Rundreise Sardinien und Korsika im Mittelmeer
Reisebericht: 18.05. – 31.05.2026
Sardinien und Korsika faszinieren mit traumhaften Stränden, beeindruckender Natur und mediterranem Flair – zwei Inseln voller Kultur und Vielfalt...
Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein
1. Tag – Montag, 18.05.2026: Anreise nach Arco (ab Dresden = 844 Bus–km)
Schon in Dresden begrüßten wir die ersten Mitreisenden, bevor wir am frühen Morgen unsere Fahrt begannen und entlang der Route weitere Gäste in unserer reiselustigen Gruppe willkommen hießen. Unser Busfahrer Andreas brachte uns sicher auf den Weg Richtung Süden. Vorbei an München ließen die ersten Gipfel der Alpen nicht lange auf sich warten und kündigten die bevorstehenden Reiseerlebnisse an. Bereits gegen Mittag überquerten wir die Innbrücke zwischen Kiefersfelden und Kufstein und damit die deutsch-österreichische Grenze. Weiter führte uns die Strecke entlang des Inns vorbei an Innsbruck. Anschließend verließen wir das Inntal und erreichten den Brennerpass – mit rund 1.300 Metern der niedrigste Übergang über die Hauptkette der Alpen und zugleich Grenzpass zwischen Österreich und Italien. Von dort aus folgten wir dem Verlauf des Eisacks hinunter nach Bozen, der Landeshauptstadt Südtirols, und fuhren weiter durch das malerische Etschtal Richtung Süden. Später passierten wir Trient und Rovereto, ehe wir die Brennerautobahn zunächst verließen – unser Ziel für die Zwischenübernachtung lag schließlich in der Nähe des Gardasees. Am Abend erreichten wir unser Hotel „San Giorgio“ in Arco. Nach einem ereignisreichen Reisetag ließen wir uns ein köstliches 3-Gänge-Menü schmecken, bei dem natürlich die typisch italienische Pasta nicht fehlen durfte. Zusammen mit einem Glas Hauswein sorgte das für die passende Bettschwere – und der erste Reisetag klang gemütlich aus.
2. Tag – Dienstag, 19.05.2026: Stopp am Gardasee – Nachtfähre ab Genua nach Sardinien (341 Bus–km)
Gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet setzten wir unsere Reise heute weiter Richtung Süden fort. Einen besonderen Zwischenstopp wollten wir uns jedoch nicht entgehen lassen – unser Weg führte zunächst an den wunderschönen Gardasee. Entlang der panoramareichen Ostuferstraße und vorbei an Malcesine erreichten wir den idyllischen Ort Garda. Hier blieb genügend Zeit für einen gemütlichen Bummel durch die Altstadt oder für den Genuss eines ersten echten italienischen Eises. Auch das Wetter meinte es bestens mit uns – strahlender Sonnenschein und ein tiefblauer Himmel begleiteten unseren Aufenthalt. Gegen Mittag hieß es bereits Abschied nehmen von diesem traumhaften Voralpensee, denn bis zum Hafen von Genua lag noch eine lange Strecke vor uns. Unsere Route führte durch die weite Po-Ebene, die große Teile Norditaliens prägt. In der Nähe von Cremona überquerten wir den Po – den längsten Fluss Italiens, der der Ebene zugleich ihren Namen gibt. Am späten Nachmittag erreichten wir den Hafen von Genua, wo bereits das geschäftige Treiben einer großen Fährverbindung zu spüren war. Nachdem wir eingecheckt und unser Gepäck verstaut hatten, blieb noch etwas Zeit, die besondere Atmosphäre des Hafens auf uns wirken zu lassen. Die Vorfreude auf die bevorstehende Reise nach Sardinien war bei allen deutlich spürbar. Nahezu pünktlich legte schließlich die Fähre „GNV Siro“ ab und nahm Kurs auf Sardinien. Langsam glitt das Schiff aus dem Hafenbecken hinaus, während die Silhouette Genuas allmählich hinter uns zurückblieb. Mit dem Blick auf das offene Meer begann nun der maritime Teil unserer Reise – und damit das Abenteuer Sardinien. Die Vorfreude auf die kommenden Tage mit ihren zahlreichen Entdeckungen, beeindruckenden Landschaften und neuen Eindrücken begleitete uns hinaus auf das Mittelmeer.
3. Tag – Mittwoch, 20.05.2026: Ankunft in Porto Torres auf Sardinien und Erkundungen in Alghero und Bosa (165 Bus–km)
Nach einer ruhigen und angenehmen Überfahrt trafen wir uns am frühen Morgen zu einem gemeinsamen Frühstück an Bord. Da unsere Fähre pünktlich unterwegs war, erreichten wir bereits gegen 9 Uhr den Hafen von Porto Torres im Nordwesten Sardiniens. Bei strahlendem Sonnenschein setzten wir voller Vorfreude erstmals Fuß auf die Insel. Die klare Morgenluft, das leuchtende Blau des Meeres und die Aussicht auf die bevorstehenden Entdeckungen sorgten sofort für Urlaubsstimmung. Unser erstes Ziel war die charmante Küstenstadt Alghero. Am späten Vormittag trafen wir dort unsere kompetente Stadtführerin Franca, die uns mit viel Wissen und Begeisterung die Geschichte und Besonderheiten der wohl „spanischsten“ Stadt Sardiniens näherbrachte. Die Altstadt liegt malerisch auf einer Landzunge und wird noch heute von ihrer mächtigen Festungsmauer umgeben. Obwohl Alghero im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitt, konnte der historische Kern weitgehend bewahrt werden und verzaubert Besucher bis heute mit seinem einzigartigen Charakter. Die jahrhundertelange Herrschaft der Krone von Aragon hat deutliche Spuren hinterlassen – noch immer sind katalanische Einflüsse in Architektur, Kultur und sogar in der Sprache spürbar. Während unseres Rundgangs besichtigten wir die elegante Piazza Civica, die als „gute Stube“ der Stadt gilt. Zunächst erreichten wir die prächtige Kathedrale Santa Maria, deren markanter