpfeln an. Da hilft am Ende nur eins: Wir müssen uns das irische Wetter schöntrinken! Deshalb legen wir einen spontanen Foto- und Verkostungsstopp an der Old Bushmills Distillery ein und probieren ein, zwei oder drei edle Tropfen. Ein weiterer Fotostopp erfolgt an der Burgruine Dunluce Castle. Hier besteht einmal mehr die größte Herausforderung darin, die Kamera bzw. das Telefon gegen den Wind gerade zu halten und die Aufnahme nicht zu verwackeln. Am Mussenden-Tempel geht es dann schon wieder etwas ruhiger zu. Wir können noch einen kleinen Nachmittagsspaziergang bis an den Rand der Klippen unternehmen und dabei den Strand von Downhill bewundern. Schließlich bringt uns Donal wieder in die Republik Irland und nach Letterkenny zurück. Nach dem Abendessen wechseln wir in die Bar, wo heute Abend irische Livemusik gespielt wird.
5. Tag (Donnerstag, 06. August 2026): Wanderung auf der Halbinsel Mullaghmore – Westport – Croagh Patrick – Leenane
Der Wettergott hat eine schöne Überraschung für uns parat: Statt des angekündigten Regens schickt er uns doch die Sonne vorbei. So haben wir nicht nur bei unserem Aufenthalt in Donegal wunderschönes Wetter, sondern vor allem auch bei unserer Küstenwanderung um die Halbinsel Mullaghmore. Gen Westen erblicken wir die Klippen von Slieve League, gen Süden erhebt sich majestätisch das Classiebawn Castle vor dem geheimnisumwitterten Tafelberg Ben Bulben. Keine Minute zu spät verlassen wir den Hafen von Mullaghmore, denn wir sind kaum fünf Minuten gefahren, als die Regenwolken doch noch auf die irische Küste treffen und ein heftiger Schauer auf das Dach unseres Busses prasselt. Über Sligo und Castlebar fährt uns Donal bis ins pittoreske kleine Städtchen Westport, wo wir eine weitere Pause einlegen. Hier gibt es hübsche kleine Geschäfte und Cafés sowie mindestens zwei Eisdielen. Und über allem wacht der Heilige Patrick oben auf seiner Säule auf dem achteckigen Hauptplatz. Sankt Patrick erwartet uns auch in Form einer weiteren Statue am Beginn des Pilgerwegs auf den Croagh Patrick und erklärt uns anhand eines Kleeblatts die Dreifaltigkeit Gottes. Wir haben jedoch nur Augen für die malerische Clew Bay, in der einst die Piratenkönigin Grace O’Malley ihre Heimatbasis hatte. Für die Fahrt zum Hotel schlägt Donal die Route durch das traumhaft schöne Doolough Valley vor. Durch die filmreife Bergkulisse gelangen wir schließlich an den Killary Fjord und erblicken alsbald das ehrwürdige Leenane Hotel. Auch hier bleiben wir drei Nächte und lassen uns kulinarisch so richtig verwöhnen. Es stehen zum Beispiel Muscheln und Lammkeule auf der Speisekarte und wir können uns nur ganz schwer entscheiden.
6. Tag (Freitag, 07. August 2026): Tagesausflug zu den Aran Islands – Wanderung auf Inishmore – Dun Aengus
Auch für unseren Ausflug zu den Aran Islands haben sich meine Gäste schönes Wetter bestellt. Bei angenehmen Temperaturen und leichtem Wind wird schon die Überfahrt von Rossaveel nach Kilronan zu einem Erlebnis. Seegang haben wir kaum. Nachdem wir in Kilronan alle Vorbereitungen abgeschlossen haben, beginnen wir unsere Wanderung entlang der Küste bis Cill Mhuirbhigh. Wir folgen den endlos langen Trockensteinmauern nach Westen, bis wir die Robbenkolonie erreichen, in deren Nähe wir unsere Picknickpause einlegen. Donal konnte uns leider nicht auf die Insel begleiten, da er sich beim Arzt eine Spritze abholen muss. Die Robben vermissen ihn auch, recken immer wieder ihre Köpfe aus dem Wasser und halten Ausschau. Auf dem letzten Drittel der Wanderung biegen wir auf einen Pfad oberhalb der Straße ab, sodass wir einerseits unsere Ruhe und andererseits eine bessere Aussicht haben. Schließlich erreichen wir den Strand, der heute gut besucht ist. Da kann der Rettungschwimmer seine Schicht mal nicht bei einem Pint Guinness im Pub verbringen, sondern muss wirklich aufpassen. Wir müssen auch weiter aufpassen, denn bis zu unserem endgültigen Ziel, dem Steinfort und den Klippen bei Dun Aengus, ist noch ein Anstieg zu bewältigen. Einige Gäste stärken sich vorher mit einem Eis, andere heben es sich als Belohnung für die Freizeit auf. Mein Kumpel Owen holt uns später mit seinem Shuttlebus ab und bringt uns zurück nach Kilronan. Während der Fahrt gibt er einige lustige Anekdoten zum Besten. Ich erschrecke kurz, denn es liegt keine Fähre mehr im Hafen. Müssen wir etwa auf der Insel bleiben und auf unser Abendessen im Leenane Hotel verzichten? Meine Angst ist unbegründet, denn mit etwa einer halben Stunde Verspätung werden wir zurück nach Rossaveel gebracht. Dort wartet auch Donal mit dem Bus auf uns, der – nach Abklingen seiner Schmerzen – in deutlich besserer Stimmung ist und uns auf der Rückfahrt zum Hotel sogar ein Liedchen singt.
