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Große Rundreise Namibia – im Bann unendlicher Weite

Reisebericht: 21.08. – 10.09.2026

"Die größte Sehenswürdigkeit die es gibt, ist die Welt - sieh Sie dir an"
Kurt Tucholsky
Genau das ist unser gemeinsames Ziel für die Reise nach Namibia.

Anne Fohlert

Ein Reisebericht von
Anne Fohlert

33dcd21f-d4db-4a37-b9a4-6e36ba3801e1.jpg – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Pirschfahrt über das Gelände der Kalahari Lodge – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Schwarzwälder Kirschtorte im Bahnhofhotel – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Lüderitz – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) auf dem Weg zum Big Daddy – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Big Daddy – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Twyfelfontein Felsenmalerein – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Twyfelfontein Felsenmalerein oder auch nicht :D – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Himbadorf – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Himbadorf – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Etosha Nationalpark: Zebras – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL) Etosha Nationalpark: Mangusten – © Anne Fohlert (Eberhardt TRAVEL)

Flug nach Windhoek

Endlich beginnt die Reise nach Namibia auf die wir so lange gewartet haben. Am Abfluggate des Frankfurter Flughafens treffen wir erstmals als Gruppe aufeinander. Menschen aus allen Ecken Deutschlands, die gespannt lächeln, sich freundschaftlich zuwinken und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Die Anreise nach Frankfurt verlief reibungslos und auch die Deutsche Bahn hatte kaum bis keine Verspätung.
Die Stimmung ist gut, herzliche Begrüßungen wechseln sich mit guten Gesprächen ab, als wir uns gegenseitig von Plänen, Erwartungen und dem, was Namibia uns vielleicht schenkt, erzählen. Die Vorfreude steigt mit jedem Schritt zum Gate, mit jedem Koffer, der im Takt der Reise klackert, und mit dem leisen Flüstern des Flughafens, der uns in eine neue, ferne Welt hineinzieht. Bald schon setzen sich die Triebwerke in Bewegung, und wir spüren, wie sich unser gemeinsames Abenteuer unaufhaltsam vor uns aufbaut.

Ankunft in Windhoek– – Weiterreise in die Kalahari

Nach einem langen Flug von rund 10 Stunden landen wir schließlich in Windhoek. Die Einreise verläuft reibungslos, wenn auch mit einiger Wartezeit verbunden. Nachdem wir diese Hürde gemeistert haben, wartet bereits schon unser Gepäck auf uns, dass die netten Flughafenmitarbeiter:innen bereits vom Band genommen haben, da dieses sonst mehrere Extrarunden gedreht hätte.
Am Ausgang erwartet uns unser Reiseleiter Floyd auf uns., der die komplette Tour mit uns bestreiten wird. Wir wechseln noch ein wenig Geld um für den Anfang ausgestattet zu sein. Anschließen verladen wir die Gepäckstücke in den Bus, steigen wir ein und die Reise beginnt.
Etwa 25 Kilometer außerhalb der Stadt begegnet uns die erste Panne: eine Reifenpanne am Bus. Doch Krisenmanagement in Form von Christian,Holly und Reiseleiter Floyd funktioniert hier wie geschmiert – wir atmen durch und schon bald rollt der Bus wieder. Kurz danach überqueren wir den südlichen Wendekreis des Steinbocks – eine kleine, symbolische Grenze. Das bietet sich perfekt für ein Gruppenfoto, das dieses Gelöbnis festhält: Wir, eine neue Gemeinschaft auf dem Weg ins Abenteuer. Schließlich erreichen wir unsere Lodge, checken ein und genießen eine kurze Freizeit, bevor der Willkommensabend beginnt. Beim Abendessen sitzen wir in entspannter Runde, tauschen erste Eindrücke aus und lernen uns besser kennen. Die Vorstellungsrunde sorgt dafür, dass die letzten Hemmungen fallen: Die Geschichten, Träume und Erwartungen der einzelnen Reisenden verbinden sich zu einem gemeinsamen Bild. Das letzte Eis ist gebrochen, und der Abend klingt in fröhlicher Stimmung langsam aus. Ein vielversprechender Auftakt für die Reise, die uns in die Vielfalt Namibias führen wird.

Erlebnis Kalahari –Pirschfahrt

Der entspannte Morgen beginnt ohne Weckerklingeln: Ausschlafen, ein sanftes Licht über dem Gelände der Kalahari Anib Lodge und der Duft von frisch gebackenem Brot, Käse und Obst beim Frühstücksbuffet. Nach dem Frühstück starten wir alle individuell zu einer ersten Erkundungstour zu Fuß entlang des Geländes der Lodge und entdecken auch die ersten, zarten Tierspuren im Sand. Gegen Mittag treffen wir uns alle im Restaurant und genießen eine leichte Mahlzeit und tausche Eindrücke aus. Nach dem Mittag zieht es uns zum Pool oder auch auf unsere gemütlichen Lodges und sammeln Kräfte für das kommende Highlight. Am Abend heißt es dann Pirschfahrt im Geländewagen durch das private Wildschutzgebiet der Unterkunft, das in seinem eigenen Tierbestand eine besondere Nähe zwischen Besucherinnen, Besuchern und der Natur ermöglicht. Die wilde Fahrt führt uns durch beständige Landschaften, und wir begegnen Steppenzebras, Antilopen – und sogar einem vorsichtigen Nashorn, das sich geduldig vor unsere Linse wagt. Zum Sonnenuntergang machen wir Halt auf einer hohen Sanddüne, stoßen mit Getränken und Snacks an und genießen den Blick über eine endlose Weite. Der Abend klingt mit leisen Gesprächen und einem Gefühl der Verbundenheit aus, während wir zurück zur Lodge fahren und dort das Abendessen erwartet. Ein erfüllter Tag, der klare Einblicke in die Tierwelt und die stille Schönheit Namibias bietet.

von Marienthal zum Fish River Canyon

Ein gemeinsames Frühstück läutet den Tag ein, die Töpfe klirren, der Kaffee duftet stark, und wir tauschen erste Eindrücke über das, was uns heute erwartet. Danach verladen wir die Koffer und ziehen weiter in Richtung neuer Horizonte. Ein letzter Halt am Supermarkt bietet die Chance, Snacks und Getränke für den Tag einzukaufen. Trockenfrüchte, Nüsse, Wasserflaschen und vielleicht eine kleine Leckerei für unterwegs. Frisch gestärkt brechen wir auf zu unserer ersten Attraktion des Tages. Unser erster Halt führt uns in den Köcherbaumwald, eine skurrile Welt aus abgestorbenen, knorrigen Baumstämmen, die wie riesige Trommelfiguren aus der Erde ragen. Die Köcherbäume wirken wie stille Wächter einer vergangenen Zeit, ihre Formen erzählen Geschichten von härtester Trockenheit und doch überraschender Lebenskraft. Wir wandern zwischen den Stämmen, fotografieren Porträts der Natur und atmen den Duft von Harz und Sand ein – eine stille, ehrfurchtsvolle Begegnung mit der Savanne in ihrer eigenwilligen Eleganz. Weiter geht es zum Giants Playground, dem Spielplatz der Giganten. Hier türmen sich gewaltige Granitblöcke wie eine verzauberte Skulpturenlandschaft. Zwischen ihnen hindurch zu gehen fühlt sich an wie eine Reise durch eine Andere Welt: Türen zu Fantasie, Naturgewalt und Fotomotiven, die das Auge suchen, während der Wind Geschichten durch die Felsformationen wischt. Wir erkunden skeptisch, klettern behutsam an den Rändern und lassen die Weite der Umgebung auf uns wirken.
Für die Mittagspause wählen wir ein ruhig gelegenes Restaurant in Ketmanshoop. Ein Ort der einfachen, ehrlichen Küche, in dem wir uns kurz ausruhen, Geschichten austauschen und die Eindrücke des Vormittags sacken lassen. Ein paar lokale Spezialitäten, ein Glas Wasser oder Saft – gut vorbereitet für den nächsten Abschnitt des Tages. Am Nachmittag führt uns die Fahrt zur Gin Distillery NAUTE, wo eine informative Verkostung auf uns wartet. Wir erfahren mehr über den Herstellungsprozess, die Besonderheiten der Botanik und die Nuancen, die eine Namibian Gin-Edition ausmachen. Aromatische Noten, Geschichten hinter jeder Flasche und das gemeinsame Staunen über die Vielfalt regionaler Zutaten bereichern den Besuch und liefern Stoff für neue Gespräche. Schließlich erreichen wir die Unterkunft, checken ein und sammeln uns kurz, bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen treffen. Der Tag war reich an Eindrücken: Naturwunder, stille Monumente und kulinarische Entdeckungen – eine perfekte Vorbereitung auf weitere Erkundungen und Begegnungen, die uns hier in Namibia noch erwarten.

