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Alpenüberquerung: von Oberstdorf nach Meran

Reisebericht: 09.07. – 18.07.2026

Unsere Wanderreise führte uns auf 95 Wanderkilometer, An- und Abstieg von jeweils ca. 5.000 Höhenmeter verteilt auf 8 Wandertage von Obersdorf nach Meran.

Olaf Rilke

Ein Reisebericht von
Olaf Rilke

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Anreise nach Oberstdorf

Früh um 3:15 Uhr startete unser Tiroler-Pendelbus, nahm Gäste an verschiedenen Zustiegen auf und erreichte pünktlich den Oberstdorfer Transferbus um 10 Uhr in München. Die frühe Ankunft zur Mittagszeit in Oberstdorf ermöglichte uns einen zusätzlichen Ausflug in die Breitachklamm, der tiefsten Felsenschlucht Mitteleuropas.

1. Wandertag: von Oberstdorf ins Kleinwalsertal

Wir beginnen gemütlich mit der Seilbahnfahrt und wandern auf dem Höhenweg ins Kleinwalsertal, probieren den ersten Kaiserschmarrn in Riezlern und folgen einem schönen Weg entlang der Breitach, um nach ca. 12 km unser Hotel mit Wellness in Mittelberg zu erreichen. Eine schöne Tour zum Eingewöhnen und Einlaufen!

2. Wandertag: vom Kleinwalsertal über den Hochalppass zur Wettersteinhütte, Abstieg zur Bundesstraße

Mit dem Bus geht es nach Baad zum Aufstieg auf den Hochalppass vorbei an der Bärgunthütte. Unterhalb des gewaltigen Widdersteins geht es durch blühende Alpenwiesen, mit tollen Ausblicken auf über 2.000 m zur Widdersteinhütte mit feinstem Jauseangebot. Der 30 min Abstieg bringt uns zum Bus für die Weiterfahrt zum Hotel in Schröcken. Die 850 m Aufstieg, 403 m Abstieg auf 11 km fühlten sich sehr gut an und belohnten uns mit wunderschönen Naturerlebnissen.

3. Wandertag: Wanderung zum Körber–See, über den Simmel nach Warth

Heute geht es direkt vom Hotel auf den Wanderweg zunächst mit Ziel Körber-See, den schönsten Platz in Österreich im Jahr 2017. Der Titel ist tatsächlich berechtigt- wir konnten den Ort auch noch bei schönsten Badewetter aufsuchen! Vorbei an der St. Jakobus Kapelle erreichten wir das Weltfriedenskreuz am Simmel, ein Symbol für Frieden und Harmonie in der Welt. Ein reizvoller Abstieg führt auf der ehemaligen Salzstraße nach Warth.

4. Wanderung: Königsetappe mit einem Aufstieg von 1.000 m zur Anhalterhütte zum Hahntennjoch

Nach dem sehr reichhaltigen Frühstück, u.a. mit frisch gepresstem Orangensaft, gekochtem Ei, Bergkäse und Obst, und einem kurzen Transfer ging es auf die vierte Wanderetappe mit dem höchsten Tagesaufstieg. Wunderschöne Wege durch Alpenwiesen, Ausblicke auf gewaltige Bergmassive entschädigten für die Anstrengungen am Berg. Auf 2.040 m Höhe konnten wir die Mittagspause mit Kaiserschmarrn und Holunderwasser erholsam verbringen und auf dem anschließenden Abstieg Revierkämpfe unter Murmeltieren unmittelbar verfolgen.
Dank gilt zum Bergfest, d.h. zur Halbzeit unserer Alpenüberquerung, den bisherigen netten Gastgebern und vor allem unserem Bergführer Kevin, der uns sicher und umsichtig durch die Berge führt.

5. Wanderung: Wanderung im Ötztal: über Stuibenfall nach Niedertal durch das Horlachtal

Direkt vom Hotel ging es auf einem alten Waalweg vorbei an Eislöchern zum imposanten Stuibenfall, Tirols größter Wasserfall mit einer Fallhöhe von 159 m. Über 700 Stufen und einer 80 m langen leiterförmigen Hängebrücke erlebten wir das Naturschauspiel hautnah und konnten nebenbei unsere Lungenfunktion stärken. Die ersten Regentropfen während unserer Reise erwischten wir 30 min vor unserer Mittagsrast auf der Wiesle Alm. Die kurze Regendauer und die Sonne im Anschluss sorgten für trockene Wege und einen angenehmen Abstieg nach Längenfeld-Au.

6. Wandertag: nach Italien über das Timmelsjoch

Heute ging es auf alten Schmugglerpfaden nach Italien. Zu Beginn informierte uns ein interessantes Denkmal zur Geschichte und das harte Leben der Schmuggler, die bis zu 100 kg per Kraxe über den Berg transportierten. Der Tag begleitete uns mit tiefen Wolken und Regenschauer, häufig zeigte sich aber auch die Sonne. Am Pass auf 2.509 m erreichten wir die Grenze zu Italien. Anschließend führte uns ein langer Abstieg, gefolgt von einem weiteren Anstieg von 300 m auf 3 km zur Oberen Gostalm auf 1.990 m mit feinster Südtiroler Küche. Ein schöner Tag endet in St. Leonhard im Passeiertal.

7. Wandertag: durch Passertal und Passerschlucht, vorbei am Bunkermuseum in Moos nach St. Leonhardt

Die vorletzte Wanderung führte uns durch die schöne Passerschlucht, die nach einem Felssturz erst vor einigen Tagen wieder zugänglich ist. Glück für uns, denn die Schlucht ist durch die wilde Passer, steile Felswände und abwechslungsreiche Wegführung einfach erlebenswert. Zu dem kommt man auf halber Strecke am Bunkermuseum vorbei, das die Geschichte Südtirols und des Bergbaus am Schneeberg vermittelt als auch im angrenzenden Gehege die Beobachtung von Steinböcken ermöglicht.

8. Wandertag: finale Wanderung nach Meran

Der 8. Wandertag war gleichzeitig die letzte Etappe nach Meran. Es galt den letzten großen Aufstieg zu bewältigen und den folgenden steilen Abstieg ins Tal konzentriert anzugehen. Zwischendurch entspannende Abschnitte entlang eines Waals, vorbei an Erdpyramiden. Das nun mediterrane Klima war deutlich zu spüren, die Mittagsrast im Sandgrubenhof umso genussvoller (leckere Speisen, wie Marillenknödel). Die Talfahrt vom Dorf Tirol nach Meran via Einsessel-Lift war ein krönender Abschluss unserer Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran.


Mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen in einer beeindruckenden Alpenlandschaft treten wir unsere Heimfahrt über Bozen, den Brenner und München an. Die Fahrzeit nutzen wir für Abschiedsblicke auf die faszinierende Berglandschaft und eine gedankliche Rückschau auf die zurück gelegten 8 Etappen von Oberstdorf nach Meran. Großer Dank gilt unserem Bergführer Kevin, der unsere Gruppe kompetent, sicher und motivierend geführt hat.


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