achteckiger Glockenturm schon von weitem das Stadtbild prägt. Durch verwinkelte Gassen mit ihren liebevoll restaurierten Häusern gelangten wir zu den Festungsmauern, wo uns immer wieder reizvolle Ausblicke auf das Meer erwarteten. Nach diesem eindrucksvollen Stadtrundgang blieb noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Viele nutzten die Gelegenheit für einen gemütlichen Mittagsimbiss in einem der Cafés oder Restaurants der Altstadt, beobachteten das lebhafte Treiben auf den Plätzen oder genossen einfach die mediterrane Atmosphäre. Anschließend führte uns die Reise entlang einer der schönsten Küstenstraßen Sardiniens weiter in Richtung Süden. Die Strecke bot immer wieder spektakuläre Ausblicke auf das tiefblaue Mittelmeer. Vorbei an duftenden Macchia-Wäldern, deren würzige Kräuteraromen durch die warme Luft getragen wurden, und entlang wild zerklüfteter Küstenabschnitte erreichten wir schließlich die malerische Stadt Bosa. Bosa gilt als eine der schönsten Ortschaften Sardiniens und ist zugleich die einzige Stadt der Insel, die direkt an einem Fluss erbaut wurde – dem Temo. Schon von weitem bot sich uns ein bezaubernder Anblick – ein buntes Häusermeer schmiegte sich an den Hang, überragt von der mittelalterlichen Castello Malaspina. Gemeinsam spazierten wir entlang des Flussufers bis in das historische Zentrum. Auf dem Corso Vittorio Emanuele und in den engen Gassen der Altstadt konnten wir das authentische Flair dieser liebenswerten Stadt auf uns wirken lassen. Für einige Teilnehmer hielt der Tag sogar noch ein kleines sportliches Abenteuer bereit. Gemeinsam erklommen wir die rund 300 Stufen hinauf zur Burg Malaspina. Der Aufstieg erforderte zwar etwas Kondition, wurde jedoch mit einem herrlichen Panoramablick über die Dächer Bosas, den Flusslauf und die umliegende Landschaft belohnt – ein Moment, der vielen sicherlich in besonderer Erinnerung bleiben wird. Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel „Le Torri“ in Arborea. Inmitten einer weitläufigen, intensiv landwirtschaftlich geprägten Ebene gelegen, bot es uns einen angenehmen Ort zum Ausruhen und Entspannen. Nach einem erlebnisreichen ersten Tag voller neuer Eindrücke, faszinierender Landschaften und kultureller Entdeckungen ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und freuten uns bereits auf die kommenden Erlebnisse, die Sardinien für uns bereithalten würde.
4. Tag – Donnerstag, 21.05.2026: Ausflug nach Cagliari – Poetto–Strand (208 Bus–km)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen Cagliaris, der faszinierenden Hauptstadt Sardiniens. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in den Süden der Insel und fuhren entlang der Carlo-Felice-Straße, der wichtigsten Verkehrsader Sardiniens. Bereits unweit des Hafens erwartete uns unsere örtliche Reiseleiterin Candida, die uns ihre Heimatstadt näherbrachte. Zu Beginn unserer Stadtrundfahrt führte sie uns auf den Monte Urpino. Von diesem Aussichtspunkt bot sich ein beeindruckender Blick über die Dächer Cagliaris, den Hafen und die umliegenden Lagunen. Besonders die zahlreichen Flamingos, die sich in den Strandseen tummelten, verliehen diesem Panorama eine ganz besondere Atmosphäre. Viele von uns genossen diesen Moment und ließen den Blick über die sonnendurchflutete Landschaft schweifen. Mit dem Bus ging es danach hinauf zum historischen Stadtviertel Castello, das hoch über der Stadt thront. Durch das mächtige Tor San Pancrazio betraten wir die Altstadt und erkundeten die verwinkelten Gassen zu Fuß. Immer wieder eröffneten sich reizvolle Ausblicke auf die Stadt und das Meer. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Kathedrale Santa Maria di Castello mit ihrer beeindruckenden Krypta. Das kunstvoll mit zahlreichen Rosetten verzierte Tonnengewölbe zog die Blicke aller Besucher auf sich und zeugt von der reichen Geschichte dieses sakralen Bauwerks.
Durch das Löwentor verließen wir später die Altstadt und gelangten zur belebten Piazza Yenne, einem beliebten Treffpunkt der Einheimischen. Hier erinnert das Standbild von König Carlo Felice an den Auftraggeber der bedeutenden Straßenverbindung zwischen Cagliari und Porto Torres. Anschließend blieb ausreichend Zeit, die Stadt individuell zu erkunden, durch die Einkaufsstraßen zu bummeln oder das mediterrane Flair bei einem Kaffee oder einem kleinen Imbiss in einem der zahlreichen Straßencafés zu genießen. Da uns das Wetter auch an diesem Tag mit viel Sonnenschein verwöhnte, legten wir auf der Rückfahrt nach Arborea noch einen ausgiebigen Halt am berühmten Poetto-Strand ein. Der rund zehn Kilometer lange Sandstrand, oft als „Copacabana Sardiniens“ bezeichnet, zählt zu den beliebtesten Küstenabschnitten der Insel. Bei einem Bad im Meer oder einem entspannten Spaziergang entlang des türkisblauen Meeres genossen wir die frische Brise und die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Das Zusammenspiel aus weitläufigem Strand, glitzerndem Wasser und dem lebendigen Stadtleben im Hintergrund vermittelte ein Gefühl von Leichtigkeit und mediterraner Lebensfreude. Mit vielen neuen Eindrücken und schönen Erinnerungen im Gepäck führte uns der Weg schließlich erneut durch die fruchtbare Campidano-Ebene zurück nach Arborea, wo wir den erlebnisreichen Tag in unserem Hotel gemütlich ausklingen ließen.