entspannter Tag am Fish River Canyon

Eine gute Tasse Kaffee weckt die Sinne am Morgen, während der Tag langsam zu erwachen begann. Wir machten uns gut gelaunt auf den Weg zum Fish River Canyon Nationalpark, eines der imposantesten Naturwunder im südlichen Teil Namibias. Der Weg dorthin schlängelte sich durch rote Dünenlandschaften, und wir spüren die Vorfreude in der Luft. Oben am Rand des Canyons begann eine kleine Wanderung entlang der Kante. Der Blick ist einfach nur atemberaubend. Schluchten, die sich unendlich in den Horizont wanden, und ein Boden aus Erde, Stein und toten Gräsern, der Geschichten von Jahrtausenden erzählt. Unser Reiseführer war aufmerksam und erklärte, wie der Canyon entstanden ist und welche Pflanzen hier überleben. Am Ende der Wanderung sammelte er uns wieder ein und setzte uns zu einem weiteren Aussichtspunkt hinüber, von dem aus wir eine unvergleichliche Tiefe und Weite sahen. Ein Moment, der die Größe der Natur greifbar machte. Der Fish River Canyon ist Sage und Schreibe 160 km lang, bis zu 27 km breit und bis zu 550 m tief. Das ist schon eine gewaltige Hausnummer. Verglichen wird dieser auch mit dem Grand Canyon im Bundesstaat Arizona in den USA. Für das Mittagessen führte uns der Weg in ein uriges Roadhouse, dessen Charme von alten Autos und Kennzeichen aus vergangenen Zeiten kündete. Dort schmeckte das Essen wie eine Reise in die Vergangenheit. Nach der Stärkung gönnten wir uns eine kurze Pause und sammelten Kräfte für die nächste Etappe.
In der Lodge blieb Zeit für eine erfrischende Abkühlung im Pool – ein ruhiger Moment, um die Eindrücke des Vormittags zu sortieren und Energie für den Abend zu tanken. Der Abend führte uns zu einem Spaziergang zum Hausberg, wo wir trotz wolkigem Himmel einen Blick über das Tal erhaschen konnten. Die Wolken malten zarte Muster an den Himmel, und trotzdem lag eine stille Schönheit über dem Canyon, die uns alle fasziniert. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem wir Geschichten austauschten, lachen und die Eindrücke Revue passieren ließen – ein rundes Finale eines eindrucksvollen Tages in Namibia.

weiter nach Aus –Wildpferde

Ein neuer Morgen in Namibia beginnt und wir ziehen mit unseren Köfferchen weiter zum nächsten Punkt unserer Rundreise.
Unser erster Fotostopp führt uns zur Holoog-Eisenbahnbrücke, einem historischen Relikt nahe der ursprünglichen Bahnstrecke, die vor allem während des frühen 20. Jahrhunderts für den Transport von Gütern und Passagieren genutzt wurde. Die Brücke selbst ist aus Stahl und deren Struktur Zeugen einer Ära ist, in der der Transport über weite Entfernungen eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der Region spielte. Von hier aus lassen sich gleich mehrere Ebenen der Geschichte erfassen. Die Bauweise der Brücke mit ihren Spannbindungen, die oft aus einfachen, robusten Materialien bestand, spiegelt technische Standards jener Zeit wider. Im Umfeld finden sich Gräberfelder, die oft direkt am Rand der historischen Pfade liegen. Diese Gräber erzählen stille Geschichten von Pionieren, Grenzjägern, Eisenbahnarbeitern und Familien, deren Leben eng mit der Route verbunden war. Die Kombination aus rostigem Metall, trockener Savanne und den Grabsteinen lädt dazu ein, über Migration, Arbeitsmigration und das menschliche Schicksal in einer sich rasch verändernden Landschaft nachzudenken. Wir fotografieren Details – Schrauben, Brückenziegel, Rostspuren – und arbeiten uns langsam durch die Perspektiven: von der Brücke aus auf den Horizont, von den Gräbern hinunter in die vergängliche Geschichte der Menschen, die hier wirkten. Als Nächstes überqueren wir die Fish River Brücke zu Fuß, um unseren Beinen Bewegung zu geben und die Umgebung bewusst wahrzunehmen. Der Blick auf den Fluss, der leider fast ausgetrocknet ist und die umliegende Savanne eröffnet Einblicke in die Geografie der Region und das Wechselspiel zwischen Wasserläufen, trockenem Gelände und Pfaden. Eine Pause nehmen wir im Bahnhofhotel Aus ein, wo typischerweise regionale Snacks angeboten werden. Die Schwarzwälder Kirschtorte mag ungewohnt klingen, ist aber eine beliebte Spezialität in touristisch geprägten Raststätten.
Kurz darauf machen wir uns auf den Weg zur Garub-Wasserstelle, bekannt für die gelegentliche Sichtung von Wildpferden, die sich am Horizont zeigen können. Die Stelle bietet eine geographische Landmarke und einen guten Anlass, ökologische Beziehungen zwischen Wasserquellen, Tierverhalten und Landschaft zu erläutern. Dank unserer mobilen Dünenbar die wir immer mit an Bord haben stoßen wir auf den einzigartig schönen Moment an und beobachten die Sonne wie sie ganz langsame unter geht. Schließlich erreichen wir die Unterkunft, beziehen gemütliche Zimmer und bereiten uns auf das Abendprogramm vor. Das Abendessen war auch heute wieder grandios und vor allem das Unterhaltungsprogramm was uns durch das Personal geboten wurde. Ein neuer Ohrwurm ist geboren und wird uns die gesamte Reise weiter begleiten.

Ausflug nach Lüderitz

Es geht nichts über einen entspannten Start in den Tag mit einem heißen Tässchen Kaffee oder Tee und guter Laune. Heute haben wir wieder einen vollen Terminkalender, also fahren wir los. Unser erster Halt führt uns nach Kolmannskuppe, der Geisterstadt der Namibwüste. Kolmannskuppe wurde um 1908 im Zuge des namibischen Goldrauchs gegründet und blühte in den 1910er bis 1930er Jahren. Die Stadt liegt heute unter hohen Sanddünen, die langsam die verfallenen Häuser verschlucken. Die ausgebackenen Ziegelhäuser, die rostigen Relikte von Kohle- und Steinwege, die knarrenden Türen und zerbrochenen Fensterrahmen erzählen Geschichten von Pioniergeist, Arbeitsalltag unter extremen Bedingungen und dem abrupten Wandel durch den wirtschaftlichen Niedergang. Unser Guide Nicole gibt uns Einblicke in das frühere Leben der Bergarbeiter, Siedler und Familien, deren Spuren hier sichtbar bleiben. Anschließend bleibt Zeit für eine eigenständige Erkundung. Wer möchte, kann die verlassenen Innenhöfe, Schlafzimmer und Werkstätten erkunden und fotografische Eindrücke sammeln. Weiter geht die Reise nach Lüderitz, einer Küstenstadt mit starkem kolonialem Erbe, bunter Malerei am Hafen und einer dramatischen Meereskulisse. Die Geografie der Region zeigt die unmittelbare Nähe von Meer, Wüste und Felsenküsten, während sich Geschichte und Gegenwart in den Straßen widerspiegeln. Für das Mittagessen wählen wir ein traditionelles Lokal, oft als Portugiesischer Einfluss bezeichnet, bekannt für frische Meeresfrüchte, deftige Gerichte und eine warme Gastfreundschaft. Die Speisen spiegeln die kulturelle Mischung der Region wider und laden zu Gesprächen über Herkunft und kulinarische Verbindungen ein. Nach dem Essen fahren wir weiter zum Diaz Point. Hier bietet sich ein beeindruckender Aussichtspunkt auf die Atlantikküste mit Blick auf die Große Bucht. Die Diaz-Gedenkstätte erinnert an den portugiesischen Entdecker Bartolomeu Dias, der die Küstenlinie dieser Region erforschte. Anschließend kehren wir zur Unterkunft zurück. Dort gibt es Zeit zur Entspannung, bevor wir den Abend bei einem schmackhaften Essen gemeinsam beenden.

