Rundreise Madagaskar & Mauritius – Natur & Kultur
Reisebericht: 08.05. – 23.05.2026
2 Länder - 12 Abenteurer - unzählige Lemuren, Schlaglöcher, und Erlebnisse! Das war unsere Rundreise Madagaskar und Mauritius!
Ein Reisebericht von
Sten Bernhardt
1. Tag: Flug nach Antananarivo auf Madagaskar
In Berlin fing unser großes Abenteuer an, eine kleine Gruppe startet gemeinsam mit mir vom Hauptstadtflughafen während andere Gäste von Nürnberg und Prag nach Istanbul flogen. Im Flughafen am Bosporus trafen wir uns gemeinsam als Gruppe und die Reise konnte so richtig losgehen!
2. Tag: Ankunft in Madagaskar – Übernachtung in Antananarivo
Nach einem Flug mit kurzem Zwischenstopp auf der Nachbarinsel Mauritius – die wir später auf dieser Reise noch ausgiebig erkunden werden – landeten wir am Nachmittag in der Hauptstadt des achten Kontinents: Madagaskar.
Die Einreise verlief erstaunlich zügig, auch wenn wir hier bereits einen ersten, charmanten Einblick in die madagassische Mentalität erhielten: viele Mitarbeiter, jeder mit einer klar definierten kleinen Aufgabe, eine ausgeprägte Hierarchie – und das alles in einer Gelassenheit, die man nur als wohltuend beschreiben kann. Willkommen auf Madagaskar.
Nach der Gepäckabholung wartete bereits unser Reiseleiter Sylvio auf uns – ein Madagasse, der uns in den kommenden zehn Tagen seine Heimat mit echter Leidenschaft und einem Herz voller Geschichten näherbringen sollte. Die Koffer wurden kurzerhand auf dem Dach des Busses verstaut, und schon ging die Reise los.
Unser erstes Ziel war das Hotel in Antananarivo – der Hauptstadt Madagaskars, die im Volksmund schlicht Tana genannt wird. Ein Name, der sich nicht nur leichter ausspricht, sondern auch irgendwie besser zur entspannten Seele dieser Stadt passt. Das Hotel liegt direkt am Basar und in der Nähe der Regierungsgebäude – mittendrin im Leben der Stadt.
Nach einer kurzen Erfrischungspause und einem Moment, um die ersten Eindrücke zu verarbeiten, trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Was uns dort erwartete, überraschte uns auf das Angenehmste: hervorragende Küche, ein gemütliches Ambiente – und als wäre das nicht genug, spielte ein Solotrompeter den perfekten Soundtrack zum Auftakt dieser Reise. Dazu ein erstes Briefing von Sylvio, der uns mit ruhiger Stimme und einem Lächeln auf die kommenden Tage einstimmte.
Eine Abenteuerreise mit Komfort und Charme – dieser erste Abend hat genau das versprochen.
3. Tag: Stadtrundgang in Antananarivo – Könniginnenpalast, Altstadt und Basar
Nach dem Frühstück brachen wir zu einer ausgedehnten Entdeckungstour durch Antananarivo auf. Unser erster Stopp führte uns zum Königinnenpalast – dem einstigen Regierungssitz der madagassischen Monarchen und ihrer letzten Ruhestätte. Die weitläufige Anlage beeindruckte mit einem herrlichen Panoramablick über die Stadt, einem gepflegten grünen Garten und einem modernen Museum, das die Geschichte Madagaskars, die Kolonialzeit und die jüngere Vergangenheit auf fesselnde Weise erzählt. Ein perfekter Einstieg.
Anschließend erkundeten wir die Altstadt zu Fuß. Unterwegs durften wir sogar eine prächtige Kathedrale besuchen – unmittelbar nach dem Gottesdienst, was dem Besuch eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Den Berg hinab schlenderten wir durch das historische Altstadtviertel, tauchten in den pulsierenden Alltag der Madagassen ein und genossen das Treiben bei bestem Wetter. Eine kurze Rast im Hotel, ein Supermarktstopp – und schon fühlte man sich fast wie ein Einheimischer.