5. Tag – Freitag, 22.05.2026: Nuraghe Santu Antine – Ausflug zu den Hirten nach Orgosolo mit typischen Hirtenessen (356 Bus–km)
Nachdem unsere Koffer im Bus verstaut waren, verabschiedeten wir uns von Arborea und machten uns auf den Weg in den Norden der Insel. Die Fahrt führte uns durch eine sanft geschwungene, saftig grüne Hügellandschaft, die immer wieder reizvolle Ausblicke auf das ursprüngliche Sardinien bot. Unser erstes Ziel war die beeindruckende Nuraghe Santu Antine im sogenannten „Tal der Nuraghen“. Bei erneut bestem Wetter besuchten wir eines der bedeutendsten Zeugnisse der sardischen Frühgeschichte. Allein in dieser Region befinden sich die Überreste von mehr als 30 Nuraghen, doch Santu Antine zählt zweifellos zu den imposantesten Anlagen der Insel. Bereits vor rund 3.000 Jahren entstand hier eine gewaltige Festungsanlage, deren mächtiger Hauptturm bis heute von der außergewöhnlichen Baukunst ihrer Erbauer zeugt. Beim Rundgang durch die Anlage konnten wir die gewaltigen Basaltblöcke bestaunen, aus denen die Türme und Mauern errichtet wurden. Rund um die Nuraghe entdeckten wir die freigelegten Überreste eines einstigen Dorfes, dessen Rundhütten einen Eindruck vom Leben der damaligen Bewohner vermitteln. Besonders beeindruckend war das Innere der Anlage mit seinen hohen Gewölben, verwinkelten Gängen und den monumentalen Ausmaßen. Betrachtet man die mehr als drei Jahrtausende alten Steinmauern, kommt man unweigerlich ins Staunen über die Präzision und das handwerkliche Können jener Menschen, die dieses Bauwerk erschufen. Es ist kaum vorstellbar, welche Leistung hinter der Errichtung eines solchen Monumentes steckt – und noch erstaunlicher, dass es die Jahrtausende nahezu unbeschadet überdauert hat. Voller neuer Eindrücke setzten wir unsere Reise in das Inselinnere fort. Unser Weg führte uns nach Orgosolo, tief hinein in die wilde Bergwelt der Barbagia, die als das Herz Sardiniens gilt. Schon beim ersten Spaziergang durch den Ort wurde deutlich, dass Orgosolo ein ganz besonderer Platz ist. Die Hausfassaden sind mit unzähligen Murales geschmückt – großflächigen Wandgemälden, die Geschichten erzählen. Sie berichten von Traditionen und Bräuchen, vom harten Alltag der Hirten und Bauern, von gesellschaftlichen Veränderungen, politischen Konflikten und dem Freiheitswillen der Menschen dieser Region. An nahezu jeder Straßenecke entdeckten wir neue Bilder, die zum Nachdenken anregten und einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Kultur Sardiniens ermöglichten. So wirkte der gesamte Ort wie ein lebendiges Freilichtmuseum, in dem Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen. Anschließend erwartete uns ein ganz besonderer Höhepunkt des Tages: das traditionelle Hirtenessen. Mitten in der Natur, fernab von Straßenlärm und Hektik, wurden wir herzlich empfangen. Seit Jahrtausenden prägt die Schaf- und Viehzucht das Leben im sardischen Inselinneren, und viele dieser Traditionen werden bis heute gepflegt. In geselliger Atmosphäre genossen wir die Spezialitäten der Region. Zahlreiche Vorspeisen, würziger Pecorino-Käse, frisch gekochtes Lamm und gegrilltes Spanferkel sowie ein abschließender Grappa ließen keine Wünsche offen. Dazu wurden uns die traditionellen „Canti Sardi“ vorgetragen – mehrstimmige sardische Gesänge, die von den sogenannten „Tenores“ a cappella vorgetragen werden. Die kraftvollen und zugleich berührenden Stimmen schufen eine ganz besondere Stimmung und ermöglichten uns einen authentischen Einblick in die kulturellen Wurzeln Sardiniens. Es war ein Erlebnis, das nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele berührte. Am Nachmittag führte uns die Reise weiter in den Nordosten der Insel zur berühmten Costa Smeralda. Unser Hotel „Colonna Du Golf“ liegt malerisch an der Bucht von Cugnana und sollte für die kommenden drei Nächte unser Zuhause sein. Die gepflegte Anlage, eingebettet in eine üppige mediterrane Vegetation mit Myrtensträuchern, Bougainvillea und schattenspendenden Bäumen, vermittelte sofort ein Gefühl von Ruhe und Erholung. Nach einem erlebnisreichen Tag voller Geschichte, Kultur und sardischer Gastfreundschaft bezogen wir unsere Zimmer und ließen den Abend bei einem ausgezeichneten Abendessen entspannt ausklingen. Dabei blickten wir auf einen Tag zurück, der uns das ursprüngliche Sardinien auf besonders eindrucksvolle Weise nähergebracht hatte.
6. Tag – Samstag, 23.05.2026: Panoramaausflug entlang der berühmten Costa Smeralda
Die kommenden zwei Tage mussten wir aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten unseres Busfahrers Andreas auf unseren gewohnten Reisebus verzichten. Doch bereits am Morgen stand mit Manuel ein ortskundiger Fahrer bereit, der uns pünktlich am Hotel abholte und auf eine Entdeckungstour entlang der berühmten Costa Smeralda mitnahm. Diese einzigartige Küstenregion im Nordosten Sardiniens verdankt ihren weltweiten Ruf dem visionären Aga Khan, der das damals noch weitgehend unberührte Gebiet in den 1960er Jahren entdeckte. Aus einer ursprünglichen Küstenlandschaft entstand eine der exklusivsten Ferienregionen Europas, die bis heute Besucher aus aller Welt anzieht. Unser erstes Ziel war Porto Rotondo. Rund um den eleganten Yachthafen entfaltet der Ort eine ganz besondere Atmosphäre, die mondänen Charme mit mediterraner Gelassenheit verbindet. Beim Spaziergang durch die gepflegten Gassen spürten wir sofort das besondere Flair dieses Küstenortes. Ein architektonisches Highlight ist die Kirche San Lorenzo, deren 22 Meter hoher Glockenturm vollständig aus Pinienholz gefertigt wurde. Mit ihrer außergewöhnlichen Gestaltung gilt sie als bedeutendes Beispiel moderner sakraler Architektur und fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein. Anschließend führte uns die Fahrt weiter nach Porto Cervo, dem Herzen der Costa Smeralda. Der Ort gilt als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Region und beeindruckt durch seine stilvolle Gestaltung. Gemeinsam erkundeten wir die