Fahrt in die Namib

Ein neuer Tag bricht an. Die Koffer werden verladen, und die Gruppe macht sich bereit für die lange Fahrt die vor uns liegt.
Die Route führt durch Helmeringhausen, eine malerische Passage durch weite Straßen und sanfte Hügel. Unterwegs gönnt sich die Gruppe eine Kaffeepause.Warmer Duft von frisch gebrühtem Kaffee, dazu ein Stück Apfelkuchen, dessen Zimt-Aroma die Sinne wachkitzelt. Der Kuchen erinnert an traditionelle Bäckereikunst, knuspriger Boden, süß-saftiges Inneres – perfekt, um Energie für die nächsten Kilometer zu sammeln.
Weiter geht die Reise in Richtung Mittagspause im idyllisch gelegenen Örtchen Betta. Ein kurzer Stopp, um lokale Eindrücke aufzusaugen, regionale Geschichten zu hören und bei einem leichten Snack die Landschaft zu genießen. Die Straßen wechseln zwischen offenen Ebenen und kleineren Ortschaften, wodurch sich ein Gefühl von Raum und Freiheit einstellt. Am Nachmittag erreichen wir schließlich unser Ziel in Sossusvlei. Das Dinner-Highlight des Tages: riesige Grills mit einer Vielfalt an Fleisch, Fisch und vegetarischen Angeboten, gewürzt und gegrillt direkt vor Ort. Die Atmosphäre ist gemütlich, Stimmen mischen sich mit dem Knacken des Feuers, und das gemeinsame Essen stärkt die Gemeinschaft nach einem langen Reisetag. So endet der Tag mit erfüllter Stimmung, guten Gesprächen und der Vorfreude auf die kommenden Entdeckungen.

ein Tag in der Namib – Sossusvlei und Sesriem Canyon

Guten Morgen aus Namibia! Heute heißt es früh aufstehen, denn ein ganz besonderer Tag liegt vor uns. Das Frühstück fällt zeitig aus und auch unsere Abfahrt ist früh angesetzt. Unser Ziel: das sagenhafte Sossusvlei – und dort möchten wir möglichst zum Sonnenuntergang ankommen.
Schon während der Fahrt verändert sich die Landschaft. Die Weite Namibias scheint schier grenzenlos, die Straßen führen durch eine Landschaft, die gleichzeitig karg und faszinierend wirkt. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr wird klar, warum die Namib-Wüste zu den spektakulärsten Landschaften Afrikas zählt. Unser erster Stopp führt uns zur berühmten Düne 45. Ihren Namen verdankt sie ihrer Lage am Kilometer 45 der Straße zwischen Sesriem und Sossusvlei. Mit ihrer charakteristischen, sichelförmigen Form und dem intensiven Rot- und Orangeton ist sie eines der bekanntesten Fotomotive der Namib. Wer die Düne hinaufsteigt, merkt schnell, dass Wüstensand seine ganz eigenen Herausforderungen bereithält: Zwei Schritte vor, einen wieder zurück – jeder Schritt nach oben kostet Kraft. Doch der Blick von oben entschädigt für die Mühe. Die endlosen Dünenzüge wirken wie erstarrte Wellen in einem riesigen roten Meer. Anschließend geht es mit dem Shuttle weiter hinein in das Sossusvlei-Gebiet. Unser nächstes Ziel ist das berühmte Dead Vlei, eine ausgetrocknete Lehmpfanne, die vor allem durch ihre bizarr anmutenden, abgestorbenen Kameldornbäume bekannt geworden ist. Die Bäume sind teilweise rund 900 Jahre alt und wirken bis heute wie dunkle Skulpturen vor dem hellen Boden und den roten Dünen. Sie sind abgestorben, weil der Tsauchab-Fluss das Gebiet schon vor Jahrhunderten nicht mehr regelmäßig erreichte. Durch die extreme Trockenheit konnten die Bäume jedoch nicht verrotten – und so stehen ihre Überreste noch heute in der Landschaft. Einige aus unserer Gruppe haben sich anschließend einer ganz besonderen Herausforderung gestellt: der Besteigung von Big Daddy. Der klangvolle Name hält, was er verspricht: Big Daddy gehört mit einer Höhe von rund 325 Metern zu den höchsten Dünen im Sossusvlei-Gebiet. Der Aufstieg ist bei sengender Sonne und tiefem Sand durchaus schweißtreibend. Oben angekommen, wartet dafür ein spektakulärer Panoramablick über das Dead Vlei und die umliegende Dünenlandschaft.
Der Abstieg ist dann deutlich einfacher – und macht vielen sogar richtig Spaß. Mit großen Schritten geht es den weichen Sand hinunter, während sich unter uns das Dead Vlei mit seinen knorrigen Bäumen ausbreitet. Doch unser Tag ist noch lange nicht vorbei.
Weiter geht es zum Sesriem Canyon, einem natürlichen Canyon, der vom Tsauchab-Fluss über Millionen von Jahren in das Gestein geschnitten wurde. Der Canyon ist zwar nur etwa einen Kilometer lang, erreicht aber stellenweise eine Tiefe von bis zu rund 30 Metern.
Seinen Namen verdankt er den frühen Siedlern und Reisenden, die hier sechs Riemen – also zusammengebundene Leder- oder Seilriemen – benötigten, um einen Eimer bis zum Wasser hinunterzulassen. Daher der Name „Sesriem“, was sinngemäß „sechs Riemen“ bedeutet.
Zwischen den engen Felswänden lässt sich gut erahnen, welche Kraft das Wasser entfalten kann. Heute ist der Tsauchab meist trocken, doch nach starken Regenfällen kann sich das Bild innerhalb kürzester Zeit verändern. Und weil heute nicht nur ein besonderer Reisetag, sondern auch ein besonderer Geburtstag gefeiert wird, darf natürlich etwas ganz Wichtiges nicht fehlen: unsere mobile Bar!
Mitten im Sesriem Canyon stoßen wir gemeinsam auf unser Geburtstagskind an. Bei einem Glas Prickelbrause feiern wir den Tag, das Leben und natürlich die gemeinsame Reise. Zwischen den gewaltigen Felswänden schmeckt der kleine Umtrunk gleich noch ein bisschen besser.
Ein Geburtstag an einem solchen Ort – das dürfte wohl eine Erinnerung sein, die lange bleibt!
Nach diesem ereignisreichen Tag treten wir die Rückfahrt zu unserer Unterkunft an. Langsam sinkt die Sonne, das Licht wird wärmer und die Landschaft zeigt sich noch einmal von ihrer besonders stimmungsvollen Seite. Am Abend erwartet uns ein gemeinsames Buffet-Abendessen. In geselliger Runde lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren: die roten Dünen, das Dead Vlei, Big Daddy, der beeindruckende Sesriem Canyon und natürlich unser Geburtstagsumtrunk. Es war ein langer und intensiver Tag – aber einer dieser Tage, von denen man später sagen wird: Genau dafür sind wir nach Namibia gekommen.