7. Tag (Samstag, 08. August 2026): Wanderung im Connemara–Nationalpark – Kylemore Abbey
Am siebten Tag unserer Reise erleben wir dafür anschaulich, warum der Fjord als regenreichster Ort Irlands gilt. Dabei haben wir am Vormittag noch Glück! Beim Fotostopp am Aussichtspunkt am Killary Harbour regnet es (noch) nicht, auch nicht beim Füttern der Schafe im Inagh Valley. Und auch am Aussichtspunkt auf der Sky Road westlich von Clifden erwischen wir eine Regenpause. Donal hat die Panoramastraße gestern nach seinem Arztbesuch schon für uns getestet und für machbar eingestuft, obwohl es an einigen Stellen bei Gegenverkehr schon ganz schön eng wird. Doch wenn es ein Fahrer schafft, dann unser Donal! Deshalb an dieser Stelle ein großer Dank an ihn, dass er uns dieses Alternativprogramm ermöglicht. Denn unser Aufstieg auf den Diamond Hill im Connemara-Nationalpark fällt leider wortwörtlich ins Wasser. Zudem hängen die Wolken so tief, dass wir den Gipfel nicht mal sehen. Wir laufen zumindest die kleine Runde durch die Moorlandschaft, lassen uns dabei von Wind und Regen nicht aufhalten und haben auch hier schon eine schöne Aussicht in Richtung Küste, zumal der Regen mit Erreichen des höchsten Punkts auf der Strecke tatsächlich (vorübergehend) aufhört. Vielleicht hätte ich das Thema Wetter bei unserem Bergfest im Bus mit einer Flasche Irish Mist nicht erwähnen sollen, denn sofort geht es wieder los. Doch wir lassen uns davon den Besuch der Kylemore Abbey nicht verderben. Dazu ist der große viktorianische Mauergarten einfach zu schön, die Ausstellung im Herrenhaus zu interessant und das Essen im Café/Restaurant zu gut. Über eine Teilstrecke der Panoramastraße Connemara Loop fährt uns Donal entlang der Küste zurück zum Hotel am Fjord, wo eine heiße Dusche oder die Badewanne auf uns wartet. Und nach dem Abendessen wechseln wir in den Salon und lauschen der Livemusik. Es fühlt sich an wie ein Wohnzimmerkonzert und bildet einen schönen Abschluss unseres Aufenthalts in Connemara.