Am Nachmittag erwartete uns der bunte Basar– ein wahres Fest für alle Sinne. Berge von frischem Gemüse, exotischen Früchten und allem, was das Herz begehrt, füllten die engen Gassen. Und dann: frische Frösche. Ein Zeichen des französischen Kulturerbes – und, wie sich am Abend herausstellen sollte, eine Art kulinarische Vorankündigung für die mutigeren Mitglieder unserer Gruppe. Mit dem Bus erkundeten wir anschließend die umliegenden Stadtviertel und fuhren am imposanten Stadion vorbei – denn Fußball ist auf Madagaskar auch Volkssport.
Den Abend verbrachten wir authentisch und gesellig in einem Lokal direkt gegenüber vom Hotel. Neben madagassischen Spezialitäten standen tatsächlich Froschschenkel auf der Karte – und wurden von einigen Unerschrockenen mit Begeisterung bestellt. Schmecken übrigens nach Hühnchen. Natürlich. Übrigens: Wer der französischen Sprache mächtig ist, wird auf Madagaskar überraschend gut zurechtkommen. Nahezu alles – von Straßenschildern bis zu Speisekarten – ist auf Französisch verfasst, und fast jeder spricht es. Wer kein Französisch kann, lächelt einfach – das funktioniert hier auch sehr gut. Oder fragt die tolle Reisebegleitung Sten und den örtlichen KENNER Silvio! :)
Ein weiterer unvergesslicher Tag neigt sich dem Ende – auch wenn die Nacht kürzer ausfallen wird als erhofft.
4. Tag: Weiterflug nach Toliara an die Westküste Madagaskars – Erholung am Kanal von Mosambik
Um 1:30 Uhr rollte unser Bus Richtung Flughafen – eine Nacht, die ihren Namen kaum verdiente. Aber der Inlandsflug in den Süden der Insel nach Toliara fliegt nun einmal zu nachtschlafender Zeit – und das soll uns nicht aufhalten. Ein Kaffee, ein kleines Frühstückspaket und ein paar aufmunternde Worte später saßen wir bereits im Check-in.
Nach einer – nennen wir es mal – lebhaften Sicherheitskontrolle hieß es warten auf den Abflug. Die kleine Propellermaschine vom Typ ATR-72 war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein kurzer Flug, eine kleine Mahlzeit an Bord, der ein oder andere geschlossene Augendeckel – und schon tauchte unter uns der Kanal von Mosambik auf. Wir verließen das Flugzeug direkt in den Sonnenaufgang – ein Moment, der die kurze Nacht mit einem Schlag vergessen ließ.
Koffer abgeholt, und schon wartete unser neuer Bus samt Fahrer und Buspagen auf uns. Rund eine Stunde später erreichten wir Ifaty – einen kleinen Küstenort direkt am Indischen Ozean – und unser wunderschönes Hotel mit direktem Strandzugang. Für die Gäste hieß es nun: ankommen, durchatmen, erholen.
Am Nachmittag besuchten wir dann den nahe gelegenen Reniala Nationalpark. Hier gibt es die berühmten Baobab-Bäume (Affenbrotbaum) welche wir aus nächster Nähe und in verschiedener Form bestaunen konnten. Am Ende wurde der Tag noch durch die Sichtung der ersten Kattas am Nationalparkausgang versüßt, es konnte nur noch besser werden! :)
Sylvio und ich nutzten die Zeit für einen wichtigen Einkauf: Für die kommenden Tage hatten wir ein tägliches Picknick geplant – und so fuhren wir noch einmal in den Supermarkt und auf den Obstmarkt nach Toliara. Frische Baguettes, Käse, Wurst, knackiges Gemüse und reifes Obst wanderten in die Körbe – dazu noch ein Schneidebrett und ein Messer für die optimale Umsetzung. Picknick auf madagassisch – einfach, frisch und köstlich.
5. Tag: Vom Nationalpark Zombitse bis zum Isalo Nationalpark
Früh aufgestanden, früh losgefahren – um 7 Uhr verließen wir das Hotel, denn vor uns lag der anspruchsvollste Straßenabschnitt der gesamten Reise. Über unzählige Huckel, durch Schlaglöcher, vorbei an kleinen Dörfern und einer Natur, die sich von ihrer ursprünglichsten Seite zeigte, arbeiteten wir uns ins Landesinnere vor. Unser heutiges Ziel: der Nationalpark Zombitse-Vohibasia – Heimat der eleganten Sifakas, kleiner Makis sowie einer faszinierenden Vielfalt an Schlangen und Chamäleons.
