Wo selbst die Fische ein anderes Tempo haben
Reisebericht: 28.09. – 12.10.2026
Am Anfang fragte ich in die Gruppe, was macht eine Reise zur gelungenen Reise?
da jeder mit anderen Erwartungen in das Abenteuer Kroatien gegangen ist, seien wir gespannt auf das Endergebnis.
Ein Reisebericht von
Michael Rass
Am Anfang stand Kroatien
Anreisen zum Urlaubsdomizil, so einfach wie es klingt, könnte unter Umständen spannend enden. Besonders bei Flugreisen.
Wenig geschlafen wegen dem Adrenalin und der Freude auf die bevorstehende Reise. Das frühe Aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein.
Der Online Check In, tags zuvor, hatte auch schon etwas Nerven gekostet, besonders, wenn man ihn nicht jeden Tag macht, sondern zum Erstenmal.
Gepäckaufgabe, überstandene Sicherheitskontrolle, der Druck fällt, man wird entspannt.
Man schlendert anschließend gemütlich durch das breit gefächerte Angebot im zollfreien Gebiet des Flughafens. Trinkt da und dort einen Kaffee, prüft ab und zu die Anzeigetafeln der Abflüge, ob man sich noch am richtigen Abfluggate befindet und irgendwann heißt es dann Boarding.
Fein säuberlich geordnet nach deutscher Ordnung. Zuerst Familien mit Kinder, dann Premium und Notausstiegssitzplätze, dann Businessclass und letztendlich auch die „Holzklasse“.
Wenn man Glück hatte, so wie wir, hatte man etwas mehr Beinfreiheit und man konnte die Beine lang machen. Besonders glücklich sind dabei große Menschen.
Irgendwann kommt man dann an und irgendwie beginnt das Herz wieder schneller zu schlagen.
Der Auslöser, komische Gedanken steigen in den Kopf. Man versucht sie zu verdrängen, geht aber nicht so einfach, wie man es vielleicht meint.
Friedlich grüßt das Kofferband, noch dreht es sich nicht, aber wenn es startet, dann steigt das Adrenalin im Körper. Erleichterung, wenn der eigene Koffer sichtbar wird, Zweifel, wenn er nicht erscheint. Hoffen und Bangen vermischen sich und irgendwann steht man vor der Wahrheit. Das Band steht still und man stellt fest, da fehlt doch was. Kein Koffer weit und breit.
So geschehen, bei der Hälfte der Gruppe, acht Koffer fehlten. Aber nicht nur diese acht, sondern der halbe Flieger war ohne Koffer.
Aufregung, Herzklopfen, Überforderung, und im geheimen Inneren mehr oder weniger Ärger.
Aller Ärger und Schimpfen half jedoch nichts, weil es die Situation nicht änderte. Unsere Gruppe war nicht allein betroffen.
„Nema Problema“, die ersten Wörter, die man zwingend in Kroatien verinnerlichen sollte und das Zweite ist „moze“, in der Steigerung “Moze, Moze“.
Das Personal am Lost and Fund-Schalter ist an diesem kleinen Flughafen eher an einen ruhigen Job gewohnt, doch heute waren sie überfordert mit der Hilfe beim Ausfüllen der Formulare für die nicht gelieferten Koffer.
Aber alles kein Problem und es wird alles erledigt. Es dauert nur, Stunden, Tage, Wochen, so genau weiß man das nicht, nema problema, aber es wird erledigt, moze. Online per Scan mit QR-Code war dies auch möglich, kostete aber genauso viel Zeit.
Nach gut 1 Stunde war alles ausgefüllt und unser wartender Busfahrer Boris konnte uns umgehend ins Hotel bringen.
Den angestauten Ärger konnte man anschließend mit dem All Inklusive-Paket des Hotels an der Bar hinunterspülen.
Die Koffer wurden auch nicht zwingend benötigt, denn die Temperaturen ließen es zu, dass man nicht unbedingt Schlafklamotten brauchte und die Zähne konnten auf Balkanart mit Schnaps geputzt werden.
Am Tor zu Dalmatien
Frohgelaunt begann der Morgen mit einem köstlichen und reichhaltigen Frühstück.
Meri, die Stadtführerin von Zadar, holte uns am Hotel ab.
Auf ihrer gut eineinhalbstündigen Führung zeigte sie uns die von Römern wiederaufgebaute Stadt.
Zwei große Hauptstraßen führen von Süd nach Nord, ein riesiges Forum Romanum, die Kathedrale der heiligen Anastasia in der Mitte der Altstadt und die berühmte Kalelarga von Ost nach West. Alles verbunden mit in der Sonne glänzenden und von millionen Schuhsohlen glattgeschliffenen Steingassen. Unzählige schmucke, kleine Läden, Cafes und Eisdielen luden zum Stöbern und Verweilen ein.
Zeit sollte man ebenfalls mitbringen und sich auf die Stufen der Meeresorgel setzen.
Im Zuge der Neugestaltung der „Nova Riva“ gelang es Nikola Basic 2005 den Wellen der Adria eine Melodie zu entlocken.
Man sitzt auf den Stufen und genießt den Sonnenuntergang, der als einer der Schönsten der Welt gilt, dachte sich Basic und vollendete diesen Gedanken mit seinem lieben Gruß an die Sonne. Spannender und romantischer wird diese Szenerie mit Einbruch der Dunkelheit, wenn das Meer singt und die Sonne in den schönsten Farben leuchtet.