von der Namib nach Swakopmund

Neuer Tag, neues Reiseziel! Nach den beeindruckenden Erlebnissen in der Namib-Wüste heißt es heute wieder Koffer packen und Abschied nehmen. Vor uns liegt eine lange Strecke, die uns Schritt für Schritt näher an die Atlantikküste führt. Die Straßen sind größtenteils unbefestigt und unsere Fahrt wird stellenweise zu einer echten Holperpartie. Namibia macht es uns heute nicht ganz leicht – aber gerade diese Fahrten gehören irgendwie zum Abenteuer dazu. Während links und rechts die endlose Weite der Landschaft an uns vorbeizieht, sammeln wir neue Eindrücke von diesem faszinierenden Land. Unser erster Zwischenstopp ist Solitaire, eine winzige Ansiedlung mitten in der Namib. Viel mehr als eine Tankstelle, eine Bäckerei und einige historische Fahrzeuge gibt es hier nicht – und trotzdem ist Solitaire unter Namibia-Reisenden längst Kult. Berühmt ist der Ort vor allem für seinen Apfelkuchen. Und natürlich können wir uns diese Spezialität nicht entgehen lassen. Wir holen für alle ein Stück zum Probieren. Nach der holprigen Fahrt ist die süße Stärkung mehr als willkommen – und schnell steht fest: Der Ruf des Solitaire-Apfelkuchens kommt nicht von ungefähr! Weiter geht unsere Fahrt durch die faszinierende Landschaft Namibias. Ein besonderer Fotostopp darf dabei natürlich nicht fehlen: Wir erreichen den südlichen Wendekreis des Steinbocks. Der Wendekreis des Steinbocks liegt bei etwa 23,5 Grad südlicher Breite und markiert den südlichsten Breitengrad, an dem die Sonne während der südlichen Sommersonnenwende mittags senkrecht über der Erde stehen kann. Ein unscheinbares Schild mitten in der Landschaft – und dennoch ein beliebter Halt für Reisende.
Unsere Route führt anschließend durch den Gaub Pass. Die Straße windet sich durch eine beeindruckende, zerklüftete Landschaft. Der Pass führt durch die trockene Bergwelt des Namib-Naukluft-Gebiets und eröffnet immer wieder neue Ausblicke auf die karge, aber faszinierende Landschaft. Hier zeigt sich Namibia wieder von einer ganz anderen Seite: Statt der roten Dünen bestimmen nun Felsen, Schluchten und weite Ebenen das Landschaftsbild. Die verschiedenen Farben und Gesteinsformationen machen deutlich, wie abwechslungsreich die Namib eigentlich ist. Ein weiterer Höhepunkt unserer heutigen Strecke ist der Kuiseb Canyon. Der Kuiseb ist ein meist trockenes Flussbett, das sich tief in die Landschaft eingeschnitten hat und über lange Strecken von imposanten Felswänden begleitet wird.
Der Canyon ist nicht nur landschaftlich interessant, sondern auch mit einer außergewöhnlichen Geschichte verbunden. Bekannt wurde die Gegend unter anderem durch das Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ von Henno Martin. Während des Zweiten Weltkriegs zogen sich die beiden deutschen Geologen Henno Martin und Hermann Korn aus Angst vor einer Internierung durch die südafrikanischen Behörden in die abgelegene Wüste zurück. Über mehrere Monate lebten sie unter schwierigsten Bedingungen in der Wildnis und mussten sich mit dem begnügen, was die Wüste ihnen bot. Ihre Erlebnisse hielt Henno Martin später in seinem viel gelesenen Buch fest.
Wenn man heute durch diese Landschaft fährt, bekommt man zumindest eine kleine Vorstellung davon, wie abgelegen und lebensfeindlich diese Region sein kann. Nach vielen Kilometern durch die Wüsten- und Berglandschaft geht es schließlich weiter in Richtung Küste. Die Landschaft verändert sich erneut und wir erreichen Walvis Bay, Namibias wichtigsten Hafen am Atlantik.
Wir fahren zunächst nur kurz durch die Stadt und setzen unsere Fahrt nach Swakopmund fort. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Hinter uns liegen Wüste, rote Dünen und trockene Flussläufe, vor uns wartet nun die kühle Atlantikküste. In Swakopmund angekommen, heißt es erst einmal Zimmer beziehen, Koffer abstellen und durchatmen! Die Stadt wirkt mit ihren historischen Gebäuden und dem teilweise deutsch geprägten Stadtbild fast ein wenig vertraut. Gleichzeitig erinnert die frische Atlantikluft sofort daran, dass wir uns mitten im südlichen Afrika befinden.Nach der langen Fahrt bleibt noch etwas Zeit, um sich frisch zu machen und die Beine zu vertreten.
Am Abend machen wir uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg ins Stadtzentrum. Nach einem langen Reisetag tut der Spaziergang richtig gut. Die Straßen sind deutlich lebhafter als in den abgelegenen Regionen, die wir zuvor durchquert haben.
Unser Ziel ist ein Restaurant im Zentrum, wo wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen lassen.

optionaler Ausflug Walvis Bay oder Freizeit

Der heutige Morgen in Swakopmund fühlt sich ganz anders an als die vergangenen Tage. Statt heißer Wüstenluft erwartet uns ein kühler Morgen am Atlantik. Eine heiße Tasse Kaffee ist deshalb genau das Richtige – sie wärmt die Hände und vor allem von innen.
Doch lange können wir es uns nicht gemütlich machen, denn heute wartet ein besonderes Abenteuer auf uns. Wir fahren nach Walvis Bay, wo bereits der Katamaran Silversand auf uns wartet. Unser Ziel die Lagune und die Gewässer vor der Küste, die für ihre beeindruckende Tierwelt bekannt sind. Kaum haben wir abgelegt, lassen wir den Hafen langsam hinter uns. Die frische Seeluft weht uns um die Nase und spätestens jetzt sind alle richtig wach. Die Gewässer vor Walvis Bay gehören zu den artenreichsten Regionen an der namibischen Atlantikküste. Durch nährstoffreiches Wasser finden hier zahlreiche Meerestiere und Vögel ideale Bedingungen. Und wir müssen nicht lange warten, bis sich die ersten Bewohner dieser faszinierenden Küstenwelt zeigen. Plötzlich sorgt ein tierischer Besucher für Aufregung an Bord Ninja, eine neugierige Robbe, stattet uns einen Besuch ab und kommt sogar mit auf den Katamaran. Ganz selbstverständlich bewegt sie sich an Bord und lässt sich aus nächster Nähe beobachten. Für uns ist das ein außergewöhnlicher Moment und natürlich werden sofort die Kameras gezückt. So nah kommt man einer Robbe schließlich nicht jeden Tag! Doch Ninja ist längst nicht die einzige tierische Begegnung des heutigen Tages. Pelikane über unseren Köpfen. Während wir weiter durch die Lagune fahren, entdecken wir Pelikane, die majestätisch über uns hinwegfliegen. Auch zahlreiche Möwen begleiten uns. Es ist ein faszinierendes Bild: Unter uns das dunkle Blau des Atlantiks, über uns kreisen die Vögel und irgendwo dazwischen tauchen immer wieder Tiere aus dem Wasser auf. An der Küste entdecken wir schließlich große Kolonien von Südafrikanischen Seebären. Tausende Tiere können sich in den Kolonien versammeln. Sie liegen dicht an dicht. Ein wahnsinns BIld und die Geräuschkulisse noch dazu. Wieder an Land angekommen fahren wir zurück nach Swakopmund und erkunden das hübsche Örtchen auf eigene Faust eh wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen am Pier wiedertreffen. Ein schöner Tag geht zu Ende.

Fahrt in das Damaraland

Ein neuer Reisetag beginnt – und wie könnte es anders sein: erneut heißt es Köfferchen packen! Langsam haben wir Übung darin, morgens unsere sieben Sachen zusammenzusuchen und alles wieder ordentlich im Gepäck zu verstauen. Heute verlassen wir die Atlantikküste und machen uns auf den Weg ins Landesinnere. Vor uns liegt wieder eine längere Strecke durch die faszinierende Landschaft Namibias.
Allerdings meint es die Straße heute stellenweise nicht besonders gut mit uns. Holprig ist die Fahrt und so bekommen wir gleich noch eine kostenlose „afrikanische Massage“ dazu. Jede Bodenwelle sorgt für Bewegung im Fahrzeug – langweilig wird es jedenfalls nicht!
Nach einiger Zeit erreichen wir Henties Bay, eine kleine Küstenstadt nördlich von Swakopmund. Der Ort ist vor allem bei Anglern und als Ferienziel beliebt. Die raue Atlantikküste und die weitläufigen Strände verleihen Henties Bay einen ganz eigenen Charme.
Für uns steht heute allerdings weniger Strand und Meer auf dem Programm, sondern ein ganz praktischer Zwischenstopp: Supermarkt!
Wir nutzen die Gelegenheit, um uns mit allerlei Dingen für die Weiterfahrt einzudecken. Getränke, Snacks und kleine Vorräte wandern in unsere Einkaufswagen. Nach den vergangenen Tagen wissen wir inzwischen: Bei langen Fahrten durch Namibia ist es immer gut, etwas Proviant dabei zu haben. Je weiter wir ins Landesinnere fahren, desto deutlicher verändert sich die Landschaft. Die Küste bleibt hinter uns und die trockene, weitläufige Landschaft des namibischen Nordwestens breitet sich vor uns aus. Unser nächstes Ziel ist Uis – ein Ort, dessen Geschichte eng mit dem Bergbau verbunden ist. Uis liegt am Rand des Brandbergmassivs und wurde vor allem durch seine Zinnvorkommen bekannt. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde hier Zinn abgebaut. Besonders während der Zeit des intensiven Bergbaus entwickelte sich Uis zu einem wichtigen Bergbauort. Die Zinnmine wurde schließlich stillgelegt, nachdem die wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen weitgehend erschöpft waren. Heute erinnert vieles in und um Uis noch an die Bergbaugeschichte des Ortes.
Die Region ist außerdem für ihre Nähe zum Brandberg, dem höchsten Gebirgsmassiv Namibias, bekannt. Der Brandberg erreicht eine Höhe von rund 2.573 Metern und ist nicht nur geologisch interessant. In seinen Felslandschaften befinden sich zahlreiche Felszeichnungen, darunter die berühmte „White Lady“. Während wir durch Uis fahren, bekommen wir einen Eindruck davon, wie eng die Geschichte Namibias mit den Bodenschätzen des Landes verbunden ist. Unsere Reise führt uns weiter Richtung Norden. Die Landschaft bleibt trocken und karg, doch gerade diese scheinbare Leere fasziniert. Immer wieder entdecken wir einzelne Bäume, Felsen und kleine Ansiedlungen. Schließlich erreichen wir Khorixas, eine Stadt in der Region Kunene. Khorixas gilt als wichtiges Zentrum der Gegend und ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der landschaftlich und kulturell außergewöhnlichen Region. Nach den vielen Kilometern freuen wir uns allerdings erst einmal darauf, endlich anzukommen. Unser heutiges Zuhause ist die Damara Mopane Lodge. Nach der langen und teilweise ziemlich holprigen Fahrt heißt es nun: Gepäck abstellen, Zimmer beziehen und erst einmal ankommen. um 18:00 Uhr verabreden wir uns in der Hotellobby um gemeinsam das Plateau zu erklimmen, wo man eine herrliche Aussicht auf den Sonnenuntergang hat. Dank der oben gelegenen Bar können wir den Moment auch gebührend zelebrieren. Anschließend wartet ein weiteres gemeinsames Abendessen auf uns wo wir den Abend bei guten Gesprächen entspannt ausklingen lassen.