Gegen Mittag erreichten wir den Park – mit einigen wohlverdienten Stopps unterwegs, um die Beine zu vertreten und die Natur auf sich wirken zu lassen. Bevor wir gemeinsam mit den Rangern aufbrachen, ließen wir uns erst einmal unser Picknick schmecken.
Das Ranger-System in den madagassischen Nationalparks ist übrigens bemerkenswert durchdacht: Einige Ranger laufen voraus und melden per Telefon an den Hauptranger, wo die Lemuren gesichtet wurden oder sich gerade aufhalten. Dann heißt es: gemeinsam in die richtige Richtung – und meistens hat das Glück mit uns. So auch heute: Wir entdeckten mehrere Sifakas in freier Wildbahn und als besonderes Highlight einen kleinen, nachtaktiven Wieselmaki, der sich tagsüber tief in seinem Schlaf befand und von unserem Besuch hoffentlich wenig mitbekam.
Nach diesem tierischen Erlebnis verließen wir die Wälder und fuhren weiter Richtung Isalo-Nationalpark. Die Landschaft verwandelte sich dramatisch – aus Wald wurde eine weite, savannenartige Prärie, das Isalo-Plateau öffnete sich vor uns in seiner ganzen kargen Schönheit. Gegen 17:30 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, erreichten wir unsere Lodge für die nächsten Nächte.
Eine luxuriöse und wunderschön gelegene Lodge mitten in der Natur – nach dem langen Tag ein Anblick, der jeden Schlagloch-Kilometer vergessen ließ. Am Abend genossen wir ein köstliches Menü in einer Atmosphäre, die man sich kaum schöner hätte wünschen können.
6. Tag: Wanderung im Isalo–Nationalpark – Fenster von Isalo
Ein absolutes Highlight der Reise erwartete uns heute: der majestätische Isalo-Nationalpark – und mit ihm die große Chance, die begehrten Kattas in freier Wildbahn zu erleben.
Um der Nachmittagshitze zuvorzukommen, brachen wir bereits um 8 Uhr auf und fuhren in einen kleinen Wald im kühlen Schatten der hohen Bergketten des Nationalparks. Gemeinsam mit unseren Rangern erkundeten wir die Wege durch den Wald – vorbei an faszinierenden Pflanzen, deren Geschichten uns erklärt wurden, und einigen wunderschönen Vögeln, die geduldig für das ein oder andere Foto posierten. Schon bald entdeckten wir die ersten Sifakas – und genossen den Moment in vollen Zügen.
Dann kam der Augenblick, der diese Reise unvergesslich macht: Manchmal muss man im Dschungel schnell entscheiden, welcher Tiergruppe man folgt. Heute mussten wir gar nicht wählen – denn wir hatten das seltene Glück, eine große Gruppe Sifakas und Kattas gleichzeitig, fast am selben Baum, beobachten zu können. Dreißig Minuten lang verfolgten wir gebannt, wie die Lemuren sprangen, spielten und miteinander tobten. Der ein oder andere kam sogar neugierig auf uns zu und kletterte den Baum herab, um uns aus nächster Nähe zu inspizieren. Was für ein Erlebnis!
Anschließend fuhren wir hinauf auf das Isalo-Plateau für eine Wanderung durch die beeindruckenden Schluchten und Berglandschaften des Nationalparks. Unterwegs begegneten wir einem faszinierenden Kapitel madagassischer Kultur: den Gräbern der Einheimischen. Zunächst provisorische Steingräber – und dann, Jahre später, die endgültigen Ruhestätten, spektakulär in Felswände und schwindelerregende Höhen eingelassen, wo sie für die Ewigkeit verbleiben. Eine Totenkultur, die tief beeindruckt und lange nachhallt.
Nach etwa 1,5-Stunden-Wanderung erreichten wir unseren Mittagsplatz – eine kleine grüne Oase inmitten der kargen Landschaft. Hier wurden wir von lokalen Köchen mit madagassischen Kartoffelpuffern und frischen Salaten verwöhnt – einfach, aber köstlich. Auf dem Rückweg erwartete uns noch ein atemberaubender Aussichtspunkt mit weitem Panoramablick über das gesamte Isalo-Plateau – ein letzter großer Moment eines großen Tages.
Zurück in der Lodge blieb noch genug Zeit, den Pool in der Abendsonne zu genießen – bevor ein weiteres feines Abendessen den perfekten Abschluss setzte.