Dominikanermönche waren immer schon erfinderisch und als ihnen eines Tages die säuerliche Kirschsorte Maraska zu eintönig wurde, begannen die Klosterbrüder mit der Kirsche ein bißchen herum zu experimentieren. Es muss schon gut gerochen haben in den Laboren hinter den Klostermauern, als man die Früchte gekocht hatte. Probiert wurde alles, auch das Destillat. Ein ige der frommen Brüder waren bestimmt mit der Gottesgabe des ausgeprägten Geschmackssinns ausgestattet und so konnte der Geschmack noch verfeinert werden mit zerkleinerten Kirschkernen für den leichten Bittergeschmack und Zucker.
Geboren war ein exzellentes Tröpfchen, der Maraschino und weil Mönche immer schon eine geistige Menschen sind, basiert das Getränk auf 30% Alkohol.
Der Tag war schön und heiß. Im Anblick des Velebitgebirges brachte uns Boris noch auf die berühmte Insel Pag.
Eine knapp 300m lange Brücke verbindet das Festland mit der Insel, die bei heftigen Borawinden eine zeitlang geschlossen wird.
Auf einer kleinen Anhöhe konnten wir uns einen Überblick über die Insel machen.
Pag selbst ist im Süden steinreich.
Keine Bäume, kaum Gestrüpp, nur ein paar Kräuter. Dazwischen Schafe, die auf den kargen Böden nach Nahrung suchten.
Aus den paar Litern Milch, die diese zähe Rasse gibt, entsteht der berühmte Paski sir, ein würziger Hartkäse.
Auf einem Aussichtpunkt oberhalb der Stadt hatte man einen herrlichen Blick auf die Stadt Pag selbst und auf die nahen Salzfelder, wo heute immer noch Salz abgebaut wird, teilweise noch in Handarbeit.
Während der Freizeit in Pag hatte man die Gelegenheit, die Spezialitäten zu probieren. Den heimischen Schafskäse mit einem Glas Rotwein oder das handgeschöpfte Salz mit einem sehr ausgeprägtem Aroma und seiner besonderen mineralischen Zusammenstellung.
Oder man saß in einem Kaffee am Strand und genoss den Blick auf den Hafen.
Wo Winnetou badete
Dass Kroatien schöne und spannende Flecken hat, wusste wohl schon Harald Reinl.
Jeder berühmte Regisseur, der uns in den 1960igern die berühmten Winnetou-Filme in die Kinos und TV´s brachte.
Einen dieser bewundernswerten Naturoasen besuchten wir heute im Nationalpark Krka, unweit von Sibenik, in dem Reinl den Apachenhäuptling in die Fluten springen ließ.
Sieben markante Wasserfälle überwindet der Fluss von seiner Quelle bis hierher und speiste einst 30 Wassermühlen. Heute ist nur noch eine für Besucher zugänglich, in der sich eine Ausstellung aus der noch aktiven Zeit befindet. Die anderen getarnt als Souvenierläden oder Restaurants.
Ging man über die gut ausgebauten Wege aus Holzstegen, Brücken und Naturpfaden konnte man feststellen, dass auch hier der überaus heiße Sommer seine Spuren hinterlassen hatte.
Ganze Wasserläufe waren ausgetrocknet und in den Bächen floß auffallend wenig Wasser.
Faszinierend die Vegetation. Farben von leuchtendem Grün bis in die herbstlichen Brauntöne.
Eine magische und fast unheimliche Szene, ganze Bäume umwickelt und verflechtet mit armdickem Efeugewächs, das sich wie ein Zelt über unsere Köpfe legte.
Wer ganz genau hinschaute, konnte an den spärlichen Wasserläufen die gut getarnten Frösche erkennen.
Im klaren Wasser bewegten sich die Fische mit einer bemerkenswerten Geschmeidigkeit langsam hin und her. Keine Eile oder Hektik. Vermutlich merken sie den Herbst und spüren schon den Beginn der ruhigeren Jahreszeit.
In den Wäldern, vereinzelt ganze Felder voll rosa blühender Alpenveilchen.
Der markante über 400 Jahre alte weiße Maulbeerbaum steht noch immer wie ein Wächter vor einer Ruine einer Wassermühle
Auf der Brücke über den See des Skradinski buk herrschte Massenandrang. Jeder erhoffte sich den besten Blick auf den größten und letzten Wasserfall, der hier über 17 Kaskaden 46m herunter stürzt. Und natürlich auch auf das beste Foto. Dass dabei so manches Gerät in den Fluten versank, konnte man bei genauem Hinsehen schon entdecken.
Den Fischen im Wasser schien das nicht zu beeindrucken. Mit Seelenruhe ließen sie sich im Schwarm von der Strömung treiben, quer über den See, unter der Brücke durch, wieder quer über den See und nochmal durch die Brücke zum Ausgangspunkt zurück.
Ohne großen Kraftaufwand, alle in Reih und Glied und immer schön im Kreis.
Wahrlich, hier haben sogar die Fische ein anderes Tempo drauf.
Dass der Ort was Besonderes hat, wusste vor Herrn Reinl auch schon das österreichische Kaiserpaar Franz und Sissi. Denn am schönsten Aussichtspunkt steht die Sissikanzel.
Zum Abschluss unseres Rundganges durch den Park, sollte man sich auf jedenfall noch einen Kaffee in einem der Restaurants leisten und mit bei einem wunderbaren Blick auf die Krka die vergangenen Stunden Revue passieren lassen.
Zwei Tage nachdem in Amerika die ersten Glühbirnen leuchteten, dank Herrn Tesla, leuchteten sie auch in Sibenik. Noch heute ist die erste Glühlampe zu sehen, die die nächtlichen Gassen der Stadt erhellt hatte.
Und viele weitere, kleine, ja fast unscheinbare versteckte Attraktionen zeigte uns Anita, die Kuratorin der Stadt.
Normale Touristen gehen vermutlich achtlos daran vorbei, oder denken nicht weiter nach, welchen Sinn diese Gebilde haben.