8. Tag (Sonntag, 09. August 2026): Galway – Coole Park – Burren
Leider müssen wir unser Refugium am Fjord heute verlassen. Der Regen, der hier am Morgen wieder eingesetzt hat, erleichtert uns jedoch den Abschied. Nach 1,5 Stunden erreichen wir Galway und begeben uns individuell auf Erkundungstour durch die Innenstadt der Hauptstadt der gälischen Kultur. Passend dazu klart der Himmel immer mehr auf und wir erleben heute die sprichwörtlichen vier Jahreszeiten an einem Tag. Entsprechend füllt sich die Fußgängerzone nach und nach mit Touristen und Einheimischen. Auch die ersten Straßenmusiker lassen sich blicken. Unser Bus parkt an der Sankt-Nikolaus-Kathedrale, der wir ebenfalls einen kurzen Besuch abstatten. In Coole Park unternehmen wir am frühen Nachmittag einen erholsamen Waldspaziergang auf dem 7 Woods Trail bis zum Autograph Tree, der Blutbuche, in deren Rinde sich Lady Gregory, W. B. Yeats, George Bernhard Shaw und weitere berühmte Persönlichkeiten der irischen Kunst- und Literaturszene verewigt haben. Auf den nächten (außerplanmäßigen) Stopp freue ich mich besonders: Wir halten an der Hazel Mountain Chocolate Factory mitten im Burren, erhalten eine kleine Führung und dürfen natürlich auch Schokolade probieren. (Ein Job wird mir nebenbei auch angeboten, nachdem meine Begeisterung für leckere Schokolade mal wieder mit mir durchgegangen ist.) Zur Schokoladenfabrik, die es mittlerweile sogar ins deutsche Fernsehen geschafft hat, gehört auch ein kleines Café, wo wir ggf. unseren Koffeinbedarf stillen und vor allem auch die Sonne genießen können, die nun wärmend auf uns herabscheint. So ist es tatsächlich auch das erste Mal in all den Jahren, dass ich den Poulnabrone Dolmen, die berühmte Grabstätte aus der Jungsteinzeit, bei Sonnenschein umrunde. Unser nächstes Hotel, das Bellbridge House bei Spanish Point, liegt nicht weit vom Strand entfernt. Nach dem üppigen Abendmahl können wir deshalb einen romantischen Sonnenuntergang über dem Meer erleben.
9. Tag (Montag, 10. August 2026): Cliffs of Moher – Wanderung auf dem Burren Way – Überfahrt über den Shannon – Lartigue Monorail – Tralee
Das Frühstück im Bellbridge House Hotel ist zum Glück vom Buffet, sodass wir unser Essen selbst portionieren können. Die berühmten Cliffs of Moher sind dann nur etwa eine halbe Stunde Fahrt entfernt. Es hat sich gelohnt, etwas zeitiger loszufahren, denn wir sind der zweite Bus überhaupt, der heute die Klippen ansteuert, und dementsprechend ist noch sehr, sehr wenig los. Genau genommen habe ich es hier noch nie so leer erlebt. Und außerdem haben wir perfektes Wetter, nicht nur für die Cliffs of Moher, sondern auch für unsere anschließende herrliche Klippenwanderung auf dem Burren Way bis nach Doolin. In unser Blickfeld rücken dabei u. a. schöne Pferde und die Aran Islands. Die Fernsicht ist erneut grandios. Unsere Mittagspause an der Strandpromenade von Lahinch fällt heute etwas kürzer aus, da wir um 14 Uhr die Fähre über den Shannon ins County Kerry nehmen müssen. Dort steht in Listowel nämlich noch der Besuch der Lartigue Monorail an. Schnaufend und ruckelnd setzt sich der Museumszug auf der rekonstruierten Strecke in Bewegung und schleppt uns genau 500 Meter weit. Dann dürfen wir kurz selbst Lokführer spielen, bevor die Lok umgespannt wird und wir die Rückfahrt antreten. (Donal fährt derweil zum Tanken, denn ihm ist der Zug viiiieeel zu schnell.) Verhältnismäßig zeitig erreichen wir dann unser zentrales Hotel in Tralee, sodass wir uns vor dem Abendessen noch im Rosengarten oder in der Fußgängerzone die Füße vertreten können. Apropos Füße: Uns ist unverständlich, wie sich die Tänzerinnen und Tänzer während der Show Celtic Steps, die wir am Abend fast in voller Besetzung besuchen, NICHT die Füße vertreten oder Knoten in die Beine tanzen können. Schon vom Zusehen wird mir ganz schwindelig. Begeisterte Hochachtung halte ich für die angemessene Reaktion auf ihre Darbietungen. Gleiches gilt auch für die Band. Beschwingt und glücklich treten wir den Heimweg zu unserem Hotel an. Mit einem Besen könnten wir doch auch ein bisschen üben? Wo kriegen wir den jetzt her?