verwinkelten Wege und kleinen Plätze des Zentrums, bevor wir die Kirche Stella Maris besuchten. Mit ihren an die Nuraghen erinnernden Türmen und ihrer ruhigen Lage oberhalb des Hafens fügt sie sich wunderbar in die Landschaft ein. Auch im Inneren beherbergt sie einige bemerkenswerte Kunstwerke. Bei unserem Bummel durch Porto Cervo fiel auf, mit welcher Sorgfalt die Architektur an die natürliche Umgebung angepasst wurde. Die Gebäude mit ihren warmen Erdtönen, geschwungenen Formen und blühenden Gärten wirken keineswegs aufdringlich, sondern fügen sich harmonisch in die felsige Küstenlandschaft ein. Trotz der luxuriösen Boutiquen, eleganten Restaurants und beeindruckenden Yachten hat sich der Ort einen gewissen Charme bewahrt und erinnert stellenweise noch immer an ein gewachsenes sardisches Fischerdorf. Auf der berühmten Piazzetta konnten wir das geschäftige Treiben beobachten und einen Eindruck vom exklusiven Lebensstil gewinnen, für den die Costa Smeralda weltweit bekannt ist. Auf dem Rückweg zu unserem Hotel erwartete uns mit San Pantaleo ein weiterer Höhepunkt des Tages. Eingebettet zwischen den markanten Granitfelsen der Gallura liegt dieser malerische Ort wie ein verborgenes Juwel im Hinterland der Küste. Ursprünglich rund um eine kleine Landkirche entstanden, hat sich San Pantaleo seinen ursprünglichen Charakter bis heute bewahrt. Bei unserem Spaziergang durch die engen Gassen entdeckten wir liebevoll restaurierte Häuser, kleine Werkstätten, Galerien und Ateliers. Künstler und Kunsthandwerker prägen das Bild des Ortes ebenso wie die beeindruckende Naturkulisse, die ihn umgibt. Die entspannte Atmosphäre, die blühenden Plätze und der Blick auf die bizarren Granitformationen verliehen diesem Besuch einen ganz besonderen Reiz und bildeten einen gelungenen Kontrast zum mondänen Ambiente der Küstenorte. Am frühen Nachmittag kehrten wir mit vielen schönen Eindrücken in unser Hotel zurück. Nun blieb vor dem Abendessen noch etwas Zeit zur Entspannung. Das angenehme Wetter lud einige von uns sogar zu einem erfrischenden Bad im Pool oder auch im Meer ein. Hinter uns lag ein abwechslungsreicher Tag zwischen exklusiven Yachthäfen, mediterraner Architektur, malerischen Bergdörfern und den faszinierenden Landschaften der Costa Smeralda – einer Region, die Eleganz und Natur auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
7. Tag – Sonntag, 24.05.2026: Tagesausflug zum Inselarchipel La Maddalena
Heute erwartete uns ein weiterer Höhepunkt unserer Sardinienreise. Gemeinsam mit unserem sardischen Busfahrer setzten wir am Morgen von Palau mit der Autofähre auf die Insel La Maddalena über. Schon während der kurzen Überfahrt eröffneten sich herrliche Ausblicke auf das türkisfarbene Meer und die zahlreichen Inseln des berühmten Archipels. Die Maddalenischen Inseln bestehen aus sieben Hauptinseln sowie zahlreichen kleineren Eilanden und stehen seit den 1990er Jahren unter dem Schutz eines Nationalparks. Diese einzigartige Inselwelt zählt zweifellos zu den schönsten Naturregionen des Mittelmeers. Zunächst führte uns die Rundfahrt über eine Brücke auf die Nachbarinsel Caprera. Die zweitgrößte Insel des Archipels beeindruckte sofort durch ihre nahezu unberührte Natur. Dichte Pinienwälder, duftende Macchia, bizarre Felsformationen und kleine, traumhafte Buchten prägen das Landschaftsbild. Das intensive Blau des Meeres bildet dabei einen faszinierenden Kontrast zu den hellen Sandstränden und dem satten Grün der Vegetation. Hier scheint die Natur noch den Ton anzugeben. Mit etwas Glück lassen sich neben zahlreichen Vogelarten auch freilebende Ziegen und Schafe beobachten, die sich frei auf der Insel bewegen. Doch Caprera ist nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Schönheit bekannt. Die Insel ist eng mit dem Leben des italienischen Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi verbunden. Als er Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals hierherkam, war er von der Abgeschiedenheit und Schönheit Capreras so begeistert, dass er sich entschloss, Land zu erwerben und dauerhaft hier zu leben. Nach und nach kaufte er große Teile der Insel und widmete sich bis zu seinem Lebensende der Landwirtschaft und Viehzucht. Sein Wohnhaus, die berühmte „Casa Bianca“, ist heute ein Museum und bewahrt zahlreiche persönliche Gegenstände und Erinnerungen an den bedeutenden Staatsmann. Auch seine letzte Ruhestätte befindet sich noch heute auf dem Anwesen. Zurück auf La Maddalena begann die Fahrt entlang der rund 20 Kilometer langen Panoramastraße, die einmal um große Teile der Insel führt. Hinter nahezu jeder Kurve eröffneten sich neue, spektakuläre Ausblicke auf kleine Buchten, versteckte Strände und das kristallklare Meer. Keine Bucht glich der anderen, und die unterschiedlichsten Blau- und Türkistöne ließen die Küstenlandschaft beinahe wie ein Gemälde erscheinen. Mehrfach legten wir Fotostopps ein, um diese einzigartigen Eindrücke festzuhalten. Besonders die Baia Trinità begeisterte mit ihrem feinen Sandstrand, den glatt geschliffenen Granitfelsen und dem glasklaren Wasser. Hier konnten wir die besondere Ruhe und Schönheit dieser Inselwelt auf uns wirken lassen und einfach den Augenblick genießen. Anschließend erreichten wir die kleine Hafenstadt La Maddalena im Süden der Insel. Mit ihren engen Gassen, den farbenfrohen Häusern und den gemütlichen Cafés strahlt sie einen ganz eigenen Charme aus. Während unserer Mittagspause blieb genügend Zeit, durch die Altstadt zu schlendern, das lebhafte Treiben am Hafen zu beobachten oder einfach bei einem Cappuccino das mediterrane Flair zu genießen. Am Nachmittag brachte uns die Fähre wieder zurück nach Palau. Von dort führte die Fahrt entlang einer aussichtsreichen Küstenstraße zurück zu unserem Hotel. Noch einmal konnten wir die herrlichen Ausblicke auf die zerklüftete Küste und das glitzernde Meer genießen. So klang ein erlebnisreicher Tag voller Natur, Geschichte und unvergesslicher Landschaftseindrücke in entspannter Atmosphäre aus.