Das Ellenmaß ist so ein Beispiel. Auf der einen Seite das der Venezianer und daneben das der Stadt Sibenik.
Oder die Wasseruhr. Im ersten Moment denkt man, na ja, wieder so ein Springbrunnen. Betrachtete man ihn aber genauer, zeigte er die korrekte Uhrzeit an, sogar die Sekunden. Ein großartiges Kunstwerk aus dem Atelier Lyra.
Manche Häuser hatten runde Hausecken, anderen nicht. Und diese runden Ecken waren noch unterschiedlich hoch. Alles hat hier eine Bedeutung.
Die Pest vernichtete im 17. Jahrhundert halb Europa, auch Sibenik war stark betroffen. Zwei winzige unscheinbare Steinformen erinnern noch heute daran, wie die Menschen damals erkennen konnten, ob in der Stadt Krankheit herrschte oder nicht.
Welche Kraft Gebete in der heutigen Zeit haben, beweisen seit über 400 Jahren die Benediktinerinnen. Das einzige noch aktive Kloster in Sibenik. Denn hier wird täglich für ein bestimmtes Ereignis gebetet. Und solange hier gebetet wird, solange bleibt das Kloster auch bestehen.
Welche Bewandtnis hatte es mit der „Fettigen Straße“ und daneben die schöne Kalelarga? Eine spannende Stadtführung.
Kalelarga hatten wir auch schon in Zadar kennengelernt.
Noch eine weitere Attraktion an Straßen war die Poljana. Dort war in Zeiten der Römer genau vorgeschrieben, wer wo gehen musste und dies war sogar durch Steine gekennzeichnet. Da herrschte noch Zucht und Ordnung, man konnte nicht einfach so wild herumlaufen. Die Soldaten mussten rechts gehen, Verheiratete durften die breite Mitte benutzen und die linke Seite gehörte den Ledigen.
Ledige wollen sich natürlich immer irgendwie finden und um festzustellen ob ein hübsches Mädchen einen strammen Burschen mag oder nicht gab es in der Vergangenheit ein einfaches aber klares Ritual mit dem umgedrehten Flirthut.
Anitas Großeltern lernten sich noch so kennen. Bei Anita war es moderner. Anstatt dem Flirthut benutzte er ein Baseballcap. Ob richtig aufgesetzt oder verkehrt mit Schild nach hinten wurde nicht verraten. Gewirkt hatte es trotzdem.
Kroatien ist ein Land der Herzlichkeit und der Offenheit Fremden gegenüber. Das durfte unsere Gruppe bei einem spontanen Willkommensgruß von zwei einheimischen Frauen erfahren, als wir uns auf den Weg zur Innenstadt befanden. Sie freuten sich, dass wir hier waren und unsere Gruppe war etwas erstaunt über den freudigen Empfang und wusste im ersten Moment nicht so recht, was da geschah.
Ein wirklich interessanter Tag ging zu Ende, in dem man die Natur, die Gelassenheit, die Sponatanität, die Kraft des Glaubens und auch Lustiges erleben konnte.
Ein Tag am Silbersee
Acht Nationalparks gibt es in ganz Kroatien. Heute erkundeten wir den Zweiten und in machen Augen auch den Berühmtesten.
Eine phänomenale Kombination aus Seen mit Inseln, Travertinbarrieren, Wasserfallkaskaden, Höhlen und Büscheln von Seegras und Schilf.
Ein einziger großer Schatz der Natur und der berühmte Silbersee aus dem Roman von Karl May und in Szene gesetzt durch die beiden Freunde Winnetou und Old Shatterhand.
Emanuel, der gebürtige Schweizer führte uns in seiner fröhlichen Art durch diese grandiose Naturgewalt.
Der Sommer mit seiner Hitze, 2 Monate kein Regen und Temperaturen um die 40 Grad führten hier zu größeren Schäden in der Natur. Viele Bäume waren verdorrt, braun und trocken. Ob sie im Frühjahr wieder austreiben, bleibt abzuwarten.
Die Hitze führte auch zu einem Einbruch der Besucherzahlen, was zum einen gut für die Natur war und für die Guides im Park, da alles überschaubarer war und weniger zerstört wurde, aber schlechter für die Staatskasse wegen ausbleibender Einnahmen. Auffällig war, dass vor allem deutsche Besucher ausblieben.
Wenn auch weniger Wasser, der große tosende Wasserfall hatte nur 5% seiner eigentliche Größe und glich eher einem Rinnsal, war die Wanderung durch den Park doch ein Highlight.
Die Fische hier schienen fast zu schlafen, ein kleiner Hecht wartete vermutlich auf Beute oder sonnte sich gerade.
Kroatien, eine Land, indem sogar die Fische ein anderes Tempo haben.
Die Schwalben waren schon verschwunden und die noch lebende Vegetation erstrahlte in den schönsten Herbstfarben.
Der Silbersee machte seinen Namen alle Ehre, denn aus der Höhe betrachtet glänzte seine Oberfläche wie millionen Sterne, wodurch er auch für den Film seinen Namen bekam.
Natürlich durfte der Anblick der Schatzhöhle und der Räuberhöhle aus dem Film nicht fehlen.
Daneben die Erinnerungstafel der Milka Trnina, die den Erlös ihres Abschiedskonzertes dem Erhalt der Plitwitzer Seen spendete.
Wir verließen die unteren Seen, überquerten mit dem Elektroboot den Ziegensee und begannen unsere Runde im schönsten Teil des Rundwanderweges.
Das erste Highlight, nachdem man die Holzstege erklommen hatte war der „Große Prštavac“, der Wasserfall, vor dem Old Shatterhand auf einem Pferd saß.