10. Tag (Dienstag, 11. August 2026): Tagesausflug zum Ring of Kerry – Killarney–Nationalpark und Muckross House
Nach dem gestrigen Abend starten wir gut gelaunt und entspannt in den Tag und freuen uns auf den Ring of Kerry. Vom leichten Regenschauer, der uns auf der Fahrt nach Killorglin ereilt, lassen wir uns nicht abschrecken bzw. entmutigen. Der Besuch beim Schäfer Tom und seinen Border Collies ist gleich eine gelungene Überraschung für meine Gäste. Die zweite folgt sogleich mit einem Abstecher zur St Finian‘s Bay und dem kurzen Besuch einer weiteren Schokoladenfabrik. Dabei sehen wir auch die geheimnisvollen Skellig Islands vor der Küste. In Waterville halten wir für die Mittagspause und besuchen Charlie Chaplin, der uns Touristen immer wieder mit stoischer Ruhe und Gelassenheit erträgt. Beim anschließenden Fotostopp am Coomakista Pass müssen wir uns gegen den stürmischen Wind behaupten, um sowohl gen Süden als auch gen Norden gute Fotos machen zu können. Nun wird es Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen. Zusatzwanderung oder keine Zusatzwanderung? Das Wetter erscheint mir gut genug, um das Abenteuer zu wagen. Mit der schönen Küstenlandschaft immer im Blick wandern wir zunächst hinunter zu einem kleinen Hafen und dann über die Felsen zum Derrynane Beach. Am Derrynane House warten Kaffee und Eis als Belohnung — sowie unser Bus und alle Gäste, die sich gegen die Wanderung und lieber für einen Parkspaziergang entschieden haben. Querfeldein fährt uns Donal am Nachmittag bis zum Black Valley und in den Killarney-Nationalpark. Dort runden ein Fotostopp am Ladies‘ View und ein Spaziergang zum Muckross House mit seiner herrlichen Gartenanlage unseren Tagesausflug ab. Über Killarney geht es zurück ins Grand Hotel in Tralee, wo wir beim Abendessen gedanklich Abschied nehmen von der irischen Westküste. Morgen werden wir wieder an die Ostküste wechseln und dann am Abend leider auch schon unser letztes Hotel erreichen.
11. Tag (Mittwoch, 12. August 2026): Desmond Castle in Adare – Irisches Nationalgestüt bei Kildare
Zwei größere Stopps – in Adare und in Kildare – trennen uns von unserem letzten Hotel in den Wicklow Mountains. Etwas überraschend regnet es draußen, während wir unser Frühstück einnehmen, doch das Wetter bessert sich schnell, als wir Tralee verlassen und in Richtung Limerick fahren. Donal hat die errechnete „Flugzeit“ um ein paar Minuten unterboten, sodass wir in Adare noch eine kleine Pause machen können, bevor wir mit unserer Führerin Maria zum Desmond Castle aufbrechen. Sie zeigt uns die Ruinen einer der größten normannischen Burgen Irlands, die sogar noch über ein funktionsfähiges Fallgatter verfügt. Schnell schlüpfen wir darunter durch und erkunden den großen Innenhof sowie die „Burg in der Burg“. Im Anschluss haben meine Gäste Zeit für eine Mittagspause in Adare und können auch die berühmten Cottages entlang der Hauptstraße fotografieren. Kurz hinter Limerick treffen wir für ein paar Minuten Donals Frau – Überraschung gelungen! Er ist so glücklich, dass er uns sogar ein weiteres Ständchen singt. Am Nachmittag besuchen wir das Nationalgestüt in Kildare bei sommerlichen Temperaturen von 29 Grad. Den Hengsten, Stuten und Fohlen scheint die Wärme nicht viel auszumachen und wir bewegen uns zum Glück meist im Schatten. Unserer Führerin Leonie merkt man die Liebe zu Pferden und die Begeisterung für ihre Arbeit bei jedem Wort an. Auch uns gefällt es auf dem Gestüt sehr gut, zumal es auch noch einen Japanischen Garten zu erkunden gibt. Wie üblich geraten wir auf der Weiterfahrt in die Wicklow Mountains in dichten Verkehr, kommen aber insgesamt noch recht gut durch. Nur von der Sonnenfinsternis bekommen wir nicht viel mit – jedenfalls ist vom Bus aus nicht wirklich eine Änderung der Lichtverhältnisse zu bemerken.