7. Tag: Tierbeobachtungen im Anja–Lemurenpar – fahrt nach Ambalavao
Heute hieß es Abschied nehmen vom Isalo-Nationalpark – die Reise führte uns weiter nordwärts nach Ambalavao, hoch hinauf in die grünen Berge Madagaskars.
Auf dem Weg machten wir einen letzten, wunderbaren Halt: das Anja-Reservat, auch Anja-Lemurenpark genannt. Dutzende Kattas hüpften zwischen den Bäumen umher, als hätten sie auf uns gewartet. Wir beobachteten die schwarz-weißen Ringelschwanz-Lemuren aus nächster Nähe – verspielt, neugierig und völlig unbeeindruckt von unserer Anwesenheit.
Besonders beeindruckend war die Begegnung mit dem Ranger und Vorsitzenden des Reservates, der uns die bewegende Geschichte zwischen Mensch und Katta erzählte – von der früheren Bejagung der Tiere bis hin zu ihrer heutigen Schutzstellung. Eine Geschichte, die zeigt, wie viel möglich ist, wenn eine Gemeinschaft zusammenkommt. Neben den Kattas entdeckten wir auch einige beeindruckend große Chamäleons, die sich geschickt auf den Ästen tarnten. Das Picknick genossen wir direkt im Reservat – umgeben von Natur, besser geht es kaum.
Am späten Nachmittag erreichten wir unser Hotel für die Nacht – eine charmante kleine Anlage, mitten in der Natur gelegen, mit einem atemberaubenden Blick auf ein imposantes Bergmassiv. Die gemütlichen Bungalows und die friedliche Stille rundeten einen weiteren unvergesslichen Reisetag auf das Schönste ab.
8. Tag: Besuch einer traditionellen Papier Manufaktur – Fahrt in den Ranomafana Nationalpark – abendlicher Pirschgang: auf der suche nach Makis
Heute erwartete uns eine völlig neue Seite Madagaskars – der Regenwald. Dieses Land hört einfach nicht auf zu überraschen.
Doch zunächst machten wir noch einen letzten Halt in Ambalavao: dem Besuch einer traditionellen Papiermanufaktur. Uns wurde der jahrhundertealte Prozess der Herstellung des berühmten Antaimoro-Papiers erklärt und live vorgeführt – mit Blumen und Pflanzen eingebettet, von Hand geschöpft und getrocknet. Aber ein ganz schönes gehämmer... Im Anschluss konnten wir wunderschöne Papiertaschen, Bilderrahmen und andere Souvenirs erwerben – so hatte am Ende jeder etwas davon, auch die Manufaktur.
Dann ging es auf in den Regenwald von Ranomafana – wieder mit einigen kurvenreichen und teils holprigen Abschnitten, die uns eindrucksvoll daran erinnerten, dass Madagaskar kein Land für Ungeduldige ist. Eine wohlverdiente Rast an einem schönen Aussichtspunkt unterwegs ließ uns die Landschaft genießen, bevor wir am späten Nachmittag unsere Unterkunft direkt am Nationalpark Ranomafana erreichten.
Wer noch Energie hatte, genoss den Pool in der letzten Stunden Sonne. Dann aber hieß es: Taschenlampen einpacken und auf zur Nachtpirsch. Entlang der Straße und am Waldesrand – dort, wo die nachtaktiven Bewohner des Regenwaldes am aktivsten sind – schossen wir Lichtkegel in die Dunkelheit. Und wurden belohnt: farbenprächtige Frösche, meisterhaft getarnte Chamäleons – und dann, für einen kurzen, magischen Moment, der scheue Mausmaki. Klein, mit riesigen orangefarbenen Augen, saß er reglos im Baum und beobachtete uns – als wäre er sich nicht sicher, wer hier wen beobachtet.
Nach diesem nächtlichen Abenteuer ließen wir den Abend beim Abendessen im Hotel gemütlich ausklingen.