Viele kleine Besonderheiten konnten wir auf dem Rundweg entdecken.
Wasser, das aus einem Loch im Felsen strömte, oder aus einem Loch herauskam und nie den Boden erreichte, weil es vorher wieder in einem Loch im Felsen verschwand.
Der berühmte „Duschkopf“, aus dem das Wasser wie aus einer Dusche herausläuft.
Einzigartig, wie die Natur hier wirkt mit ihren Travertinbarrieren. Durch den Kalk versteinern im Laufe der Zeit die Gräser und Moose an den Felsen, brechen irgendwann ab, bilden neue Barrieren und der ursprüngliche Wasserlauf verändert sich.
Wenn man auch schon mehrmals die Plitwitzer Seen besucht hatte, immer wieder entdeckt man Neues und so bleiben sie für immer ein Mysterium und einfach faszinierend.
Westlich von Santa Fé
Die letzte Nacht in einem Tophotel, das keine Wünsche offen ließ, das von der Gruppe als das Beste bezeichnet wird und von dem der Abschied besonders schwer fiel.
Eine Gruppe Spanier kam zum Abend hin noch am Hotel an und die hatten scheinbar etwas zu feiern. Die Party ging bis 2 Uhr morgens. Man konnte sich überlegen, im Bett zu bleiben und irgendwie versuchen zu schlafen, oder einfach mitmachen. Getränke wären frei gewesen, war ja all inklusive.
Nach dem reichhaltigen exzellenten Frühstück ein letztes Mal unser Lunchpaket, dann ging es auf große Tour nach Süden nach "Santa Fé" und in ein neues Hotel.
Entlang der Küstenstraße lenkte Boris seinen Bus bis Trogir.
Ja, die berühmte Magistrale, in den 60igern des vorigen Jahrhunderts ein Meisterwerk des Straßenbaus, heute natürlich dem Verkehr und den größeren Fahrzeugen nicht mehr gewachsen. Langsam fahrende Fahrzeuge – okay, viele sind Touristen, schauen die Landschaft an und vergessen, dass sie Verkehrsteilnehmer sind, andere mieten ein Auto und sind noch nicht mit der Funktionsweise und Abmessungen des Fahrzeuges vertraut, andere haben Angst wenn größere Fahrzeuge entgegenkommen. Und dann kommen noch die Baustellen hinzu.
Wegen diesem Umstand heraus, beschlossen wir nach der Stadtführung in Trogir die Autobahn nach Neum zu nehmen. Auch deshalb, weil man nie genau sagen kann, wie lange dauert die Grenzabfertigung nach Bosnien. Hier wird genau kontrolliert, ist ja EU-Aussengrenze.
Bevor man nach Trogir kommt, macht es Sinn an der Sibenikbrücke zu halten. Zum einen wegen WC und zum anderen wegen dem herrlichen Ausblick auf Sibenik, den Ausblick auf die Muschelbänke und der Mündung der Krka in die Adria.
Leider musste bei den WC´s die Dixikloos benutzt werden, da man uns das Verrichten der Notdurft im schönen Hotel Panorama verweigerte. Vielleicht sind doch nicht alle Kroaten so freundlich und herzlich?
Ein weiterer Fotostopp folgte oberhalb Primosten, einem kleinen Fischerort auf einer ehemaligen Insel errichtet. Heute ist die Insel mit dem Festland durch einen Damm verbunden.
Hoch über der Stadt wacht Maria von Lourdes mit dem Jesukind, die heute vom Tourismus lebt.
Trogir, von Griechen gegründet,
Den Mittelpunkt der auf einer Insel erbauten Altstadt bildet die Kathedrale des heiligen Laurentius mit dem schönsten Eingangsportal von ganz Europa.
Geschaffen im 13. Jahrhundert durch den Bildhauer Radovan. Da nur wenige Menschen zur damaligen Zeit Lesen und Schreiben konnten, musste die Geschichte in Bildern den Menschen nahegebracht werden. Und dies ist einzigartig in diesem Türbogen gelungen. Sowohl von der religiösen Seite aus mit Geburt Jesu bis zu seinem Tod, als auch von der weltlichen Seite mit dem Leben der Menschen während eines Jahreslaufes. Der Torbogen ist somit auch eine Art Monatskalender.
Besonders hat uns noch Dijana auf die beiden Figuren Adam und Eva hingewiesen, die man genauer betrachten sollte.
Gegenüber der Kathedrale, in der Stadtloggia mit den Reliefs der Justitia und des Ban Petar Berialic durften wir den Klängen einer typischen kroatischen Klapa lauschen. Der Gesang Acapella, ohne Instrumentenbegleitung.
Interessant war auch Dijanas Ausführung über den Schutz der Stadt bei Dunkelheit, wenn die Türen geschlossen wurden.
Trogir ist eine kleine Stadt, wo es am besten ist, sich Zeit zu nehmen und auf eigene Faust durch die schmalen Gassen zu schlendern.
Schlendern auf der Uferpromenade, ein Kaffee am Strand mit Blick auf die einfahrenden Jachten, Besuch von Souvenirläden, das machen die meisten der Besucher von Trogir.
Geht man jedoch aufmerksam durch die Gassen, erkennt man die Stadt als Filmkulisse unter anderem für Winnetou 3 als die Stadt Santa Fé.
Das Rathaus diente als Gouverneurspalast. Die jetzige Bank war der Pferdestall und bei den Steinbögen der “Konoba Idro” kämpfte einst Old Shatterhand mit Gomez.