8. Tag – Montag, 25.05.2026: Fährüberfahrt nach Korsika und Stadtbesichtigung in Bonifaccio (209 Bus–km)
Heute hieß es Abschied nehmen von Sardinien. Nach erlebnisreichen Tagen auf der Mittelmeerinsel machten wir uns am Vormittag auf den Weg nach Santa Teresa Gallura, dem nördlichsten Ort Sardiniens. Von hier aus setzten wir mit der Fähre über die berühmte Meerenge von Bonifacio nach Korsika über. Das Meer zeigte sich von seiner freundlichen Seite und präsentierte sich ungewöhnlich ruhig. Gerade in dieser Passage können oftmals starke Winde und hohe Wellen die Überfahrt erschweren. So konnten wir die kurze Seereise entspannt genießen und bereits vom Deck aus die ersten spektakulären Ausblicke auf Korsika erleben. Schon aus der Ferne bot sich uns ein beeindruckendes Panorama – die Altstadt von Bonifacio thront auf einem schmalen, steil aus dem Meer aufragenden Kalksteinfelsen und scheint beinahe über den Klippen zu schweben. Dieser erste Anblick zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten Küstenbildern des gesamten Mittelmeerraums. Nach unserer etwas verspäteten Ankunft im Hafen erwartete uns bereits unsere äußerst temperamentvolle und mitreißende Reiseleiterin Laetitia, die uns in den nächsten Stunden mit großer Begeisterung die bewegte Geschichte ihrer Heimatstadt näherbrachte. Ein kleiner Touristenzug brachte uns bequem von der Marina zur mächtigen Zitadelle hinauf. Bei unserem Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt tauchten wir in vergangene Jahrhunderte ein. Wir erkundeten die imposante Zitadelle, spazierten durch die geschichtsträchtige „Straße der zwei Kaiser“, die an Napoleon Bonaparte und Kaiser Karl V. erinnert, und gelangten zur Loggia, die zugleich den Zugang zur Hauptkirche der Altstadt bildet. Hinter jeder Ecke eröffneten sich neue Ausblicke auf verwinkelte Gassen, historische Gebäude und die beeindruckenden Befestigungsanlagen. Besonders unvergesslich blieb jedoch das Panorama über die schneeweißen Kalksteinklippen, die steil ins tiefblaue Meer abfallen. Der Blick reichte bis zum Pertusato-Kap und vermittelte eindrucksvoll die wilde Schönheit Korsikas. Viele von uns verweilten einen Moment, um diese außergewöhnliche Kulisse auf sich wirken zu lassen. Anschließend setzten wir unsere Reise entlang der korsischen Südküste fort. Die Strecke führte vorbei am markanten Löwenfelsen sowie durch die reizvollen Orte Sartène und Propriano. Immer wieder boten sich herrliche Ausblicke auf die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Bergen, Küstenabschnitten und dichten Macchia-Wäldern. Am Abend erreichten wir schließlich Ajaccio, die Hauptstadt Korsikas und Geburtsstadt Napoleons. Unser zentral gelegenes Hotel „du Golfe“ befand sich nur wenige Schritte von der Fußgängerzone entfernt. Entlang der Uferpromenade, auf den belebten Plätzen und in den kleinen Gassen konnten wir somit die besondere Atmosphäre Ajaccios genießen. So begann unser Aufenthalt auf Korsika mit eindrucksvollen Landschaften, bewegender Geschichte und einem der schönsten Stadtpanoramen des Mittelmeers.
9. Tag – Dienstag, 26.05.2026: Stadtführung in Ajaccio (21 Bus–km)
Da unser Hotel unmittelbar am großen Marktplatz von Ajaccio lag, bot sich bereits am Morgen die Gelegenheit zu einem ersten individuellen Bummel über den lebhaften Markt. Zwischen den farbenfrohen Ständen entfaltete sich die ganze Vielfalt korsischer Spezialitäten. Würzige Oliven, aromatische Wurst- und Käsesorten in allen Reifegraden sowie duftende Backwaren lockten die Besucher an. Daneben wurden feinster Nougat, verführerische Éclairs und zahlreiche weitere Köstlichkeiten angeboten. Besonders charakteristisch waren jedoch die heimischen Kräuter der korsischen Macchia, deren intensive Düfte die Luft erfüllten und einen Vorgeschmack auf die wilde Natur der Insel vermittelten. Anschließend trafen wir unsere Stadtführerin Catherine, die uns mit viel Charme und fundiertem Wissen durch die korsische Hauptstadt begleitete. Ajaccio präsentierte sich als eine Stadt voller Kontraste und zugleich großer Harmonie. Breite, von Palmen und Platanen gesäumte Boulevards wechseln sich mit verwinkelten Altstadtgassen ab, während elegante Plätze und großzügige Uferpromenaden mediterranes Lebensgefühl ausstrahlen. Auf Schritt und Tritt begegneten wir dabei dem berühmtesten Sohn der Stadt, Napoleon Bonaparte. Der 1769 hier geborene spätere Kaiser der Franzosen ist bis heute allgegenwärtig und wird von den Einwohnern mit sichtbarem Stolz verehrt. Zu Beginn unserer Rundfahrt fuhren wir entlang der malerischen Küstenstraße in Richtung der Sanguinaires-Inseln. Unterwegs passierten wir den beeindruckenden Meeresfriedhof von Ajaccio, der zu den schönsten Friedhöfen des Mittelmeerraums zählt. Zwischen kunstvoll gestalteten Grabkapellen befindet sich auch die letzte Ruhestätte des beliebten französischen Sängers und Schauspielers Tino Rossi, dessen Lieder weit über Korsika hinaus bekannt wurden. Zurück im Stadtzentrum erkundeten wir die Altstadt zu Fuß. Unser Weg führte zunächst zum Palais Fesch, das auf Initiative von Kardinal Joseph Fesch, einem Onkel Napoleons mütterlicherseits, errichtet wurde. Heute beherbergt das imposante Gebäude eines der bedeutendsten Kunstmuseen Frankreichs und erinnert zugleich an die enge Verbindung der Familie Bonaparte zur Stadt. Beim anschließenden Spaziergang durch das historische Genuesen-Viertel tauchten wir in das alte Ajaccio ein. Enge Gassen, pastellfarbene Fassaden und kleine Plätze verleihen diesem Stadtteil seinen besonderen Charme. Natürlich durfte auch ein Blick auf das Geburtshaus Napoleons nicht fehlen, das heute als Museum zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Leben der Familie Bonaparte bewahrt. Zum Abschluss unseres Rundgangs besuchten wir die Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption. Die im 16. Jahrhundert erbaute Kirche beeindruckt mit ihrer schlichten Eleganz und ihrer warmen Atmosphäre. Besonders bemerkenswert sind die prachtvollen Seitenkapellen und die kunstvolle Innenausstattung. Hier wurde einst auch Napoleon Bonaparte getauft, was der Kathedrale eine besondere historische Bedeutung verleiht. Nach der Stadtführung blieb ausreichend Zeit, Ajaccio auf eigene Faust zu erkunden. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit für einen gemütlichen Bummel durch die Altstadtgassen, andere besuchten eines der zahlreichen Museen oder genossen die entspannte Atmosphäre in einem der Cafés entlang der Plätze und Promenaden. So erlebten wir einen abwechslungsreichen Tag voller Geschichte, korsischer Lebensart und interessanter Einblicke in das Leben einer Stadt, die bis heute untrennbar mit dem Namen Napoleon verbunden ist.