Ausflug Twyfelfontein & Versteinerter Wald

Heute lassen wir es etwas ruhiger angehen. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage freuen wir uns über ein entspanntes Frühstück. Ohne Eile genießen wir unseren Kaffee und stärken uns für das, was heute vor uns liegt. Danach heißt es wieder: einsteigen und losfahren! Unser Ziel ist Twyfelfontein, eine der bedeutendsten historischen Stätten Namibias. Schon die Fahrt nach Twyfelfontein ist ein Erlebnis. Die Landschaft wird immer ursprünglicher und die trockene, felsige Umgebung lässt erahnen, warum diese Region seit Jahrtausenden Menschen angezogen hat. Twyfelfontein ist vor allem für seine außergewöhnliche Sammlung von Felsgravuren und Felszeichnungen bekannt. Die ältesten Darstellungen werden teilweise auf mehrere tausend Jahre datiert und stammen von Jäger- und Sammlergruppen, die einst in dieser Gegend lebten. Auf den Felsflächen finden sich Darstellungen von Giraffen, Elefanten, Nashörnern, Antilopen und anderen Tieren. Besonders interessant ist, dass nicht nur die Tiere selbst abgebildet wurden. Manche Gravuren zeigen auch Fußspuren und andere Zeichen, die vermutlich mit den Lebensbedingungen und der Beobachtung der Tierwelt zusammenhängen. Twyfelfontein wurde im Jahr 2007 zum UNESCO-Welterbe erklärt und gehört damit zu den wichtigsten archäologischen Stätten des südlichen Afrikas. Bei unserem Rundgang mit unserem deutsche Guide Desiree wird schnell deutlich, wie außergewöhnlich dieser Ort ist. Zwischen den Felsen stehen wir vor Bildern, die Menschen vor Jahrtausenden geschaffen haben. Ein faszinierender Gedanke: Die Künstler von damals kannten weder Papier noch moderne Werkzeuge – und trotzdem sind ihre Spuren bis heute sichtbar. Der Name Twyfelfontein bedeutet übrigens so viel wie „zweifelhafte Quelle“. Er geht auf eine Quelle zurück, deren Wasserführung sehr unzuverlässig war. In einer so trockenen Landschaft war eine Wasserquelle natürlich von enormer Bedeutung – und entsprechend enttäuschend muss es gewesen sein, wenn sie wieder einmal kein Wasser führte.
Nach diesen beeindruckenden Einblicken in die Geschichte der Menschheit führt uns unsere Fahrt weiter zu einem ebenso außergewöhnlichen Zeugnis der Erdgeschichte: dem Versteinerten Wald. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Baumstamm aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als etwas ganz anderes. Vor rund 280 Millionen Jahren gelangten hier riesige Baumstämme in die Region. Vermutlich wurden sie durch gewaltige Überschwemmungen angeschwemmt und unter Sedimenten begraben. Über einen unglaublich langen Zeitraum wurden die organischen Bestandteile der Bäume durch Mineralien ersetzt. Dabei blieb die ursprüngliche Struktur des Holzes erstaunlich gut erhalten. Das Ergebnis sind heute versteinerte Baumstämme, bei denen man teilweise noch die ursprüngliche Maserung erkennen kann. Man steht also buchstäblich vor Bäumen, die älter sind als die Dinosaurier! Der Versteinerte Wald ist damit ein eindrucksvolles Fenster in eine Zeit, in der die Erde völlig anders aussah. Die Landschaft, das Klima und die Lebewesen hatten mit der heutigen Welt kaum etwas gemeinsam.
Nach diesen außergewöhnlichen Erlebnissen geht es zurück zu unserer Unterkunft. Jetzt haben wir uns eine gemütliche Pause redlich verdient.
Am Abend treffen wir uns wieder alle zum gemeinsamen Abendessen. Bei gutem Essen und in geselliger Runde lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren.

weiter ins Kaokoland – Opuwo

Ein neuer Tag in Namibia beginnt – und wie so oft auf unserer Rundreise gibt es ein kleines Morgenritual: Koffer packen und wieder im Bus verstauen! Mittlerweile geht das Ein- und Ausladen schon fast wie von selbst. Jeder Handgriff von unserem Reiseleiter Floyd sitzt, schließlich haben unsere Koffer inzwischen einige Kilometer namibischer Straßen hinter sich. Heute liegt eine besonders lange Etappe vor uns. Unser Ziel ist Opuwo, weit im Nordwesten Namibias. Der Weg dorthin führt uns über Fransfontein und Kamanjab immer weiter hinein in eine Region, die deutlich abgelegener und ursprünglicher wirkt. Kaum haben wir die ersten Kilometer hinter uns gebracht, wird klar: Heute verbringen wir viel Zeit im Bus. Die Entfernungen in Namibia sind gewaltig, und zwischen den einzelnen Orten liegen teilweise viele Kilometer nahezu unberührter Landschaft. Unsere Straße ist dabei nicht immer das, was man aus Europa gewohnt ist. Immer wieder wird die Fahrt ziemlich holprig. Schlaglöcher, Bodenwellen und unbefestigte Abschnitte sorgen dafür, dass wir ordentlich durchgeschüttelt werden.
Man könnte sagen: Heute bekommen wir wieder eine kostenlose „afrikanische Massage“ – inklusive und ohne Aufpreis!
Doch die Landschaft entschädigt für so manche Bodenwelle. Durch die Fenster blicken wir auf weite Ebenen, trockene Flussläufe, Berge und vereinzelte Akazien. Immer wieder verändert sich das Landschaftsbild und erinnert uns daran, wie riesig und abwechslungsreich Namibia ist.
Unser Weg führt zunächst über Fransfontein, eine kleine Siedlung in der Region Kunene. Der Ort liegt am Fuß der Fransfontein-Berge und wurde nach einer Quelle benannt, die für die Entwicklung der Siedlung eine wichtige Rolle spielte. Inmitten der trockenen Landschaft ist Wasser ein kostbares Gut und hat seit jeher darüber entschieden, wo Menschen und Tiere dauerhaft leben konnten. Die Fransfontein-Berge bilden einen schönen Kontrast zur sonst eher flachen Landschaft. Ihre Gesteinsformationen erzählen von der langen geologischen Geschichte dieser Region. Der nächste wichtige Punkt auf unserer Strecke ist Kamanjab. Die kleine Stadt liegt am westlichen Rand des Etosha-Gebiets und gilt als Ausgangspunkt für Reisen in den abgelegenen Nordwesten Namibias. Kamanjab ist außerdem bekannt für seine Nähe zu verschiedenen Schutzgebieten und für die kulturelle Vielfalt der Region. Hier treffen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Traditionen aufeinander.
Je weiter wir nach Norden kommen, desto ursprünglicher wirkt die Landschaft. Die Straßen werden teilweise rauer und die Siedlungen seltener. Wir merken deutlich: Wir bewegen uns immer weiter weg von den touristisch stärker erschlossenen Regionen Namibias.
In unserer Unterkunft angekommen genießen wir die freie Zeit bevor wir wieder zum Abendessen im Restaurant einkehren.