9. Tag: Wanderung Nationalpark Ranomafana – fahrt nach Ambositra
Welcome to the Jungle! Nicht nur ein Song von der berühmten Band Guns N’ Roses, sondern auch unser heutiges Motto. Wir machten eine Wanderung im Ranomafana Nationalpark. Gemeinsam mit unseren erfahrenen Rangern und dem unermüdlichen Sylvio, der uns mit seinem Wissen über Flora und Fauna des Regenwaldes begeisterte, tauchten wir tief in den Ranomafana Nationalpark ein. Der Star dieses Parks ist der legendäre Goldene Bambuslemur – erst im letzten Jahrhundert von einem deutschen Forscher entdeckt und heute von einer deutschen Reisegruppe bewundert. Ein schöner Zufall – und ein großes Glück, denn der Goldene Bambuslemur ist selten und scheu. Zunächst begrüßten uns jedoch seine etwas geselligeren Verwandten, die Braunen Bambuslemuren, sowie eine beeindruckende Vielfalt an Vögeln und anderen Waldbewohnern.
Was folgte, war eine Wanderung der besonderen Art: Wir schlugen uns durch dichtes Gebüsch, spähten in Baumkronen und suchten geduldig nach den kleinen Lemuren – ein lebendiges „Wo ist Walter? - Spiel", mitten im Dschungel. Manchmal sahen wir sie sofort, manchmal erst nach langem Suchen – aber der Moment des Entdeckens war jedes Mal ein kleiner Triumph. Ein paar Treppen, Wurzeln und unebene Wege inklusive – dieser Nationalpark fordert und belohnt zugleich.
Am Parkausgang erwartete uns eine angenehme Überraschung: ein lokaler Künstler mit seinem kleinen Atelier und wunderschönen Bildern – ein letzter, stiller Moment vor der Weiterfahrt.
Gegen Mittag brachen wir auf – diesmal zunächst Richtung Picknickplatz. Ein traumhafter Aussichtspunkt mit Steinbänken, wie für unsere Rast gemacht, empfing uns mit weitem Blick über die Berglandschaft. Kaum hatten wir unser Essen ausgepackt, versammelten sich einige neugierige Kinder hoffnungsvoll neben uns – und natürlich teilten wir.
Weiter ging es nach Ambositra – einer charmanten Künstlerstadt hoch in den Bergen, nicht mehr weit von der Hauptstadt entfernt. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir die Stadt und besuchten noch die berühmten Handwerkerstätten, lauschten den Erzählungen der Schnitzer und verfolgten fasziniert die Vorführung ihrer Kunst. Wenige Meter weiter wartete bereits das Hotel – und gegen 19 Uhr saßen wir beim wohlverdienten Abendessen zusammen.
10. Tag: fahrt nach Antananarivo
Der letzte lange Fahrtag lag vor uns – und er sollte es in sich haben.
Nach einem gemütlichen Frühstück brachen wir auf zur großen Rückfahrt in die Hauptstadt Antananarivo. Die Straßen waren heute gnädiger als in den vergangenen Tagen – ein kleiner Trost für die lange Strecke, die vor uns lag. Die Natur flog förmlich am Fenster vorbei, während wir die Eindrücke der vergangenen Tage in uns aufnahmen und Revue passieren ließen. Madagaskar hatte uns viel gegeben – und das merkte man in den stillen, nachdenklichen Gesichtern im Bus.
Dann kam das Abenteuer, das niemand auf dem Plan hatte: eine Panne. Unser Busfahrer und sein Beifahrer verschwanden kurzerhand unter dem Bus – und tauchten als das auf, was sie offensichtlich auch sind: erfahrene Mechaniker. Mit ruhiger Hand und beeindruckender Routine wechselten sie den Riemen der Kühlung aus, während wir fasziniert und leicht ungläubig zuschauten. Nach rund einer Stunde unfreiwilliger Einführung in die Mechanik von Midi-Bussen – durchaus lehrreich – rollten wir erleichtert weiter. Der Stein, der uns vom Herzen fiel, als der als es weiterging, war kaum kleiner als die Felsen des Isalo-Plateaus.
Kurz vor Tana dann noch ein letztes madagassisches Rätsel: ein langer Stau – ohne erkennbaren Grund, ohne Anfang, ohne Ende. Und genauso plötzlich, wie er aufgetaucht war, löste er sich wieder in Luft auf. Madagaskar eben.
Mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir schließlich unser Hotel in Antananarivo. Noch schnell frisch gemacht – das letzte gemeinsame Abendessen auf Madagaskar. Ein würdiger Abschluss für eine Reise, die uns alle ein kleines Stück verändert hat. Wir verabschiedeten Silvio, auch wenn nur für eine Nacht, wie später bemerkt.
11. Tag: Freizeit und Flug nach Mauritius
Heute Morgen stand ein seltenes Gut auf dem Programm: Ausschlafen. Und das wurde von allen dankbar angenommen.