10. Tag – Mittwoch, 27.05.2026: Panoramafahrt Les Calanches mit optionaler Schifffahrt (209 Bus–km)
Der heutige Ausflug führte uns in eine der spektakulärsten Landschaften Korsikas – die berühmte Calanche. Schon die Anreise entlang des Golfs von Sagone bot immer wieder herrliche Ausblicke auf die Küste und das tiefblaue Mittelmeer. Vorbei an der malerischen Stadt Cargèse, die einst von griechischen Siedlern gegründet wurde, näherten wir uns einem der bekanntesten Naturwunder der Insel. Als wir die Calanche erreichten, wurden wir von einer Landschaft empfangen, die beinahe unwirklich erschien. Die bizarren Felsformationen in leuchtenden Gelb-, Orange- und Rottönen ragen hoch über dem Meer empor und bilden einen faszinierenden Kontrast zum intensiven Blau des Wassers. Über Jahrtausende haben Wind, Wasser und Temperaturschwankungen diese einzigartige Felsenwelt geformt. Die sogenannten Tafoni-Verwitterungen schufen dabei Formen, die der Fantasie freien Lauf lassen. So entdeckten wir in den Felsen mit etwas Vorstellungskraft Herzen, Tiere und zahlreiche weitere Figuren. Die Calanche begeisterte uns mit ihrer wilden Schönheit und zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften der gesamten Mittelmeerregion. Anschließend setzten wir unsere Fahrt nach Porto fort. Die kleine Hafenstadt liegt eingebettet zwischen Meer und Bergen in einer Region, die von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurde. Schnell wurde uns klar, warum dieser Landstrich einen solchen Ruf genießt – steile Felswände, einsame Buchten und die unberührte Natur schaffen eine Landschaft von außergewöhnlicher Schönheit. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zu einer Bootsfahrt entlang der Küste bis zum Capo Rosso. Die markante, rot schimmernde Halbinsel ragt weit ins Meer hinaus und wird von steilen Klippen geprägt, die zu den höchsten Europas zählen. Vom Wasser aus boten sich beeindruckende Perspektiven auf die Felsformationen, versteckte Grotten und die zerklüftete Küstenlandschaft – ein unvergessliches Naturerlebnis. Gut gelaunt führte uns die Reise anschließend weiter ins korsische Bergland. Hoch über der romantischen Spelunca-Schlucht schlängelte sich die Straße durch eine beeindruckende Landschaft. Die Schlucht wurde über Jahrtausende von den Flüssen Aitone und Tavulella geformt und begeistert mit ihren steilen Felswänden, klaren Gebirgsbächen und üppigen Wäldern. Unterwegs begegneten wir sogar einigen korsischen Wildschweinen und anderen frei lebenden Tieren, die diese ursprüngliche Region ihr Zuhause nennen. Immer höher führte uns die Fahrt schließlich zum Col de Vergio. Mit 1.470 Metern ist er die höchste Passstraße Korsikas und verbindet die Westküste mit dem Inselinneren. Die kurvenreiche Strecke führte durch ausgedehnte Pinien- und Kastanienwälder und eröffnete immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berge. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Durchquerung der Scala di Santa Regina. Die rund fünfzehn Kilometer lange Schlucht zählt zu den eindrucksvollsten Straßenabschnitten der Insel. Die in den steilen Berghang gehauene Straße folgt dem Tal des Flusses Golo und windet sich durch eine faszinierende Felsenlandschaft. Gewaltige Granitwände, schroffe Felsformationen und immer neue Ausblicke machten diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis. Am Abend erreichten wir schließlich die Nordküste Korsikas und unser Hotel „L’Escale Côté Port“ in L’Île-Rousse. Die Stadt verdankt ihren Namen der vorgelagerten roten Felseninsel La Pietra, deren Granitfelsen besonders im Licht der untergehenden Sonne in warmen Rottönen leuchten. Über einen Damm ist die Insel heute mit dem Festland verbunden und prägt das charakteristische Bild des Ortes. In dieser wunderschönen Umgebung bezogen wir unsere modernen Zimmer für die kommenden zwei Nächte. Nach einem Tag voller beeindruckender Naturerlebnisse, spektakulärer Landschaften und unvergesslicher Ausblicke ließen wir den Abend entspannt ausklingen und genossen die besondere Atmosphäre der korsischen Nordküste.