Der beste Platz ist immer dort, wo sich die Einheimischen treffen. Dort gibt es auch die Spezialität. die Trogir Rafiol. Ein so schmackhaftes Gebäck, das ständig nach mehr verlangt. Mittlerweile in allen Farben erhältlich, aber traditionell mit hellem Teig und einer Mandelfüllung mit Rum sind sie am Besten. Dazu natürlich ein Kaffee.
Aus oben erwähnten Gründen führte uns die Fahrt über die Autobahn zur BIH-Grenze. Kurz vorher allerdings noch ein Blick auf das Neretvadelta, das wir in wenigen Tagen erkunden werden und auf die neue Peljesacbrücke, die wir morgen überqueren werden.
An der Grenze hatten wir Glück. Wir standen allein da. Dennoch dauerte die Abfertigung eine halbe Stunde. Ausreise kein Problem, oder wie es so schön heißt, nema problema, Einreise nach Bosnien und Herzegowina, BIH, auch kein Problem. Nur man muss die Gelassenheit der Zöllner respektieren und sie einfach machen lassen, ohne sich lange zu fragen, oder sich aufzuregen.
Geburtstag auf der Insel
Auf ein Neues. Ausweise einsammeln, bei der Polizei abgeben, Scan, Hvala, sretan put (Danke, gute Fahrt), Molim (Bitteschön) und wir waren wieder in der EU.
Über die 2024 eröffnete Peljesacbrücke aus Chinaproduktion ging es schnurstracks nach Orebic zur Fähre die uns nach Korcula übersetzte wo Tatjana uns bereits erwartete.
Vorab gab es auf der Brücke spontan ein Geburtstagsständchen an unseren Jubilar, gesungen von der Gruppe.
Mit der Sonne im Rücken erstrahlte die dalmatinische Küste in einer Farbenpracht die jeden ein „WOW“ entlockte. Unbeschreiblich schön, der Moment. Und man konnte ihn nicht festhalten.
Heute war im Ort noch zusätzlich eine Laufveranstaltung, die auf weibliche Krebsleiden hinweisen sollte, deshalb war es etwas voller in der Altstadt.
Während der Führung durch die bezaubernde kleine Altstadt wurden wir als erstes auf das Fischgratmuster der Gassen hingewiesen. Die Bauweise sorgte für ausreichende Kühlung an heißen Tagen.
Interessant war auch die Erklärung der bildlichen Darstellung an der Kathedrale, wie man in das Paradies kommt und was einem dort erwartet.
Kein Korcula ohne Marco Polo, dem berühmten Asienreisenden. Ob er hier geboren wurde ist ungewiss, es gibt kein Dokument darüber. Sicher ist nur, dass seine Eltern hier ein Grundstück besaßen.
Interessant auch, wie man verwinkelte Stellen so einfach und doch geschickt verbaut hatte, dass sich keiner darin verstecken konnte, bzw dort nicht wild pinkeln konnte. Die Stadt legt auch heute noch viel Wert auf Reinlichkeit und auf eine hohe Lebensqualität der Einwohner.
Das Unglaublichste heute war allerdings die Geschichte um James Bond in Korcula. Wahrheit oder Dichtung, das blieb jedem selbst überlassen.
Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen spontanen Halt an einem Weingut um die Möglichkeit zu haben, den autochthonen Dingac-Wein zu kaufen.
Fähre, Grenze, Ausweiskontrolle, das ganze Prozedere der Reihe nach und wir waren wieder im Hotel, rechtzeitig zum Sonnenuntergang.
Geschichte, Religion und Kulinarik
Geschichte, Religion und Kulinarik, ein vielversprechender Tag heute, wenn man das Endergebnis betrachtet.
Das Frühstück war reichlich, und die Grenzabfertigung dauerte wieder mal eine halbe Stunde. Grund, im Bus vor uns saßen keine EU-Bürger, sondern Asiaten. Und nicht EU-Bürger müssen zum Gesichtsscann, das dauert, wenn der Bus voll ist. Bleibt dann nur zu hoffen, dass auch das Gesicht zum Passbild passt.
Dass es in Dubrovnik voll werden wird, ließen 3 Kreuzfahrtschiffe erahnen, die unter der Franjo Tudzman- Brücke angelegt hatten und ihre Passagiere per Bus in die Innenstadt brachten. Bis vor ein paar Jahren gab es keine Regelung für den Zustrom der Touristen, heute sind maximal 5000 pro Tag erlaubt. Mit dem Tourismus frohlockt die Kasse in höchsten Tönen, was auf der anderen Seite das Leben in der Stadt für die einheimische Bevölkerung erheblich verteuerte, sodass sie aus der Stadt flüchteten um die Touristen hereinzulassen.
Nur als Beispiel, seien die öffentlichen Toiletten erwähnt, für die, seit ein paar Tagen, genauer, seit 1. Oktober, statt bisher 1€ jetzt 2€ für die Notdurft der Menschen bezahlt werden muss. Beinahe wäre deswegen durch einen Mann aus der Gruppe Dubrovnik Pleite gegangen. Er warf zwar 2€ in den Automaten, aber die Entriegelung funktionierte nicht richtig und da er groß genug war, stieg er einfach über die Absperrung, was der Toilettenfrau nicht sonderlich gefiel. Aber die Sache ging letztendlich gut für beide aus und Dubrovnik war gerettet.
Interessant waren während der Führung die ganz kleinen Details, denen man wenig bis keine Beachtung schenkt. Da war der kleine Stein am Franziskanerkloster. Darauf stiegen die jungen Männer um den vorbeigehenden Mädchen zu imponieren. Heute ist der Stein so abgewetzt, dass es schwer ist, sich nur 1 Sekunden auf ihn zu halten, geschweige denn sich umzudrehen und dabei noch das T-Shirt auszuziehen.
Naja, heute gibt es moderne Möglichkeiten seine Auserwählte zu imponieren, KI und Smartphones machen dies möglich.
