Wild Atlantic Way – ein Traum für Naturliebhaber, Meeresanbeter und Klippenwanderer
Reisebericht: 04.08. – 17.08.2026
Klippen, Meeresrauschen, grüne Hügel, unendlich viele Schafe und überall herzliche Menschen, traditionelle Musik in den Pubs - Irland wir kommen!
Ein Reisebericht von
Constanze Maißel
Anreise aus Deutschland: Flug nach Dublin, Belfast
Bereits am frühen Morgen begann unsere Reise. Wir flogen von verschiedenen Flughäfen in Richtung Dublin. Dort trafen alle Gäste zusammen und unsere Reise auf der irischen Insel konnte beginnen. Unsere Busfahrerin Heike erwartete uns bereits am Flughafen. Unsere Koffer wurden in den Bus geladen und los ging die Fahrt nach Nordirland. In Belfast, der nordirischen Hauptstadt, hatten wir eine Stadtrundfahrt mit Bibi. Sie zeigte uns die Queens Universität, die City Hall, das Opernhaus, die Mauern von Belfast und das Titanic Quartier mit Titanic Museum und den riesigen Kränen von Harland & Wolff. Am frühen Abend erreichten wir unser Hotel in Zentrumsnähe. Wir ließen uns ein leckeres Abendessen schmecken und hatten danach noch Zeit, das gerade in Belfast stattfindende Festival Fleadh Cheoil na hÉireann zu besuchen, das weltweit größte Festival für irische Musik und Kultur.
Antrim Coast Road, Bushmills Distillery, Giant's Causeway und Letterkenny
Wir verließen Belfast und erreichten nach einiger Zeit die Küstenlinie im Osten der Insel. Wir begannen unsere Fahrt entlang der Antrim Coast Road. Das ist eine Küstenstraße, die uns an Sandstränden, Klippen und vom Meer umtosten Felsen entlang führt. Heute konnten wir diese herrliche Strecke nicht vollkommen genießen, denn es gab immer wieder Regenschauer, die uns die Sicht beeinträchtigten. Aber ohne den Regen wäre diese grüne Insel nicht so grün und so nahmen wir es hin und genossen trotzdem unsere Fahrt.
In Bushmills besuchten wir die berühmte Distillery und erfuhren viel Interessantes über die Produktion des irischen Whiskeys. Nach einer Probe verließen wir Bushmills und erreichten bald eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Nordirlands: Am Giant's Causeway sahen wir die vor 60 Millionen Jahren entstandenen zumeist sechseckigen Basaltsäulen. Wir kletterten auf diesem Wunder der Natur umher, das seit 1986 zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Während unseres Aufenthaltes erlebten wir das typisch irische Wetter, das sich wieder sehr regnerisch und auch windig zeigte. Froh, dem Regen entkommen zu können, bestiegen wir nach unserem Aufenthalt hier wieder unseren Bus und fuhren an Derry / Londonderry vorbei, der letzten Stadt in Nordirland, bevor wir wieder in die Republik Irland hineinfuhren.
In dieser Stadt sind die blutigen Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken noch gut in Erinnerung, zahlreiche Wandbilder und auch Monumente erinnern an diese schreckliche Zeit. Den Abend verbrachten wir in unserem Hotel in Letterkenny.