11. Tag – Donnerstag, 28.05.2026: Ausflug zum Cap Corse – Bastia (297 Bus–km)
Heute erwartete uns ein weiterer Höhepunkt unserer Korsika-Reise: die Erkundung des berühmten Cap Corse, jener markanten Halbinsel im Norden der Insel, die aufgrund ihrer Form oft als der „Finger von Korsika“ bezeichnet wird. Diese Region gilt als eine der ursprünglichsten und landschaftlich reizvollsten Gegenden der gesamten Insel. Unsere Fahrt führte zunächst vorbei an der beeindruckenden Agriates-Wüste. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um eine Wüste im eigentlichen Sinne, sondern um eine weitläufige, nahezu unberührte Landschaft aus felsigen Hügeln, tief eingeschnittenen Tälern und dichter mediterraner Macchia. Die wilde Schönheit dieser Gegend vermittelte bereits zu Beginn des Tages einen Eindruck von der Ursprünglichkeit Korsikas. Eigentlich hätten wir das Cap Corse auf direktem Weg über Saint-Florent erreicht. Aufgrund einer beschädigten Brücke mussten wir jedoch unsere Route anpassen und stattdessen die Passstraße über den rund 500 Meter hohen Col de Teghime wählen. Dies erwies sich jedoch als glückliche Fügung, denn vom Pass aus bot sich ein außergewöhnliches Panorama. Auf der einen Seite lag die Bucht von Saint-Florent mit ihrem tiefblauen Wasser, auf der anderen Seite schweifte der Blick über die Küstenebene bis hin zur Hafenstadt Bastia. Die Aussicht machte deutlich, wie schmal Korsika an dieser Stelle ist und wie eindrucksvoll Meer und Gebirge hier aufeinandertreffen. Weiter führte unser Weg durch das renommierte Weinanbaugebiet Patrimonio, das für seine ausgezeichneten korsischen Weine bekannt ist. Zwischen sanften Hügeln, gepflegten Weinbergen und kleinen Dörfern zeigte sich die Insel von ihrer genussvollen Seite. Über das malerisch auf einem Felsvorsprung gelegene Dorf Nonza fuhren wir schließlich an der spektakulären Westküste des Cap Corse entlang. Die kurvenreiche Küstenstraße eröffnete immer wieder grandiose Ausblicke auf das Meer, die steilen Klippen und die zerklüftete Landschaft. Unser Ziel war die berühmte Mühle von Mattei, das Wahrzeichen des Cap Corse. Hoch über der Küste gelegen, bietet dieser historische Ort einen der schönsten Aussichtspunkte der Region. Bei einem kleinen Spaziergang genossen wir die frische Meeresluft und ließen die beeindruckende Kulisse auf uns wirken. Das Zusammenspiel von schroffen Bergen, tiefblauem Wasser und den unzähligen Grüntönen der Macchia machte diesen Ort zu einem besonderen Erlebnis. Im weiteren Verlauf unserer Rundfahrt erreichten wir Macinaggio an der Nordostküste der Halbinsel. Der kleine Hafenort strahlt mit seiner Promenade, den Fischerbooten und den Segelyachten eine angenehme Ruhe aus. Hier legten wir einen kurzen Aufenthalt ein und konnten das entspannte Flair dieses Küstenortes genießen. Anschließend folgten wir der Ostküste des Cap Corse südwärts. Immer wieder begegneten uns die charakteristischen genuesischen Wachtürme, die einst zum Schutz vor Piratenangriffen errichtet wurden und bis heute stumme Zeugen einer bewegten Vergangenheit sind. Die abwechslungsreiche Küstenlandschaft mit ihren kleinen Buchten, Dörfern und Weinbergen begleitete uns auf dem Weg nach Bastia. In der lebhaften Hafenstadt angekommen, unternahmen wir noch einen gemeinsamen Spaziergang durch die Altstadt. Unser Weg führte uns schließlich zum Alten Hafen, der zweifellos als der malerischste Teil Bastias gilt. Die bunten Fassaden der Häuser spiegelten sich im Wasser, kleine Cafés säumten die Uferpromenade und Fischerboote schaukelten sanft im Hafenbecken. In dieser besonderen Atmosphäre ließen wir einen erlebnisreichen Tag ausklingen, der uns die landschaftliche Vielfalt und den unverwechselbaren Charakter des Cap Corse auf eindrucksvolle Weise nähergebracht hatte.
12. Tag – Freitag, 29.05.2026: Balagne – Nachtfähre ab Bastia (163 Bus–km)
Unser letzter Tag auf Korsika begann ganz entspannt. Nach einem gemütlichen Frühstück blieb noch etwas Zeit, um L’Île-Rousse auf eigene Faust zu erkunden. Die Stadt wirkt moderner und großzügiger angelegt als viele andere korsische Orte. Sie wurde einst von Pasquale Paoli als Gegenstück zum genuesisch geprägten Calvi gegründet. Mittelpunkt der Stadt ist der weitläufige Place Paoli mit seinen schattenspendenden Platanen, der kleinen Markthalle und dem Denkmal des korsischen Nationalhelden. Rund um den Platz laden zahlreiche Cafés, Geschäfte und Restaurants zum Verweilen ein, und so konnten wir noch einmal die entspannte Atmosphäre Korsikas genießen. Anschließend hieß es Abschied nehmen von unserem Hotel, und wir machten uns auf den Weg durch die fruchtbare Balagne, die aufgrund ihrer üppigen Vegetation auch als „Garten Korsikas“ bezeichnet wird. Unser erstes Ziel war das malerische Bergdorf Sant’Antonino. Schon die kurvenreiche Auffahrt bot spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Landschaft und das Meer. Hoch oben auf einem Felsrücken gelegen, wirkt Sant’Antonino tatsächlich wie ein Adlernest. Bei unserem Spaziergang durch die engen, verwinkelten Gassen schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Natursteinhäuser, kleine Durchgänge und versteckte Plätze verleihen dem Dorf seinen ganz besonderen Charme. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für eine kleine Erfrischung und genossen in der örtlichen Kellerei Clos Antonini ein Glas frisch gepressten Zitronensaftes. Ob Sant’Antonino tatsächlich das älteste Dorf Korsikas ist, wie die Einwohner voller Überzeugung behaupten, lässt sich schwer sagen. Dass es jedoch zu den schönsten Orten der Insel gehört, darüber herrschte in unserer Gruppe große Einigkeit. Nicht ohne Grund zählt es offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die Weiterfahrt führte uns anschließend nach Calvi. Immer wieder eröffneten sich unterwegs beeindruckende Panoramablicke auf die zerklüftete Küste, das glitzernde Meer und die umliegenden Berge. In Calvi angekommen, erblickten wir zunächst die mächtige Zitadelle, die hoch über dem Hafen thront und das Stadtbild prägt. Von ihren Mauern boten sich noch einmal herrliche Ausblicke auf die Bucht und die umliegende Landschaft. Der Legende nach soll sich in Calvi das Geburtshaus von Christoph Kolumbus befinden. Zwar beanspruchen auch andere Städte diese Ehre für sich, doch die Einwohner Calvis sind von dieser Überlieferung bis heute überzeugt. Beim Bummel durch die Gassen der Alt- und Unterstadt blieb genügend Zeit, letzte Souvenirs für Familie und Freunde zu erwerben oder bei einem gemütlichen Mittagessen noch einmal die korsische Küche zu genießen. Langsam näherte sich nun das Ende unserer Reise. Über Ponte Leccia führte unser Weg weiter nach Bastia, dem Ausgangspunkt unserer Rückfahrt auf das europäische Festland. Einen letzten Halt legten wir an der berühmten Ponte Novu im Tal des Golo ein. Hier fand im Mai 1769 die entscheidende Schlacht zwischen den korsischen Unabhängigkeitskämpfern unter Pasquale Paoli und den französischen Truppen statt. Die Niederlage der Korsen besiegelte damals das Ende der korsischen Unabhängigkeit und den Übergang der Insel an Frankreich. Noch heute gilt die Brücke als ein bedeutender Erinnerungsort der korsischen Geschichte. Ein kleiner Sektempfang mit feinem Gebäck bildete schließlich einen würdigen Abschluss unseres Aufenthalts auf Korsika. Gemeinsam ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und erinnerten uns an die vielen beeindruckenden Landschaften, historischen Orte und besonderen Begegnungen, die diese Reise so abwechslungsreich gemacht hatten. Am Abend gingen wir an Bord der Fähre „Mega Serena“. Nun hieß es endgültig Abschied nehmen von Korsika. Eigentlich sollte die Fähre bereits um 20 Uhr ablegen, doch aufgrund einiger Verzögerungen verließen wir den Hafen von Bastia erst gegen 21 Uhr. Während die Lichter der Stadt langsam hinter uns verschwanden und die korsische Küste immer kleiner wurde, blickten viele noch einmal auf die Insel zurück. Trotz der Verspätung wurde uns versichert, dass wir Toulon am nächsten Morgen planmäßig erreichen würden. Bei einem schmackhaften Abendessen an Bord ließen wir schließlich die letzten Stunden dieser erlebnisreichen Reise gemütlich ausklingen und nahmen Abschied von einer Insel, die uns mit ihrer beeindruckenden Natur, ihrer bewegten Geschichte und ihrer besonderen Atmosphäre nachhaltig begeistert hatte.