Ohh, ganz aktuell, 1 Tag alt, es heißt ja jetzt nicht mehr KI sondern SI, steht für Super Intelligenz, laut Herrn Trump und Herrn Musk.
Dann waren da die halb zugemauerten Steinsäulen beim Aufgang zum Dominikanerkloster. Das Schönheitsideal der früheren Zeit waren die Knöchel der Frauen. Und die Männer standen gerne unter dem Aufgang und schauten den vorbeiziehenden Damen auf die Knöchel. Sehr unwürdig vor dem Kirchgang und eine Sünde.
Befand man sich abseits der Hauptstrasse in den kleinen Gassen konnte man 2 ganz wichtige Erkenntnisse über die Welt und über Kroatien erfahren. Zum einen die Lösung für alle Probleme der Welt und zum Anderen wie Kroaten ihre Probleme lösen. Beides bildlich festgehalten für spätere Generationen.
Was war noch erwähnenswert auf der Führung, die Angst der Kroaten vor einem weiteren Krieg. Auslöser war die öffentliche Verherrlichung des serbischen Kriegsverbrechers General Mladic, seitens von Serbien vor einigen Wochen. Dies führte dazu, dass sich Bosnien, Kroatien und Serbien wieder neu bewaffnen.
Die Freizeit in Dubrovnik gestaltete jeder für sich nach eigenem Gefallen. Stadtmauer, Museenbesuch, Bootsfahrt exklusiv für unsere Gruppe, Festung, alles war dabei und so verging die Zeit bis zur Abfahrt relativ schnell.
In der mittelalterlichen Stadt Ston mit der zweitlängsten Mauer der Welt, gab es noch einen kurzen Aufenthalt und dann hingen wir auch schon an der Grenze fest.
3 Busse vor uns, das dauert, in einem Asiaten, im anderen Nicht-EU-Bürger. Was sagt uns das? Richtig, Gesichtsscan und Ausweiskontrolle. Dauert eine zeitlang bei mindestens 50 Personen. Und die Grenzer fertigen nicht effizient ab, sondern immer schön der Reihe nach. Sonnenuntergang an der Grenze, hat auch eine besondere Stimmung. Nach 1 Stunde hatten wir es dann endlich geschafft, wir waren durch und konnten in Kürze unseren Hunger am Büfett stillen.
Fremde Kultur
Ein spannender und zugleich wunderschöner Tag stand uns heute bevor. Ein Tag in Bosnien, ein Tag ohne Grenzen. Ein Tag voller kulinarischer Köstlichkeiten, von Cevapcici bis zum bosnischen Kaffee, von Hand gekocht in der Kupferkanne und auf einem orientalischem Tablett serviert. Ein Tag, gefüllt mit Menschenmassen, Historie, und Religion in der besonderen Landschaft inmitten des Dinarischen Gebirges.
Mostar, eine mittelalterliche Stadt am Mittellauf der Neretva, wo sich einst eine Holzbrücke mit einem Brückenwächter befand. Der Namensgeber der Stadt.
In der Nähe der Schauplatz der legendären Schlacht 1943 bei Neretva, wo Titos Truppen der Einkesselung der Deutschen entkamen und so den Wendepunkt im 2. Weltkrieg legten.
1992 bis 1995 erneut Schauplatz der Zerstörung. Friedlich lebten hier Christen, Moslems und Juden über viele Jahrzehnte nebeneinander und feierten gemeinsam, bis Tito starb. Spannungen begannen mit dem aufstrebenden Nationalismusgedanken der einzelnen Balkanstaaten und den darauffolgenden Unabhängigkeitserklärungen.
Bosnien und Herzegowina waren die leidtragenden. Zweimal wurden die Stadt beschossen, zuerst von den Serben, und als die sich zurückgezogen hatten, noch von den Kroaten, die dann die einstige Verbindung der Christen und der Moslems zerstörten, obwohl es verboten war. Der Wiederaufbau selbstverständlich mit EU-Gelder.
Genauso erging es des dem Ort Pocitelij, südlich von Mostar, am Unterlauf der Neretva. Mehrmals zerstört. Vor langer Zeit im Mittelaltern durch Osmanen und Venezianern und in der Neuzeit durch Serben und Kroaten. Wiederaufbau ist heute nahezu abgeschlossen. EU-hilft, wo es geht. Dies sah man auch an den neu angelegten Schnellstraßen, die es bis vor wenigen Jahren noch gar nicht gab.
Die Stadtführung durch Mostar war eine echte Herausforderung.
Massen von Touristen aus aller Herrenländer drängten sich durch die engen Gassen der Altstadt hinüber bis zur neu aufgebauten Stari Most (Alten Brücke). Teilweise war ein Weiterkommen unmöglich. Die seltene Attraktion heute war, der Brückensprung aus 21m Höhe in die 14 Grad kalte Neretva. Red Bull Springer soll es hier auch geben, zumindest alle Jahre ein Event dazu. Bei denen reicht 21m nicht mehr, die müssen noch zusätzlich 8m in Form eines Metallständers draufpacken, der an der höchsten Stelle der Brücke angebracht wird. Dann sind sie glücklich und können ihre Figuren springen und dabei hoffen, dass unten angekommen nicht passiert. Manche überleben solche Sprünge nicht. Red Bull verleiht vielleicht doch nicht jedem Flügel.
Souveniers, Souveniers, überall Souveniers und überall das Gleiche. Nur manchmal sah man nach der alten Brücke noch eine Schmiede, die ihre Czesvas und Kupferteller in Handarbeit herstellten. Nur die schließen ihre Geschäfte schon, wenn noch viele Touristen in der Stadt sind. Warum auch immer, blieb mir verborgen.