Gegen 10 Uhr trafen sich einige Reisende mit mir und gemeinsam mit Sylvio fuhren wir noch zu einem charmanten kleinen Atelier mit Souvenirshop – für die letzten Einkäufe, das eine vergessene Mitbringsel und den ein oder anderen spontanen Fund. Nach einem ruhigen Mittagessen im Hotel und dem obligatorischen Late-Checkout hieß es dann gegen 13 Uhr: auf zum Flughafen.
Und diesmal war es ein echter Abschied. Abschied von Sylvio – unserem Reiseleiter, Geschichtenerzähler und guten Geist der letzten zehn Tage. Abschied von der roten Erde, den Lemuren, den holprigen Straßen und der unvergleichlichen Seele Madagaskars. Ein Land, das man nicht einfach besucht – sondern das man mit nach Hause trägt.
Doch kaum gelandet, wartete schon das nächste Kapitel: Herzlich willkommen auf Mauritius! Unser neuer Guide Tessa empfing uns herzlich am Flughafen und begleitete uns zum Hotel. Und dann fiel es allen gleichzeitig auf – die Straßen. Glatt. Ohne ein einziges Schlagloch. Ein Luxus, den wir nach den vergangenen Tagen kaum noch kannten und der für allgemeines Staunen sorgte.
Im Hotel wurden wir freundlich begrüßt und in die Anlage eingeführt – ich übersetzte das Wichtigste. Auf dem Zimmer erwartete uns eine kleine kalte Platte – nach dem Abendessen im Flugzeug war der Hunger ohnehin überschaubar. Und so ließ sich die erste Nacht auf Mauritius ganz entspannt einläuten.
Gute Nacht – und willkommen im nächsten Paradies.
12. Tag: Botanischer Garten in Pamplemousse – Zucker–Museum – Inselhauptstadt Port Louis
Unser erster richtiger Tag auf Mauritius – und was für ein Einstieg!
Der Morgen gehörte der Hauptstadt Port Louis. Gemeinsam mit unserer Guide Tessa tauchten wir in das bunte Treiben des Obst- und Gemüsemarktes ein – ein Fest für alle Sinne, mit Farben, Düften und Geschichten, die Tessa mit Begeisterung und viel Wissen über Land und Leute untermalte. Anschließend hatten einige die Gelegenheit, das Museum der Blauen Mauritius zu besuchen – die wohl berühmteste und wertvollste Briefmarke der Welt, gut gesichert hinter Glas, aber umso beeindruckender in ihrer schlichten Schönheit.
Weiter ging es zum Highlight des Vormittags: dem Zuckermuseum – untergebracht in einer prachtvoll umgebauten alten Fabrik. Hier lernten wir alles über die Geschichte und Herstellung des weißen Goldes, bestaunten historische Maschinen und ließen uns von einer modernen und Ausstellung begeistern. Den krönenden Abschluss bildete eine Zuckerverkostung – verschiedene Sorten, von mild bis karamellig – gefolgt von einer ebenso informativen wie geselligen Rumverkostung. Zu Forschungszwecken, selbstverständlich. Das Mittagessen auf dem weitläufigen Fabrikgelände rundete den Vormittag stimmungsvoll ab.
Am Nachmittag erwartete uns eine grüne Oase: der berühmte Botanische Garten Pamplemousse – einer der ältesten Tropengärten der Welt. Riesige Victoriaseerosen, jahrhundertealte Palmen und eine schier endlose Vielfalt tropischer Pflanzen beeindruckten auf Schritt und Tritt. Tessa hatte sich für diesen Besuch etwas Besonderes ausgedacht und das ein oder andere botanische Quiz vorbereitet – mit mal mehr, mal weniger sicheren Antworten aus unseren Reihen, aber immer mit viel Lachen.
Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück und genossen die Anlage sowie den traumhaften Strand direkt vor der Tür. Den Abend beschlossen wir gemeinsam an einem großen Tisch beim Abendessen-Buffet – ein schöner Abschluss für einen rundum gelungenen ersten Mauritius-Tag.
13. Tag: Grand Bassin – Black River Gorges Nationalpark – Chamarel–Gebiet
Ab in die Natur – heute erkundeten wir die grüne und spirituelle Seele von Mauritius.