13. Tag – Samstag, 30.05.2026: Ankunft in Toulon – Fahrt nach Südtirol (724 Bus–km)
Am frühen Morgen erreichten wir nach der nächtlichen Überfahrt nahezu planmäßig gegen 8 Uhr den Hafen von Toulon. Während die ersten Sonnenstrahlen die Küste in warmes Licht tauchten, verabschiedeten wir uns langsam vom Mittelmeerraum und machten uns auf den Weg in Richtung Heimat. Unsere Route führte zunächst entlang der berühmten Côte d’Azur. Vorbei an den bekannten Orten Cannes, Nizza und Monaco konnten wir noch einmal die herrliche Küstenlandschaft der französischen Riviera genießen. Das glitzernde Meer, die malerischen Küstenabschnitte und die mondänen Städte begleiteten uns auf den ersten Kilometern dieses Reisetages. Anschließend erreichten wir die italienische Riviera und setzten unsere Fahrt entlang der ligurischen Küste fort. Kurz vor Genua verließen wir das Mittelmeer und überquerten einen Teil der Ligurischen Alpen. Die Landschaft wandelte sich nun spürbar: Aus den Küstenregionen wurden sanfte Hügel und schließlich die weiten Ebenen Norditaliens. Durch die fruchtbare Poebene führte unser Weg vorbei an den Städten Piacenza und Cremona. Während die Landschaft ruhig an uns vorbeizog, blieb ausreichend Zeit, die vielen Eindrücke der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Erinnerungen an die türkisfarbenen Buchten Sardiniens, die wilden Berglandschaften Korsikas, historische Städte und unvergessliche Ausblicke begleiteten unsere Gespräche und sorgten für manche schöne Rückschau auf die gemeinsame Reise. Im weiteren Verlauf führte uns die Strecke durch das Etschtal nach Südtirol. Umgeben von Weinbergen, Obstgärten und den beeindruckenden Gipfeln der Alpen erreichten wir schließlich Auer an der Südtiroler Weinstraße. Dort wurden wir bereits herzlich in unserem Hotel „Heide“ erwartet. Zum Abschluss unserer Reise erwartete uns noch ein ganz besonderer Abend. Bei angenehm milden Temperaturen nahmen wir unser letztes gemeinsames Abendessen auf der gemütlichen Hotelterrasse ein. In unmittelbarer Nähe des Pools und umgeben von der entspannten Atmosphäre eines lauen Frühlingsabends genossen wir noch einmal die gemeinsame Zeit. Bei gutem Essen, einem Glas Wein und vielen netten Gesprächen ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren. Es wurde gelacht, erinnert und erzählt – von besonderen Begegnungen, beeindruckenden Landschaften und den vielen kleinen Momenten, die diese Reise so einzigartig gemacht hatten. So klang ein wunderbarer Abschlussabend in entspannter und herzlicher Atmosphäre aus und bereitete uns langsam auf die Heimreise am nächsten Tag vor.
14. Tag – Sonntag, 31.05.2026: Rückreise nach Deutschland (bis Dresden = 776 Bus–km)
Die Rückfahrt nutzten wir, um noch einmal die zahlreichen Eindrücke der vergangenen zwei Wochen Revue passieren zu lassen. Hinter uns lagen abwechslungsreiche Tage auf zwei faszinierenden Mittelmeerinseln, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Sardinien begeisterte uns mit seinen traumhaften Küstenlandschaften, den Zeugnissen einer jahrtausendealten Geschichte und seiner herzlichen Gastfreundschaft. Korsika wiederum faszinierte mit seiner wilden Bergwelt, den spektakulären Küstenabschnitten und seinem ganz eigenen Charakter. Gemeinsam durften wir viele unvergessliche Momente erleben: beeindruckende Naturwunder, geschichtsträchtige Städte, kulinarische Genüsse und zahlreiche Begegnungen, die diese Reise zu etwas Besonderem gemacht haben. So mancher Blick aus dem Busfenster, so manche gemeinsame Mahlzeit und so manches Gespräch werden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Am frühen Abend erreichten wir schließlich gegen 19.30 Uhr wieder den Flughafen Dresden – den Ausgangspunkt unserer 14-tägigen Entdeckungsreise durch Sardinien und Korsika. Hier hieß es nun endgültig Abschied nehmen und die Heimreise individuell fortzusetzen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unserem Buschauffeur Andreas, der uns während der gesamten Reise stets sicher, zuverlässig und mit viel Ruhe über die Straßen Sardiniens, Korsikas sowie durch Frankreich, Italien und Südtirol chauffiert hat. Sein Einsatz und seine Professionalität haben wesentlich zum Gelingen dieser Reise beigetragen.
Ebenso bedanken wir uns herzlich bei allen Mitreisenden für die angenehme Gemeinschaft, die vielen schönen Gespräche und die stets gute Stimmung während der gesamten Reise.
Wir wünschen Ihnen/Euch allen für die Zukunft alles Gute, vor allem Gesundheit, viele schöne Momente und weiterhin große Freude am Reisen. Es hat uns viel Spaß gemacht, diese Reise gemeinsam mit Ihnen/Euch zu erleben, und vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja schon bald wieder auf einer neuen Entdeckungstour.
Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal!
Ihr/Euer Buschauffeur Andreas
& Ihre/Eure Reiseleiterin Katrin
Meine nächsten Reisen:
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