Scheinbar haben nicht nur die Fische im Süden Europas ein anderes Tempo, bzw. ein Gefühl von Zeit.
Was man unbedingt tun muss, wenn man in Mostar ist, Cevapcici essen mit Zwiebeln, Kajmak und Lepinje, dazu das einheimische Mostar-Bier und zum Abschluss hinterher, den original bosnischen Kaffee, serviert in der Kupferkanne. Und das am besten mit herrlichem Blick auf die Stari Most.
Wer das erlebt hat, hatte einen wahrhaft schönen Tag in Bosnien.
Erntehelfer
Die Neretva, über 200km lang und kältester Fluss Europas, wenn nicht sogar der Welt.
Hier am Ende seines Weges, am Unterlauf, das riesige Delta. Einst eine undurchdringliche Sumpflandschaft mit Malariagefahr, heute eine der fruchtbarsten Gegenden Kroatiens. Vor allem Mandarinen dominieren die Flächen und jetzt sind sie reif und wollen geerntet werden.
Aber vor der Arbeit drangen wir mit einem kleinen Boot tief in das Delta ein. Vorbei an Schilf, blühenden Seerosen, und millionen von gelben Blüten der fleischfressenden Uticularia Vulgaris, dem gemeinen Wasserschlauch.
Ringsherum Stille, nur das leise tuckern des Bootsmotors. Vereinzelt hörte man ein paar Vögel singen, ansonsten Ruhe und Stille. Die Mandarinenbauern ernteten still ihre Früchte. Zwischen dem Gelb immer wieder mal ein roter Granatapfelbaum als Kontrast und kleine Hütten, vielleicht zum Übernachten oder als Lagerplatz für Erntegeräte und Früchte.
Gut dass es heute Digitalkameras gibt und keine Rollfilme mehr. So mancher Fotograf bekäme wohl seine Schwierigkeiten mit den tausenden von schönen Motiven. Hinter jeder Biegung erwartete uns ein neues spannendes Landschaftsbild.
Fährt man so langsam durch dieses Delta, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Man kommt zur Ruhe und genießt den Augenblick inmitten einer unvergleichlichen Flusslandschaft und den Satz, den wir vor Tagen ganz unscheinbar wahr genommen hatten, konnten wir jetzt noch besser verstehen.
Aber jetzt heißt es, etwas tun, das Mittagessen will verdient sein. Toni führte uns auf eine nahegelegene Mandarinenplantage, wo jeder sich als Erntehelfer einbringen konnte. Die geernteten Früchte durfte jeder mit nach Hause nehmen, bzw während des Badeaufenthaltes über den Tag verteilt essen.
Ein köstliches 3-Gänge Mittagsmenü rundete den Ausflug an der Neretva ab.
Ein Kaffee zum Abschluss, ein Fotostopp oberhalb der blau schimmernden Bacinska Seen und Podgora mit unserem Hotel Medora Auri erwartete uns in der Nachmittagssonne.
Noch ein gemeinsames Abendessen um offene Fragen zu klären, dann war jeder frei und gestaltete seinen Resturlaub nach eigenen Wünschen.
Pomalo – dalmatinische Gelassenheit
Fünf Tage Badeurlaub steht unserer Gruppe jetzt bevor. 5 Tage an der wunderbaren Makarska Riviera, am Fuße des Biokovo Gebirges.
Es tat vermutlich jeden gut, ohne Zeitdruck länger zu schlafen. Zumindest merkte man es beim Frühstück, wo sich die meisten wieder trafen.
Unzählige Angebote für ‚Ausflüge wurden über das Hotel angeboten. Natürlich der Sywalk in allen Variationen, mit Rad, mit Bus, mit Quad mit 4x4 Fahrzeugen, die Seen von Imotski, Ausflüge in die umliegenden Städte und E-Bike Radlverleih.
Da jeder Reisende spezielle Vorlieben hat, konnte sich jeder individuell informieren. Allerdings sollte auch das Wetter mitspielen und da sah es nicht so sonnig aus.
Für die nächsten 3 Tage wurde eher Regen vorausgesagt, was einen Ausflug zum Skywalk nicht lohnenswert machte. Der bessere Tag hierzu wäre der Sonntag bekamen wir von den Einheimischen zu hören.
So begab man sich täglich auf eigene Faust für Erkundungen in der Umgebung.
Ausgedehnte Spaziergänge entlang der Küste bis nach Makarska oder Tucepi. Schnorcheln an den Feldwänden, Kaffeetrinken im Ort, Ruhe und Entspannung am Meer, oder auch im hoteleigenen Spabereich mit Sauna und Whirlpool.
Empfehlenswert war außerdem der Besuch des Olivenölherstellers Acinger im Ort. Hier konnte man
Am schönsten waren die unvergesslichen Sonnenuntergänge zwischen den Inseln Hvar und Brac und das rot leuchtende Gebirge des Biokovo hinter uns.
Genossen, entweder direkt von der Strandliege aus oder oben von der Lobbyterrasse aus, mit einem Glas Mali Plavac.
Nochmal zurück zum Wetter. Die Prophezeiung mit 3 Tage Regen trat natürlich nicht ein. Dafür regnete es am Sonntag, womit der Ausflug zum Skywalk endgültig ad akta gelegt werden musste.
Die Auszeit in Podgora tat wirklich jedem Gut.
Keine Termine, keine Ausflüge, kein Zwang, kein zeitlicher Druck, einfach frei.
Und mit der Zeit wurde uns die südkroatische Lebensart immer vertrauter.
Nicht nur die Fische haben hier ein anderes Tempo, sondern jetzt auch wir.
Pomalo - gelassen gingen wir in den Tag, gelassen legten wir uns abends nieder.