Inishowen Peninsula, Momore Gap, Glenevin Waterfall, Doagh Famine Village, Malin Head und Aileach Stonefort
An diesem Morgen stiegen wir ohne unsere Koffer in den Bus ein, denn wir sollten noch eine weitere Nacht in Letterkenny verbringen. Wir erreichten bald die Inishowen Halbinsel, auf der sich der nördlichste Punkt Irlands und des Countys Donegal befindet: Malin Head. Wir erreichten den nördlichen Teil dieser Halbinsel über die schmale Passstraße Mamore Gap. Früher diente dieser kurvenreiche Weg als Pilgerpfad. Heute ist er Teil des Wild Atlantic Way. Wir hielten auf dieser Straße an und konnten herrliche Ausblicke genießen. Danach fuhren wir in die Nähe des Glenevin Wasserfalls. An einem Bach, dessen Wasser vom Torf braun gefärbt wird, spazierten wir hinauf bis zum Wasserfall. Unterwegs boten sich viele schöne Motive für unsere Fotoapparate, unter anderem kleine bunte Häuschen für Feen. Danach erreichten wir bald Doagh Famine Village, ein Freiluftmuseum, in dem wir uns mit der Lebensweise der irischen Bevölkerung zur Zeit der großen Hungersnot in der Mitte des 19. Jahrhunderts vertraut machen konnten. Ein herrlicher Strand – Doagh Strand – war ebenfalls zu entdecken. Vor der Besichtigung probierten wir alle einen Scone mit Marmelade sowie Tee und Kaffee, ein lokales Gebäck, das auch in Großbritannien beliebt ist.
Im Anschluss daran stand nun der nördlichste Punkt Irlands auf dem Programm. Malin Head ist schon weithin sichtbar, ein alter Wachtturm steht oben und ist eine Landmarke, die wir vom Bus aus schon sehen konnten. Wir genossen bei Wind und Sonnenschein einen herrlichen Spaziergang, manche bis zum Hells Hole, eine Felsspalte mit Blick in den tosenden Atlantik. In Malin fotografierten wir die längste Steinbrücke Irlands, die mit zehn Brückenbögen aufwarten kann.
Am Nachmittag besichtigten wir noch ein altes Steinfort: Aileach Stonefort. Dieses wurde vor ca. 100 Jahren restauriert, stammt aber schon aus einer frühirischen Zeit. Wir kletterten hinauf und genossen den herrlichen Ausblick.
Den Abend und die Nacht verbrachten wir wieder in unserem Hotel in Letterkenny.
County Donegal, The Rosses, Dungloe, Portnoo Beach, Slieve League und Ardara
Am Morgen stärkten wir uns in unserem Hotel an einem guten irischen Frühstück. Dann brachen wir auf in Richtung The Rosses. Das ist die nordwestliche Region Irlands im County Donegal mit vielen Blicken auf den Atlantik mit seinen Buchten, Stränden und Klippen. Wir sahen auch, wie hier Torf abgebaut wird.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir den höchsten Berg im County Donegal, den Mount Errigal mit 572 m Höhe. An seinem Fuß hielt unser Bus an und wir fotografierten einen idyllisch unter uns liegenden See mit kleiner Kirchenruine an seinem Ausläufer – heute sogar mit Regenbogen.
In Dungloe hielten wir erneut, ein hübsches Städtchen mit bunten Geschäften, kleinen Cafés und Restaurants. Weiter ging unsere Fahrt entlang des Wild Atlantic Way mit malerischen Buchten, Stränden und felsigen Küstenabschnitten. Am Portnoo Beach nutzten wir die Gelegenheit für einen Spaziergang am breiten Sandstrand. Wind, Sonne und Regen wechselten sich heute ab. Bald darauf erreichten wir über den Glengesh Pass das Dorf Teelin, dort erwartete uns ein junger Mann, um uns mit einem Shuttle-Bus hinauf zu den Klippen von Slieve League zu bringen. Bei guter Sicht und sogar etwas Sonne erkundeten wir die beeindruckende Landschaft dieser Felsformationen, die bis zu 601 m über dem Meeresspiegel hinauf ragen. Wir machten wunderbare Fotos und erfreuten uns an der überall herrlich blühenden Heide.
In Ardara hatten wir dann Freizeit, einige besuchten eine alt eingesessene Tweed-Weberei, wo man sich mit diesem traditionellen Handwerk vertraut machen kann. Manche erstanden ein schönes Souvenir aus irischem Tweed.