Ausflug nach Epupa und Himbadorf

Heute heißt es wieder einmal: früh aufstehen! Denn wie sagt man so schön: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Und unser „Wurm“ ist heute ein ganz besonderes Erlebnis – wir machen uns auf den Weg zu einem Himbadorf. Noch bevor die Sonne ihre ganze Kraft entfaltet, sitzen wir im Bus und fahren durch die beeindruckende Landschaft im Norden Namibias. Die frühe Stunde hat ihren ganz eigenen Zauber. Das Licht ist noch weich, die Temperaturen angenehm und die Landschaft wirkt fast ein wenig mystisch. Unser Ziel ist ein traditionelles Himbadorf. Die Himba gehören zu den bekanntesten Bevölkerungsgruppen Namibias und leben vor allem im abgelegenen Nordwesten des Landes. Sie sind eng mit den Herero verwandt und haben viele ihrer traditionellen Lebensweisen bis heute bewahrt. Besonders auffällig ist das Erscheinungsbild der Himba. Die Frauen tragen traditionell wenig Kleidung und schmücken sich mit Leder, Muscheln, Metall und verschiedenen Schmuckstücken. Charakteristisch ist auch die rötliche Farbe ihrer Haut und Haare. Sie verwenden eine Mischung aus Ocker und Tierfett, die als „Otjize“ bezeichnet wird. Diese Paste schützt unter anderem vor der intensiven Sonne und hält Insekten fern. Gleichzeitig hat sie eine wichtige kulturelle Bedeutung. Die traditionelle Lebensweise der Himba ist stark von der Viehzucht geprägt. Rinder und Ziegen spielen eine zentrale Rolle und haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und kulturelle Bedeutung. Das Leben ist an die schwierigen Bedingungen der trockenen Region angepasst. Während unseres Besuchs bekommen wir einen Einblick in den Alltag und die Traditionen der Menschen. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Lebensweisen sein können und wie eng die Menschen hier mit ihrer Umgebung verbunden sind.
Natürlich möchten auch wir nicht mit leeren Händen gehen. Als Dankeschön für den herzlichrn Empfang überreichen wir unserem Guide George Mitbringesel in Form von Maismehl, Zucker, Brot, Tee und Obst. Nach unserem beeindruckenden Besuch im Himbadorf heißt es heute wieder: einsteigen und weiterfahren! Unser nächstes Ziel liegt ganz im Norden Namibias – die spektakulären Epupa-Wasserfälle am Kunene-Fluss. Die Fahrt dorthin führt uns durch eine Landschaft, die kaum unterschiedlicher sein könnte. Trockene, karge Ebenen wechseln sich mit Felsen, vereinzelten Bäumen und Palmen ab. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr verändert sich das Landschaftsbild. Plötzlich taucht mitten in dieser trockenen Region immer mehr Grün auf – ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir uns dem Wasser nähern.
Schließlich erreichen wir die Epupa-Wasserfälle, die zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten im Norden Namibias gehören.
Die Wasserfälle befinden sich am Kunene-Fluss, der hier die natürliche Grenze zwischen Namibia und Angola bildet. Der Kunene gehört zu den wenigen ganzjährig wasserführenden Flüssen Namibias und ist deshalb für Mensch und Tier in dieser ansonsten extrem trockenen Region von enormer Bedeutung. Der Name „Epupa“ stammt aus der Sprache der Herero und bedeutet etwa „Schaum“. Der Name passt hervorragend, denn das Wasser des Kunene stürzt hier über zahlreiche Felsstufen und bildet dabei schäumende Kaskaden und Stromschnellen.
Besonders faszinierend ist der Kontrast: Auf der einen Seite die trockene Landschaft der Kaokoveld-Region, auf der anderen Seite das frische Grün entlang des Flusses. Palmen und andere Pflanzen wachsen direkt am Wasser und bilden eine kleine grüne Oase inmitten der trockenen Umgebung. Bevor wir uns die Wasserfälle genauer ansehen, wartet in der gleichnamigen Lodge ein wohlverdientes Mittagessen auf uns.
Nach der Fahrt und den vielen Eindrücken des Vormittags lassen wir es uns schmecken und genießen die entspannte Atmosphäre. Dabei ist die Vorfreude auf das, was uns anschließend erwartet, natürlich groß. Denn natürlich wollen wir die Wasserfälle nicht nur aus der Ferne betrachten! Gut gestärkt machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Schon bald begleitet uns das stetige Rauschen des Wassers.
Je näher wir kommen, desto beeindruckender wird der Anblick der Wasserfälle und wir knipsen was das Zeug hält. Nun heißt es aber ab in den Bus, denn wir müssen zum Abendessen wieder in unserer Lodge in Opuwo sein. Gesagt getan! Pünktlich kommen wir wieder zurück und genießen ein leckeres Menü.

durch den westlichen Teil des Etosha Nationalparks

Kaum haben wir uns an einen Ort gewöhnt, heißt es schon wieder: Koffer packen und weiterziehen! Unsere Namibia-Reise führt uns heute in eine der bekanntesten Regionen des Landes – den Etosha-Nationalpark. Die Koffer werden ein letztes Mal kontrolliert, alles wandert in den Bus und dann kann es losgehen. Vor uns liegt ein Tag, an dem wir hoffentlich möglichst viele der tierischen Bewohner Namibias zu Gesicht bekommen. Unser Zugang zum Etosha-Nationalpark erfolgt über das Galton Gate im Westen des Parks. Bevor wir hineinfahren dürfen, steht allerdings noch eine Kontrolle an. Unser Bus wird überprüft und dabei geht es unter anderem um die Frage: Haben wir Drohnen oder Plastiktüten dabei? Drohnen sind im Nationalpark nicht erlaubt, da sie die Tiere stören können und die Ruhe der Wildnis bewahrt werden soll. Auch Plastiktüten und andere Gegenstände, die zu Umweltproblemen führen könnten, werden kontrolliert. Der Schutz der einzigartigen Natur steht schließlich an erster Stelle. Nachdem die Kontrolle erledigt ist, dürfen wir endlich passieren. Vor uns liegt nun die Weite des Etosha-Nationalparks. Der Etosha-Nationalpark gehört zu den bekanntesten Schutzgebieten Afrikas und umfasst eine riesige Fläche von mehr als 22.000 Quadratkilometern. Namensgeber des Parks ist die gewaltige Etosha-Pfanne, eine rund 120 Kilometer lange und bis zu 60 Kilometer breite Salzpfanne. Besonders in der Trockenzeit zieht sie zahlreiche Tiere zu den verbliebenen Wasserstellen in ihrer Umgebung. Genau diese Wasserstellen sind für Safari-Gäste besonders interessant – denn wo Wasser ist, lassen sich häufig auch die unterschiedlichsten Tiere beobachten. Und heute haben wir Glück!
Nach den ersten Kilometern durch den Park erreichen wir Olifantsrus. Der Name bedeutet übersetzt ungefähr „Elefantenrast“.
Hier legen wir eine kurze Pause ein und können uns etwas die Beine vertreten. Der Rastplatz liegt an einem Wasserloch und verfügt über einen besonderen Beobachtungsbereich, von dem aus man Tiere am Wasser beobachten kann. Natürlich wandern unsere Blicke sofort in Richtung Wasserloch. Schließlich weiß man im Etosha nie, wer gerade zum Trinken vorbeikommt. Danach setzen wir unsere Fahrt fort. Nun heißt es: Augen auf und aufmerksam aus dem Fenster schauen! Die Fahrt durch den Park wird zur großen Safari. Hinter jeder Kurve könnte das nächste Tier auftauchen. Wir entdecken verschiedene Wildtiere und immer wieder heißt es im Bus: „Da! Da drüben!“
Jede Sichtung sorgt für Begeisterung. Besonders faszinierend ist es, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten – ohne Zäune, ohne Gehege und ohne künstliche Kulisse. Bei jeder Tierbeobachtung wird die Kamera gezückt und eifrig fotografiert. Man möchte schließlich keinen dieser besonderen Momente verpassen. Nach unserer ausgiebigen Fahrt durch den Nationalpark verlassen wir schließlich den Parkbereich und erreichen unsere heutige Unterkunft. Doch bevor wir uns endgültig entspannen können, wartet noch ein kulinarisches Highlight auf uns:
Ein großes Grillbuffet!
Wir schlagen natürlich ordentlich zu und fallen müde und gut gesättigt in unsere Betten.