Alles hat ein Ende
Welch ein Wunder, der Tag begann mit Sonnenschein. Nach 3 Tagen Bescheidenheit im Wetter, waren die Ausflüge schwer planbar.
Alle saßen nochmal auf der Terrasse und genossen den herrlichen Blick über das weite Meer auf die Inseln Hvar und Brac.
Irgendwie spürte jeder ein bissl Wehmut im Herzen, weil es heute nach Hause gehen sollte. Gerne hätte man noch verlängert, aber wie es immer ist, selbst nach einer Verlängerung ist der Urlaub immer noch zu kurz. Und das besonders, wenn man an so einem schönen Ort wie Podgora die Tage der Entspannung verbrachte.
Es half nichts, der Bus wartete bereits und Dijana wartete auf uns in Split zur Stadtführung, auch der Flieger wartete auf uns und bei manchen schon wieder der nächste Tag, zur Erfüllung der Aufgaben des Alltags zu Hause.
Also Koffer rein in den Bus, ein letztes „Dovidenja Podgora“ und auf ging´s nach Split.
Durchs „Wassertor“ führte uns Dijana durch die Kellergewölbe zum Palast des Diokletian. Jenen Griechen, der römischer Kaiser wurde und als Kaiser auch in Rente ging mit seinem bescheidenen Altersruhesitz.
Split ist eine sehr kleine überschaubare Altstadt mit vielen verwinkelten Gassen.
Sogar eine „Käthe Wohlfahrt auf kroatisch“ findet man hier. Wer das nicht kennt, das ist eine Haus, indem es das ganze Jahr über Weihnachtsschmuck zu kaufen gibt.
Passt irgendwie, denn in unseren Breiten wird in gewissen Häusern eh schon auf Weihnachten hin dekoriert.
In der Freizeit konnte sich dann jeder noch davon überzeugen, ob Dijana recht hatte mit der Feststellung, dass Split die schönsten Frauen Kroatiens hervorbringt.
Lohnenswert ist auf jedenfall der Besuch des Marktes. Ein Basar mit einer besonderen Mischung an Angeboten. Kurioses, Antiquitäten, Kleider, Obst und Gemüse nebeneinander. Klein und schnell zu übersehen, ein Standl mit hausgemachten dalmatinischen Prsut und Käse – unvergleichlich im Geschmack – unbedingt probieren. Und wenn man sich noch etwas mit dem Verkäufer unterhält, gibt schon auch mal ein Schnäpschen für die Gesundheit aus.
Wer mehr Hunger hatte und wo die Urlaubskasse noch nicht verbraucht war, der konnte in den Essbuden ein halbes Hähnchen für 18,00 € oder ein Ganzes für 32,00€ genießen.
Die Zeit verflog und es folgten die letzten Meter hinaus zum Flughafen des Heiligen Hyroniemus.
Im charmanten kleinen Flughafen schienen wir die einzigen Gäste zu sein. Der Checkin völlig problemlos und schnell. Ebenso der Sicherheitscheck. Jetzt hieß es warten auf den Flieger.
Wer noch schnell ein Mitbringsel benötigte, fand dies im kleinen, mit riesen Angebot ausgestattetem, Travel Value Laden im Flughafen.
Willkommen war aber die kleine Kaffeebar im Flughafen für ein oder zwei Kaffees, bevor der Flieger startete.
Pünktlich hoben wir ab und pünktlich landeten wir auch 1,5 Stunden später in Frankfurt.
Hier hieß es dann endgültig Abschied nehmen von lieb gewonnen Reisegästen.
Und ich denke, so manche Freundschaft ist auch auf dieser Reise entstanden.
Zum Abschluss sei hier noch erwähnt, da ja am Anfang der Reise die Hälfte der Gruppe keine Koffer hatte, hat es mich diesmal zum Abschluss erwischt.
Obwohl ich die Dame am Schalter noch gefragt hatte, fliegt dieser Koffer auch wirklich nach München und sie mich etwas verdutzt, vielleicht auch genervt, angesehen hatte und gemeint hat, natürlich.
In München angekommen, fehlten genau 2 Koffer und meiner war dabei.
Naja, jetzt kann ich auch mal mitreden, wenn ein Koffer nicht kommt.
Früher hätte ich mich vielleicht darüber geärgert, aber heute, Kroatien lehrt es einem schon… nema problema und moze moze. Kein Problem, alles wird gut.
Da wir kurz vor Mitternacht in München landeten war natürlich der Lost and Fund –Schalter nicht mehr besetzt. Blieb also nur den modernen QR-Code scannen und den Anweisungen folgen.
Nach 2 Tagen ist der Koffer zur Heimatadresse geliefert worden. Zwar durchsucht, aber unversehrt und meine Brotzeit vom Markt in Split war zu meiner Freude auch noch drin.
Am Anfang stand die Frage nach der gelungen Reise.
Die Antworten, unterschiedlich, aber einheitlich. Für alle war es eine gelungene Reise.
Auch für mich, aus 2 Gründen.
Die sehr harmonisch Gruppe und der Spaß den wir hatten.
Das Hinnehmen von scheinbaren Problemen mit Humor und die interessanten
Gespräche zu welcher Zeit auch immer.
Dafür möchte ich mich hiermit nochmal ganz herzlich bei euch allen bedanken.
Schön war´s mit euch und ich hoffe, wir fahren wieder einmal zusammen.
Der zweite Grund ist das Unvorhersehbare. Das, womit man überhaupt nicht gerechnet hat. Das, was zwischen dem Geplanten passiert. Schönes und vielleicht auch nicht so Schönes, das aber letztendlich zum unvergesslichen Erlebnis wird.
Auf bald, euer Michael
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