12. Tag (Donnerstag, 13. August 2026): Tagesausflug in die Wicklow Mountains – Glendalough – Powerscourt Gardens
Nach einem leider chaotischen Frühstück im Hotel (überfordertes Personal) brechen wir zu unserem Tagesausflug in die Wicklow Mountains auf. Das Programm verspricht drei Höhepunkte, die unsere Rundreise durch Irland wunderbar abrunden und zusammenfassen: eine Wanderung in Glendalough, einen Besuch der Powerscourt Gardens und zum Abschluss eine Führung und Verkostung in der Powerscourt Distillery. Wir haben die Ruinen von Glendalough am Morgen fast für uns allein und können in aller Ruhe das Geheimnis der charakteristischen irischen Rundtürme lüften. Dann brechen wir auch schon zu unserer letzten Wanderung auf den Spuren des Heiligen Kevin auf, die uns am Lower Lake und Upper Lake entlangführt. Auch der vorletzte Tag in Irland ist noch einmal sehr warm. Zudem weht heute kaum Wind durch das romantische Tal. Dadurch können wir schöne Fotos von der Landschaft machen, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Kurz vor dem Umkehrpunkt verlassen wir vorübergehend den Wald und erreichen schließlich die Ruinen einer Bleimine aus dem 19. Jahrhundert. Nach einer kurzen Pause drehen wir um und wandern zum Besucherzentrum zurück. Die dortige Filmvorführung fasst unsere Reise ebenfalls wunderbar zusammen und dient als Vorbereitung auf die angedrohte Abschlussprüfung. Die Powerscourt Gardens am Fuße des irischen „Zuckerhuts“ erreichen wir nach etwa 40 Minuten Fahrt durch die herrlichen Hügel der Wicklow Mountains. Die Parkanlage (angeblich die drittschönste der Welt) und das Herrenhaus können meine Gäste auf eigene Faust erkunden. Ich empfehle zumindest einen kleinen Snack, damit im Magen eine Grundlage für die Whiskeyverkostung vorhanden ist, die uns nach der Führung durch die Powerscourt Distillery erwartet. Susanne weiht uns in die Geschichte der noch jungen Brennerei und die Herstellung des irischen Lebenswassers ein, bevor wir drei sehr unterschiedliche Whiskeys verkosten dürfen. Die Rückfahrt zum Hotel gestaltet sich entsprechend lustig und unterhaltsam, auch dank musikalischer Einlagen. Beim Abschiedsabendessen lassen wir unsere gemeinsame Zeit in Irland Revue passieren und müssen uns leider schon von einem Herrn verabschieden, der morgen noch vor unserem Frühstück abgeholt und zum Flughafen gebracht wird.
13. Tag (Freitag, 14. August 2026): Freizeit in Dublin – Rückflug nach Deutschland
Heute planen wir mehr Zeit für das Frühstück ein (und haben darauf bestanden, dass nicht wieder beide Gruppen gleichzeitig eingebucht sind). Daher brechen wir alle gut gestärkt nach Dublin auf. Die letzten Stunden in Irland können wir (fast alle) im Herzen der irischen Hauptstadt verbringen. Donal setzt uns am Trinity College ab. Von dort aus biete ich noch einen kleinen Spaziergang zu Molly Malone und zum Powerscourt Townhouse an, dem Gegenstück zum Powerscourt House, das wir gestern besucht haben. Die Temperaturen sind niedriger als gestern, sodass es ein angenehmer Bummel durch die Innenstadt wird. Und vor allem bleibt es trocken. Der Stadtpark St Stephen‘s Green lädt zum Verweilen ein, die Geschäfte zum Stöbern, die Straßenmusikanten zum Stehenbleiben und Zuhören. Pünktlich auf die Minute (wie eigentlich immer) sind wir im Bus versammelt und verlassen Dublin auf der bereits bekannten Route, d. h. durch die Docklands und durch den Tunnel. Nur diesmal geht es (leider) nicht nach Monasterboice, Armagh und Letterkenny, sondern eben wirklich zum Flughafen, wo wir uns am Terminal 2 von Donal verabschieden. Und auch voneinander müssen wir uns nach der Sicherheitskontrolle verabschieden, da wir uns nun auf die Flüge nach Frankfurt, Düsseldorf und Berlin verteilen, die nacheinander im Abstand von jeweils etwa einer halben Stunde starten. Da die Sicht sehr klar ist, kann ich vom Restaurant im Terminal aus in der Ferne den Sugarloaf Mountain sehen. Dort waren wir gestern und haben einen schönen Tag in den Wicklow Mountains verbracht! Der Flug nach Berlin startet und landet pünktlich. Bei der Landung in der deutschen Hauptstadt geht gerade die Sonne unter und der klare, fast wolkenlose Himmel färbt sich rot.
Liebe Gäste meiner Irland-Reisegruppe im August 2026,
auch wenn ich die Reise nun tatsächlich schon zum 24. Mal durchgeführt habe: Dank des abwechslungsreichen irischen Wetters und vor allem dank Euch ist sie wieder zu einem einmaligen Erlebnis geworden! Wir haben viele interessante Gespräche geführt, uns nie die Laune verderben lassen und viel miteinander gelacht – und Donal hat für die musikalische Untermalung gesorgt. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn ich Euch alle bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-(Wander-)Reise begrüßen darf.
Herzlichst
Euer Andreas Wolfsteller
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