Safari im Etosha Nationalpark

Heute klingelt der Wecker besonders früh. Ein zeitiges Frühstück wartet auf uns, denn vor uns liegt ein ganzer Tag voller Abenteuer: Wir gehen auf ganztägige Pirschfahrt durch den Etosha-Nationalpark. Kaum ist der letzte Kaffee getrunken, sitzen wir im Bus und machen uns auf den Weg. Die Morgenstunden sind eine besonders spannende Zeit für eine Safari. Die Temperaturen sind noch angenehm und viele Tiere sind bereits unterwegs, bevor die Hitze des Tages einsetzt. Also heißt es wieder: Augen auf und Ferngläser bereit!
Der Etosha-Nationalpark zählt zu den bedeutendsten Schutzgebieten Afrikas. Mit einer Fläche von mehr als 22.000 Quadratkilometern bietet er Lebensraum für eine beeindruckende Vielfalt an Tieren. Das Herzstück des Parks ist die gewaltige Etosha-Salzpfanne. Sie erstreckt sich über rund 120 Kilometer und ist stellenweise so weitläufig, dass man das Gefühl bekommt, bis zum Horizont nur Salz und Himmel zu sehen.
In der Trockenzeit konzentriert sich das Leben zunehmend an den Wasserstellen. Für uns bedeutet das: Wasserstellen ansteuern und Ausschau halten!Während unserer ganztägigen Pirschfahrt entdecken wir zahlreiche Tiere. Immer wieder wird gebremst, weil irgendwo am Wegesrand etwas Interessantes zu sehen ist. Zebras, Giraffen, verschiedene Antilopen und andere Wildtiere gehören zu den Bewohnern des Parks.
Unsere Kameras haben jedenfalls ordentlich zu tun! Zur Mittagszeit erreichen wir das Okaukuejo Camp, das als Hauptcamp und eines der wichtigsten Besucherzentren des Etosha-Nationalparks gilt. Okaukuejo liegt am südlichen Rand der Etosha-Pfanne und ist besonders für sein beleuchtetes Wasserloch bekannt. Es bietet Besuchern die Möglichkeit, auch nach Einbruch der Dunkelheit Tiere zu beobachten.
Das Camp wurde ursprünglich als militärischer Außenposten gegründet und entwickelte sich später zu einer wichtigen Station für Forschung, Naturschutz und Tourismus. Wir nutzen unseren Aufenthalt für eine wohlverdiente Pause. Nach den vielen Stunden auf Pirsch tut es gut, einmal aus dem Fahrzeug auszusteigen, sich die Beine zu vertreten und etwas zu essen.
Nach unserer Pause geht es wieder hinaus in den Park. Die Landschaft verändert sich immer wieder: offene Grasflächen, Buschland und trockene Ebenen. Die Stunden vergehen wie im Flug und eh wir uns versehen können sitzen wir schon wieder bei einem leckeren Buffet im Restaurant und plaudern angeregt über den heutige Tag.

Outjo – Mount Etjo mit Pirschfahrt

Ein neuer Tag beginnt – und inzwischen kennen wir das morgendliche Ritual bestens: Köfferchen packen, Reißverschluss zu und ab in den Bus! Unsere Namibia-Reise geht weiter und heute wartet wieder ein ganz besonderes Ziel auf uns. Unser Weg führt uns zur Mount Etjo Safari Lodge, die inmitten einer beeindruckenden Landschaft im Herzen Namibias liegt. Nach den vergangenen Tagen im Etosha-Nationalpark dürfen wir uns erneut auf spannende Begegnungen mit der afrikanischen Tierwelt freuen. Die Mount Etjo Safari Lodge liegt am Fuß des gleichnamigen Mount Etjo und gehört zum weitläufigen Mount Etjo Safari Park. Das private Wildreservat bietet zahlreichen afrikanischen Wildtieren einen geschützten Lebensraum. Der Name „Etjo“ stammt aus der Sprache der Herero und bedeutet sinngemäß „Ort der Zuflucht“ – ein durchaus passender Name für ein Gebiet, in dem Tiere einen geschützten Rückzugsraum finden. Die Region ist geprägt von weiten Ebenen, Buschland und markanten Felsformationen. Anders als im staatlichen Etosha-Nationalpark befinden wir uns hier in einem privaten Schutzgebiet. Das ermöglicht unter anderem geführte Pirschfahrten, bei denen man der Tierwelt auf besonders intensive Weise begegnen kann.
Nach unserer Ankunft beziehen wir unsere Zimmer und haben zunächst etwas Zeit, uns einzurichten und die Umgebung zu genießen. Es lohnt sich definitv einfach durch die Anlage zu flanieren,es gibt viel zu entdecken. Doch lange bleibt es nicht ruhig – am späten Nachmittag wartet bereits das nächste Abenteuer auf uns. Als die Sonne langsam tiefer steht und das Licht wärmer wird, starten wir zu unserer Pirschfahrt über das Gelände. Die Temperaturen werden angenehmer und die tief stehende Sonne taucht die Landschaft in ein wunderschönes goldenes Licht. Jetzt heißt es wieder: Augen auf und Kameras bereithalten! Und schon bald gibt es die ersten besonderen Begegnungen.
Wir entdecken Nashörner, die ruhig durch die Landschaft ziehen. Diese beeindruckenden Tiere wirken mit ihrer massigen Gestalt fast wie aus einer anderen Zeit. Afrikanische Nashörner gehören zu den bedrohten Großsäugern und stehen weltweit unter besonderem Schutz. Umso beeindruckender ist es, diese Tiere aus sicherer Entfernung in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Doch die Nashörner sind längst nicht die einzigen Bewohner des Reservats. Plötzlich ragen zwischen den Bäumen die langen Hälse von Giraffen hervor. Mit ihrer außergewöhnlichen Körperform gehören sie zu den faszinierendsten Tieren Afrikas. Ganz entspannt ziehen sie durch die Landschaft und knabbern an den Blättern der Bäume. Kurz darauf entdecken wir auch Elefanten. Die Begegnung mit diesen gewaltigen Tieren ist immer etwas Besonderes. Trotz ihrer Größe bewegen sie sich erstaunlich ruhig und fast lautlos durch das Buschland. Dazwischen beobachten wir zahlreiche Springböcke und Impalas, die aufmerksam in unsere Richtung schauen. Während die Impalas mit ihren eleganten Sprüngen beeindrucken, sind Springböcke perfekt an das Leben in den trockenen Regionen des südlichen Afrikas angepasst. Immer wieder wird angehalten, fotografiert und natürlich gestaunt. Als die Sonne langsam dem Horizont entgegenwandert, erreichen wir ein Wasserloch. Was könnte es für einen besseren Ort geben, um eine kleine Pause einzulegen? Wir steigen aus und genießen bei Getränken einen gemeinsamen Anstoß. Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, das Licht wird immer goldener und die Landschaft wirkt plötzlich ganz still. Ein Glas in der Hand, die afrikanische Weite vor Augen und vielleicht noch ein Elefant oder eine Antilope in der Nähe – solche Momente bleiben im Gedächtnis. Der Sonnenuntergang taucht die Landschaft in warme Orange- und Rottöne. Für einen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen.
Nach dieser stimmungsvollen Pause setzen wir unsere Pirschfahrt fort und fahren schließlich zurück zur Lodge. Danke an unsere Natureguides für dieses schöne Erlebnis! Im Dunkeln erreichen wir unsere Unterkunft. Noch einmal werden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht und die schönsten Fotos gezeigt. Dann wartet bereits das gemeinsame Abendessen in der Lodge auf uns. Bei gutem Essen und gemütlicher Atmosphäre lassen wir diesen besonderen Tag ausklingen.

Okahandja – Okaouka Lodge in der Nähe von Windhoek

So langsam wird uns bewusst: Unsere wunderschöne Reise neigt sich leider dem Ende zu. Doch Trübsal blasen kommt für uns nicht infrage! Schließlich liegen noch einige gemeinsame Erlebnisse vor uns, und die wollen wir in vollen Zügen genießen. Also heißt es: Koffer verstauen, ein letztes Mal gemeinsam losfahren und auf nach Okahandja! Unser heutiges Ziel liegt rund 70 Kilometer nördlich von Windhoek und ist vor allem für seine Holzschnitzereien und Kunsthandwerksmärkte bekannt. Okahandja wird deshalb auch gerne als die „Holzschnitzer-Hauptstadt Namibias“ bezeichnet. Entlang der Straße finden sich zahlreiche Stände und Geschäfte, in denen kunstvoll geschnitzte Figuren, Schalen, Masken und andere Souvenirs angeboten werden. Ein Paradies für alle, die noch ein kleines Stück Namibia mit nach Hause nehmen möchten.
Natürlich können wir da nicht einfach vorbeifahren! Bei einigen Souvenirläden legen wir einen Stopp ein und stöbern durch das vielfältige Angebot. Das ein oder andere Mitbringsel wandert dabei natürlich in unsere Taschen – schließlich soll die Erinnerung an diese Reise noch lange weiterleben. Ein weiterer Pflichtstopp ist der Biltongladen. Biltong, das typisch südafrikanische und namibische Trockenfleisch, gehört einfach zu einer Reise durch Namibia dazu. Verschiedene Fleischsorten und Geschmacksrichtungen stehen zur Auswahl und natürlich wird ausgiebig probiert, verglichen und eingekauft. Schließlich braucht man ja auch für zu Hause ein kleines Stück Namibia!
Anschließend setzen wir unsere Fahrt zu unserer Lodge fort. Dort angekommen stellen wir allerdings fest: Wir sind viel zu früh dran! Unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Aber auch daraus machen wir das Beste. Kurzerhand wird gemeinsam Mittag gegessen, und die Zeit nutzen wir außerdem für den Online-Check-in für unseren bevorstehenden Rückflug. Während die einen mit dem Handy beschäftigt sind, genießen die anderen noch einmal ganz entspannt die gemeinsame Zeit und die Atmosphäre. Irgendwann ist es dann endlich so weit: Wir können unsere Lodges beziehen. Koffer abstellen, Zimmer anschauen und erst einmal durchatmen. Danach heißt es Freizeit!
Und die freie Zeit hält gleich noch eine besondere Überraschung bereit. Auf dem Gelände entdecken wir einige tierische Bewohner – darunter Warzenschweine und Strauße. Natürlich können wir die Tiere nicht einfach namenlos lassen. Kurzerhand bekommen zwei unserer gefiederten beziehungsweise borstigen Begleiter passende Namen: Gisela und Luise. Wer dabei Gisela und wer Luise ist, bleibt vielleicht unserer ganz eigenen Namenslogik überlassen – fest steht jedenfalls, dass die beiden schnell zu kleinen Stars unseres letzten Lodgetages werden.
Es ist genau diese Mischung aus Natur, Ruhe und unerwarteten Begegnungen, die unsere Reise durch Namibia so besonders gemacht hat. Tiere in freier Umgebung zu beobachten, gehört für uns inzwischen fast selbstverständlich zum Tagesprogramm – und trotzdem ist jede Begegnung wieder etwas Besonderes. Am Abend treffen wir uns noch einmal alle zum gemeinsamen Abendessen. Die Stimmung ist gemütlich und gleichzeitig ein wenig traurig. Wir nutzen unseren letzten gemeinsamen Abend um uns bei Reiseleiter Floyd für die schöne Zeit in Namibia zu bedanken. Zusammen stoßen wir an und lassen den Abend bei schönen Gesprächen ausklingen.