Wir ließen diesen ereignisreichen Tag im Nesbitt Arms Hotel in Ardara ausklingen bei einem Irish Coffee und einem leckeren Abendessen.
Donegal, Fairy Bridges, Mullaghmore Head, Drumcliff, William Butler Yeats
Am Morgen verließen wir Ardara. Nach kurzer Fahrt verbrachten wir unsere erste Pause in der Stadt Donegal. Neben vielen hübschen Geschäften, Cafés und Bars gibt es ein altes Castle und die Ruinen einer früheren Franziskanerabtei. Recht bald danach erreichten wir in Bundoran Fairy Bridges and Whishing chair. Hier hat der Atlantic goße Hohlräume in die Felsen gespült, die dadurch entstandenen runden felsigen Brücken sollen die Brücken der Feen sein. In der Nähe ein Wunschstuhl aus Felsgestein – wir nahmen Platz und jeder hatte sicher einen Wunsch, den die Feen erfüllen mögen. Der nächste Halt fand am Mullaghmore Head statt, dort erlebten wir, wie die Wellen des Atlantik an raue Felsen schlagen, über denen sich sattgrüne Wiesen erstrecken. Wir genossen diese beeindruckende Landschaft mit Blick auf Classiebawn Castle. Ganz in der Nähe besuchten wir dann Atlantic Sheepdogs. Hier arbeitet und lebt der Schäfer Martin, der uns mit seiner Bordercollie-Hündin Mist die Kunst der Arbeit mit den Hütehunden vorführte. Wir waren begeistert, wie die Hündin mit Hilfe der Kommandos des Schäfers die Schafe in die richtige Richtung trieb. Drumcliff stand als nächster Halt auf dem Programm, wo der berühmte irische Dichter William Butler Yeats begraben liegt. Im Jahr 1923 wurde ihm - als erstem Iren - der Literatur-Nobelpreis verliehen. Auch ein altes Hochkreuz und die Reste eines Rundturms einer früheren Abtei konnten wir sehen. Der kleine Friedhof liegt zu Füßen des weithin sichtbaren und beeindruckenden Tafelbergs Ben Bulben.
Am Abend erwartete uns das Twin Tree Hotel in Ballina. Wir genossen ein schmackhaftes Abendessen.
Downpatrick Head, Ceide Fields, Achill Island Keel Bay, Leenane
Nach einem kräftigen Frühstück verließen wir unser Hotel in Ballina und erreichten recht bald wieder die Küste und den Wild Atlantic Way. Am Downpatrick Head, einem etwa 50 Meter hohen Felspfeiler, der einsam der Brandung trotzt, machten wir einen Spaziergang über den Klippen – heute bei Regenwetter. Aber die Sicht war dennoch gut, so dass wir beeindruckende Fotos machen konnten. Bald danach erreichten wir Ceide Fields. Hier erfuhren wir viel Interessantes über diese prähistorische Stätte. Vor etwa 5000 Jahren siedelten hier Menschen, die als Bauern von Feldarbeit und Viehzucht lebten. Bei Nebel und Regen verließen wir Ceide Fields, um am frühen Nachmittag Achill Island zu erreichen, die größte Insel der Republik Irland. Im Ballycroy Nationalparkcenter machten wir Mittagspause. Zu unserer großen Freude riss der Himmel während der Fahrt auf und die Sonne kam zurück. Wir besuchten Keel Beach auf Achill Island, unternahmen einen Strandspaziergang, fotografierten Schafe auf grünen Weiden und kauften irische Souvenirs. Den Abend verbrachten wir in unserem Hotel in Leenane mit wunderbarer Lage am Killary Fjord und bei einem ausgesprochen guten Abendessen.