Unser erster Stopp führte uns zu einer der bedeutendsten hinduistischen Pilgerstätten der Insel: dem heiligen Grand Bassin – einem Kratersee, umgeben von imposanten Statuen von Shiva und seiner Gemahlin Maa Durga. Trotz leichtem Regen – auf Mauritius gehört das in der Inselmitte dazu – ließen wir die spirituelle Atmosphäre des kleinen Tempels und der heiligen Stätte auf uns wirken. Ein stiller, beeindruckender Moment inmitten einer Insel voller Kontraste.
Weiter ging es zum Trou aux Cerfs – einem ruhenden Vulkankratersee, dessen grüne Hänge sich majestätisch in den Himmel erheben. Ein beeindruckendes Zeugnis der vulkanischen Vergangenheit der Insel, heute von einer friedlichen Stille umgeben.
Vor dem Mittagessen stand noch ein besonderer Halt auf dem Programm: eine kleinere Rumfabrik mit – natürlich – anschließender Verkostung. Wir lernten mehr über die Herstellung des mauritischen Rums, bestaunten die historischen Maschinen der Verarbeitung und ließen uns die Kostproben ausgiebig auf der Zunge zergehen. Alles im Sinne der Völkerverständigung, versteht sich.
Das Mittagessen genossen wir mit einem traumhaften Blick auf die Bucht und das Meer – bevor es weiter in den Black River Gorges Nationalpark ging. Hier erwartete uns ein beeindruckender hoher Wasserfall sowie eines der faszinierendsten Naturphänomene der Insel: die berühmten Sieben Farbigen Erden von Chamarel. Durch unterschiedliche Mineralien im Boden leuchten die Hügel in sieben verschiedenen Farbtönen – ein Anblick, der die Kameras heiß laufen ließ. Ganz nebenbei begegneten uns auch die ersten Riesenschildkröten – ein Vorgeschmack auf das, was uns am letzten Tag noch in voller Pracht erwarten sollte.
Am Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück – und wer sich gewundert hatte, warum es in der Inselmitte regnete, während an der Küste die Sonne schien, hatte heute die Antwort erhalten: Mauritius lebt von seinem Mikroklima – und macht es damit zu einem Land der angenehmen Überraschungen.
15. Tag: Segeln auf dem Katamaran an der Westküste Mauritius
Heute hatte jeder die Wahl: entspannt die Anlage genießen und den Tag in Freizeit verbringen – oder mit mir auf große Katamaranfahrt entlang der Westküste gehen. Die Entscheidung fiel für viele nicht schwer.
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Hafen bei Black River, wo unser Katamaran bereits auf uns wartete. Nach einer kurzen Einführung durch die sympathische Crew legten wir ab – und die Westküste Mauritius' empfing uns von ihrer schönsten Seite.
Zunächst ging es auf Delfin-Safari. Die Westküste ist bekannt für ihre Spinner-Delfine – und tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht. Was folgte, war pure Freude: Delfine, so weit das Auge reichte, elegant und verspielt im türkisfarbenen Wasser. Anschließend warfen wir die Anker für eine ausgiebige Schnorchel- und Badeeinlage – das Wasser klar, warm und voller Leben. Die Crew sorgte dabei durchgehend für beste Stimmung und einen nie leer werdenden Getränkevorrat.
Nach dem Baden wurde an Bord ein köstliches BBQ aufgetischt – frisch, reichhaltig und mit dem besten Ausblick, den ein Restaurant der Welt bieten kann. Am Nachmittag steuerten wir noch den beeindruckenden Crystal Rock an – ein mächtiger Korallenfelsen, der majestätisch aus dem Meer ragt und für das ein oder andere unvergessliche Foto sorgte. Auf dem Rückweg ließ es sich niemand nehmen, auf dem Netz des Katamarans zu liegen – Fahrtwind, Sonne und das leise Rauschen des Meeres als Begleitung. Besser geht es nicht.
Am späten Nachmittag erreichten wir wieder das Hotel – und am Abend berichteten wir den anderen begeistert von unserem Tag auf dem Wasser. Die Neugier war geweckt, die Bedauernden wurden zahlreicher.
Den krönenden Abschluss bildete unser letztes gemeinsames Abendessen – ein wunderschönes mauritianisches Buffet, bunt, vielfältig und voller Aromen.