Fahrt nach Windhoek – City Tour und Rückreise nach Deutschland

Und plötzlich ist er da, unser letzter Tag in Namibia.Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist! Bevor es endgültig Richtung Flughafen geht, steht allerdings noch eine ganz besondere Herausforderung auf dem Programm. Koffer packen. Nach all den Einkäufen, Souvenirs und kleinen Erinnerungsstücken ist die Frage aller Fragen Wie bekommen wir bloß alles wieder in unsere Koffer? Mit ein bisschen Drücken, Schieben, Rollen und vermutlich auch dem einen oder anderen Trick gelingt es schließlich doch. Die Koffer sind zu – mehr oder weniger freiwillig. Und nun darf auch unser Reiseleiter Floyd ein letztes Mal mit unseren Koffern im Kofferraum Tetris spielen. Aber er meistert dies aber wie immer mit Bravur. Unser Weg führt uns zurück nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Die Stadt liegt auf etwa 1.650 Metern Höhe und ist mit rund 500.000 Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Doch bevor wir uns dem Stadtzentrum widmen, steht ein Besuch in einem Stadtteil auf dem Programm, der uns noch einmal eine ganz andere Seite Namibias zeigt: Katutura. Katutura bedeutet in der Sprache der Herero sinngemäß „der Ort, an dem wir nicht leben wollen". Der Stadtteil entstand während der Apartheidspolitik, als die schwarze Bevölkerung aus den zentral gelegenen Stadtteilen Windhoeks zwangsumgesiedelt wurde. Tausende Menschen mussten ihre bisherigen Wohnungen verlassen und wurden nach Katutura gebracht. Heute ist Katutura ein lebendiger und vielfältiger Stadtteil, in dem Menschen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen leben. Trotz vieler Herausforderungen ist der Ort vor allem eines authentisches, alltägliches Namibia. Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie die Menschen tatsächlich leben, arbeiten und ihren Alltag gestalten – abseits der touristischen Bilderbuchkulisse. Unser Besuch ist deshalb nicht einfach nur eine Stadtrundfahrt. Wir bekommen die Möglichkeit, Namibia aus einer sehr persönlichen Perspektive kennenzulernen Ein besonderer Höhepunkt ist unser Besuch bei Kameeta Anna's Kindergarten. Hier erleben wir eine ganz andere, sehr persönliche Seite unserer Reise. Kinderlachen, neugierige Blicke und jede Menge Leben erwarten uns. Der Besuch zeigt uns, wie wichtig Einrichtungen wie diese für die Familien und Kinder vor Ort sind. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement und Herzblut hier gearbeitet wird. Gleichzeitig wird uns einmal mehr bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen zu unserer Heimat sein können. Gerade solche Begegnungen bleiben im Gedächtnis, weil sie uns Land und Menschen nicht nur als Reisende, sondern auf einer viel persönlicheren Ebene näherbringen. Einen ganz persönlichen Eindruck gewährte uns unserer Reiseleiter Floyd. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Katutura, dem Stadtteil von Windhoek, in dem Floyd aufgewachsen ist. Hier konnten wir einen Eindruck von seiner persönlichen Geschichte und den Lebensbedingungen bekommen, die ihn geprägt haben. Es war etwas Besonderes, nicht nur die touristischen Seiten Namibias kennenzulernen, sondern auch einen kleinen Einblick in die Heimat und Vergangenheit unseres Reiseleiters zu erhalten. Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Windhoek. Während der Fahrt tauchten wir noch einmal in die Geschichte der namibischen Hauptstadt ein. Wir kamen am Alten Bahnhof vorbei, einem markanten historischen Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit. Der Bahnhof erinnert an die Zeit, als Windhoek zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt im damaligen Deutsch-Südwestafrika wurde. Weiter ging unsere Fahrt zum Tintenpalast, dem Sitz des namibischen Parlaments. Das imposante Gebäude liegt mitten in Windhoek und ist von einem schönen Garten umgeben. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt der Tintenpalast einer scherzhaften Bezeichnung aus der deutschen Kolonialzeit: Wegen der vielen Schreiber, die dort arbeiteten, soll das Gebäude sinngemäß als „Palast der Tinte“ bezeichnet worden sein. Heute ist der Tintenpalast ein wichtiges politisches und historisches Wahrzeichen Namibias. Zum Mittagessen kehrten wir anschließend im bekannten Joe’s Beerhouse ein. Das Restaurant ist weit über Windhoek hinaus bekannt und bietet eine besondere Mischung aus namibischer Atmosphäre, landestypischen Spezialitäten und urigem Ambiente. Zwischen afrikanischer Dekoration und zahlreichen Erinnerungsstücken konnten wir noch einmal gemütlich zusammensitzen und unsere Reise Revue passieren lassen. Natürlich durfte dabei auch ein kühles namibisches Bier nicht fehlen. Bevor es endgültig zum Flughafen ging, stand noch ein letzter Stopp auf dem Programm: Souvenirshopping. Noch einmal hatten wir Gelegenheit, typische Erinnerungsstücke an unsere Namibia-Reise zu erwerben – vielleicht ein kleines Andenken für die Familie, ein Kunsthandwerk aus Namibia oder etwas, das uns auch zu Hause noch an die beeindruckenden Erlebnisse dieser Reise erinnern wird. Danach hieß es endgültig Abschied nehmen. Wir fuhren zum Flughafen und verabschiedeten uns von unserem Reiseleiter Floyd, der uns während der Reise mit seinem Wissen, seinen Geschichten und seiner herzlichen Art begleitet hatte. Gerade der persönliche Einblick in seine Heimat und seine Lebensgeschichte machte den Abschied besonders emotional.

Mit vielen Eindrücken, Erinnerungen und natürlich auch einer gewissen Wehmut traten wir schließlich die Heimreise an. Namibia hat uns nicht nur mit seinen faszinierenden Landschaften und seiner Tierwelt beeindruckt, sondern auch mit seinen Menschen, seiner Geschichte und seiner besonderen kulturellen Vielfalt. Eine Reise, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ankunft in Deutschland

Wir haben es geschafft & sind wohlbehalten in Frankfurt angekommen. Doch nun heißt es Abschied nehmen. Abschied nehmen von einer wundervollen Zeit in Namibia mit wundervollen Menschen und einzigartigen Momenten die wir gemeinsam erlebt haben.
So zieht jeder seiner Wege, auf bald :)


Meine lieben Eberhardtlinge,

es war mir ein innerlichen Blumen pflücken jeden einzelnen von euch kennenlernen zu dürfen. Wir haben so viele schöne Momente zusammen erlebt, haben Höhen und tiefen durchlebt, 4 Reifenpannen überstanden & trotzdem tat dies der Stimmung kein Abbruch.

Zum Abschied lasst uns unseren Ohrwurm noch einmal anstimmen:
Amarula, Amarula Amarula rula rula rula <3

auf ganz bald!!!
Eure Reisebegleiterin vom mobilen Krankentransport,
Anne


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