Connemara, Kylemore Abbey, Galway
Heute erwartete uns ein Tag mit reichlich Sonne. Nicht weit von unserem Hotel erreichten wir das Gebiet Connemara. Über dem Killary Harbour hielten wir das erste Mal für Fotos. Weite Gletschertäler werden umrahmt von mächtigen Bergen. Zunächst fuhren wir zur Kylemore Abbey. Das heutige Benediktinerinnenkloster war einst als Schloss direkt an einem Seeufer errichtet worden. Die Lage des Anwesens ist traumhaft. Mit einem Shuttlebus konnten wir zum viktorianischen Garten der Anlage fahren. Zu Fuß erreichten wir die neogotische Kirche und das Mausoleum. Im Souvenirgeschäft der Abtei werden auch Produkte aus hauseigener Herstellung angeboten, zum Beispiel Seifen und Schokolade, die die Nonnen produzieren.
Nach unserem Besuch in der Kylemore Abbey fuhren wir weiter durch die beeindruckende Landschaft Connemaras und erreichten schließlich Galway, die größte und wichtigste Stadt im Westen Irlands. Wir erkundeten die bunten Straßen, in denen viele Besucher wie wir unterwegs waren. Wir erfreuten uns an Straßenmusikern und dem quirligen Treiben der Stadt. Die vor etwa 60 Jahren gebaute Kathedrale war ebenso unser Ziel.
Am frühen Abend erreichten wir das Lady Gregory Hotel in Gort, wo wir bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen ließen.
Kilmacduagh Abbey, Burren, Leamaneh Castle, Cliffs of Moher, Shannon Ferry, Muckross House, Killarney
Der Morgen empfing uns mit trockenem Wetter, wir verließen Gort und fuhren in Richtung Westen, um durch die Landschaft des Burren zu fahren. Wir hielten an der Kilmacduagh Abtei an und fotografierten dieses historische Ensemble mit einem der am besten erhaltenen Rundtürme Irlands. Der Burren ist eine Karstlandschaft. Flache Kalksteinplatten bedecken das Gelände. Wir stiegen aus dem Bus und hatten das Gefühl, in einer Mondlandschaft zu stehen. Am Leamaneh Castle machten wir Fotos und dachten an Red Mary, die einst hier lebte und noch heute nachts als Geist durch die Ruine des Castles wandeln soll. Nach einigen weiteren Kilometern erreichten wir schließlich eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Land: die Cliffs of Moher. Bei sonnigem Wetter und guter Sicht konnten wir die weltberühmten Klippen erkunden, die sich in einer Höhe von über 200 Metern aus dem Meer erheben. Auf dem Weg zu unserem Hotel in Killarney überquerten wir den Shannon-Fluss. Bequem erreichten wir das südliche Ufer auf einer Fähre. Bevor wir zum Hotel fuhren, statteten wir Muckross House and Gardens noch einen Besuch ab. Hier wandelten wir im wunderschön angelegten Park, der sich um ein altes prächtiges Herrenhaus schmiegt, romantisch gelegen am Muckross Lake. Den Abend verbrachten wir bei einem gemeinsamen Abendessen im Randles Hotel in Killarney.
Dingle Halbinsel, Slea Head Drive, Celtic Steps
Nicht lange nach unserem Frühstück trafen wir uns wieder in unserem Bus. An der Blennerville Windmühle legten wir den ersten Stopp dieses Tages ein für Fotos. Den weiteren Tag verbrachten wir auf einer gemütlichen Rundreise über die Dingle Halbinsel – leider bei nicht so klarer Sicht. Wir befuhren den Slea Head Drive, das ist eine Küstenstraße entlang der Spitze der Dingle Halbinsel. Wir fotografierten Dunquin Harbour, wo kleine Boote zur Great Blasket Island ablegen. Im hübschen Städtchen Dingle verbrachten wir unsere Mittagspause, einige probierten Fish & Chips oder leckere Eiscreme. Den Abend verbrachten wir im Killarney Race Course und besuchten die irische Tanzshow Celtic Steps, die uns alle wirklich begeisterte.
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