15. Tag: Tee, Krokodile und Schildkröten – La Vanille Réserve – Abflug nach Deutschland
Der letzte Tag einer Reise – und doch kein gewöhnlicher. Denn Mauritius hatte noch einiges in petto.
Unser erster Stopp führte uns in die Vergangenheit der Insel: das historische Kolonialanwesen in St. Aubin – ein elegantes Herrenhaus, das die Epoche lebendig werden lässt, als Mauritius noch unter französischer und britischer Herrschaft stand. Hohe Decken, geschwungene Veranden und der Duft vergangener Zeiten – ein stiller, eindrucksvoller Moment.
Weiter ging es zu einer Vanilleplantage, umgeben von einer faszinierenden Vielfalt exotischer Pflanzen. Der betörende Duft frischer Vanille lag in der Luft – und natürlich konnten die begehrten Schoten auch gleich erworben werden. Ein Mitbringsel, das zu Hause noch lange an diesen Morgen erinnern wird.
Anschließend besuchten wir eine Teefabrik – laut, lebendig und faszinierend zugleich. Wir verfolgten den gesamten Prozess: vom Sortieren über die Fermentierung bis hin zur Verpackung – ein beeindruckender Einblick in die Welt des mauritischen Tees. Den krönenden Abschluss bildete ein Besuch im charmanten Landhaus auf dem Fabrikgelände, umgeben von satten grünen Teefeldern. Hier wurde der frische Tee nochmals verkostet – und reichlich eingekauft.
Das Mittagessen in einem eleganten neueren Landhaus war ein wahres Highlight: ein feines Menü mit dem begehrten Palmenherzen-Salat, einem exotisch-frischen Hauptgang und einem köstlichen Dessert – ein Abschiedsessen, das der Reise würdig war.
Am Nachmittag erwartete uns noch ein letztes tierisches Erlebnis: die La Vanille Réserve des Mascareignes. Krokodile, Flughunde und – der heimliche Star des Tages – die riesigen Aldabra-Riesenschildkröten. Hunderte dieser majestätischen Tiere bevölkern das Reservat, uralt, gemächlich und erstaunlich zutraulich. Kraulen erlaubt – und sehr empfohlen. Allerdings ein kleiner Hinweis für Mutige: Schildkröten sind schneller als sie aussehen. Und sie beißen.
Zurück im Hotel wartete ein letztes kleines Privileg: der Late Checkout, den ich organisiert hatte – genug Zeit zum Frischmachen, letzten Packen und einem stillen Moment des Innehaltens. Am späten Nachmittag fuhren wir dann zum Flughafen. Eine etwas verworrene Schlange beim Check-in – aber am Ende funktionierte alles reibungslos, wie es auf dieser Reise eigentlich immer der Fall war.
Dann kam der Moment, den niemand so richtig wahrhaben wollte: der Abschied von Tessa, unserer wunderbaren Guide, die uns Mauritius mit Herzlichkeit und Wissen nähergebracht hatte. Ein letztes Winken – und dann auf zum Flugzeug.
Diese Reise ist zu Ende. Aber die Erinnerungen daran – die bleiben für immer.
16. Tag: Ankunft in Deutschland
Am frühen Morgen landeten wir in Istanbul – unserem letzten gemeinsamen Ort auf dieser unvergesslichen Reise. Hier trennten sich die Wege: Weiterflüge nach Nürnberg, Berlin und Prag warteten auf uns – jeder mit seinem eigenen Ticket nach Hause, aber alle mit denselben Erinnerungen im Gepäck.
Die letzten Gäste verabschiedete ich in Berlin.
Was bleibt? Lemuren, die neugierig den Baum herunterklettern. Der Duft des Regenwaldes von Ranomafana. Die Stille des Isalo-Plateaus im Sonnenuntergang. Das Lachen beim Picknick am Straßenrand...
Diese Reise hat uns von den Lemurenwäldern und roten Straßen Madagaskars bis ans türkisfarbene Meer von Mauritius geführt – durch zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die uns beide auf ihre ganz eigene Art berührt haben. Madagaskar hat uns gefordert, überrascht und tief beeindruckt. Mauritius hat uns verwöhnt, verzaubert und sanft wieder in die Welt entlassen.
Reisen wie diese hinterlassenen Spuren – nicht im Reisepass, sondern im Herzen.
Danke, Madagaskar. Danke, Mauritius. Danke an EUCH – wir sehen uns bestimmt wieder!
Es war unvergesslich.
Europa
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Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien